Dieses Kapitel möchte ich ViSissi widmen. Vielen Dank für die Reviews!
„Magst du mich etwa?" hatte Blair in einem zweifelnden Ton gefragt
„Argh, definier mögen!" hat ein verwirrter Chuck geantwortet.
Das war der Teil des Dialoges letzter Nacht, der Blair durch den Kopf ging als sie den Menschen neben sich im Bett betrachtete. Chuck sieht so friedlich aus wenn er schläft, ein Gesicht so zart und doch so stark als wäre er aus Porzellan. Dachte sie während sie anfing, ganz sanft seine Wange zu streicheln. Nate hatte ihren Geburtstag dank dem Foto von ihm und einem unbekannten blonden Flittchen nahezu ruiniert. Erstaunlicherweise war es Chuck der ihn letztlich doch noch gerettet hatte. Das war ein ganz neues Erlebnis. Normalerweise war Chuck der Party-Crasher, was also einer Gradwende von 180° entsprach. Während sie darüber nachdachte, vergaß sie völlig, dass sie ihn schon die ganze Zeit streichelte. Plötzlich fing er an zu blinzeln. Sie zuckte zurück und legte ihre Hand wieder an seine Hüfte.
„Schlaf weiter Chuck, es ist 5 Uhr morgens."
„Und warum schläfst du nicht?" murmelte er im Halbschlaf.
„Shhh, Augen und Mund zu." sagte sie als sie ihm sachte den Zeigefinger auf dem Mund presste.
„Wie du meinst, meine Süße." flüstere er bevor er wieder in sein Schlaf abdriftete.
Blair war auf einen Schlag wieder hell wach. Meine Süße. Der Einzige, der Blair je so genannt hatte, war Nate. Sie fing ernsthaft an wieder darüber nachzudenken, wie sie in diese Misere, und es musste Misere sein den es beinhaltete Sex mit Chuck, geraten konnte.
Nate hatte mit ihr Schluss gemacht - oder sie mit ihm? Jedenfalls war Schluss als sie sich entschied zum Victrola zu fahren. Der Abend endete nach ihrer Tanzperformance in Chucks Limo. Um genau zu sein endete noch etwas in der Limo, nämlich ihre Zeit als Jungfrau. Jahrelang hatten sie und Nate auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Aber in dem Moment neben Chuck fühlte es sich soviel richtiger an als je mit Nate. Seine Küsse waren besser, seine Berührungen intensiver. Der Schock über das was in der Limo über sie kam erreichte sie erst letzte Nacht als sie in ihrem Zimmer ankam. Da sie das niemandem erzählen konnte, gerade nicht Serena, war sie zur Kirche gegangen. Die dort vom Priester erteilten Ratschläge und die daraus resultierenden Ratschläge waren genau bis zum Gossip Girl Blast über Nate interessant. Danach verwarf sie schon einmal das Alkoholverbot. Dann war ihr Geburtstag und es war desaströs. Nach ihrem theatralischen Auftritt beim Kerzen ausblasen, hatte sie sich ins Schlafzimmer des Apartments zurückgezogen. Und dann tauchte Chuck auf. Mit dem wundervollen Collier in der Hand, das sie sich selbst morgens ausgesucht hatte. Nun ja – was heißt ausgesucht. Sie hatte es mit der Hoffnung auf ein Wunder zurücklegen lassen. Immerhin kostet es 20.000 $. Und dann war es Chuck der es ihr brachte. Als er dann neben ihr saß, überkamen sie einfach die Gefühle der letzten Nacht. Sie küssten sich leidenschaftlich, als Blair hörte wie die Tür geschlossen wurde. Sie ließ ab von Chuck.
„Hast du das gehört?"
„Wovon redest du, Blair?"
„Die Tür. Jemand hat uns gesehen."
„Bist du dir sicher?"
So sehr die beiden den Moment genossen: Blair wollte keinen GG Blast über sich und Chuck lesen müssen. Das würde Blairs Ruf gänzlich ruinieren und sie war die Königin der High School, was bedeutete das so etwas nicht passieren durfte. Und Chuck wollte keinesfalls das Nate von ihrem Techtelmechtel erfährt. Immerhin war er Chucks einziger richtiger Freund.
„Vielleicht sollten wir in die Limo gehen, was meinst du, Waldorf?"
„Serena ist noch da."
„Okay. Wir bringen Serena nach Hause und dann…"er küsste sacht ihre Schulter. „Meine Mom ist in Paris. Dorota ist mit ihrem Freund, dem Türsteher, aus."
„Deine Mutter hat dich an deinem Geburtstag vergessen?" Blair schaute geknickt nach unten.
„Wie die letzten 16 Mal."
Chuck schüttelte einen Moment lang den Kopf. Er hatte keine Mutter aber er war sich sicher, dass das keine wirklich mütterliche Attitüde war.
„Gut, also bringen wir Blondie nach Hause und gehen dann zu dir."
Blair lächelte milde und nickte ihm zu. Serena war auf dem Weg nach Hause sehr komisch und beäugte Blair und Chuck fast wütend. Als sie sie angesetzt hatten und zu Blair fuhren, erzählte Chuck was Nate im am selben Morgen in der Suite gesagt hatte.
„Bist du sauer auf ihn?" fragte Chuck was hoffnungsvoll.
„Nein. Ich wusste schon immer das seine Familie ihm alles bedeutet. Ich bin enttäuscht."
„Du hast allen Grund dazu, aber bitte Blair: Sag ihm nicht das du es von mir weißt." Blair schüttelte den Kopf. Sie wusste das Chuck und Nate beste Freunde waren. Aber das er so ehrlich und hilfsbereit für sie in den letzten Monaten war, zählte noch mehr. Sie beugte sich vor und küsste Chuck. Chuck erwiderte den Kuss nicht. Er wusste, dass es sonst nur Rache an Nate für sie wäre. Stattdessen legte er seinen Arm und sie und küsste sie auf die Stirn. Blair verstand die Geste und entschied sich zu warten bis sie in ihrem Haus waren. Dort angekommen war Blair aus dem Aufzug ausgestiegen und hatte sich vergewissert, dass die Luft rein war bevor sie Chuck ein Zeichen gab, hereinzukommen.
„Wow, das Waldorf-Haus in der Nacht. Ich glaube ich war noch nie so spät hier."
„Oder so früh." Antwortete Blair mit einem Blick auf die Uhr im Esszimmer. Diese sagte. 2.30 Uhr.
Chuck lächelte sie mit seinem typischen Chuck-Bass-Grinsen an. Er beugte sich vor um sie zu küssen. Sie erwiderte den Kuss kurz und zog ihn dann am Arm nach oben. Dort angekommen warf sie ihre Handtasche und ihre Weste auf den Boden, Chuck tat das Selbe mit seinem Jackett. Er zog sie näher an sich und fing an sie von Kinn abwärts zu küssen.
„Warte." Sagte Blair sanft, aber mit Nachdruck.
„Irgendetwas nicht in Ordnung?" fragte er mit einem Stirnrunzeln.
„Ich schulde dir eine Entschuldigung. Ich hätte ernst nehmen sollen was du mir auf dem Dach gesagt hast. Es tut mir leid und….ich mag dich auch." Blairs Wangen färbten sich zart rosa bei diesen Worten. Es war die Wahrheit. Sie mochte die Art in der er sie an sah, sie mochte das Gefühl in seiner Nähe frei sein zu können, sie mochte die Art in der er sie küsste und anfasste. Chuck sah sie einen Moment an bevor er ihr einen intensiven Kuss gab. Sie entknotete seine Krawatte und fing an sein Hemd aufzuknöpfen, während er langsam den Reißverschluss ihres Kleides öffnete….Es war eine wunderbare Nacht. Als Chuck völlig erschöpft neben ihr ins Kissen sank und sie fest an sich presste, betrachtete sie ihn noch lange.
Als ihr Wecker um 7 Uhr klingelte, stellte sie ihn ab und drehte sich zu Chuck. Sie hatte kaum geschlafen.
„Chuck, wir müssen aufstehen. Die Schule!" sagte sie während sie ihn leicht an der Schulter rüttelte.
Chuck streckte sich geräuschvoll. „Blair, es ist dein Geburtstag, morgen ist Thanks Giving und in der Schule ist heute Kennenlern-Tag für die neuen Schüler. Außerdem haben wir gestern getrunken und ich seh dir an der Nasenspitze an das du auch Kopfschmerzen hast."
„Ich werde nicht schwänzen." antwortete Blair in entschlossenem Ton. Sie hasste es, dass er Recht hatte. Ihr Kopf dröhnte noch immer von Sake.
„Warum nicht?" fragte Chuck während er mit seiner Hand sanft ihre Seite streichelte.
„Weil ich sowas nicht tue." Sagte sie entschieden.
„Es wird Zeit für die ein oder andere neue Angewohnheit, Schönheit." grinste Chuck bevor er ihr einen Kuss gab.
Sie konnte nicht anders als sein Lächeln zu erwidern. Schönheit. So hatte Nate sie nie genannt. Süße, Kleine, Prinzessin – Schönheit war neu und es hörte sich gut an.
„Dann musst du aber den Tag mit mir verbringen, Bass."
„Wenn es nur das ist." Er beugte sich über zu ihr um sie wieder zu küssen, als die Tür aufging.
„Miss Blair, Zeit für Schul…." Dorota erstarrte an der Tür. Keiner sagte ein Wort, bis Dorota lächelte und fragte „Frühstück in Bett, Miss Blair?"
Blair nickte und Chuck nur breit grinste. Er wusste das Dorota ihn lieber mochte als Nate. „Mr. Chuck ist guter Freund für Miss Blair. Mr. Nate nix sich kümmern." hatte sie ihm einst gesagt, als Blair einen schlimmen Tag hatte, nachdem ihr Vater wegrannte und Nate mal wieder lieber irgendwo kiffte statt sich mit ihrem Drama zu befassen. Aber das war nicht die einzige Erinnerung dieser Art, die er an Dorota hatte….
Serena, Blair, Nate und Chuck waren sieben Jahre alt und spielten im Park. Dorota hatte Plätzchen gebacken. Als nur noch einer übrig war und Chuck und Nate gleichzeitig danach griffen hatte Dorota den Korb zu Chuck hinüber gehalten und Nate in einem strengen Ton gesagt „Nix gut für Fußballer wenn zu viel Kekse, Mr. Nate." Als Chuck den Keks nahm, lächelte sie ihn an und nickte ihm zu.
Es war Blairs elfter Geburtstag und sie saß am Tischende. Serena rechts und links war nur ein Platz frei. Nates Vater hatte sie hergefahren und war mit ins Apartment gekommen. Als Dorota erkannte, das sowohl Nate als auch Chuck auf den Platz neben Blair starrten, sah Dorota ihn an und nickte kaum merklich, während sie Nate zurückhielt und sich über seine neue Frisur amüsierte. „Ponyfrisuren nur gut für Mädchen, Mr. Nate."
„Ich mag dein Hausmädchen." Sagte Chuck breit grinsend zur Blair nachdem all diese lustigen Erinnerungen ihren Weg aus seinem Unterbewusstsein in das hier-und-jetzt fanden.
„Sie ist die Beste. Ich werde sie Mutter stehlen müssen, wenn ich von hier ausziehe." Sagte Blair fest entschlossen. Dorota war ihre Ersatzmutter, keine Frage, dass sie sie mitnehmen würde. Blair stand auf und ging Richtung Badezimmer.
„Ja, das werden wir schon hinbekommen."
„Wir?" Blair warf ihm einen ungläubigen Blick über die Schulter zu.
Chuck sagte nichts, sondern folgte ihr wortlos unter die Dusche…
