Als General Hank Landry die Augen öffnete sah er nicht viel. Jemand musste ihm die Augen verbunden haben. Nachdem seine Sinne wiederkehrten war er sich sicher, dass ein schwarzer Stoff über seinem ganzen Gesicht lag. Das Fehlen irgendwelcher Sinneseindrücke machte ihn etwas unsicher. Er hörte Stimmen und versuchte auszumachen, was sie sagten.

„Ihr wolltet ihn und ich versprach, Ihr kriegt ihn." Das war die Stimme seines Entführers.

„Du hast gut daran getan, deinen Auftrag zu erfüllen", sprach eine andere, tiefere Stimme.

‚Hört sich merkwürdig an. Soll das ein Goa'uld sein? Ich dachte deren Stellung wäre geschwächt genug, sodass sie kein Problem mehr darstellen', dachte Landry.

„Ich denke nicht, dass sich die Tau'ri hierher trauen, nachdem sie mein Geschenk erhalten haben."

‚Was für ein Geschenk? Meint er etwa…Nein, nicht Carolyn!' Hank malte sich die schlimmsten Szenarien aus und versuchte sich zu befreien.

„Ah er ist wach", kicherte sein Entführer und Landry hörte Schritte. Ein Schlag ins Gesicht war das nächste, was er spürte. Die Welt drehte sich in seinem Kopf. Dann wurde er auf die Füße gezogen und der Stoff wurde aus seinem Gesicht entfernt.

„Deine kämpferische Art wirst du dir sehr bald überdenken, General", sagte der Gesprächsführer mit der merkwürdigen Stimme im überlegenen Ton.

„Ich würde gern noch ein bisschen mit ihm spielen, bis Ihr ihn zur Mine bringt."

„Was für eine Mine?" fragte Landry verwirrt.

Der wahrscheinliche Goa'uld schlug ihm erneut ins Gesicht. „Du bist nicht in der Position Fragen zu stellen! Du wirst bald herausfinden, wo dein zukünftiger Platz ist. Du bist einer der ersten Tau'ri, die dort die Ehre haben, für uns zu arbeiten. Ihr werdet unter uns eure wahre Bestimmung finden."

Landry wollte auf ihn losgehen, doch der Entführer drückte ihn gen Boden und hielt ihn fest.

„Hihi, der ist ja ein richtiger Kämpfer", kicherte der Entführer erneut.

„Djuri, es dürfte notwendig sein, ihn ein wenig zu zähmen. Ich kann es mir nicht leisten, dass er uns auf dem Weg Probleme bereitet, so gering die Chance auch ohnehin sein dürfte."

Djuri hob Hank mit Leichtigkeit an und warf ihn gegen einen Baum. Vom Aufprall verlor er leicht die Besinnung. Als Djuri näher trat, versuchte Hank ihm einen gezielten Schlag an die Brust zu versetzen, doch wurde er an den Baum gedrückt und Djuri legte ihm die Hände um den Hals und drückte zu. Der bald auftretende Sauerstoffmangel schwächte Hanks Abwehr. Plötzlich war ein merkwürdiges, violettes Aufleuchten in Djuris Augen, als sein sich windendes Opfer sich direkt in seinem Griff befand.

Ruckartig bewegte Djuri den Kopf an Landrys Hals und legte die Lippen auf dessen ungeschützte Haut. Das nächste was Hank fühlte war ein plötzlich explodierender Schmerz. Er riss sich zusammen, um nicht zu schreien, versuchte sich aus dem Griff zu befreien. Doch Djuri ließ nicht locker.

„Das reicht, Djuri!" rief plötzlich der Goa'uld. Hank konnte ein merkwürdiges Aufleuchten in dessen Augen erkennen.

Djuri machte zunächst keine Anstalten aufzuhören. Landry fühlte wie er müde wurde und der Drang wegen dieses Schmerzes zu schreien wurde stärker und stärker. Dann wurde er losgelassen und rutschte am Baum hinab. Seine Hände und Beine zitterten, sowie sein gesamter Körper. Ihm war schrecklich kalt und er wollte sich kleiner machen, fand aber nicht die Kraft sich zu bewegen.

„Du hast es übertrieben. Wir werden deiner Belohnung Kürzungen zuführen."

„Es tut mir leid, Ishtar. Aber sein Geruch machte mich süchtig. Ich weiß auch nicht, aber es weckte ein wenig mehr meines tierischen Ichs…"

Als Landry die Kraft fand aufzuschauen, leckte sich Djuri über die Lippen mit einer merkwürdig geformten Zunge. Ihm fiel nun die Form des Mundes auf. Sie wirkte leicht runder als bei einem Menschen und als Djuri grinste konnte Landry keine Zähne sehen.

„Wie auch immer. Wir nehmen ihn mit. Er dürfte nun keine Probleme mehr darstellen. Man warnte uns vor den anderen Tau'ri. Sorg dafür, dass keiner überlebt, der dir folgt. Wenn du es schaffst, Teal'c zu töten, wirst du mit vielen Opfern belohnt. Er ist ein Jaffa, also unterschätze ihn nicht. Wenn wir diese elendigen Soldaten los sind, dürfte der klägliche Rest der Tau'ri kein Problem mehr darstellen."

„Darf ich erfahren, warum Ihr den da nicht einfach bei mir lasst? Wir könnten noch viel Spaß miteinander haben", sagte Djuri und leckte sich erneut die Lippen. Hank versuchte sich von ihm wegzubewegen.

„Nein. Er ist ein Symbol für die Hoffnung der Tau'ri. Sonst wäre er nicht einer ihrer Anführer. Wenn der Rest endlich zu unseren Minen gebracht wird und sieht, wie er unter unserer Peitsche zerbricht, werden sie freiwillig unsere Wirte sein. Wer sich nicht den Goa'uld hingibt, wird sterben. Nehmt ihn mit."

Zwei Männer, die Hank bis jetzt noch nicht gesehen hatte, nahmen dessen Arme und zogen ihn am Boden entlang. Jeglicher Widerstand erstarb seitens von Hank. Er fühlte sich alt und erschöpft, in seinen Ohren lastete ein merkwürdiger Druck.

Ishtar und seine Gefolgsleute wurden auf das Schiff geholt. Sie nutzten dieselben Ringtransporter wie die auf der Daedalus. Die beiden Männer zogen Hank auf die Füße und stützten ihn, nachdem er beinahe wieder zu Boden fiel.

„Ich muss mich wegen Djuri entschuldigen. Wenn es um Blut geht ist er ein wildes Tier. Bringt ihn in die Zelle!"

Hank wurde quer durch das Schiff gezogen. Sein Kopf war zu sehr mit Nebel gefüllt, als wenn er seine Umgebung wirklich wahrnehmen konnte. Sie kamen in einem Raum mit einer merkwürdigen Liege. Es mutete an wie ein riesiges, breites Monstrum. Hank konnte nirgendwo Fesseln sehen. Die ausgebeulten Seiten sahen aus wie Flügel.

„Legt ihn hinein", sprach eine weibliche Stimme.

Hank wurde in diese Liege (oder was auch immer das hier war) gelegt und die Seiten umschlossen ihn.

„Zur Sicherheit. Du sollst schließlich keinen Ärger veranstalten." Hank sah die Sprecherin in sein Blickfeld treten und erschrak innerlich, als er erkannte, dass es wirklich eine Frau war. „Du solltest schlafen bis wir da sind. Sobald wir die Minen erreichen, wirst du nie wieder lange ruhen dürfen. Es sei denn du stirbst."

Sie verschwand und Dunkelheit umhüllte ihn, als das Licht plötzlich verschwand. Hank fielen die Augen zu und er gab sich dem Nebel hin, ohne wirklich sich dagegen wehren zu können.