Alle Charaktere und sämtliche Rechte an ‚NCIS: Los Angeles' gehören CBS und Shane Brennan Productions. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.

Ich bin keine Fachfrau in Bereichen wie Medizin, Drogen, Flugzeugtechnik, Waffen oder Undercoverarbeit. Sollten Euch also Fehler auffallen, lasse ich mich gerne korrigieren.

Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf Eure Kritiken.

Kapitel 2 - Vertrauen und Veränderungen

Am nächsten Morgen durfte sie das Krankenhaus verlassen, sollte sich aber noch etwas schonen. „Bleibst Du bei mir?" Um Hilfe zu bitten, kostete sie immer noch Überwindung. Aber nachdem sie ihren Wunsch geäußert hatte, fühlte sie sich gut. „Natürlich, ich hatte nicht vor, Dich alleine zu lassen." Er lächelte sie liebevoll an. Joann seufzte, als sie in G's blaue Augen sah. Einen Moment ließ sie es zu, darin zu versinken.

Während Joann auf dem Sofa saß und sich von G umsorgen ließ, dachte sie über eine Menge Dinge nach, besonders über das Gespräch mit Hetty. Sie wusste, dass diese kleine, oft so unscheinbar wirkende Frau, ihr einen klugen Rat gegeben hatte. Trotzdem, jemanden ins Vertrauen zu ziehen, fiel ihr schwer. Joann sah zu G hinüber, der gerade Tee kochte. Ihm hatte sie vertraut, letztendlich.

„G?" „Der Tee ist schon unterwegs." Er kam lächelnd auf sie zu. „Warum hast Du mich nie gefragt, was in New York geschehen ist, warum meine Akte versiegelt wurde? Ich weiß, dass Du Eric gebeten hast, sie zu hacken." Verblüffung blitze in seine Augen auf, dann wurde sein Blick wieder neutral. „Es schien mir nicht mehr wichtig. Was ich wissen musste, hatte ich erfahren." Joann sah ihn direkt an. „Nein, G, sag mir die Wahrheit." „Hetty hat mich gebeten Dir zu vertrauen. Das habe ich schließlich getan." Nachdenklich musterte sie ihn. „Hetty hat Dir die Akte gegeben." Innerlich stöhnte G auf. Sie war wirklich gut. „Ja, ein paar Tage nachdem Du wach geworden bist." „Wissen die anderen Bescheid?" „Nein." Schweigend tranken die beiden ihren Tee.

„Bleibst Du über Nacht?" Als die Frage raus war, wurde Joann rot. Callens Augen öffneten sich weit vor Erstaunen. „Ich meinte, ich würde gerne in Deinen Armen einschlafen, weil ich mich dann sicher fühle." Jetzt war es raus. Hoffentlich würde G sie nicht auslachen. „Klar, Jo, kein Problem." Sie brachte ihm immer noch Vertrauen entgegen, obwohl er ihr nichts von der Akte gesagt hatte. Sie sollte es nicht bereuen.

Es war ein gutes Gefühl, in seinen Armen zu liegen. Sie lauschte seinem Herzschlag, fühlte die Wärme seines Körpers, roch den Duft seiner Haut. Langsam entspannte sich Joann und schlief ein. Für G hatte diese Nähe eher die gegenteilige Wirkung. Ihr Haar und ihr Körper dufteten unglaublich gut. Sie hatte sich dicht an ihn gekuschelt und ihre Beine mit seinem verschlungen. Das würde eine harte Nacht werden…

Schreiend fuhr sie hoch. Sie roch den Alkohol, fühlte die Schläge. Sie keuchte und ihr Herz raste. Dann hörte sie die Stimme. Wie damals im Krankenhaus. Seine Stimme. „G?" „Ich bin hier, Joann. Du hattest einen Alptraum." Vorsichtig zog er sie an sich. Sofort schlang sie ihre Arme feste um seine Oberkörper und legte ihren Kopf an seine Brust. Ihre Atmung beruhigte sich wieder, ihr Herzschlag wurde langsamer. „Alles wird wieder gut, Liebes, irgendwann wird alles wieder gut, das verspreche ich Dir." Sie schlief schon wieder.

Als Joann am nächsten Morgen wach wurde, war sie alleine im Bett. Enttäuschung durchflutete sie, aber dann hörte sie das Klappern in der Küche und roch den Duft von Kaffee. G war noch da! Langsam ging Joann in die Küche. „Guten Morgen, Langschläferin!" Callen lächelte sie an und reichte ihr ein Tasse Kaffee. „Morgen, G." Joann gab ihm einen Kuss und setzte sich dann an den Küchentisch. „Was möchtest Du zum Frühstück? Wir haben Bagles, Obstsalat, Yoghurt, Eier und eine kleine Auswahl an Belag für die Bagles."

Es war ein gemütliches Frühstück, aber unterschwellig stand das Gespräch vom Vortag im Raum. Es gab eine Menge, über dass sie nachdenken musste. „Willst Du wirklich, dass ich gehe?" G betrachtete Joann prüfen. „Ja, es ist besser. Ich muss einige Entscheidungen fällen, bei denen Du mir nicht helfen kannst. Wenn Du bleibst, lenkst Du mich nur ab." „Unter einer Bedingung: Ruf mich unbedingt an, wenn Du mich brauchst. Bitte. Joann, lass zu, dass ich Dir helfe." Sie nickte. „Ich verspreche es, G." Trotzdem fiel es ihr schwer, sich aus seiner Umarmung zu lösen.

Joann war sich unsicher, in wie weit sie ihren Freunden von New York berichten sollte. Also beschloss sie, es erst einmal gar nicht zu tun, obwohl der Abend im Club ihr gezeigt hatte, dass sie ihnen vertrauen konnte. Trotzdem waren Veränderungen fällig, dass war Joann klar geworden. Sie konnte sich nicht immer zurückziehen und darauf warten, dass andere auf sie zugingen. Aber das Wichtigste war, dass sie ihr verlorenes Selbstvertrauen wieder fand. Bei dem unerwarteten Einsatz mit Callens Team war es kurz wieder aufgeflackert, aber das reichte Joann nicht. Plötzlich lächelte sie vor sich hin. Ihr war klar geworden, was ihr helfen konnte.

„Du machst was?" Callen war sich nicht sicher, ob er Joann richtig verstanden hatte. „Ich mache ab sofort mein Fitness- und Kampftraining in einem Dojo." „Hast Du keine Möglichkeit, beim FBI zu trainieren?" „Doch, aber dabei fühle ich mich nicht wohl. Im Fitnessraum ignoriert zu werden, ist schon hart genug. Aber wenn ich dort mein Kampftraining absolviere, habe ich immer das Gefühl, sie wollen mich fertig machen, anstatt mir etwas beizubringen." „Ich verstehe. Und wohin gehst Du?" „Oh, Sam hat es mir empfohlen. Es wird von einem ehemaligen Navy Seal geleitet." Callen konnte sich sein Grinsen nicht verkneifen. „Du willst also ein Seal werden?" Joann warf im den nächst besten Gegenstand an den Kopf. Leider war er schnell genug und konnte ausweiche.

Joann veränderte sich, dass stellten sogar ihre Kollegen fest. Sie war gelassener, strahlte nicht mehr soviel Distanziertheit und Kälte aus. Sie hatte keine Angst mehr vorm Ausgehen, ließ flirtenden Männer höflich abblitzen, statt vor ihnen wegzulaufen. Selbst ihre Körperhaltung und ihre Bewegungen hatten sich geändert. Joann hatte es geschafft, sie strahlte wieder Selbstbewusstsein aus. Bei einem Einkaufsbummel mit Kensi legte sie sich sogar einen ganze Kollektion zu, die man nur mit dem Begriff ‚sexy' beschreiben konnte.

Auch ihre Beziehung zu Callen änderte sich, da sie ihre Leidenschaft wieder gefunden hatte.

Callen hatte zum ersten Mal Gäste in sein Haus eingeladen. Es waren seine Freunde vom NCIS und natürlich Joann. Eigentlich machte er das ihretwegen. Sie sollte sich bei ihm wohlfühlen. Zögernd hatte er angefangen, sein Haus einzurichten. Es war immer noch spartanisch, aber langsam konnte man ein Heim darin erkennen. Hoffentlich gefiel es ihr.

Es wurde ein voller Erfolg. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal so viel gelacht hatte. Aber das Schönste war, eine vollkommen entspannte, glückliche Joann zu sehen. Er konnte sich an ihrem Lächeln nicht satt sehen. Schließlich waren alle weg und gemeinsam mit Joann räumte er auf. „Was für ein Tag!" Sie lachte ihn an. „Morgen habe ich vom vielen Lachen bestimmt Muskelkater! Wer hätte gedacht, dass ein Haufen harter Special Agents so albern sein kann." Sie grinste plötzlich breit. „Nate hat wirklich etwas von den Back Street Boys gesungen? Das kann ich mir einfach nicht vorstellen!" G musste bei der Erinnerung daran ebenfalls lachen. Es war auch zu komisch gewesen.

Leise vor sich hinsummend räumte Joann die Reste des Essens in den Kühlschrank. „War Dein Kühlschrank jemals so gut gefüllt?" „War bisher nicht notwendig." Sie lachte leise vor sich hin. Dann hielt Joann inne. „G?" „Ja?" „Wie stehst du zu Beziehungen zwischen Kollegen?" Vorsichtig musterte Callen sie. Er war nicht sicher, ob er hören wollte, was jetzt kam. „In welcher Hinsicht?" „Kensi und Marty." Sofort wurde sein Blick ausdruckslos. Doch Joann gab nicht auf. „Die beiden passen gut zusammen und Marty ist sich seiner Gefühle bewusst. Kensi dagegen…ich glaube, sie hat Angst vor ihren Gefühlen und ignoriert sie deshalb." „Jo, dass geht uns nichts an. Natürlich mögen sie sich. Wir sind viel mehr als ein Team, wir sind eine Familie, dass weißt Du doch. Und wenn da mehr ist…so lange unsere Arbeit nicht darunter leidet, ist das für mich in Ordnung." „Die Arbeit? G, es geht um Deine Freunde!" Seine blauen Augen wurden knall hart. „Genau, deswegen halte ich mich raus. Und Du besser auch." Sie hielt seinem Blick stand. „Sie sind auch meine Freunde und ich treffe meine eigenen Entscheidungen." Schweigend arbeiteten sie weiter.

„Okay, das war's." Joann hing das Trockentuch auf. „Wir sind fertig." „Dann fahre ich Dich jetzt nach Hause." G griff nach den Autoschlüsseln. „Oh!" Joann schwieg überrascht. „Ich dachte, ich könnte heute nach hier bleiben, aber wenn Du nicht möchtest…Ich hole nur meine Tasche." Ihre Enttäuschung war offensichtlich. „Du willst hier bleiben? Ich dachte, Du bist sauer auf mich?" Joann war irritiert. „Wir hatten eine Meinungsverschiedenheit, mehr nicht. Glaub mir, wenn ich sauer auf Dich bin, wirst Du das ganz genau wissen." Callen sagte kein weiteres Wort mehr, sondern nahm Joann einfach in seine Arme und küsste sie.

Joann schlug die Augen auf und räkelte sich dann genüsslich unter der Bettdecke. „Guten Morgen, Sonnenschein." G stand in der Tür, ein Tablett mit Frühstück in den Händen. Das Lächeln in ihrem Gesicht verwandelte sich in ein Strahlen. „Morgen!" „Das sollte eigentlich ein Frühstück im Bett werden, aber da ich nur eine Matratze habe…" Ein lasziver Blick erschien in ihren Augen. „Nun, Du brauchst eindeutig kein Bett, dass hast Du mir heute nach deutlich bewiesen." Er wurde tatsächlich rot! Jetzt wurde ihr Blick sanft. Es war eine unglaubliche Nacht gewesen. Wie immer hatte sich Joann anfangs sehr zurückhaltend gezeigt, aber Callen war geduldig geblieben und hatte sie das Tempo bestimmen lassen. Als Belohnung für seine Geduld hatte sich Joann in pure Leidenschaft verwandelt. Sie gab ihm so viel mehr, als er sich jemals erträumt hätte.

Leider konnten sie ihre neue Zweisamkeit nicht lange genießen. Schon bald nach diesem Wochenende bekamen Sam und G einen Einsatz, bei dem sie für längere Zeit von der Bildfläche verschwinden würden. Callen tauchte Abends unangemeldet bei Joann auf, um sich zu verabschieden. „Ich werde Dich vermissen…", Callen hielt sie fest in seinen Armen, wollte sie nicht mehr loslassen. „Nein, dass darfst Du nicht, G. Du musst Dich ganz auf Deinen Auftrag konzentrieren." Joann befreite sich aus seinen Armen und sah ihm fest in die Augen. „Ich will, dass Du und Sam gesund wieder kommt. Das funktioniert nur, wenn Du Dich nicht ablenken lässt." „Jo!" Callen zog sie wieder an sich. "Mach Dir keine Sorgen, ich werde mich nicht ablenken lassen. Trotzdem werde ich Dich vermissen." Sie seufzte. „Manchmal vergisst Du, dass ich nicht immer nur einen Schreibtischjob hatte, G. Ich habe schon erlebt, wie es Agenten ergeht, die aus ihrer Rolle fallen oder nicht aufmerksam genug sind. Außerdem weiß ich, wie hart es sein kein, von den Menschen getrennt zu sein, die einem wichtig sind." Sie schmiegte sich an ihn und schloss für einen Moment die Augen. „Sei vorsichtig, G, bitte. Und sag das auch Sam, ja?" „Das mach ich, Jo." Er küsste sie. „Und Du gehst zu Kensi und Deeks, wenn Du Probleme hast, ja?" Sie nickte. „Versprochen." „Ich geh jetzt besser." Callen ließ sie los. Joann lehnte im Türrahmen und sah ihm nach. Am Ende des Flurs drehte er sich noch mal um und grinste sie an. „Mach keinen Unsinn, während ich weg bin, Kleine." „Nenn mich nicht ‚Kleine'!"