Kapitel 3 – Am Leben

Eine Woche war gekommen und vergangen seit der Aufregung an seinem Geburtstag und langsam gewöhnte sich Harry an die Veränderungen, die sein Körper durchlaufen hatte.

Er konnte froh sein, daß er die Voraussicht gehabt hatte, alle Beweise seiner Abwesenheit loszuwerden, nur einen Augenblick bevor Moody sein Zimmer gestürmt hatte, als müsse er eine Bande Drogendealer hochnehmen. Selbst wenn Harrys Stärke aufgrund körperlicher und emotionaler Erschöpfung kaum mehr vorhanden war, konnte er sich zu einer gelungenen Schau gratulieren.

Nachdem die Zauberer gegangen waren, hatte Harry nicht wieder einschlafen können. Ein Gedanke jagte den nächsten und die Träume von Voldemort, zwischen Versprechungen für alles was er sich jemals wünschen könnte und Drohungen auf die Leben jedes Menschen den er jemals geliebt hatte abwechselnd, blieb er schwankend und atemlos zurück.

Ein paar Tage mit Voldemort in seinem Versteck eingesperrt zu sein, nur in einem Punkt nützlich, und der hatte den Test bereits bestanden. Die Erfahrung, obwohl er sie niemals wiederholen wollte, war alles das Harry brauchte, um seine Okklumency-Fähigkeiten in den Griff zu bekommen, obwohl er nicht sagen konnte ob seine Methode dem offiziellen Prozedere entsprach, oder ob sie aus reiner Notwendigkeit am Leben zu bleiben entstanden war.

Selbstverständlich war Harry nicht naiv oder verzweifelt genug eine der beiden Personen zu fragen, die ihm diese Frage möglicherweise zu seiner Zufriedenheit beantworten konnten. Seine Fähigkeit blieb am besten so lange wie möglich ein Geheimnis, weil Harry nämlich vorhatte als zu nutzen was er hatte, um allen anderen immer einen Schritt voraus zu bleiben. Außerdem glaubte Harry nicht, daß er sich jedes kleinen Hintertürchens bewußt war. Snape würde sicherlich einen Weg finden, ihn zum Narren zu halten, sollte Harry seine Unbesiegbarkeit als Voraussetzung nehmen.

Snape hatte immerhin sogar Voldemort an der Nase herumgeführt, nicht viele konnten sich damit rühmen. Früher oder später würde Harry Hermines Rat beherzigen und sich die Zeit in der Bibliothek sparen, wenn er nach Hogwarts zurückging.

Die ersten paar Tage nach seiner Rückkehr hatte Harry schwer damit zu kämpfen, seine Gedanken zu jeder Zeit abgeschottet zu halten. Die Versuchung mit dem Vorschlag des Dunklen Lords konform zu gehen, war sehr stark. Letzlich jedoch hatte sich Harry wachgerüttelt und mit aller Kraft daran gearbeitet sein mentales Schild zu verstärken bis er glaubte zu wissen, wann Tom irgendetwas plante.

Dann kam der Tag an dem sich die schauderliche Entschuldigung eines Onkels an die Existenz seines unnatürlichen Neffen erinnerte und mit Höchstgeschwindigkeit hereingerollt kam, um ihn aus seinem Bett zu zerren.

Es schien als wäre Harrys Zeit für Erholung und Trauern vorbei, wenn es nach seinem Onkel ging. Mit Nachdruck schob er den Jungen grob durch die Tür ins Bad. Sein Onkel ließ ihm keine Wahl.

Als die ersten Wassertropfen seine fiebrige Haut berührten, zog Harry tief den Atem ein. Normalerweise war er nicht jemand der eiskalte Duschen bevorzugte, aber das wenige warme Wasser, das ihm sein Onkel erlaubte, würde die Flüssigkeit nicht viel mehr aufheizen. Aus diesem Grund verzichtete Harry darauf und benutzte einfach das kalte Wasser um wenigstens die letzten Reste des Besuchs des ehemaligen Lords abzuspülen, dessen Presenz übelkeiterregend durch seine Venen hallte.

Es dauerte nur wenige Augenblicke bis Harry sich ans Wasser gewöhnt hatte und seinen Kopf hoch in die spritzende Nässe hielt, einem Moment stillen Glücks nachgebend, denn er atmete immer noch und dachte und war noch sehr lebendig. Harry lehnte sich an die kühle Wand der Duschkabine und entspannte seine Glieder, streckte seine verkrampften Muskeln und grübelte was er mit dem Rest des Sommers anfangen sollte.

Das er dunkle Lords töten sollte, ließ Harry für jetzt außen vor. Er hatte nicht die Mittel seinen Plan weiterzuverfolgen und nur einmal in seinem Leben wollte er eigennützig sein. Natürlich wollte er Voldemort loswerden, aber was die Leute darüber zu sagen hatten, verursachte ihm keine Alpträume.

Soweit es Harry betraf konnten sie warten bis sie schwarz wurden. Es war nicht Harrys einzige Bestimmung im Leben die Welt von ihrem Buhmann zu befreien, obwohl er mit schwerem Herzen zugeben mußte, daß es die wichtigste Aufgabe war. Niemand würde ihn vor seinem Schicksal bewahren; jeder einzelne Zauberer im Land waren beschäftigt damit ünbändige Erleichterung zu fühlen, daß nicht sie dazu ausgewählt waren, sich mit einem bösartigen Zauberer auseinandersetzen zu müssen bis nur noch einer von ihnen am Leben war.

Allerdings hatten sie die Chance verpasst Harry von der Überzeugung abzubringen, daß er dem Pfad seines Schicksal auf der kürzest möglichen Route folgen mußte. Keiner von ihnen hatte erwähnt, daß Harry durchaus nach etwas Angenehmem Ausschau halten konnte, während er sein Schicksal erfüllte.

Es war sowieso zu spät zu versuchen das Unausweichliche zu verhindern. Harry hatte sich für einen Weg entschieden und nun würde er ihm bis zum letzten Ende folgen. Dennoch, ein bißchen Spaß unterwegs wäre gut für sein Selbstvertrauen. Sicherlich würden sie nicht wollen, daß er sich hinter ihren Rücken versteckte, nicht daß die dazu breit genug waren. Harry lachte angesichts der Ironie. Sie wußten noch nicht das Harry bereits die erste Runde gewonnen hatte.

Selbstverständlich hatte Harry in ihrem Kampf um die Kontrolle unglaubliches Glück gehabt, das Band zu seinem Körper aufrecht zu erhalten, wohingegen Voldemort den Körper, den er besetzt hielt, hatte verlassen müssen, um eine Chance zu haben Harrys Körper zu übernehmen nachdem er seine Seele zu Fetzen zerrissen hatte. Wenigstens war es das gewesen, was Voldemort zu tun geplant hatte als er seine klauengleichen Hände nach ihm ausstreckte.

Tom Riddle hatte hoch gepokert, ohne das Blatt zu kennen, daß Harry in seinen eigenen Händen hielt, ein Spiel mit unvorstellbar hohem Einsatz. Er hatte Harrys Willen aus ihrer Begegnung mit noch immer schlagendem Herzen herauszukommen unterschätzt. Tom hatte ohne Sicherheitsnetz gepsielt und war gefallen. Harry kicherte. Woher hätte Voldemort es auch wissen sollen, wenn Harry selbst total ahnungslos gewesen war? Es hatte auch nicht geholfen, daß der Dunkle Lord auf der Suche nach verborgenen Geheimnissen, die es nicht gab, seinen Verstand durchwühlte oder das er zu körperlicher Gewalt Zuflucht nahm, wenn Harry ihm nicht liefern konnte was er suchte.

Wäre die Welt gerecht, würde Harry jetzt auf dem Grab des Bastards tanzten, aber Reinfall des Teufels hatte schon einmal geschafft ohne Körper zu überleben. Warum sollte er das nicht wieder tun? Sollte Harry in die Hölle einziehen mit nichts als Tom Riddles Seele im Gepäck, wäre er mit sicherer Gewissheit ebenfalls davongerannt. Für Tom würden bestimmt keine Harfen spielen, wenn er auf der anderen Seite ankam.

Die Tatsache von Toms erneuter Flucht vor dem Tod war verständlich für Harry, da er selbst nicht unbedingt jetzt sterben wollte, unsicher auf welche Weise er dort empfangen würde. Das bedeutete jedoch nicht, daß Harry tatenlos danebenstehen mußte, um Tom seinen Körper zu überlassen. Normalerweise hatte Harry nichts dagegen Geschenke zu machen, wenn er etwas zum Weggeben hatte, er wollte nur nicht unbedingt seinen Körper mit Tom Riddles Seele teilen. Vor Jahren hatte einer von Harrys Professor das getan und dafür mit seinem Leben bezahlt.

Dazu kam das sich Harry sicher war, daß der lügende Mistkerl selbst nicht gerade jemand war der das Teilen erfunden hatte. Sollte Harry auch nur ein einziges Mal die Kontrolle verlieren, bezweifelte er nicht, daß der schlangengesichtige Bastard die angebotene Chance ergreifen und Harrys Seele aus seinem Körper werfen würde – oder Schlimmeres. Er könnte Harrys Seele in seinem Geist gefangenhalten, genauso wie Harry selbst es im Augenblick mit Lord Voldemorts Seele tat.

Ein gackernder Ton vibrierte in Harrys Kopf und ein eisiger Schauer rann durch seinen Körper und zwang ihn zu reagieren. Auf der Stelle verstärkte Harry sein mentales Schild so gut er konnte. Er durfte nicht die Kontrolle verlieren und mußte seine Konzentration an allen Zeit aufrecht erhalten. Im Augenblick war nichts wichtiger als das.

Abrupt zurückgeworfen in das kleine Badezimmer im Lingusterweg, kletterte Harry aus der Dusche. So beständig wie ein Fels arbeitete sein Verstand noch immer daran die Schilde zu verstärken. Er griff das abgenutzte Handtuch, das sein Onkel ihm unfreundlich überlassen hatte, und rieb die Gänsehaut hinunter, während er versuchte nicht über die fremde Kreatur nachzudenken, die er in seinem Kopf gefangen hielt.

Harry war gerade dabei die Dusche zu verlassen, das Handtuch sicher um seine Hüfte gewickelt und seine viel gebrauchte, jämmerlich aussehende Zahnbürste (der Griff war vor langer Zeit abgebrochen) bereits in seinem kleinen Beutel verstaut, als Harry aus dem Augenwinkel etwas im Spiegel sah, daß ihn erfüllt mit Angst herumwirbeln ließ. Adrenalin brandete auf und wusch jedes Gefühl von Freude aus ihm heraus, als er das Handtuch von seinem Leib riß und achtlos fallenließ. Seine Augen wanderten nie von seinem rechten Hüftknochen, auf dem ein schreiend violettes Mal unschuldig auf seiner Haut prangte, als ob es schon immer dort gewesen war.

Zögernd sah Harry an sich hinab. Es sah aus wie das Dunkle Mal, aber anstelle einer Schlange die sich aus dem Mund des Schädels wandt, war es ein Blitz ähnlich der seiner Narbe, der die grinsende Fratze durchstach und den hohlen Raum im Schädel zu beleuchten schien. Das Mal war nicht einmal groß genug, seine Handfläche auszufüllen. Sich mit seiner anderen Hand am Waschbecken haltend, bückte sich Harry mit wackligen Knien und hob das Handtuch auf, um damit das Mal zu bedecken.

Dann hielt er seine Hand ausgestreckt vor sich und runzelte ob ihres unwillkürlichen Zitterns düster die Stirn. Harry konnte sich keine Schwäche leisten. Er ballte seine Hände zu Fäusten ehe einen einen tiefen Atemzug nahm und mit entschlossen glitzernden Augen das Tuch wegzog. Er nahm sich die Zeit es zu falten und sicher auf den Beckenrand zu legen. Jede Sekunde der Verzögerung war willkommen. Letztlich jedoch wandte sich Harry der neuen Absurdität zu und verfolgte die Umrisse des Tattoos mit noch immer zitternden Fingern.

Wenn er sich genug darauf konzentrierte, spürte er den schwachen Hauch einer Präsenz und dahinter eine Masse flüchtiger Gedanken die nicht seine eigenen waren. Wünsche, Hoffnungen und Ängste überfluteten seinen Verstand und verschwanden bevor Harry sie bewußt zur Kenntnis nehmen konnte. Mit gefurchten Brauen sank Harry auf den Plastikstuhl in der Ecke und studierte das Mal mit wachsenendem Interesse, nicht einmal löste er seine Finger davon.

Mit geschlossenen Augen konnte Harry der Zauberkraft des Mals bis in die Köpfe anderer Menschen folgen. Mit Anstrengung konnte er gerade so verschiedene Menschen wahrnehmen. Ein Vater, der sein Kind im Arm hielt, ein anderer vergnügt über irgendetwas - er war verschwunden ehe Harry den Grund für das Vergnügen ergründen konnte.

Wenn Harry mit dem Mal arbeitete, würde er den Strahlen der magischen Energie bis zu den an ihn Gebundenen folgen können und er würde wissen wo jeder Mann war und was er dachte.

Harry glaubte, daß er wenigstens die Gedanken die nahe der Oberfläche eines gebundenen Verstandes entlangtrieben lesen konnte, die Gedanken die man nur Momente vor der Entscheidung hatte, ob man den Gedanken aussprach oder schwieg. Harry konnte nicht einen Verstand von einem anderen unterscheiden. Er konnte nicht bewußt beeinflussen wem er folgte oder was die Leute auf der anderen Seite dachten, obwohl er diese Dinge vielleicht in der Zukunft beheben konnte. Mit Sicherheit würde er aber dazu in der Lage sein von jedem der durch das Mal an ihn gebunden war, Magie zu ziehen. Harry lachte humorlos auf, als ein verrückter Gedanken durch seinen Kopf schoß.

Er konnte jeden lebenden Todesser, einen nach dem anderen, ihrer Magie berauben, bis sie nur noch eine Bande von Squibs waren. Harry neigte seinen Kopf. Er konnte sie auch töten. Harry blinzelte und schüttelte die Vorfreude und Versuchung solcher Macht ab und fühlte den Schatten von jemandem tief in die Dunkelheit seines Verstandes zurücksinken.

War es das, was Voldemort durch das Band des Dunklen Mals gefühlt hatte? Falls es so war, dann mußte sich Harry fragen warum der Mann niemals herausgefunden hatte, daß Snape für Dumbledore spionierte. Es tat nichts zur Sache, daß Voldemort jetzt über Snapes Verrat erfuhr. Der festsitzende, selbsternannte Lord konnte nichts tun und Harry würde dafür sorgen, daß der Mistkerl auch in Zukunft keine Gelegenheit dazu bekam.

Seufzend sammelte Harry seine Sachen ein. Wenn er eines Tages damit zurande kam, durch eine merkwürdige Form des Dunklen Mals an die Todesser gebunden zu sein, würde er bestimmt Möglichkeiten finden, diese Tatsache zu seinem Vorteil zu nutzen. Jetzt jedoch wollte Harry nichts anderes als vom Angesicht der Erde zu verschwinden. Er wollte nicht den Rest seines Lebens mit diesem Ding auf seiner Hüfte zubringen. Hoffentlich verschwand das Mal wenn Voldemorts Seele endgültig zerstört war. Bis dahin würde Harry vorsichtig sein müssen, wenn er im Schlafsaal von Hogwarts war. Höchstwahrscheinlich würde er lange vor den anderen Jungen duschen.

Mit neu erwachten Sinnen verließ Harry das Bad lautlos und schlich auf Zehenspitzen zu seinem Zimmer, um sich umzusehen, was er fand. Viel Auswahl an Kleidung hatte er eh nicht. Lumpen waren Lumpen, egal welche Farbe. Mit einem Blick auf Hedwig und dem Versprechen über kurz oder lang mit ein bißchen Essen zu ihr zurückzukommen, stieg Harry die Treppen hinunter um seine tägliche Dosis an verbalen Tiefschlägen abzuholen. Wenigstens würden sie ihn danach für den Rest des Tages in Ruhe lassen.

Harry begegnete dem Geschimpfe seines Onkels ohne einen Ausdruck und das Gekeife seiner Tante ließ ihn vollkommen kalt. Die Beleidigungen nahm er wahr ohne zuzuhören. Er wäre nicht fähig zu sagen, worüber sie sich diesmal aufregten, wenn sein Leben davon abhänge. Das Dudley ihn diesmal ignorierte war eine willkommene Überraschung, also nickte Harry ihm höflich zu und tat seinerseits dasselbe.

Nachdenklich verließ Harry das Haus und spazierte in geruhsamem Tempo die Straße hinunter bis er, in dem Moment in welchem er die Grenze zu dem Gebiet erreichte, daß für die Todesser unpassierbar war, ein irritierendes Prickeln durch seinen Körper huschen fühlte. Vor diesem Sommer war Harry nicht fähig gewesen sie zu erkennen. Jetzt genoß er die neugefundene Fähigkeiten und und kontrollierte die Schutzbarriere eingehend.

Harry hatte sie schon einmal genarrt, als er nach seinem Geburtstag zurückgekehrt war. Er konnte es wieder tun. Sorgsam darauf bedacht die Verzauberungen die um das Haus der Dursleys gewoben waren nicht körperlich zu berühren, suchte Harry nach dem Punkt, von dem die gesamte Energie der Schutzzauber ausging. Er drückte vorsichtig dagegen, bis er fühlte wie sich die Barriere unter dem Druck seiner Kraft bog. Es wäre ihm nicht geholfen, wenn er die Zauber unterbrach, selbst wenn die Tat selbst kein Problem war.

Harry mußte sie nur dazu bringen, seine Gegenwart zu ignorieren wann immer er sie passierte. Niemand würde es je erfahren, solange sie nicht selbst in den Lingusterweg kamen und direkt vor Ort nachsahen. Sich der feinsten Nuancen im Fluß der Magie bewußt zu sein, würde Kräfte benötigen die nur Dumbledore selbst sein eigen nannte. Harry erwog nicht im entferntesten, das Dumbledore hier auftauchen könnte. Wenn man bedachte wie oft der Mann bisher gekommen war, um ein Auge auf Harrys Wohlbefinden und seine alltäglichen Probleme mit den Dursleys zu werfen. Vielleicht sollte er lieber zählen wie oft er nicht gekommen war? Die Zahl wäre weitaus größer.

Mit großer Vorsicht schob und stieß er, verbesserte den Fluß magischer Energien und fügte sie in neuer Form um ihr vorheriges Objekt der Aufmerksamkeit wieder zusammen. Die Schutzzauber würden noch immer erkennen ob er in einer Attacke verletzt wurde, oder ob er die Grenzen ihres Wirkungsbereiches verlassen hatte, aber sie würden es nicht mehr schaffen ihn zurückzuhalten, oder den Direktor zu alarmieren, wenn Harry sich dazu entschloß die umgebenden Straßen zu verlassen.

Jetzt war er bereit dafür sein erstes Stück Freiheit auszuprobieren. Mit einem jungenhaften Grinsen überlegte Harry, daß ein kleiner Ausflug in die Nachbarschaft vielleicht nicht unangebracht wäre.

Harry tat nichts Unüberlegtes. Er spazierte gemütlich zum Park, setzte sich dort in der Nähe des Spielplatzes in die Sonne und grub seine nackten Füße in das weiche, grüne Gras. Im Grunde suchte er nur die Freiheit seines Geistes und das Recht zu entscheiden was er tun wollte, wann, warum und wonach auch immer es ihn verlangte.

Auf einem umgestürzten Baumstamm sitzend, dachte Harry über die letzten Wochen nach. Er fühlte sich noch immer rastlos und zu allem bereit, bis zum Rand mit Magie erfüllt, die kontinuierlich danach strebte losgelassen zu werden. Anfangs hatte Harry gedacht, das es mit Voldemort zu tun hätte, doch im Augenblick war der Schlangenlord aus dem Weg geräumt. Dennoch fühlte sich Harry nur noch unruhiger. Es war, als würde sein Körper darauf warten das etwas geschah. Konnte es sein, daß er noch mehr von Voldemorts Kräften aufgeschnappt hatte, so wie er die Fähigkeit mit Schlangen zu sprechen erhalten hatte? Immerhin hatte er auch dieses seltsame Mal.

Denselben Gedanken wieder und wieder ergebnislos in seinem Kopf herumwirbelnd, entschied sich Harry unter die ganze Angelegenheit einen Strich zu ziehen. Mit einem tiefen Atemzug sah er sich um und als er nichts Eigenartiges oder Wichtiges entdecken konnte, das eine sofortige Lösung verlangte, wählte Harry diesen Augenblick, um seine zweite, sorglose Kindheit zu leben so lange er irgendwie konnte.