Gimmick 2: Schwerelos (Extra Flugstunde)
‚Und noch einmal mit Schwung', flüsterte sie sich stumm zu, drehte auf dem Besen etwas ab, verlagerte das Gewicht und wirbelte – immer noch gefühlt im Schneckentempo – herum.
Der Quaffel entglitt ihr, wie auch die Male zuvor, ein wenig zu früh, flog etwa zwei Meter nach rechts und fiel dann – wieder – auf halber Strecke wie ein Stein zu Boden.
Regungslos und seufzend starrte sie hinab in den aufgewirbelten Staub, der emporstieg und sich in der Abendbrise verflüchtigte. Und sie spürte, dass Malfoy es ihr gleich tat. Mal wieder ohne ihn ansehen zu müssen.
„Na, das war doch schon besser", flötete sie gespielt heiter und schenkte ihm ein überzogenes Lächeln.
Er leckte sich wortlos über die Lippen, richtete sich auf seinem Besen etwas auf und sah sie dann mit hochgezogenen Augenbrauen an. Dabei wehten sowohl sein Umhang, als auch seine leicht wirren Haare, sanft im Wind.
Himmel, er sah mal wieder zum Anbeißen aus und sie fragte sich, ob sie vielleicht ihr kleines, und damals eindeutig tragisches, Erlebnis in den Umkleidekabinen nachholen und entsprechend ausbauen konnten.
Mione sah ihn an und schluckte hart…
Ihre Gedanken gingen regelrecht mit ihr durch, während sie ihn ansah. Sich seine bleiche Haut vorstellte, die sich so gut versteckt unter seiner Kleidung verbarg. Merlin, wie lange hatte sie sie nicht mehr berührt, gesehen und geschmeckt?
Tage, Wochen oder doch Jahre?
„Noch einmal?", flüsterte sie und hoffte, er würde nein sagen.
Ein Zucken seiner Mundwinkel war alles, was sie als Antwort erntete. Und natürlich sagte es alles. Nur nicht, dass sie sich gleich unter ihm an den Spinden – oder auch wahlweise dem Fußboden – winden würde.
Leise fluchend steuerte sie mit dem Besen Richtung Boden, landete unbeholfen ein paar Schritte neben dem Quaffel und beugte sich dann – ein Bein immer noch über den Besenstiel gelegt – herunter.
Wenigstens eines hatte sie durch ihre Spiele gelernt: Starten, Fliegen und Landen. Allerdings war sie in allem noch nicht sonderlich geschickt; was jedoch nicht mit ihrem fehlenden Talent mit dem Quaffelumgang zu vergleichen war.
Etwas holprig griff sie nach dem Ball und schwang sich erneut auf den Stiel. Dann machte sie sich daran, wieder in die Luft zu Trudeln. Trudeln, da sie im einhändigen Fliegen ebenso geschickt war, wie im Werfen und Fangen.
„Wie oft willst du es denn noch versuchen?", rief sie gegen den Wind an, als sie wieder auf seine Höhe anstieg.
Er hatte sich überheblich und gespielt gelangweilt auf den Besen gelehnt und sah sie immer noch, oder auch abermals, mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Warst es nicht du, die trainieren wollte?", schnarrte er dann. Und wieder zuckten seine Mundwinkel.
Ja, im Grunde wollte sie das. Doch, anders als bei den letzten beiden Malen, hatte sie heute an etwas anderes gedacht, als sie sich mit ihm auf dem Feld verabredet hatte. Und in seinem gesamten Gesicht stand, verdammt noch mal, geschrieben, dass er es ebenfalls wusste.
Aber Malfoy liebte es zu spielen… Und das bezog nicht nur Quidditch ein.
„Also!", knurrte sie und drehte erneut ab, streckte den Arm aus und wirbelte herum. „Achtung", rief sie und ließ den Quaffel los.
Blitzschnell surrte er durch die Luft – und zu ihrer Überraschung rauschte er zum ersten Mal tatsächlich in Malfoys Richtung. Allerdings war er wieder etwas zu langsam und sackte auf halber Strecke erheblich ab.
Doch scheinbar war ihm ihr Wurf gut genug, um sich dazu herabzulassen, den Ball zu fangen. Also schoss der Blonde flink und blitzschnell in die Tiefe. Er drehte nicht einmal ab, er machte einfach eine Rolle und zog den Besen an sich, so dass er einen Looping flog, während diesem er den Quaffel fing, und dann wieder zu ihr kam.
Breit grinsend verharrte er schließlich nur wenige Zentimeter vor ihr. Ihre Besenstiele berührten sich fast.
„Das war gut", flüsterte er grinsend und sein unbeschreiblicher Duft stieg ihr mit der Abendbrise in die Nase.
Hermione grinste, beugte sich plötzlich scheinbar ganz von alleine vor und umfasste sein Gesicht mit ihren Händen. Als ihre Lippen die seinen berührten, meinte sie ihn für einen Augenblick überrascht zusammenzucken zu spüren. Zudem sog er verdächtig scharf die Luft ein.
Doch dann beugte er sich vor, stützte sich fühlbar auf ihrem Besen ab – denn er hörte auf zu Trudeln – und lehnte sich in den Kuss.
Wohlig seufzend ließ sie ihre Hände hinab zu seinem Nacken gleiten, wo nur die Rechte weiter bis zu seinem Schulterblatt wanderte. Die Linke vergrub sie in seinen Haaren und versuchte ihn an sich zu ziehen. Oder eher: Sie tat es.
Denn sein Besen glitt Millimeter an ihrem vorbei – vielleicht sogar von ihr unbemerkt und von ihm beabsichtigt -, machte schließlich an ihrem Bein Halt, so dass sie sich kurz trennen mussten. Mit fast schon bedenklich geübtem Griff schob er den Besen an ihrem Schenkel vorbei, so dass sie schlussendlich auf gleicher Höhe waren.
Deutlich zu kraftvoll ließ sie sich gegen ihn fallen, doch er tat es ihr gleich, so dass sie gegeneinander prallten und sich somit mehr oder weniger gegenseitig auf den Besen hielten. Einen Moment wippten sie halsbrecherisch in der Luft hin und her, doch es schien ihn nicht zu stören.
Also entschied sie, dass es sie auch nicht scheren sollte.
Seine Hände wanderten um ihre Hüften. Während sie ihre unter seinen Umhang und den darunter liegenden Pullover schob. Sie wollte Haut… Wollte dieses samtige Gefühl unter ihren Fingern spüren, dass nur sein Körper unter ihren empfindlichen Nervenenden erzeugen konnte.
Merlin, sie wusste wie lächerlich das klang. Aber, es war ihr egal…
Haltlos stöhnte sie gegen seine Lippen, als seine Hände sich ebenfalls unter den Stoff ihres Pullovers stahlen und seine Fingerspitzen einen kleinen Flächenbrand auf ihrem Rücken verursachten.
Ungeduldig lehnte sie sich vor, presste sich so eng wie möglich an ihn, öffnete ihre Lippen und ließ ihre Zungenspitze hervorschellen, um sie bittend gegen die seinen zu stupsen. Sie wollte Einlass, wollte mehr…
Zeitgleich suchte ihre Hand, die ihren Weg über seinen bebenden Brustkorb viel zu schnell zurückgelegt hatte, die verlockende Wärme seines Schoßes. Leider hielten der Besen und seine Position sie davon ab, seine sicherlich heiße Körpermitte zu berühren.
Und so stöhnte sie unzufrieden auf und versuchte ihre Hand unter den groben Saum seiner Jeanshose zu schieben. Doch er hielt sie mit der Hand, welche sich blitzschnell um ihr Handgelenk gelegt hatte, zurück, löste den Kuss und sah sie aus sturmgrauen Augen an.
Mione knurrte unzufrieden und protestierend.
„Das wird nicht funktionieren", wisperte er und ließ ihre Hand los.
Doch zu ihrer Enttäuschung schob er sich von ihr. Seine Hände, die gerade eben noch zielstrebig ihren Hintern angesteuert hatten, legten sich um den Besenstiel und sein Brustkorb hob sich schnell und ruhelos.
Ihrer tat es seinem gleich. Murrend lehnte sie sich also ebenfalls vor, blickte ihn forschend an, während er den Boden unter ihnen abzusuchen schien.
Irritiert folgte sie seinen Blick: Und entdeckte den Quaffel, der unter ihnen im Staub lag. Sie hatte nicht einmal gemerkt, dass er ihn hatte fallen lassen.
Dann überzog sich sein gerade noch so wundervoll vernebeltes Gesicht mit einem breiten und deutlich zu schelmischen Grinsen.
„Das ist nicht dein Ernst", knurrte sie und klammerte sich an den Stiel.
Ihre Lippen brannten immer noch.
Seine zuckten kurz auf… bevor er nach unten schoss, um den Ball aufzusammeln und die nächste Runde einzuleiten…
Huhu again… Und zum vorletzten Mal… Himmel, was für ein komisches Gefühl… :/ Aber, na ja… Wir sind ja nicht aus der Welt und ich hoffe, dass wir uns auch weiterhin bei *
Dark Kiss* und *Will you sleep with me?* lesen werden… :)Danke wie immer, an meine Mädels Fränzi (Beta), India und Mean für den kreativen Beistand, aber auch an alle meine Leser und Reviewer…
Das letzte Vote ist hiermit übrigens geschlossen… Gimmick No. 2, der Babyblues hat sich mit 5 von insgesamt 10 Stimmen durchgesetzt und wird nächste Woche hier an den Start gehen… Final… :)
Reviewtime:
HexenLady: Naja, es kommt natürlich auch immer drauf an, zu wissen, wo man hin will. Und nicht immer will man als Autor vielleicht dahin, wo die Leser hinwollen… Aber, du hast schon recht. Irgendwann klappt der Spannungsbogen zusammen…Und man sollte wohl aufhören/die Kurve bekommen, bevor es zu spät ist…
GingerGirl: Jip… Das war mir übrigens immer klar… Er schlug sehr schnell *körperlich* auf sie an, zeigte es eben nur in sehr, sehr kleinen Hinweisen, die ich in der gesamten Story verteilt habe. Die sind aber wirklich sehr subtil; vor allem, da man ja nicht in ihn reinschauen konnte… Es hat aber echt nen Heidenspaß gemacht, mal einen Einblick in seine Gefühle zu werfen… *lach*
Die-na: Als Strohfeuer? *lach* Hältst du mich wirklich für so grausam? ;) Na, ich frag besser nicht… hihihi… Zu den offenen Sachen: Da es ja jetzt nicht zum Gimmick eins kam, kann ich eines verraten. In dieser Szene hätte ich eine Begegnung mit Narzissa und Mione beschrieben. Das Ganze wäre direkt vor Miones Einmarsch in die Kapelle passiert und wäre sehr kühl gewesen. Und zwar hätte Narzissa Mione ein Familienerbstück überreicht. Mit dem Vermerk, dass sie weiß, dass Mione es wohl eher nicht tragen wird, sie es aber dennoch weiterhin in der Familie wissen will… Draco hingegen wird seine Familie weiterhin meiden. Ebenso Lucius Draco… Ich denke aber, dass wenigstens Narzissa irgendwann den Kontakt zu Mione und Draco suchen wird, wenn auch stark distanziert… Das dürfte zu dem Charakter passen, den ich ihr in dieser Story zugeordnet habe. Denn sie hat immer, trotz allem, den Kontakt zu Draco gesucht, indem sie ihn – wie ich es am Rande angedeutet hatte – regelmäßige Briefe schrieb und viele seiner Spiele besuchte…
Dracos CoffeeGirl: ja, ich mag/mochte Blair auch nicht. Obwohl es immer wieder Spaß machte, die in die Story einzubringen... *lach* Und ja.. Verknallt sein ist eigentlich noch das beste an der Liebe… Erst kommt das Kribbeln, dann der Alltag… Da hat das Kribbeln doch irgendwie einen größeren Reiz…
Anna: Ja, ganz genau… ;) Hhihi Na, damit habe ich euch jetzt aber auch ziemlich lange auf die Folter gespannt, was?
Fränzi: Ja, weil dein Vorschlag es auch echt in sich hatte.. War sehr schön zu schreiben… *hihi* Japp, der Gute war in Miones Nähe alles andere, als kalt… Nur konnte er es gut verbergen… *lach* *ganzdollknuddel*
