So, nach anfänglichen Schreibproblemen kommt hier das neue Kapitel von "Finding Gravity"....
Es ist erstmal nur der Anfang der Woche bei Familie Cullen. Das Kapitel wäre einfach zu lang geworden....

Ein riesiges Danke für die Reviews von sandycool, Ina, couchkartoffel und rockstarbaby85.
Ich freu mich jedes mal, wenn ich eine bekomme. Also schreibt mir für das Kapitel auch eine....

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Freunde

Als ich am nächsten morgen aufwachte war Charlie schon weg. Er hatte mir einen Zettel da gelassen, auf dem er mir viel Spaß bei Dr. Cullen und seiner Familie wünschte.
Ich machte mich schnell daran, mich fertig zu machen. Ich duschte noch mal, putzte mit die Zähne, packte die Zahnbürste ein und zog mich an. Ich entschied mich für ein einfaches Sweatshirt und eine Jeans.
Das sah ordentlich aus und war trotzdem gemütlich. Ich musste ja wirklich nicht aussehen, wie eine Schönheitskönigin, obwohl Alice da anscheinend nichts dagegen zu haben schien.
Ich brauchte für alles etwa nur eine Stunde. Danach machte ich mich auf zum Haus der Cullens.
Als ich dort ankam warteten Carlisle und Esme schon auf der Veranda.
"Hi Bella!", wurde ich von Esme begrüßt. Sie kam die Treppe herunter und umarmte mich.
Carlisle folgte ihr nur einige Schritte entfernt.
"Guten Morgen Bella."
"Guten Morgen!", antwortete ich und drehte mich Carlisle zu.
"Du weißt, dass das hart werden wird?!"
Ich nickte.
"In Ordnung. Wenn du bereit bist, dann bringen wir dich jetzt in das Gästezimmer."
"Ja."
Carlisle brachte mich in das Gästezimmer. Es lag direkt neben Carlisles Arbeitszimmer.
Als ich das Zimmer betrat sah ich auch das Bett, in dem ich gestern gelegen hatte.
`Also musste keiner auf sein Bett verzichten!´, dachte ich und musste dabei lächeln.
"Ist was?", fragte Carlisle neugierig.
"Ich hab nur daran gedacht, dass wegen mir keiner auf sein Bett verzichten musste", antwortete ich ihm und lief rot an.
Echt super. So was konnte auch nur mir einfallen. Carlisle schien das ganze auch noch zu amüsieren. Er lächelte und antwortete: "Oh.. ja!"
"Alice wird wahrscheinlich gleich kommen. So wie ich sie kenne, dauert das nicht mehr lange."
Ich nickte abwesend und Carlisle ging dann nach unten.
Er hatte recht.

Alice kam circa 5 Minuten später und bestand darauf, dass wir meine Tasche ausräumten und die Klamotten ordentlich im Kleiderschrank verstauten.
Meine Klamotten gingen in dem Kleiderschrank total unter.

Es war ein begehbarer Kleiderschrank mit riesigen Ausmaßen. Meine Sachen nahmen noch nicht einmal ein Brett ein.
Alice war voller Energie. Sie schien wirklich nie müde zu werden. Fast schon wie eine unberechenbare Naturgewalt. Ich glaube es würde ihr echt schwer fallen, mal einen Tag einen Gang zurück zu schalten.
"Was möchtest du jetzt machen? Wir könnten Playstation oder Wii spielen, wenn du Lust hast. Emmett und Jasper machen mit. Das wird ein riesen Spaß."
"Klar. Solange ich euch nicht auf die Nerven gehe", antwortete ich.

Das war das letzte, was ich wollte. Ich war meiner Mutter in Phoenix schon eine Last gewesen und Charlie schien ich ja auch nur Arbeit zu machen. Das wollte ich nicht auch noch hier.

Eigentlich sollte ich am Besten wieder nach Hause fahren. Ich hatte doch schon viel zu viel von Alice und ihrer Familie bekommen. Sie hatten schon soviel gemacht. Mehr sollte ich wirklich nicht verlangen.

Aber auf der anderen Seite brauchte ich Hilfe. Alleine würde ich das nie schaffen. Und Alice bestand darauf.

Ich würde einfach nur soviel Zeit in Anspruch nehmen, wie wirklich nötig war.

Alice schien mir wirklich helfen zu wollen. Wie eine richtige Freundin.

Die ganze Familie schien mir helfen zu wollen.

Alice packte mich am Arm und zog mich ins Wohnzimmer.

Sie rief Emmett und Jasper, die wirklich Lust hatten mit zu spielen, und teilte uns dann in zwei Teams ein.

Sie selbst bildete mit Jasper ein Team und ich spielte mit Emmett.

Es machte wirklich viel Spaß, so wie Alice es gesagt hatte. Obwohl sie und Jasper tausendmal besser waren, als Emmett und ich. Allerdings sollte ich wohl dazusagen, dass Emmett hätte gewinnen können, wenn er nicht so einen schlechten Partner gehabt hätte.
Aber ihn schien das nicht sonderlich zu stören.

Zum ersten Mal seit langem fühlte ich mich nicht wie ein Klotz am Bein. Auch wenn es offensichtlich war, dass ich der schlechte Part unseres Teams war.
"Ich bring dir noch bei, wie man gewinnt!", verkündete Emmett, als wir zum wiederholten Male verloren hatten.
Alice bestand darauf, dass wir ein wenig Fernsehn schauten.
Alle drei, Alice, Emmett und Jasper blieben die ganze Zeit bei mir.

Sogar als ich Schmerzen bekam. Am liebsten hätte ich jetzt was genommen. Aber ich musste stark bleiben. Ich wollte das schaffen. Und der Anfang würde immer schwer sein.
Jasper schien wirklich mit mir zu Leiden.
"Bella, du solltest wirklich etwas gegen die Schmerzen nehmen", schlug Carlisle vor.
Er schaute regelmäßig nach, wie es mir ging.
"Nein", antwortete ich unter Schmerzen. Ich erinnerte mich daran, dass Carlisle gesagt hatte, dass mein Körper ohne Tabletten auskommen musste. Und das wollte ich wirklich.
Carlisle wirkte mit meiner Entscheidung nicht sehr glücklich, aber er respektierte es.
Ich weiß, dass ich manchmal sehr stur war, aber ich wollte das wirklich schaffen.

Am Besten so schnell wie möglich.
"In Ordnung. Aber, wenn es schlimmer wird, dann werde ich dir etwas geben müssen", erwiderte er.
Es dauerte auch nicht lange und er gab mir wirklich etwas. Auch wenn ich es nicht wollte. Er sagte, dass er besser wüsste was jetzt gut sei und dass es nicht nötig sei, dass ich unnötige Schmerzen hatte.
Ihm schien nicht wohl bei dem Gedanken, dass ich Schmerzen haben könnte.
Er erklärte mir, dass mich das Mittel etwas benommen machen würde und ich wahrscheinlich einschlafen würde.
Nach einigen Minuten war ich wirklich eingeschlafen. Und das obwohl ich so starke Schmerzen hatte.
Als ich wieder aufwachte lag ich im Bett im Gästezimmer.
Irgendwer musste mich hier hoch getragen haben.
Als ich mich umschaute bemerkte ich, dass Carlisle in einem Sessel saß und mich beobachtete.
"Geht es dir besser?", fragte er schließlich und trat an das Bett ran.
"Ich hab eigentlich keine Schmerzen im Moment", antwortete ich benommen.
"Das liegt daran, dass ich dir noch mal etwas gegeben habe. Etwas stärkeres", erklärte er.
"Am Anfang schien das Mittel zu helfen. Und dir schien es besser zu gehen, aber dann hast du angefangen um dich zu schlagen und zu schreien. Wir haben dich hier hoch gebracht und dann hast du angefangen zu weinen. Du hast dich wild im Bett gedreht. Und da hab ich beschlossen, dir etwas stärkeres zu geben. Ich konnte nicht mit ansehen, wie es dir immer schlechter ging. Du müsstest etwas benommen sein."
"Tut mir leid", flüsterte ich, ehe die Tränen kamen. "Ich hatte Albträume. Phil war wieder da."
"Ich weiß!", antwortete Carlisle und schaute auf den Boden.
Woher wusste er das denn? Konnte er das schon allein an meinem Verhalten erkennen?
"Du hast seinen Namen geschrieen", erklärte er.

Er hatte wohl meinen offensichtlich verwirrten Blick gesehen.
`Nein!´
Warum musste das passieren? Ich wusste schon, dass ich im Schlaf sprach. Mum hatte mich damit immer aufgezogen. Aber warum musste das gerade jetzt passieren? Warum musste er es hören?
Ich hatte wieder von der Nacht geträumt, als Phil das erste Mal zu mir kam.

Als er mir auch noch die letzte Unschuld nahm, die mir geblieben war.

Er hatte mir gedroht, dass alles, was in diesem Zimmer geschah auch in diesem Zimmer bleiben würde. Und dann hatte er angefangen mich auszuziehen...

Carlisle schaute mich entschuldigend an.

"Was ist? Ist noch mehr passiert?"

"Nachdem Rosalie und meine Söhne dich gehört haben, haben Esme und ich ihnen erklärt, was los ist. Es tut uns leid. Wir haben ihnen erklärt wer Phil ist. Es tut uns wirklich leid", wiederholte er sich. "Aber wir wollten nicht, dass sie falsche Schlüsse ziehen. Edward war wirklich besorgt. Also dachten wir, dass es die beste Idee sei, wenn wir es ihnen erklären.
Wir wissen, dass du das selbst machen wolltest, wenn du bereit dazu bist. Aber bitte sei nicht sauer. Es tut uns wirklich leid."
Eigentlich hätte ich sauer sein müssen. Auf Carlisle und Esme, aber ich konnte nicht sauer sein.
Ich hätte sie beide anschreien sollen. Sie fragen: Warum? Aber ich kannte die Antwort. Und ich verstand, warum sie das getan hatten.
Auch wenn ich es selbst erklären wollte, irgendwann, wenn ich bereit war. Sie hätten ihnen doch auch genau das sagen können. Damit hätten sie doch niemandem geschadet.
Aber ich war nicht sauer. Ich fand es nicht in Ordnung. Aber ich war auch irgendwie erleichtert.
So musste ich es nicht mehr erklären.
Wann hätte ich denn davon anfangen sollen?
Wie?
Trotzdem wusste ich nicht, was ich jetzt machen sollte.
Wie würden sie mich behandeln?
Wie sollte ich jetzt damit umgehen?
So tun, als ob nichts wäre?
Einfach so weitermachen?
Das ging wohl kaum nach diesem Wochenende.
Alice würde mich nicht mehr einfach ignorieren und ihre Geschwister wahrscheinlich auch nicht.
Ob Edward genauso kalt gegenüber mir im Unterricht war?
Er schien mich nicht sonderlich zu mögen. Aber was erwartete ich auch?
Das Edward mich auf absurde Weise auch mochte?
Ich mochte ihn, mehr noch.
Aber es wäre utopisch zu glauben, dass Edward mich gern haben könnte.
Ich sah nicht sonderlich gut aus, normal...
Und konnte auch nichts besonderes. Ich war nie gut in irgendeiner Sportart gewesen oder in anderer Weise aufgefallen. Ich mochte es sogar, wenn ich nicht im Mittelpunkt stand. Ich war schon zufrieden, wenn ich ein Buch hatte und in Ruhe lesen konnte.
Warum sollte also jemand wie Edward mich mögen?
"Bella? Würdest du bitte etwas sagen?", hörte ich Carlisles Stimme.
"Uhm... Ja, also ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich sagen soll.
Ich meine, ich hatte gesagt, dass ich das selbst machen wollte. Das ich das mache, wenn ich bereit bin.
Ich bin auf der einen Seite enttäuscht auf der anderen aber auch irgendwie... erleichtert. Ich kann ja verstehen, warum ihr es ihnen erklärt habt. Aber ich finde es trotzdem nicht gut", erklärte ich ihm als ich schließlich meine Gedanken geordnet hatte.
"Es tut uns wirklich leid", wiederholte Carlisle sich.
Es sah wirklich so aus, als ob es ihm leid täte. Wie sollte man da jemandem sauer sein. Vor allem, wenn derjenige einem so selbstlos half? Carlisle war nicht verpflichtet mir zu helfen, oder es gar vor Charlie geheim zu halten.
"Sie haben doch sicher fragen, oder nicht?", fragte ich ihn nach einer kurzen Pause.
"Ja. Alle. Aber ich habe ihnen gesagt, dass die noch Zeit hätten. Was du durchmachst ist schwer genug. Es ist besser, wenn man dich nicht an andere Sachen erinnert. Du solltest dich jetzt voll und ganz auf dich konzentrieren.
Außerdem denke ich, dass es besser ist, wenn nicht alle auf einmal fragen."
"Danke. Ich weiß, dass das was sie im Moment für mich machen nicht selbstverständlich ist. Ich meine, ich halte ihre ganze Familie auf trapp. Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar."
Carlisle schaute betreten auf den Boden.
"Bella!", fing er an und schaute auf. "Ich weiß, dass es schwer ist. Aber hast du schon mal daran gedacht ihn anzuzeigen?"
Auch ohne das Carlisle seinen Namen aussprach wusste ich von wem er sprach.
Ich schüttelte den Kopf.
"Er drohte mir. Wenn ich je auch nur ein Wort erzählen würde, dann würde er mir das Leben zur Hölle machen und mich umbringen. Genauso wie denjenigen, dem ich es erzählt habe. Eigentlich hätte ich euch gar nichts erzählen dürfen. Wenn er das rausfindet..."
"Du bist hier sicher. Wenn es sein muss, dann werden wir dich auch beschützen. Aber du solltest es zumindest Charlie erzählen."
"Nein!", unterbrach ich ihn. "Er würde Phil umbringen. Bei so etwas wäre mein Dad Chief Swan. So was kann ich ihm nicht einfach erzählen."
Carlisle nickte nur. Was hätte er auch sagen sollen?
"Ich lass dich jetzt mal wieder allein. Wenn was ist bin ich sofort da. Ansonsten schaue ich in regelmäßigen Abständen nach, wie es dir geht", erklärte Carlisle und ging aus dem Zimmer.
Ich legte mich wieder hin.
Ich musste wohl wieder eingeschlafen sein, denn als ich wieder aufwachte saß Alice an meinem Bett.
"Guten Morgen Bella! Oder sollte ich eher Gute Nacht sagen?", fragte sie, nachdem ich meine Augen geöffnet hatte.
"Warum denn Gute Nacht?", fragte ich verwirrt und setzte mich auf.
Ich richtete meine Kleidung und band meine Haare neu zusammen.
Ich war irgendwie richtig müde. So ausgelaugt, als ob ich einen Marathon gelaufen war.
Aber wahrscheinlich musste mein Kreislauf einfach mal wieder in Schwung kommen.
"Wir haben Dienstag morgen, kurz nach zwei Uhr", antwortete sie.
"Ich hab wirklich einen ganzen Tag, mehr sogar, geschlafen?", fragte ich verwundert. "Ich hätte Charlie schon längst anrufen sollen."
"Also zu Punkt eins: ja, du hast fast zwei Tage geschlafen. Aber das brauchtest du wohl. Und zu zwei: Mach dir keine Sorgen. Mum hat ihn angerufen. Er war ein wenig besorgt, aber das hat sich wieder gelegt", beruhigte sie mich.
Mein Körper entspannte sich augenblicklich.

"Hab ich noch mal Schmerzmittel bekommen?", fragte ich nach einer Weile.
Mein Körper schien nur etwas taub vom langen liegen, aber ansonsten ging es mir gut. Ich hatte keine Schmerzen mehr und fühlte mich wieder halbwegs normal.
"Nein. Warum? Brauchst du etwas?", fragte Alice daraufhin besorgt.
"Nein. Mir geht es eigentlich ganz gut. Ich hab nur etwas Hunger und würde gerne aufstehen. Aber ansonsten..."
Alice stand auf und ließ mich verwundert im Bett sitzen. Sie ging zum Kleiderschrank und kramte etwas raus.
"Hier. Zieh das an und dann gehen wir runter", erklärte sie und warf mir eine Jeans und ein Sweatshirt zu.
Sie verließ das Zimmer und ließ mich, mich in Ruhe anziehen.
Als sie wieder zurückkam hatte sie verschiedene Bürsten, Spangen und Haarbänder dabei.
All meine Proteste nützten nichts.
Alice bestand darauf mir eine ordentliche Frisur zu verpassen.
Ich saß ungefähr eine halbe Stunde da, bis Alice endlich fertig war.
Hätte ich es nicht besser gewusst, dann hätte ich gesagt, dass man unmöglich solange brauchen konnte. Aber anscheinend konnte man das wirklich...
Alice hatte mir die Haare geflochten. Aber mit vier Strähnen. Es sah wirklich gut aus. Schlicht und einfach. Obwohl sie das nicht war.
`Wenn es nicht so aufwendig wäre, dann würde ich die Haare sicher oft so tragen´, dachte ich.
Aber auf Dauer gesehen war das nichts für mich.
"Und wie findest du es?", fragte Alice aufgeregt wie ein Kind, was zum ersten Mal allein zu Hause blieb.
Ich stand vor einem riesigen Spiegel und betrachtete mich noch mal bevor ich antwortete.
"Ich finde es sieht richtig toll aus. Aber es war unnötig. Wir haben mitten in der Nacht.
Das heißt keiner wird mich so sehen. Bis deine Geschwister aufstehen ist die Frisur längst nicht mehr so perfekt."
"Die Frisur hält auf jeden Fall noch bis die anderen kommen", versicherte sie mir.
"Ich vertrau dir einfach mal. Aber eine Frage hätte ich da noch. Also, wir haben jetzt ungefähr drei Uhr morgens, oder?", fragte ich. Als Alice nickte fuhr ich fort. "Warum bist du dann wach? Solltest du nicht wie der Rest deiner Familie auch schlafen?"
"Ich konnte nicht schlafen. Außerdem dachte ich, dass es dir gefallen würde, wenn du aufwachst und nicht alleine bist."
"Das ist echt nett von dir."
"Ist doch selbstverständlich", erwiderte sie.
"Also, was möchtest du jetzt machen? Wir haben noch ein bisschen Zeit, bis die Sonne aufgeht."
Sie schaute mich fragend an.
Was sollte ich jetzt sagen? Ich konnte doch nicht sagen: "Komm wir machen das" und erwarten, dass sie es auch machte. Sie wohnte hier, also wusste sie auch, was wir machen konnten.
Dazu kam, dass ich keine Ahnung hatte, was man nachts um drei machen konnte.
"Ich hab Hunger", sagte ich kleinlaut.
"Okay. Ich schau mal nach, was wir da haben. Esme hat einiges vorbereitet. Komm mit", erklärte sie und zerrte mich aus dem Zimmer.
Ich hatte einige Probleme damit mein Gleichgewicht zu halten. Bei Alice Geschwindigkeit hätte ich fünf Stufen auf einmal nehmen müssen.
Ich stolperte einige Male, aber Alice konnte mich zum Glück immer auffangen, bevor ich mich wie ein sterbender Albatros vor ihr auf den Boden legte.
Wie sie das machte wusste ich nicht. Sie war so zierlich. Aber trotzdem war sie irgendwie stark genug um mich aufzufangen.
Ihre Reflexe waren irgendwie... übermenschlich.

Ich hatte es glücklicherweise Heile in die Küche geschafft.
"Also meine Mum hat einiges vorbereitet oder sogar schon vorgekocht, weil sie ja nicht wusste, was du gerne hättest", sagte Alice und steuerte auf den Kühlschrank zu.
Ich fühlte mich unwohl bei dem Gedanken, dass Esme sich so viele Umstände machte.
"Was hältst du von Pfannkuchen. Sie müssen nur noch abgebacken werden. Der Teig ist fertig", schlug Alice vor und hielt eine Schüssel aus dem Kühlschrank.
"Gute Idee. Aber lass mich das bitte machen. Ich möchte auch mal etwas machen. Ich komm mir sonst vor wie ein Pascha. Und rumsitzen und bedienen lassen ist echt nichts, was ich gern hab. Okay?", sagte ich vorsichtig. Ich wollte auf keinen Fall Alice Gefühle verletzten.
"In Ordnung", antwortete Alice und holte eine Pfanne hervor. Sie wirkte erleichtert. Vielleicht gab es ja etwas, was Alice nicht konnte. Dieser Gedanke ließ mich wieder lächeln.
Alice brachte mir noch die Margarine und einen Teller und setzte sich dann auf einen der Barhocker um mir zu zuschauen.
Ich verbrauchte nicht den ganzen Teig. Ich briet mir nur zwei Pfannkuchen und stellte den restlichen Teig dann in den Kühlschrank zurück.
Esme hatte wohl vor eine ganze Meute von Personen zu versorgen.
Alles was im Kühlschrank stand konnte man unmöglich essen, bevor es verdarb.
Selbst, wenn man bedachte, dass sieben Leute, vorübergehend acht, satt werden mussten.

Als ich fertig war setzte ich mich mit meinem Teller und einem Glas Wasser an den Tisch.
Alice sagte, dass sie keinen Hunger hatte. Also aß ich alleine.
"Das Rezept ist echt gut", sagte ich zwischen zwei bissen.
"Oh! Das haben wir schon sehr lange in der Familie", erklärte Alice.
Nachdem ich fertig war, bestand sie darauf, dass sie die Küche aufräumte.
Ich wurde von ihr ins Wohnzimmer geschickt.
Alice hatte entschieden, dass wir eine DVD anschauten und ich sollte den Film auswählen.
Sie war kaum zwei Minuten allein in der Küche, da kam sie auch schon hinterher. Ich fragte mich wirklich, ob die Küche wirklich sauber war. Kein Mensch konnte so schnell aufräumen, auch wenn ich nicht soviel Chaos in der Küche angerichtet hatte.
Wahrscheinlich hatte sie es gestapelt irgendwo hingestellt, damit Esme es spülen konnte.
"Und? Für welchen Film hast du dich entschieden?", fragte sie.
"Ich schau noch. Ihr habt einfach zu viele Filme", antwortete ich lachend.
"Aber ich finden den hier ganz gut. Hört sich ganz interessant an", fuhr ich fort und hielt eine DVD hoch.
"Ja, der ist wirklich gut. Kennst du ihn schon?"
"Nein."
"Dann halt ich mal lieber den Mund und wir schauen ihn an."
Alice setzte sich auf die Couch. Sie rückte die Kissen zurecht, bis sie zufrieden war.
Ich ging zum DVD- Player und legte die DVD ein.
Danach setzte ich mich zu Alice auf die Couch.
Alice reichte mir eine Decke und ich machte es mir gemütlich.
Ich passte sogar auf, dass der Frisur von Alice nichts geschah. Sonst war ich ja nicht so eitel, aber ich fand sie so schön. Ich wollte sie einfach nicht zerstören.
Sie startete den Film.

Nach einer viertel Stunde hörten wir, wie jemand die Treppe runterkam.

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So, Nachschub gibt es bald....
Wenn ich bis Sonntag mindestens 5 Reviews hab, dann gibts das nächste Kapitel am Montag... ;p
Also schreibt mir wie ihr es fandet....
Das treibt nämlich richtig an...
Wer Ideen oder Kritik hat: Immer her damit!

BlueBloodedVampireAngel