50. Neue Rivalitäten

Zart erfasste Hermine seine Hand, als sie über die Ländereien von Hogwarts spazierten. Gestern war Matt aus dem Krankenhaus entlassen wurden, er war wieder vollkommen geheilt. Es war ein herrlich frühsommerlicher Tag und so hatte Hermine beschlossen, diesen mit Matt zu verbringen.

Es hatte sich nun einiges zwischen ihnen verändert und Hermine musste zugeben, dass sie sich daran erst noch gewöhnen musste. Das Wissen, dass Matt jetzt nicht mehr nur ihr Partner im Orden sondern auch im Privaten war, musste sie doch erst einmal sacken lassen.

Besonders nach der großen Enttäuschung mit Severus fiel es ihr schwer, sich darauf einzulassen. Doch Matt gab ihr ein Gefühl der Sicherheit. Bei ihm konnte sie sich sicher sein, dass er es ernst meinte. Und das wichtigste war: Sie wusste, was er für sie empfand.

Es war ein verdammt gutes Gefühl, sich dessen bewusst zu sein. Und so genoss die junge Frau diesen Spaziergang. Seine Gegenwart strahlte etwas aus, was sie kaum fassen konnte, seine Berührung schien ihr Mut und Kraft zu geben.

Und auch wenn sie wusste, dass es schwer werden würde, die Beziehung, den Job im Orden und die Schule unter einen Hut zu bekommen, so war sie im Moment dennoch einfach nur glücklich.

„Ich bin froh, mich endlich wieder bewegen zu dürfen." Durchbrach Matt schließlich diese harmonische Stille, die sich zwischen ihnen ausgebreitet hatte.

Ein seichtes Lächeln legte sich über ihre zarten Züge.

Dann hielt Matt plötzlich inne und zog Hermine zu sich herum. Seine Augen strahlten sie mit einer ungeheuren Freude an. „Aber noch mehr freue ich mich, dich zu haben."

Und ohne der jungen Frau eine Chance zu geben, irgendetwas darauf zu erwidern, beugte er sich zu ihr hinunter und küsste sie zart.

Severus war auf den Weg zum Kampftraining. Seit ein paar Tagen musste er nun auch noch Potter Privatunterricht verpassen. Doch auch wenn es ihm so ganz und gar nicht passte, sich ständig diesen grünen Augen gegenüberstehen zu sehen, die ihn jedes Mal aufs Neue schmerzlich an Lily erinnerten, musste er zugeben, dass dieses Training dennoch seinen Sinn hatte.

Potter war der Auserwählte. Er alleine war vom Schicksal dazu bestimmt worden, den dunklen Lord bezwingen zu können. Und da war es keine Frage, dass besonders Potter das Kämpfen beherrschen musste.

Unter Absprache mit Albus hatte er beschlossen, Potter noch mehr in die dunklen Künste einzuweihen. Severus würde ihm nun auch die drei unverzeihlichen Flüche lehren. Und auch wenn er kein gutes Gefühl dabei hatte, Lilys Sohn das Töten beizubringen, so war es dennoch die einzige Chance, diesen Krieg zu gewinnen.

Severus schritt gerade mit eiligen Schritten an der peitschenden Weide vorbei, als etwas seine Aufmerksamkeit forderte. Genau genommen waren es zwei Personen, die unweit von ihm entfernt standen, sich gegenseitig umschlungen hatten und gerade in einem innigen Kuss versunken waren.

Severus konnte diese Szenerie einfach nur perplex und völlig überrumpelt mit ansehen. Was er sah, ließ ihn etwas Seltsames fühlen. Etwas, was seinen Brustkorb zuschnürte und seinen Atem flacher werden ließ.

Hermine diesen Collin küssen zu sehen, schien ihn völlig aus der Bahn zu werfen. Er wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen, die er noch nicht einmal richtig einordnen konnte. Der Drang sich einfach wild und unkontrolliert durch die Haare zu fahren, völlig orientierungslos durch die Gegend zu laufen, ohne wirklich ein Ziel vor Augen zu haben, machte sich in ihm breit.

Aber dennoch verharrte er einfach nur an dieser Stelle. Sein Blick haftete an ihren Lippen. Dieselben Lippen, von denen auch er bereits mehrmals gekostet hatte. Und noch immer war es ihm so, als könne er diese hungrigen Küsse spüren, die nach mehr verlangten.

Doch bei diesen Gedanken blieb lediglich ein bitterer Nachgeschmack. Denn die Küsse, die sie mit ihm geteilt hatte, waren lange nicht so sanft und innig, so vertraut und beinahe zurückhaltend gewesen, wie der, den sie gerade mit diesem Collin teilte.

Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende geführt, schüttelte er wütend über sich selbst seinen Kopf. Wer wollte schon solche Küsse teilen, die so unbeholfen wirkten wie bei Teenagern. Er wusste, dass die Frauen auf seine leidenschaftlichen zum Teil groben Küsse standen. Und Hermine hatte sich damals auch nicht darüber beschwert.

Diesen vermaledeiten Kitsch und diese abgrundtief widerwärtige Romantik brauchte er nicht. Und die Frauen, die ihn begehrten, scherten sich ebenso wenig darum.

Schließlich beendeten Hermine und Matt diesen innigen Moment. Und das leider einen Augenblick zu früh. Denn so geschah es, dass Hermines Blick Severus´ traf und nun mit einem panischen Glanz auf ihm verharrte.

Der Tränkemeister seufzte genervt auf. Na super. Jetzt wusste sie auch noch, dass er ihr beim Küssen zugesehen hatte. Aber gut, jetzt konnte er es auch nicht mehr ändern. Und so nutzte er diese doch eher peinliche Situation dazu, um das zu tun, was er bereits seit dem Vorfall in Goyles Haus vorgehabt hatte.

Mit einem beinahe verbissenen Gesichtsausdruck schritt er auf die beiden zu, die ihn nun mit fragenden Gesichtern anblickten. Wobei Hermines Ausdruck eher als erschrocken gedeutet werden konnte.

Und das war sie auch tatsächlich. Ein gewaltiger Ruck war durch ihren Körper gejagt, als sie ihn dort hatte stehen sehen. Im ersten Moment hatte sie gar nicht richtig realisieren können, dass wirklich ER dort stand.

Doch irgendwann hatte ihr Verstand diese Tatsache zu fassen bekommen und verarbeitet. Und als ihr das bewusst geworden war, dass Severus sie und Matt gesehen hatte, fühlte sie sich sonderbar peinlich berührt. Es war ihr unangenehm, dass er dies mit angesehen hatte und dass er zu allem Überfluss der erste war, der nun von ihrer Verbindung zu Matt wusste.

Und nun kam er auch noch auf sie zu. Für den winzigen Bruchteil einer Sekunde hatte Hermine die irrwitzige Idee, dass er sie jetzt für dieses Verhalten rügen würde. Denn immerhin war sie noch seine Schülerin und es war schon öfters vorgekommen, das Severus diversen Häusern Hauspunkte abgezogen hatte, nur weil er ein Pärchen küssend in irgendeiner abgelegenen Ecke Hogwarts´ erwischt hatte.

Doch kaum war Severus bei ihnen angekommen, wandte er sich augenblicklich Matt zu. Er vermied es Hermine anzublicken. Irgendwie konnte er das nun nicht mehr. Mit steifer Miene und einem undurchdringlichen Blick streckte er seine Hand nach vorne.

„Ich möchte mich bei Ihnen für den Vorfall bei Ihrem letzten Einsatz entschuldigen." Meinte er schließlich mit schnarrender Stimme und ohne jegliche Emotion darin.

Entgeistert blickte Hermine ihn an. Hatte sie gerade eine Wahnvorstellung oder entschuldigte sich Severus gerade wirklich für SEIN Verhalten?

Matt hingegen schien dies weniger bemerkenswert zu finden. Gewohnt freundlich erfasste er nur Severus´ Hand und schüttelt diese kurz. Ein kurzes Nicken seinerseits zeigte dem Tränkemeister, dass er die Entschuldigung angenommen hatte.

Und damit war es für Severus auch getan. Mit einem nun doch letzten Blick zu Hermine, der etwas Abweisendes in sich verbarg, drehte er sich wieder um und machte sich erneut auf den Weg zu dem Kampftraining. Potter würde sicherlich schon warten.

*****

Bereits am nächsten Tag war Severus´ Wissen um die dunklen Künste erneut gefragt. Eine Einzelstunde mit Hermine stand auf dem Programm. Allein deswegen lief er bereits den ganzen Tag völlig miesepetrig durch die Gegend.

Am liebsten hätte er dieses Training geschmissen. Doch das würde wahrscheinlich zu viele Fragen aufwerfen. Fragen, die er sich selber nicht stellen, geschweige denn beantworten wollte.

Wie nicht anders zu erwarten, war Hermine auf die Minute genau pünktlich. Eigentlich hatte er über diesen Fakt in der nahen Vergangenheit immer geschmunzelt. Heute war ein genervtes, abfälliges Schnauben seine einzige Reaktion darauf.

Sie hatte ihm lediglich ein zurückhaltendes „Hallo" zukommen lassen. Doch das war noch immer mehr, als seine Reaktion, die aus einem genervten Blick bestanden hatte. Heute war so ein Tag, an dem er erst gar nicht versuchte, seine miese Laune zu verbergen. Sollte sie sehen, wie sie damit klarkam.

Tief in seinem Inneren wusste er, dass diese Wut auf einer Befangenheit beruhte, die schon so lange Zeit zwischen ihnen herrschte. Es war so viel zwischen ihnen vorgefallen, dass sie irgendwann an den Punkt angelangt waren, an dem nichts mehr ging.

Er wusste nicht ganz, ob dieser Punkt bereits bei ihrem ersten Sex an der Schlossmauer oder erst als sie ihn mit der Prostituierten erwischt hatte, erreicht wurden war. Aber eines war er sich bewusst. Dieser Kuss, den er gestern mit ansehen musste, hatte diese Befangenheit noch einmal geschürt.

Es gab Momente, da bereute er, dass er auf ihren Versuch, sich mit ihm auszusprechen, nicht eingegangen war. Doch dann redete er sich immer ein, dass es sowieso nichts mehr zu retten gab.

Was allerdings gerettet werden sollte, war ihm wiederum auch schleierhaft. Ihre „Beziehung" bestand einfach nur noch aus einem einzigen Geflecht von Peinlichkeiten und Erniedrigungen. Und nicht selten kam er in ruhigen Momenten nicht umhin, dies zu bedauern. Denn es hatte eine Zeit gegeben, wo sich etwas zwischen ihnen entwickelt hatte, was hätte sehr kostbar werden können. Ein tiefes Vertrauen, eine zart aufkeimende Freundschaft.

Doch davon war nur noch Schutt und Asche übrig. Sie hatten mit diesen Gefühlen, die sie geteilt hatten, nicht umgehen können und hatten sie somit vernichtet. Doch wie so oft im Leben bemerkt man erst, was man hatte, wenn man es verloren hatte. Und in seinem Fall hatte er das Gefühl, die einzig wirkliche Vertraute in seinem Leben verloren zu haben. Doch er würde sich lieber vor den Füßen des dunklen Lords werfen, als dies jemals zuzugeben.

Ohne wirklich miteinander zu kommunizieren, lief der Unterricht an beiden vorbei. Lediglich ein paar Anweisungen und Zurechtweisungen hatte Severus der jungen Frau zukommen lassen. Ansonsten hatte er sich auf seine Körpersprache beschränkt, die ja heute besonders ausdrucksstark war.

Hermine hatte sofort an seinem Blick, an seiner steifen Haltung gesehen, dass mit ihm heute nicht zu spaßen war. Und dies hatte sich dann auch im Verlauf des Kampftrainings bestätigt gehabt.

Beinahe verbissen erklärte er ihr den neuen Fluch. Seine Augen trugen einen starren Ausdruck, seine Gesten wirkten harsch und gnadenlos. Hermine war mehrmals kurz davor gewesen, diese Stunde einfach abzubrechen. Doch schließlich erinnerte sie sich daran, dass sie im realen Kampf auch nicht einfach aufgeben konnte.

Und so versuchte sie so konzentriert wie möglich seinen Weisungen zu folgen. Nach gut einer dreiviertel Stunde klappte es auch schon ganz gut – wie sie fand. Er schien das hingegen etwas anders zu sehen. Zumindest nach seinem Gesichtausdruck und dem genervten Aufschnauben zufolge.

Doch Hermine blieb ruhig. Wenn sie eines in den vergangenen Monaten gelernt hatte, dann war es, dass es nichts brachte, sich einem wütenden Severus Snape entgegenzustellen. Damit verschlimmerte sich die Situation allenfalls nur.

Die schneidende Stille, die sich zwischen ihnen ausgebreitet hatte, wirkte beinahe betäubend. Und so erschraken auch beide, als plötzlich ein freundliches „Hallo" zu vernehmen war.

Matt hatte sich in einiger Entfernung zu ihnen gesellt. Seine blauen Augen strahlten Hermine an.

„Matt." Sprach diese nur und musste einmal tief durchatmen, um sich von dem Schrecken eben zu erholen.

„Mr. Collin, was gedenken Sie hier zu tun?" schnarrte auch sogleich Severus´ dunkle Stimme.

„Ich wollte Hermine nur von ihrem Training abholen." Flötete der junge Mann ihn offenbar mehr als zufrieden mit seinem Leben zu.

Unbeeindruckt, von dieser Fröhlichkeit, die er an den Tag legte, starrte Severus ihn mit einem seiner vernichtendsten Blicke an. „Falls es Ihrem absolut sonnigen Gemüt entgangen sein sollte. Wir sind noch nicht fertig." Entgegnete der Tränkemeister um Ruhe bemüht.

Diesen Hampelmann brauchte er nun wirklich nicht auch noch. Es reichte, wenn er sich mit Hermine herumschlagen musste. Doch beide zusammen waren eindeutig einer zuviel.

„Aber Professor." Meinte Matt mit noch immer freundlichem Ton und einem Strahlelächeln im Gesicht. „Die Stunde ist doch sicherlich bald rum. So lange kann ich doch auch noch zusehen."

Bitterböse sah Severus den jungen Mann an. „Ich glaube, Sie haben mich nicht ganz verstanden Mr. Collin."

„Ich möchte doch meiner Hermine nur ein wenig beim Kämpfen zuschauen." Erwiderte er mit einer Leichtigkeit in der Stimme, so als ob Severus´ Worte und Gesten ihn überhaupt nichts auszumachen schienen.

Doch seine letzten Worte hatten ja das Fass zum Überlaufen gebracht. Seine Hermine… dachte Severus nur verbissen und wusste nicht, was ihn eigentlich genau daran störte. Genau genommen, dürfte ihn überhaupt nichts daran stören. Aber das tat es verdammt noch mal!

„Hätte ich vorher gewusst, dass es sie beide jetzt nur noch als klettenhaftes Doppelpack gibt, dann hätte ich auch gleich ein Partnerkampf-Training geben können." Ätzte Severus mit einem zynischen Sarkasmus.

Ein böser Blick von Hermine erreichte ihn. Doch er blieb unbeeindruckt. Zumindest nach außen hin.

„Das wäre doch mal eine gute Idee." Spielte Matt den Ball mit einer Begeisterung zurück, die den Tränkemeister beinahe sprachlos werden lies.

„Aber wahrscheinlich sollte man ihnen beiden wohl eher Nachhilfe darin geben, sich nicht allzu auffällig in der Öffentlichkeit zu verschlingen." Ein feines, gemeines Lächeln fädelte sich in seinem Gesicht ein.

Nun war es Hermine, die sprachlos war. Was hatte Severus eigentlich für ein Problem?

„Nun, aber nur, wenn wir Ihnen Nachhilfe darin geben dürfen, wie man überhaupt eine Beziehung führt." Kam es keck von Matt zurück.

Hermines entgeisterter Blick wechselte von Severus zu ihrem Freund. Das hätte er lieber nicht sagen dürfen. Denn nun hatte er ein Terrain betreten, in dem Severus zwar am verletzlichsten aber gleichzeitig auch am gefährlichsten war.

„Sie wissen überhaupt nichts über meine Beziehungen Mr. Collin." Spie Severus ihm mit Verachtung entgegen. Und dabei konnte er es nicht verhindern, dass er Hermine einen vernichtenden Blick zuwarf. Wenn sie diesem Collin irgendetwas über seine Gefühle für Lily verraten hatte, dann war er endgültig mit ihr fertig.

„Nun Professor, ohne unhöflich sein zu wollen, aber im Orden ist nicht nur ihre missglückte Vergangenheit weitgehend bekannt, sondern auch das ebenso unglückliche Verhältnis zu Frauen." Matt hatte diese Worte noch immer freundlich und durchaus mit Respekt gesprochen.

Aber dennoch konnte Hermine deutlich erkennen, dass es Severus getroffen hatte. Niemand hätte diese Verletztheit sehen können. Denn sie wurde von der ungeheuren Wut in seinen schwarzen Augen beinahe vollständig verdeckt. Doch sie konnte es sehen. Dieses zarte Flimmern, dieser leichte traurige Schein. Und ohne etwas dagegen tun zu können, merkte sie, wie sich ihr Herz bei diesem Anblick zusammenkrampfte.

„Wir sind hier fertig." Spie Severus den beiden entgegen. Er hatte nicht vor, sich noch mehr erniedrigen zu lassen von diesem Hampelmann. Aber genauso wenig hatte er die Kraft, diesem Collin noch weitere Gemeinheiten entgegen zu werfen. Er wollte nicht schon wieder vor Hermine seine Würde verlieren.

Und so ging er mit großen Schritten an Hermine und Matt vorbei, nach außen hin die starke unberührte Maske bewahrend.

„Seit wann ist er so empfindlich?" fragte Matt sich offenbar keiner Schuld bewusst.

Doch diese konnte darauf nur mit einem enttäuschten Blick antworten. Sie hatte keine Ahnung gehabt, dass Matt so sein konnte. Und sie hatte genauso wenig gewusst, dass Severus einstecken konnte, ohne der jenige zu sein, der den anderen letztendlich gedemütigt und mit Füßen getreten hatte.

„Was hast du?" fragte Matt sie schließlich und erfasste dabei sanft ihre Hand.

Am liebsten hätte sie ihm diese sofort wieder entzogen. Doch sie zwang sich, dies nicht zu tun. „Du bist zu weit gegangen." Stellte sie schließlich nüchtern fest. In ihrer Stimme war kein Vorwurf, keine Anklage zu hören.

„Zu weit?" fragte Matt schließlich ungläubig nach. Schließlich war er es, der ihre Hand losließ. „Er ist doch derjenige, der ständig andere beleidigt. Da wird er wohl auch mal einstecken können."

Hermine konnte bei diesen Worten nur hart schlucken. Ja, Severus teilte oft aus. Aber dennoch hatte er es nicht verdient, so behandelt zu werden. Nicht nachdem was sie alles über ihn wusste.

Doch genau das war das Problem. Nur sie wusste, dass er wirklich lieben konnte, dass er eine Frau liebte, die seit mehr als zwanzig Jahre tot war. Nur sie wusste, dass er sich tief in seinem Inneren noch immer für ihren Tod, für seine Schwäche von damals geißelte und dass er es immer tun wird. Und nur sie wusste, dass dieser Tyrann eine Seite an sich versteckte, die so anders, so… warm war.

Hermine schüttelte es bei diesen Gedanken. Was dachte sie denn da nur?! Eigentlich hatte es Severus überhaupt nicht verdient, dass sie ihn verteidigte. Nicht nachdem, was in der letzten Zeit alles zwischen ihnen passiert war. Doch schließlich musste die Gryffindor einsehen, dass auch sie sich oft in letzter Zeit mehr als ungerecht verhalten hatte.

Doch all diese Dinge konnte sie Matt nicht erzählen. Sie konnte sie niemanden erzählen – auch nicht Severus.