Warning: Lemon oder auch – mehr oder weniger detailreiche - heiße Szenen…

19. Falling

Als sie am nächsten Morgen die Augen aufschlug, fühlte sie sich noch furchtbarer, als sie sich vor drei Tagen gefühlt hatte. Die hinter ihr liegende Nacht war ebenso schlaflos gewesen wie die, in der Malfoy seine Triebe ausgelebt hatte; wenn auch aus ganz anderen Gründen…

Mione wusste, dass ihre Beziehung zu Ron gerade nicht unter den besten Sternen stand. Jedoch schien der gestrige Abend irgendetwas in ihr ausgelöst zu haben. Er hatte sie noch nie so angesehen, geschweige denn so gleichgültig mit ihr gesprochen.

Und so hatten sie heute Nacht mehrmals die Tränen überrascht. Sie hatte sich nicht in die Heulerei hineingesteigert, das tat sie schon nicht mehr seit sie 15 Jahre alt war. Aber, es hatte gereicht um ihr heute gehörige Kopfschmerzen und dieses merkwürdige Gefühl der Taubheit zu bescheren.

Mit starrer Miene taumelte sie also annähernd ungeschminkt und nur sehr lieblos gestyled durch die Halle hinaus nach draußen. Sie hatte über Arthur einige Muggelgegenstände organisiert, die sie der Klasse – Gryffindors und Slytherins der siebten Jahrgänge - heute zeigen wollte. Allerdings passten diese Objekte nicht in den Klassenraum.

„Merlin Granger! Du siehst von Mal zu Mal schlimmer aus", ertönte es spöttisch neben ihr, als sie den privaten Lehrergang hinter sich ließ.

„Sieh mal einer an, der Erbsenprinz ist bereits wach. Und was heißt von Mal zu Mal?", gab sie schneidend und spöttisch zurück.

Malfoy runzelte etwas irritiert die Stirn und zog dann eine Augenbraue hoch. „Jedes Mal wenn du dich mit Wiesel triffst, siehst du am nächsten Tag erschöpfter und beschissener aus. Im Prinzip würde ich das als Merkmal für Weasleys Bettqualitäten deuten. Aber, immerhin geht es hier um Wiesel", sagte er.

Scheinbar hatte er sich entschlossen ihren bissigen Kommentar zu ignorieren. Oder er verstand nicht wirklich, worauf sie hinaus wollte. Die wenigsten Zauberer kannten muggelübliche Märchen.

„Er heißt Ron… Oder wenigstens Weasley…", zischte sie und blieb auf halber Strecke stehen. Sie wollte mitten in einer Diskussion wie dieser Zusammenstöße mit Schülern vermeiden.

Er blieb ebenfalls stehen, bedachte sie mit einem herausfordernden Grinsen. Jedoch erwiderte er nichts.

Sie stöhnte genervt auf, sah sich einen Moment um. Kein Schüler in Sicht. „Lass mich raten, du denkst nicht einmal daran ihn entsprechend zu betiteln?"

Er lachte. „Richtig! Ganz die Granger, die ich kenne…"

„Mein Gott Malfoy. Es ist erstaunlich, wie überaus freundlich du geworden bist", spottete sie und taxierte ihn.

„Granger, Freundlichkeit ist eine Eigenschaft, die mir nicht liegt…"

„… oder eher, die du nicht besitzt", fügte sie hinzu.

Er nickte zufrieden. „Genau!"

„Ich habe dich anders erlebt. Du kannst auch anders, du-"

„ Da warst du so besoffen, dass du freundlich nicht einmal hättest buchstabieren können! Und ich war so high, dass ich deine Titten viermal gesehen habe", hauchte er lachend.

„Vergiss es einfach", knurrte sie und setzte sich wieder in Bewegung. Was verschwendete sie überhaupt ihre kostbare Zeit mit ihm?

„Ich würde nicht mal dran denken", konterte er und folgte ihr.

Wütend wirbelte sie herum, so schnell dass er mit großen Augen stehen blieb.

„Warum verfolgst du mich?", fauchte sie.

„Überschätz dich nicht, ich will lediglich runter in die Halle", sagte er leise und seine Mundwinkel zuckten.

Sie musterte ihn mit dunklen Augen und starrer Miene, setzte sich dann langsam wieder in Bewegung.

„Granger, das was dich plagt nennt man Paranoia", schnarrte er amüsiert.

Sie wirbelte erneut herum, stürmte auf ihn zu, fest damit rechnend, dass er zurückweichen würde. Dummerweise tat er das nicht und sie prallte grob gegen ihn. Die plötzliche Nähe ließ ihre Knie für einen kurzen Moment weich werden.

Entsetzt wich sie zurück und schnappte nach Luft. Als sie sich etwas gesammelt hatte, hob sie anprangernd den Zeigefinger. „Du hast mich geküsst! Du warst es, der die ganze Sache ins Rollen brachte. Und da waren wir nüchtern. Wir BEIDE!"

Er sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an, sah sich dann prüfend um. „Richtig, ich habe dich geküsst. Wahrscheinlich weil ich uns etwas beweisen wollte. Allerdings warst du es, die mir regelrecht die Kleider vom Leib gerissen hat."

Sie lachte heiser auf, sah sich dann ebenfalls um. Dann trat sie näher an ihn heran und senkte ihre Stimme. „Du warst alles andere als abgeneigt. Du hast hart darauf bestanden endlich zur Sache zu kommen."

Er kam ebenfalls näher und wieder schien es ihren Körper unter Spannung zu setzen; es fehlten nur noch die Blitze, die übersprangen. „Du hast ebenfalls erschreckend wenig Zuwendung gebraucht. Lass uns also nicht über unsere beschämenden Triebe streiten, Granger."

Mione wich wütend zurück, funkelte ihn ein letztes Mal an und setzte sich dann ruckartig in Bewegung. Sie konnte gar nicht schnell genug so viel Abstand wie möglich zwischen ihn und sich bringen.

„Denk daran, dass Sam Debrois heute Nachmittag in deinen Diensten steht! Er hätte Filch gestern beinahe gelinkt", warf sie ihm schließlich am Treppenabsatz zu.

Er lachte bitter. „Ich habe mehr als genug freiwillige Helfer, die mein scheiß Feld nicht verlassen wollen, Granger! Warum kümmerst du dich nicht selber um deine Problemschüler? Weil es zu viele werden?"

Sie ignorierte seinen letzten Satz. „Kümmere dich einfach um ihn Malfoy! Immerhin hat er dich beleidigt, nicht mich!"

Als sie sich ein letztes Mal umdrehte, schüttelte er einfach nur schwach den Kopf. „Das tust du auch ständig! Wirst du demnächst auch in meinen Diensten stehen?" Seine Miene verzog sich erneut zu einem spöttischen Grinsen. „Oder tust du das schon?"

„Malfoy, du lehnst dich gerade bedenklich weit aus dem Fenster", blaffte sie errötend.

„Aus diesem Fenster bist du schon längst gesprungen, Granger", warf er grinsend zurück.

Sie wirbelte herum, stieß die Eingangstür erschreckend kräftig auf und flüchtete vor Wut schnaubend und mit sicherlich feuerrotem Gesicht ins Freie…

-v-

„Professor Granger?", flötete Sievers aufgeregt und riss auf dem Stuhl zuckend den Arm hoch.

Mione sah überrascht von der Seite des Buches auf, das sie gerade gemeinsam durchnahmen.

„Miss Sievers, wir befinden uns gerade mitten im Kapitel", hauchte sie schneidend.

Das junge Mädchen wurde einen Moment blass, dann rot und dann wieder blass. Hermione fürchtete, sie würde gleich vom Stuhl fallen, doch dann begann die Kleine endlich aufgeregt zu sprechen. „Heute beginnt doch das Training unserer Mädchenmannschaft. Und ich müsste noch etwas Wichtiges mit Mister Malfoy klären. Daher wollte ich sie fragen, ob ich heute ausnahmsweise eher gehen darf."

Hermione runzelte die Stirn und einige in der Klasse tuschelten leise. Es war mittlerweile überall bekannt, wie sie darüber dachte Schüler für Malfoys Training zu beurlauben. Es glich also einem Wunder, dass Annie es wagte zu fragen.

„Bitte! Ich würde nicht fragen, wenn es nicht wirklich wichtig wäre! Ich bleibe bei der nächsten Stunde auch gerne länger und helfe ihnen die Bücher zurück nach oben zu tragen", fuhr Sievers kleinlaut fort.

„Nur weil du hoffst endlich in das heilige Reich zu kommen, vor dessen Pforte du immer zum Stehen kommst", schnappte Debrois dazwischen.

Sievers funkelte ihn wütend an. „Das ist Schwachsinn, Sam. Er ist zu dieser Zeit immer auf dem Spielfeld!"

Debrois begann schallend zu lachen. „Er ist zu dieser Zeit immer auf dem Spielfeld! Hörst du dich eigentlich selber reden, Annie? Du bist eine Stalkerin!"

„Mister Debrois", fuhr Mione ihren Schülern grob dazwischen. Dann warf sie einen Blick auf die Uhr und seufzte. „Dann machen Sie, dass Sie wegkommen", sagte sie schließlich an das Mädchen gewandt.

Sievers lächelte strahlend und Debrois Blick schien sie zu erstechen.

„Mister Debrois, Sie sind ebenfalls entlassen. Begleiten Sie ihre Mitschülerin, damit Sie Mister Malfoy und ihr bei den Vorbereitungen unter die Arme greifen können!"

„Ich denke nicht dran!", fauchte der Angesprochene und ließ sich schmollend halb unter den Tisch sinken.

Sie runzelte die Stirn. „Mister Debrois, wenn Sie sich nicht auf der Stelle auf den Weg machen, werde ich ihre Strafe auf ein halbes Jahr erhöhen!"

Fluchend und augenblicklich setzte sich der Blonde in Bewegung und verließ gemeinsam mit der nun deutlich ernüchterten Annie Sievers das Klassenzimmer.

Die Klasse begann einen Augenblick lautstark zu murmeln und zu tuscheln und einige Hände schossen hoch. Hermione stöhnte genervt auf, ignorierte diese und vergrub ihren Blick erneut im Buch.

„Wir haben noch zehn Minuten Unterricht meine Lieben. Weiter geht´s mit Kapitel 12."

-v-

Die Stunde hatte gerade geendet und sie begrüßte die willkommene Stille, die ihre schmerzenden Schläfen in der Bibliothek einhüllte. Doch das Schicksal meinte es natürlich mal wieder nicht gut mit ihr und Sekunden später, als sie sich gerade erleichtert seufzend auf ihrem Stuhl hatte zurück sinken lassen, ertönte Debrois erhitze Stimme.

„Professor Granger! Malfoy sagt ich soll mich verpissen", kam er stampfend auf sie zu und Madam Pince bedachte sie beide mit einem strafenden „Psssst."

Mit hochgezogener Augenbraue drehte sie sich zu ihrem Schüler um. „Das hat er genauso gesagt?", fragte sie skeptisch.

Debrois atmete tief ein, als er sie erreicht hatte. „Indirekt."

Hermione musterte ihn fragend.

„Er sagte, ich soll mich an Ihren Arsch hängen."

„Sagte er Arsch?", fragte sie vor Wut errötend und richtete sich auf.

Nun war es an Debrois die Augenbraue hochzuziehen. „Ich weiß den genauen Wortlaut nicht mehr. Fakt ist, dass er mich weggeschickt hat. Ich hoffe Sie rechnen die verlorene Zeit auf meine Gesamtzeit an!"

Sie bedachte den Jungen mit einem strafenden Blick und deutete ihm an ihr zu folgen. Mit schnellen Schritten machte sie sich auf zum Quidditchfeld, an dem um diese Zeit sicherlich wieder der Teufel los war.

„Professor, ich bitte Sie! Kann ich nicht irgendwas im Schloss putzen? Ich ertrage es nicht, diesem Großkotz jeden Tag eine Stunde dabei zuzusehen, wie er angehimmelt wird!", jammerte Sam schließlich, als das Spielfeld in Sichtweite geriet.

Mione verlangsamte ihren Schritt. „Sie ertragen es nicht Miss Sievers dabei zuzusehen, wie sie ihn anhimmelt", sagte sie und es saß.

Debrois errötete und senkte den Blick.

„Kleiner Tipp, Ihre jetzige Taktik wird Sie nicht weit bringen. Und leider muss ich Sie enttäuschen, wir haben keine Aufgaben im Schloss! Und da Sie Mister Malfoy so liebevoll betitelt haben, ist es nur fair, wenn Sie ihm zur Hand gehen!"

Der Junge atmete lautstark aus. „Er will meine Hilfe eindeutig nicht!"

Heiser lachend beschleunigte sie ihre Schritte, als sie eine ganze Traube schwänzender Schüler und Schülerinnen auf den Tribünen sah. Über ihnen in der Luft natürlich der Held des Tages und die 15-köpfige Mädchenmannschaft – inklusive der Ersatzspielerinnen - der Schule.

„20 Punkte Abzug für jeden von euch und macht dass ihr in eure Klassen kommt", bellte sie dem Tumult entgegen. Alle Mienen, mindestens 40 an der Zahl, verfinsterten sich, als sie Mione kommen sahen.

„Ich habe eine Freistunde", blaffte eine junge Gryffindor.

„Dann geh in die Bibliothek und nutze sie zum Lernen", keifte Mione zurück. „Malfoy!", rief sie dann hoch in die Luft.

Natürlich hatte er sie bereits gesehen. Er saß rittlings hoch oben auf dem Besen, die Arme lässig übereinander geschlagen und musterte sie kritisch; sie und Debrois.

„Ich sagte ihm schon, dass ich nichts für ihn zu tun habe", schnarrte der Blonde von oben herab. Debrois schnaubte hinter ihr lautstark auf.

„Komm runter! Sofort! Ich würde das gerne Auge in Auge besprechen", rief sie, als er nicht einmal ansatzweise Anstalten machte herunter zu kommen.

„Wir trainieren gerade, Granger", sagte er schneidend und richtete sich wieder auf.

Zwei der Mädchen über ihnen kicherten hörbar.

„Das sehe ich", knurrte sie und schirmte ihre Augen mit der Hand von der ungünstig stehenden Sonne ab.

Malfoy stöhnte genervt auf. „Ich bin sicher es kann auch bis nach dem Training warten, Granger!"

„Kann es nicht."

„Dann schieß einfach los, ich höre und sehe dich sehr deutlich."

„Ich denke nicht dran es zu dir hoch zu brüllen. Komm runter, damit ich es dir ganz normal ins Gesicht sagen kann."

„Komm rauf. Dann kannst du es mir auch ganz normal ins Gesicht sagen", hauchte er amüsiert. Sie brauchte ihn nicht einmal wirklich zu anzusehen, um zu wissen dass ein fieses Grinsen sein Gesicht zierte.

Das Kichern wuchs zu einem ausgewachsenen Lachen heran.

„Malfoy", gab sie warnend zurück. Doch er machte weiterhin keine Anstallten zu landen. „Bitte!", setzte sie etwas weicher hinten an. Doch innerlich kochte sie.

Er seufzte genervt, setzte dann jedoch endlich zur Landung an. Mit einer schier unglaublich fließenden und eleganten Bewegung war er im Bruchteil einer Sekunde auf dem Boden, hatte den Besen neben sich gebracht und musterte sie im vollen Stand mit steinharter Miene.

Mit wenigen Schritten war sie bei ihm. „Was fällt dir ein meine Autorität zu untergraben?", fauchte sie.

„Das selbe könnte ich dich fragen", gab er matt zurück.

„Ich habe dich gebeten runter zu kommen", sagte sie und wich mit verschränkten Armen zurück. „Und du hast dich vor den Schülern über mich lustig gemacht! Das ist wenig kollegial."

Er lachte herablassend. „Nein, Granger! Du hast mir befohlen runter zu kommen! Wie man es einem Hund befiehlt", hauchte er und seine Stimme klang so bedrohlich, dass ihr ganz anders wurde. „Und ich bin kein verdammter Hund! Und wenn du es noch einmal wagst so mit mir zu sprechen, dann reiße ich dir so hart den Arsch auf, dass du dir selber in den Nacken fassen kannst." Seine Augen funkelten sie dunkel an und er stellte beinahe herausfordernd den Besen neben sich ab. Ihre Gesichter berührten sich fast, doch seine Miene war steinhart.

Sie zuckte etwas zusammen, fing sich dann aber blitzschnell wieder und riss ihm in einem Anfall von wildem Zorn den Besen aus der Hand. „Wage es nie wieder mir zu drohen, Malfoy", zischte sie und stieß den Besenstiel mit einer temperamentvollen Geste auf die Erde. Die Äste des Endes ächzten unter der plötzlichen Erschütterung und brachen mit einem lautstarken Knacken zu den Seiten weg.

Ein entsetzliches Kribbeln durchfuhr sie, als sie ihn neben sich lautstark einatmen hörte. Sie musterte ihn vorsichtig aus großen, sicherlich rehbraunen Augen und biss sich schwach auf die Unterlippe. Sie musste zugeben, dass hier war nicht geplant gewesen. Alles andere als das…

‚Er wird dich umbringen', lachte ihre innere Stimme.

Einige der Schülerinnen landeten ebenfalls, betrachteten den vollkommen demolierten Dragonheart in ihrer Hand mit entsetzten Gesichtern.

„Granger, auf ein Wort", sagte er neben ihr und machte sich auf den Weg zu seiner Umkleidekabine.

„I-ich…", stammelte sie doch er wirbelte herum, bedachte sie mit einem Blick aus so beängstigend dunklen Augen, dass sie ihm folgen musste. Sie wusste es gab keine Chance des Widerspruches. Das Kribbeln in ihr wurde bedenklich, während sie auf die Kabine zusteuerte. Der kaputte Besen streifte dabei lautstark an ihrer Seite durch den Dreck.

Er wartete an der geöffneten Tür auf sie, hielt sie ihr mit matter Miene auf.

„Debrois, fang die Klatscher ein. Und ihr macht dass ihr alle von den Besen kommt! Ich will niemanden da oben sehen!", fauchte er an die Schüler gewandt.

Mione trat an ihm vorbei ins Innere der Kabine und stellte den Besen lautlos am ersten Spind ab.

„Ich gebe zu, das war wenig kollegial", flüsterte sie. Sie kam sich gerade wirklich dämlich vor.

Er lehnte sich mit verschränkten Armen an die Tür, musterte sie wortlos. Die Art und Weise wie er sie ansah, machte sie wahnsinnig.

Ja, sie hatte sich wie ein trotziges Kind benommen. Und sie hatte ihn herumkommandiert. Sie gab es stumm zu, warum ließ er nicht also endlich von ihr ab?

‚Weil du nicht vor Ron oder Harry, sondern vor Malfoy stehst', hauchte ihre innere Stimme.

„Was?", blaffte sie schließlich. „Du hast mich auf ein Wort hier rein gebeten und nun schweigst du mich an?"

Er verdrehte mehr als nur sichtlich genervt die Augen. „Granger, weißt du überhaupt was Kollegialität ist?" fragte er dann leise.

Sie schnappte entrüstet nach Luft. „Natürlich!"

Er nickte entsetzlich langsam. „Das wage ich zu bezweifeln. Für dich beginnt sie nämlich da, wo sie für dich anfängt nützlich zu werden und hört da auf, wo sie für dich nicht mehr von Nutzen ist."

Nun verschränkte auch sie die Arme vor der Brust. „Das ist eine haltlose Unterstellung."

„Ist es das?", hauchte er herausfordernd und sie spürte, wie sie unter seinem Blick einen Moment winzig klein wurde.

Sie musterte ihn. „Gott, ich kaufe dir einen neuen Besen!", spie sie dann hervor.

Er stieß sich von der Tür ab, kam auf sie zu. „Es geht überhaupt nicht um den Besen! Das kann man reparieren und wenn nicht, dann bekomme ich einen neuen. Mal ganz davon abgesehen, dass du dir diesen Besen wohl kaum leisten kannst!"

Mit großen Augen starrte sie ihn an und ihr Gesicht färbte sich sicherlich purpurrot. „Jetzt wirst du also auch noch beleidigend UND herablassend in einem. Ich verdiene sehr gut, Malfoy! Sicherlich nicht so gut wie der scheiß Superstar, der hier großkotzig vor mir steht, aber gut genug!"

„Dennoch wage ich es zu behaupten, dass dich das Schätzchen locker drei Monatslöhne kosten wird. Wenn nicht sogar vier", entgegnete er vollkommen ruhig, doch in seinen elenden grauen Augen lag schon wieder dieses amüsierte Funkeln. Und sie waren wieder so entsetzlich dunkel.

Gott, in dieser Farbnuance brachten seine Augen sie irgendwann um…

Sie lachte bitter, strich sich eine verirrte Locke aus dem erhitzten Gesicht. „Mach dich nicht lächerlich! Kein Besen kostet soviel!"

„Dieser schon, da er eine Maßanfertigung ist", wisperte er herausfordernd grinsend. Sein Blick sprach Bände.

„Oh ja! Natürlich! Dass du dich nicht mit Standartdingen zufrieden gibst hätte ich wissen müssen", spie sie herablassend hervor. Dabei raste ihr Herz entsetzlich.

Er schüttelte lachend den Kopf. „Alle Profis werden mit Maßanfertigungen ausgestattet, Granger."

Sie schnaufte leise, sah ihn schweigend an. Das Kribbeln in ihr wurde unerträglich.

„Du bist sprachlos? Granger, dieses Mal enttäuscht du mich", hauchte er und stieß sich von der Tür hinter ihm ab.

„Ich denke ich bevorzuge es zu schweigen, da ich gerade sicherlich nur Beleidigungen über meine Lippen bringen würde", hauchte sie. Ihre eigene Stimme klang dabei bedenklich dunkel.

„Wo liegt dein Problem? Du bist doch immer beleidigend!"

„Deine nächtliche Fickorgie hat mich schon genug Nerven gekostet", hauchte sie herausfordernd.

Er runzelte die Stirn. „Das ist mehrere Tage her und es beschäftigt dich immer noch?" Seine Stimme klang amüsiert, während er immer näher kam.

„Ich bin immer noch angeekelt, trifft es eher", gab sie zynisch zurück und ließ ihn nicht aus den Augen.

Malfoy seufzte, funkelte sie an. „Angeekelt oder eifersüchtig?" Er kam direkt auf sie zu, drängte sie gezielt an die Spindreihe, die hinter ihnen lag.

Sie hielt seinem Blick stand. „Das hättest du wohl gerne", konterte sie. Sein Gesicht war ihrem viel zu nahe. Sie konnte den unbeschreiblichen Geruch seines Aftershaves mal wieder viel zu deutlich wahrnehmen.

Er lachte nur und als sein Atem sie streifte, zuckte sie unmerklich zusammen. Dann trafen ihre Blicke sich erneut und in ihr schien sich ein Schalter umzulegen. Ihr Herz schien ihre Brust sprengen zu wollen, ihr Atem beschleunigte sich. Ihre innere Stimme warf ihr etwas zu, doch sie konnte nicht mehr verstehen was es war.

Er stützte sich neben ihr an den Spinden ab, er war entsetzlich nah. Sie drohte unter seiner Nähe zu verbrennen. In seiner Miene lag etwas unglaublich Herausforderndes und doch Verwirrendes.

„Was soll das werden?", fauchte sie schwach. Sie fühlte sich wie ein kleines, jämmerliches Tier, das in der Falle saß.

Er sah sie aus vernebelten Augen an, nickte dann grinsend. „Gute Frage, Granger."

Und dann küsste er sie. Einfach so und schon wieder; jedoch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Doch lange genug, um ihr Herz aussetzten zu lassen. Um ihr die Luft zu nehmen.

Sie kämpfte gegen den immensen Drang an, ihre Arme um ihn zu legen und ihn an sich zu ziehen.

Schließlich löste er sich wieder von ihr.

„Du bist ein respektloses Arschloch", flüsterte sie rau. Hinter ihren Schläfen rauschte es.

„Das Kompliment gebe ich gerne zurück", gab er heiser zurück und setzte zu einer weiteren, festen und doch flüchtigen Berührung ihrer Lippen an.

Und dieses Mal verlor sie den Kampf gegen sich selber direkt. Wie von selbst legten sich ihre Arme um seinen Nacken, die Finger ihrer rechten Hand vergruben sich in seinen wirren blonden Strähnen. Die Fingerspitzen ihrer linken berührten das dargebotene Bisschen nackter Haut nur flüchtig.

Als er versuchte sich wieder von ihr zu entfernen, krallte sie sich in seinen Haaren fest, drängte sich im entgegen, um seine Lippen erneut einzufangen.

Grob presste sie ihre Lippen auf seine, öffnete den Mund und ließ ihre Zungenspitze alles andere als vorsichtig vorstoßen. Er tat es ihr gleich und während seine Zunge die ihre gezielt zurück in ihren Mund drängte und das Kribbeln in ihrem Körper sie beinahe auf die Knie zwang, spürte sie auch seine Hand in ihren Haaren.

Malfoy zerrte fast schon schmerzhaft an ihren Locken und drängte sich noch fester an sie. Seine Wärme war benebelnd und ein leises Keuchen entfuhr ihr, als er sich so fordernd an sie presste, dass sie seine Härte an ihrem Oberschenkel spürte. Seine Hand wanderte gezielt unter den Saum ihres Pullovers, erzeugte ein gleichmäßiges und doch unerträgliches Brennen auf den Stellen ihrer nackten Haut, die er berührte.

Schließlich löste er sich von ihr und zog ihr den störenden Stoff grob über den Kopf. Sekunden später war auch ihr BH im Nirgendwo des kleinen Raumes verschwunden. Er drückte sie hart mit dem Rücken gegen die Spinde und saugte fest an ihrer Brustwarze, reizte die andere währenddessen mit seinen Fingern.

Keuchend warf sie sich zurück, vergrub ihre Hand tiefer in den silberblonden Strähnen.

Dann richtete er sich wieder auf, sein Gesicht war ein vernebeltes Chaos, während er sie an den Hüften umfasste und sie herumdrehte. Schließlich fand sie sich selber mit dem Gesicht an den Spinden wieder. Das kühle Metal war ein schmerzlicher Kontrast zu der Hitze ihrer eigenen Haut.

Er machte sich mit flinken Fingern an der Schnalle ihres Gürtels zu schaffen und wenige Sekunden später suchte sie mit zitternden Händen, und annähernd splitternackt, Halt an den Spinden. Malfoy war dicht hinter ihr, frustrierender Weise jedoch in kompletter Montur. Doch sie fand gerade nicht die Kraft sich loszureißen. Sie brannte lichterloh…

Spielerisch knabberte er an der Haut ihres Nackens und triezte ihre Brustwarzen so sehr mit den Fingern, dass sie einen Aufschrei unterdrücken musste, der sich ihre Kehle hinaufbahnte.

Ihre Körpermitte brannte und ihre Sicht war merkwürdig verschwommen. Aus weiter Ferne realisierte sie, dass sie sich ziemlich eindeutig in seinen Schoss drängte; was ihm ein selbstgefälliges Lachen entlockte.

„Nicht so ungeduldig", flüsterte er und ließ eine Hand zwischen ihre Beine wandern. Stöhnend warf sie den Kopf in den Nacken und ließ ihn einfach gewähren.

Es war ihr egal, dass sie fast splitternackt und sicherlich mehr als nur billig-willig agierend vor ihm stand und ihm bereitwillig offenbarte, wie sehr sie diese Situation genoss.

Sie biss sich gerade auf die Unterlippe, um ein beschämend lautes Keuchen zu unterdrücken, da er wirklich verboten gute Dinge mit seinen Fingern vollbrachte, als ein Aufschrei von Draußen sie mitten im Geschehen erstarren ließ.

Malfoy war anscheinend der erste, der sich gefasst hatte. Nach einer kurzen Schreckensminute hatte er sich von ihr losgerissen und war – bedacht darauf die Tür nicht zu weit zu öffnen - nach draußen aufs Feld gestürmt.

Mione brauchte einige Sekunden, um sich zu sammeln. Dann zog sie sich so schnell wie möglich an und folgte ihm auf immer noch wackeligen Beinen.

Draußen erwartete sie ein entsetzlicher Anblick; und jegliche Hitze war augenblicklich aus ihrem Körper verschwunden.

„Was ist passiert?", bellte sie Debrois entgegen, der ziemlich blass etwas abseits hockte.

„Sam hat einen Klatscher nach Annie geworfen. Und dann ist sie vom Besen gefallen", sagte eines der anwesenden Mädchen. Ihr Gesicht war tränenverschmiert.

„Mein Gott", hauchte Mione und kniete sich zu Malfoy, der neben dem blutenden Mädchen hockte und versuchte sie zu beruhigen. „Holt Poppy", rief der Lockenschopf an einige der Schülerinnen gewandt.

„Schon passiert", sagte Malfoy kurz angebunden. „Nicht einschlafen Annie. Immer schön hier bleiben!", sagte er dann zu der entsetzlich klein wirkenden Ravenclaw die kraftlos vor ihnen im Staub lag.

„Es tut mir leid", wimmerte die Kleine aus trüben Augen immer wieder.

Hermione wurde entsetzlich schlecht, sie wollte nach Sievers zitternder Hand greifen, doch der Blonde hielt sie davon ab. „Wir haben keinen Schimmer was mit ihrem Rücken ist, Granger", sagte er dann leise.

Entsetzlich leise und entsetzlich ruhig…

*** *** ***

Vorschau auf das nächste Kapitel:

Es war komisch mit Ginny darüber zu sprechen. Nicht weil sie ihr nicht vertraute, sondern weil es immerhin auch um deren Bruder ging. Es war einfach mit Daria darüber stundenlang zu fachsimpeln; weil sie sich keine Gedanken darüber machen musste, was sie sagte und vor allem wie Ron dabei wegkam

*** *** ***

So ihr Süßen… Wie versprochen ging es auch gleich weiter… Wie ihr seht, auch gleich mit etwas schwererer Kost… Denn natürlich wird das Ganze Konsequenzen haben, die aber natürlich auch für den Plot von Nutzen sind… ;)

Übrigens geht´s mir heute sauschlecht… Ojee… Naja, mir ging's gestern schon schlecht (Erkältung), aber heute ist es nur noch schlimm…. Mein Kopf bringt mich um und meine Nase fällt mir sicher auch jeden Moment ab. Hat wer Snape gesehen? Ich brauche dringend nen paar Heilpotions… *heul*

Mensch, ich muss meinen Dank an dieser Stelle mal regelrecht herausschreien… 9 Reviews und ich habe gleich 1000 neue Ideen für diese Story… *freu* Ich knutsch euch alle (ob ihr jetzt wollt oder nicht) und natürlich knutsche ich auch Ashe und India, die mir mal wieder mit Rat und Tat zur Seite standen… :)

Hattu: Hey Süße… Ja, ich komme gerade wirklich sehr gut voran… :) Meinst du Mione ist Snapes uneheliche Tochter? Na ja, wer weiß… *lol* Und was hat Ron denn noch zu verlieren? Verstand hat er ja eh keinen… hehe…

Dracos CoffeeGirl: Ich denke, das wird sie irgendwann tun: Also, Ron die Sache ins Gesicht brüllen… *lol* Und es ist definitiv eine Szene, auf die ich mich jetzt schon ganz gewaltig freue… Wie du siehst, kommen Ginny und co. übrigens direkt im nächsten Chap wieder ins Spiel.. Und ob Daria was mit Malfoy hat/haben wird? Ja, wir werden sehen, gel? ;)

MissXXX: Geteilte Meinung zu Ron, wie ich sehe… Naja, noch kann und will ich dazu noch net viel sagen… Aber, das kommt alles noch… ;)

HexenLady: Ja, ist er eindeutig.. Mit Absicht natürlich… ;)

Anna: Deswegen mache ich heute auch direkt weiter… ;) Und ja, ich würde Ron auch eindeutig gegen Malfoy eintauschen… *lol* und *fieslach*

Nessi.C.: Danke für die Doppelrev… :) Es freut mich, dass dir die Story anscheinend wirklich so gut gefällt… Ungemein, denn auch wenn das Schreiben Spaß macht, geht es ohne Leser dennoch nicht… :) Naja, Ron hat auch mit der Situation zu kämpfen – und er hat ebenfalls seine *Gründe* -, was natürlich (noch) nicht so rüber kommt, da wir eben alles nur aus Miones POV zu sehen bekommen… Aber, er benimmt sich aktuell natürlich wirklich wie das größte Arschloch unter dem Mond… Ich kann dir versichern, in den kommenden Chaptern werden Mione und Malfoy sich etwas *besser* kennenlernen… In jeglicher Hinsicht, will ich jetzt mal behaupten… Und DAS bedeutet sowohl körperlich, aber eben auch emotional… Aber, da wir eben von Mione und Malfoy sprechen, wird es sich um winzig kleine Schritte handeln… ;)

Die-na: Ja, besonders gründlich sind wir wohl wirklich… *lol* Sorgenvoll? Ich bitte dich, ich bin doch ein Engelchen in Person… *mitdenwimpernklimper* Siehst du denn meinen Heiligenschein nicht? *lol* Und ja, die Zusammenarbeit ist bereits in vollem Gange… Da die Gute allerdings gerade weitaus weniger Zeit hat als ich, schreiben wir uns erstmal nen kleines Polster… Und mach dir keinen Kopf, ich werde diese Geschichte hier ganz sicher nicht aus den Augen verlieren… Dazu liegt mir mein verdrehter Plot viel zu sehr am diabolischen Herzen… ;)

One77: Ja, das war schon recht unverschämt; und ich denke ich wäre auch gegangen und hätte mir Malfoy klargemacht... Oder so was… *lol* Die Wortgefechte sind auch meine liebsten Szenen… Vor allem, wenn so richtig schön die Fetzten fliegen… :)