Der Morgen danach

Endlich konnte ich bei jemandem Leben, der mich nicht so herzlos wie die Dursleys behandeln würde. Oder tat Sirius nur so nett?

Als ich am nächsten Morgen erwachte, dachte ich zuerst, das ich einfach nur einen wundereschönen Traum gehabt hatte. In meinem Traum war Sirius frei gekommen, hatte Dumbledore überzeugt, das ich zu ihm ziehen durfte und wir hatten sogar schon einige Pläne ausgearbeitet. Das musste einfach ein Traum gewesen sein. Die Tatsache, das ich von den Dursleys wegkommen würde, trug auch nicht sehr zu einer anderen Ansicht der Sache bei. Erst als ich in Rons leeres Bett sah wurde mir be wusst langsam, fast schneckentempomäßig bewusst, das ich wohl doch nicht geträumt hatte. Das al les, die Minuten in der Heulenden Hütte, die Flucht vor dem Werwolf in den sich Prof. Lupin ver wandelt hatte und der dramatische Auftritt, den wir in der Großen Halle geliefert hatten wirklich passiert sein musste. Spätestens aber als ich auf meine Füße schaute, weil ich gerade bemerkt hatte, das ich sie, weil ein ominöses Gewicht darauf lag, nicht bewegen konnte, wurde mir klar, das war kein Traum!

Am Fußende meines Bettes, quer über meine Beine, lag ein großer schwarzer Hund. Der Hund, den Prof. Trelawney mir immer als den Grimm vorgestellt hatte in ihren ganzen Todeswarnungen im Unterricht. Wenn ich jetzt so darüber nachdachte, dann konnte ich nur noch Lachen. Padfoot und mein persönlicher Grimm, wohl eher mein persönlicher Beschützer. Und doch stellten sich mir un weigerlich ein paar Fragen. Wieso war er im letzten Sommer im Ligusterweg aufgekreuzt und hatte mich angebellt? Wieso war er auf dem Quidditchfeld gewesen und hatte mich wie gebannt ange starrt? Und was bitte hatte er damals mit Krummbein am Waldrand getrieben? Vollkommen in Ge danken, wegen der ganzen Fragen die ich noch an ihn hatte, auch was es denn nun mit diesem ei genwilligen Haus auf sich hatte, in das wir ziehen wollten, bemerkte ich nicht, das mich plötzlich zwei leuchtend Gelbe Augen ansahen auch bemerkte ich nicht das leise Knurren vom Fußende mei nes Bettes. Scheinbar jedoch hatte Pad es nicht mehr ausgehalten das ich ihn nicht beachtete, denn plötzlich ertönte sehr, sehr lautes Hundegebell im Raum, was die anderen Jungs ebenfalls aufweck te. Da sein das Bellen und darauf folgende Knurren sehr gefährlich klangen fingen sie auch sofort an zu schreien. Nur ich verstand, das er mich aus den Gedanken reißen wollte und das Knurren sei ne Art war die mich zu einer kleinen sportlichen Aktivität herausfordern sollte.

Denn nur wenige Sekunden, nachdem ich ihn mit meinem Blick fixiert hatte, sprintete er zur halb offen stehenden Tür, und ich lief ihm hinterher. Ich lief ihm fluchend hinterher während er sich hin ter Hermine zu verstecken versuchte. Kein leichtes unterfangen für einen so großen Hund! Als ich am Fuß der Treppe angelangt war wurde ich langsamer. Ich nahm nur nebenbei wahr, das Pads ge belle wohl den gesamten Gryffindorturm geweckt hatte und nun alle zusahen wie ich, nur mit einer weiten Jogginghose bekleidet, ganz langsam Richtung Hermine ging. Hermines Blick dabei war einfach zu köstlich. Zuerst hatte sie verängstigt und gleichzeitig verwirrt auf den zu sich und dann hinter sich kauernden Hund gestarrt, als ich dann jedoch immer näher kam, sah sie mit einer Mi schung aus Angst, Wut und Vorfreude zwischen Pad und mir hin und her. „Hey kleiner, du wirst dich doch jetzt nicht hinter irgendeinem Rock verstecken oder? Erst mir die Beine platt liegen, dann alle ankläffen und jetzt das kleine Schoßhündchen spielen, so geht das aber nicht!" Diese Worte trieften schon fast vor Sarkasmus und doch zeigte sich der von mir gewünschte Effekt. Die leuch tend Gelben Augen verengten sich zu schlitzen und schon im nächsten Moment hatte er einen Satz gemacht und mich damit auf den Boden gezerrt.

Die anderen mussten denken das ich verrückt geworden bin, wie ich nun lachend unter dem riesi gen, knurrenden schwarzen Hund lag und ihm übers Fell streichelte. Er hatte sich sofort entspannt, als ich anfing zu lachen, dachte er etwa, ich hätte diese Worte ernst gemeint? „Padfoot aus! Böses, böses Hündchen! Nun geh von Harry runter! Nein! Aus! Pad! Nein!" Doch nachdem Hermine ihn Hündchen genannt hatte, hätte sie nicht einmal mehr ein Hippogreif vor seiner Rache retten können.

Denn schon direkt danach war er von mir runter gegangen und auf sie zugeschlichen. Ich verfolgte das geschehen jedoch nur halb, da ich mich, durch Hermines erst gespielt wütenden und, als sie merkte das er es nun auf sie abgesehen hatte, entsetzten Blick, lachend auf dem Boden rollte. Das Gesamtbild muss wohl ebenfalls extrem lustig ausgesehen haben, denn als Prof. Dumbledore zu sammen mit dem Minister, Ms. Tonks und Ron den Gemeinschaftsraum betrat konnten sich Ms. Tonks und Ron als sie uns sahen nicht mehr halten und prusteten sofort los, während Prof. Dumble dores Gesicht ein Lächeln zierte, als müsse er sich grade wirklich angestrengt einen Lachanfall ver kneifen und auch der Minister sah so aus, als sei er einem Lachanfall sehr nahe. Nunja, ich geb den 4 Leuten ja recht, denn wenn ich bedachte, das Hermine grade auf dem Rücken lag und wie ver rückt schrie, während Pad sie überall abschlabberte wo es ging und ich mich auf dem Boden wälzte vor lachen, dann bekam ich schon den nächsten Lachanfall.

„Nun.... Pad.... ich... ich glaub.... Hermine... ist sauber.... geh... geh runter... von ihr." war alles was ich mit mühsam aufgesetzter Ernsthaftigkeit rausbrachte. Und, oh wunder, er hörte auf mich. Her mine deren Gesichtsfarbe nun schon Rons Haaren hätte Konkurrenz machen können, rannte so schnell sie konnte in ihren Schlafsaal und murmelte was von wegen „sofort duschen" und „wider lich". 5 Minuten später hatten es dann auch Tonks, Ron und ich geschafft uns wieder zu beruhigen. Ron dadurch, das er sich umziehen wollte, jedoch nicht gewusst hatte das Sirius ein paar Farbbom ben in seinen Koffer gepackt hatte, welche explodierten, als er den Koffer öffnete, Tonks dadurch das er sich in einen Menschen verwandelte und sie in den Arm nahm und ich dadurch, das ich er fuhr, das die beiden Verwandt sind.

„So, ich denke ihr wisst, wieso wir hier sind?" fragte der Prof. als er sich ganz sicher war, das wir keinem erneuten Lachanfall erliegen würden. „Ja." war Sirius knappe Antwort. Ich hatte das Ge fühl, als würde es ihm in der Gegenwart des Ministers so gar nicht gefallen, denn ständig warf er ihm tödliche Blicke zu. Irgendwo auch verständlich. Immerhin hatte Fudge ihn damals ohne Pro zess nach Askaban geschickt. „Also, Sirius Black, hier sind Ihre Papiere, die Erstausgabe des Tages propheten, in dem die ganze Sache erklärt wurde, da ich mir sicher bin, das sie ihn heute noch nicht gelesen haben und die Papiere zur Vormundschaft von Harry Potter." erklärte der Minister mit etwas Vorsicht in der Stimme, während der Sirius die Papiere hab. Dieser überflog die meisten nur kurz, bei den Vormundschaftspapieren jedoch hielt er inne. „Das würde aber nicht bedeuten, das ich ihn adoptiere oder? Ich will das der junge seinen Namen behält, er soll halt nur bei mir Leben." warf Si rius auch, diskret wie eh und je, ein. Der Minister verneinte eine Adoption und so unterschrieben sowohl Sirius als auch ich unser Einverständnis, ohne uns die Papiere genauer anzusehen. „Scheiß drauf was da steht, Hauptsache du ziehst bei mir ein." waren Sirius Worte bevor er, mit einem strah lenden Lächeln, jede Seite der 20 seitigen Einverständniserklärung unterschrieb.

Nach dem Mittagessen wollte Sirius mir dann auch das Haus zeigen, nachdem wir noch einmal im Krankenflügel waren und Lupin gesehen hatten. Hermine und Ron hatten als Fudge, Ms. Tonks und Dumbledore weg waren zaghaft gefragt, ob sie vielleicht mitkommen könnten, was wir ihnen natürlich nur zu gern erlaubten. Doch zuerst mal sollte es nun das Mittagessen in der großen Halle sein zu dem wir gingen. Natürlich waren wir, dank unserm Auftritt gestern Abend, die Hauptattraktion. Besonders den Mädchen schien Sirius aufzufallen, was mich teilweise schockte auf der anderen Seite aber auch zum lachen brachte. Sirius, der das auch gemerkt hatte, flirtete nun zu meiner Unterhaltung sogar noch mit einigen, indem er ihnen verführerische Blicke zu warf. „Mr. Black, auch wenn ich froh bin, das Sie uns mal wieder besuchen, so lassen Sie uns doch bitte unsere armen Schülerinnen so wie sie sind, ja?" schallte da schon Dumbledores gebieterische und doch leicht amüsierte Stimme durch die große Halle. Sirius, der ertappt zusammengezuckt war als er angesprochen wurde, verwandelte sich nun wieder in den Hund, denn er hatte heute morgen ebenfalls die Animagibescheinigung ausgefüllt, und rannte zu den Professoren, wo er erst Gonnie um die Füße streifte und sich dann neben Dumbledore setzte und sich hinterm Ohr kraulen lies.

Das genoss er sichtlich und die meisten Schüler mussten sich stark zusammenreißen, um nicht laut los zu lachen. Dumbledore hingegen schien das als natürlich zu sehen, das sich ein ehemaliger Schüler von ihm in einen Hund verwandelte und sich genüsslich von ihm kraulen ließ. Mir wurde bewusst, das er sich für meine Unaufmerksamkeit heute morgen rächen wollte, also spielte ich mit, was er jedoch nicht wusste. Ich aß genüsslich weiter, ohne ihn zu beachten, plötzlich fing ich an un kontrolliert zu zittern, bedeckte meine Augen mit den Händen und schrie „Wenn es dir bei ihm so viel besser gefällt, dann bleib doch gleich bei ihm, du untreuer Köter!" und rannte raus. Doch direkt hinter der Tür blieb ich stehen, ich wusste das er mir hinterher rennen würde. Ich kannte ihn zwar noch nicht lange, doch komischerweise schon verdammt gut. Und da kam er auch schon, sah sich suchend um, in der großen Halle war getuschel ausgebrochen. Als er mich sah, kam er mit gesenk tem Kopf und seinem besten Hundeblick auf mich zu.

Das ließ ich mir jedoch nicht bieten. Ich verwandelte ihn zurück und ließ Sirius nur eine Sekunde später an der Decke der großen Halle baumeln. „Och Padchen, es tut mir ja leid, aber ich liebe nun mal auch eine andere." „Na dann bin ich ja beruhigt, das wir so friedlich auseinander gehen,.... SHIT." Ich ließ ihn überrascht runter. „Was ist?" fragte ich ihn besorgt. „Ich schätze ihm ist gerade aufgefallen, das du noch keinen Spitznamen hast und er jetzt sein kreatives Köpfchen mal wieder sehr doll anstrengen muss." kam prompt die Antwort von Professor Lupin. „Moony, Moony, du hast mich wie immer durchschaut, doch euer Hochwohlgeboren, nun helfet mir einen würdigen Spitzna men für den hier anwesenden Jüngling der Rumtreiber zu erwählen." „Ich bin ein Rumtreiber?" fragte ich Sirius sofort. Fred und George sahen mich total verstört an, dann sahen sie zwischen Moony und Sirius hin und her und plötzlich sahen sie so aus, als stünden ihnen Adlige gegenüber. „Sie, Sie sind die Hochwohlgeborenen Herren Moony und Padfoot?" kam es ungläubig von Fred. „Sie sind 2 der berühmten Rumtreiber? 2 Der bekanntesten Helden und Entertainer von Hogwarts?" fragte nun auch George etwas ungläubig. „Ja." sagte Sirius strahlend an mich gerichtet, dann wen dete er sich den Zwillingen zu, musterte sie einen Augenblick abschätzend bevor er dann mit einem breiten Grinsen im Gesicht sagte:

„Ja, wieso? Wollt ihr Autogramme?" „Nein, die haben schon was viel besseres von uns gehabt Pad! Sie hatten die letzn 3 Jahre die Karte." „Oh, und wo is sie nu?" „Harry!" gaben nun Fred, George und Lupin wie aus einem Munde zurück. „Aha." war wieder einmal Sirius einfallsreiche Antwort. Hermine und ich sahen uns wissend an und fingen prompt wieder an zu lachen. Hermine stand auf und versteckte sich schnell hinter mir, damit Sirius sie nicht wieder anspringen konnte, wie noch heute morgen im Gemeinschaftsraum. „Jetzt reichts ihr kleinen was-weiß-ich-nicht, wieso lacht ihr mich schon wieder aus?" „Wir wollen los." war alles was Hermine sagte und schon wieder „Aha!"

Wir gingen also, mit einem nun leicht beleidigt spielenden Sirius, nach draußen, vor die Tore von Hogwarts. Dort bedeutete Sirius uns dann, uns ganz stark an ihm festzuhalten. Ich hatte irgendwie das Gefühl, das Sirius es genoss, wie Hermine sich an ihn krallte. Hmm ich würde ihn nachher mal fragen, bis dahin kommt diese Frage zu den anderen, die ich schon ganz verdrängt hatte. Er sagte uns noch, das wir jetzt Apparieren würden und das es beim ersten mal keineswegs angenehm sei, also wenn sich einer übergeben müsste, dann doch bitte in die von ihm entgegengesetzte Richtung. Im nächsten Moment spürte ich ein ziehen in meinem Magen und um mich herum verschwamm al les. Das nächste was ich nur Sekunden später sah, ließ meine Atmung aussetzen. Das konnte doch nicht wahr sein. Nein. Nein. Nein. Ich musste Träumen. „Na, gefällt es dir?" vernahm ich Sirius Stimme als sei sie ganz weit weg. Auf den Schreck musste ich mich erst einmal ins Gras niederlas sen, was Hermine mir sofort nachmachte. Sirius sah uns mit einem undefinierbaren Blick an. „So schlimm?" „Sirius, du bist verrückt! Das kann nicht dein ernst sein! Ich meine, siehs dir an! Ich meine das Haus is....."