24. Ein Leben für das Andere

Hermine wusste im ersten Moment nicht, ob sie jetzt weinen oder lachen sollte. Diese Neuigkeit war völlig albern und erschreckend zugleich. Einige Sekunden lang blickte sie ihr älteres Ich an und plötzlich schlug die Erkenntnis über der jungen Frau ein.

Ihre Augen trugen plötzlich einen geschockten Ausdruck, ihre Gesichtsfarbe wurde noch eine Nuance blasser. „Du hast mir diese Worte und Träume geschickt. Du hast mich das fühlen lassen, was ich gar nicht fühlen wollte."

Die Ältere blickte Hermine ruhig an. Doch in ihren Augen funkelte es traurig. „Ich hatte gehofft, dich irgendwie drauf vorbereiten zu können."

„Vorbereiten? Auf was denn?!" fragte Hermine aufgebracht nach.

„Auf das hier." Antwortete die Ältere in einem geflüsterten Ton.

„Auf das, was wir in den letzten Stunden alles erfahren haben, kann man niemanden vorbereiten!" Meinte Hermine mit einem aufgebrachten Funkeln in den braunen Augen. „Weißt du eigentlich, dass du mir in den letzten Wochen das Leben zur Hölle gemacht hast?"

„Nicht nur Ihnen." Schnarrte Snape seine Schülerin von der Seite an. Sie sollte ja nicht vergessen, dass sie ihn mehrmals in ziemlich peinliche Situationen gebracht hatte.

Hermine verdrehte daraufhin nur die Augen. Auf die Kommentare ihres Lehrers konnte sie nun wirklich getrost verzichten.

„Es war nicht meine Absicht gewesen, euch in Schwierigkeiten zu bringen oder euch Angst einzujagen." Entschuldigte sich die ältere Hermine mit einem erweichenden Blick in den großen Augen.

„Schön." Mischte sich nun Snape wieder ein. „Vergessen wir das einfach mal für einen Moment und kommen zu der Frage, warum wir eigentlich hier sind!" Sein Blick hätte töten können und ehrlich gesagt, war er auch kurz davor zu explodieren. Es fehlte nur noch ein winziger Funke und dann würde er in die Luft gehen. Und er hoffte sowohl für sich als ach für die beiden Frauen, dass der Funke wegbleiben würde.

„Ihr seid hier, weil ihr unsere letzte Hoffnung seid." Erwiderte die Regentin mit einem hoffnungsvollen Ton in der zarten Stimme.

Snape blickte sein Gegenüber leicht verwirrt an. „Moment. Das hatten wir doch schon mit der letzten Hoffnung." erwiderte er etwas genervt. „Ich dachte in der Zukunft bin ich so ein Wunderknabe, dass ich es sogar mit dem dunklen Lord aufnehmen kann." Ätzte er die Ältere an. „Warum zur Hölle lebt der dunkle Lord dann noch?!"

Die ältere Hermine war mittlerweile in sich zusammengesunken. Nichts war mehr von ihrem stattlichen und erhabenen Bild übrig. Doch Snape berührte das herzlich wenig. Er wollte endlich die ganze Wahrheit erfahren. Und zwar jetzt!

„Würdest du endlich so freundlich sein und uns aufklären?" fragte er in einem gefährlich zischenden Tonfall.

Mit glänzenden Augen blickte die Ältere ihn an. Doch sie blieb stumm. Stattdessen erhob sich die Frau und schritt nachdenklich wirkend zum Kamin. Dort verharrte sie, mehrere Sekunden lang.

Hermine beobachtete ihr künftiges Ich mit Sorgen in den Augen. Sie kannte sich gut genug, um zu wissen, dass ihr älteres Pendant litt. Und das sehr.

Snape hingegen verlor langsam die Beherrschung. Wollte diese Frau endlich mal reden? Das tat sie doch sonst auch immer!

„Schließt eure Augen." meinte sie schließlich mit leiser Stimme.

Snape rollte nur theatralisch mit seinen Augen. Er hatte ja mal so gar keine Lust auf noch so einen Ausflug. Aber gut, wenn er nur so eine Antwort bekam. Er tat wie ihm geheißen und schloss seine Lider.

Hermine tat es ihm gleich und was sie und Snape in den nächsten Minuten zu sehen bekamen, ging beiden durch Mark und Bein. Besonders Hermine hatte große Mühe, nicht die Fassung zu verlieren. Sie sah die Bilder, die sie vor ein paar Wochen bereits schon einmal gesehen hatte – in ihrem Traum.

Sie sah ihren Lehrer sterben, in ihren Armen. Und sie sah erneut die Liebe in seinen dunklen Augen, die nur ihr galt. Und abermals hörte sie die letzten geflüsterten Worte des Tränkemeisters. „Ich liebe dich."

Beinahe ruckartig wurden Snape und Hermine aus dieser Erinnerung gerissen. Schweißgebadet und unfähig irgendetwas zu sagen, saßen sie auf dem Sofa, blickten die Ältere an, die noch immer mit dem Rücken zu ihnen vor dem Kamin stand.

Mehrere Minuten lang herrschte ein bedrückendes Schweigen. Jeder hatte mit seinen eigenen Gedanken und Gefühlen zu kämpfen. Jeder versuchte, das Gesehene und Erlebte auf seine Weise zu verarbeiten.

Auch wenn Snape nach Außen hin gefasst wirkte, so konnte er dennoch nicht leugnen, dass ihm das eben Gesehene nahe ging. Er war nie ein Mensch gewesen, der sehr an seinem Leben gehangen hatte. Und es war auch nicht die Tatsache, dass er sich hatte sterben sehen. Das, was ihn so fertig machte, war die junge Frau, die an seiner Seite gewesen war, die um IHN geweint hatte.

Vorsichtig blickte er die ältere Hermine an. Ihre Körperhaltung war kraftlos. Offensichtlich hatte sie noch immer mit seinem Tod zu kämpfen.

„Wie ist das passiert?" fragte er schließlich, um diese reißende Stille zu durchbrechen.

Langsam drehte sich die Gastgeberin wieder um. Die Tränen, die sie geweint hatte, versuchte sie erst gar nicht zu verbergen. Und allein das war etwas, wofür Snape sie in diesem Moment bewunderte.

„Bei einem Einsatz der KRÄHE wurden wir in einen Hinterhalt gelockt. Ich wurde von dem Todesfluch getroffen. Doch du wolltest mich nicht sterben lassen." Traurig blickte sie Snape an, der nicht wusste, wie er darauf reagieren sollte. Er hatte schon immer Probleme mit Frauen gehabt, die in bestimmten Momenten so emotional wurden.

„Du hast deine gesamte Lebensenergie und deine Zauberkraft, die für den Fall Voldemorts gedacht waren, auf mich übertragen. Damit hast du mir vor drei Jahren mein Leben geschenkt." Eine einzelne Träne kullerte ihr über das zarte Gesicht.

Die Stimmung in diesem Raum vermochte man nun nicht mehr beschreiben zu können. Es herrschte eine Art übereinstimmende Ruhe zwischen den Dreien, die ein Außenstehender womöglich nicht hätte nachvollziehen können.

„Dein Leben für meins." Flüsterte sie ihm entgegen und für einen kurzen Augenblick schien Snape von ihrem intensiven Blick gefangen gehalten zu werden.

„Aber wenn Professor Snape seine Kräfte auf dich übertragen hat, dann müsstest du doch jetzt Dumbledores und seine Magie in dich vereinen." Meinte Hermine mit brüchiger Stimme. Ihr ging das alles hier ziemlich nahe – viel zu nahe. Doch so wirklich umgehen, konnte sie mit der Situation auch noch nicht.

Zart lächelte die Ältere die Gryffindor an. „Ich besitze diese Kräfte tief in mir drin. Doch sie stärken mich nicht. Im Gegenteil. Seit Severus sie mir übertragen hat, verliere ich jeden Tag einen Teil davon. Irgendwann wird diese Magie vollkommen verloren sein." Erklärte sie traurig.

„Und was passiert dann?" fragte die Gryffindor vorsichtig nach.

Die Ältere atmete tief ein. „Mein Körper wird nicht mehr aufhören, Magie abzubauen. Wenn Severus´ Magie erloschen ist, verliere ich meine Energie. Und wenn ich keine Zauberkräfte mehr besitze, dann wird mein Körper mir die Lebendenergie entziehen."

Geschockt blickte Hermine ihr künftiges Ich an. „Aber… aber das bedeutet, dass…"

„Dass ich sterben werde." Beendete die Ältere mit einem traurigen Lächeln den Satz.

„Wie viel Zeit bleibt dir noch?" fragte die Gryffindor vorsichtig nach. Es war seltsam, sich selbst nach dem eigenen Tod zu fragen.

„Vielleicht anderthalb, höchstens zwei Jahre."

Abermals breitete sich ein gedrücktes Schweigen zwischen den Dreien aus, als allen klar wurde, dass mit Hermine die letzte Hoffnung für die Zauberwelt sterben würde.

„Warum schwindet bei dir die Kraft?" durchbrach Severus erneut diese Stille. Er hielt diese dröhnende Leere einfach nicht länger aus.

„Vor sieben Jahren wurde ich von einem schwarzmagischen Fluch getroffen. Du hast einen Trank für mich gebraut. Doch das Gegenmittel war nur wirksam, wenn es einen Seelenteil seines Tränkemeisters enthielt." Traurig sah sie Severus an, der im Moment einfach nur sprachlos war.

„Mit diesem Trank hatte sich deine Seele mit meiner verbunden – unwiderruflich. Deine Liebe hat sich mit meiner vereinigt, somit waren wir eins. Damit hast du mich am Leben gehalten."

Abermals stockte sie. Tränen waren ihr erneut in die Augen gestiegen. Doch schließlich sprach sie mit gefasster Stimme weiter.

„Doch als du starbst, starb auch ein Teil von mir. Und der Teil, der noch übrig ist, ist zu schwach, um die Kräfte, die du mir hinterlassen hast, zu bewältigen."

Beinahe verzweifelt blickte sie Severus an. „Du warst der beste Ehemann, den ich mir hatte wünschen können."

Ruhe. Stille. Angespanntes Schweigen.

Snape hoffte nun wirklich, sich verhört zu haben. Auch wenn er wusste, dass sein Gehör durchaus gut funktionierte, doch nun hoffte er inständig, einen Gehörschaden zu haben.

„Hast… hast du gerade Ehemann gesagt?" sprach Hermine das aus, was Snape zwickend auf der Zunge lag.

Ein leises Lächeln breitete sich auf den Zügen der Älteren aus. „Ihr habt mich schon richtig verstanden." Meinte sie beinahe vorsichtig. „Severus und ich waren beinahe neun Jahre lang verheiratet."

Das war der Moment, in dem Snape nicht mehr konnte. Das war zuviel für ihn gewesen. Erst wurde er in die Zukunft gehext, dann musste er mit der größten Nervensäge, die die Welt je gesehen hatte, auch noch gleich im Doppelpack in einem Raum ausharren, um zu erfahren, dass er seinen einzigen Freund umgebracht und mit der Granger verheiratet war!

„Ich brauche frische Luft" war das einzige, was er noch sagen konnte. Dann verließ er in einem tranceartigen Zustand den Raum.

*****

Mit leerem Blick saß Severus Snape gegen eine steinerne Wand gelehnt. Er hatte sich an einem Ort im Schloss zurückgezogen, der unbewohnt und unbenutzt war. Er wollte seine Ruhe haben und die bekam er hier auch.

Neben ihm lag die silberne Hirschkuh, ihren Kopf auf Snapes Schoß gebettet. Es tat gut, dieses Wesen so nahe neben sich zu spüren. Es vermittelte ihn ein Gefühl des Vertrauens und der Nähe.

Snape konnte noch nicht einmal genau sagen warum, aber er fühlte sich durcheinander. Seine Stimmung war ins Melancholische abgedriftet. Und eben dieser Melancholie gab sich der Tränkemeister nun hin. Er ließ die Bilder, die er in den letzten Stunden gesehen hatte, Revue passieren.

Und eins hatten diese Erinnerungen alle gemeinsam. Immer spielte Hermine eine große Rolle darin. Besonders die letzte Erinnerung, als er im Sterben lag und sie an seiner Seite war, wollte ihn nicht loslassen.

Da war so viel Liebe und Trauer in ihren braunen Augen gewesen. Doch was ihn noch mehr mitnahm, waren die Gefühle, die er ihr entgegen gebracht hatte. Er hatte es in seinen eigenen schwarzen Augen sehen können.

Sie waren nicht mehr so kalt und unnahbar gewesen, wie jetzt. Sie hatten einen herzlichen, gefühlvollen Blick getragen, der allein für die Frau bestimmt war, die er angeblich künftig lieben sollte.

Und genau darin lag sein eigentliches Problem. Snape war sich sicher, dass er nie mehr dazu in der Lage sein würde, jemanden zu lieben. Und die Granger schon mal gar nicht. Sie war weder sein Typ noch hatte sie etwas Besonderes an sich.

Wenn er hingegen an Lily dachte, dann begann sein Herz zu flattern und unzählige Schmetterlinge flogen wild in seinem Bauch umher. Sein Herz schlug nur für diese Frau und das würde auch immer so bleiben.

Wahrscheinlich hatte sein Ich aus der Zukunft nur nicht mehr alleine sein wollen und sich daher mit der Gryffindor eingelassen. Als Notlösung quasi. Doch warum gerade Hermine Granger war ihm mehr als schleierhaft.

Gedankenverloren strich er mit seiner Hand über den silbernen Kopf der Hirschkuh. Sanft schloss er seine Augen und sofort bildeten sich die grünen leuchtenden Augen vor seinem inneren Auge. Severus Snape verlor sich in diesen Augen und in dem Gefühl, eine Frau zu lieben, die schon beinahe 20 Jahre lang tot war.

*****

Erschöpft lag Hermine auf dem großen Bett. Ihr älteres Ich hatte ihr vor circa drei Stunden ihre Räume gezeigt, wo sie bleiben konnte. Es war ein wunderschönes großes Zimmer mit großen Fenstern und einem eigenen Bad.

Die Wände waren in einem chamagnerfarbigen Ton gehalten, ebenso wie die großen Gardinen. Die Möbel waren alle aus einem dunklen Holz gefertigt, auch das große Bett, wo drei Leute genug Platz drin hätten.

Es war sehr gemütlich, aber dennoch fühlte sich Hermine hier nicht wohl. Sie war viel zu aufgewühlt, zu durcheinander. Das Wissen, das sie an diesem Tag erhalten hatte, war nicht leicht zu verdauen. Wenn sie ehrlich sein sollte, dann wäre es ihr lieber gewesen, es niemals zu erfahren.

Die Aussicht, in der Zukunft mit Snape verheiratet zu sein, war nicht gerade verlockend. Warum denn auch ausgerechnet Snape? Gut, er hatte seine Qualitäten, was das Sexuelle betraf. Aber von Romantik, geschweige denn Liebe, verstand dieser Mann überhaupt nichts.

Er war grob, gemein und gefühlskalt. Und so einen sollte sie lieben?!

Ein Klopfen an der Tür riss sie aus ihren Gedanken. Verwirrt, wer sie besuchen würde, stammelte sie nur ein verwirrtes herein.

Langsam öffnete sich die Tür und herein trat sie selbst. Oder besser gesagt die Regentin des neuen Widerstandes. Es war mehr als ungewohnt für die junge Frau, sich als diese zu sehen.

„Darf ich dich stören?" fragte die Ältere mit einem beinahe flehenden Blick.

„Sicher." Erwiderte Hermine nur.

Mit einem zarten Lächeln trat die Frau an Hermine heran und setzte sich auf einen Sessel, der unweit vom Bett seinen Platz gefunden hatte.

Auch Hermine richtete sich nun auf und setzte sich an den Rand des Bettes. Etwas zurückhaltend blickte sie sich selbst an.

„Ich wollte mich bei dir entschuldigen." Ergriff die Regentin das Wort. Ernst und entschuldigend zugleich, sah sie Hermine an.

Die Gryffindor wusste im ersten Moment nicht, was sie mit dieser Entschuldigung anfangen sollte. Denn immerhin saß sie jetzt mit Snape in der Zukunft fest. Und die war noch nicht einmal erstrebenswert.

„Ich weiß, dass ich dir mit meinen Gefühlen und Worten, die ich dir gesendet habe, viel Ärger bereitet habe." Fuhr die Regentin fort. „Ich habe gehofft, dir mein Problem somit verdeutlichen zu können. Doch wahrscheinlich habe ich dabei versagt."

Hermine kam nicht umhin, ein wütendes Schnauben loszuwerden. „Versagt ist gut." Meinte sie beinahe spitz. „Du hast es geschafft, mich binnen weniger Tage zum Gespött meines Jahrgangs werden zu lassen. Du hast es geschafft, dass mein Lehrer mich für verrückt hält UND du hast es geschafft, dass Professor Snape und ich die Schulregeln gleich zweimal gebrochen haben!"

Verwundert blickte die Ältere sie an. Ihre sanften Augen spiegelten deutlich die Frage wieder, die sie als nächstes stellen würde.

„Was ist passiert?"

Hermines Blick wurde zorniger. „Als ob du dir das nicht denken kannst." Spie sie ihr beinahe entgegen. „Du hast es geschafft, uns mit deinen Gefühlen so sehr durcheinander zu bringen, dass wir uns unweigerlich näher gekommen sind!"

„Die Gefühle, die ich dir gesandt habe, hatten auch Auswirkungen auf Severus?" fragte Hermines künftiges Ich überrascht.

„Ja!" meinte Hermine nur. „Wie es aussieht, hast du deine Gefühle nicht ganz im Griff. Denn die müssen so stark sein, dass sie auch auf Snape übergegangen sind. Auf SNAPE!"

Die Regentin senkte beinahe beschämt ihren Blick. Ihre Hände hatte sie in ihren Schoß gebettet und ihr langes welliges Haar fiel ihr sanft ins Gesicht.

Ohne es kontrollieren zu können, verflog der Ärger auf ihr künftiges Ich. Der Anblick dieser Frau rief nur noch eins hervor: tiefes Mitgefühl. Noch nie hatte sie sich selbst so leiden gesehen. Auch wenn die Frau nach außen hin stark wirkte und die Rolle einer mutigen und kraftvollen Regentin mehr als beherrschte, so musste die Gryffindor in diesem Moment feststellen, dass die Frau gebrochen worden war.

Sie war einsam und verzweifelt. Aber vor allem litt sie an großen Liebeskummer.

Vorsichtig rückte Hermine sich selbst ein Stückchen näher und legte zaghaft ihre Hand auf die der Regentin. Und in diesem Moment erfasste sie die Erkenntnis, der sie sich die ganze Zeit über verwehrt hatte. „Du hast ihn wirklich geliebt." Flüsterte sie in die Stille hinein.

Die Ältere hob ihren Kopf und blickte Hermine traurig, aber dennoch mit soviel Liebe in den rehbraunen Augen an. „Er war meine große Liebe."

Hermine musste unweigerlich schlucken. Snape und ihre große Liebe. Wenn das mal nicht abgefahren war.

Unsicher blickte die Gryffindor zu Boden. Sie wollte unbedingt etwas fragen, doch sie traute sich nicht so richtig. Ihr Verstand meinte, dass es zu unhöflich wäre, doch andererseits musste sie es wissen. Und so ignorierte Hermine Granger wohl zum ersten Mal in ihrem Leben ihren so heiß geliebten Verstand.

„Ist… ist diese Liebe zwischen Snape und… und mir vorherbestimmt?"

Unsicher blickte sie ihr künftiges Ich an, die den Blick etwas verwundert erwiderte. „Man kann die Zukunft meistens immer ändern, wenn du das meinst." Erwiderte die Regentin mit sanfter Stimme.

„Harrys Schicksal war wahrscheinlich vorherbestimmt, doch die Liebe geht ihre eigenen Wege."

Zaghaft nickte Hermine der Älteren zu. Das war das, was sie hören wollte. Doch wirklich besser fühlte sie sich dadurch nicht. Denn sie sah das Leid in den Augen ihres älteren Ichs. Sie sah die Liebe und den letzten Funken Hoffnung, der mit Hermines Frage erlosch.

Hermine Granger und Severus Snape würden in der Zukunft nie ein Paar werden. Denn dazu fehlte die Liebe.