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Kapitel 31 – Hogwarts-Realität

Der Sonntag verging ruhig. Ginny hatte viele Hausaufgaben zu machen, und am Nachmittag überredet Ron sie zu einer Runde Zaubererschach. Es war schade, dass sie Blaise den ganzen Tag nicht sah, aber sie tröstete sich mit dem Gedanken, dass sie sicher bald wieder Zeit füreinander hätten. Schließlich gab es den Raum der Wünsche, oder nicht?

Beim Abendessen schließlich sah sie Blaise dann doch. Er saß am Slytherin-Tisch und aß seelenruhig. Einige Plätze weiter entdeckte Ginny jedoch etwas, was sie schnell wieder dazu brachte, sich auf ihr eigenes Essen zu konzentrieren: Draco Malfoy und Diamante küssten, besser: knutschten, sich ab.

‚Schön, wenn die ihren Spaß haben, aber es muss ja nicht beim Essen sein…', dachte sich Ginny ärgerlich. Gleichzeitig gab es ihr einen kleinen Stich ins Herz, dass sie nicht auch einfach jetzt zu Blaise gehen konnte und ihm einen Kuss geben – oder einfach nur reden. Selbst DAS wurde ja zwischen Slytherin und Gryffindor skeptisch betrachtet. Wahrscheinlich würden seine Hauskameraden das auch nicht akzeptieren. Sie unterdrückte einen Seufzer. Mist, wie gerne würde sie ihn jetzt einfach nur umarmen… sie wollte ja keine große Knutschorgie machen, so wie gewisse blondhaarige Slytherins, nein. Ach, egal, es ging halt nicht.

„Ginny, was denkst du?", fragte Ron sie plötzlich von der Seite.

„Äh, was?", antwortete sie irritiert.

„Na, über die Chancen von Puddlemere United in der kommenden Saison."…

Und schon war sie vertieft in ein Gespräch über Quidditch. Wenigstens lenkte sie das von einem gewissen Slytherin ab…

Jedenfalls solange, bis Ron sich wieder vermehrt Hermine zuwandte, welche während des Quidditch-Philosophierens sich offensichtlich bemüht hatte, kein allzu gelangweiltes Gesicht zu machen.

‚Ach, ich bin sowieso mit dem Essen fertig.', dachte sich Ginny und stand auf. „Bis dann.", warf sie in die Runde und ging aus der Großen Halle.

Erstaunt bemerkte sie, dass Blaise offensichtlich auch gerade fertig mit dem Essen geworden war.

Vor der Halle trafen sie aufeinander. Außer ihnen war niemand dort, da die meisten noch mit dem Abendbrot beschäftigt waren.

„Hi.", meinte Ginny nervös.

„Hallo."

In seinem Gesicht war, seltenerweise, kein Spott zu sehen. Dennoch war Ginny etwas enttäuscht, als er sich abwandte und in einen Korridor ging. ‚Mist, wieso haut er jetzt einfach ab?'

Da drehte sich Blaise um. Er zog eine Augenbraue hoch und fragte: „Kommst du?". Jetzt war ein halbes Grinsen auf sein Gesicht zurückgekehrt. Eigentlich wollte Ginny böse sein, weil das Amüsement sicher durch leisen Spott kam, aber sie war einfach zu froh, dass er nicht einfach weggehen wollte. Tatsächlich führte der Korridor auch nicht in die Slytherin-Kerker, sondern zu einigen Klassenräumen. In einen davon traten die beiden nun ein.

Kaum hatten sie die Tür hinter sich geschlossen, ging Ginny näher zu Blaise. Er zog sie in eine Umarmung und küsste sie. Wieder glaubte das Mädchen, in dem Kuss zu versinken. Sie fuhr mit ihrer Hand über seinen Rücken, in seinen Nacken und durch seine Haare. Seine Gegenwart machte sie ganz wuschig. Auch hätte sie nie gedacht, dass der, sonst so zurückhaltende, Blaise solche Leidenschaft in einen Kuss legen konnte.

Nach einer Weile lösten sie sich voneinander, um Luft zu holen. Sie sahen sich einfach nur an. Blaise war wirklich wahnsinnig gutaussehend… diese grünen Augen, dazu seine Nase, die so gar nicht aristokratisch schien mit ihrem spitzbübischen Ausdruck, dem leichten Schwung nach oben… Sie musste einfach lächeln. Auch Blaise wirkte gelöst, entspannt, er hatte dieses halbe Grinsen auf seinem Gesicht.

„Du hast rote Wangen.", meinte er.

„Hab ich gar nicht.", erwiderte Ginny nuschelnd. Es war ihr peinlich, in Gegenwart des immer so gefassten Blaise.

„Jetzt schon."

‚…?' Moment mal, er hatte sie nur reingelegt, um sie in Verlegenheit zu bringen. Dieser… grrr. „Hey!" Sie boxte ihn leicht in die Rippen.

Er lächelte weiter dieses halbe Grinsen. „Es macht einfach zu viel Spaß, einen Gryffindor zu ärgern."

„Du bist so mies!", wollte Ginny sich schon fast aufregen, doch er stoppte das Ganze mit einem Kuss. Als sie sich wieder voneinander lösten, meinte sie: „Oder vielleicht doch nicht."

Nachdem sie sich voneinander getrennt hatten, um in ihre jeweiligen Gemeinschaftsräume zu gehen, überlegte Ginny. Blaise war wirklich viel gelöster, wenn sie nur zu zweit waren. Und er hatte Humor. Sicherlich, einen sehr speziellen, sehr slytherinigen Humor, aber: Humor. Sie lächelte.

Die Woche verging. Leider hatten Blaise und Ginny nicht noch einmal Zeit, sich zu treffen. Beide hatten viel für die Schule zu tun, außerdem schien immer jemand da zu sein. Es wäre auch zu auffällig, immer gleichzeitig nach dem Essen aufzustehen, außerdem hatten sie meist unterschiedliche Essenszeiten.

Sicherlich, sie dachte oft an ihn, und sie sah ihn ja, zwischen den Stunden. Einmal, am Dienstag, hatten sie auch kurz Zeit um sich einen Kuss zu geben. Dann jedoch hörten sie einige Ravenclaws näher kommen und trennten sich wieder voneinander.

Wenigstens am Freitag während der Probe würden sie sich sehen. Oder? Sie sah schnell auf dem Probenplan. Ja, es spielten Blaise und sie… und sonst niemand? Mooooment. Welche Szene bitte war das? …ARGH. Die Kussszene. Hm, also, nicht dass sie etwas gegen einen Kuss mit Blaise gehabt hätte… aber vor Tonks? Und, wenn die Leiterin etwas bemerken würde? Schwierig, schwierig…

Freitag. Theaterprobe! Mit einem irgendwie mulmigen Gefühl im Magen ging Ginny kurz vor 8 in Richtung Großer Halle. Blaise wartete dort bereits. Sie ging auf ihn zu.

„Na du?"

„Hi.". Er gab ihr einen flüchtigen Kuss. Sicher, Tonks würde bald auftauchen…mehr war im Moment wirklich nicht möglich, obwohl Ginny sich etwas enttäuscht fühlte. Was soll's…

Dann kam Tonks. Sie ließ die beiden Schüler in die Halle und setzte sich vor die Bühne. Ginny und Blaise nahmen ihre Ausgangsposition ein: das Mädchen saß auf dem „Hügel", Blaise stand ein Stück dahinter. Dann begann er seinen Text: „Oh Nacht, balsamisch wie die erste, die auf das Paradies herabsank."…

So spielten wie weiter. Die Verlegenheit, die Lena fühlte, brauchte Ginny nicht zu spielen. Es war einfach seltsam, Blaise so nah zu sein, während jemand anderes zusah. Wirklich schwierig wurde es, als Leonce sagte: „„So lass mich dein Todesengel sein! Lass meine Lippen sich gleich seinen Schwingen auf deine Augen senken." Er sprach intensiv, mit der gleichen Leidenschaft, die sie in seinen Küssen spürte und die so gar nicht slytherin zu sein schien. Sie versank fast in seinen Augen, bis sie ihre schloss. Er küsste sie.

Als sie sich voneinander lösten, musste sie sich stark zusammenreißen, um ihn nicht sofort wieder zu sich zu ziehen. ‚Hey, wir sind nur auf der Bühne…'

Daran wurde sie erinnert, als er sprach: „Schöne Leiche, du ruhst so lieblich auf dem schwarzen Bahrtuch der Nacht, dass die Natur das Leben hasst und sich in den Tod verliebt."

Wieder wollte er sie küssen. Obwohl alles in ihr sagte, dass sie das wollte, konnte sie nicht anders, sie stieß ihn weg. Tonks durfte nichts bemerken, und außerdem dachte Lena, sie sei einem anderen versprochen. „Nein, lass mich!"

Dann ging sie von der Bühne, sie eilte den kleinen Hügel hinunter. Zum Glück stolperte sie nicht, so wie das letzte Mal.

Tonks klatschte. „Sehr gut. Ihr habt wirklich Gefühl in die Szene hinein gelegt, ich bin begeistert.". Tatsächlich strahlte sie von einem Ohr bis zum anderen. „Ich wusste, dass ihr es gut machen würdet, aber so gut… super!"

Dann erklärte sie die Probe für beendet und schickte die beiden Schüler ins Bett. Nachdem sie gegangen war, hatten Ginny und Blaise zum Glück noch etwas Zeit. Die Probe hatte nicht sehr lange gedauert, es war noch keine Zeit, um ins Bett zu gehen. Sie gingen wieder in das Klassenzimmer, welches in der Nähe der Großen Halle lag.

„Du hast gut gespielt.", meinte Ginny.

Blaise nickte. „Du auch…"

„Das war nicht nur gespielt…", murmelte sie, dann versanken die beiden in einem innigen Kuss.

„Ich weiß.", grinste Blaise, als sie sich wieder voneinander lösten.

Als Ginny an diesem Abend im Bett lag, merkte sie, dass es wohl wirklich schwer werden würde, ihre Beziehung geheim zu halten. Sie hatte es schon bei der Theaterprobe vermutet. Es war irgendwie unmöglich, niemandem zu zeigen, wie sie für den Slytherin fühlte. Sie war sich fast sicher, dass Tonks etwas gemerkt hatte. Gut, sicher, die beiden konnten das immer noch auf das Theaterspielen schieben… aber trotzdem. Konnte das gut gehen? Hogwarts war ein Internat, die Schüler waren fast 24 Stunden am Tag zusammen. Wie konnte sie da etwas geheim halten, was so wichtig war? Irgendjemand würde etwas bemerken, wenn sie öfter weg war. Oder? Andererseits war es auch unmöglich, die Beziehung offen zu führen. Der Druck der anderen wäre zu stark. Würde das ihre junge Beziehung aushalten, ständigen Anfeindungen ausgesetzt sein? Vielleicht nicht. Es war schon gut so, wie es war… Ach, aber dennoch, ihn sehen zu können und nicht berühren zu dürfen…

Am Montag beim Frühstück stand Dumbledore plötzlich auf.

„Meine lieben Schüler!"

Sofort wendete sich die Aufmerksamkeit fast aller Schüler dem Schuldirektor zu. Nur Draco und Diamante schien dies nicht zu stören. ‚Sind die eigentlich am Mund zusammen gewachsen?', dachte sich Ginny genervt.

„Wie ihr wisst, wollen wir am Ende des Jahres ein Fest feiern. Zu diesem Zweck hat sich bereits eine Theatergruppe zusammen gefunden, welche ein Stück probt, welches sie dort vorführen werden. Die Leiterin Professor Tonks hat mich nun gebeten, euch zu fragen, ob jemand an der Gestaltung des Bühnenbild oder am Schneidern der Kostüme interessiert ist. Bitte überlegt es euch. Jeder Schüler soll einen Teil zu dem Fest beitragen. Falls ihr künstlerisches Interesse habt, findet ihr vielleicht hier euren Anteil. Am Mittwoch treffen sich die Interessierten zu einer ersten Absprache mit Professor Tonks, um 20 Uhr hier in der Großen Halle."

Der Schuldirektor setzte sich wieder. Die Schüler begannen aufgeregt zu schnattern. Auf der Bühne zu stehen war für viele nichts, aber ein schönes Bühnenbild oder hübsche Kleider gestalten? Besonders die Mädchen fanden das ansprechend. Und bevor man noch für irgendeine langweilige Aufgabe eingeteilt wurde…

Aber auch Colin wollte vielleicht mitarbeiten: „Kleider nähen ist nichts für mich, aber bei dem Bühnenbild mithelfen stelle ich mir spannend vor. Die brauchen sicher einen starken Kerl wie mich. Außerdem habe ich dann auch etwas zu deinem Theaterstück beigetragen." Er zwinkerte Ginny zu.

„Es ist nicht mein Theaterstück, Tonks ist die Regie und es spielen auch sehr viele andere mit…", erwiderte Ginny.

„Ja, aber du hast eine der Hauptrollen."

„Und du als ‚starker Kerl' hilfst mit beim Bühnenbild. Das ist auch sehr wichtig."

„Außerdem wollte Nancy auch daran mitarbeiten, sie hat eine künstlerische Ader…"

„Schon klar."

Als Colin am Mittwoch von dem Treffen zurückkam, erzählte er, dass sich einige Schüler für Bühnenbild und Kostüme bereit gefunden hatten, unter Anderem auch Sarah aus Ravenclaw.

„Sie will bei den Kostümen mithelfen.", erklärte Colin.

„Stimmt, das kann sie gut, sie hatte mir Weihnachten auch bei meinem Kleid geholfen."

Insgesamt seien 8 Leute für die Bühnenbilder eingeteilt und 7 für die Kostüme, erzählte Colin. Die meisten Mädchen, aber auch 3 Jungen seien dabei. „Wir werden jetzt teilweise bei einigen Proben dabei sein, um uns ein Bild von dem Stück zu machen, damit auch alles zueinander passt."

„Oh nein, dann sieht man uns ja zu!". Ginny war erschrocken. Colin lachte.

„Hey, ich dachte das sei Sinn und Zweck des Theaters."

„Ja, aber nicht bei den Proben, wenn alles noch nicht zueinander passt…"

„Das wird schon.", beruhigte er sie.

‚Aber dadurch wird es für Blaise und mich noch schwieriger.', dachte das Mädchen betrübt.

Donnerstagabend ging Ginny in die Bibliothek. Sie benötigte ein Buch für Zaubertränke. Suchend ging sie umher. Es war aber auch zu schwer, über einen Erumpent-Schwanz etwas heraus zu finden! Schließlich hatte sie einige viel versprechende Bücher gefunden und ging zu einem Tisch, um sie durchzusehen. Zum Glück war dabei, was sie benötigte.

„Hallo."

Erschrocken sah sie auf.

„Blaise!" Sie wollte schon aufstehen und ihn umarmen, dann fiel ihr wieder ein, dass sie in der Bibliothek waren. Schnell sah sie sich um.

„Es ist niemand hier.", erklärte Blaise, „Ein kleiner Ravenclaw hat die Flucht ergriffen, als er den großen bösen Slytherin hier langgehen sah. Ansonsten treibt sich wohl kaum jemand bei den Zaubertrankbüchern herum."

Auch Blaise hatte Bücher auf dem Arm. Er legte sie auf den Tisch neben Ginny und drehte sich ihr zu. Diese Augen… die beiden versanken in einem Kuss. Plötzlich hörten sie ein Geräusch. Erschrocken fuhren sie auseinander – aber es war wohl bloß jemand einige Gänge weiter gewesen. Verlegen sahen sie sich an. Schnell gab sie ihm noch einen Kuss auf die Wange, dann suchte sie ihre Bücher zusammen.

„Ich bin sowieso gerade fertig.", murmelte sie. „Es wäre seltsam, wenn man uns gemeinsam hier sehen würde."

Blaise nickte. Sie war schon fast gegangen, da packte er sie plötzlich am Arm und zog sie sanft zurück.

Sie standen voreinander. Ginny wollte ihn einfach umarmen, in seinen Armen liegen, ihn küssen… aber es ging nicht. Nicht hier. Blaise dachte wohl.

„Bis dann.", sagte er, dann beugte er sich vor und küsste sie noch einmal auf den Mund.

„Ich mag dich.", lächelte Ginny. Aber sie musste umdrehen und die Bücher zurück stellen. Hatte sie dort ein leises: „Ich mag dich auch" von ihm vernommen?

Auf dem ganzen Weg zurück in den Gryffindor-Turm dachte sie an Blaise und den kurzen Kuss. Sie seufzte. Ja, es war schwer… und dennoch so wunderschön. Wie gerne hätte sie jedoch wieder etwas mehr Zeit mit ihm…

Am Freitag wurde eine Szene mit Blaise und Justin geprobt. Tatsächlich waren Nancy, Colin und 2 Mädchen dabei, um wegen Bühnenbild und Kostümen zu schauen. Irgendwie war es für Ginny seltsam, nicht allein neben Tonks zu sitzen und zuzusehen. Auch Justin schien sich nicht ganz wohl zu fühlen. Blaise wirkte so emotionslos wie immer – zumindest nach außen hin. Tatsächlich kam es Ginny jedoch so vor, als ob er sich die Haare häufiger als sonst aus dem Gesicht streichen würde. Zumindest ansatzweise machte auch ihn diese neue Situation also nervös… Das Mädchen grinste. Ja, langsam verstand sie ihn besser, diesen komplizierten Slytherin.

Die Probe begann. Die beiden Jugendlichen spielten gut, sicherlich, sie hatten sich bereits in ihre Rollen hinein gefunden. Leonce/Blaise erzählte Valerio/Justin von seiner Sehnsucht nach Lena. Er will sie heiraten, wenngleich er nicht einmal ihren Namen kennt oder sie den seinen. Valerio nimmt dies gelassen hin; solange er dann Minister wird…

Auch den anderen schien die Szene gut zu gefallen. Ginny betrachtete fast die ganze Zeit nur Blaise. Auf der Bühne ließ er sich viel mehr gehen. Schließlich war er dort nicht er selbst, ein Slytherin von Kopf bis Fuß. Es war ähnlich, wie wenn er bei ihr war… Ginny seufzte. Diese Woche hatten sie kaum Zeit füreinander gehabt. Sie vermisste ihn schmerzlich. Nur gestern in der Bibliothek… aber das hatte ihre Sehnsucht wohl eher vergrößert. Vielleicht würde nach der Probe etwas Zeit sein…?

Leider ging es heute etwas länger, sodass Tonks die Schüler danach sofort in ihre Gemeinschaftsräume zurück schickte. Colin und Ginny gingen gemeinsam hinauf in den Gryffindor-Turm. Der Junge erzählte, wie beeindruckend er Justin und Blaise auf der Bühne fand: „Ich könnte das nie so gut! Wann sehe ich dich eigentlich mal?"

„Hm? Was?". Ginny war in Gedanken versunken gewesen. Blaise hatte ihr nur ein kurzes „Gute Nacht" gewünscht, sie ihm ebenso. Leider waren zu viele andere Menschen in der Nähe gewesen…

„Wann bist du eigentlich wieder auf der Bühne bei einer Probe?", wiederholte Colin seine Frage.

„Ich weiß nicht, ich muss mal auf den Probenplan schauen."

Zurück im Gemeinschaftsraum holte sie den Plan hervor und sah gemeinsam mit Colin drauf. Der musste erst einmal lachen, als er die vielen Farben sah. „Typisch Tonks, nicht wahr?"

„Ja.", Ginny grinste auch wieder. Trübsal blasen lohnte sich einfach nicht.

„Hier, ich bin nächste Woche wieder dran."

„Aha.", Colin nickte, „Wozu sind eigentlich die vielen Farben gut?"

„Ach, das ist ein System, das Tonks sich ausgedacht hat… jeder hat eine eigene Farbe. Wenn es kurzfristige Probenplanänderungen gibt, kann Tonks sie auch hier hin schreiben, siehst du?"

Sie zeigte auf den freien Rand unten am Pergament.

„Hey, das ist ja cool, und viel schneller als Eulen.", sagte Colin begeistert.

„Ja."

Stimmt, die Leiterin hatte sich wirklich etwas bei diesem Plan gedacht.

Colin gähnte. „Trotzdem, es ist jetzt spät, wir sollten schlafen gehen."

„Ja. Gute Nacht, schlaf gut!"

„Du auch.". Er drückte sie noch einmal kurz freundschaftlich, dann gingen beide in ihre Schlafräume.

Als Ginny dort im Bett lag, kam ihr eine Idee. Wenn Tonks diese Pergamente so verzaubern konnte… so schwer konnte das doch nicht sein…

Anmerkungen:

Zusatz-Disclaimer: Das Stück „Leonce und Lena", die Handlung, der Inhalt, Personen, Handlungsorte, Ideen, Worte, usw usf gehört Georg Büchner.

WOW! Danke für eure Reviews! Ich freue mich, dass euch das vorherige Kapitel gefallen hat… in diesem passiert etwas weniger, aber hey, ein bisschen Frieden brauchen die beiden jetzt auch mal ;-) Hat es euch gefallen? Ich bin mir nicht ganz sicher über dieses Kapitel, deshalb würde mich eure Meinung sehr interessieren.

DANKE an meine liebsten Reviewer: natsucat, juliet, andrea06, Tuniwell, dramine, Ginnyfan, morningbreak, crazylolly14, sweetlittleGinny, Claire Black, LunaNigra, Jeni, blub, Gracia, Moanah und kittyke!! knuddel