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Kapitel 2 – Theater, Theater

Der erste Schultag begann. Ginny wachte schon sehr früh auf. Rasch zog sie sich an und machte sich auf den Weg in die Große Halle. Sie war gespannt, was sie alles erwarten würde. Da sie nun in der sechsten Klasse war, würde sie im Kurssystem unterrichtet werden. Dank ihres guten Abschneidens bei den ZAGs würde sie alle Fächer machen können, die sie wollte: Pflege magischer Geschöpfe, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Zauberkunst, Zaubertränke, Verwandlungen und Kräuterkunde. Ihr war klar, dass sie sich nicht gerade die leichtesten Fächer gewählt hatte. Aber sie würden es ihr ermöglichen, jeden Job zu wählen, welchen sie machen wollte.

Beim Frühstück traf sie auf Colin Creevey. Neben den Siebtklässlern war er ihr bester Freund. Ebenso wie sie war er Vertrauensschüler. Er hatte sich in den letzten Jahren stark verändert. Aus dem nervigen kleinen Jungen war ein ruhiger, angenehmer junger Mann geworden. Da er sich auch körperlich verändert hatte, er war im letzten Jahr fast 20 cm gewachsen, gab es mehr als ein Mädchen, das ihn gerne ansah. Belustigt bemerkte Ginny die Blicke einiger Viertklässlerinnen auf ihrem Freund ruhen.

„Hi Ginny!"

„Morgen Colin! Gut geschlafen? Der Tag wird anstrengend!"

„Ja, wird er, du weißt gar nicht wie sehr! Hast du schon deinen Stundenplan?"

In diesem Moment kam Professor McGonagall vorbei und fragte Ginny, welche Fächer sie machen wollte. Dann gab sie ihr mit einem Lächeln ihren Stundenplan:

„Sie haben sich viel vorgenommen, junge Frau! Aber ich denke, Sie können das schaffen."

Auch Ginny lächelte. Das Jahr fing gut an.

Ein Blick auf ihren Stundenplan sagte ihr, dass sie heute Zaubertränke und Pflege magischer Geschöpfe hatte. Neugierig sah sie zu Colin hinüber:

„Was für Fächer hast du gewählt?"

„Wahrsagen! Stell dir vor, ich habe heute gleich eine Doppelstunde Wahrsagen! Aber dafür habe ich keine Zaubertränke mehr…". Sie verglichen ihre Stundenpläne. Tatsächlich, bis auf den Zaubertränke – Wahrsagen Unterschied hatten sie dieselben Fächer. Es war immer gut, einen Freund zu haben.

Nur bis zum Mittag würden sie erst einmal getrennt sein. Nach dem Frühstück verabschiedeten sie sich in der Großen Halle, als Ginny in die Kerker ab bog, während Colin sich auf den Weg in den Wahrsageturm machte.

Obwohl Professor Snape das Fach unterrichtete, mochte Ginny es dennoch gerne. Er hatte es auch nicht auf sie abgesehen wie auf Neville oder Harry. So konnte sie immer in Ruhe ihre Tränke brauen. Sie gewann zwar keine Punkte, verlor aber auch keine. Da sie sehr gut gelernt hatte, war sie sogar mit einem „Ohnegleichen" durch die ZAG gekommen.

Dessen ungeachtet, dass es die erste Stunde nach den Ferien war, ließ Snape sie einen komplizierten Trank brauen, mit welchem man verletzten Menschen Blut wieder geben konnte.

Es waren nur sehr wenige Sechstklässler in diesem Kurs. 3 Ravenclaws, 4 Slytherins und sie. Es störte sie nicht, die einzige Gryffindor zu sein. Am Ende der Stunde hatte ihr Trank al Einziger die richtige Konsistenz und Farbe. Sie freute sich; vor Zaubertränke hatte sie am meisten Angst gehabt, und jetzt schien es gut zu laufen.

Zum Mittagessen traf sie sich mit Colin in der Großen Halle. Er kam die Treppe herunter, sich angeregt mit einem hübschen, braunhaarigen Mädchen unterhaltend. Es war eine Hufflepuff ihres Jahrgangs. Grinsend sah Ginny die beiden an. Na, Colin würde etwas zu erzählen haben…

Tatsächlich sprach er beim Mittagessen von kaum etwas anderem als Nancy, so hieß das Mädchen, und ihrer gemeinsamen Wahrsagestunde.

„…ja und weil die anderen schon Partner hatten, habe ich also Nancy gefragt, ob wir zusammen arbeiten…"

„Und was habt ihr gemacht?"

Colin wurde leicht rot: „Handlesen…"

Ginny grinste in sich hinein. Was sie da wohl alles gelesen hatten…

Als sie nach dem Unterricht zusammen in den Gemeinschaftsraum zurückgingen, neckte sie ihn immer noch. Nachdem sie durch das Porträtloch geklettert waren, meinte er mit roten Ohren:

„Schau mal, am Schwarzen Brett scheint eine Neuigkeit zu hängen!"

„Du willst ja bloß ablenken.", ärgerte Ginny ihn. Aber es standen wirklich sehr viele Schüler vor dem Schwarzen Brett und diskutierten. Ginny und Colin drängten sich nach vorne:

An alle Schüler!

Wie ihr wisst, ist dieses Jahr zum Abschluss des Jahres ein Fest geplant. Möglichst viele Schüler sollen dabei mithelfen. Einige Teile des Programms benötigen lange Vorbereitungszeiten.

Daher ist das erste Treffen der Theatergruppe am Freitag um 20 Uhr in der Großen Halle. Jeder interessierte Schüler kann kommen. Das erste Treffen ist noch nicht verbindlich!

Professor McGonagall, stellvertretende Schulleiterin

„Sie wollen ein Theaterstück aufführen?", fragte Colin.

Ginny starrte den Aushang an. Eine Theatergruppe an Hogwarts? Das war etwas Neues. Aber interessant!

„Ginny?"

„Wie? Oh, ja… also, ich finde die Idee gut, und du? Es ist etwas anderes…"

„Willst du da etwa hingehen?"

„Ich denke, das könnte Spaß machen…"

„Aber… da spielen doch auch die anderen Häuser mit!"

„Na und? Es ist wirklich Zeit, die alten Vorurteile abzubauen… und ein gemeinsames Hobby halte ich für eine gute Möglichkeit!"

„... Es gibt doch schon Quidditch…"

„Das spielt man aber gegeneinander, nicht miteinander. Und ich würde wirklich gerne Theater spielen…"

„Na ja, wenn du meinst. Das erste Treffen ist ja noch nicht verbindlich. Vielleicht komme ich ja auch mit.". Er lächelte sie an. Ginny grinste zurück. Die beiden konnten nicht wirklich miteinander streiten, selbst wenn sie gegensätzlicher Meinung waren.

Als Ginny abends im Bett lag, ließ sie sich die ganze Sache noch einmal durch den Kopf gehen. Theater spielen würde wirklich etwas neues sein… keiner ihrer großen Brüder hatte so etwas gemacht, schon allein deswegen war es ein großer Reiz, in der Theatergruppe mitzuspielen.

Aber ob sie das überhaupt konnte? Ach Unsinn, jeder kann etwas Theaterspielen. Außerdem, hatte sie nicht schon oft genug ihr Talent ausprobieren müssen? Grinsend erinnerte sie sich an einige, schon Jahre zurück liegende Szenen:

Ginny, hast du meinen Teddybär gesehen?"

Welchen Teddybär, Ron?"

Oder auch einige Streiche, die sie mit den Zwillingen ausgeheckt hatte. Einmal stellte sie sich krank, sodass ihre Mutter abgelenkt war und Fred und George in die Küche schleichen konnten um etwas Süßes zu holen. Es war alles harmlos gewesen, aber man hatte es ihr abgenommen. Es würde sicher Spaß machen, ein ganzes Stück einzuüben und schließlich vor der Schule vorzuspielen. Glücklich schlief sie an diesem Abend ein.

Gespannt wartete Ginny die nächsten Tage darauf, dass es endlich Freitag wurde. Am Morgen saß sie zusammen mit Colin am Tisch.

„Was meinst du, wer wird wohl noch alles hingehen?", fragte sie ihren Freund.

„Hum?", antwortete dieser mit dem Mund voller Haferbrei. Genervt seufzte Ginny:

„Kau aus!"

„Wohin?", fragte Colin schließlich, nachdem er hinunter geschluckt hatte.

„Na, heute Abend, in die Theatergruppe!"

„Ach so, das meinst du… von den Siebtklässlern glaube ich niemand, die haben zu viel Stress mit ihren UTZ. Aber vielleicht einige der Jüngeren…"

„Und wer wohl die Leitung übernimmt? McGonagall, schließlich hat sie den Aushang gemacht? Oder Flitwick? Er soll ja wirklich was für Kultur übrig haben…"

„Vielleicht macht es ja auch Snape!"

„Haha, sehr witzig Colin!"

„Nein, wirklich! Und er sucht dann sicher ein sehr melancholisches Stück heraus…"

„Ja genau, was wird wohl für ein Stück gespielt werden? Ob wir das heute Abend schon erfahren?"

„Weißt du was, Ginny: geh einfach hin, und du wirst es sehen! Und jetzt lass mich aufessen, wir haben bald Verwandlungen!"

Gedankenverloren biss auch Ginny in ein Stück Apfel…

Nach dem Abendessen hatte sie zappelig im Gemeinschaftsraum gewartet. 10 Minuten vor 8 machte sie sich schließlich auf den Weg in die Große Halle…

Anmerkungen: Jaja, wer wird wohl noch alles da sein? Und wer soll das Ganze leiten? Tja, das erfahrt ihr im nächsten Kapitel… und vielleicht auch schon, wie das Stück heißt. Vielleicht. Es wird sehr wahrscheinlich NICHTS von Shakespeare sein, weil ich finde, das wurde schon so oft geschrieben. Ich mag Shakespeare zwar auch, aber richtig wirken tut er nur in Englisch; und da mein Englisch aber längst nicht so gut ist, eine ganze FF so zu schreiben und eine zweisprachige FF ja noch verwirrender ist, wird es nicht Shakespeare werden…ich habe ein anderes Stück im Auge… na gut, mehr will ich noch nicht verraten! Hoffe, euch hat das Kapitel gefallen!