A/N Die Charakteren gehören nicht mir. Viel Spaß beim lesen.
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2. Vertrauen
Vertrauen auf das Herz, auf den Sieg des Wahren und Besten, dem wir uns hingeben. Und wie könnten wir untergehen?
Susette Gontard
Überrascht starrte sie auf die am Boden liegende Kette. Langsam sank sie in die Knie um sie noch besser betrachten zu können. An einem ledernden Riemen hing ein wunderschöner grüner Stein.
Zögernd nahm sie den Stein in die Hand, er hatte die Form eines Regentropfens und auf der Rückseite war ein ihr unbekanntes Zeichen eingraviert. Es musste ein Smaragd sein, aber ungeschliffen. In den letzten Sommerferien war Hermine mit ihren Eltern in Brasilien gewesen und dort hatten sie eine Führung durch die Edelsteinminen gemacht. Ihr Führer hatte ihnen die verschiedenen Steine gezeigt aus denen die kostbarsten Edelsteine geschliffen wurden. Er war wunderschön und je länger Hermine ihn betrachtete, desto mehr wurde sie in seinem Bann gezogen.
Es sah so aus als würde der Stein pulsieren, wenn nicht sogar leben und er fühlte sich warm an. Die verschiedenen Varianten des Grüns schienen sich zu bewegen. So wie die Wolken, wenn sie gepeitscht vom Wind am Himmel vorbeiziehen.
Aber wer zum Teufel hat ihr diese wertvolle Kette geschickt? Sie machte sich auf die Suche nach einem Brief. Als sie dann noch mal das Papier betrachtete mit dem die Kette verpackt war, fiel ihr eine Schrift darauf auf.
Trage immer diese Kette, sie wird dich beschützen. Sie ist ein Geschenk der Erde. Erwarte mein Kommen und fürchte dich nicht. Großes wird geschehen, so wie es vorausgesehen wurde. Verlass dich auf deinen Instinkt und auf dein Herz!
Hermine war tief in Gedanken versunken. Vielleicht war es ja verhext oder hatte einen Fluch auf sich. In der Zauberwelt musste man immer vorsichtig sein mit solchen Dingen. Das hatte die junge Schwester, Ginny, ihres besten Freundes Ron auf schmerzhafte Weise erfahren müssen. Das Tagebuch von Tom Riddle alias Lord Voldemort hatte sie von innen her vergiftet und sie gezwungen die Kammer des Schreckens zu öffnen. Harry hat sie zuletzt aus den Fängen des Basilisken befreit.
Sie wurde in ihren Gedankenzug unterbrochen als eine genervte, eindeutig männliche Stimme nach ihr rief. „Hermine wo bist du, wir wollten uns doch zum Abendessen treffen!".
Hermine musste schmunzeln die Stimme konnte nur zu Ron gehören. „Ja ich komme sofort", rief sie zurück.
Schulterzuckend stopfte sie die Kette in ihre Hosentasche. Harry und Ron haben ihr schon so oft gesagt, dass sie sich nicht so viel Sorgen machen sollte. Was die komische Rune auf der Rückseite des Steins betraf wollte sie unbedingt noch einmal in der Bibliothek nachgucken.
Dann rannte sie die Treppe, die zum Gemeinschaftraum führte, hinunter. Dort wartete auch schon Ron. „Wo warst du denn? Harry und ich haben unten auf dich gewartet. Wir haben uns Sorgen gemacht, deswegen bin ich gekommen um dich zu suchen. Dabei hab ich doch so einen riesigen Hunger.", sagte Ron vorwurfsvoll.
„Tut mir echt leid! Ich habe gerade Hausaufgaben gemacht und war so vertieft darin, dass ich die Zeit vergessen habe", antwortete Hermine. Irgendwie hatte sie ein komisches Gefühl dabei wenn sie daran dachte Ron von der Kette zu erzählen. Vielleicht später wenn sie wusste was die Rune bedeutete.
„Schon gut! Ist ja nicht so schlimm. Apropos Hausaufgaben, kannst du mir vielleicht deine Aufzeichnungen von Prof. Binns letzter Stunde geben? Ich hab sie irgendwie verlegt und jetzt kann ich die Hausaufgaben nicht machen und du weißt ja die müssen bis morgen fertig sein", bettelte Ron lächelnd und kratzte sich am Hinterkopf.
Genervt über Rons Schlampigkeit antwortete Hermine: „Wenn es sein muss. Aber eigentlich bist du ja selbst Schuld daran bei deiner Unordnung."
„Ach, Hermine ich hab dich ja und du weißt doch das Genie überblickt das Chaos!" rief Ron und deutete mit seinen Zeigefinger dabei auf sich.
Murmelnd sagte Hermine: „Oder das Genie geht im Chaos unter!".
So verließen sie den Gemeinschaftsraum und im nu waren sie unten in der Großen Halle.
Harry hatte für sie beide einen Platz freigehalten. Sie setzten sich und wieder erwähnte Hermine nichts von der Kette. Ron lud sich erst mal eine ganze Fuhre Stampfkartoffeln auf seinem Teller und war mit Harry in einer Diskussion vertieft über, wie konnte es auch anders sein, Quidditch. Hermine rollte mit den Augen typisch Jungs! Ihr Blick streifte durch die Halle und blieb bei den Slytherintisch hängen genauer gesagt bei Malfoy. Er unterhielt sich gerade mit seinem Nachbarn Zabini und schien sich wohl zu amüsieren. Plötzlich als hätte er ihren Blick gespürt blickte er auf. Schnell duckte sie den Kopf und tat so als wäre sie sehr mit ihren Erbsengemüse beschäftigt.
„…Hermine was sagst du denn dazu", fragte Ron und blickte sie erwartungsvoll an.
„Eh, tut mir leid Ron ich war gerade in Gedanken. Was wolltest du fragen?" stammelte Hermine ein, deren Wangen sich leicht röteten. Oh, wie peinlich Hermine du hast doch gar nichts Verbotenes gemacht warum wirst du rot?
„Ron und ich haben gerade darüber diskutiert, ob Hufflepuff eine Gefahr darstellt. Die haben ja jetzt einen neuen Sucher Rodger Miller und er ist verdammt gut. Ron ist da anderer Meinung, was denkst du?" half Harry aus. Ron derweilen spähte sie erwartend an und in seinen Augen konnte man immer noch ein bisschen Irritation lesen.
„Nun, ja ich habe zwar nicht viel Ahnung von Quidditch, aber ich finde man sollte seinen Feind niemals unterschätzen. Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir gewinnen werden, natürlich nur wenn ihr sehr viel trainiert. Apropos Training nicht alles dreht sich um Quidditch denkt an die Abschlussprüfungen! Ihr wisst, dass dies unser letztes Jahr ist und ihr sollte euch noch einmal richtig anstrengen. Ihr wollt doch beide Auroren werden und die müssen möglichst gut abschneiden" den letzten Teil konnte sich Hermine einfach nicht verkneifen.
Lachend klopfte Ron ihr auf die Schulter: „Ach, Hermine dafür haben wir noch später genug Zeit. Es ist doch gerade mal Oktober". Dann widmete er sich wieder Harry und die beiden waren abermals in Diskussionen rund um die schönste (und langweiligste, dachte Hermine) Sportart der Welt versunken.
Nochmals schweifte ihr Blick zum Slytherintisch herüber, aber Malfoy war nicht mehr da. Verdammt schon wieder hat sie sich dabei ertappt zu ihm hinüber zu sehen. Wieder dachte sie an den Vormittag in der Bibliothek zurück. Schweigend schüttelt sie den Kopf. In letzter Zeit dachte sie viel zu oft an Malfoy was war nur los mit ihr. Er war doch der größte Idiot überhaupt.
Fest entschlossen nicht mehr über ihn nachzudenken widmete sie nun ihre gesamte Aufmerksamkeit dem Essen. Da ihr erst jetzt bewusst wurde wie hungrig sie war, viel ihr dies auch gar nicht schwer. Nachdem essen folgte sie Harry und Ron zum Gemeinschaftsraum. Als sie das Passwort „Pegasus" zu der fetten Dame gesagt hatten, traten sie in ihn ein.
Es war richtig voll im Gemeinschaftsraum und unheimlich laut. Hermine spürte die kommenden Kopfschmerzen. Seufzend, gab sie Ron noch ihre Notizen von Prof. Binns und dann ging sie hinauf in den Schlafraum der Mädchen. Als sie die Tür zu ihrem Zimmer öffnete würden ihre Hoffnungen es leer zu finden zerstört. Lavender und Parvati saßen auf ihren Betten und schienen sich über Kosmetiktipps zu unterhalten. Als sie herein kam begrüßten sie sie kurz, kehrten aber dann zu ihren Gesprächen zurück. Sie wussten nur allzu gut das Hermine nicht sehr erpicht auf Kosmetik war.
Seufzend zog sich Hermine um. Gerade als sie ihren Umhang auf den Stuhl legen wollte, fiel etwas aus der Tasche. Die Kette! Wie konnte sie die nur vergessen? Ganz in Gedanken versunken streifte sie sich die Kette über den Kopf, legte sich müde ins Bett und zog die Vorhänge zu. Sie spürte noch die beruhigende Wärme des Anhängers, aber die senkende, bleierne Müdigkeit machte es unmöglich für sie der Versuchung zu widerstehen. Mit einem wohligen Seufzer schloss sie die Augen und schlief friedlich ein.
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A/N
Ich hoffe es hat euch gefallen. Ich wünsche euch schon mal frohe und besinnliche Feststage!
lg
meldisil
