Carlisle POV

Heute ist Montag und ich bin wirklich froh darüber. Nicht nur die Tatsache, das unsere KInder heute in die Schule mussten, stimmte mich froh, sondern das meine geliebte Esme und ich endlich wieder Zeit miteinander verbringen konnten.

Ich wollte mich gerade umdrehen, um meine Frau zu küssen, aber da merkte ich, das Esme wahrscheinlich schon nach unten gegangen war, um für die Kids Frühstück zu machen.

Schnell hüpfte ich aus dem Bett und zog mich an, bevor ich die Balkontür öffnete und hinaus ging. Heute ist ein regnerischer Tag und es sieht so aus, als ob die Wolken sich auch nicht in absehbarer Zeit verziehen würden und das ist auch gut so. Ich kann meine Kinder schließlich nicht bei strahlenden Sonnenschein in die Schule schicken.

Ich blieb noch ein paar Minuten auf dem Balkon stehen und atmete die frische Waldluft ein. Esme hatte wirklich nicht zuviel versprochen, das Haus ist ein Traum und der Wald ist ideal für uns, so mussten wir zum jagen nicht so weit laufen. Nicht das es für uns ein Problem wäre, aber so ist es am einfachsten.

Ich machte auf dem Absatz kehrt und wollte gerade nach unten gehen, als ich im Flur, das Geheule meiner jüngsten Tochter hörte.

Und das schon am frühen Morgen, dachte ich und öffnete die Tür. Ich folgte einfach dem lautstarken Fauchen und fand meine Tochter vor der Badezimmertür, schreiend und mit Fäusten dagegen hämmernd "Edward, du kleiner Pisser mach sofort die Tür auf, oder ich geh in den Zimmer und pinkel in die nächstbeste Ecke!"

"Hier pinkelt niemand irgendwo hin" sagte ich und ging auf meine Tochter zu, die sofort den Mund hielt und mich entschuldigend ansah.

"Ich glaube, ich hab mich gerade verhört! Du weißt genau, das ich derartige Beleidigungen in meinem Haus nicht hören will oder?" fragte ich leicht angesäuert.

"Ähm... Ich weiß, tut mir leid Dad, aber ich muss ganz dringend aufs Klo und Edward ist schon seit Stunden da drin" antwortete sie mit gesenktem Kopf.

Ich seufzte und klopfte an die Badezimmertür "Edward, komm beeil dich bitte"

Sofort ging die Tür auf und Edward trat auf den Flur "Bin schon fertig" lächelte er und wollte gerade an seiner Schwester vorbei gehen, als diese ihm demonstrativ den Mittelfinger zeigte. Lilly dachte wahrscheinlich ich hätte es nicht gesehen, denn sie drängelte sich wie selbstverständlich an mir vorbei, um ins Bad zu gehen. Doch sie hatte die Rechnung ohne mich gemacht. Im Vorbeigehen, gab ich ihr einen harten Klaps. Sie stolperte ins Bad und sah mich geschockt an "Au! Dad, das hat wehgetan" jammerte sie.

"Das soll es auch! Ich habe das vorhin genau gesehen, wenn so etwas wieder vorkommt, werden wir eine ernsthafte Diskussion führen. Ist das klar?" fragte ich streng.

"Ja! Tut mir leid" antwortete sie und sah dabei auf den Fliesenboden.

"Mach dich jetzt fertig, sonst kommst du zu spät in die Schule" sagte ich noch, bevor ich die Treppe nach unten ging. Sicher wartete Esme schon auf mich. Ich betrat die Küche, wo meine ganze Familie bereits versammelt am Tisch saß. Nur Lilly fehlte noch, aber das war mittlerweile nicht ungewöhnliches mehr. Ich setzte mich an den Tisch und schlug die Zeitung auf, während ich zwischendurch an meiner Tasse mit heißem Rehblut nippte.

Lilly POV

Dieser blöde Edward! Wegen ihm hab ich Ärger mit Dad bekommen und das schon in aller Frühe. Normalerweise bin ich ja immer anständig und stelle nie was an, aber Edward nervt mich einfach. Das zahl ich ihm auf jeden Fall heim. Aber wie? Naja mir wird schon noch was einfallen, aber jetzt muss ich mich beeilen, wenn ich noch frühstücken will. Schnell putzte ich mir die Zähne und band meine Haare zu einem Pferdeschwanz. Es klingelte an der Tür. Wer kommt den schon um diese Uhrzeit vorbei? Neugierig öffnete ich die Badezimmertür, steckte meinen Kopf raus und lauschte. Dad redete mit irgendjemanden, aber mit wem? Egal, ich würde es sowieso gleich rausfinden. Ich schlüfte aus der Tür und ging nach unten. Schon auf dem Treppenabsatz stieg mir ein eigenartiger Geruch in die Nase. Ich folgte dem komischen Geruch, oder besser gesagt Gestank, bis ich im Wohnzimmer stand. Auf dem Sofa saßen drei dunkelhaarige Jungs, die aussahen wie Brüder und daneben saß ein älterer Mann im Rollstuhl, mit dem sich Dad unterhielt.

"Gott, was stinkt hier so?" fragte ich und ging auf die fremden Personen zu.

"Lilian!" mahnte mich Dad.

Ok, ich glaube es ist besser, wenn ich jetzt die Klappe halte...

"Ich muss mich für meine Tochter entschuldigen" begann Dad und sah mich dabei an.

"Schon ok, Carlisle" antwortete der ältere Mann und lächelte mich kurz an, bevor er sich wieder meinem Dad zuwand "Ich glaube, die Sache mit dem Vertrag müssen wir nicht neu besprechen. Es bleibt einfach alles beim Alten"

Vertrag? Seltsam, dachte ich und wie immer konnte ich nicht meinen Mund halten "Vertrag? Seit ihr Vertreter oder sowas?" fragte ich.

Die drei Jungs, die auf dem Sofa saßen fingen an mich auszulachen, woraufhin ich richtig sauer wurde.

"Was lacht ihr denn so blöd" keifte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.

"Du hast keine Ahnung wer wir sind oder?" fragte der eine.

"Wieso sollte ich?" antwortete ich.

"Wir sind Wölfe! Hat dir das dein Vater nicht erzählt?" fragte der eine, der wie ich mittlerweile wusste Jacob hieß.

"Nein hat er nicht" sagte ich und sah zu meinem Dad, bevor ich fortfuhr "Aber jetzt weiß ich, warum es hier so nach nassem Hund stinkt"

"Du riechst nicht viel besser" presste Jacob zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

"Nein wirklich, ihr hättet vorher ruhig anrufen können, dann wäre ich in den nächsten Supermarkt gegangen und hätte ne Dose Chappi besorgt" antwortete ich.

Dad erbleichte dramatisch, wenn das überhaupt noch möglich war. Billy, der Mann im Rollstuhl lachte nur und den drei Jungs verschlug es regelrecht die Sprache.

"Naja war nett euch kennen zu lernen. Wenn wir wollt, kann ich euch ja mal zum Gassi gehen abholen, aber jetzt muss ich in die Schule" sagte ich noch, drehte mich um und ging in Richtung Küche.

Im Hintergrund hörte ich noch, wie Dad sich tausendmal entschuldigte, aber die anderen sahen das eher gelassen. Ich setzte mich an den Küchentisch, wo meine Geschwister mit geschockten Gesichtern ansahen.

"Was ist?" fragte ich und trank aus meiner Tasse.

"Bist du eigendlich lebensmüde?" fragte Emmett.

"Wieso? Was hab ich denn gemacht?" fragte ich unschuldig und überlegte, ob ich nun wirklich was falsch gemacht hatte.

"Du kannst doch mit den Wölfen nicht so reden, noch dazu wenn Dad im selben Raum ist" antwortete er.

"Warum denn? War doch keine große Sache" sagte ich genervt und spielte an meiner Tasse.

"Denkst du!" antwortete Edward in einem sarkastischen Ton und im nächsten Moment wusste ich was er meinte.

"Lilian Theresa Cullen! Ins Wohnzimmer! SOFORT!" brüllte Dad.

"Viel Glück" lachte Edward, während ich von meinem Stuhl aufstand und mit gesenkten Kopf Richtung Wohnzimmer ging.

Verdammt! Dad bringt mich um! Vielleicht hätte ich schon mal mein Testament machen sollen.

Dad stand mit verschränkten Armen in der Mitte des Wohnzimmers und tippte mit seinen rechten Fuß auf den Parkettboden.

Ich hatte kaum das Wohnzimmer betreten, brüllte er mich schon an "Was hast du dir nur dabei gedacht?"

"Ich hab doch nur Spaß gemacht" flüsterte ich.

"Was hast du gesagt? Sprich lauter und schau mich an, wenn ich mit dir rede" sagte er und ging einen Schritt auf mich zu. Reden? Du redest nicht, du schreist, dachte ich.

Sofort hob ich meinen Kopf und sah ihn an"Ich hab nur Spaß gemacht Dad. Es tut mir leid, ich wusste nic-..." begann ich, bevor mich Dad wieder unterbrach.

"Spaß?" fragte er "Die Wölfe sind normalerweise unsere Feinde, du hattest Glück, das wir uns gut verstehen. Es hätte auch anders ausgehen können" jetzt brüllte er wieder.

"Billy fand es lustig, aber ich nicht! Du hast die nächsten zwei Wochen Hausarrest und ich hoffe, das du dich wenigstens in der Schule benimmst. Wenn nicht, wird das heute der schlimmste Tag in deinem jungen Leben. Hast du verstanden junge Dame?" fragte er und sah mich streng an. Er meinte das Todernst!

"Ja Dad, ich hab verstanden" antwortete ich schnell.

"Und jetzt ab in die Schule mit dir" sagte er noch und schob mich in den Flur, wo meine Geschwister bereits auf mich warteten.

Der Tag fängt ja schon mal gut an. Gleich doppelten Anschiss von Dad und Hausarrest habe auch noch! Bleibt nur zu hoffen, das der erste Schultag ohne Probleme verläuft, sonst bin ich geliefert...