A/N Ich wünsche euch alle ein frohes neues Jahr 2008! Habt ihr auch alle schön gefeiert?

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3. Traum

Ruf

Immer stiller stehn die Bäume.

Nicht ein Blatt mehr scheint zu leben.

Und ich fühle Wüstenträume,

durch den bangen Mittag beben.

Bis ins bange Blut mir zittern.

Bis ins Herz, wie Feuerpfeile.

O, ich lechze nach Gewittern!

Komm, Geliebte! Eile! Eile!

Richard Dehmel

Sie wanderte durch einen dunklen Wald. Dicht an dicht standen die Bäume und ihre Blätter wiegten sich in einer leichten Brise. Es war dunkel und die bedrückende Stille schlich sich in ihr Herz. Wo war sie?

Suchend blickte sie sich um, vielleicht konnte sie irgendeinen Anhaltspunkt finden. Ihre Augen glitten über die dunklen Stämme der Bäume bis hin zu den wogenden Kronen. Die sich in einen raschelnden Singsang zu bewegen schienen.

War dies hier der Verbotene Wald? Oh, bei Merlin wie war sie nur hier hingekommen?

Ein eisiger Luftzug von hinten, verursachte bei ihr eine Gänsehaut und die kleinen Härchen im Nacken stellten sich auf. Beunruhigt blickte sie sich um. Dort in der Ferne konnte sie ein flackerndes, unheimliches Licht ausmachen. Instinktiv duckte sie sich und schlich sich vorsichtig näher, ohne über die Gefahren nachzudenken.

Sie erkannte zwei Gestalten im Licht einer Feuerfackel. Die Gesichter konnte sie nicht erkennen, da sie beide Kapuzen trugen die dunkle Schatten auf ihr Gesicht warfen. Noch immer geduckt, suchte sie ein Versteck, ein Haselbaumstrauch in der Nähe schien perfekt dafür zu sein. Möglichst ohne ein Geräusch zu machen schlich sie dorthin.

Ihr ganzer Körper zitterte vom Adrenalinrausch der in ihr hochstieg. Ihr Herz klopfte wie wild in ihren Ohren. Wer waren sie?

„Moros, ist es vollbracht? Hast du den Kreis gezogen?" fragte eine weibliche Stimme.

„Ja, alles ist bereit. Keiner wird es schaffen ihn zu brechen. Prophezeiung hin oder her." wisperte die Gestalt namens Moros. Dann erklang ein schauerliches, kehliges Lachen aus seinem Halse.

„Keine Hoffnung wird es mehr geben, wenn der Weg für ihn erst mal frei ist. Er wird alles zerstören und die Sonne wird nie mehr scheinen. Dann wird es nur noch Dunkelheit geben und Verzweiflung. Alles Leben wird er verzehren in seinem dunklen Schlund. Licht wird zu tiefster Dunkelheit. Die Zauberer haben keine Ahnung, denn die Prophezeiung ist längst vergessen, eine Legende ein Märchen, nichts weiter. Außerdem sind sie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Gut gegen Böse. Todesser gegen die Zauberer die sich Dumbledore angeschlossen haben. Beide werden sie verlieren wenn das Tor erst mal geöffnet ist, denn dann wird es kein Leben mehr geben. Keiner von ihnen ist darauf vorbereitet."

„Moros, Moros, Moros sei nicht zu voreilige. Unterschätze niemals die Kraft der Elemente, sie haben schon längst eine Patronin und ihren Beschützer ausgesucht! Die Verantwortung liegt nun auf deren Schultern, egal was der Rest der Welt macht. Wir müssen die Auserwählten finden und unschädlich machen, oder hast du vergessen was das letzte Mal passiert ist? Damals hatten wir ihre Kräfte unterschätzt. Das darf uns nicht noch einmal passieren, verstanden! Am besten ist es wenn wir sie von ihren Beschützer trennen. Denn alleine schafft sie es niemals?" blaffte die andere schwarze Gestalt, bei der es sich wie es schien um eine Frau handelte.

„Ja, ja Moira schon verstanden wir werden sie finden und wenn wir sie gefunden haben werden wir ihnen die Hälse umdrehen. Oder noch besser sie werden live dabei sein, wenn sich das Tor zum ersten mal öffnet. Sie werden die ersten seiner Opfer sein. Ach, wenn wir nur schon ihre Namen wüssten." entgegnete Moros, der sich seine Hände rieb.

Mmmh, überlegte Hermine irgendwo her kannte sie diesen Namen. War Moira nicht die griechische Göttin der Vernichtung? Über welches Tor redeten sie? Plötzliche Angst griff nach ihrem Herzen.

Und wen wollten sie töten. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie etwas mit der Sache zu tun hatte. Plötzlich hörte sie rechts neben ihr das knacken eines Zweiges. Sie versuchte im dichten Gebüsch die Quelle des Geräusches auszumachen, doch sie sah nichts vielleicht war es auch nur ein Tier gewesen, oder sie hatte es sich nur eingebildet.

Aber Moira und Moros schienen es auch gehört zu haben denn sie verstummten und Moira befahl Moros mit einer Geste, dass er dem Geräusch auf dem Grund gehen sollte. Bedrohlich bewegter er sich in ihre Richtung. Panik ergriff sie, was sollte sie nur tun?

Sie erschauderte. Ohne es zu bemerken griff sie zu der Kette mit dem grünen Stein. Sie musste hier weg und zwar schnell. Schon alleine der Gedanke von ihnen entdeckt zu werden ließ sie vor Angst erzittern. Wo war nur ihr Gryffindor Mut? Aber alleine die Anwesenheit der zwei versetzte sie in Schrecken, denn von ihnen schien pure Dunkelheit und Bosheit auszugehen.

Als ob ihre Gedanken erhört wurden verblasste der Wald mit den zwei Gestalten vor ihr, aber die Stimme Moiras konnte sie noch immer hören als diese mit dunkler Stimme rief:

Dunkel ist die Nacht und tief,
laut schreien die Geister, die ich rief.
Böser Blick, dunkles Lachen
Der Wald erstarrt, die Bäume knacken.
Klamme Stille, der Wille stirbt
Und Niemand weiß ob's jemals wieder Morgen wird."

Doch die Worte Moiras wurden immer leiser bis sie ganz verstummten.

Ein wohliges Rauschen umgab sie und ihr Körper war umgeben von einem warmen, hellen Licht.

Eine freundliche Stimme flüsterte ihr zu: „ Ich bin Damia die Göttin und Hüterin der Kräfte der Natur. Ich werde dich in deinen Träumen besuchen, Auserwählte! Geschenke wirst du bekommen, die dir helfen sollen die drohende Finsternis zu bekämpfen. Das erste Geschenk hast du bereits erhalten, das Amulett der Erde. Es soll dich beschützen und dir Hoffnung geben. Doch jetzt wird es Zeit für dich aufzuwachen. All deine Fragen werde ich dir ein anderes Mal beantworten. Nun musst du aufwachen."

Woher wusste sie, dass sie gerade ansetzen wollte etwas zu fragen.

Doch dann wurde sie durch ein lärmendes Geräusch aus ihrem Schlaf gerissen.

„Oh Hermine, wach auf, du glaubst nicht was passiert ist", weckte sie die schrille Stimme Lavenders, „mein Freund hat mir eine Karte geschickt mit einem Foto von ihm und mir drauf. Ach, er ist ja so romantisch."

Widerwillig öffnete Hermine ein Auge und dann ihr zweites und blickte genau auf die Karte die ihr eine stolze Lavender ins Gesicht hielt. „Hier nimm und öffne sie mal!" sprach Lavender erregt weiter auf sie ein.

Mürrisch vor sich hinmurmelnd nahm sie die Karte in die Hand und öffnete sie.

Eine schrille männliche Stimme sang mit schiefer Tönen das Liebeslied „Only you" von der Zaubererband „The Magic". Hermines Ohren schmerzten und schnell klappte sie die Karte wieder zu, nachdem sie Lavender versicherte was für ein tolles Geschenk sie bekommen hatte. Um Lavender endlich abzuwimmeln musste sie ihr noch weitere dreimal bestätigen, dass ihr Freund der beste auf der ganzen Welt war und das sie total neidisch auf sie wäre. Dabei musste Hermine sich den sarkastischen Ton verkneifen der ihr auf der Zunge lag.

Sie setzte sich auf ihre Bettkante und suchte nach ihren Socken, während Lavender hüpfend und freudestrahlend den Schlafraum verließ. Würde ihr Freund (wenn sie einen hätte) ihr so was schicken, würde sie mit ihm Schluss machen. Sie konnte an dieser Karte nichts romantisches entdecken und diese Stimme (schlimmer als Katzengejaule)...solchen Leuten sollte verboten werden zu singen.

Dank Lavender, hatte sie nun schlechte Laune. Nach längerem suchen fand sie endlich einen Socken der komischer weise unter ihren Koffer lag, der zweite blieb verschollen. Egal, dann muss es wohl auch mit einem gehen.

Gähnend stand sie auf schlürfte in das Badezimmer. Dort angekommen betrachtete sie ihr Gesicht im Spiegel. Sie hatte dunkle Ringe unter den Augen, als ob sie die ganze Nacht nicht geschlafen hätte. Als hätte jemand einen Eimer kaltes Wasser über sie gekippt fiel ihr der Traum wieder ein.

Ein kalter Schauer lief über ihren Rücken und sie bekam eine Gänsehaut wenn sie nur daran dachte. Moros und Moira, die düsteren Gestalten im Wald und die Göttin Damia die ihr die Kette geschickt hatte. Wenn sie sich recht erinnerte stammten die Namen alle von griechischen Göttern ab. Hatte das wohl eine Bedeutung?

Es sei denn der Traum war einfach nur ein Traum gewesen. Aber da war immer noch die Kette und außerdem war ihr der Traum sehr realistisch vorgekommen. Vielleicht würde sie in der Bibliothek eine Antwort finden, dort wollte sie sowieso noch hin. Aber erst mal richtig wach werden.

Schnell machte sie sich fertig und zog sich an. Da Harry und Ron nicht mehr da waren, mussten sie schon beim Frühstück sein. Also machte sie sich schlürfend und missmutig gähnend auf den Weg zur großen Halle. Erst mal brauchte sie einen Kaffee oder einen starken Tee und dann könnte man ja weiter sehen.

In Gedanken noch immer bei ihrem seltsamen Traum ging sie um eine Ecke und stieß mit etwas Soliden zusammen. Es stellte sich dabei heraus, dass es sich bei dem Soliden Ding um keinen geringeren als Malfoy handelte. Der hatte ihr ja gerade noch gefehlt. Auch er schien noch nicht ganz wach zu sein, seine grauen Augen waren noch sehr schlaftrunken. Von nahen betrachtet erkannte sie, dass seine Augen mehr blau-grau waren als grau. Wie interessant, dass war ihr noch nie aufgefallen…..

Doch ihr Gedankengang wurde durch die sehr wütende Stimme Malfoys unterbrochen: „Pass doch auf wo du hingehst, Granger. Jetzt muss ich mich noch mal duschen. Wie ekelig ich hab ein Schlammblut angefasst." Dabei wischte er sich über den Umhang, als wäre dieser schmutzig.

Wut stieg in ihr hinauf und eine Zornesröte trat in ihr Gesicht. Was glaubte er eigentlich wer er ist dieser dumme Schnösel.

„Ach, pass doch selber auf! Nur weil du zu blöd bist umne Ecke zu gehen, brauchst du hier niemanden so anzumachen. Tu der Welt und dir einen Gefallen und hör auf zu Atmen oder spring von ner Klippe! Wenn du willst kann ich dir dabei auch behilflich sein. Ich würde dir gerne den nötigen Schubs geben. Dafür sind „Freunde" ja da.", schnauzte Hermine ihn an. Wütend und mit erhobenen Haupt, ging sie an ihm vorbei und ließ in verdutzt im Gang stehen. Erst Lavender und dann Malfoy. Konnte der Tag eigentlich noch schlimmer werden?

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A/N Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen. wink mit dem Zaunpfahl - bitte reviewen!

Zum nächsten Kapitel kann ich schon mal verraten, dass Hermines Tag noch schlimmer wird. Die arme