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Kapitel 4 -
Blaise Zabini trat näher. Anstatt etwas zu sagen, machte er nur eine Geste zu dem jungen Hufflepuff – wie als wäre es unter seiner Würde, mit jemandem wie ihm zu sprechen. Justin verstand es dennoch. Leicht wütend zog er sich zurück und stellte sich zu den anderen ins Publikum. Blaise nahm seine Pose ein.
‚Komisch', dachte Ginny, ‚ich hätte nicht gedacht, dass er sich hier einfach in den Dreck legt…'
Da bewegte sich Blaise plötzlich: sein ausgetrecter Arm schien etwas mit den fingerspitzen zu umfassen, vorsichtig zupfte er… nun hielt er anscheinend etwas zwischen den Fingern. Jetzt drehte er sich auf den Rücken, das ‚Ding', was immer es war, was er sich vorstellte, immer noch in der Hand. Neugierig drehte auch Ginny sich auf den Rücken und stützte sich mit en Ellbogen ab.
„Eine hübsche Blume, nicht wahr?", kam es in diesem Moment von dem Slytherin. Dabei betrachtete er seine Hand, also sicherlich die Blume, und wendete sie hin und her. Bevor Ginny noch irgendwie antworten konnte, redete er schon weiter: „Eine wirklich hübsche Blume… sie sollte für ein wirklich hübsches Mädchen sein…". Er sah ihr tief in Augen. Ginny wusste nicht, wie ihr geschah. Was sollte das? Spielte er wirklich nur Theater? Es schien ihr so echt… aber wieso?
Geschmeidig stand Blaise auf. Ginny war fast enttäuscht. Also platzte sie mit dem ersten heraus, was ihr einfiel: „Wo gehst du hin?".
UPS! Was hatte sie da nur gesagt? Er musste ja denken, sie wollte was von ihm! Aber, nein, sie spielten ja nur Theater… sie setzte sich nun selber auf, um auch aufzustehen.
„Wer sagt, dass ich gehe?". Mit einem fast lieben Lächeln – falls man bei Slytherins von lieb sprechen konnte – streckte er ihr die Hand hin. Zögerlich ergriff das Mädchen sie und er half ihr auf.
Jetzt standen sie sich gegenüber. Er sah sie immer noch mit diesem unglaublich lieben Ausdruck an. Ginny fiel auf, dass er wirklich gut aussah. Er hatte ein Gesicht, dass man in früheren Zeiten wohl als „aristokratisch" bezeichnet hätte. Das enizige, was aus diesem Eindruck heraus fiel, war seine Nase. Sie war nicht so gerade und lang, wie man sie sich vorstellen könnte. Irgendwie wirkte sie, ja, fast spitzbübisch, jungenhaft. Blaise sah sie weiterhin an. Er schien sie geradezu zu zwingen, ihm in die Augen zu sehen. Seine Augen waren grün. Nicht leuchtend grün wie die Harrys, ein dunkleres Grün.
Jetzt sprach er weiter: „Eleonore…". Wie? Ach so, Theater, da kann man ja nicht den wirklichen Namen verwenden…
„…würdest du…". Jetzt schien er verlegen zu sein. Zögerlich trat Ginny einen Schritt auf ihn zu: „Ja, Olivier?"
„Würdest du… diese Blume… nehmen…"
Ginny hielt den Atem an.
„…und sie deiner Freundin Delphine geben?"
WAS! Oh, dieser Mistker! Bildete sie sich das ein, oder sah er sie wirklich kurz fies grinsend an? Aber nein, sofort hatte er wieder dieses erwartungsvolle Gesicht aufgesetzt…
Aus dem Publikum lösten sich vereinzelte Lacher. Jedoch schien niemand die Szene unterbrechen zu wollen. OK, jetzt war SIE am Zug! Sie versuchte ihre Wut zu zügeln. Tatsächlich gelang ihr ein Lächeln.
„Olivier… ich werde sie ihr geben."
An dieser Stelle lächelte Blaise selbstgefällig. Ginny sprach weiter:
„…ich denke allerdings nicht, dass sie sie annehmen wird. Oh mein Bruder,", hier sah Blaise kurz irritiert aus, „sie hat dich nun schon 3 Mal abgewiesen! Denkst du wirklich, du willst dich weiter zum Gespött machen? Die Molfys lachen schon über unsere Familie und deine törichten Versuche!"
Jetzt war es an Blaise, wütend zu sein. Was bildete sich diese Gryffindor überhaupt ein? Als ob ER mit IHR verwandt sein könnte! Da waren ja Welten dazwischen! Gerade noch rechtzeitig rief er sich zur Raison. Sie spielten nur Theater…
Er wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als:
klatsch
Verwirrt sahen die beiden sich um. Wer hatte geklatscht?
Es war Tonks selbst. Sie bstimmte:
„So, die beiden haben lange genug gespielt, jetzt möchte ich mal einige andere sehen. Sarah, was ist mit dir? Und… Hannah?"
Die beiden Angesprochenen gingen nach vorne.
Ginny kochte immer noch etwas innerlich. Blaise schien es ähnlich zu gehen. Er zischte er zu: „Das war noch nicht das Ende, Weasley!"
„Sehe ich genauso, Zabini."
Sie stellten sich an 2 verschiedene Enden der großen Gruppe.
Aufmerksam sah Ginny Sarah zu, wie sie spielte. Nach ihren Bemerkungen hatte sie eigentlich gedacht, Sarah sei so gut, dass sie keine Übung mehr brauchte – das Gegenteil stellte sich heraus. Sie spielte schlecht, fing an einer unpassenden Stelle an zu lachen und stand sonst da wie eine Kuh, wenns donnert. Außerdem ging sie nicht auf Hannah ein. Ein Teil des Dialogs:
„Oh, sieh einmal, der Mond!", meinte Hannah.
„Wollen wir nicht lieber in den Schatten gehen? Ich bekomme sonst Sonnenbrand.", kam es daraufhin von Sarah. Sie wollte die Szene unbedingt lenken. Hannah wurde immer verzweifelter. Zum Glück klatschte bald jemand Sarah heraus, und es zeigte sich, dass auch Hannah gut spielte.
Sarah stellte sich zurück zu Ginny: „Puh, das ist hier ja wirklich Kindergarten. Ich komme nicht noch einmal her, du etwa?"
Die Gryffindor zuckte einfach nur mit den Schultern. Sie hatte fest vor, weiter in der Gruppe zu bleiben.
Auf einmal rief Tonks aus:
„Gute Güte, es ist schon so spät? Ihr begebt euch jetzt besser in eure Schläfsäle! Das nächste Treffen ist nächsten Freitag. Wir treffen uns wieder 20 Uhr in der Großen Halle. Ich hoffe, die meisten von euch kommen wieder."
Wie die anderen schlenderte Ginny zu den Umhängen. Plötzlich fasste ihr von hinten eine Hand auf die Schulter.
„Tonks?"
„Könnte ich dich noch kurz sprechen?"
„Natürlich." Ginny war überrascht. Was könnte die junge Frau wollen?
„Du spielst wirklich gut. Ich habe ja bereits ein Stück ausgesucht. Eine Rolle würde wirklich gut zu dir passen. Es geht um…"
krach
Einer der jüngeren Hufflepuffs hatte es tatsächlich geschafft, den Garderobenständer umzuschmeißen. Schnell lief Tonks hin:
„Ich erzähle es dir später!", rief sie Ginny noch über die Schulter zu.
Die Gryffindor nahm sich ihren Umhang, der glücklicherweise an einem anderen Stände rhing, und ging in den Turm. So wie sie Tonks kannte, würde sie es vergessen, Ginny zu erzählen, was sie gemeint hatte… na ja, sie würde es noch früh genug erfahren.
An diesem Abend lag Ginny noch lange wach. Sie dachte über das erste Treffen nach. Sie fand, dass Tonks ihre Sache wirklich gut machte. Die Übungen waren wichtig, um ein Gefühl für das Schauspielern, was ja noch keiner der Schüler vorher gemacht hatte, zu bekommen.
Leider brachte es das Denken an die erste Stunde unwillkürlich mit sich, dass sie auch an Blaise dachte. ‚Dieser arrogante Idiot'. Wie er sich aufgeführt hatte! Aber schauspielern konnte er wirklich gut. Kurz erwischte Ginny sich bei dem Gedanken, wie sie daran dachte, was der Slytherin wohl von ihr dachte. Schnell schüttelte sie den Kopf. So ein Unsinn.
Zum Glück war der nächste Tag frei. Ginny schlief lange. Als sie endlich aufstand, war die Frühstückszeit schon lange vorbei. Nachdem sie eine ausgiebige Dusche genommen hatte, ging sie in den Gemeinschaftsraum. Sie hatte viele Hausaufgaben zu machen… obwohl erst eine Woche vergangen war, schienen die Lehrer zu denken, es gäbe nur ein Fach, welches die Schüler hätten: jeweils das, welches sie unterrichteten. Dementsprechend viel hatte das Mädchen zu tun
Als sie in den gemütlich eingerichteten, kreisrunden Raum trat, winkte Colin ihr zu: „Hey! Ginny!"
Sie ging af ihren Freund zu.
Er sagte: „Ich habe dir etwas vom Frühstück mitgebracht. Ich dachte mir schon, dass du länger schläfst."
Dankbar blickte das Mädchen ihn an. Sie griff nach dem Stapel Brote. Colin schien zu denken, sie habe seit Wochen nicht gegessen…
„Und, wie war die erste Stunde? Dennis hat mir ja schon einiges erzählt, er fand es wirklich gut."
„Mmhh.", murmelte Ginny mit dem Mund voller Käse-Schinken-Toast. Sie schluckte, dann sagte sie: „Ich fand es auch sehr gut. Es hat wirklich Spaß gemacht. Wusstest du, dass Tonks die Leiterin ist? Sie ist lustig."
„Ja. Und du hast mit einem Slytherin gespielt, habe ich gehört?"
Sofort blickte Ginny ihn wütend an: „Er ist so ein Arschloch."
„Dafür müsst ihr aber eine schöne Szene gespielt haben…"
„COLIN!" platsch. Ein Toast landete in seinem Gesicht. Er lachte trotzdem noch.
„Was hast DU eigentlich gestern Abend gemacht?"
Das Lachen hörte auf. „Äh…"
„Aha?"
„Ich habe gelernt."
„Und was?"
„Wahrsagen…", nuschelte Colin in seinen nicht vorhandenen Bart.
„WARTE MAL, das ist doch das Fach, dass du mit Nancy hast! Lasst
mich raten, ihr habt gemeinsam eure Hausaufgaben
gemacht?"
Widerstrebend nickte ihr Gegenüber. Er war
feuerrot geworden. Jetzt lachte Ginny.
„Jaja, und, habt ihr wieder Handlesen geübt?"
Falls dies noch möglich war, wurde Colin noch röter. Er senkte seinen Kopf. Das Mädchen lachte lauter. Das war ja so süß!
platsch Ein Toast flog an ihr vorbei und landete auf dem Boden. Erstaunt sah Ginny ihm hinterher. Sie blickte auf ihren Freund. Er grinste.
„Schade, dass ich nicht auch mal Jäger beim Quidditch war, dann hätte ich jetzt getroffen."
Die beiden Freunde grinsten sich an.
Es wurde noch ein lustiger Vormittag. Erst am Nachmittag kam Ginny dazu, ihre Hausaufgaben zu machen.
Gegen 5 bemerkte sie, dass ihr ein Buch fehlte, um einen Aufsatz für Verwandlungen fertig zu schreiben. Lustlos ging sie in die Bibliothek.
Ja, und was sie dort macht, und ob sie dort wohl jemanden trifft (Überraschung Überraschung! ) erfahrt ihr im nächsten Kapitel! Und bald kommt auch die große Auflösung: welches Stück wird gespielt? Aber davor könnt ihr euch erstmal auf eine schöne zweite Theatergruppenstunde freuen… Habt ihr eine Idee, welche Stück genommen werden könnte? Hinterlasst mir doch einfach eure Vorstellungen in Form eines kleinen Reviews! (ihr könnt natürlich auch so reviewn! )
Danke an alle, die mir schon eine Meinung hinterlassen haben rumknuddel Schreibt doch wieder, wie es euch gefällt!
