37. Warum lässt du mich nun doch fallen?
Sein Blick war leer, beinahe starr auf einen bestimmten Punkt gerichtet. Sein Verstand raste, schrie ihn an, wie er das hatte tun können. Sein Herz war nur noch ein einziger zusammen gekrampfter Muskel, der höllisch schmerzte.
Severus saß am Rand des Bettes, die Arme auf die Knie gestützt, die Hände ineinander gefaltet. Er fühlte sich elendig. Ein Schamgefühl, das sich wie Säure durch seinen Körper ätzte, hatte ihn erfasst. Er ekelte sich vor sich selbst, er hätte schreien können.
Auf der anderen Seite des Bettes saß Hermine. Sie hatte sich in die Decke eingerollt, hoffte so diese innere Kälte, die sie ergriffen hatte, zu bändigen. Doch sie schaffte es nicht.
Hermine konnte noch immer nicht realisieren, was gerade eben geschehen war. Alles was sie wahrnahm, war das brennen ihrer Lippen und die bohrenden Schmerzen in ihrem Unterleib. Er hatte sie wie ein Tier behandelt, wie irgendeine minderwertige Kreatur. Und genauso fühlte sie sich jetzt auch.
Sie zog die Decke noch enger um ihren schmalen Körper, ihre braunen Augen waren zu Boden gerichtet. Tränen begannen nun ihr Gesicht zu überfluten. Eine nach der anderen lief ihr die Wange hinunter – stumm und qualvoll.
„Es tut mir leid." Konnte sie ihn schließlich heiser flüstern hören.
Heftig sprang Hermine auf und wirbelte zu Severus herum. „Halt den Mund!" schrie sie ihn mit einer Wut und Enttäuschung in der Stimme an, die Severus bis tief ins Mark ging.
Beschämt blickte er seine Schülerin an.
„Du bist erbärmlich Severus Snape." Fuhr Hermine nun in einem gedämpften Ton fort, der von einer plötzlichen Schwäche getränkt war. Tränen liefen ihr unaufhaltsam das Gesicht hinunter, tropften lautlos auf den Boden. „Sobald man Gefühle für dich entwickelt, beginnst du jeden von dir zu stoßen und ihn mit Füßen zu treten, wenn er schon am Boden liegt."
Sie hätte ihm diese Worte gerne entgegengebrüllt. Doch sie war zu müde, zu gedemütigt. Sie hatte keine Kraft mehr dafür gehabt. Und so waren diese Worte nur ein Flüstern gewesen. Ein bitteres, trauriges Flüstern.
Stumm sah er Hermine an. Es schmerzte, was sie ihm gesagt hatte, doch er hatte ihren Worten nichts entgegenzusetzen.
Ihre Blicke verharrten ineinander. Geschockte Augen trafen auf gedemütigte. Insgeheim bewunderte Severus die junge Frau gerade für ihre Stärke. Dass sie ihm nach all dem noch in die Augen blicken konnte… er schaffte das nicht… jetzt nicht mehr.
Hermine riss sich förmlich die Decke, die sie noch immer um ihren Körper geschlungen hatte, herunter, warf diese unachtsam auf das völlig zerwühlte Bett. Mit einem Schlenker ihres Zauberstabes war sie wieder komplett angekleidet. Ein letztes Mal blickte sie ihn an. Mit einer Mischung aus Vorwürfen und Enttäuschung. Dann verließ sie das Zimmer.
Severus vergrub sein Gesicht in seine Hände. Wie hatte er nur so die Kontrolle über sich verlieren können? Hermine hatte noch nicht einmal was für seine Wut gekonnt. Sie war nicht der Auslöser gewesen, sie wusste ja noch nicht einmal was von seinen Gefühlen für die Regentin.
Fahrig strich er sich über das Gesicht, versuchte seine Gedanken irgendwie zu ordnen. Doch er war zu aufgewühlt, zu fassungslos über das, was er der jungen Frau eben angetan hatte. Und so sackte der Tränkemeister kraftlos in sich zusammen und versuchte diesen dicken ekligen Kloß in seinem Magen zu bezwingen.
*****
Severus lag im Bett. Doch er fühlte sich unwohl darin. Es war so, als ob dieser ekelhafte Trieb, der ihn vorhin befallen hatte, noch immer an den Laken haftete. Die Bilder dieses Intermezzos gingen ihn durch den Kopf. Immer und immer wieder.
Er ekelte sich vor sich selbst. Hermine hatte Recht. Er war erbärmlich. Plötzlich fielen ihm ihre anderen Worte ein, die er nur wie in Trance wahrgenommen hatte. Hatte sie tatsächlich gesagt, dass sie Gefühle für ihn entwickelt hatte? Er versuchte sich angestrengt an den genauen Wortlaut zu erinnern. Doch sein Verstand war zu müde, zu gepeinigt.
Aber genauer wollte er darüber auch nicht nachdenken. Es war eine Sache, die mit Gefühlen zu tun hatte. Und wie er heute so schamlos demonstriert hatte, war er nicht dazu in der Lage, mit solchen Gefühlen umzugehen.
Schonungslos schwenkten seine Gedanken zu dem letzten Treffen mit der Regentin. Es zog ihm das Herz zusammen, als er daran dachte. Warum hatte sie ihn nur von sich gestoßen? Was hatte er falsch gemacht? War er denn einfach nicht dazu bestimmt, jemanden zu lieben? Jemanden, der auch seine Gefühle erwiderte?
So viele Fragen droschen auf ihn ein, wie ein gewaltiger Hammer, der alles andere zu feinstem Staub zermalmte. Er bekam Kopfschmerzen. Heftige pochende Kopfschmerzen. Er schloss seine Augen, um dieses immer penetranter werdende Pochen aushalten zu können.
Severus begann sich auf eben diesen Schmerz zu konzentrieren. Er hörte das Pochen, fühlte es mit, fühlte sich beinahe in den Schmerz hinein. Es war kaum auszuhalten, doch er hatte es auch nicht anders verdient.
Es hämmerte. Er hatte das Gefühl, Nägel würden unerbittlich in seinen Schädel hineingehämmert werden. Und letztendlich hatte der Kopfschmerz den Tränkemeister so geschwächt, dass er in einen unruhigen und von Alpträumen gepeinigten Schlaf fiel.
*****
Hermine öffnete ihre Augen. Ihre Lider waren noch schwer. Ihr Köper schmerzte. Jeder einzelne Muskel, jeder Knochen. Sie strich sich mit ihrer Hand über die Augen, über die schweißnasse Stirn.
Sie hatte kaum geschlafen. Eine erbärmliche Übelkeit hatte sie die ganze Nacht über wach gehalten. Es tat so weh. So verdammt weh. Sie hatte sich in ihn verliebt, hatte sich nichts sehnlicher gewünscht, als in seiner Nähe zu sein.
Sie hatte sich gewünscht, dass er sie küssen würde. Aber nicht so. Nicht so wild, beinahe bestialisch.
Hermine schluchzte laut auf. Diese Erinnerungen, diese Gefühle überrollten sie abermals. Sie strich sich über die Augen. Wischte fahrig die aufgekommenen Tränen weg. Sie öffnete ihre braunen Augen, versuchte verbissen diese Tränen wegzublinzeln. Doch plötzlich starrten diese weit aufgerissen in den Raum hinein.
Keine Sekunde später saß sie kerzengerade in ihrem Bett – in IHREM Bett! Sie konnte es kaum glauben. Hermine blickte sich in dem Zimmer um. Doch ihre Augen spielten ihr keinen Streich. Sie war tatsächlich wieder in ihrem eigenen Zimmer. Sie war zurück in der Gegenwart.
Die junge Frau ließ sich zurück auf das Bett fallen. Eine Erleichterung machte sich in ihr breit und verdrängte die Bilder der vergangenen Nacht wenigstens ein bisschen.
Endlich war sie wieder hier. In der Zeit, wo sie hingehörte. Sie hatte sich kaum an den Gedanken gewöhnt, wieder zurück zu sein, als plötzlich ein lauter Knall sie erneut hochschrecken ließ.
Direkt vor ihrem Bett stand eine Hauselfe. Gewohnt klein, gewohnt ängstlich und mit den bekannten tellergroßen Augen. Zitternd hob das Wesen sein dünnes Ärmchen und streckte ihr stumm eine Rolle Pergament entgegen.
Dankend und um ein Lachen bemüht, nach dem der Gryffindor aber so gar nicht zumute war, nahm sie der Hauselfe das Papier ab. Keine Sekunde später war der Besucher bereits wieder verschwunden.
Die junge Frau entrollte das Pergament und las erstaunt die paar Zeilen, die ihr förmlich ins Auge stachen.
Liebe Hermine,
kommen Sie doch bitte sofort in mein Büro.
Liebe Grüße,
Albus Dumbledore
Hermine zog ihre Stirn in Falten. Woher wusste der Direktor denn jetzt schon wieder davon? Dieser Mann konnte, was das betraf, manchmal wirklich ätzend sein. Sie hatte eigentlich ihre Ruhe haben wollen. Doch nun hieß es ein stundenlanges Gespräch bei dem Direktor über sich ergehen zu lassen.
Keine fünf Minuten später stand Hermin auf der engen Wendeltreppe, die sie nach oben zu dem kreisrunden Büro Dumbledores führte. Als die steinerne Treppe anhielt, trat sie einen Schritt nach vorne und klopfte kurz und knapp gegen das massive Holz.
Lautlos schwang die Tür auf und gewährte ihr Eintritt. Doch noch bevor Hermine überhaupt einen Fuß über die Schwelle gesetzt hatte, wäre sie am liebsten wieder umgekehrt. Denn ihr Blick traf direkt auf Severus, der neben dem Direktor stand.
Deswegen wusste Albus Dumbledore also von ihrer Rückkehr. Kurz schallt sich Hermine selbst. Da hätte sie ja auch selber draufkommen können, dass Severus sofort zum Direktor rennen würde.
„Kommen sie doch herein Hermine." Bat der Direktor schließlich freundlich, als die Gryffindor in ihrer Bewegung erstarrt war.
Sie musste sich wirklich überwinden, um denselben Raum wie Severus zu betreten. Denn dieser Mann war mit Abstand der Letzte, den sie hatte sehen wollen.
Langsam schritt sie auf den Schreibtisch des Direktors zu, der sich dahinter in gewohnt freundlicher Haltung positioniert hatte.
„Hallo Sir." Grüßte sie Dumbledore mit einem leicht gequälten Lächeln im blassen Gesicht. Sofort grüßte der Direktor zurück.
Hermines Blick glitt weiter nach links und landete schließlich bei Severus. Ihre Mimik verfinsterte sich, als ihre Augen sich trafen. Er sah sie nur ruhig an. Viel zu ruhig für ihren Geschmack. Hatte der Mann vielleicht Nerven!
„Miss Granger." Grüßte er sie schließlich in gewohnt knapper Art und sie hätte beinahe bitter aufgelacht, über diese Posse, die er hier veranstaltete. Aber bitte. Wenn er Theater spielen wollte, dann sollte es so sein.
„Professor." Grüßte sie nur knapp zurück. Sofort beendete sie den Blickkontakt und wandte sich lieber Albus zu, der sie mit einem seltsam amüsierten Ausdruck in den Augen anblickte.
„Setzen Sie sich mein Kind." Sagte er schließlich in einem väterlichen Tonfall und offerierte ihr einen Platz direkt vor dem Schreibtisch.
Froh sitzen zu können, da ihre Beine aufgrund Severus´ Anwesenheit nachzugeben drohten, setzte sie sich auf den Stuhl.
„Erst einmal möchte ich sagen," nahm der Direktor auch sogleich das Wort wieder auf. „dass ich mehr als erleichtert bin, dass ihr unversehrt wieder hier seid." Er machte eine kurze Pause, in der er sowohl Hermine als auch Severus freudestrahlend anlächelte. Einen Gemütszustand, den die beiden in diesen Moment so gar nicht teilen konnten.
„Wir hatten wirklich Angst, dass euch etwas zugestoßen wäre. In den letzten Monaten haben wir alle zu mobilisierenden Kräfte in Bewegung gesetzt, nur um euch zu finden. Aber nirgends gab es einen Anhaltspunkt. Ihr ward wie vom Erdboden verschluckt."
„Monate?" fragte Hermine nach und sah den Direktor mit einem seltsam panischen Blick an. Sie waren doch nicht Monate weg gewesen? Oder doch?
„Seit euerem Verschwinden sind beinahe vier Monate vergangen." Beantwortete Albus die Frage.
Nun hatten Hermines bernsteinfarbenen Augen tatsächlich einen panischen Glanz angenommen. Sie war vier Monate weg gewesen? Das bedeutete, sie hatte vier Monate Unterricht verpasst! Wie sollte sie das denn wieder aufholen?!
Albus schien ihre Sorgen zu erahnen. „Das Kollegium und ich haben uns schon besprochen. Sie werden bis zum Endes des Schuljahres neben Ihren normalen Unterricht noch Privatunterricht erhalten, damit Sie den Soff aufarbeiten können."
Hermine wusste nicht, ob sie nun weinen oder lachen sollte. Privatunterricht war ja gut und schön, aber nicht mit jedem Lehrer! „Professor" begann sie mit nervöser Stimme. Sie hatte absolut keine Ahnung, wie sie ihre nächsten Worte formulieren sollte.
„Ich nehme das Angebot natürlich gerne an."
„Aber?" fragte der Direktor mit einem seltsamen Leuchten in den blauen Augen nach.
„Aber" nahm Hermine das Wort wieder auf. Sie musste einmal tief durchatmen, um weiterreden zu können. „Aber ich bin nicht dazu gewillt, Privatunterricht in Zaubertränke zu nehmen."
Jetzt war es raus. Und die Worte hatten ihre Wirkung auch nicht verfehlt. Sowohl Albus als auch Severus blickten sie überrascht an.
Severus wusste im ersten Moment nicht, was er fühlen sollte. Sie hatte ihn vor dem Direktor abgelehnt. Gerade sie. Wo ihr Wissen immer so wichtig war. In diesem Moment konnte Severus nur erahnen, wie tief die Wunde war, die er in der letzten Nacht geschlagen hatte.
Albus blickte sie stumm an. In seinen Augen lag ein fragender Blick, doch der Direktor fragte nicht nach.
„Ich werde den Stoff in Zaubertränke selber nachholen." Fügte Hermine noch an. Und damit war dieses Thema für sie erledigt. Ihr Blick war frei geradeaus gerichtet, sie schaute Severus noch nicht einmal im Geringsten an. Seine Reaktion interessierte sie nicht.
„Also schön." Sprach Dumbledore, nachdem er einige Sekunden lang diese aufgeladene Stille hatte bestehen lassen. „Nun, wo das geklärt wäre, könntet ihr mir ja endlich berichten, wo ihr wart." Die Augen des alten Mannes glänzten vor Neugier. „Severus hat sich wehement geweigert, irgendetwas zu berichten, bevor Sie nicht auch hier sind." fügte er noch an Hermine gewandt zu.
Kurz huschte Hermines überraschter Blick zu ihrem Tränkemeister, der über Dumbledores letzten Worte überhaupt nicht begeistert zu sein schien.
Severus versuchte nicht allzu mürrisch dreinzublicken. Doch Albus´ Kommentar und die Aussicht darauf diese verdammte Geschichte noch einmal durchleben zu müssen, machten den Tränkemeister nicht gerade glücklich.
Auch Hermine schien ein wenig in ihrem Stuhl zusammengesackt zu sein. Es war zu viel passiert, als dass man ihr kleines Abenteuer hätte einfach so erzählen können.
Verbissen versuchte sie, niemanden der beiden Männer anzublicken. Doch sie konnte deutlich den stechenden Blick ihres Lehrers und den vor Erwatung freudigen des Direktors auf sich spüren.
Warum sagte Severus denn nichts? Fragte sich die junge Frau und im selben Moment hob sie ihren Blick und traf auf seinen. Er war verschlossen. Sie konnte nicht erkennen, was Severus in diesem Moment gerade dachte oder fühlte.
„Einer von euch sollte den Anfang machen." Warf Albus ein, dessen Blick noch immer ruhig auf Hermine ruhte.
„Wir waren in der Zukunft." Erbarmte sich schließlich Severus und machte einen Anfang.
Erstaunt blickte der Direktor seinen Schützling an. „Ihr wart wo?" fragte er mit großen Kulleraugen, die ihm beinahe etwas Drolliges verliehen.
„Du hast mich schon verstanden Albus." Entgegnete Severus gereizt. Er hatte absolut keinen Nerv für solche Spielchen. Als der Direktor daraufhin entschuldigend nickte, fuhr der Tränkemeister fort. Je eher er Albus mit Informationen abspeiste, desto eher konnte er gehen.
„Es war eine ziemlich düstere Zukunft. Der dunkle Lord hatte Potter besiegt und die Herrschaft über die Zauber- und Muggelwelt übernommen. Der Orden war zerschlagen wurden, lediglich eine kleine Gruppe namens die KRÄHE leistete Widerstand."
„Wer war ihr Anführer?" hakte Albus auch sogleich nach.
Severus´ Blick glitt zu Hermine, die sich mit einem Mal wie ertappt vorkam. Dieser intensive Blick verunsicherte sie. Was hatte er zu bedeuten?
„Ich war die Anführerin." Antwortete sie schließlich, nachdem sie sich von den stechend schwarzen Augen lösen konnte.
Mit einem zarten Lächeln sah Dumbledore seine Schülerin an. Ein gewisser Stolz lag in seinen Augen.
„Aber ich hatte einen Partner, bevor… bevor er starb." Ergänzte sie mit einer plötzlichen Trauer, die sie gnadenlos überfallen hatte.
Severus blickte Hermine an. Ihre Stimmung war mit einem Mal umgeschlagen, ihre Souveränität und Stärke war nun einer Traurigkeit gewichen, die ihn hart schlucken ließ. Doch er versuchte erst gar nicht näher darüber nachzudenken.
„Ich nehme an, dein Partner war Severus gewesen." Stellte Albus sanft fest.
Erschrocken richtete sich Hermine auf, den Blick erstaunt auf Dumbledore gerichtet.
Severus stöhnte derweil nur genervt auf. Irgendwie wurden diese Gespräche mit Albus auch immer langweiliger. Wenn er schon alles wusste, warum musste er dann dieses Gespräch noch über sich ergehen lassen?
Hermine war indessen nur zu einem zarten Nicken fähig.
„Was ist passiert?" hakte der Direktor nach, als plötzlich keiner der beiden mehr so recht reden wollte.
„Du weißt doch sowieso schon alles, alter Mann." Zischte Severus ihm entgegen.
Verständnisvoll blickte der Ältere den Jüngeren an. Doch dieser Blick war es, der Severus fast zur Raserei trieb. „Verdammt noch mal, ich bin gestorben, wenn du es genau wissen willst. Ich habe mich für Her… Miss Granger geopfert und ihr meine Kräfte übertragen, dich ich freundlicher Weise vorher von dir erhalten habe, indem ich dich töten durfte. Und bevor du fragst! Wir waren verheiratet, hatten zwei Kinder und lebten mit dem Rest der KRÄHE auf Hogwarts. Bist du nun zufrieden?!" Severus hatte sich in Rage geredet und dabei waren ihn Sachen entwichen, die er eigentlich nicht hatte preisgeben wollen.
Doch nun war es geschehen und er sah sich einer völlig erstarrten und geschockten Hermine gegenüber, die ihn beinahe böse anblickte. Albus´ Grinsen hingegen war nun noch breiter geworden.
„Nun" sprach der Direktor auch sogleich. „Das waren nicht ganz die Informationen, die ich mir erhofft hatte, aber diese waren in der Tat mehr als interessant gewesen."
Severus schnaubte nur verächtlich auf und verschränkte nun beleidigt die Arme vor der Brust. Anscheinend hatte dieser Narr noch nicht einmal mitbekommen, dass er ihn in der Zukunft umgebracht hatte. Aber halt! Was dachte er da. Albus wusste das natürlich schon längst… warum sollte es ihn sein eigener Tod da noch verwundern?
Hermine kämpfte hingegen gegen die Schamesröte, die sich gewaltsam auf ihrem Gesicht ausbreiten wollte. Am liebsten hätte sie Severus wieder in die Zukunft gehext. Wie hatte er es nur wagen können, diese privaten Details auszuplappern. Er hatte sich doch sonst immer unter Kontrolle?
„Vielleicht sollten Sie bei den eigentlichen Fakten bleiben Sir." Spie sie ihm aufgebracht entgegen.
Ein Todesblick traf die junge Frau, doch dieser beeindruckte sie schon lange nicht mehr.
„Warum erzählen Sie nicht die Geschichte Frau Regentin, wenn Sie es sowieso besser können?" konterte er ebenso gehässig.
„Schön!" entgegnete sie mit hoher kreischender Stimme. „Das wird durchaus das Beste für alle Beteiligten sein." Ein überheblicher Blick traf den Tränkemeister, den er unkommentiert ließ.
Nun war es an Hermine die vergangen Monate zu schildern. Sie berichtete Albus von den Höllenwesen, den Kräften ihres älteren Ichs und von ihrer Aufgabe, die sie in die Gegenwart mitgenommen hatten – die Zauberwelt und Harry zu schützen, Voldemort zu besiegen.
Severus verfolgte ihren Bericht mit offensichtlichem Desinteresse. Er dachte noch nicht einmal daran, sich zusammen zu reißen, auch wenn er sich gerade wie ein Kleinkind anstellte.
Als Hermine schließlich geendet hatte, breitete sich abermals ein bedrückendes Schweigen aus. Dumbledore saß an seinem Tisch, eine Hand ruhte auf seinem Pult, mit der anderen strich er sich überlegend über den langen weißen Bart.
Sein Ausdruck war nun ernster und angestrengter als zuvor, seine Haltung wirkte mächtiger. „Dann ist es unsere Aufgabe, Voldemorts Schreckensherrschaft so schnell wie möglich zu beenden." Sprach er und blickte dabei zu seinen Gästen.
Stumm pflichteten ihn Severus und Hermine zu. Da waren sie sich einig. Voldemort musste vernichtet werden. Und das besser heute als morgen.
