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46. Die Kunst des Davonlaufens
Das Feuer prasselte und knisterte einladend vor ihr, tauchte den Raum in angenehme Hitze und Licht, und umschmeichelte ihre nahe liegenden, nackten Knie.
Fast ein Monat war seit der Huxleys Gala vergangen. Genau genommen drei Wochen und vier Tage… Doch es war kein einziger vergangen, an dem sie nicht an diesen Tag zurückdenken musste…
Seufzend blickte sie von der Zeitschrift in ihrer Hand auf die Flammen; und wieder zurück. Sollte sie, oder sollte sie nicht? Sollte sie die belastenden Zeilen ins Feuer werfen, oder sie ein weiteres Mal lesen?
„Wirf es endlich hinein und vergiss es", sagte Malfoy genervt neben ihr und blätterte seelenruhig weiter in einem Sportmagazin. Er hatte dem Magazin in ihren Händen nur einen winzig kleinen Blick gewürdigt, nachdem sie es ihm unter die Nase gehalten hatte.
„Das kann ich nicht", flüsterte sie und warf erneut einen Blick auf die Schlagzeile, die das Cover der Magic weekly zierte: Die Liebelei vor dem Aus? stand in ganz großen Lettern unter einem zugegeben ziemlich schmeichelhaften Bild ihres Nebenmannes. Darunter stand etwas kleiner: Malfoys Zeit an Hogwarts neigt sich dem Ende.
Im Innern fand sich ein vierseitiger Bericht und wie immer ließen sie nichts aus. Ihre Vorgeschichte, die Gerüchte und auch das Eklat von der Gala, die laut Presse vor Skandalen, Eifersüchteleien und Szenen nur so gewimmelt hatte.
Natürlich war dies hier nicht das einzige Medium, das sich am besagten Eklat ausgelassen hatte. Um ehrlich zu sein, wusste sie nicht, welche Zeitung oder welche Zeitschrift darauf verzichtet hatte. Der Tagesprophet hatte ihr in der vergangenen Woche eine ganze Serie gewidmet und sagenhafte zwölf Mal um ein Interview gebeten.
Mione hatte verständlicherweise immer wieder verneint. Zu Beginn wesentlich freundlicher, als zum Schluss. Die letzten beiden Anfragen hatte sie dann einfach ignoriert.
„Versuche einfach da drüber zu stehen. Das musst du doch gewohnt sein. Von Potter, von eurem Sieg über Voldemort. Granger, das bisschen Aufmerksamkeit ist dir doch nicht neu", knurrte er neben ihr, entriss ihr schließlich das Heft und übergab es den Flammen.
Hermione fluchte leise auf, als die Zeitschrift in den Flammen zerfiel. „Nein, ist sie mir nicht. Aber das Ausmaß, welches allein auf meiner Person liegt, ist mir neu. Zudem scheint mich jeder neuerdings zu verachten oder zu hassen. Die Wicked nannte mich plump und unscheinbar. Die Schülerinnen werfen mir mindestens dreimal pro Stunde verboten dunkle Blicke zu. Doch damit könnte ich leben. Allerdings schreibt Ron mir fast täglich Hassbriefe und als ich Artuhr vorgestern im Ministerium gesehen habe, sah er mich nicht einmal an."
Gut, das mit den Hassbriefen entsprach nicht mehr ganz der Wahrheit. Seit fast zwei Wochen meldete Ron sich gar nicht mehr. Aber, eine Zeitlang war es so gewesen. Er hatte sie mit schmerzhafter und nervenaufreibender Regelmäßigkeit getriezt und belästigt.
So sehr, dass es sogar dem Blonden an ihrer Seite nicht entgangen war. Mehr als einmal hatte die verrückte Eule sie beide aus Miones Bett geworfen; oder ein paar besonders emotionale Zeilen den Lockenschopf nachts nicht schlafen lassen.
Irgendwann hatte sie begonnen mit Malfoy darüber zu reden. Und zu ihrem Erstaunen hatte er tatsächlich zugehört. Auch wenn von ihm nicht besonders viel zurückgekommen war. Doch, um ehrlich zu sein, erwartete sie das auch gar nicht.
Er sah sie schweigend an wenn sie sprach, stimmte gegebenenfalls in kleine Schimpf- und Beleidigungssalven ein und warf Rons Briefe weg, wenn sie sie zu sehr aufregten und ihn so um Schlaf und Nähe brachten.
Denn oftmals war sie nach Rons Kontaktversuchen für nichts mehr gut aufgelegt, als stundenlang über ihren Ex-Verlobten herzuziehen oder in negativen Erinnerungen zu schwelgen.
Der Blonde blickte auf, leckte sich schleichend über die Lippen, bevor er sprach. „Mal angenommen, die ganze Aufmerksamkeit der Außenwelt wäre nicht vorhanden und es ginge nur darum, was deine Freunde und Bekannten denken. Über uns: Dem Schlammblut", er sagte es vollkommen ton- und bedeutungslos. Plötzlich schien dieses Wort aus seinem Mund nicht mehr das zu sein, was es für alle da draußen war; was es für sie jahrelang gewesen war. Wie merkwürdig, wenn man bedachte, dass er es das erste Mal seit so langer Zeit sagte. „… und dem ehemaligen Todesser. Die Weasleys hassen meine Familie. Glaubst du wirklich, deine ehemaligen Fast-Schwiegereltern würden so tun, als ob nichts gewesen wäre?"
Mione starrte stöhnend zurück in die Flammen. „Nein", sagte sie dann ehrlich.
Sie wusste, dass er recht hatte. Dass diese Situation in allen erdenklichen Lagen schwierig und kompliziert gewesen wäre. Die Trennung von Ron, eine Beziehung zu Malfoy und eine Beziehung zu jemandem, der in der Öffentlichkeit stand und sehr bald ganz woanders seinen Alltag fristen würde.
Dummerweise vereinigte Malfoy jedoch alles…
Und dass sie tatsächlich Bedenken vor dem Tag X hatte, dem Tag an dem er die Schule verlassen würde und zurück in sein altes Leben kehren würde, wagte sie einfach nicht zu erwähnen.
Mione hatte sich in den vergangenen Wochen in diese Sache verrannt. Etwa in den Stunden, in denen er ihr nach und nach das Fliegen beigebracht hatte. Mit jedem Morgen, an dem sie neben ihm erwacht war; ihr Gesicht auf seinem nackten Rücken und sein Geruch überall in ihren Kissen. Und in all den Nächten, in denen sie tatsächlich geredet hatten. Und es war erstaunlich einfach, mit Malfoy zu reden.
Wenn man etwas Geduld besaß, und nicht immer und unbedingt eine Antwort erwartete, versteht sich. Er war nach wie vor Draco Malfoy und nur weil da so etwas wie ein Oder so zwischen ihnen bestand, hieß es nicht, dass sich damit irgendetwas ändern würde.
Und neben dem Druck von Außen und dem unbekannten Leben, das da vielleicht vor ihr liegen könnte, was bisher unbekannte Emotionen in ihr auslöste, kam nun die Angst vor einem eventuellen Schritt zurück…
Was, wenn er sie einfach zurücklassen würde?
Dann wäre sie allein in diesem Chaos, was er mehr oder weniger verursacht hatte?
Nacht für Nacht war da niemand, der die Briefe oder auch Dinge wortlos und augenrollend in den Kamin befördern würde, die sie aufregten oder auch belasteten. Vor einer Woche hatte er gar versucht einen Stapel Tests entsprechend zu entsorgen.
„Das hier erscheint mir allerdings kompliziert hoch drei", lachte sie leise und erklärend.
Um ehrlich zu sein hoffte sie, dass das Chaos, das gerade in ihr vorherrschte sich so schnell wie möglich verflüchtigen würde und es ihr gerade nur so schlimm und quälend erschien, weil sie unter PMS litt und wieder einmal zwei Tage überfällig war.
Das war sie nicht selten, ihr Körper schien sich mit der Pille nicht anfreunden zu wollen und ging es Öfteren im Hormonwirrwarr unter. Aber, es zerrte jedes Mal bereits im Voraus an ihren Nerven…
Er sah sie an. Forschend, fragend…
Mione leckte sich über die Lippen, wollte irgendetwas sagen. Vielleicht was sie wirklich dachte. Vielleicht auch, dass sie weitaus Schlimmeres überstanden hatte. Wortlos legte sie ihre Hand auf seine, freute sich darüber, dass er sie nicht wegzog; auch wenn er das nur noch sehr selten tat.
Ab und an durfte sie sogar ihre Nase genüsslich in seinem Nacken vergraben. Meistens tat sie es abends, wenn er weitgehend eingeschlafen war; und bis er erwachte.
Doch gerade kam sie nicht dazu, irgendetwas auszusprechen.
Der Kamin knackte, ein Signal ertönte und die Flammen erloschen, färbten sich grün: Das Flohnetzwerk wurde genutzt. Der Lockenschopf zog die Beine an ihren Körper, starrte in das verfärbte Feuer. Malfoy schien es neben ihr gleich zu tun.
Und Sekunden später erschien Harry, verdreckt und verstaubt, im Kamin. Direkt nachdem er aus der Asche geklettert war, züngelten die Flammen wieder auf.
„Oh… Hallo…", murmelte er und klopfte sich den Mantel ab.
Mione hustete und der Blonde konzentrierte sich überzogen auf das Buch, welches auf seinem Schoß ruhte. Sie zog wie in Trance ihre Hand von seiner zurück.
„Hallo Harry, ich…", flüsterte sie unbehaglich. „Ich hatte dich heute gar nicht erwartet." Sie hatte ihn erst gestern gesehen und er hatte nichts von einem geplanten Besuch verlauten lassen.
Daher ahnte sie nichts Gutes…
Der Schwarzhaarige sah sie entschuldigend an. Dabei wanderte sein Blick einen Moment von ihr zu Malfoy und zurück. Der Blonde blickte kurz auf, regte sich jedoch nicht.
„Ja, es tut mir leid. Erst wollte ich dir schreiben, aber dann entschied ich mich doch spontan zu sein. Ich…", wieder blickte er unruhig von links nach rechts. „…Störe ich?"
Mione schüttelte schwach den Kopf. „Ist es wegen Ginny?"
Der Rotschopf hatte seit ihrem Geständnis vor über einer Woche nur sporadisch und wenig von sich hören lassen. Etwas, das Hermione – in Anbetracht der Situation – durchaus nachvollziehen konnte. Doch Ginny hatte ihr mehrmals versichert, dass sie einfach nur Zeit brauchte, um es zu verarbeiten.
„Nein, es geht um…" Wieder fiel Harrys Blick auf Malfoy, der sich schließlich stöhnend aufrichtete und das Buch auf das Sofa fallen ließ.
„Potter, sprich doch einfach mit mir. Sag mir einfach, dass ich euch einen Moment allein lassen soll", knurrte er und machte sich daran den Raum zu verlassen.
Mione musste einen Augenblick tatsächlich schmunzeln. „Jeder andere Mensch, hätte es aus Höflichkeit ohne Aufforderung getan, Malfoy", wisperte sie grinsend.
Er drehte sich am Eingang um, zwinkerte ihr zu. „Ich bin kein höflicher Mensch, Granger. Und jetzt behaupte nicht, dass dir das neu ist."
Harry schluckte, regte sich. „Nein, ich… Das ist nicht nötig… Immerhin betrifft es euch beide."
Malfoy verharrte im Porträtloch und Mione sah ihren besten Freund lange und fragend an.
Der Schwarzhaarige kratzte sich am Hinterkopf. „Naja, nicht wirklich. Aber, ich denke, du kannst bleiben… Wenn dir das recht ist?" Er blickte seine Freundin fragend an.
Hinter ihr lachte der Blonde auf. „Sollte das der Fall sein, kann sie es mir jederzeit im Nachhinein berichten."
Ihr bester Freund nickte benommen und sichtlich etwas überfordert. „Eigentlich geht es nur um Ron. Er will dich sehen."
Mione runzelte die Stirn und Malfoy stöhnte beinahe gequält auf.
„Wann geht es mal nicht um Ron?", zischte er abfällig hinter ihr. „Und warum will er sie sehen? Um sie mal wieder gehörig zusammen zu falten, Potter?", zitierte er einen der zahlreichen Briefe, die sie ihm vorgelesen hatte. Sie hörte seine Schritte, spürte, dass er hinter dem Sofa und direkt hinter ihr zum Stehen kam.
Harry schüttelte irritiert den Kopf. „Er war heute bei uns und bat uns mit dir zu sprechen. Er will in Ruhe mit dir reden. Und dieses Mal glaube ich ihm, Mione."
Sie blickte zu Boden, hustete.
„Das letzte Mal, als er in Ruhe mit ihr geredet hat, haben sie ihn des Raumes verwiesen. Was müssen sie also beim nächsten Mal tun? Sie in einer Tüte heraustragen?", feixte der Blonde hinter ihr.
Jedoch lagen soviel Spott und Wut in seiner Stimme, dass sein Tonfall alles andere als undeutbar war. Das Sofa knarrte und als sie über ihre Schulter blickte, sah sie, dass er sich links und rechts ihres Kopfes auf dem Rückenlehne abgestützt hatte.
„Das ist über einen Monat her", antwortete Harry leise und doch fest.
„Das ist uns bewusst, er hat ihr fast täglich geschrieben", wisperte der Blonde hinter ihr.
„Hat dich Ginny darum gebeten? Oder Molly oder Arthur?", fragte Mione und ignorierte den hörbar aufgebrachten Blonden hinter sich.
Harry schüttelte den Kopf. „Ron selber. Und wenn ich sage, ich glaube ihm, meine ich das so. Ich will nicht behaupten, dass er nicht weiterhin verärgert und verletzt wäre. Allerdings ist er wirklich ruhiger geworden. Er hat mich gebeten mir dir zu sprechen, weil er befürchtet, dass du seine Briefe mittlerweile nicht mehr öffnen würdest."
„Zu recht Potter. Hast du mal einen davon gesehen?", fauchte Malfoy hinter ihr.
Mione griff hoch, legte die Hand um sein Handgelenk und brachte ihn so zum verstummen. Er schnaubte, entzog ihr seine Hand wütend, doch sie hielt ihn fest. Sein wütender Blick brannte sich spürbar, durch ihre Locken hinweg, in ihre Kopfhaut.
„Er hat wirklich miese Sachen gesagt, Harry. Und das letzte Mal, als ich ihm geschrieben habe, sagte ich ihm, dass ich bereit bin mich mit ihm zu treffen, wenn er sich beruhigt hat", gab sie fest zurück. „Keinen Tag eher und ich befürchte, dass er sich noch lange nicht beruhigt hat. Ich kenne ihn."
Harry blickte sie irritiert an. Dabei brannten sich seine grünen Augen regelrecht in ihr Handgelenk, das Malfoys umfasste. „Das hat er, Mione", sagte er dann.
Der Blonde lachte bitter und sie leckte sich über die Lippen, blickte zu Boden auf ihre nackten Füße, die einige Zentimeter vor den Flammen baumelten.
„Bitte Mione. Ich will nicht mit dem ganzen das schuldest du ihm-Gerede anfangen, denn das tust du nicht. Aber, hat er eine Aussprache nicht verdient? Ihr wart solange zusammen und wir sind bereits seit über zehn Jahren befreundet."
Sie schluckte, schloss die Augen…
Sie würde niemals behaupten, dass er Unrecht hatte. Und natürlich rannte sie vor dieser Aussprache davon. Dem war sie sich sehr wohl bewusst. Aber, nach wie vor war sie nicht wirklich bereit für eine Aussprache.
Doch selbst wenn sie es Ron nicht schuldig war, war sie es vielleicht Harry und Ginny schuldig. Und sich selber, um diese Sache ein für alle Male zu beenden und aus der Welt zu schaffen.
Seufzend ließ sie Malfoys Handgelenk los und beugte sich nach vorne. Ihre Füße berührten schließlich den Teppich und sie zog tief die Luft ein.
„Es wird nie wieder so werden wie früher, Harry", flüsterte sie schließlich.
„Ich weiß", sagte ihr bester Freund ließ sich neben ihr auf das Sofa fallen.
Schweigen…
Sie spürte, dass Malfoy sich von der Lehne und auch vom Sofa entfernte. Mit einem prüfenden Blick über ihre Schulter hinweg schaute sie, ob er noch im Raum war. Als sich ihre Blicke trafen, zog er ungläubig die Augenbrauen hoch.
Sie wusste, was er nach alle dem von Ron hielt und auch von einem weiteren Treffen. Und natürlich wusste er auch, was sie gerade von Ron hielt. Doch das konnte sie so natürlich nicht vor Harry erörtern.
Dazu war ihre Freundschaft wahrhaftig noch nicht gefestigt genug…
„Du sagst also, du glaubst ihm?", fragte sie also schließlich vorsichtig an den Schwarzhaarigen gewandt.
Malfoy lachte mehr als nur bitter und schenkte sich lautstark etwas Kürbissaft ein.
Harry nickte. „Ich habe mit Ginny gesprochen. Wenn du möchtest, können wir uns nächste Woche bei uns treffen. Wir vier. Somit bist du nicht allein", sagte er. „Wir werden euch natürlich allein lassen, damit ihr in Ruhe reden könnt. Aber, falls wir dazwischen gehen müssen, sind wir da."
Aus den Augenwinkeln sah sie Malfoy einen großen Schluck Saft nehmen, bevor er theatralisch mit den Augen rollte. Einen Moment bereute sie es, ihn so sehr in diese Dinge und ihre Gefühle eingeweiht zu haben.
Sie versuchte ihm einen erklärenden Blick zuzuwerfen. Ihm wortlos zu sagen, dass sie das ihrer Freundschaft zu Harry - vielleicht auch der vergangenen zu Ron – aber keinesfalls ihrer ehemaligen Beziehung wegen, tun musste.
Doch er weigerte sich ganz offensichtlich sie anzusehen…
„Das klingt gut", gab sie schließlich zurück und Malfoy verließ den Raum.
-v-
Drei Tage später stand sie unbehaglich vor Malfoys Zimmertür und hielt sich gar nicht erst lange mit dem Warten, Selbstzweifeln oder Zögern auf. Sie klopfte schnell und hastig gegen das Holz.
Eigentlich hatte sie diese Sache erst einmal allein regeln wollen, doch dummerweise hatte Sir Antonius Germone Flatherius Albertus Pituis George Carmichael, ein Gemälde aus dem Flur zur Krankenstation, sie in erdenklich schlechter Pose aus dem Krankenflügel kommen sehen. Und Sir Carmichael war eine elendige Petze…
Und einen wutentbrannten Malfoy konnte sie gerade noch weniger ertragen als einen Malfoy, der sie mit dem gewohnten Schweigen und der Ignoranz strafte, die eigentlich noch mindestens zwei Tage anhalten würde.
Natürlich war sie sich bewusst, dass er diese Zeit wahrscheinlich auch noch benötigte, um sich selber zu sammeln. Er war niemand großer Worte und sie war sich ziemlich sicher, dass er seine Gefühle erst einmal selber ordnen musste, bevor er sie in abgeschwächter Form mit jemandem teilte.
Jedenfalls soweit sie ihn mittlerweile einschätzen konnte. Und es war ihr schwer gefallen, denn sie schaffte solche Dinge für gewöhnlich am liebsten direkt aus der Welt.
Zudem hatte sie ihn tatsächlich vermisst. Ihre kleinen Spielchen auf dem Qudditchfeld, seine teilweise sicherlich fragwürdigen Sprüche, wenn sie etwas belastete; doch sie verfehlten ihre Wirkung nie. Was auch immer er mit ihnen beabsichtigte: Sie zu reizen oder einfach sie abzulenken. Und sie hatte seine Nähe vermisst, als sie in den vergangenen Tagen allein erwacht war…
Ihr verkrampftes Handgelenk erzeugte auf dem Holz einen merkwürdig, hohlen Ton. Mione wich erstaunt zurück, doch er verschwendete ebenso wenig Zeit mit dem Öffnen, wie sie mit dem Warten verschwendet hatte.
Millisekunden später starrten sie sich unbehaglich an.
Sie mit hinter dem Rücken verschränkten Armen, und er mit knöchelweißem Griff um die Türkante. Einen Moment schien er wirklich überrascht und überrumpelt zu sein, denn sein Gesicht schien nackt zu sein. Keine Maske war auf seinen feinen Zügen zu sehen.
„Granger", sagte er leise. „Genug von den Versöhnungsfeiern?"
Sie seufzte, rollte mit den Augen. „Malfoy, wie ich dir bereits vor zwei Tagen versucht habe zu erklären, geht es hier überwiegend um meine Freundschaft zu Harry und Ginny. Eine Freundschaft, die bereits seit Jahren besteht. Und auch durch mich, befinden sie sich gerade in erdenklich schlechter Position zwischen allen Stühlen. Selbst wenn ich Ron also gerade keine Aussprache schuldig sein mag, bin ich es ihnen schuldig."
Er lachte.
„Ich verstehe deine Skepsis-"
„Natürlich verstehst du das", unterbrach er sie spottend.
Mione sah wütend auf. „Das sind meine Freunde Malfoy, erspare dir die Eifersucht."
„Du bist auch eifersüchtig auf meine Freunde", funkelte er sie aus eisgrauen Augen an. „Und ich war mit keinem von ihnen verlobt."
Einen Moment hatte sich ihre Stirn beinahe wie von selber in Falten gelegt. Es ging hier nicht um Ron, und das wollte sie ihm abermals entgegen brüllen. Doch sie besann sich zur Ruhe. Sie würde hier und jetzt nicht auf dieses Spielchen eingehen. Dazu war eventuell später noch Zeit.
Ein schwaches Nicken, dann trat sie einen Schritt vor und holte tief Luft. „Wir können dieses alberne Streitgespräch gerne später fortführen, aber-"
„Alberne Streitgespräche sind doch eigentlich deine Spezialität, Granger."
„Malfoy", fauchte sie und sah ihn so ernst und wütend zugleich an, dass er tatsächlich verstummte. „Würdest du jetzt bitte die Klappe halten und mit mir ins Bad kommen?"
Er runzelte die Stirn. „Warum?"
Mione hustete. „Ich fürchte, ich bin schwanger", murmelte sie dann und setzte sich langsam in Bewegung.
Einen Augenblick verharrte er mit schneeweißer Miene im Türrahmen, so dass sie fürchtete, auf ihn warten zu müssen; vielleicht sogar ihn erneut zum Mitkommen zu bitten. Doch plötzlich knallte die Tür lautstark zu und er war ihr schneller auf den Fersen, als es ihr lieb war.
„Wie konnte das passieren, du sagtest, du verhütest?", knurrte er so heftig, dass sie einen Moment zusammenzuckte.
„Ich bitte dich, das sagtest du doch auch", gab sie erbost zurück. Dennoch röteten ihre Wangen sich.
Seine Lippen wurden schmal, während er sie aus verwirrend offenen Augen ansah. Einen Moment verlor sie sich darin, die unbekannten Emotionen in ihnen zu suchen und zu zählen.
„Außerdem steht es noch nicht fest. Ich bin überfällig und das bin ich nicht selten. Ich habe hier einen Schwangerschaftstest von Poppy und wenn du möchtest, kannst du gerne mit mir das Todesurteil abwarten", sagte sie dann unbeholfen und setzte sich wieder in Bewegung.
Er lachte heiser, doch seine Lippen zitterten leicht und verräterisch. Einen Augenblick sah es fast so aus, als wolle er den Arm über sie legen, doch er brach die Bewegung mittendrin ab, was eine Armdrehung erzeugte, die fast schon einer motorischen Störung glich.
„Das ist nicht lustig", murmelte sie und trat in das Gemeinschaftsbad ein. Malfoy blieb ihr dicht auf den Fersen. Für ihren Geschmack fast schon zu dicht, denn er prallte hinter der Tür in sie.
„Ich habe auch nicht aus Belustigung gelacht", flüsterte er und trat an ihr vorbei ins Innere.
Mione funkelte ihn an, zog die kleine Packung aus ihrer verzauberten Hosentasche. Andernfalls hätte sie den verpackten Test nicht ungesehen hierher bekommen. Dummerweise hatte sie auf dem Flur einen unbeobachteten Moment genutzt, um etwas auf der Verpackung nachzulesen; und war dabei dem neugierigsten Gemälde des Schlosses in die nicht vorhandenen Arme gelaufen.
„Nun mach schon."
Sie sah überrascht auf. Er hatte sich auf den Wannenrand in der Mitte des Raumes gesetzt und die Arme über der Brust verschränkt. Als ihre Blicke sich trafen, schluckte er hart und wieder konnte sie seine Lippen minimal zittern sehen.
Mit einem Stirnrunzeln und rasendem Herzen verschwand sie in den hinteren Teil des Raumes, in dem sich die Toilette befand. Nachdem sie ihr Geschäft verrichtet hatte, legte sie den Test auf dem Waschbeckenrand ab und ließ sich neben ihm auf dem Wannenrand nieder.
Vor zwei Wochen hatten sie in dieser Badewanne Sex…
Und zugegeben war es sehr hitzig und feuchtfröhlich zugegangen. Mione war weder sicher, dass sie an diesem Abend ihre Pille genommen hatte, noch war sie sicher, dass sie auch nur einen Verhütungszauber gesprochen hatte.
Doch aufgrund der anderen Ereignisse, hatte sie diese Befürchtung recht schnell verdrängen könnte. Sie wusste nicht, wie oft sie in den vergangenen Jahren befürchtet hatte schwanger zu sein. Grundlos. Als ihre Periode jedoch auch nach den gewohnten zwei bis drei Verzugstagen nicht kommen wollte, hatte es sie eingeholt.
Wie amüsant und bitter zugleich also, dass vielleicht gerade dieses Erlebnis sie heute erneut zusammen hierher brachte.
„Ich denke, es ist nichts", flüsterte sie und starrte hinab auf ihre Schuhe.
„Deshalb sitzen wir jetzt hier?"
Sie stöhnte, blickte wieder auf. „Malfoy, das ist nur, um uns beide abzusichern."
Er lachte, rieb sich verkrampft über das Gesicht. „Das hätten wir vorher tun sollen."
„Ach ja? Das haben wir", fluchte sie und regte sich neben ihm etwas.
Malfoy schwieg, blickte beinahe benommen ins Leere.
„Keine Sorge, ich werde nicht sagen von wem es ist. Du bleibst einfach anonym, wenn es dir lieber ist", wisperte sie.
Ja, darüber hatte sie sich tatsächlich Gedanken gemacht. Während er mal wieder in Schweigen versunken war und es gerade immer noch tat.
„Du willst es bekommen?", schnappte er. Sie wusste seinen Gesichtsausdruck nicht einzuschätzen. Vielleicht war er verwirrt, vielleicht auch erbost: Vielleicht sogar beides.
„Ich denke schon", sagte sie dann und ließ es einen Augenblick einfach hinter ihren Schläfen rattern. „Woher soll ich das wissen, darüber muss ich mir Gedanken machen, wenn es wirklich soweit ist…"
Sie sah ihr Gegenüber mit rasendem Herzen an.
„Worauf habe ich mich bloß eingelassen. Ein Wischmoppbaby, dass wahrscheinlich von Wiesel großgezogen wird", flüsterte er und starrte matt in eine Ecke des Raumes. Der Griff um ihre Brust schien sich zu verfestigen und er schnappte neben ihr angespannt nach Luft.
„Ich kann dich hören", zischte sie.
Wie konnte er in einer solchen Situation den Unnahbaren und Spottenden spielen?
Doch plötzlich wirbelte er unerwartet zu ihr herum. „Wirst du es ihm sagen? Von wem es ist? Oder wirst du nächste Woche ganz große Versöhnung feiern und es ihm unterschieben?", fragte er in merkwürdigem Tonfall.
Spottete er oder nicht?
Mione schnaubte, sprang vom Wannenrand auf. „Willst du mich zurück in seine Arme treiben? Ist es das? Oder denkst du wirklich so von mir? Denn wenn du das tust, können wir wahrhaftig von Glück reden, wenn es nicht so ist und wir hier gleich beide als getrennte Leute diesen Raum verlassen können." Ihre Stimme überschlug sich fast.
Malfoy holte tief Luft. „Du sprichst immer nur wie wichtig dir das alles ist. Die Weasleys, Ron und Ron und RON", mit jedem Wort wurde er lauter.
Mione lachte, raufte sich die Haare und drehte sich um die eigene Achse. „Und du drängst mich immer wieder von dir. Wann immer es schwer wird."
Erwartungsvoll sah sie ihn an, spürte die Klammer, die sich tief in ihr Innerstes bohrte. Und wieder starrte er ins Leere, sah sie nicht einmal an. Sie stand hier und starb innerlich und er spielte weiterhin sein Spiel.
„Malfoy", japste sie auffordernd und trat einen Schritt an ihn heran.
Nur widerwillig wandte er sich zu ihr herum, verschränkte die Arme scheinbar noch fester. „Weil ich genug Drama hatte. Mehr als manch andere Mensch in seinem ganzen Leben erleben wird."
Sie ließ die Arme sinken, funkelte ihn wütend an und schnaufte herablassend. Irgendetwas in ihr schien zu platzen oder auch zu reißen. Ein entsetzlich bitteres, fast schon hysterisches Lächeln entwischte ihr.
Da saß er, ihr eigener, persönlicher Eisklotz. Und er fror weiterhin ein, während sie in einem Chaos aus eventuellen, ungewollten Wischmoppbabys und Drama versank.
„Und da bist du hier der Einzige? Komm mir nicht mit der Mitleidschiene", spie sie hervor und stampfte mit dem Fuß auf. Er öffnete den Mund, zog eine Augenbraue hoch, doch sie ließ ihn nicht einmal ansatzweise zu Wort kommen. „Ich kann Drama aber nicht vermeiden oder es alleine handhaben, nur um dich zu schonen. Dass ist es nicht, was eine Beziehung ausmacht."
Er lachte stumm, nickte. „Ich wette mit Wiesel wäre es so viel einfacher gewesen."
„Natürlich wäre es das", knurrte sie und wandte sich ab. Einen Moment blickte sie starr an die Wand. ‚Aber, vielleicht mag ich es nicht einfach', fügte sie gedanklich hinzu.
Sehr wahrscheinlich sogar. Aber, hier ging es nicht mehr um Ron und sie…
Schon lange nicht mehr…
Schleichend langsam wandte sie sich zu ihm um, dabei streifte ihr Blick den Test auf dem Waschbecken. Ein geräuschvolles Seufzen entfuhr ihr.
„Malfoy, ich bin frisch entlobt, habe meine halbe Familie verloren, bin in aller Munde, werde überall schräg angeschaut und alles was ich dafür bekomme, ist einen Mann mit einem halben Herzen", zischte sie. „Vielleicht mag ich es einfach, vielleicht komme ich mit einfach klar. Aber, dennoch bin ich hier."
Er sah sie merkwürdig verletzt und emotionslos zugleich an. Dennoch sah sie es hinter seinen zornigen und jüngst mal wieder unlesbaren Augen rattern. Wie konnte sie ihm im einen Augenblick so nahe sein und im anderen wieder so entsetzlich fern?
Kannte sie ihn, oder kannte sie ihn nicht?
Vor einer Woche hätte sie gesagt ja… Hier und jetzt war sie sich mal wieder alles andere, als sicher…
„Was?", fragte sie schließlich frustriert und sicherlich eine Spur zu schroff.
„Nichts", hauchte er kopfschüttelnd.
Und wieder spannte er in die Leere starrend Seile, über die sie um Aufmerksamkeit und Antworten bettelnd fallen würde, wenn sie erbärmlich um ihn herumsprang.
„Nichts", fauchte sie, raufte sich erneut die Haare. „Nichts… Malfoy, ist das alles, was du kannst? Schweigen oder Weglaufen? Zeig endlich mal dein nacktes Gesicht."
Er stand ebenfalls auf. „Das kann ich nicht und das weißt du. Ich habe niemals behauptet, dass ich das beste Beziehungspotential habe, was es zu bekommen gibt. Ich bin verzogen und ich habe nie gelernt Gefühle zu zeigen. Vielmehr noch: Man hat mir beigebracht, sie nicht zu zeigen. Du kannst nicht von mir verlangen, mich komplett umzukrempeln."
Mione lachte bitter. „Jetzt kommst du wieder mit dieser Schiene. Menschen können sich sehr wohl ändern, Malfoy. Und du hast dich geändert. Für Sheela, vielleicht sogar für Blair, Naomi und Co… Warum also nicht für mich?"
Er wandte sich kopfschüttelnd ab, lachte wie immer heiser auf. „Das hier ist nicht wie bastele ich mir meinen Traummann, Granger. Du hast mich gekauft wie gesehen. Und ich bin nicht Wiesel oder Krum."
Sie schnaufte, verschränkte ihre Arme vor der Brust und knirschte mit den Zähnen. „Du bist kein Auto oder ein Möbelstück. Ich kann also sehr wohl von dir verlangen, dass du mir entgegen kommst."
„Kannst du das?", fragte er leise und seine Miene wurde von undeutbar mal wieder binnen weniger Sekunden bedenklich hart. „Ich habe immerhin nur ein halbes Herz. Mehr als ein Schrank vorweisen kann, aber weniger als ein vollwertiger Mensch besitzen sollte."
„Verdammt, so habe ich das nicht gesagt."
Der Lockenschopf sah ihn ungläubig an. Wut zog die Klammer in ihr zusammen. Ihr Herz raste und ihr Atem rasselte.
„Was hast du dann gesagt? Dass du so nicht mit mir zusammen sein kannst, richtig? So bin ich aber nun einmal. Und das wusstest du, bevor du dein schönes Leben hinter dir gelassen hast. Bevor du mich dazu gebracht hast, mich dir zu öffnen. Glaubst du also, ich habe nichts investiert?"
„Du hast dich geöffnet?", lachte sie heiser und sah ihn fassungslos an.
Er blickte starr zurück. Und schweigend.
Wieder knirschte sie mit den Zähnen. "Und ja, vielleicht kann ich so nicht mit dir zusammen sein. So wie du ja scheinbar nicht mit jemandem zusammen sein kannst, der etwas mehr Emotionen erwartet, als die eines eingebildeten und selbstherrlichen Eisklotzes."
Einen Moment starrte er sie mit starrer Miene an. Sie sah seinen Kiefer arbeiten. Dann blickte er zur Wand. „Du erwartest zuviel, Granger. Weißt du, was du bist? Du bist nicht nur eine Besserwisserin und entsetzlich altklug. Du bist auch eine Drama Queen. Ich frage mich ernsthaft, wie es Potter und Co. mit dir aushalten."
Nun war es an Mione heiser und bitter zu lachen. „Dasselbe frage ich mich in deinem Fall auch. Allerdings kann man da wohl schlecht Vergleiche ziehen, weil deine Beziehungen ja scheinbar selten über den Sex hinausgehen."
Schweigen…
Malfoy starrte zum Waschbecken, trat schließlich einen Schritt vor.
„Ich denke, das heißt: nicht schwanger", wisperte er dann und hob den Test an.
Mione holte schneidend Luft. Sie hatte den Test in den vergangenen Minuten komplett vergessen. Zögernd trat sie neben ihn, blickte auf den einzigen, verwaisten blauen Streifen, der bestätigte, dass sie nur überfällig zu sein schien.
„Ja", gab sie schwach zurück.
Ohne sie anzusehen ließ er den Test zurück auf das Waschbecken sinken. Während sie neben ihm am Waschbecken stand und schwieg, verspürte sie das erste, verräterische Ziepen im Unterleib.
‚Es tut mir leid', rollte es ihre Zunge hinauf.
Und der Drang ihm zu sagen, dass sie gerade Dinge ausgespuckt hatte, die sicherlich der Wahrscheit entsprachen – aber nicht einmal halb so zerschmetternd gemeint waren, wie sie herausgesprudelt waren – wurde entsetzlich groß.
Doch sie schaffte es nicht, sie auszusprechen. Und so starrte sie schweigend in die Leere.
„Wie gut, dass wir das rechtzeitig klären konnten", sagte er schließlich und trat zum Waschbecken zurück. Seine Miene war nach wie vor matt.
Also nickte sie schwach und irgendwie zustimmend. Und ihr Mund blieb auch verschlossen, als er den Waschraum verließ…
-v-
Noch am selben Abend bekam der Lockenschopf die finale Entwarnung, indem sie ihre Periode bekam. Fast zeitgleich erreichte sie ein Brief von Harry und Ginny, die sie am kommenden Donnerstag zum Essen und einer Aussprache mit Ron einluden.
Einen Moment überlegte sie tatsächlich alles abzusagen, aber das war sie sich, ihnen und vielleicht sogar ihm schuldig. Oder auch dem, was sie mal hatten…
Das Wochenende zog beinahe wie in Trance an ihr vorbei. Zu Beginn hatte sie all die gesagten Worte noch immer wieder in Gedanken abgespielt, hatte es aber schlussendlich unterlassen, als sie zu keinem Schluss kam und die Szene sich ganz sicher zu verändern begann.
Malfoy hingegen ging zweien seiner Lieblingsbeschäftigungen nach: Schweigen und Ignoranz; und wie immer standen seine Masken der Gleichgültigkeit ihm blendend. Die Tatsache, dass sie gelernt hatte hinter diese zu sehen, machte ihr weitaus weniger aus, als sie es wahrscheinlich erwartet hatte.
Dass Hogwarts das Schulspiel wenige Tage nach ihrem Streit haushoch gewann und er tagelang belagert wurde, machte es ihr sogar noch einfacher, einen Mittelweg zwischen ihrem schönen alten und schönen neuen Leben zu finden; von denen ihr beide gerade unerreichbar erschienen. Die Schüler jubelten tagelang, hatten scheinbar alles vergessen, was in den vergangenen Wochen vorgefallen war und hatten ein anderes Thema, als sie und Malfoy: Nur noch Malfoy…
Es war fast so, wie vor seinem Erscheinen an Hogwarts. Sie war fast einfach nur noch Professor Granger. Die Frau mit der schlechten Laune und der abscheulichen Frisur, die mal im Kampf gegen Voldemort eine große Rolle gespielt hatte.
Am frühen Montagmorgen waren sechs Monate vergangen. Sechs Monate, in denen sich ihr Leben geändert hatte. Und während Malfoy unter großem Tamtam – und ohne Abschiedsworte – die Schule verließ, um rechtzeitig bei einem Spiel in den Staaten zu sein, redete sie sich ein, dass es besser so war.
Sie und Malfoy war eine Rechnung, die niemals -oder auch auf Dauer- aufgegangen wäre. Die Drama Queen und der Mann mit dem halben Herzen. Das Schlammblut und der ehemalige Todesser. Oder einfach Hermione Granger und Draco Malfoy…
Und so gingen sie schlussendlich beide ihren absoluten Lieblingsbeschäftigungen nach. Mione stürzte sich in die Arbeit und Malfoy übte sich im Davonlaufen…
Vorschau:
Und wieder starrten sie. Aneinander vorbei, in die Augen des anderen und auf den schneeweißen Vorhang, hinter denen sie deutlich die Geräusche das Krankenhauses hören konnten. Heiler, die diskutierten. Patienten, die mit ihren Angehörigen sprachen.
Er hustete. „Ich wollte dir schreiben, aber ich bin schlecht darin, Worte zu finden."
Sie nickte. Ja, das war ihr bekannt. „Ich wollte dir schreiben, aber der Brief konnte nicht zugestellt werden", flüsterte sie also.
So, heute geht´s mal ohne Umschweife zum nächsten Gimmick-Vote… Das erste Vote ist somit geschlossen. Ihr habt euch in der Mehrheit (4 von 6 Teilnahmen) für Szene Nummer 1: Mione sexy im Kamin entschieden... :)
Und nun zum Voting für die zweite Sonderszene:
Gimmick 2: Verkürzte oder übersprungene Situationen
1. Extra Flugstunde
(Eine der im Chapter 44 angedeuteten Flugstunden von Mione und Draco)
2. Elender Hype
(Eine Trainingsstunde der besonderen Art: Aus der POV von Sam Debrois, Anti-Malfoy)
3. Anfrage von Hogwarts
(Noch weit vor dem Start dieser Geschichte. Warum gibt Draco McGonagalls Bitte, an Hogwarts zu Trainieren, nach?)
Wie bereits beim Vote Nummer 1, teilt mir bitte innerhalb der nächsten zwei Chapter euren Favoriten via Review mit. Weitere Infos zum Voting-System findet ihr im Chapter 44.
Huhu… Hier bin ich wieder… Und wir gehen munter in die Endrunde… Mit noch mehr Drama und dem Drang sich den Kopf an der Tischplatte blutig zu schlagen. ;) lach
Sorry übrigens, aber ich kann die geplante dreier-posting Woche aus Zeitgründen leider nicht umsetzten. Ich versinke bis zum Ende der Woche in Arbeit und übers WE bin ich gar nicht Zuhause; was ich komplett vergessen habe… Aber, es gibt nen gewohnten zweier Posting… Und mal schauen, was sich nächste Woche machen lässt… :)
Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass mir bewusst ist, wie viel ich (und auch Mione) gerade von euch verlangen. Denn das Happy End, welches ihr erwartet (und euch vielleicht sogar verdient ;)) will und will sich nach dem ersten zartrosa Schein nicht einläuten… *lach*
Allen, die über unsere Mione gerade so heftig den Kopf schütteln, möchte ich bitten zu berücksichtigen, dass die Kleine sich tatsächlich in einem ziemlichen Gefühlswirrwarr befindet. Sie war sieben Jahre mit Ron zusammen, er war ihr bester Freund und sie hat durch die Trennung von ihm wirklich sehr, sehr viel verloren; nicht ausgeschlossen, dass sie noch mehr verlieren wird. Da ist man erst einmal fern von jeder Überlegenheit… Ich habe eine ähnliche Situation durchlebt und ich denke, jeder dem es ebenso ging, weiß wie blank man in dieser Zeit emotional liegt. Und dann ist da noch Malfoy, der ganz sicher alles andere als einfach ist; und die besondere Situation, in der er sich befindet und in die er Mione reißt… Und das eben in einer Zeit, in der sie wahrscheinlich erst einmal Raum für sich allein bräuchte, um sich selber zu sammeln…
Aber, zeitgleich kann ich euch auch nahe legen dran zu bleiben. Denn das Gefühlwirrwarr, welches sich halt einfach spannender und dramatischer schreiben lässt, als einschieniger Fluff, wird sehr bald ein Ende nehmen… In welcher Art und Weise es enden wird, verrate ich aber noch nicht… *lach*
Wie immer ein großes Danke in versammelte Runde an: Fränzi (Beta), Mean und India für den kreativen Beistand und an alle meine lieben Leser und vor allem Reviewer…
Reviewtime:
HexenLady und Aureola: Ja, ohne Worte… *lach* Ich weiß noch, dass eine meiner Grundideen zu dieser Geschichte war, mal Mione zum Problemfall zu machen. Denn sonst ist ja immer Draco der Gefühlsamputierte, der das ganze Drama verursacht. Scheint mir gelungen zu sein… hihi
Anna: Die ganze Gala-Streitszene habe ich gefühlte 100 Mal umgeschrieben… *lach* Es freut mich also, dass es dir so gut gefallen hat… :)
Fränzi: Danke… hihi Auch wenn ich das alles natürlich schon beim Schreibprozess mit dir durchgekaut habe, freut es mich immer wieder, es zu hören… ;) So… Und jetzt - *PomPomsraushol* - wird gesungen. *zudencrazymothafuckazzschiel*: Gebt mir nen M… Nen A… Nen L… **…
One77: Ja, geht mir da nicht anders… Wie sagt man so schön? Nen bissle Mione ist in allen von uns… *ditsch* Oder so ähnlich... *lach*
DracosCoffeeGirl: Von so was träumst du? Warum träumst du denn nicht von tollen Sachen? *lach* Etwa von Malfoy mit roten Augen auf dem Fenstersims… *grusel* Die Oder so-Szene war übriges die 3, wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe. ;) Und ja, ich werde es versuchen… Allerdings passte deine grandiose Idee nicht so ganz in den Plot. Aber, vielleicht darf ich es beizeiten woanders verwenden? ;) *hihi*
Die-na: Ja, musstest du… und ich freue mich, dass du dich dazu durchgerungen hast. Auch wenn letztendlich eine andere Szene gewählt wurde. Und krank passt schon… Denn genial und krank, liegen verdammt nahe bei einander… ;) *hihi* Und du wirst es nicht glauben: Ich bin auch traurig… Aber, irgendwie nur mit einem Auge… Das andere lacht, weil ich mal wieder was beendet habe… :P
Nessi.C.: Huhu und schön, dass du auch noch/wieder dabei bist… *freu* Ja, das ist Ron wohl wahrhaftig. Und das hast du tatsächlich immer gesagt… *lach*
