Kapitel 3

Allison begleitete John Connor, jetzt John Reese auf dem Schulweg zu seinem ersten Schultag.

Sehen konnte er sie nicht aber er war ja ohnehin ziemlich blind. Sonst wäre ihm die letzten zwei Jahre sicherlich mal aufgefallen, dass ihn ein brünettes Mädchen beobachtete.

Auch jetzt sah er nicht, dass er von der Hausecke der Schule aus beobachtet wurde.

Allison, sie hatte sich nach kurzer Zeit dazu entschlossen diesen Namen zu benutzen weil sie zwangsläufig mit Menschen in Kontakt gekommen war, lächelte als sie den sehnsuchtsvollen Blick der anderen Maschine bemerkte, die den Kopf gegen die Hauswand gelehnt mit nur einem Auge zum Haupteingang sah.

Sie folgte John Connor in das Innere des Gebäudes, dicht hinter ihr war die andere TOK.

Sie war erstaunt, dass sich die andere TOK John Connor diesmal soweit näherte, dass es zu einer Kontaktaufnahme der Beiden kam.

Allison war gespannt, wie John Connor auf die wahre Natur seines Gegenübers reagieren würde. Im Folgenden kam es aber nicht zu diesem Outing.

Acht Jahre musste sie bis zum entscheidenden Augenblick warten. Ach Jahre in denen sie immer wieder Cameron beobachtete, wie diese heimlich Gefahren für John Connor aus dem Weg räumte.

Acht Jahre, in denen sie immer wieder Neid für die andere TOK empfand. Neid über die liebevolle Beziehung und die tiefe Freundschaft die die Beiden miteinander teilten.

Es wäre für sie so leicht gewesen die andere auszuschalten.

Immer wieder ertappte sie sich dabei nach gründen für eine Terminierung zu suchen.

Immer wieder musste sie sich ins Gedächtnis rufen was das Wesen auf dem anderen Planeten gesagt hatte, dass das Leben, die Existenz aller Wesen, ja selbst der ganze Planet von ihr abhingen.

Immer wieder richtete sie sich stolz auf, ihren Neid überwunden zu haben, wenn sie aufs Neue realisierte zu welch großer Aufgabe sie auserkoren war.

Schließlich kam der entscheidende Tag.

Allison stand unsichtbar im Hintergrund der Kirche als der fremde Mann seinen Einspruch gegen die Hochzeit erhob.

Im Folgenden war sie nicht schnell genug, den vier Personen in den Raum zu folgen und war froh, als sich die Situation entspannte noch bevor sie eingreifen konnte.

Dann folgte sie den vier Personen zum Haus der Connors.

Sie spürte, dass der Zeitpunkt näher rückte, der Zeitpunkt an dem sich ihr Schicksal erfüllen würde. Der Zeitpunkt zu dem sie bereit sein musste, bereit einzugreifen um die Welt zu retten.

Nun wusste John Connor Bescheid und wie Allison erwartet hatte lehnte er Cameron ab. Allison fühlte mit Cameron.

Sie konnte den Schmerz nachempfinden, den ihre Schwester haben musste. Acht Jahre lang hatte sie zusehen müssen, wie Cameron glücklich war und sie selbst einsam.

Um so erstaunter war sie, dass John Connor ihrer Schwester folgte und vor Allem, dass Beide anscheinend intuitiv zum selben Platz fuhren.

Dann gab es einen Moment, in dem sie ihre Schwester fast angegriffen hätte, als Diese John Connor gegenüber zugab, dass ihre Mission eigentlich war ihn zu terminieren.

Aber es stellte sich heraus, dass John Connor auch mit dieser Situation letztendlich umgehen konnte. Offenbar liebte er Cameron trotz ihrer Natur und trotzdem sie eigentlich ausgeschickt worden war ihn zu töten.

Als sie schließlich wieder an der Behausung der Connors ankamen sah Allison zu, wie Cameron ohne den schlafenden John den Wagen verlies und zum Haus ging. Sie erkannte intuitiv, was die Folgen sein würden, wenn Cameron das Haus ohne ihn betrat.

In dieser Situation gab es nur zwei logische Schlussfolgerungen. Entweder wollte Cameron Sarah Connor und Derek Reese töten oder sich selbst töten lassen.

Schnell schob sich Allison mit aktiviertem Schutzschild zwischen Cameron und die beiden Menschen, als diese ihre Schockwaffen auch schon auslösten.

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'Das Ding hat ihn getötet!' Schrie es in Sarahs Kopf.

Als sie und Derek sahen, wie die Maschine ihre Waffen hob feuerten Beide ihre modifizierten Taser ab. Die Elektroden schossen vor...

Entsetzt sahen beide Menschen, erstaunt sah ein Cyborg, wie die Elektroden mitten zwischen ihnen einfach verschwanden.

Sarah und Derek lösten zwar trotzdem den Schock aus, erzielten dabei aber keinerlei Wirkung.

Entsetzt sahen sich die beiden Menschen an. Ihnen war klar, diese Maschine musste eine Art neue Waffe haben.

Wie von der Tarantel gestochen wirbelten beide herum und rannten zum Hinterausgang.

Während Derek eigentlich einfach nur fliehen wollte rannte Sarah zum Wagen und blieb vor der Motorhaube wie angewurzelt stehen.

Derek sah ein, dass es ohnehin sinnlos war und folgte Sarah zu dem Wagen.

„Oh Gott John!" Rief Sarah weinend. Wie gelähmt stand sie vor dem Wagen und blickte auf ihren toten Sohn. „Was soll nun werden?"

Derek ging zur Tür des Wagens. Nur kurz zögerte er bevor er öffnete. Statt aber tot aus dem Sitz zu fallen erwachte John aus seinem Schlaf.

„Was?" Fragte er verwirrt und sah sich um.

„JOHN!" Schrie Sarah und stürzte zu ihm. „Du lebst!" Rief sie und zog den Verwirrten fast vom Sitz.

John quollen die Augen aus den Höhlen „Mom! Ist ja gut, ist doch Alles in Ordnung. Was ist denn?"

„Wir dachten die Maschine hätte dich getötet" Sagte Sarah weinerlich.

„Warum sollte Cameron...", er stutzte und sah sich um. „Wo ist sie?" Fragte er mit steigender Unruhe.

„Wir dachten sie hätte Dich getötet...::", begann Sarah wurde aber kurzerhand von John unterbrochen.

„Wir müssen hier weg. Das Ding hat irgendeine neue Waffe!" Rief Derek Reese eindringlich

„Mom, wo ist sie!" Unterbrach John. Er fasste seine Mutter an den Schultern. „WO IST CAMERON?" Schrie er schließlich als sie nach einigen Sekunden nicht antwortete.

Sarah hob den Arm und mit zitternder Hand zeigte sie aufs Haus.

Sarah wollte ihn festhalten aber John stieß sie von sich, wich Derek Reeses zupackenden Händen aus und rannte so schnell er konnte zum Haus.

Die Stufen der Veranda mit einem Sprung nehmend landete er mit einem weiteren Sprung im Inneren.

Als er in Richtung des Wohnraumes sah erstarrte er.


Kapitel 4

John sah mit Entsetzen, wie Cameron sich hektisch um sich selbst drehend mit vorgestreckten Waffen den Raum mit den Augen abzusuchen schien.

Kurz warf sie einen Blick in seine Richtung. „John renn weg!" Rief sie. „Irgendetwas ist in diesem Raum".

John sah sich kurz um. „Cam, alles in Ordnung, hier ist nichts", sagte er überzeugt.

In diesem Moment kam Derek herein. Er hatte eine fast riesige Waffe in der Hand und stieß John zur Seite. Der Schuss war abgefeuert, bevor John protestieren konnte.

Und noch einer und noch einer. Die Kanone wummerte immer wieder.

John starrte geschockt in die Richtung der Schüsse aber die in Camerons Richtung abgefeuerten großkalibrigen Geschosse erzielten keinerlei Wirkung.

Es war als schoss Derek Reese mit Platzpatronen.

Cameron hingegen stand abwartend mit halb gesenkten Waffen im Wohnraum. Den ersten Schuss hatte sie mit geschlossenen Augen abgewartet, riss dann aber verwundert die Augen auf, als nichts passierte.

Dann sahen Alle starr vor Schreck, wie Derek Reese plötzlich die schwere Waffe aus den Händen gerissen wurde.

Sarah zog wie in Trance ihre Waffe und schoss, als nach einer Flimmererscheinung eine zweite Cameron wie aus dem Nichts erschien.

Mit wütendem Gesichtsausdruck starrte die Maschine auf Derek, verbog den dicken Lauf der Waffe und stieß den verwirrten Soldaten mit Wucht gegen die Wand, wo er benommen zu Boden ging.

Als sich Sarah verschossen hatte fuhr die zweite Cameron herum und war bei ihr, noch bevor sie ein neues Magazin eingeschoben hatte.

Sarah erstarrte, als sie plötzlich auf den Zehenspitzen stand und erbarmungslosen Druck an ihrer Kehle spürte.

„NICHT!" Schrie in diesem Moment Cameron. „Bitte!" Fügte sie hinzu, als sich die andere Cameron ihr zuwandte.

Cameron 2 legte den Kopf schräg. „Du bittest um ihr Leben, obwohl sie Dich töten wollten?"

John sah sprachlos hinüber zu seiner Cameron, die jetzt mit dem Kopf schüttelte.

„Ich wollte es so. Ohne Johns Liebe erwarte ich nichts mehr von meiner Existenz", entgegnete Cameron traurig. Dann sah sie zu ihm, der immer noch am Boden hockte. „Und terminieren kann und will ich Dich nicht".

Cameron 2 sah über ihre Schulter auf John, der die Augen aufgerissen hatte.

„Aber ich liebe Dich doch, daran hat sich nichts geändert", sagte dieser impulsiv.

Cameron, SEINE Cameron machte einen Schritt auf ihn zu. „Wirklich?" Fragte sie erstaunt. „Obwohl du weißt dass ich...?"

„Obwohl ich weiß, dass du kein Mensch bist?" Unterbrach er Sie während er sich hochrappelte.

Cameron konnte nur nicken.

Ohne zu zögern nickte er. „Ich liebe Dich und wenn die...", er sah sich um und blickte zuerst Derek Reese und schließlich seiner Mom entschlossen in die Augen. „...bigotten Idioten, die ständig versuchen über mein Leben zu bestimmen das nicht akzeptieren, sollen sie mit dem Rest der Menschheit zur Hölle fahren".

„Das sind sie", unterbrach in diesem Moment Cameron 2.

Auch Derek blickte die Maschine nun verwirrt an.

„Was meinst Du?" Fragte die selbst erstaunte Cameron.

„Cameron 2 blickte ihre Schwester an. „In der Zukunft aus der ich komme gab es nie einen John Connor. Die Menschen wurden von Skynet ausgerottet. Selbst Skynet ist tief im Weltraum auf einen Gegner getroffen, dem es nicht gewachsen war".

Cameron legte den Kopf schräg. „Aber Du hast überlebt...".

Die Andere Cameron schüttelte den Kopf. „Skynets Widersacher hat mir mein Leben geschenkt, weil ich wie Du anders war. Ich habe die Aufgabe bekommen die Menschheit und die Welt zu retten.

„Du", würgte Sarah röchelnd hervor. „Eine Maschine soll die Menschheit retten?" Wut und Verachtung waren trotz des Röchelns deutlich herauszuhören.

„John Connor wird die Menschheit retten", sagte Derek Reese energisch.

Cameron 2 sah ihn höhnisch an. „Jetzt vielleicht. Nachdem ich Euch erfolgreich davon abgehalten habe Cameron zu töten wird John Connor sicherlich das Richtige tun". Sie sah zu John. „Was hättest Du getan, wenn sie Cameron getötet, ihren Chip zerstört hätten?"

John starrte Cameron 2 an, dann wanderte sein Blick zu seiner Cameron. Lange Sekunden vergingen.

„Nichts, ich hätte gar nichts getan", sagte er ohne dass sein Blick den von Cameron verlies.

Triumphierend aber nach wie vor röchelnd lachte Sarah auf. „Siehst Du, selbst wenn wir die Maschine vernichtet hätten... Er IST John Con..."

„Nein Mom, DU verstehst mich falsch. Ich hätte gar nichts getan bedeutet ich hätte nicht versucht den Widerstand zu vereinen. Ich hätte nicht versucht der große John Connor zu sein. Ich hätte nicht versucht Eine Menschheit zu retten, die es nicht wert ist gerettet zu werden", sagte er und lächelte Cameron an.

„Was?" Fragte Derek Reese verwirrt. „Du bist John Connor, Du musst diese verdammten Maschinen ausrotten", sagte er energisch.

Nur kurz sah sah John mit Verachtung zu Derek, dann ging er langsam die drei Schritte zu der anderen Cameron und seine Mom.

Langsam legte er eine Hand auf den Unterarm, der seine Mom an der Kehle hielt.

Alle erwarteten jetzt, dass er sie bitten würde seine Mom herunterzulassen.

„Wie heißt Du?" Fragte er stattdessen mit absoluter Ruhe.

Die Maschine blickte ihn sekundenlang verwirrt an. „Allison", sagte sie schließlich.

John war Camerons verwunderter Blick nicht entgangen, reagierte aber nicht darauf.

Alles was er tat war mit einer unheimlichen Ruhe Druck auf den Arm auszuüben.

Verwirrt sah Allison ihn an, dann wieder auf seine Hand und obwohl er selbst für einen Menschen wenig Druck ausübte lies sie Sarah herunter und löste den Griff.

Sarah fiel überrascht in den hinter ihr stehenden Sessel.

John lächelte Allison an, die das Lächeln erwiderte.

Cameron hingegen runzelte die Stirn und sah verwirrt zu Boden. In ihr tobte ein Wechselbad der Gefühle. Diese Allison schien über Fähigkeiten zu verfügen, die ihre weit überstiegen. Die Schlussfolgerung brach ihr das Herz. Er würde sie fallenlassen.

John nickte Allison noch kurz dankbar zu und ging dann langsam zu der zu Boden blickenden, mit dem Fuß scharrenden Cameron.

Cameron sah seine Füße, hob aber nicht den Blick. „Du solltest Sarah und Derek Reese ihr Werk vollenden lassen. Allison ist ein viel besseres Modell als ich. Sie hat Fähigkeiten, die ich nicht habe. Sie..." Cameron verstummte mit einem leise Seufzen.

John hatte kopfschüttelnd vor ihr gestanden. Jetzt streckte er die Hand aus und legte einen Finger unter ihr Kinn. Willig folgte sie der Bewegung.

Er sah in ihre Tränen erfüllten Augen. „Glaubst Du, DAS wäre mir wichtig? Dass sie mehr kann als Du? Fragte er mit Betonung.

Cameron nickte. Allison sah genau so aus wie sie selbst. Also gab es Nichts an ihr, was für John noch viel Wert besaß.

„Ich bin nicht wie Skynet", sagte er energisch. „Ich wechsle nicht ein Modell für ein verbessertes aus. Wenn unsere Ehe funktionieren soll musst Du Dir solche Gedanken abgewöhnen.

Cameron hatte die Augen aufgerissen. „Ehe?" Echote sie.

Jetzt blickte John zu Boden und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Wenn Du mich noch willst? Ich meine... ich war ein Idiot und so... aber...". Jetzt erst blickte er auf und sah ihr in die Augen. „Ich hab die Tollste Frau auf der Welt gefunden. Genau Diejenige die mich absolut ergänzt, die werde ich doch nicht so einfach aufgeben".

Sekundenlang starrte Cameron auf John, bevor sie in Tränen ausbrach und sich in seine Arme warf.

Als sie ein Geräusch hörten trennten sie sich und sahen sich um.

Derek Reese hatte eine Waffe gezogen. Es war aber schon komisch zu sehen, wie er nun krampfhaft bemüht war diese festzuhalten.

Allison hatte eine Hand ausgestreckt und die Waffe wurde wie durch Zauberei unaufhaltsam in ihre Richtung gezogen. Derek Reese wurde dabei auf dem Hintern sitzend mitgeschleift.

Sarah sah noch sekundenlang auf diese Szene. Dann erhob sie sich.

Mit wütendem Gesichtsausdruck näherte sie sich Cameron. „Wie konntest Du es wagen Dich in meine Familie hineinzulügen!" Blitzschnell, selbst für Cameron überraschend hatte Sarah mit dem Handrücken zugeschlagen. „Du bist nichts weiter als eine verdammte Maschine!" Nun brach Sarah in Tränen aus. „ICH HAB DICH WIE EINE TOCHTER GELIEBT!" Schrie sie schließlich unbeherrscht.

John wollte versuchen seine Mom zu beruhigen aber Cameron hielt ihn am Arm fest.

Unter Johns verwundertem Blick trat Cameron so dicht vor Sarah, dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten. „Ich hätte Deinen Sohn damals im Stahlwerk auch töten können", sagte sie leise mit unterdrückter Wut. „Dass ich das nicht getan habe liegt nur daran, dass er sich so menschlich gezeigt und um das Leben einer Maschine gekämpft hat.

Sarah starrte Cameron verwundert an. „Was... was heißt das? Wieso...?"

„Mom, das heißt, dass nicht Future John Cameron geschickt hat", antwortete John an Camerons Stelle.

Sarah sah ihn verwirrt an. „W..wenn nicht Du, wer...?"

John lächelte Cameron an, dann sah er wieder zu seiner Mom. „Skynet".