-Prongs Rides Again-

-Kapitel acht: Lily-

„Lily", begann James, seine Stimme weich und liebevoll, „sie war eine wundervolle Person, so freundlich und großherzig. Sie war immer da, um den Unglücklichen zu helfen, sie konnte eine Lösung für schwierige Probleme finden. Als ich ein Kind war, habe ich davon geträumt die perfekte Frau zu treffen um sie zu heiraten. Sie war wunderschön und erfolgreich in allem was sie tat. Meine Eltern haben mich ausgelacht, wenn ich ihnen erzählt habe, dass ich so jemanden heiraten würde. Sie sagten mir, dass so eine Person nicht existiert. Keiner ist perfekt für eine andere Person, es gibt immer Probleme die einen trennen, aber sie lagen falsch."

„Ich traf Lily bei der Häuserverteilung 1971. Sie hat nicht mit mir gesprochen, aber ich konnte meine Augen nicht von ihr lassen, als sie aufgerufen wurde um eingeteilt zu werden. Sie war so lieb… nein… sie war wunderschön… das schönste Mädchen dass ich je gesehen hatte. Viel wichtiger sie war eine Gryffindor, so wie ich dazu bestimmt war, einer zu sein. Ich machte die dumme Annahme, dass wir Freunde sein könnten."

„Sie mochte mich nicht, ich wusste nicht warum. Aber, Gott, deine Mutter war einfach wundervoll. Ihr rotes Haar… ihre strahlenden grünen Augen… alles an ihr war wunderbar. Ich habe sie geliebt… tue ich immer noch."

„Im dritten Jahr fragte ich Lily ob sie mit mir nach Hogsmeade geht. Sie wies mich ab, weil ich sagte, dass sie mit mir kommen würde, anstatt sie zu fragen. Ich war verwirrt und verletzt, verstand nicht warum sie ‚nein' gesagt hatte und mich ein ‚arrogantes Schwein' nannte. Jedes Mal fragte ich sie und die Antwort war ‚nein'. Ich wollte wissen, warum sie mich so hasste. War es wegen dem, was ich tat, um sie zu beeindrucken? Ich wollte ihr zeigen, dass ich gut genug für sie war."

„Sirius und ich gingen rum und verzauberten andere Schüler. Ich dachte, Lily wäre beeindruckt von meinen Fähigkeiten, meiner Treffsicherheit, aber es scheiterte jedes Mal. Sie dachte, ich bin ein unhöflicher, furchtbarer, aufmerksamkeitssuchender Junge, aber die Wahrheit war, dass ich versuchte sie so zu beeindrucken, dass sie mit mir ausgehen würde."

„Ich muss zugeben, ich hatte einen aufgeblasenen Kopf. Selbst die Jungs sagten das. Ich wollte nicht hören. Lily würde schon warm mit mir werden."

Es war so, als würde sich sein Hals zuschnüren, aber er zwang sich weiter zu machen und sah Harry an.

„Als wir im siebten Jahr waren, änderte sich alles. Lily und ich waren Schulsprecher. Wir mussten zusammenarbeiten und respektiert werden, ich konnte nicht rumlaufen und Leute verfluchen. Lily begann allmählich, mich zu mögen und nahm mich zum ersten Mal richtig wahr, nicht nur durch meine Mätzchen, sondern durch das, was ich im Inneren war. Ich fragte sie zum letzten Mal, ob sie mit mir nach Hogsmeade gehen wollte. Sie sagte 'Ja'. Ich war überglücklich. Nach sieben Jahren hatte ich endlich Lily für mich gewonnen."

„Monate vergingen und wir begannen uns zu verlieben."

„Jeden Tag, den ich mit ihr verbrachte, war eine Ewigkeit. Mein Leben war vollständig: Ich brauchte nichts weiter als eine Familie. Es gab niemanden, der perfekter für mich war als sie. Ich liebte sie. Tu ich immer noch. Sie war eine wundervolle Schülersprecherin – das Beste war als sie Snape angeschrien hatte, weil er Sirius und mich am Abschlusstag verflucht hat.", lachte James und erinnerte sich an Lily's feuerotes, wütendes Gesicht, als sie Severus Snape anschrie, weil er es gewagt hatte ihren James anzugreifen. „Jetzt wo ich daran denke, sie hat sich nur für mich eingesetzt: nicht für Sirius. Ich glaube Snape hat für Lily geschwärmt, obwohl er Muggelgeborene gehasst hat. Sie war einfach so einzigartig, dass es selbst den schlimmsten Slytherins schwerfiel, Lily zu beleidigen."

„Sechs Jahre lang haben Sirius und ich Snape beleidigt: Er war eifersüchtig auf mich und hasste es, dass Lily mich liebte. Ich vermute, er griff mich aus Rache für all die Demütigungen an, die ich ihm zugefügt habe. Wenn ich zurück schaue, schäme ich mich. Ich habe sechs Jahre damit verbracht deine Mutter mit meinen magischen Fähigkeiten zu beeindrucken, dabei hätte ich nur ich selbst sein müssen. Ich habe es nie verstanden, bis wir beide im siebten Jahr zusammenarbeiteten und mehr über den anderen erfuhren, als ich es je für möglich gehalten hätte. Lily brachte mich dazu, mich als Person zu überdenken. Sie zeigte mir, dass mein Verhalten von den letzten sechs Jahren armselig und kindisch waren. In gewisser Weise hat sie es mir ermöglicht, ein Mann zu werden."

„Unser erster Kuss war kurz vor dem Abschluss. Ich wollte sie nicht zu irgendetwas drängen, was sie nicht wollte und ich glaube, deshalb hat unsere Beziehung funktioniert. Ich war vorsichtig in ihrer Nähe. Ich habe dafür gesorgt, dass wir uns später im Leben als Paar weiterentwickeln konnten. Wir liebten uns lange Zeit vor unserem ersten Kuss, aber keiner von uns wusste ob wir es wagen sollten. Aber wir wagten den Schritt und gemeinsam betraten wir eine völlig neue Welt."

„Unsere Liebe wuchs mit jedem Augenblick. Alles, was ich wollte, war für sie zu sorgen, ihr ein wundervolles Leben mit Liebe und Freundschaft zu schenken. Das gab ich ihr. In den wenigen Jahren in denen wir verheiratet waren, tat ich alles um es ihr leicht zu machen."

„Die Beziehung veränderte sich als wir Hogwarts verließen: ich merkte, dass das wirklich war und dass wir etwas Einzigartiges hatten. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich wusste, dass ich sie heiraten wollte, aber fragte mich ob sie dazu bereit war. Wir hatten beide eine Karriere: Lily war eine Sekretärin im Bildungswesen und ich war in der Ausbildung zum Auror. Drei Monate nach dem Abschluss 1978 machte ich deiner Mutter einen Antrag. Es war der glücklichste Tag meines Lebens ,als sie ‚Ja' sagte. Ich werde diesen Tag… oder diese Nacht nie vergessen."

„Deine Mutter war so wunderschön an unserem Hochzeitstag: ihre Haare waren in einem Dutt frisiert, in weißen Stoff eingewickelt; ihr Kleid war lang und glitzernd; und ihre Augen strahlten mit purem Glück. Die Art, wie sie ging, war, als würde man einem kleinen schwindelnden Mädchen zuschauen. Wir traten zusammen in eine neue Welt ein. Der Moment als sie meinen Namen annahm war unglaublich. Ich liebte sie mehr als alles andere."

„Die letzten Jahre zusammen vergingen und dann, Harry, kamst du, um unsere Herzen mit Liebe und Glück zu erfüllen. Lily hat dich vergöttert, tatsächlich konnte sie ihre Augen nicht von dir lassen und ich auch nicht. Sie wollte noch mehr Kinder, aber wir beschlossen zu warten, bis du zwei Jahre alt bist, bevor wir dir Geschwister schenken."

James verzog sein Gesicht, es verdunkelte sich mit Wut, Tränen glitzerten auf seinen Wangen. „Aber diese Chance wurde ihr von dem Monster genommen. Ich mag tot gewesen sein, als sie versuchte dich zu beschützen, aber ich weiß in meinem Herzen, dass sie mutig gekämpft hat und dafür ich bin dankbar."

„Du bist die Erinnerung daran, warum ich hier bin. Lily war eine wundervolle, bezaubernde Person. Sie hat ihr Schicksal nicht verdient, aber es ist passiert und das Schlimmste daran ist, dass ich sie nie wieder küssen, umarmen oder auch nur ihre Stimme hören kann. Seit ich elf Jahre alt bin, ist Lily aud die eine oder andere Weise ein Teil meines Lebens gewesen. Wie kann ich ohne sie leben? Aber es gibt eine einfache Antwort auf diese Frage."

James drehte sich zu Harry und hatte ein kleines Lächeln im Gesicht. „Du, Harry. Solange du lebst, habe ich einen Grund, an dem ich mich festhalten kann. Egal, wie sehr ich Lily vermisse, sie würde wollen, dass ich dir das beste Leben gebe, dass man sich vorstellen kann. Diese Chance wurde mir geben, aber ich wünschte Lily könnte hier sein und mein Glück teilen."

Tränen sammelten sich in seinen Augen. „Ich vermisse sie so sehr. Ich würde alles tun, knur um sie in diesem Raum stehen zu sehen, wie sie uns beobachtet. Ich liebe sie… Wie kann ich ohne sie leben?"


„Du musst nicht ohne Mum leben, Dad.", erklärte Harry, beugte sich vor und legte seinen Kopf auf die Schulter seines Vaters. „Erinnere dich weiter an Mum, so wie sie es wollen würde."

James lächelte traurig. Tränen fallen auf seine Wangen. Er war froh, dass er Harry von seiner Mutter erzählt hatte. Die Last schien weniger schwe rzu sein als zuvor. „Ich weiß. Und ich werde mich an Lily erinnern. Nichts wird mich sie je vergessen lassen, außer der Tod selbst."

Und dann brach James' Beherrschung zusammen und seine Kraft, die die Tränen zurückgehalten hatte, brach zusammen und er lehnte sich an Harry, um ihn zu stützen, während er weinte.

Harry umarmte seinen Vater traurig, aber er wusste er konnte jetzt nicht mit weinen. James brauchte jetzt seine Stärke. Sein Vater brauchte das. Es war der einzige Weg ihm zu helfen. Er legte seine Hände auf die Schultern seines Vaters und rieb sie sanft, um die Anspannung zu lösen.

„Ich werde dich nie verlassen, Dad, das verspreche ich dir.", sagte Harry.

Durch seine Tränen flüsterte James: „Weiß ich, Harry, weiß ich doch."

TBC