Kapitel 5 – Unerwartete Begegnungen

Für eine halbe Stunde stand Harry dort und beobachtete die Leute, die den Tropfenden Kessel betraten und verließen, aber nichts als das verbissene Aufbrausen seiner Magie deutete darauf hin, daß etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Dennoch war Harry nicht bereit weiterzugehen. Selbst wenn es für andere nicht zutraf, er hatte aus früheren Fehlern gelernt. Bewegungslos und still wie eine Statue blieb Harry wo er war, dachte an alles und nichts und wartete.

Er war so sehr in seinen Gedanken verloren, daß Harry schließlich beinahe vermisste worauf er wartete. Hätte ihn nicht seine Magie aufgeschreckt mit ein befremdliches Brausen, das in seinen Ohren rang bis er glaubte taub zu sein für die restliche Welt, er würde noch immer dort stehen und warten und hätte den einzelnen Besucher, wie er nie zuvor einen gesehen hatte, vermisst.

Es war eine spontane Entscheidung, die Harry dazu gebracht hatte, seine mentalen Schilde stärker aufzurichten als je zuvor. Er band Tom damit sprichwörtlich an Händen und Füßen, oder würde es getan haben, hätte Tom noch einen Körper besessen.

Harry blickte die Straße hinauf und herunter, aber nichts anderes geschah. Über das Risiko, daß er im Begriff war einzugehen, alle früheren Gedanken über Lernen und frühere Fehler nicht zu wiederholen aus seinem Kopf geblasen, zog sich Harry vorsichtig die Kapuze seines Pullovers über den Kopf und folgte dem in goldene Roben gehüllten Mann in den Tropfenden Kessel. Nachdem Harry die Tür hinter sich schloß, verengten sich seine Augen.

Ein schneller Blick in die Runde zeigte ihm, daß der Mann bereits wieder gegangen war, und von dem Lärm zu schließen den die versammelte Menge veranstaltete, hatte er ein Chaos hinter sich zurückgelassen.

Das einzig positive daran war, das nicht einer von ihnen seine stille Gestalt bemerkte, als er lautlos mitten unter sie trat und sich einen Weg durch die brodelnde, überschäumende Traube von Zauberern und Hexen bahnte, die rege über eine einzige Sache tratschten; und dieses Mal waren es nicht die Eskapaden des Jungen-der-Überlebte, wie Harry mit einiger Erleichterung feststellte. Er würde sich keine Sorgen machen müssen, erkannt zu werden.

Auf dem Weg am aufgeregten Eigner des Pubs vorbei, der das meiste Gerede auf seine eigene Kappe nahm, horchte Harry aufmerksam. Offensichtlich war Harry nicht der einzige, der fühlen konnte, wie die Magie des eigenartigen Zauberers über alles hinwegbrandete, daß ihr im Weg war. Es schien, als hätte der Mann nicht das kleinste bißchen Kontrolle über seine Fähigkeiten. Dennoch, Harry erkannte, daß die einzigen Leute, die auch nur einen Hauch von Ahnung hatten, diejenigen waren, deren Zauberkraft über das durchschnittliche Maß hinausging. Die meisten von ihnen waren Meister in dem einen oder anderen Bereich der Zauberei.

Der Junge stieß einen Seufzer aus, als er den überfüllten Raum verließ, froh die wankelmütigen Gäste des Kessels mit ihren Vermutungen allein zu lassen, denn er hatte seine eigenen Nachforschungen anzustellen. Es fehlte ihm gerade noch, daß sie ihren Fokus verloren und auf diejenigen konzentrierten, die an ihnen vorbeikamen, solange er noch drinnen war. Mit einem letzten Blick zurück folgte Harry dem goldengerobten Mann schweigend auf dem einzigen Weg, den er hätte gehen können. Er hielt neben der Ziegelsteinwand, bei der er die erste von vielen Überraschungen erlebt hatte, als Hagrid ihn mit der Zaubererwelt bekannt machte.

Harry öffnete den versteckten Eingang, indem er die entsprechenden Steine gerade mit den Spitzen seiner Finger streifte. Selbst für dieses winzig kleine bißchen Magie mußte er seine Kraft mit aller Stärke zurückhalten, damit er die Wand nicht in kleine Staubkörnchen geblasen zurückließ.

Er atmete zitternd ein und startete in die belebte Straße, lautlos sich selbst für sein draufgängerisches Verhalten verwarnend. Er war zu schnell gewesen. Für nur einen Moment hatte er vergessen, welche Menge von Magie dieser Platz band. Ein wirklich unverantwortliches und gefährliches Ding in seiner Position zu tun. Er lehnte sich an die Wand, sich darauf konzentrierend tief und gleichmäßig zu atmen.

Wieder fand er sich selbst mit gesenktem Kopf, sein Gewicht auf den Knien abstützend mit fest geschlossenen Augen und Fäusten, deren Knöchel vor Anstrengung weiß hervortraten. Dummer Harry, dachte er keuchend. Er wußte doch, daß er soviel Magie auf einmal nicht allein bändigen konnte. Er wußte es und war trotzdem direkt hineingerannt.

Hilflos schüttelte Harry seinen Kopf. Es gab keine Möglichkeit für ihn, seiner eigenen Neugier zu widerstehen, wenn sie Hand in Hand mit seiner Magie arbeitete. Er runzelte die Stirn. Manchmal kam es ihm so vor, als ob die Magie beinahe sichtbar wäre, und er wünschte sich fieberhaft, daß er sich irrte, denn es war ein beängstigendes Bild, wenn diese gewaltige Menge unterschiedlich farbiger Stränge aus Licht ihren Weg von und durch die Leute hindurch wirbelten, sich aneinander banden und hier und da mit Ausbrüchen von Energie entzweibarsten; und alle spazierten einfach durch sie hindurch, als wäre alles in Ordnung, was es in ihren Augen auch war, aber nicht in Harrys.

Als er nach zu den Sternen um ein Wunder gebeten hatte, öffnete Harry seine Augen und konnte noch immer überall die Magie sehen. Es war einen Versuch wert gewesen. Harry fühlte die Stärke der Menschen, er konnte sagen, ob sie gut in Verzauberung waren oder Tränken, oder ob sie eine gewisse Begabung für bestimmte Dinge hatten oder Problemen bei anderen. Er konnte ihre Magie interagieren sehen, wie sie Muster gewaltiger Variationen in die Luft wob, einige komplizierter als andere, aber alle von ihnen wunderschön und jede einzelne dieser magischen Schwingungen zog ihn weiter vorwärts. Es mußte einen Weg geben, wie er das ausschalten konnte, wenn er es nicht unbedingt brauchte.

Harry hielt seinen Kopf, beide Hände fest gegen die Schläfen gepresst. Wenn sein Kopf so fürchterlich wehtat, konnte ein leichtes Wimmer nicht völlig unterdrücken. Harry zuckte zusammen, während er sich angestrengt auf sein Ziel konzentrierte. Er konnte sogar den goldengerobten Zauberer fühlen. Es war dasselbe Gefühl wie mit Moody und Lupin, aber viel stärker, bewußter. Damals hatte er nicht darüber nachgedacht, er hatte es für gegeben genommen, wie alles andere auch, aber alles hing miteinander zusammen.

Er stand plötzlich auf, sein Blick in die Ferne gerichtet, blind voraus starrend. Es war wie ein magischer Fingerabdruck, so ähnlich wie sie die Muggel benutzten, um ihre Verbrecher zu identifizieren. Die Magie der meisten Menschen war ein ständiges Summen, nichts aufregendes, bis auf die Tatsache, daß die Magie zu sehen war. Die Magie des Fremden hob sich von der Masse ab. Sie glühte und brauste um Harry herum, selbst wenn der Mann nicht in der Nähe war. Die Drang ihm zu folgen war so stark, daß Harry sich physisch zurückhalten mußte, um ihm nicht direkt durch die Gasse zu folgen. Harry packte den nächsten Laternenpfosten wie eine Lebenslinie.

Sich darauf konzentrierend, die eng verwobenen Stränge der Magie zu trennen, neigte Harry seinen Kopf. Er wußte, daß es mehr als nur ein Zauberer waren. Er war schweißgebadet. Es war einfach zu viel auf einmal und nicht nur diese seltsamen, überragenden Spuren. Selbst von hier konnte Harry auch Ollivander fühlen. Die Magie des alten Mannes schien ziemlich ähnlich zu der des goldgerobten Mannes, wenn Harry ein bißchen länger darüber nachdachte, dennoch konnte Harry nicht sagen, warum er imstande war ihn durch seine Magie zu identifizieren, aber keinen der anderen Leute.

Harry schluckte schwer und betrat die Winkelgasse wie in Trance. Er ließ den Laternenpfahl nur wiederwillig los, intuitiv die wirbelnde Macht der Magie, die überall um ihn herum war und auf ihm, die durch ihn hindurchwogte, als hätte sie nur auf ihn gewartet hierher zu kommen und sie anzuerkennen, in sich aufnehmend. Aber Harry wollte es nicht, er konnte es nicht. Es war zuviel. Er fühlte seine Knie weich werden und dachte verzweifelt, daß er nicht mitten in der Winkelgasse ohnmächtig werden konnte.

Ein Augenblick später war alles vorbei. Die Magie war noch immer da, aber sie bedrängte ihn nicht mehr. Es schien, als hätte sie seine Unfähigkeit solche Kraft auf einmal zu handhaben sofort bemerkt. Harry richtete sich auf und sah sich um. Niemand hatte den Einkauf unterbrochen, niemand beobachtete ihn mißtrauisch von der Seite her. Er war noch immer inkognito. Harry seufzte. Er mußte so bald wie möglich einen Weg finden, um zu verhindern, daß solche beunruhigenden Dinge in Gegenwart seiner Freunde passierten.

Abrupt erinnerte sich Harry, was ihn überhaupt hierher gebracht hatte und er sandte seine Magie aus, den Mann zu finden, vorsichtig, um nicht die unterschiedlichen Stränge magischer Präsenz zu stören, denn er wußte ja nicht, ob jemand in der Lage war zu erkennen, daß Harry seine Finger darauf hatte.

Harry konnte den Mann und die anderen, ihm gleichen Zauberer nicht allzu weit entfernt spüren, jedoch in einem Teil der Winkelgasse, den er nie zuvor betreten hatte. Er konnte sich nicht erininern, den Torbogen zu der schmalen, dunklen Gasse, versteckt hinter dem Laden, in dem Hagrid viele Jahre zuvor Hedwig für ihn gekauft hatte, gesehen zu haben. Ein Schauer rann ihm den Rücken hinunter, als Harry die Männer nur eine Haaresbreite entfernt fühlen konnte.

Hier ging etwas Bedeutendes vor, etwas, das unerbittlich gerade außerhalb seiner Erkenntnis blieb, aber er konnte spüren, wie Tom mutwillig gegen die Wände seines Gefängnisses rannte. Irgendwie war ihm klar, daß Tom ganz genau wußte, was hier vorging. Sich langsam vortastend, trat Harry weiter in die dämmrig beleuchtete Gasse und schimpfte auf sich selbst, weil er nicht genug Verstand besaß, um zurückzugehen und in einer ruhigen Ecke zu warten, bis es Zeit war nach King's Cross zurückzukehren.

Dutzende schmaler Torbögen und in Dunkelheit getauchte Hinterstraßen ließen ihn fühlen, als haste er durch ein Labyrinth. Harry verweilte nicht lang genug, um sich den Weg einzuprägen. Er brauchte einfach nur den noch immer pulsierenden Strängen reiner Magie zu folgen, die ihn direkt dorthin führten, wohin die Zauberer unterwegs waren.

Er konnte sie kaum ein paar Schritte weit von der dunklen Ecke entfernt fühlen, hinter der er sich unsichtbar gemacht hatte. Sie suchten, prüften die Luft, weit ausbreitend von wo sie standen; und Harry fühlte sich zu ihnen hin gezogen. Die Magie der Männer kam ihm eigenartig bekannt vor. Seine Augen weiteten sich, als verschwommene Bilder vor seinen Augen erschienen. Er hatte sie schon zuvor gesehen.

Harry konnte nicht sagen, ob es einen kurzer Blick in Toms Erinnerungen oder in seine eigenen war, aber die Zauberer waren da gewesen als Voldemort versuchte seine Seele an Harrys Körper zu binden. Zu dem Zeitpunkt war Harry sich seiner Umgebung kaum bewußt gewesen, nach stundenlanger Folter einen Augenblick durchatmend; aber sie waren da gewesen. Harry war sich dessen jetzt sicher. Sie hatten geholfen ...

Ein stechender Schmerz fuhr durch seinen Kopf und seine Knie sackten unwillkürlich unter ihm weg. Keuchend versuchte er auf den Füßen zu bleiben. Es wäre wirklich unschön, wenn man ihn hier schreiend vor Schmerzen auf dem Boden liegend fand. Seine Zähne zusammenbeißend, kämpfte Harry gegen ihn an. Was hatte Tom zu einer solch heftigen Reaktion veranlasst? Die goldgerobten Männer?

Tief eingetaucht in seine Gedanken, konzentrierte sich Harry auf das Jetzt und ging zu dem dunkleren Teil der Straße, wo er hinter einen Stapel Kisten und Fässer zu Boden sank und wartete. Wo waren sie? Was wollten sie? Harry schickte einen flüchtigen Gedanken an Tom. Warum bist du so begierig sie zu treffen?

Harry konnte sie und die aggressive Suche ihrer Magie nach Nahrung fühlen, selbst wenn es nicht so stark wie zuvor war. Es machte ihm Angst, weil er sich nicht gegen etwas verteidigen konnte, daß er nicht kannte.

Harry kauerte sich auf seine Knie und hob lautlos seinen Kopf, so daß er um sein Versteck herumspähen und beobachten konnte was vor sich ging. Er war kaum fähig sich davon abzuhalten, dem konstanten Drängen seiner Magie nachzugeben und aus seinem Versteck heraus in den Kreis aus Energie zu treten, um teilzuhaben an ihrem Tun.

Wonach suchten sie auf diese verrückte Weise? Normale Leute würden einfach zur zuständigen Ministeriumsabteilung gehen, oder auf gut Glück eine Eule schicken. Man traf sich nicht an gruseligen Plätzen und benutzte seine Zauberkraft auf eine Art, von der die gebildetsten Zauberern und Hexen noch nie gehört hatten. Harrys Herz schlug heftig, als er seinen Kopf über die Kisten reckte und die Szene beobachtete – und beinahe vor Angst hintenüber fiel.

Er hätte merken müssen, daß sie in der Lage waren zu spüren, daß er sich ihnen näherte. Wenn Harry ihnen das nächste Mal begegnete, würde er sorgfältig darauf achten, auch seine magische Aura zu verbergen und nicht nur aufpassen, daß er ihre magischen Spuren nicht berührte.

Einen Arm in die Richtung des Jungen erhoben, die behandschuhten Finger weit gespreizt, begann einer der goldgerobten Männer in leiser Stimme eine Verzauberung zu sprechen. Es klang seltsam melodiös und vibrierte durch Harrys ganzen Körper, während ein Teil von ihm die anderen drei Zauberer registrierte, die vollkommen bewegunglos neben dem Mann standen und Harry lauernd beobachteten.

Harry sah, wie sich die Magie des Mannes ausdehnte und langsam aber sicher auf ihn zu kam; und irgendwo im Hinterkopf fiel Harry auf, daß dem Mann nicht wirklich bewußt war, daß Harry tatsächlich sehen konnte was er tat. Stattdessen schien er von ihm zu erwarten, daß Harry stehenblieb und wartete bis er beendet hatte, womit auch immer er gerade beschäftigt war.

Die summenden und wild wirbelnden Stränge magischer Kraft wuchsen rapide. Harry erwachte abrupt aus seiner Benommenhet, als der erste magiegeladene Blitz die Oberfläche eines Fasses nur Zentimeter von der Stelle einschlug, an der vor einem Moment noch sein Kopf gewesen war. Es war nur ein Rückschlag, ein verirrter Funke des Zaubers, der Harry in wütender, blutig roter Farbe traf und ihm einen elektrischen Schock versetzte, der seine Haare zu Berge stehen ließ.

Auf Händen und Füßen stolperte Harry zurück. Er kroch durch den Schlamm bis er Zeit fand sich aufzurichten. Was ihn aus der Ruhe brachte, war mehr seine vollkommene Überraschung als alles andere. Die Schulter, an welcher der Zauber ihn getroffen hatte, schmerzte gerade genug ihn daran zu erinnern, daß er keine Sandkastenspiele spielte. Harry war nicht zu stolz die Chance zur Flucht zu ergreifen, wenn es sein Leben bedeutete. Denn wann immer Tom ihn zum Bleiben überreden wollte, war das Beste das Harry tun konnte, so schnell wie möglich zu verschwinden. Seine Zähne fest zusammengebissen, gab Harry zu, daß auch dieses winzig kleine Quentchen Angst, das er verspürte, etwas mit seiner Entscheidung zu tun haben könnte.

Harry hatte keine Ahnung, wie er gegen so etwas kämpfen sollte und gerade jetzt wollte er nicht bei dem Versuch sterben, nicht wenn er bereits die Hälfte des Weges hinter sich hatte, um sein Schicksal zu erfüllen. Golden gekleidete Zauberer waren ein Problem, um das sich ein anderer kümmern mußte. Es war das Härteste, das Harry seit langer Zeit getan hatte, ohne zurückzublicken ob sie ihm folgten das Weite zu suchen.

Harry versuchte einen klaren Kopf zu behalten und nicht wegen der Hitze des Augenblicks kopflos hinaus zu hetzen. Es war nicht leicht, während er noch immer die Magie fühlte, die ihn zurückzog, die ihm die Luft zum Atmen direkt aus den Lungen saugte. Und während all dessen mußte er versuchen Tom in seiner Zelle ruhig zu halten. Es war schwer. Harry konnte sich kaum konzentrieren die Schilder aufrecht zu halten, geschweige denn neue um sie zu errichten.

Irgendwann jedoch, Harry wurde langsam verzweifelt, ließ er sich an einen Vorsprung in der Wand sinken. Aufmerksam und außer Atem sah er sich um. Keine lebende Seele war zu sehen, aber er konnte sie fühlen. Harry konnte nur schätzen, in was für einen Riesenschlamassel er sich diesmal hineinmanövriert hatte.

Offensichtlich würden die goldgerobten Zauberer während des Krieges nicht auf seiner Seite kämpfen. Er würde nächstes Mal vorsichtiger sein, wirklich. Woher hätte er wissen sollen, was er finden würde, fragte Harry sich, aber er wußte es besser. Was hatte er geglaubt zu bewirken, wenn er einem Fremden in etwas hineinfolgte, daß augenscheinlich von langer Hand eingefädelt war? Ob sie ihn oder jemand anderen fangen wollten, war eine Frage, die beantwortet werden mußte, sollte er aus seiner unbeschadet aus seiner gegenwärtigen Zwangslage herauskommen.

Harry krümmte sich zusammen und unterdrückte einen schmerzvollen Aufschrei. Warum konnte Tom nicht einmal still bleiben, wenn Harry all seine Konzentration benötigte, um hier weg zu kommen. Der Junge verzog das Gesicht, während er die Breschen in seinem magischen Schild so schnell und gut er konnte reparierte. Er fühlte bereits wieder die Anziehungskraft der Magie. Bösartiger Bastard. Die Schlangenvisage versuchte doch tatsächlich den Zauberern zu helfen, ihn zu fangen. Was, um Merlins Willen, war ihre Verbindung zu Tom?

Mit der festen Absicht sich weiter unten in der Gasse zu verstecken, in der entgegengesetzten Richtung aus der er sie kommen fühlte, stand Harry auf und machte einige vorsichtige Schritte. Aber, ohne sich bewußt dafür entschieden zu haben gerade das zu tun, fand sich Harry auf der Stelle die Richtung wechselnd, einen Schritten weiter auf die Zauberer zu, während er sich fragte, was er hier gerade tat.

Beinahe konnte er fühlen, wie seine Magie sie wiedererkanne. Seine Venen pulsierten und sein Sichtfeld verengte sich soweit bis er gerade noch die Gruppe Zauberer erkennen konnte, die inmitten roher Energie zu schwimmen schienen, lebendig auf eine Weise wie Harry es niemals gewesen war. Sie waren wie er, sie besaßen dieselbe Kraft, dieselbe Energie.

Irgendwo tief in seinem Geist spürte er ein geisterhaftes, hämisches Lachen, gebadet in einem Gefühl von Triumpf; aber es war nicht wichtig. Nichts war wichtig. Harry mußte nur zu ihnen gelangen, um einer von ihnen zu werden. Seit dem Tag, an dem er sich veränderte, hatte sich Harry nicht mehr so gefühlt, so ...

... und Harry zuckte mit einem peinlichen, quiekenden Laut zurück und wirbelte herum wenn eine Hand schwer auf seine Schulter landete, ihn an diesem Ort festhaltend, und eine andere Hans sich auf seinen Mund presste, ihn davon abhielt sich selbst für etwas preiszugeben, daß er unmöglich mögen würde.

Harry wurde grob zurückgezogen, tiefer in die Schatten hinein und noch weiter durch ein Loch in einem Zaun. Sich beeilend, um mit den raschen Schritten seines Retters mitzuhalten, während er fest am Kragen gepackt wurde, unfähig zu atmen oder zu denken oder sonst etwas zu tun außer zu rennen, wurde Harry in einen verlassenen, dreckigen und stinkenden Lagerraum geschleppt. Glücklicherweise war der dunkle Raum bar goldener Roben oder magischer Stränge, die frisch genug waren, um ihnen zu folgen, natürlich ausgenommen ihren eigenen.

Wortlos in eine finstere Ecke gestoßen, fand sich Harry in einem unerbittlichen Griff wieder, den er nicht einmal ein wenig lockern konnte. Er fühlte sich, wie aus einer reißenden Stromschnelle gezogen, gerettet aus einem Strudel von, Harry erkannte es jetzt, sehr gefährlicher Versuchung.

Harry blinzelte. Langsam kam er um die Tatsache herum, daß er unter einer Art Zauber gestanden hatte, denn er wäre nicht dumm genug sein Versteck freiwillig zu verlassen. Harry schalt sich selbst. Zuerst war er zu schwach um diesem ... Ding zu widerstehen, und jetzt hatte er noch nicht einmal die Annäherung des Mannes bemerkt. Zu viel Magie war an diesem Ort, als das Harry fähig wäre zwischen Personen und Tieren oder Objekten zu unterscheiden. Alles war bis zum Rand mit dieser wispernden, summenden Energie erfüllt, die versuchte ihn dazu zu bringen, ihrem Ruf zu folgen, wohin immer der auch führte.

Sich selbst unter einem forschenden, schwarzen, starren Blick wiederfindend, bot Harry genug Rückgrat auf, die Erfahrung für spätere Grübeleien zur Seite zu schieben, während er sich auf eine Auseinandersetzung mit dem Tränkemeister vorbereitete, der wütend genug schien, ihn bei lebendigem Leibe zu rösten.