-Prongs Rides Again-
-Kapitel Neun: Apparation Test-
Die Tage vergingen und die Anhörung rückte allmählich näher. Am Vorabend der Anhörung machte sich Harry große Sorgen, dass er nicht in die Schule zurückkehren könnte, die er so liebte. James bestand darauf, dass er alles gut macht und dass sie nichts gegen ihn in der Hand haben, obwohl Sirius behauptete, dass Fudge das nur tat, um ein nervtötender Minister zu sein. James konnte verstehen, warum Sirius den Mann hasste: Schließlich weigerte er sich, ihn anzuhören und wollte nicht mal in Erwägung ziehen, dass Sirius Blakc vielleicht sogar unschuldig sein könnte.
Niemand, so schien es, wollte mehr die Wahrheit wissen.
In der Nacht vor der Anhörung saß James bei seinem Sohn und versuchte, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, aber Harry weigerte sich, da seine Gedanken gerichtet waren, die Anhörung zu überleben. Selbst Ron und Hermione konnten nichts tun, um Harry aufzumuntern. Als Harry zu Bett gegangen war, war das ganze Haus in schlechter Stimmung. Selbst James hatte keine Lust, mit jemandem zu sprechen.
In den frühen Morgenstunden stand James auf und ging runter in die Küche. Es war kurz nach halb sechs und er fand die Küche schon voll mit den üblichen Bewohnern vor: Sirius, Remus, Tonks und die beiden erwachsenen Wealseys. Er war überrascht, Harry am Tisch zu sehen, wie er wie betäubt ein Stück Toast aß. James erlaubte sich ein kleines Lächeln, bevor er Arthur zunickte und auf den Flur zeigte. Der andere Zauberer nickte, er hatte James' Absicht verstanden.
Als Arthur außerhalb der Küche und weg von den neugierigen Ohren war, drehte er sich zu James um, unsicher, was er von ihm zu erwarten hatte. Schließlich hatte er immer noch Ehrfurcht vor James.
James zögerte, das Gespräch zu beginnen. Wie konnte er mit Arthur sprechen ohne ihn einzuschüchtern. Schließlicht, als er James' Unbehagen spürte, stellte Arthur die Frage: „Bist du wegen Harry wach?"
James nickte. „Ja, ich habe mir gedacht, dass er etwas väterlichen Beistand brauchen könnte… also habe ich mir überlegt, ob ich mitkommen kann? Ich weiß, dass Dumbledore dich gebeten hat, ihn zum Ministerium zu begleiten, aber er ist mein Sohn und ich muss meine Pflicht erfüllen."
„Ich verstehe", sagte Arthur. „Du darfst nicht an der Anhörung teilnehmen. Ich werde draußen mit dir warten und dir Gesellschaft leisten."
James lächelte. „Danke. Harry braucht jede Unterstützung, die er kriegen kann, besonders wenn das Ministerium hart gegen ihn vorgehen sollte. Ich weiß, das Fudge versuchen wird, ihn von der Schule zu verweisen. Ich verstehe nur nicht, warum sie die Wahrheit nicht sehen können…"
„Weil Fudge ein Schwachkopf ist.", ergänzte Arthur."Ich bin nicht der Typ Mensch, der andere verurteilt, aber ich weiß, dass wir einen neuen Minister brauchen. Jemanden, der bereit ist, auf Dumbeldores Forderungen zuhören und das wird nicht geschehen solange Fudge im Amt bleibt."
James zog eine Grimasse. „Dann müssen wir eben warten, bis Voldemort sich zu erkennen gibt."
Arthur zuckte zusammen und antwortete: „Wenn er das tut."
„Das wird er nur, wenn Harry verwundbar ist und das werde ich nicht zulassen.", schwor James.
„Harry? Bist du bereit?", fragte James, als er in die Küche zurück kam.
Harry zuckte mit den Schultern. „So bereit, wie ich je sein werde", seufzte er.
„Wie kommen wir hin?", frage James. „Flohnetzwerk?"
Arthur schüttelte den Kopf. „Nein. Wir gehen zu Fuß und benutzen den Besuchereingang. Wenn wir ohne Magie ankommen, machen wir einen guten Eindruck… hoffentlich.", fügte er noch hinzu.
Arthur schaute auf seinen Uhr. „Fast halb sieben. Wir können genauso gut jetzt gehen und in meinem Büro warten. Es wird für Dumbledore einfacher sein, uns dort zu kontaktieren, falls wir gebraucht werden."
„Dumbledore?" Harry sah scharf auf, seine grünen Augen verengten sich misstrauisch. James wusste, dass Dumbledore kein einziges Wort zu Harry gesagt hatte und sein Sohn war sehr verärgert darüber. Harry hatte es verdient, Dinge über den Orden zu erfahren, vor allem, wenn dies bedeutet, dass er endlich versteht, warum Voldemort hinter ihm her ist. James war verärgert darüber, dass der Schulleiter sich weigerte, Harry von der Prophezeiung zu erzählen. Er dachte offensichtlich, Harry sei noch ein Kind, aber das war er eben nicht, besonders nach dem, was er im Juni erlebt hatte.
„Vergiss es", sagte Arthur.
Harry blickte seinen Vater an, aber James schüttelte den Kopf. Harry runzelte die Stirn. Er hasste es, Dinge nicht zu wissen.
Molly Weasley umarmte ihren Mann zum Abschied, wünschte Harry viel Glück und nickte in James' Richtung. Sirius kam kopfschüttelnd. „Wir sehen uns später, Krone. Wenn ich mitkommen könnte, würde ich es tun aber leider muss ich zu meiner eigenen Sicherheit hier bleiben."
„Sehe ich auch so", sagte James. „Es besteht die Gefahr, dass du entdeckt wirst, selbst wenn du in deiner Animagus-Form wärst. Ich möchte dich nicht an die Dementoren verlieren. Fudge wird nicht einmal damit einverstanden sein, dich anzuhören. Wenn du erwischt wirst, wird ihn nichts davon abhalten, den Dementor-Kuss sofort zu befehlen."
„Ich sitzte hier schon so lange fest."
„Ich weiß", lächelte James traurig. „vielleicht, wenn wir Peter fangen…"
„Ich bezweifle, dass wir das schaffen.", unterbrach Sirius ihn.
James schlug sich an die Stirn. „Vielleicht doch. Sag niemals nie."
„James, kommst du?", rief Arthur.
„Klar", James drehte sich zu Sirius zurück. „Versprich mir nur, dass du uns nicht folgst."
„Ich habe Dumbledore schon gesagt, dass ich hierbleibe."
„Danke. Wir kommen später wieder, um zu feiern.", sagte James.
Sirius verdrehte die Augen. Woher wusste James, dass Harry freikommen würde? Er könnte von der Schule verwiesen werden. Aber er sagte nichts, um ihn nicht zu beleidigen. Er sah James beim Gehen zu. Er war nicht mehr derselbe Mensch wie früher. Er war nicht mehr zu Scherzen aufgelegt, wenn es gefährlich wird, aber wahrscheinlich wollte James nicht seine einzige Familie verlieren, die er noch hatte.
Sirius setzte sich und wartete auf ihre Rückkehr.
„Wo sind wir?", fragte James und schaute sich um.
„Hier lang", sagte Arthur und führte die beiden Potters durch die Masse der Muggel. Er runzelte die Stirn, als er überlegte in welche Richtung er gehen sollte. Er drehte sich um, um James anzusehen und lächelte verlegen. „Tut mir leid, normalerweise appariere ich, um zur Arbeit zu kommen, aber den Besuchereingang des Ministeriums zu finden, ist viel schwieriger, als ich dachte."
Er begann, sie durch die Straßen Loindons zu führen, wobei er sicherheitshalber eine Hand an seinem Zauberstab in der Tasche behielt und scharf nach jemandem Ausschau hielt, der Harry oder James schaden wollte. Sie erreichten eine Straße mit mehreren schäbig aussehenden Büros, einem Pub und einem überquellenden Müllcontainer.
„Es ist die rote Telefonzelle, nicht wahr?", bemerkte James.
Arthur nickte. „Ja. ein paar Muggel haben versucht, sie zu benutzen, aber es geht nicht."
Harry sah verblüfft aus. „Der Eingang zum Zaubereiministerium ist in einer alten Telefonzelle?"
„Klingt seltsam, ich weiß", erwiderte Arthur, „aber es hält die Muggel davon ab, ständig über uns zu stolpern. Außerdem ist dies eine abgelegene Straße."
„Du musst noch viel lernen, Harry.", sagte James.
Arthur öffnete die Tür zur Telefonzelle und schob sie zur Seite, damit Harry und James durchkommen konnten. Arthur quetschte sich hinein. „James, kansst du die Zahlen sechs, zwei, vier, vier und zwei wählen?"
James zog eine Grimasse, als er sich mühsam umdrehte. Schließlich griff er nach dem Hörer und drückte die Tasten. Es vergingen einige Augenblicke, dann ertönte eine weibliche Stimme, die sie im Ministerium begrüßte und sie nach ihrem Namen und ihrem Anliegen fragte.
„Arthur Weasley, Büro gegen den Missbrauch von Muggelartefakten, ich bin hier, um Harry Potter zu einer Disziplinaranhörung zu begleiten.", sagte er.
„James Potter, um Harry Potter zu begleiten."
Zwei Plaketten rollten aus der Metallrutsche, in der Münzen erscheinen sollten. Auf ihnen standen die Worte:
Harry Potter
Disziplinarische Anhörung
und
James Potter
Begleitung
Sie steckten sie vorne an ihre Roben und mit einem plötzlichen Ruck rutschte die Telefonzelle weiter in den Boden. James bemerkte Harrys ängstlichen Blick und unterdrückte ein Lachen. Offensichtlich war sein Sohn noch nie im Ministerium gewesen. Es kam ihm wie eine Minute vor, aber James wusste, dass es nur ein paar Sekunden waren, als der Aufzug anhielt und sich öffnete. Arthur stieg als Erster aus, gefolgt von Harry und dann James.
Harry schnappte nach Luft. Überall um ihn herum drängten sich Hexen und Zauberer um die Feuerstellen und warteten darauf, abzureisen, während andere ankamen. Als die Gruppe die lange Halle entlang und auf den BRUNNEN DER MAGISCHEN GESCHWISTER zu ging, blieben die Leute stehen und starrten.
James stöhnte innerlich auf, als er merkte, dass sie über ihn sprachen. Er bekam nur ein paar Worte mit, aber das reichte aus, um seine Wut zum Überkochen zu bringen.
„Glaubst du wirklich..?"
„… Todesser in Verkleidung…"
„Man sollte ihm nicht trauen…"
„Sagt, Black ist unschuldig…"
„… kann das nicht glauben. Einmal ein Mörder, immer ein Mörder."
Als James die beiden traditionell bekleideten Zauberer erblickte, die ihn beobachteten, wirbelte er herum und überraschte sie mit einem gefährlichen Aufblitzen seiner Haselnussbraunen Augen. Er öffnete den Mund, um zu antworten, aber Arthur hielt ihn auf."
„Lass es."
James funkelte sie an, setzte aber seinen Weg fort. Sie würden es bereuen, nicht auf ihn oder Sirius gehört zu haben, dafür würde er sorgen.
„Ihr müsst eure Zauberstäbe vom Sicherheitsdienst überprüfen lassen, bevor wir weiter ins Ministerium gehen können.", teilte Arthur mit, während er sie zu einem Schreibtisch führte, hinter dem ein schlecht rasierter Zauberer saß.
„Ich begleite zwei Besucher."
Der Zauberer blickte auf. „Zauberstäbe."
Harry und James reichten dem Zauberer ihre Zauberstäbe und er legte sie auf eine Waage. Als die Informationen vorlagen, las er sie vor und schaute die beiden Potters zur Bestätigung an.
„Elf Zoll, Kern aus Phönixfedern, seit vier Jahren in Gebrauch. Ist das korrekt?"
Harry nickte und nahm seinen Zauberstab zurück.
„Buchenholz und Drachenherzfaser, elfeinhalb Zoll. Flexibel. Seit sieben Tagen in Gebrauch."
„Das stimmt.", antwortete James. Er nahm seinen Zauberstab zurück und steckte ihn ein.
Sie setzten ihreren Weg durch das Ministerium fort, bis sie zu den Aufzügen kamen, mit denen sie in die zweite Ebene hinunterfuhren: Abteilung für magische Strafverfolgung, Aurorenzentrale und Zaubergamot-Verwaltungsdienst. Als sie durch das Büro huschten, bemerkte James, dass die Aurorenzentrale mit alten Bildern und Fotos von Sirius gefüllt war.
Kingsley Shaklebolt kam auf sie zu. Er schenkte James ein kleines Lächeln und drückte ihm eine Zeitschrift in die Hand. „Gib ihm die Zeitschrift, er könnte sie interessant finden."
James runzelte die Stirn. Was hatte es damit auf sich? Seine haselnussbraunen Augen überflogen die Titelseite und weiteten sich, als sie einen der Artikel darin entdeckten
SIRIUS BLACK: SCHULDIG oder OPFER
Fansziniert blätterte James zu den beworbenen Seiten und begann zu lesen, wobei sich ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete, als er den lächerlichen Artikel las.
SIRIUS – SO SCHWARZ WIE ER GEMALT WURDE?
(A/N: im Original: „SIRIUS – BLACK AS HE'S PAINTED?" - Wortspiel im Englischen steht Black für die Farbe Schwarz außerdem spielt es auch vielleicht auf das Lied „Paint It, Black" (zu Deutsch: Mal Es Schwarz) von den Rolling Stones an.)
Berüchtigter Massenmörder oder unschuldige Gesangssensation?
Seit vierzehn Jahren gilt Sirius Black als schuldig am Massenmord an zwölf unschuldigen Muggeln und einem Zauberer. Blacks kühne Glucht aus Askaban vor zwei Jahren hat zu der großten Fahndung geführt, die das Zaubereiministerium je durchgeführt hat. Nieman von uns hat je in Frage gestellt, dass er es verdient , wieder eingefangen und den Dementoren übergeben zu werden.
ABER TUT ER DAS AUCH?
Kürzlich sind verblüffende neue Beweise dafür aufgetaucht, dass Sirius Black die Verbrechen, für die er nach Askaban geschickt wurde, möglicherweise gar nicht begangen hat. Laut Doris Purkiss, wohnhaft in Acanthia Way 18, Little Norton, könnte Black sogar bei den Morden nicht anwesend gewesen sein.
„Was die Leute nicht wissen, ist, dass Sirius Black ein falscher Name ist.", sagt Frau Purkiss. „Der Mann, den die Leute für Sirius Black halten, ist in Wirklichkeit Stubby Boardman, der Leadsänger der beliebten Gesangsgruppe The Hobgoblins, der sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat, nachdem er vor fast fünfzehn Jahren bei einem Konzert in Little Norton Church Hall von einer Rübe am Ohr getroffen wurde. Ich habe ihn sofort erkannt, als ich sein Bild in der Zeitung sah. Nun, Stubby kann diese Verbrechen unmöglich begangen haben, denn an dem fraglichen Tag genoss er zufällig ein romantisches Abendessen bei Kerzenschein mit mir. Ich habe dem Zaubereiminister geschrieben und erwarte, dass er Stubby, alias Sirius, in den nächsten Tagen vollständig begnadigt."
Kichernd machte James die Zeitschrift zu. Warum druckt der Klitterer so etwas?
„Was hast du da, Dad?", fragte Harry.
„Etwas für Tatze.", antwortete James und senkte die Stimme. „Und du kannst es nicht sehen, jedenfalls noch nicht."
Arthur führte sie in ein überfülltes Büro, in dem zwei Stühle warteten. James überließ Harry den Stuhl, während Arthur sich an seinen Schreibtisch setzte.
James schaute auf seine Uhr. „Ich gehe eben hoch zum Appariertestzentrum."
„Warum?", fragte Harry.
„Ich muss meine Genehmigung erneuern. Ich werde sehen, ob ich den Test machen kann. Ich werde zurück sein, bevor du zu deiner Anhörung musst."
Harry nickte. „Viel Glück, Dad."
„Danke."
James machte sich auf den Weg. Er ging zum Aufzug und wartete, während sein Ziel immer näher rückte. Er war in der zweiten Ebene, aber musste in die sechste Ebene. Während er wartete, betrat eine stämmige Hexe mit lockigem, braunem Haar und strahlend blauen Augen den Aufzug. Ihre Augen weiteten sich, als sie James erkannte.
„James Potter! Ich habe dich seit Jahren nicht mehr gesehen!" Sie umarmte ihn und erschreckte James damit so sehr, das ihm die Luft wegblieb.
Er grinste verlegen. „Hey, Danielle."
„Du erinnerst dich!", quiekte sie und schlug die Hände über den Mund.
Danielle Marson war eine der vielen Hexen gewesen, mit denen Sirius im sechsten Jahr in Hogwarts ausgegangen war. Sie war im selben Alter und eine von Lilys Freundinnen gewesen. Danielle war ein Halbblut, ihr Vater ein Muggel, ihre Mutter aber eine Reinblüterin, auch wenn James sich nicht erinnern konnte, aus welcher Familie.
„Was machst du jetzt?", fragte James und trat von einem Bein aufs andere.
„Ich arbeite für die Flohnetzwerkaufsicht. Ich helfe, die Kamine nach Verbrechern und anderen Leuten zu durchsuchen.", sagte sie.
„Oh.", meinte James. „ich würde ja wieder als Auror arbeiten, aber der Minister will das nicht. Ich glaube nicht, dass er wirklich glaubt, dass ich wieder lebe."
Danielle verzog das Gesicht. „Meine Mutter denkt das Gleiche. Sie sagt, du bist ein verkleideter Todesser. Wir glauben zwar, was Dumbledore sagt, aber da wir Leute im Ministerium und in der Nähe von Fudge brauchen, bleibe ich seinen Idealen ‚treu'."
„Das werde ich nicht. Ich werde einfach alles tun, was ich kann, um meinen Sohn zu schützen. Harry hat ein ruhiges Leben verdient.. besonders nach allem, was er durchgemacht hat."
Danielle wandte sich ab, ihr Gesicht lief knallrot an. Sie war in James verknallt gewesen, bevor Sirius sie um ein Date gebeten hatte. Sie war ihm noch nie so nahe gestanden und sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie standen in völliger Stille da. Die Fahrstuhltüren öffneten sich zur sechsten Ebene: Abteilung für Magisches Transportwesen, zu der auch die Flohnetzwerkaufsicht, das Besenregulations-Kontrollamt, das Portschlüssel-Büro und das Appariertestzentrum gehören. James und Danielle stiegen gemeinsam aus.
„Ich muss hier lang.", entschuldigte sich Danielle und duetete nach rechts.
„Bis dann.", antwortete James und machte sich auf den Weg nach links, wo sich das Appariertestzentrum befand. Als sie weg war, legte James einen Zahn zu. Danielle, Lilys älteste Freundin, hatte Erinnerungen geweckt und das schmerzte James. Er war froh, sie los zu sein. Er würde vorsichtig sein müssen, wem er begegnete.
Eine unbekannte Hexe saß am Schreibtisch des Apparierzentrums. Ihre Augen hatten die Farbe einer dunklen Nacht; und ihr weißes Haar lag in Strähnen um ihren Kopf gewickelt. Sie sah auf, als James sich ihr näherte und ihre Augen verengten sich als sie seine schlanke Gestalt musterte.
„James Potter, nehme ich an?", fragte sie.
„Ja."
„Sie sind wegen Ihrer Apparierprüfung hier?"
„Ja genau. Ich weiß auch noch, was ich tun muss, um zu bestehen, also habe ich gehofft, dass ich den Test machen und gehen kann."
„Das ist normalerweise nicht unsere Art und Weise. Aber wegen der Umstände, in denen Sie sich befinden und weil ich eine dringende Nachricht von Albus Dumbledore erhalten habe, werde ich eine Ausnahme machen.", sagte die Hexe.
„Ich danke Ihnen." James dachte sich, dass Höflichkeit seine Chance erhöhen könnte, die Prüfung zu bestehen, obwohl er das stark bezweifelte. Außerdem war er ein geübter Zauberer und sollte es mit Leichtigkeit schaffen.
Die Hexe stand auf und führte ihn in den Prüfungsbereich, die kleine Halle, in der james von einem Ort zum Anderen apparieren musste, um zu testen, wie effizient er das tun konnte.
„Stell dich bitte in den roten Kreis", wies sie ihn an. „und jetzt möchte ich, dass du von diesem roten Kreis in den weißen Kreis daneben apparierst."
James nickte und rieb seine Hände aneinander, um seine Gedanken zu ordnen. Er stellte sich den roten Kreis vor und dann wie er selbst verschwindet und im weißen Kreis wieder auftaucht. Fast augenblicklich spürte wie sich eien Kraft um ihn legte. Er hörte ein Ploppen und schaute auf seine Füße runter. Er stand im weißen Kreis. Ein triumphierender Glanz trat in seine Augen. Er wusste wieder, wie es geht!
„Gut gemacht, Mr. Potter. Jetzt gebe ich Ihnen eine Liste mit Gegenständen, die Sie für mich in den verschiedenen Städten Großbritanniens sammeln müssen. Es handelt sich um verlassenen Zaubererläden. Sie erhalten Ihre Lizenz, wenn Sie zwanzig der fünfundzwanzig Gegenstände erfolgreich zurückbringen. Wenn Sie Hilfe oder Unterstützung brauchen, werde ich es wissen. Wir haben in den Läden Muggelkameras installiert, die Ihre Bewegungen beobachten und wenn etwas schief geht, werden wir da sein, um Ihnen zu helfen. Haben Sie das verstanden?"
„Klar.", antwortete James und nahm den Zettel von der Hexe entgegen.
Er atmete tief durch und fuhr mit dem Test fort.
Name: James Christopher Potter
Geburtsdatum: 24/04/60
Prüfung: Aparieren
Prüfer: Claire Wardens
Datum: 12/08/95
Er hielt seine Apperierkarte in der Hand und grinste breit. Er hatte die Prüfung mit Bestnoten bestanden und war nun berechtigt, zu apparieren. Er schaute auf seine Uhr. 8:30. Er hatte noch dreißig Minuten bis zu Harrys Diziplinaranhörung.
„James Potter?"
Erschrocken blickte er auf einen gebeugten, schüchtern aussehenden Zauberer mit wallendem weißen Haar. Er schien außer Atem zu sein, als er James ansah.
„Ja?"
„Ich bin gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass die Disziplinaranhörung auf 8:00 Uhr verlegt wurde. Ihr Sohn ist jetzt bei der Anhörung. Arthur wird draußen auf ihn warten. Sie findet im Gerichtssaal zehn statt."
„Sie haben die Zeit verschoben!", sagte James. „Wie konnten sie das tun?"
Der andere Zauberer zuckte mit den Schultern und ging, während James allein zurück blieb. Wie konnten sie das tun? Und ich war nicht einmal da, um ihm Glück zu wünschen.
Er begann zu sprinten, schlängelte sich durch die Massen, Schaulustige warfen einen Blick in seine Richtung. Der Aufzug brachte ihn zurück ins Atrium und fuhr dann wieder hinunter in die Mysteriumsabteilung. Die Wände ringsherum waren kahl und farblos, außerdem gab es keine Fenster, was dem Korridor einen etwas düsteren und unheimlichen Flair verlieh. James lief den Korridor hinunter, bog nach links ab, stürzte die Stufen hinunter und gelangte in einen weiteren Korridor, an dessen Ende Mr. Weasley stand, die Hände in den Taschen und äußerst nervös, auf und abgehend.
James rückte seinen Umhang zurecht und ging auf ihn zu, wobei er sich mit der Hand durch sein unordentliches Haar fuhr. „Tut mir leid, dass ich zu spät bin."
„Macht nichts. Dumbledore ist drin. Ich hoffe…" Arthur brach ab.
„Lass uns einfach warten." James lehnte sich gegen die Wand und wartete. Alle paar Sekunden schaute er auf seine Uhr und wurde immer frustrierter, dass sich die Zeit kaum änderte. Warum dauerte das so lange? „Ich hoffe, es geht ihm gut."
„Bestimmt. Dumbledore verteidigt ihn. Er hat die alte Mrs. Figg als Zeugin mitgenommen."
„Sie können ihn sicher nicht verurteilen, vor allem nicht, wenn es zu seiner Verteidigung war."
Arthur nickte. „Das stimmt, aber Fudge ist entschlossen, es anders zu sehen."
James schüttelte den Kopf. „Zu meiner Zeit durften wir außerhalb der Schule zaubern. Ich meine, in einem Zaubererhaushalt ist es ganz normal, dass ein Kind zaubert, aber in einem Muggelhaushalt ist das nicht der Fall. Harry hat einen Patronus vor jemanden gemacht, der über Magie bereits Bescheid wusste. Was ist falsch daran?"
„Keine Ahnung."
James seufzte. Das Rechtssystem war so ungerecht. Besonders gegenüber Harry und Sirius. Was hatte die Gesellschaft nur gegen sie? die Antwort auf diese Frage blieb ihm erspart als die Türen aufgerissen wurden und Albus Dumbledore heraus stürmte. Er fegte an den beiden Zauberern vorbei ignorierte sie völlig.
„Professor?", begann James, wurde aber unterbrochen, als sich die Tür wieder öffnete und Harry mit einem verwirrten, aber erleichterten Gesicht hindurch trat.
„Freigesprochen", erklärte Harry. „von allen Anschuldigungen."
„Ausgezeichtnet!" Arthur strahlte und wollte Harry gerade umarmen, als James vortrat und seine Arme um ihn schlang.
„Ich wusste, dass sie dich nicht verurteilen können, Kleiner.", sagte James und freute sich, dass sein Sohn Hogwarts noch genießen konnte.
„Danke Dad."
Die Türen zum Gericht öffneten sich erneut und die versammelten Hexen und Zauberer traten heraus, murmelten untereinander, einige warfen Harry böse Blicke zu, aber die meisten verzogen keine Miene.
„Du wurdest vor das komplette Gericht gestellt?", fragte Arthur ungläubig.
Harry zuckte mit den Achseln. „Scheinbar."
James schüttelte den Kopf. „Ich kann es nicht glauben. Sie sollten dich nicht vor dem gesamt Zaubergamot richten! Schon gar nicht für das kleine Vergehen!"
„Kommt, ich bringe euch beide zurück. Ich bin mir sicher, die anderen wollten von dem Urteil erfahren."
James legte den Arm um Harrys Schultern und begleitete seinen Sohn aus dem Ministerium und zurück zum Grimmauldplatz.
TBC
Danke dass ihr noch hier seit, oder dazugestoßen seid.
