Alle Charaktere und sämtliche Rechte an ‚NCIS: Los Angeles' gehören CBS und Shane Brennan Productions. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.

Ich bin keine Fachfrau in Bereichen wie Medizin, Drogen, Flugzeugtechnik, Waffen oder Undercoverarbeit. Sollten Euch also Fehler auffallen, lasse ich mich gerne korrigieren.

Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.

Kapitel 7 - Ein neuer Tag beginnt

Der Duft von Kaffee und ein Kuss weckten Joann. Sie knurrte missmutig.

„Komm schon, Kleine, aufstehen!"

„Nenn mich nicht ‚Kleine'! Und wieso bist Du eigentlich morgens immer so gut drauf?"

Callen lachte nur, es war nicht das erste Mal, dass Joann ihn morgens anmuffelte. „Und warum bist Du es nicht? Beeil Dich, wir müssen los."

Sie war ihm das Kissen hinterher.

„Kensi? Kensi, ich fahr jetzt los."

Ein verstrubbelter Kopf mit verschlafenem Blick öffnete die Tür. „Was?"

„Ich verschwinde jetzt, damit ich zu Hause Duschen und die Sachen wechseln kann."

„Wie spät ist es denn, Deeks?"

„Arbeitsbeginn war offiziell vor einer Stunde. Aber ich…" Ihm wurde die Tür vor der Nase zugeschlagen und er konnte Kensi heftig fluchen hören. „Bis gleich, Kens!" Grinsend verschwand er.

Die Türklingel riss ihn aus dem Schlaf. Sam stöhnte, sein Nacken war total verspannt. Kein Wunder, er hatte im Sitzen auf dem Sofa geschlafen! Wieder schrillte die Klingel. Vorsichtig warf er einen Blick durch den Spion.

„Mach auf, Sam. Du warst schon beim ersten Klingeln wach."

„Ja, und wenn Du glaubst, dass reicht, um unvorsichtig die Tür zu öffnen, hast Du einen Schaden bekommen, den die Ärzte nicht gefunden haben!" Sam funkelte seinen Freund an, während er ihn einließ.

„Jo wartet im Wagen, mit Kaffee und Doughnuts. Sie zu, dass Du fertig wirst."

Im Hauptquartier herrschte beschäftigtes Treiben. Sam und G frotzelten miteinander während sie hinein gingen. Joann lief nervös lächelnd hinter ihnen her. Nachdem sie einen mehr als ungewöhnlichen Einstieg in ihren neuen Job gehabt hatte, war dies ihr erster normaler Arbeitstag. Kensi und Deeks waren schon da und neckten sich wie üblich. Nate sah den beiden lächelnd zu. Eric stand an der Brüstung im oberen Stockwerk und sah ihnen entgegen.

„Guten Morgen." Hetty war mal wieder unbemerkt auf der Bildfläche erschienen. „Wie ich sehe, haben Sie sich alle erholt. Dann bekomme ich ja sicher bald ihre Berichte." Die Blicke des Teams sprachen Bänder, aber niemand widersprach ihr. „Außerdem hat sich bisher noch keine Gelegenheit ergeben, Miss MacKenzie alles zu zeigen. Bitte kümmern Sie sich darum." Sie musterte ihre Mitarbeiter mit hochgezogener Augenbraue. „Ich denke, dass Sie auch noch etwas zu klären haben." Dann ging sie.

Joann konnte nicht verhindern, dass eine leichte Röte in ihre Wangen stieg. Sie wusste genau, was Hetty meinte. Nach einem kurzen Räuspern ergriff sie das Wort. „G, ich möchte mich für mein Benehmen gestern entschuldigen. Es war nicht in Ordnung, Dich so anzufahren und mich so autoritär aufzuführen. Ich weiß, dass Du hier mein Vorgesetzter bist und respektiere das auch. Es wird nicht wieder vorkommen."

Das Schweigen nach diesen Worten war Joann sehr unangenehm. Sie merkte nicht mal, dass die anderen vor Verblüffung schwiegen.

„Tatsache ist, dass Du im Recht warst." Callens Worte ließen alle die Augen aufreißen. „Sam und ich waren zu diesem Zeitpunkt Opfer einer Entführung, die zudem verletzt waren. Uns ins Krankenhaus zu schicken, war richtig. In der umgekehrten Situation hätte ich genauso gehandelt." Er warf Sam einen kurzen Blick zu. „Allerdings erwarte ich in Zukunft, dass Du in der Öffentlichkeit diplomatischer vorgehst. Dein Ton war ganz schön heftig." Dann sah er in die ganze Runde. „Das soll Dich aber auf keinen Fall davon abhalten, offen zu sagen, was Du denkst, Jo."

Um die entstandene Verlegenheit zu überbrücken, trat Nate auf Joann zu. „Komm, ich zeig Dir alles, dann können die anderen ihren Papierkram erledigen. Hast du schon ein Fach bekommen?"

„Nein, Nate, dass war bisher auch nicht notwenig. Ich bin in den vergangenen zwei Tagen die Hälfte der Zeit gar nicht hier gewesen und den Rest der Zeit war ich anderweitig beschäftigt."

„Natürlich."

Am Ende des Rundgangs war Joann ehrlich beeindruckt. „Wow, ihr habt wirklich alles unter einem Dach, was man braucht."

„Und was uns fehlt, organisiert Hetty. Übrigens, frag sie niemals, aus welcher Quelle etwas kommt. Freu Dich bloß, dass Du es hast."

Joann war Nate einen schrägen Blick zu. „Ich bin nicht besonders neugierig, dass sollte Dir doch aufgefallen sein." Dann grinste sie. „Oh, na klar! Du hast es gemacht und Dir eine passende Abfuhr eingefangen." Nates Wangen wurden rot. „Keine Sorge, Nate, ich kann ein Geheimnis für mich behalten." Sie zwinkerte ihm zu.

Schnell wechselte er das Thema. „Wir müssen Dir noch einen Platz suchen, damit Du Deinen Bericht schreiben kannst. Eric zeigt Dir sicher gerne unsere Programme dazu."

„Schon fertig."

„Wie bitte?"

„Mein Bericht liegt bereits bei Hetty auf dem Tisch. Ich habe ihn gestern noch geschrieben. Eric hat mir die notwenigen Informationen bei der Computereinweisung gegeben."

Nate war ehrlich überrascht. „Okay, ja, also…"

Ein schriller Pfiff rettete ihn.

Joann grinste schelmisch. „Vom Gong gerettet, was, Nate?" Bevor er antworten konnte, ging sie schon.

Der Alltag hatte sie wieder.

Die nächsten Tage vergingen ohne besondere Vorkommnisse. Joann fügte sich problemlos in das Team ein, da es ihr alle leicht machten.

Ein bisschen neidisch dachte Deeks daran, wie schwierig dagegen doch sein Einstieg gewesen war und dass sein Platz in diesem Team noch immer nicht richtig fest stand. Zum Glück war er nicht nachtragend. Außerdem mochte er Joann wirklich gern.

Kensi war zufrieden. Endlich war sie nicht mehr die einzige Frau im Team. Die ‚typischen Frauenaufgaben' konnte sie sich nun mit Joann teilen. Es sei denn, sie würde ihre Beziehung zu Callen ausnutzen…nein, dass würde Joann niemals tun.

Sam sah die Situation mit gemischten Gefühlen. Er wusste, dass er mit Joann eine qualifizierte, vertrauenswürdige Kollegin bekommen hatte, auf die er sich jederzeit verlassen konnte. Von daher freute er sich auf die Arbeit mit ihr. Allerdings verunsicherte ihn die Tatsache, dass sie die Freundin seines besten Freundes und Partners war. Nur die Zeit würde zeigen, ob die Beziehung der beiden Einfluss auf ihr Verhalten und ihre Arbeit hatte.

Nate betrachtete das ganze mit Neugier. Beziehungen zwischen Mitgliedern eines Teams war eigentlich untersagt und hatte normalerweise zur Folge, dass einer von beiden versetzt wurde. Doch in diesem Fall hatte Hetty sich ganz bewusst dazu entschieden, ein Paar zusammenarbeiten zu lassen. Das würde die Strukturen des Teams kräftig durcheinander wirbeln. Und dann waren da ja auch immer noch Kensi und Deeks… Es kamen interessante Zeiten auf ihn zu.

Eric sah die ganze Sache ziemlich locker. Das Team hatte in den letzten Monaten viel zu tun gehabt, so dass eine Verstärkung nur sinnvoll war. Joann war sicher eine gute Wahl, da sich alle schon kannten. Er vermutete, dass es noch eine Menge Geheimnisse in ihrem Leben gab, aber wer von seinen Kollegen hatte schließlich keine.

Callen war sich der leichten Unruhe in seinem Team bewusst. Alle waren gespannt, wie er mit Joann umging. Sam hatte Sorge, als sein Partner abgelöst zu werden. Kensi befürchtete, dass er Joann nur die ‚guten' Aufgaben gegeben würde, und Deeks spielte gerade mal wieder ‚Einsamer Wolf', weil er sich daran erinnerte, wie ablehnend er zu Anfang behandelt worden war. Er seufzte. Sie würden schon merken, dass er Joann im Job wie jeden anderen Agenten behandeln würde. Allerdings sagte ihm sein Bauchgefühl, dass Hetty noch ein paar Überraschungen im Ärmel hatte, was sein Team betraf. Callen seufzte erneut.

Abwechselnd wurde Joann mit den einzelnen Mitgliedern des Teams eingeteilt. Sie arbeitete mit allen gleich gut zusammen. Callen achtete sorgfältig darauf, sie weder besser noch schlechter als die anderen zu behandeln. Auch den lockeren Dresscode genoss Joann in vollen Zügen. Wenn sie im Rahmen einer Rolle etwas anderes tragen musste, ging das nicht ohne Knurren und Murren ab. Allerdings hatte sie damit bei Hetty genauso wenig Erfolg, wie die anderen. Mit der Zeit verloren sich die Vorbehalte oder Sorgen der Kollegen im Nichts.

to be continued…