Disclaimer: Das Harry-Potter-Universum ist geistiges Eigentum von J.K.Rowling. Mit dieser Geschichte wird kein Geld verdient.
Kapitel 26 – Im Kreis der Familie
Fürchterliche Kopfschmerzen. Das war das Erste, was Ginny an diesem Morgen merkte, als sie aufwachte. Grausame, stechende, einfach schreckliche Kopfschmerzen. Nur mühsam wurde sie wach. Das Lärmen der anderen Mädchen aus ihrem Schlafsaal weckte sie jedoch endgültig.
„Hey, Ginny, du Schlafmütze, willst du nicht langsam aufstehen? Der Zug nach Kingscross fährt in 1 ½ Stunden!"
Josephine, ein schlichtes blondes Mädchen, hatte die Vorhänge zu ihrem Bett aufgezogen.
Argh, das Licht war viel zu hell. Ginny vergrub den Kopf wieder in den Kissen. „Ich will nicht." Sie hatte viel zu wenig geschlafen, und das wenige, was sie geschlafen hatte, war unruhig gewesen. Sie hatte viel von Blaise geträumt… shit, sie hatten sich gestern geküsst… und danach gestritten. Ginny stöhnte, als sie daran zurück dachte. Das war doch alles nicht wahr...
Und heute sollte sie nach Hause fahren und mit ihrer Familie fröhliche Weihnachten feiern? Dabei war ihr zum Heulen zumute. Aber hoffentlich würde sie das wenigstens etwas ablenken.
„Ich sollte jetzt wirklich aufstehen.", nahm sie sich vor. „…Ich brauch nen Kaffee." Erst der Gedanke an dieses köstliche schwarze Getränk, das sie hoffentlich in der Großen Halle bekommen würde, trieb sie endlich aus den Federn.
Der Gryffindor-Tisch war heute mal wieder besonders laut. Viele extrovertierte Schüler waren in diesem Haus, sodass es fast immer laut war, aber so kurz vor den Ferien war das Haus der Löwen wirklich besonders schwer zu ertragen. Vor allem wenn man Kopfschmerzen hatte…
Zombiegleich saß Ginny vor ihrer Tasse Kaffee, konnte kaum die Augen aufhalten und wollte es auch gar nicht, da sie Angst hatte, sonst anfangen müssen zu weinen.
„Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich euch!"
Colin. Irgendwo am Rande ihres Bewusstseins nahm Ginny war, wie sich ihr Freund neben sie setzte.
„'N Morgen", grunzte sie. ‚Wenn das so weiter geht, merkt gleich jeder, dass es mir noch gut geht. Ich muss freundlicher sein.' Sie versuchte also Colin anzulächeln. Der schreckte zurück.
„Ist irgendetwas mit dir? Du siehst aus, als hättest du gerade in eine Zwiebel gebissen."
Geknickt sah Ginny wieder in ihre Tasse. Es half ja alles nichts. Man sah es ihr an… dass sie einen schlechten Morgen hatte… dass sie einen schlechten Abend gehabt hatte… dass sie Liebeskummer hatte.
„Ich muss noch packen.", nuschelte sie also und verschwand vom Gryffindor-Tisch. Glücklicherweise waren alle viel zu sehr mit ihrer Ferienplanung beschäftigt, als dass sie ihr groß Aufmerksamkeit gewidmet hätten. Na ja, fast alle. Nach ca. 5 Minuten merkte Ginny, dass ihr jemand folgte. Kurz darauf hatte Colin sie eingeholt.
„Hey, Kleine, was ist mit dir?" Er sah sie besorgt an. „Habt ihr gestern zu lange gefeiert?"
Jetzt füllten sich Ginnys Augen doch mit Tränen. Unwirsch wandte sie den Kopf ab. Hoffentlich würde Colin, die Labertasche verstehen, dass sie darüber nicht reden wollte.
Plötzlich packte er sie am Arm. Sie wollte sich schon losreißen, als er sie plötzlich an sich zog und einfach umarmte.
„Es ist wegen Blaise, nicht wahr? Ach komm, es lohnt sich nicht sich darüber aufzuregen.", flüsterte er.
Jetzt begann Ginny wirklich zu weinen. Sie standen eine ganze Weile so da, er hielt sie einfach im Arm und flüsterte ihr beruhigende Worte wie „Alles wird gut" ins Ohr, während sie sich langsam wieder fing. Schließlich holte sie ein Taschentuch hervor, schnäuzte sich und meinte: „Jetzt müssen wir aber zum Zug."
Zaghaft lächelte Colin sie an. Er hatte nicht gefragt, was geschehen war. Er hatte einfach nur erkannt, dass es ihr nicht gut ging. „Ist es ok? Du kannst mir in den Ferien immer eulen."
„Davon wirst du mich kaum abhalten können.". Sie lächelte wieder etwas. Hey, immerhin waren Ferien, oder? Man musste das Positive sehen…
Als sie zurück zum Gryffindor-Turm gingen, meinte Ginny schließlich leise: „Danke.". Colin lächelte sie an.
Die Reise zurück im Hogwarts-Express verlief ereignislos. Ron war laut wie immer und spielte mit Harry und den anderen viele Runden „Snap explodes" und auch Hermine war fröhlich, aber auch etwas besorgt, weil „Ich muss so viel für die Schule in den Ferien machen! Und ihr beide solltet auch anfangen zu lernen, schließlich machen wir dieses Jahr unseren ABSCHLUSS". Ginny musste grinsen, wenn sie ihre Freundin so erlebte. Hermine ging es wirklich wieder besser, sie war fast die Alte. Ja, ihre Freunde lenkten Ginny wirklich von ihrem Liebeskummer ab.
Ebenso war es in den folgenden Ferientagen, die mit Schneeballschlachten, Hausaufgaben (auf Hermines Wunsch) und Quidditch vorbei gingen. Einen Tag waren sie in der Winkelgasse, noch fehlende Weihnachtsgeschenke besorgen. Kurz überlegte sich Ginny, ob sie Blaise etwas zu Weihnachten schenken sollte. Sie hatte sich schon dagegen entschieden, als sie an einem neuen Laden vorbei kamen: hier wurden verschiedene Tee- und Kaffeesorten aus aller Welt angeboten. „Komm, da müssen wir rein!", meinte Hermine, die ein großer Tee-Fan war. Neugierig sahen die Mädchen sich um. Da entdeckte Ginny es: Kaffee, den man auch mit kaltem Wasser aufgießen konnte, der sich selbstständig erwärmte. ‚Das wäre das perfekte für Blaise', schoss es ihr durch den Kopf. ‚Dann könnte er sich auch in den Pausen schnell einen Kaffee machen.' Aber sollte sie ihm etwas schenken? Schließlich hatten sie sich gestritten… ‚Aber wir müssen immer noch als Leonce und Lena zusammen auf der Bühne stehen. Vielleicht wäre es ein erster Schritt zu einer Versöhnung? Oder wenigstens zu einem Waffenstillstand?' Kurz entschlossen nahm sie eine Packung mit. Auch Hermine sah hochzufrieden aus, als sie aus dem Geschäft traten.
Heiligabend machte Molly Weasley ein richtiges Festessen. Auch Fred und George waren gekommen: „Zu Hause ist es doch am schönsten", meinten beide mit vollem Mund. Später spielten sie mit „Snap explodes". Der Abend wurde lang, erst spät kam Ginny in ihr Bett. Die Weihnachtsgeschenke hatte sie alle losgeschickt: kleine Aufmerksamkeiten für die Mädchen in ihrem Schlafsaal, ein Buch für Colin und natürlich der Kaffee für Blaise…
Weihnachtsmorgen! Ginny wurde von lauten Rufen aus dem Nachbarzimmer, wo die Jungen schliefen, geweckt. Harry und Ron hatten wohl schon angefangen auszupacken. Aus dem anderen Bett grinste Hermine sie müde an: „Die werden wohl nie erwachsen…"
Aber da sie nun wach waren, konnten sie auch auspacken.
Ginny fand den üblichen Weasley-Pullover und andere Aufmerksamkeiten von ihrer Familie und ihren Freunden. Hermine hatte ihr natürlich ein Buch geschenkt, von Colin kamen Teelichter mit Kaffeegeruch („Damit du keine Entzugserscheinungen bekommst. Fröhliche Weihnachten!"), Ron und Harry hatte ihr eine schön warme, dunkelgrüne Mütze geschenkt, und allerlei anderes fand sie in dem Geschenkehaufen.
Noch ein Päckchen war übrig. Ginny öffnete es. Es war eine elegante, schwarze Tasse. Eine Karte war nicht dabei. Verwundert betrachtete Ginny das Geschenk. Die Tasse war wirklich hübsch. Aber woher kam sie? Sie beschloss, beim Frühstück zu fragen.
„Hat mir einer von euch diese Tasse geschenkt?"
Die übrigen Familienmitglieder schüttelten den Kopf. Nun gut. Als Ginny allerdings Orangensaft eingießen wollte…
„Iiieh!"
Die Tasse hatte den Saft einfach wieder ausgespuckt. Fred und George schüttelten sich vor Lachen.
„Also ist sie doch von euch?"
„Nein, aber die Idee ist gut."
Auch Kakao brachte nicht den gewünschten Erfolg. Ginny beschloss, noch einen letzten Versuch zu wagen: Kaffee.
Vorsichtig goss sie das Getränk ein. ‚Hey, die Farbe des Kaffees passt perfekt zur Farbe der Tasse.' Und tatsächlich: der Kaffee blieb drin. Es war also eine echte ‚Kaffeetasse'.
Später in ihrem Zimmer dachte Ginny nach, wer ihr wohl ein solches Geschenk machen würde: eine exzentrische Tasse. Das konnte nur von einer exzentrischen Person kommen. Moment mal… etwa Blaise?
Die Ferien vergingen. Ginny hatte nicht herausgefunden, von wem die Tasse war. Allzu schnell war es wieder Zeit, nach Hogwarts zurück zu kehren. Jetzt würde die Schule wieder anfangen, das schreckliche zweite Schuljahresdrittel, wo die guten Vorsätze von Schuljahresbeginn längst vergessen waren und auch noch kein Ende abzusehen war, wo die Prüfungen gleichzeitig so nah und dennoch so fern erschienen, wo es dunkel war und eigentlich niemand Lust hatte zu arbeiten. Lag es am Winter? Die Landschaft, die am Hogwarts-Express vorbei zog, erschien Ginny trist und kahl. Sie hatte keine Lust auf die Schule, noch nicht einmal das Theaterspielen konnte sie reizen. Wie auch? Mit Blaise hatte sie kein Wort seit dem Streit gesprochen.
Die Freude, die sie in den Ferien hatte, war schon wieder viel zu weit entfernt. Harry war ungewöhnlich still, Ron und Hermine verhielten sich seltsam… was war los? War sie in den Ferien soweit in ihren eigenen Gedanken versunken gewesen, dass sie nicht gemerkt hatte, was passiert war? Sicher, sie hatte oft allein gelesen, auch ihrer Mutter beim Kochen geholfen, aber meist hatte sie doch die Zeit mit den drei Anderen verbracht?
Das neue Jahr fing ja gut an…
Die Schule begann. Alles lief seinen tristen Gang. Alles? Nein, Hermine und Ron verhielten sich immer noch seltsam. Sie gingen miteinander um, als sei der andere aus Porzellan. Was war da passiert? Eigentlich wollte Ginny am Freitagabend mit den beiden reden, aber es war Theaterprobe. Die Polizeidienerszene im zweiten Akt sollte geprobt werden, also die Szene mit Marie und Claire. Seufzend machte Ginny sich auf den Weg. Freitagabend um 8, Zeit für Theater.
Es war wie immer. Nein, nicht wie immer. Es war wie zu Beginn der Theaterproben. Sie und Blaise gingen sich aus dem Weg. Tonks saß zwischen ihnen. Die beiden älteren Schüler waren wieder die Einzigen, die zusahen. Sie arbeiteten nicht mehr zusammen an den Hintergründen, nein, aber Ginny wollte das Stück dennoch verstehen. Dank Blaise hatte sie genug Hintergrundwissen.
Nach der Probe wurde sie von den beiden Ravenclaws Marie und Claire aufgehalten, die mit ihr schwatzten und sie fragten, wie Ginny sie gefunden hatte. So war Blaise bereits gegangen, als die drei Mädchen aus der Großen Halle traten.
Es konnte nicht ewig sie weiter gehen, das war klar. Schließlich würden sie gemeinsam auf der Bühne stehen müssen. Irgendwann. Aber im Moment war es einfach noch zu schmerzhaft für Ginny, mehr mit Blaise zu tun zu haben. Sie konnte ihm kaum in die Augen sehen. Zum Glück ging auch er ihr aus dem Weg.
Samstag! Ausschlafen! Die erste Woche nach den Ferien war bereits anstrengend gewesen. Die Lehrer schonten ihre Schüler nicht. Das war noch einer der Gründe, warum Ginny das zweite Schuljahresdrittel nicht mochte: jetzt musste der meiste Stoff geschafft werden. Zudem war es unerwartet schmerzhaft gewesen, Blaise so häufig zu sehen. In den Ferien hatte sie den Gedanken an den Streit zur Seite drängen konnte, hier, wo sie ständig mit dem Slytherin konfrontiert war, ging das nicht.
Nach dem Frühstück traf sie im Gemeinschaftsraum Hermine. Sie saß an einem Tisch, vor ihren Büchern und… sah aus dem Fenster. Na nu? Ginny setzte sich dazu. Dieses Verhalten war ungewöhnlich für die strebsame Freundin.
„Guten Morgen Hermine."
Diese schrak zusammen. „Ginny, hallo, ich habe dich gar nicht gesehen."
„Das war offensichtlich." Prüfend betrachtete sie ihre ältere Freundin. Auch Hermine schien etwas auf der Seele zu liegen. „Magst du auf einen Spaziergang mit heraus kommen? Es ist frischer Schnee gefallen."
Zweifelnd betrachtete Hermine die Bücher vor sich. „Ich habe noch so viel zu tun…"
„Und ein ganzes Wochenende dafür Zeit. Na, komm schon mit!"
Seufzend ergab sich Hermine.
Die Luft draußen war kalt. Ginny fröstelte, obgleich sie einen dicken Mantel anhatte und die neue Mütze auf dem Kopf. Hermine grinste.
„Ist es so besser?"
Nach einem kurzen Schwenk Hermines mit ihrem Zauberstab hatte Ginny das Gefühl, als ob eine dicke Decke um sie gelegt würde. „Den Zauber habe ich in den Ferien entdeckt.", erklärte Hermine.
„Muss super sein, in den Ferien zaubern zu dürfen.", seufzte Ginny.
„Du kannst es doch auch bald. Du wirst im März 17?"
„Ja, genau."
Schweigsam liefen die beiden ein Stück
nebeneinander her. Die verschneite Winterlandschaft machte
melancholisch. Mühsam verdrängte Ginny den Gedanken daran,
dass sie auch mit Blaise schon über diese Landschaft gesehen
hatte… auf dem Astronomieturm… auch Hermine war in ihre Gedanken
versunken. Was war nur mit ihr los? Etwas bedrückte sie.
„Hermine?", fragte Ginny vorsichtig.
Die Ältere sah sie erstaunt an. „Ist etwas?"
„Ähm, nun, also… eigentlich nicht wirklich.", gestand die Rothaarige. „Ich habe mich bloß gefragt, warum… du so bedrückt aussiehst."
„Oh, ich bin wohl etwas in Gedanken versunken, es tut mir Leid. Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist."
„Woran denkst du?", fragte Ginny geradeheraus.
Hermine errötete. „An Ron.", sagte sie schließlich, so leise, dass Ginny es kaum verstand.
Ginny biss sich auf die Lippe. Hermine war in ihn verliebt gewesen. Zu einem Zeitpunkt, als Ron mit Sarah zusammen gewesen war. Sie waren wieder getrennt… war es das, was Hermine zu schaffen machte? Es fiel ihr wie Schuppen von den Augen. Wie hatte sie, wegen ihrem eigenen Kummer, ihre Freundin vergessen können? In den Weihnachtsferien waren sie so oft zu viert gewesen. Es war wieder, ja, wie früher gewesen, als Ron noch nicht mit Sarah zusammen gewesen war. Hatte das Hermines Gefühle erneut hervor gebracht?
Ein Blick in das Gesicht ihrer Freundin sagte es ihr: ja, Hermine war wieder verliebt. Ob sie wohl eine Chance hatte?
Ginny kannte ihren Bruder, natürlich. Aber kannte sie ihn so gut, um erkennen zu können, was er über Hermine dachte? Schließlich hatte sie auch zuerst nicht gewusst, dass er mit Sarah zusammen war…
„Wir haben uns geküsst.", sagte in diesem Moment Hermine.
…Moment mal. „WAS??"
Hermine errötete.
„Ihr habt euch geküsst?" Diese Information musste Ginny erstmal verarbeiten.
„Also, es war kein richtiger Kuss…", setzte Hermine fort. „Es war… am Weihnachtsmorgen. Er hatte mir einen Kettenanhänger geschenkt… ich habe mich wirklich darüber gefreut. Es ist ein kleiner silberner."
Hermine zog ihre Kette hervor. Der Anhänger war wirklich hübsch. Er hatte keine direkte Form, auch wenn er auf den ersten Blick wie ein Herz aussah, war es doch eher eine runde Form, teilweise matt, teilweise glänzend, mit einem kleinen Stein in der Mitte.
„Du warst schon zum Frühstück gegangen, wegen der Tasse. Ron war herüber gekommen und hatte mir den Anhänger gegeben. Zum Dank habe ich ihn umarmt… und dann, wir standen uns gegenüber, und plötzlich hat er sich vorgebeugt und mir einen kurzen Kuss gegeben. Aber plötzlich hat Molly gerufen, und wir sind zum Frühstück."
„Und… und danach?"
„Mehr gibt es nicht zu erzählen.", erklärte Hermine. „Ich weiß nicht, was ich darüber denken soll. Verstehst du, es ist so schwierig! Vielleicht hat er mich ja nur geküsst, weil er mir Sarah so daran gewöhnt war und es vermisst hat? Ich war gerade greifbar, sozusagen. Aber, selbst wenn es nicht so ist… wir können doch nicht zusammen kommen! Wir sind seit Jahren Freunde. Und… was ist mit Harry?"
Erstaunt über den Gefühlsausbruch ihrer Freundin sah Ginny sie an. „Harry?"
„Ja, Harry. Er hat genug gelitten, denkst du nicht? Ich denke, dass er es uns gönnen würde, wirklich. Aber trotzdem, er würde dann etwas außerhalb stehen. Wir sind seit der ersten Klasse zu dritt. Wie wäre es wohl für ihn, wenn seine beiden besten Freunde zusammen wären? Außerdem, du kennst doch Harry. Er ist sehr höflich. Er wird sicher denken, dass er uns jetzt viel mehr Zeit lassen muss, damit wir zu zweit sein können. Ich möchte aber nicht, dass er ausgeschlossen ist."
Eine Weile gingen die beiden schweigend nebeneinander her. Schließlich meinte Ginny:
„Ich denke, das, was Harry am meisten möchte, ist, dass das Leben normal weiter geht. Ja, du hast Recht, er hat genug Schlechtes erlebt. Genau deswegen allerdings sollte er jetzt nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Er ist ein ganz normaler junger Mann, weißt du? Er will einfach nur, dass seine Umgebung fröhlich ist. Er möchte keine lebendige Statue sein, ein Denkmal für den Untergang Voldemorts. Harry möchte einfach ein Mensch sein. Sicher, für ihn als Freund könnte es schwer sein, wenn ihr zwei zusammen wärt. Aber er würde sich für euch freuen, da bin ich mir sicher. Ihr würdet dennoch viel Zeit mit ihm verbringen, wie ich euch kenne. Da solltest du dir keine großen Sorgen machen. Außerdem, ich denke, es wäre für Harry viel schlimmer, wenn ihr nur wegen ihm eure eigenen Gefühle unterdrückt, oder wenn ihr ein wichtiges Geheimnis vor ihm hättet. Schließt ihr ihn so nicht auch aus?"
Hermine versuchte, diese Worte zu verdauen. Nach einer Weile fragte Ginny: „Und, was hast du jetzt vor?"
„Wie?"
„Na, wegen Ron."
„Wenn das alles so einfach wäre! Aber gut, mal sehen."
Offenbar hatte die Braunhaarige neuen Mut gefasst. Ginny war zufrieden. Hoffentlich würde es wenigstens ihr wieder besser gehen…
Anmerkungen:
Zusatz-Disclaimer: Das Stück „Leonce und Lena", die Handlung, der Inhalt, Personen, Handlungsorte, Ideen, Worte, usw usf gehört Georg Büchner.
Ein kurzes Kapitel, nach langer Pause. Aber wenn ich immer so lange Kapitel schreibe, habe ich keine Lust, weiter zu schreiben! Deshalb kommen jetzt wieder etwas kürzere. Ich hoffe, es gefällt euch. Na ja, viel passiert nicht. Ich hoffe, das liest überhaupt noch jemand? Aber ich möchte jetzt nicht von dem Stil der Geschichte abweichen, bloß damit ich schnell fertig werde (ich hasse das, wenn so was passiert). Danke für die vielen Reviews zum letzten Kapitel, das muntert immer wieder auf, irgendwann doch weiter zu schreiben! (Ich hab grad Ferien, daher habe ich auch Zeit) DANKE meine liebsten Leser!!! knuddel
