Titel: Ein Malfoy in Gryffindor? – Niemals! – Oder doch?
Disclaimer: Nix meins, alles J.K. Rowlings… leider…
Kategorie: Drama/Romance
Pairing: Draco Malfoy/? Entweder Harry Potter oder Hermine Granger
Ihr könnt mir ja mal schreiben was euch lieber wäre… ich bin noch ziemlich unentschlossen…
- Edid: Nachdem ich unendlich viele Harry/Draco Storys gelesen habe, war ich von diesen Geschichten total begeistert und wollte unbedingt selber auch eine schreiben… inzwischen bin ich der Meinung, dass ich selber Slash nicht so gut schreiben kann, auch wenn ich es wahnsinnig gerne lese^^ :D
Deshalb… und das wird die Hermine/Draco Fans wahrscheinlich freuen… bin ich im Moment so 70% sicher, dass es eine Hermine/Draco Story wird… von Draco komm ich einfach nicht weg ^^ :D :D :D
Raiting: erstmal K; später vielleicht T
Inhalt: Was passiert wenn Draco Malfoy von dem Hut nach Gryffindor gesteckt wird und nicht nach Slytherin? Richtig, sein schlimmster Albtraum würde wahr! Oder könnte das Ganze doch etwas Positives haben? Warum ist Draco überhaupt in das Haus der Löwen gekommen?
Hey Leute… Bringt es was, wenn ich sage, dass es mir Leid tut, dass ihr sooooooooooooo lange auf das Chap warten musstet???
Ich hab mich schon fast nicht mehr hier her getraut. Und eigentlich wollte ich so viel mehr in dieses Chap reinschreiben, aber an einer Stelle hab ich einfach eine Schreibblockade und habe seit Monaten schon total viele Versuche wieder verworfen… Und bevor es noch Jahre dauert, bis mir was Passendes einfällt, dachte ich, ich stell das Chap, so wie es bisher ist einfach mal rein und vielleicht geht es ja besser wenn ich ein neues angefangen habe…
Euer Glück… schon klar! ;)
Ich hoffe einfach, dass ihr meine Story noch nicht ganz aufgegeben habt und dass euch das Chap gefällt… Es ist mein bisheriges Lieblingskapitel!!!!
Ich würd mich also über ein Review mit eurer Meinung freuen… wenn ich denn eins verdient habe… *verschämt sei*… eigentlich ja nicht…
So, nun aber genug geschwafelt und gewartet:
Viel Spaß beim Lesen!!!!!
Kapitel 6
Ferien
Die Wochen verstrichen unglaublich schnell. Sowohl für Draco als auch für Harry und den Rest der Gryffindorerstklässler. In den ersten Wochen genossen sie noch die letzten Sonnenstrahlen, doch die vielen Hausaufgaben, die vielen Erstklässler, unter Anderem auch Harry, über den Kopf wuchsen, ließen ihnen keine Zeit sich über das schlechte Herbstwetter zu beklagen.
Und als sie an einem Wintermorgen mit verschlafenen Augen aus den Fenstern blinzelten, war plötzlich alles weiß. Hogwarts hatte sich von einer Nacht auf die Andere in ein Märchenschloss verwandelt. Keiner der Schüler konnte es abwarten bis die Woche endlich vorbei war und sie am Wochenende die weiße Pracht genießen konnten.
Natürlich sprangen auch die Gryffindorerstklässler am Samstagmorgen schon ungewöhnlich früh aus dem Bett. Hermines klägliche Einwürfe von wegen Hausaufgaben wurden Einstimmig übertönt und so kam es, dass die vier Freunde nach dem Frühstück dick eingemummelt auf dem Weg nach draußen waren.
Als Draco und Harry die große Freitreppe in die Eingangshalle hinunter stiegen und den weißen Puder durch das Eingangsportal sahen, blickten sie sich an. In ihrer beiden Augen funkelte Schalk und Übermut. Grinsend nickten sie sich zu und sausten davon, die erstaunte Hermine und den perplexen Ron hinter sich stehen lassend. Ron wollte seinen Augen nicht trauen. Ein Malfoy rannte die Treppen hinunter um sich als Erster in den Schnee zu werfen? Keine Frage, da musste er hinterher!
Harry sah die Stufen unter sich dahin fliegen. Er hatte einen kleinen Vorsprung. Er war schon immer ein guter Läufer gewesen, schließlich hatte Dudley ihm immer genug Anlässe zum Üben gegeben. Mit einem fiesen Grinsen drehte er den Kopf zu dem blonden Gryffindor und rief:
„Wer als Letzter ankommt, wird eingeseift!"
Ein böser Fehler. Da er nicht nach Vorne geschaut hatte, hatte er leider die kleine Gruppe Hufflepuffmädchen übersehen und konnte ihnen nun gerade noch so ausweichen, Draco gewann dadurch aber wieder einen Vorsprung. Und diesen Vorsprung ließ er sich auch nicht wieder nehmen und stürzte sich als erster Lachend in eine Schneewehe. Harry und Ron kamen schnaufend neben ihm zu stehen.
„Gra…Gratuliere Malfoy! Hätte nie gedacht mal ein Rennen gegen einen Malfoy zu verlieren!" Ron stütze die Hände auf den Knien ab und keuchte, doch er seine Augen funkelten genauso wie Harrys und Dracos, wobei letzterer einen guten Grund hatte fröhlich zu sein. Er hatte gewonnen und das hieß…
„AAHHHHH!!!!!" Harry hatte eine Ladung Schnee ins Gesicht bekommen und als er sich zum Schutz umdrehte warf Draco sich gegen seinen Rücken, um ihn zu Fall zu bringen. Prompt landete Harry mit dem Gesicht voran im Schnee und als er sich umdrehte bekam er von Draco und Ron noch mehr Schnee ins Gesicht gerieben.
„Alles klar Harry? Du wirst unseren kleinen Wettkampf doch nicht vergessen haben, oder? Der Verlierer wird eingeseift!" feixte Draco. Harry sah ihn aus böse funkelten Augen an, die jedoch leider zur Hälfte von Schnee verdeckt wurden. So sah Draco nicht, wie das ärgerliche Funkeln sich in ein hinterhältiges verwandelte und auch der Blickwechsel mit Ron entging ihm. Und im nächsten Moment war es Draco, der von Harry und Ron so richtig schön eingeseift wurde.
Hermine war inzwischen auch angekommen uns stand kopfschüttelnd neben den 3 Jungen, die sich im Schnee wälzten. Als auch ihr ein Schneeball ins Gesicht flog, klappte ihr empört der Mund auf. Da gab es jedoch kein entkommen und so wurde auch sie mit in die wilde Schneeballschlacht gezogen. Schnell entwickelten sich 2 Teams, mit Hermine und Harry auf der einen und Draco und Ron auf der anderen Seite.
Das Ende vom Lied war, dass alle 4 lachend und prustend im Schnee lagen. Ron war der Erste, der sich aufrichtete und sich keuchend an Draco wandte.
„Nicht schlecht Malfoy! Die haben wir fertig gemacht, was?"
Draco schaute ihn an, dann auf Harry und Hermine, die so was von nass waren, dass sie ganz klar die Verlierer waren und er nickte bestätigend. „Kann ich nur zurück geben, Weasley! Gute Arbeit!" Und sie klatschten sich ab.
Die letzten 2 Schulwochen bis zu den Ferien gingen dank des Schnees auch schnell vorbei, da die Schüler jede frei Minute nach draußen rannten und die Fächer Kräuterkunde und Pfleger Magischer Geschöpfe auch nicht mehr stattfanden.
Doch 3 Tage vor dem ersten Ferientag fiel Draco wieder ein was es für ihn hieß, Ferien zu haben. Nicht nach Hause fahren, nicht in Hogwarts bleiben, also das Fest der Liebe im Kreise einer fremden Familie verbringen. Diese Aussicht hatte seiner guten Laune, die schon seit dem Schuljahrsbeginn anhielt einen gehörigen Dämpfer versetzt. Er seufzte. Wo sollte er nur hin? Dumbledore hatte zwar erwähnt, dass er schon eine Familie für ihn wusste, aber eigentlich wollte er nicht ein einer vollkommen fremden Familie die Ferien verbringen. Doch den Mut Harry zu fragen, ob er mit zu ihm kommen konnte, hatte er auch nicht. Verdammt, seit wann war den so feige? Eigentlich sollte es doch das Gegenteil sein, schließlich war er ein Gryffindor! Oder hatte der Hut am Ende doch eine falsche Entscheidung getroffen? Gehörte er doch nicht ins Haus der Löwen? Dabei fühlte er sich doch sowohl hier.
Draco seufzte erneut. Oh man. Das durfte ja wohl nicht wahr sein. Seine gute Laune war endgültig dahin. Verdammt, er war doch ein Malfoy, er sollte sich eigentlich ganz anders benehmen. Lucius hatte ihn zwar enterbt, aber den Namen Malfoy konnte er ihm nicht so einfach nehmen. Und genau diesen Namen begleiteten seit Jahrhunderten Ehre und große Zauberer und genau deshalb würde er jetzt zu Harry gehen und ihn fragen. Jawohl! Hah, sein Vater sollte sich selber nicht mehr als einen Malfoy bezeichnen, wenn er so vor Du-weist-schon-wem im Staub kroch. DAS war schließlich sehr untypisch für einen Malfoy. Also los!
Leider kamen seine Beine diesem Entschluss nicht nach. Sie blieben einfach an Ort und Stelle und bewegten sich keinen Zentimeter. Draco resignierte. Er war feige wenn es um seinen Stolz ging. Es hatte einfach Angst sich zu blamieren, ob nun vor Harry oder sonst wem.
Draco starrte missmutig auf die schneebedeckten Dächer von Hogwarts. Er war natürlich wieder einmal in seinem Türmchen um in Ruhe nachzudenken. Die Anderen hatten sich wohl inzwischen wirklich dran gewöhnt, dass er dauernd verschwand.
Erneut stieß der blonde Gryffindor einen tiefen Seufzer aus und erhob sich schließlich von dem Sessel, in den er sich gefläzt hatte. Es war Zeit zurück zu gehen.
Sobald Draco die schmale Tür in die Eingangshalle aufgestoßen hatte, sah er wie es der Zufall wollte, Harry die Treppe Richtung Große Halle runtergehen.
„Harry!" Genannter drehte sich um.
„Hey Draco, da bist du ja! Ich habe mich schon gefragt, wann du mal zum Abendessen auftauchen würdest."
„Ähm ja, ich habe ein bisschen die Zeit vergessen… Sorry! Du Harry, ich müsste mal mit dir reden."
„Oh, ähm, klar."
„Gut, dann…" Draco ärgerte sich, dass er Harry überhaupt angesprochen hatte, aber jetzt konnte er nicht mehr zurück.
„Ja… gehen wir nach draußen, da wird man nicht so schnell gestört."
Zehn Minuten später waren sie beim See angelangt und betrachteten die große Eisfläche, in die sich der See verwandelt hatte. Draco stand einfach nur da und starrte vor sich hin. Er wusste nicht wo er anfangen sollte. Wenn er Harry fragen wollte, ob er in den Ferien zu ihm kommen konnte, musste er ihm schon die ganze Geschichte erzählen.
Harry drängte ihn nicht, aber man merkte, dass er schon etwas verwundert war, dass Draco sich so schwer tat mit ihm zu reden. Schließlich öffnete er ein einmal den Mund und holte Luft um etwas zu sagen, klappte ihn aber gleich wieder zu. Das Ganze wiederholte sich ein paar Mal bis Draco schließlich doch noch selber den Mund öffnete und leicht stockend anfing zu sprechen.
„Also weißt du… Erinnerst du dich an unseren ersten Schultag, als… als ich bei Dumbledore war?" Draco wartete nur kurz auf Harry Nicken um dann weiter zu erzählen, „Er… nun, du weißt, dass ich ein paar Probleme mit… Lucius, also meinem V… Vater habe. Und Dumbledore war der gleichen Meinung wie ich, dass ich… dass ich nicht mehr nach Hause kann, solange mein Vater da ist, weil… weil er mich wahrscheinlich… umbringen würde. Also…" Harry unterbrach ihn:
„WAS?"
„Äh, ja… weil ich nicht in Slytherin bin, sondern in Gryffindor, aber egal… nein, wohl eher nicht egal, denn das ist das Problem, oder wohl nicht DAS Problem, schließlich bin ich froh in Gryffindor zu sein… also am Anfang nicht, da habe ich es gehasst. Ich bin halt glücklich in Gryffindor, aber wie auch immer…" Draco brach ab, als ihm bewusst wurde, dass er nur noch unverständliche, und sinnlose Sachen von sich gab und setzte neu an.
„Also, die Sache ist die: Kann ich vielleicht in den Ferien mit zu dir? Weil ich nicht hier bleiben kann, aber auch nicht nach Hause… ich kann halt in den Ferien nirgendwo hin…" So, jetzt war es raus.
Harry schwieg. Für einen langen Moment war es vollkommen still. Harry gab kein Wort von sich, noch bewegte er sich einen Millimeter. Er glich einer Statue. Einer traurigen Statue, wie Draco entsetzt feststellte.
„Ach, egal, vergiss es einfach! War ne blöde Idee! Schließlich wohnst du bei Muggeln, da passt ein Malfoy natürlich nicht hin. Ich… ich frage vielleicht mal…" Draco brach ab, als ihm bewusst wurde, dass er niemanden sonst wusste, zu dem er gerne in den Ferien gehen würde. Hermine war wahrscheinlich die Einzige, die ihn abgesehen von Harry willkommen heißen würde, aber ihre Eltern waren ja auch Muggel.
„Draco… ich… es tut mir Leid. Natürlich war es keine blöde Idee. Es war das Naheliegendste, was du finden konntest… aber es geht nicht… Sorry. Meine Verwandten… nun ja, sie sind nicht so gut auf Zauberer zu sprechen um es mal milde aus zu drücken und es wäre gar keine gute Idee ihnen einen weiteren Zauberer vor die Nase zu setzten, noch dazu einen Reinblüter, der sich nicht so gut auskennen würde… Sie… sie hätten kein Verständnis und… ähm, sie würden dich wahrscheinlich irgendwo einsperren oder die Polizei rufen."
„Wen rufen?"
„Egal, würden sie wahrscheinlich sowieso nicht machen, denn dann müssten sie ja zugeben, dass sie mit Freaks zu tun hätten. Es tut mir wirklich Leid!"
„Schon ok, aber… Warte mal ne Sekunde… Du hast gesagt, dass sie Zauberer nicht ausstehen können… aber, du…"
„…aber ich bin doch ein Zauberer. Genau!" Harry warf ihm ein trauriges Lächeln zu. „Hast du dich den nie gefragt, warum ich hier so glücklich bin und warum ich nie Eulen oder Briefe von Zuhause bekomme?"
Jetzt wo Harry es ansprach, konnte Draco sich tatsächlich nicht an einen einzigen Brief erinnern, aber es war ihm vorher nie richtig aufgefallen.
„Was machst DU eigentlich in den Ferien?" Genau, was machte Harry in den Ferien? Bis jetzt war Draco immer davon ausgegangen, dass er nach Hause fahren würde, aber für ihn kam das wahrscheinlich genauso wenig in Frage wie für Draco selbst.
Harry lachte leise auf. „DAS nenne ich mal einen gelungenen Themenwechsel… Ich werde natürlich hier bleiben. Hier bin ich tausendmal glücklicher als bei den Dursleys…"
„Hm… ich würde auch gerne hier bleiben, aber das geht ja nicht… Komm, lass uns zurück gehen."
Schweigend gingen die beiden Freunde zurück, schweigend setzten sie sich an den überfüllten und lärmenden Gryffindortisch und schweigend schoben sie Gabel für Gabel des köstlichen Abendessens in den Mund.
„HI! Da scheid ihr a… Wir ham unsch schon geragt wwo ihr scheid…" Hermine warf Ron einen angeekelten Blick zu, da er den halben Inhalt seines Mundes über den Tisch sprühte. „Oh, schuldichung…"
Hermine sah immer noch missbilligend aus, doch Ron hatte es geschafft das Grinsen wieder auf Harrys und Dracos Gesichter zu zaubern.
„Jaah. Wir waren noch ein bisschen draußen. Sagt mal, was macht ihr Beide eigentlich während der Ferien?"
Ron hatte endlich runtergeschluckt und machte jetzt ein finsteres Gesicht. „Ich fahre nach Hause. Ich wollte eigentlich hier bleiben, aber Mum hat's mir verboten… Keine Ahnung was die jetzt für einen Tick hat, aber naja, es kann gefährlich werden, wenn man Weihnachten nicht macht, was sie sagt. Und du Hermine?"
„Ich weiß noch nicht so genau. Bleibt irgendwer von euch hier? Ich würde nämlich eigentlich gerne hier bleiben, aber alleine ist es auch langweilig." Hermine sah erwartungsvoll von Draco zu Harry. Beide senkten betreten die Köpfe, als ihnen klar wurde, dass sie um das Erzählen ihrer Geschichten wohl nicht drum rum kommen würden.
„Also, ich werde auf jeden Fall hier bleiben", machte Harry den Anfang, „ich bin bei meinen Verwandten nicht so willkommen. Vielleicht erinnert ihr euch, ich habe ganz am Anfang mal ein bisschen was von ihnen erzählt."
„Ich werde nicht hier bleiben." Draco versuchte sich mit dieser Antwort aus der Affäre zu ziehen, denn er ging davon aus, dass die beiden Gryffindors wohl annehmen würden, er führe nach Hause. Offensichtlich wirkte es, denn nach einem langen Blick wandte Hermine sich wieder an Harry.
„Du bleibst also auf jeden Fall hier? Gut, dann bleibe ich auch. Dann sind wir beide nicht alleine, wenn Ron und Draco nach Hause fahren." Hah, hatte also gewirkt. Vielleicht musste Draco Ron und Hermine ja nicht so schnell Rede und Antwort stehen.
Damit war das Thema für Harry, Hermine und Ron erledigt, und keiner von ihnen ahnte, was für ein großes Problem Draco hatte. Harry hätte es sich vielleicht denken können, aber er hatte nie das Gefühl von Zuhause und Geborgenheit bei den Dursleys gehabt, deshalb wusste er auch nicht, dass andere Menschen sich in fremden Umgebungen, die ihnen nicht die Liebe oder das Gefühl von Zuhause entgegenbrachten, das sie gewohnt waren, nicht wirklich wohl fühlten. Für ihn war es einfach normal, dass er sich Weihnachten oder an seinem Geburtstag nicht so wohl fühlte. Bei Draco war das jedoch anders. Er hatte zwar nie die Liebe bekommen, die andere Eltern ihren Kindern zeigten, aber seine Mutter hatte ihm doch immer das Gefühl gegeben willkommen zu sein und auf ihre eigene Art und Weise gezeigt, dass sie ihn liebte.
So, vergingen auch noch die letzten beiden Schultage und Draco wurde schweigsamer und schweigsamer. Seinen drei Freunden fiel das zwar auf, aber sie fragten ihn nicht weiter, was los war, denn sie erwarteten sowieso keine Antwort. Doch am letzten Abend vor den Ferien hielt Hermine es nicht mehr aus.
Sie waren gerade auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum, als ein Drittklässler der Ravenclaws auf sie zu kam.
„Hey Malfoy, Professor Dumbledore will dich sehen. Du sollst jetzt gleich zu ihm kommen."
Draco sank das Herz in die Hose. Dann würde er also erfahren wo er seine Ferien verbringen würde. Er nickte dem Ravenclaw dankbar zu und drehte sich um.
Doch Hermine lies ihn nicht so schnell entkommen: „Warte Draco, ich komme mit, ich muss noch mal zum... Lehrerzimmer."
Draco stöhnte innerlich auf. Wie sollte er sie denn jetzt loswerden. Sie wollte bestimmt nicht zum Lehrerzimmer, obwohl es eine perfekte Ausrede war, weil sie ständig die Lehrer etwas fragen wollte.
„Draco, hey Draco, jetzt warte doch mal." Draco dachte gar nicht daran, denn er wollte so schnell es geht zu der Abzweigung wo sie sich unweigerlich trennen mussten, wenn Hermine ihre Ausrede aufrechten halten wollte. Doch leider war er trotzdem nicht schnell genug.
„Draco, du kannst mir nicht erzählen, dass du nach Hause fährst. Ich habe vor 2 Tagen sehr wohl mitbekommen, dass du nur gesagt hast, dass du nicht hier bleibst, aber du hast NICHT gesagt, dass du nach Hause fährst. Also, wo verbringst du deine Ferien und WAS will Dumbledore so kurz vor den Ferien noch von dir?"
Das hatte sie also doch gemerkt. War ja klar, dass ihr das nicht entgehen würde. Verdammt, dieses Mädchen war einfach zu schlau und zog immer die richtigen Geschehnisse zusammen um ein Gesamtbild zu erhalten. Wie sollte er ihr nun eine Lüge auftischen? Das würde sie doch sofort durchschauen.
„Also, ich... du hast Recht, ich kann nicht nach Hause, wegen Lucius. Und deshalb hat Dumbledore mir schon zu Schuljahrsbeginn gesagt, dass ich die Ferien bei Freunden verbringen werde. Wenn ich selber niemanden finde, zu dem ich kann, dann wird ER eine Familie aussuchen. Er meinte er wüsste da schon genau die Richtigen."
„Oh... Ich gehe mal davon aus, dass du nicht bei fremden Leuten Weihnachten feiern willst, richtig?"
Draco nickte.
„Und? Hast du wen gefunden?"
Draco schüttelte den Kopf.
„Och komm schon. Jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen! Du kannst mir nicht weiß machen, dass du niemanden gefragt hast. Also wen HAST du gefragt, und warum hast du dich eigentlich nicht an uns gewendet?"
„Ich habe Harry gefragt."
„Oh... ich gehe mal davon aus, dass er nein gesagt hat, oder?"
Draco nickte.
„Hm... Ich würde dich ja zu mir einladen, aber das ist jetzt doch etwas kurzfristig. Wenn du eher gefragt hättest, dann hätte ich mich nicht für Hogwarts eingetragen und meine Eltern benach...", sie brach ab, „willst du überhaupt mit zu mir kommen?"
Oh verdammt, warum stellte sie immer die Fragen, die er nicht beantworten wollte?
„Ich... nun, deine Eltern sind Muggel und ich hätte wahrscheinlich etwas Probleme damit, mich einzuleben." Gut Draco, keine bewusste Antwort geben. Hoffentlich merkt sie es nicht... Natürlich bemerkte Hermine es.
„Aber willst... Ok, wie auch immer. Es ist jetzt ja eh nicht mehr zu ändern. Also, dann fiel Glück bei Dumbledore und...wir sehen uns dann später." Sie wandte sich ab und ging eilig mit gesenktem Kopf davon.
Draco hatte das Gefühl, dass sie eigentlich noch was hatte sagen wollen... Er zuckte die Schultern und machte sich auf den Weg zu Dumbledore.
Als Draco wieder in den Gemeinschaftsraum trat, war seine Miene immer noch nicht sehr viel fröhlicher. Der Besuch bei Dumbledore hatte ihm nicht wirklich viel gebracht. Dumbledore hatte mal wieder aus seinem unverständlichen Humor heraus, Draco die Information, zu wem der denn nun gehen würde vorenthalten und gemeint, es sei doch eine nette Überraschung, wenn Draco es erst am nächsten Tag erfahren würde. Ja, wirklich nette Überraschung! Oh verdammt, dieser senile Schulleiter hatte keine Ahnung was er Draco antat.
Hermine und Harry warfen ihm beide einen neugierigen Blick zu, doch Draco schüttelte nur den Kopf.
„Wo ist Ron?" Ihm war aufgefallen, dass der Rotschopf fehlte. Normalerweise verzog sich Ron erst sehr spät aus dem Gemeinschaftsraum.
„Packen!"
„Oh, ok, das sollte ich wahrscheinlich dann auch mal machen. Ähm... ich fahre morgen nicht mit dem Zug, sondern nehme den Kamin aus Dumbledores Büro. Ich werde also nicht so früh aufstehe müssen. Wir sehen uns dann morgen." Harry und Hermine nickten und Draco verschwand im Gryffindorschlafsaal. Als er die Tür öffnete erblickte er ein Chaos aus Schulumhängen, Büchern und anderen Kleidungsstücken.
„WEASLEY!!! Was hast du angestellt?"
Ron sah sich betreten im Raum um. „Ich will nicht alles mitnehmen. Deshalb sortiere ich grad aus."
„Und warum benutzt du dazu auch mein Bett?", fragte Draco und klaubte eine rot-golden-gestreifte Krawatte von seinem Bett.
„Äh, ich brauche halt Platz..."
Draco verdrehte die Augen und deutete mit seinem Zauberstab auf das Chaos im Zimmer. Die verschiedenen Kleidungsstücke erhoben sich und schwebten entweder in den Koffer oder zurück in Rons Schrank. Dann wandte er denselben Spruch auch auf seinen Schrank an.
„So, und wo war jetzt das Problem???"
„Äh, danke... Den Spruch musst du mir mal beibringen!"
Draco grinste.
Der nächste Morgen kam für die meisten viel zu früh und viel zu plötzlich. Neville, Dean und Seamus waren von der kurzen Zeit genauso überrascht worden wie viele andere Gryffindors und so hörte am von überallher Lärm schallen, als viele Schüler noch in aller Eile ihre Sachen packten. Harry, Draco und Ron lagen in ihren Betten und sahen dem Treiben ganz relaxt zu bis es Draco auffiel:
„Hey Weasley? Solltest du nicht langsam mal aufstehen? Deine Sachen sind zwar gepackt, aber der Zug wird trotzdem nicht auf dich warten."
Ron, der vor sich hin döste, grunzte: „Hm… Was? Ach so, ja. Ich fahre nicht mit Zug heim. Ich flohe." (AN: Ich nenne das jetzt einfach mal so, weil ich keine Ahnung habe, wie das Verb lautet.)
Draco starrte ihn an. Ron würde genauso wie er selbst das Flohnetzwerk benutzen? Wieso das? Oder war er etwa…? Nein, dass hätte Dumbledore ihm doch gesagt. Oder nicht? Wer verstand schon Dumbledores merkwürdige Gedankengänge…
„Ron? Warum… warum nimmst du nicht den Zug?"
„Kein Plan. Dumbledore meinte nur, dass ich um 11 Uhr von seinem Kamin aus nach Hause reise, weil meine Mum ihn darum gebeten hat. Ich sag doch, ich habe keine Ahnung was die für einen Tick im Moment hat."
Draco hatte Mühe Ron nicht fassungslos anzustarren. Die Weasleys??? Was zum Teufel wollte Dumbledore damit bezwecken? Die Weasleys und er, das war wie… wie Feuer und Eis… Draco lächelte zynisch. Ja, Rot und Blond, Feuer und Eis. Was sollte das, verdammt noch mal? Das konnte nicht gut gehen. Wussten die Weasleys überhaupt, dass er es war, der zu ihnen kam. Und wenn ja, warum waren sie dann überhaupt einverstanden gewesen? Auf die Idee, dass Dumbledore und die Weasleys deshalb zu dieser Lösung gekommen waren, weil Ron und Draco sich ein bisschen angefreundet hatten, kam Draco nicht. Für ihn war es einfach vollkommen abwegig, dass eine Familie wie die Weasleys ihn für Weihnachten einladen würde, wo doch ihre Familien so verfeindet waren.
„Malfoy? Geht's dir gut? Du siehst etwas komisch aus."
„Ja, ja, mir… mir geht's gut." Draco hatte beschlossen Ron noch nichts zu sagen. Es reichte wenn der Rotschopf in Dumbledores Büro ausrastete. Harry hatte es anscheinend auch begriffen, denn auch er sah etwas überrascht aus.
Mit einem Stöhnen lies Draco sich wieder nach hinten in die Kissen sinken, sprang jedoch 2 Sekunden später schon wieder auf. Hier, unter Harrys forschendem Blick hielt er es nicht noch länger aus. In Rekordgeschwindigkeit zog er sich an und verschwand mit wehendem Umhang aus der Tür. Harry und Ron blickten sich verwundert an.
„Weißt du was das grad war?"
„Nope. Keine Ahnung!"
Zwei Stunden später kam Draco genauso gehetzt wieder in den Gemeinschaftsraum. Er war durch Hogwarts spaziert, hatte versucht seine Gedanken abzulenken, war am Ende aber doch immer wieder auf das Thema zurück gekommen.
Der Gryffindor hetzte die Treppe zu den Schlafsälen hoch und schnappte sich seinen fertig gepackten Koffer. Ok, von schnappten konnte keine Rede sein, denn der große Schrankkoffer war immer noch ziemlich schwer, obwohl Draco nicht alle seine Sachen eingepackt hatte.
Hermine und Harry erwartet ihn am Fuß der Treppe und ließen sich auch am Portraitloch nicht abwimmeln. Auf Dracos Hinweis, dass sie nicht mitzukommen brauchten erwiderte Hermine nur trocken „Du glaubst doch nicht etwa, dass wir dich einfach in den Selbstmord rennen lassen, oder?"
Draco schnaubte. Ja, Ron würde ihn wahrscheinlich umbringen.
Als sie endlich den Wasserspeier erreicht hatten, blieben Harry und Hermine etwas zurück, doch auch Draco wurde immer langsamer. Er wusste das Passwort natürlich nicht. Doch der Wasserspeier war wohl informiert worden, dass Draco eintreffen würde.
„Ah, da bist du ja. Zu spät, war ja klar. Könnt ihr lärmigen Schüler eigentlich auch noch was Anderes als zu spät kommen?" Der Wasserspeier war wohl eindeutig nicht gut drauf, doch er hüpfte zu Seite um Draco einzulassen (wenn auch nicht ohne noch weiter vor sich hinzuschimpfen). Harry und Hermine verwehrte er jedoch den Zutritt.
„Was glaubt ihr was ihr da macht, he??? Er, und wenn ich sage nur er, dann meine ich auch nur ihn, darf hoch. Verstanden?"
„Ja, aber..." fing Hermine an.
„Nichts aber! Schert euch zurück in euren Gemeinschaftsraum und genießt eure Ferien, die ihr euch wahrlich nicht verdient habt.", schimpfte der Wächter von Dumbledores Büro.
Die beiden Gryffindors resignierten und Draco drehte sich langsam zu ihnen um.
„Also Leute… Genießt eure Ferien. Lasst es euch nicht zu langweilig werden und… wünscht mir Glück, dass Ron mich nicht umbringt. Wir sehen uns…" Er drehte sich nicht um. Er wollte die mitleidigen Gesicherter von Harry und Hermine nicht sehen, doch Hermine machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Sie fiel ihm um den Hals.
„Ach komm her du!" Draco war so überrumpelt, dass er sich von ihr in eine Umarmung ziehen ließ. „Du schaffst das! Bestimmt. Es wird alles gut. Ron wird dir schon nicht den Kopf abreißen."
Harry schloss sich ihr an: „Genau, Mann! Du packst das schon." Zuversichtlich klopfte der schwarzhaarige Gryffindor ihm auf die Schulter. „Und jetzt sieh zu, dass du da hoch kommst." Draco nickte wortlos, drückte Hermine ein letztes Mal an sich und verschwand hinter dem Wasserspeier.
Drei Stunden später konnte Draco sein Glück immer noch nicht fassen. Er hatte mit allem gerechnet, als er verstanden hatte, dass er zu den Weasleys kommen würde, nur nicht damit, was dann schlussendlich geschehen war.
Der blonde Junge ließ sich auf die Matratze fallen, die man für ihn in Rons Zimmer gelegt hatte. Der rothaarige Gryffindor hatte ihn (nicht ganz freiwillig) alleine gelassen um seiner Mutter zu helfen, die meinte, dass Draco ein bisschen Ruhe brauchen könnte um sich von dem Schock zu erholen. Draco war ihr dankbar dafür und fragte sich dann wieder, warum hier alle so freundlich waren und genau zu wissen schienen was er brauchte.
Seine Gedanken wanderten wieder zu dem Moment zurück, als Ron begriffen hatte, WER ihn nach Hause begleiten würde…
Flashback
Draco stieß die Tür zum Schulleiterbüro auf und fand Ron Weasley ganz relaxt vor Albus Dumbledores Schreibtisch sitzend vor. Das änderte sich jedoch in derselben Sekunde in der er Draco erblickte.
„Malfoy??? Was machst du denn hier? Ich dachte du fährst nach Hause."
Draco warf Dumbledore einen hilfesuchenden Blick zu, doch der Schulleiter stand bei seinem Phönix und ließ kein Wörtchen der Unterstützung von sich hören.
„Öhm… weist du, Ron, deine Familie hat sich… öhm, sie waren so freundlich… also, ich…", stotterte Draco.
„Spuck's aus Malfoy!"
„Ich komme die Ferien über mit zu euch.", antwortete Draco nach einem tiefen Durchatmen.
Stille
„Aha."
„Ron? Ich wusste vor heute Morgen auch nichts davon. Wirklich, wenn ich eine Wahl hätte…"
„Nein, nein, kein Problem. Wirklich nicht. Alles ok."
Ja, klar, dachte Draco sarkastisch. Ron sah aus, als wäre ihm ein Inferi begegnet. Er war kalkweiß im Gesicht, doch so ruhig, dass es Draco schon wieder Angst machte. „Ron? Bist du wirklich nicht…"
„SAUER??? Ob ich nicht sauer bin??? Nein! Nein, natürlich bin ich nicht sauer. Aber ein klein bisschen beleidigt sein, darf ich doch, oder? Vielleicht steht mir das ja noch zu nachdem meine Familie,… lass mich das noch mal betonen: MEINE Familie hat mich hintergangen, pfercht mich ohne zu fragen mit jemanden wie DIR in meinem EIGENEN Haus ein und DU, du fragst mich ob ich sauer sei. Nein… Nein, ich bin nicht sauer. Alles bestens!"
Langsam wurde auch Draco wütend. „Jetzt hör mir mal zu, Weasley. ICH habe mir das auch nicht ausgesucht. Meinst du ich hätte eine Wahl gehabt?"
„Ja", flüsterte der Rotschopf, „ja, du hast eine Wahl gehabt. Du hättest nach Slytherin gehen können."
„Das reicht jetzt, Mr. Weasley!" Dumbledore hatte sich wohl endlich dazu entschieden einzugreifen. Draco war wie vor den Kopf gestoßen. Er hätte nie gedacht, dass Ron es so schnell begreifen würde. Dieser hatte nach Dumbledores Eingreifen die Lippen zusammen gekniffen und starrte wütend vor sich hin. Und da verstand Draco, dass Ron es NICHT begriffen hatte, er hatte nur verstanden, dass er seine Ferien ohne Draco verbracht hätte, wäre dieser nach Slytherin gekommen.
Nur am Rande bekam er mit, wie der Schulleiter einen großen, flachen Stein auf den Tisch legte und sie aufforderte diesen zu berühren. Wie in Trance legte er einen Finger auf die glatte Oberfläche und wurde im nächsten Moment von den Füßen gerissen. Der vertraute Zug am Bauchnabel ließ jedoch schon nach wenigen Sekunden wieder nach und Draco fand sich in einer chaotischen Wohnküche wieder.
„Ah, da seid ihr ja!" Die mollige Frau war bestimmt Mrs. Weasley. Sie wollte ihren Sohn in den Arm nehmen, doch der stieß ihren Arm beiseite und rannte eine Treppe hoch.
„Ron!" Doch Gerufene ließ sich nicht wieder blicken. Die kleine Frau war tiefrot geworden und sah aus, als wenn es gleich aus ihren Ohren anfangen würde zu dampfen. „Ronald! Du kommst jetzt sofort wieder runter!"
Nichts passierte und Mrs. Weasley erinnerte sich wohl wieder an Draco.
Sie nahm Draco in den Arm.
„Ach mein lieber Junge… Es tut mir Leid, dass mein Sohn so… so uneinsichtig ist. Ich hätte nicht gedacht, dass er so verstimmt sein würde. Aber das gibt sich schon wieder. Warts nur ab. Wenn er erst mal merkt, dass er endlich einen gleichaltrigen Quidditschpartner hat, wird er sich schon wieder beruhigen. Jetzt komm erst mal zum Essen."
Draco hatte noch kein Wort gesagt, auch nicht, als die rundliche Frau ihn an einen Tisch führte und auf einen Stuhl drückte. Sie hatte ihn in den Arm genommen. Ihn, einen Wildfremden und Sohn eines Todessers. Draco konnte es nicht fassen. Erst als Rons Mutter einen großen Topf mit ihrem Zauberstab antickte, der daraufhin anfing Suppe auf 3 Teller zu verteilen, fand er seine Sprache wieder.
„Danke", würgte er hastig heraus.
Mrs. Weasley schaute ihn überrascht an. „Hm? Was meinst du, mein Junge?"
„Danke, dass sie mich für die Ferien aufgenommen haben."
„Aber das ist doch selbstverständlich! Als Dumbledore uns deine Geschichte erzählte, haben wir sofort zugesagt. Es war so unglaublich mutig von dir, dich trotz deiner Familie für Gryffindor zu entscheiden. Und da du dich auch noch mit Ron angefreundet hast, war es doch selbstverständlich, dass wir dich aufnehmen."
Draco schaute sie perplex an. Das hatte er jetzt nicht erwartet. Er war doch eigentlich eine zusätzliche Last. Gerade bei so vielen Kindern und auch noch während der Weihnachtsfeiertage. Doch diese Familie war nicht für ihre vielen Kinder, sondern auch für viel Wärme und Freundlichkeit berühmt. Gerade als Draco erneut zu einem Dank ansetzten wollte brüllte Mrs. Weasley mit einer solchen Lautstärke den Namen ihres Sohnes durchs Haus, dass Dracos Ohren anfingen zu klingeln.
Doch Ron ließ sich erneut nicht blicken und ein einziger Blick auf Mrs. Weasley zeigte, dass das ein großer Fehler gewesen war. Sie schnaubte laut und stürmte die Treppe hoch.
Nun war Draco alleine in der Küche und hatte Zeit sich den Raum mal anzusehen. Was er sah war so vollkommen anders, als das was er gewohnt war. Wo in Malfoy Manor eine leere Fläche, ein Bild oder eine Blumenvase war, war im Hause der Weasleys ein Sessel, ein Korb mit Krimskrams oder einfach nur undefinierbare Sachen. Es gab wirklich keinen Winkel, der nicht vollgestellt war. Doch was Draco am meisten Überraschte war, dass ihm das ganze Durcheinander gefiel. Es wirkte Gemütlich und strahlte eine Geborgenheit aus, die ihm bisher Fremd gewesen war. Es war alles so vollkommen anders, dass er sich auf Anhieb wohl fühlte. Vor allem die Farben verstärkten das Gefühl. Gryffindors Farben waren überall vertreten und zeigten jedem Gast sofort welchem Gründer die Familie treu war. In Malfoy Manor war das genauso, nur das alles in Grün, Silber und Schwarz gehalten war. Er mochte diese Farben zwar, doch es waren nun mal kalte Farben, die nicht in ein gemütliches Haus passten.
In diesem Moment waren aus den oberen Stockwerken laute Stimmen zu hören. Allem Anschein nach, versuchte Mrs. Weasley Ron wohl klar zu machen, dass er so nicht mit Draco umspringen konnte. Draco schnaubte. Die Mühe konnte sie sich sparen. Er verstand Ron ja eigentlich. Er wäre wohl auch nicht so sonderlich begeistert gewesen, wenn ein Mitglied der Familie Weasley über Weihnachten mit nach Malfoy Manor gekommen wäre. Dennoch hatten sie sich in den letzten Wochen etwas angefreundet und Draco hatte schon ein bisschen gehofft, dass Ron ihm wenigstens eine Chance geben würde. Doch anscheinend war dem nicht so.
„RONALD WEASLEY!!! Du wirst jetzt sofort mit runter kommen, oder es setzt was."
Oh, oh… Die liebe, nette Mrs. Weasley konnte sich anscheinend ganz gut durchsetzten. Draco grinste. Ja, ja, das hatte seine Mutter auch immer gut gekonnt. Doch Dracos Grinsen verschwand, als er Schritte auf der Treppe hörte. Er wollte Ron nicht zeigen, dass er sich jetzt auch noch über ihn lustig machte. Dann wäre der Rotschopf bestimmt endgültig ausgeflippt. Im Moment wandte er anscheinend eine neue Taktik an. Er ignorierte Draco. Er würdigte ihn keines Blickes. Wortlos setzte er sich an den Tisch, zog einen gefüllten Teller zu sich ran und begann mit gesenktem Kopf zu essen. Mrs. Weasley setzte sich nun auch an den Tisch und fing ebenfalls an zu essen. Nach ein paar Minuten des schweigenden Löffelns platzte ihr aber erneut der Kragen.
„Merlin und Morgana. RON, jetzt sei doch nicht so stur. Wenigsten reden kannst du mit Draco doch. Er hat dir doch nichts getan!"
Ron schwieg.
Mrs. Weasley seufzte. „Es tut mir Leid, Draco. Ich hätte wirklich mehr von meinem Sohn erwartet." Während sie das sagte ignorierte sie Ron nun sehr gekonnte und tat einfach so, als wenn ihr Sohn nicht anwesend war.
Draco musste schon wieder grinsen. Diese Frau hatte es faustdick hinter den Ohren. Indem sie über Ron redete, als wenn er nicht anwesend war, tat sie genau das was er auch tat: Sich gegenseitig ignorieren. Allerdings war diese Maßnahme auch die beste Methode um ihn aus der Reserve zu locken. Und sie funktionierte!
„MOM! Ich bin vielleicht auch noch anwesend? Was meinst du damit du hast mehr von mir erwartet? Du konntest dir ja wohl denken wie ich reagieren würde. Immerhin hat seine Familie jahrelang unsere beleidigt und niedergemacht."
„Und genau das ist der Punkt, Ron! Genau das ist der Punkt. Seine Familie!"
Ron schaute seine Mutter verwirrt an. „Was meinst du?" Doch Mrs. Weasley beachtete ihn nicht und gab Draco die Gelegenheit selber darauf zu reagieren.
„Ron… Ich weiß, dass meine Familie die deine nicht immer nett behandelt hat…" Ron schnaubte zustimmend; Draco ignorierte es, „… aber ich hatte wirklich gehofft, dass du in den letzten Monaten einen bisschen besseren Eindruck von mir bekommen hast. Und nur für den Fall, dass es dir doch nicht aufgefallen ist, lass es mich dir noch mal aufzählen: Meine gesamte Familie war in Slytherin; ich bin in Gryffindor. Meine Familie hat immer Andere beleidigt; ich habe das nie getan. Meine Familie hat Muggelgeborene wie Dreck behandelt; ich bin mit einer befreundet. Meine Familie hat deine jahrelang beleidigt; ich bin bzw. war ansatzweise mit dir befreundet. Vor zwei Tagen noch haben wir GEMEINSAM Harry und Hermine in der Schneeballschlacht platt gemacht. Wir haben uns gegenseitig geholfen, hatten Spaß zusammen, haben zusammen gelacht und schlafen seit mehreren Monaten in einem Schlafsaal, ohne dass dich jemand erdolcht hat. Fällt dir vielleicht eine klitzigkleine Kleinigkeit auf?"
Ron starrte ihn nach dieser Rede einfach nur sprachlos an und auch Mrs. Weasley fehlten offensichtlich die Worte.
„Nein?", antwortete Draco sich selbst, „Wir haben uns wie Freunde verhalten. FREUNDE, Ron! Und noch was: Hast du je mal darüber nachgedacht, WARUM ich in Gryffindor bin, WARUM ich keine Briefe von meinem so genanntem Vater bekomme, WARUM ich mit Hermine befreundet bin und vor allem WARUM ICH ÜBERHAUPT HIER BIN??? Meinst du ich würde deiner Familie zur Last fallen WENN ICH DIE WAHL HÄTTE NACH HAUSE ZU FAHREN???? Oder denkst du ich würde das Risiko eingehen von dir umgebracht zu werden, wenn ich nicht wüsste, DASS DU ES 1000 MAL SCHNELLER UND SANFTER MACHEN WÜRDEST ALS MEIN LIEBER VATER?????" Draco war am Ende immer lauter geworden, bis er schließlich aufgesprungen war und nur schwer atmend, mit geballten Fäusten vor Ron stand.
„Dein… Vater will dich… um… umbringen", stotterte Ron mit unnatürlich hoher Stimme.
Draco antwortet nicht, sondern rannte die Treppe hoch. Zwei Etagen weiter oben blieb er schwer atmend stehen. Er war so überstürzt aus der Küche geflohen, dass er ganz vergessen hatte, dass er sich in diesem Haus gar nicht auskannte. Frustriert ließ er sich an einer Wand nach unten gleiten bis er auf dem Boden hockte. Er lehnte seinen Kopf gegen die Wand und schloss resigniert die Augen. Was hatte ihn bloß geritten, dass er so ausgeflippt war. Das war ihm ja noch nie passiert und dann auch noch bei fremden Leuten, bei denen er die nächsten zwei Wochen verbringen sollte. Oh man, oh man, da hatte er sich ja in was reingeritten.
Plötzlich ertönten Schritte und Draco öffnete die Augen. Doch nicht Mrs. Weasley sondern Ron stand am Treppenabsatz und blickte ihn zerknirscht an.
„Hi… ähm… hilft es etwas wenn ich sage es tut mir Leid? Dass ich ein blinder Vollidiot war? Ich weiß auch nicht warum ich es nicht früher begriffen hab… Es tut mir wirklich Leid! Also dann… wenn du was brauchst…" Ron fuhr sich nervös durch die Haare.
„Ron?"
„Hm?"
„Danke!" Draco grinste ihn an und Ron lächelte verlegen zurück. Dann streckte er dich Hand aus um Draco vom Boden zu helfen. Lächelnd ergriff Draco sieh und ließ sich hoch ziehen.
„Komm jetzt zeig ich dir erstmal wo du schläfst! Wir haben leider nicht so viele Zimmer, und da Charly und Bill über Weihnachten auch hier sein werden, wird es wohl etwas eng. Du wirst mit bei mir im Zimmer schlafen."
Flashback Ende
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Na Leute, wie war das????
Ich würde mich wirklich wahnsinnig über ein Review freuen!!! Vor allem nach so langer Zeit… und vielleicht bekommt meine Schreibblockade mit jedem Review ja einen Knacks mehr… ^^ :D
Also schreibt fleißig!
LLG euer Bücherwurm
