Alle Charaktere und sämtliche Rechte an ‚NCIS: Los Angeles' gehören CBS und Shane Brennan Productions. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.

Ich bin keine Fachfrau in Bereichen wie Medizin, Drogen, Flugzeugtechnik, Waffen oder Undercoverarbeit. Sollten Euch also Fehler auffallen, lasse ich mich gerne korrigieren.

Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf Eure Kritiken.

Kapitel 6 - Danach

Nachdem vor Ort alles geklärt war, fuhren Deeks und Joann zurück ins Hauptquartier. van Pietso und Coleman waren entwischt, aber sie hatten auf dem Schiff eine Menge Waffen und auch einige Dateien über Kunden und Lieferanten sicher stellen können, so dass van Pietsos Organisation einen schweren Schlag erlitten hatte. Kensi hatte sich zwischendurch gemeldet. Die Ärzte bestätigten, dass es Sam und Callen den Umständen entsprechend gut ging und Kensi würde sie nach der letzten Untersuchung nach Hause bringen.

„Was machen Sie noch hier, Miss MacKenzie?" Hetty stand plötzlich neben Joann. „Gewöhnt man sich jemals daran?" „Woran, Miss MacKenzie?" „An Ihr urplötzliches Erscheinen, Hetty." Die Frauen lächelten sich an. „Gehen Sie nach Hause und schlafen Sie, Miss MacKenzie. Der Papierkram kann warten." Doch Joann schüttelte den Kopf. „Jetzt ist noch alles frisch in meinem Kopf. Ich will nicht etwas Wichtiges vergessen." Hetty sah sie prüfend an. „Außerdem gibt es mir die Möglichkeit…" Joann unterbrach sich. Wie sollte sie auch Hetty erklären, dass es ihr half, das Geschehene zu verarbeiten, wenn sie sofort ihren Bericht schrieb. Doch Hetty verstand sie ohne Worte. Jeder in ihrem Team ging anders mit dem Stress und den Belastungen dieses Jobs um: Kensi ging in Clubs, Sam lieferte sich eine Auseinandersetzung mit dem Sandsack, Callen vergrub es tief in seinem Inneren und Marty wurde für eine Weile zum Einzelgänger. Wenn Joann den Papierkram brauchte, war das in Ordnung für sie. Also nickte sie nur.

„Miss MacKenzie?" „Ja, Hetty?" "Erinnern Sie sich noch an unsere Unterhaltung über Vertrauen und Freunde?" „Sicher." „Gut." Verblüfft sah Joann ihr hinterher.

Konzentriert arbeitete Joann weiter. „Ich gehe jetzt." Ihr Kopf ruckte nach oben. „Du bist noch hier?" Deeks zuckte mit den Schultern. „Marty?" „Mir geht es gut." Joann seufzte. „Das ist wohl das Motto dieser Einheit." „Was?" Deeks war verwirrt. "Mir geht es gut." Die beiden tauschen ein schwaches Grinsen aus.

„Marty?" „Ja?" „Geh zu ihr." Joann musste feststellen, dass seine blauen Augen nicht weniger beeindruckend schauen konnten, wie die von Callen. „Geh zu ihr, als Freund. Sie wird eines Tages sehen, was in ihrem Herzen ist. Hab Geduld, es lohnt sich." Versonnen lächelte sie vor sich hin. „Frag G, wenn Du mir nicht glaubst." Wieder wurde sie von diesen erstaunlich blauen Augen gemustert. Sie bemerkte den Seufzer nicht, der ihr entfloh. Deeks schon. „Und was ist mir Dir? Warum bist Du noch hier, anstatt bei Callen?" Sie tauschten einen wissenden Blick aus. Zu ihrer Verblüffung trat er an sie heran und gab ihr einen Kuss auf den Scheitel. Er war schon fast weg, als er sich noch mal zu ihr umdrehte. „Du auch." „Wie bitte?" „Geh zu ihm." Dann verschwand er.

Joann sah ihm nach. Er hatte Recht.

Hetty sah Joann hinterher, als diese ging. „Nun, Miss MacKenzie, Sie haben meine Erwartungen übertroffen.", murmelte sie leise vor sich hin. Sie war den Ärger mit Direktor Vance auf jeden Fall wert. Eine steile Falte erschien auf Hettys Stirn. Sie führte ihr Team immer noch so, wie sie es für richtig hielt. Damit war sie mehr als erfolgreich gewesen. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie an Deeks und Kensi dachte. Ob er sich wohl an den Rat hielt, den Joann ihm gegeben hatte? Nun, sie würde es noch früh genug erfahren.

Als Joann ‚ihren' blauen Augen gegenüberstand, war sie hin und her gerissen zwischen Angst und Erleichterung. Er sah müde aus und fertig, aber seine Augen funkelten. „Hy." Joann wartete ab. „Komm rein." Die beiden sahen sich prüfend an. „Ach, verdammt!" G zog sie in seine Arme und hielt sie fest. „Zwischendurch hatte ich Angst, dass ich Dich nie wieder so halten könnte." Seine Stimme war ein Flüstern. „Ich hätte Dich niemals aufgegeben, G. Nie."

Deeks stand vor Kensis Appartement und war sich nicht sicher, ob die Entscheidung richtig gewesen war. Er seufzte und beschloss, Joann zu vertrauen und klopfte. Eine müde Kensi im Bademantel öffnete ihm. „Deeks! Alles in Ordnung?" Marty wusste nicht, was er sagen sollte und zuckte nur mit den Schultern. „Komm rein." „Tut mir leid, wenn ich Dich geweckt habe." „Hast Du nicht, ich bin zu aufgedreht, um zu schlafen." Neugierig sah er sich um. „Willst Du ein Bier?" „Gute Idee!" Erleichtert griff Deeks nach der Flasche. Jetzt hatte er etwas zum Festhalten. Nach anfänglich stockendem Gespräch, entwickelte sich bald zwischen den beiden eine lebhafte Unterhaltung.

„Es wird Zeit, dass ich gehe, Kensi. Danke für das Bier." Er griff nach seinen Autoschlüsseln. „Das halte ich für keine gute Idee. Zum Autofahren hast Du zu viel getrunken." Deeks wusste, dass sie Recht hatte. „Ich rufe mir ein Taxi." „Unsinn, Du kannst hier bleiben. Die Couch ist ganz bequem. Ich hole Dir ein Kissen und Decken." Deeks zögerte, dann lächelte er sie offen an. „Danke, Kensi." „Kein Problem." Sie erwiderte das Lächeln. „Es tat gut, mit Dir zu reden."

Erledigt schloss er die Tür hinter sich. Zu Hause. Sam stieß einen Seufzer aus und sank erschöpft auf sein Sofa und schloss die Augen. Dieser Einsatz war extrem nervenaufreibend gewesen. Waffenhändler waren nun mal keine friedliche, harmlose Gattung Verbrecher. Sie hatten rund um die Uhr wachsam sein müssen. Als er Joann in dem Club entdeckte, war ihm beinahe das Herz stehen geblieben. Aber das Glück war ihnen hold gewesen. G hatte sie nicht gesehen und Joann hatte richtig reagiert. Das sie trotzdem aufgeflogen waren, nun, dass war eben Pech. War ja auch nicht zum ersten Mal passiert. Aber G und er waren Teil eine guten Teams. Sam öffnete die Augen wieder. Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen. Kein Team, eine Familie. Mit einem neuen Mitglied. Obwohl, so neu war dieses Mitglied gar nicht. Noch immer lächelnd schlief er auf dem Sofa ein.

Nate und Eric hatten durchgehalten, bis die Bestätigung von Kensi aus dem Krankenhaus kam, dass es den beiden gut ging. „Sie ist wirklich gut, nicht?" „Wer? Joann?" „Wer sonst." Eric warf Nate einen prüfenden Blick zu. „Ja, das ist sie." Nate ließ sich nicht in die Karten gucken. „Sie ist wie Callen." „Wie meinst Du das, Eric?" „Sie denkt wie er, handelt wie er. Hat Führungsqualitäten. Zwei von der Sorte in einem Team, kann das gut gehen?" Nate lächelte. „Das werden wir sehen. Hetty wird sich schon etwas dabei gedacht haben, Eric. Warten wir ab, wie sie sich bei ‚normalem' Dienst macht." Eric grinste. „Wann ist hier schon etwas ‚normal'?" Gemeinsam verließen sie das Hauptquartier.