A/N Mit diesem Kapitel ist die Hälfte der Story vorbei. Ein wenig Feedback würde mir zeigen, dass das Sequel dazu ebenfalls Interesse finden würde.
Zwar schreibe ich noch an dem Sequel aber die ersten Kapitel sind schon fertig. Den Abstand von einer Woche zur Veröffenlichung werde ich
beibehalten.


Riley-Sarah 8 Jahre alt

Lektionen


Steven Chow stand wie jeden Morgen in der Sporthalle und machte sein Taijiquan. Und wie jeden Morgen seit drei Wochen stand eine Person in der Tür. Dieses mal versuchte sie seine Bewegungen nachzuahmen. Dass irritierte ihn so sehr, dass er seine Konzentration verlor und entnervt aufgab.

Als er vom Duschen wiederkam war die Person weg. Im Schatten hatte er ihr Gesicht niemals erkennen können aber er wusste nur zu genau, wer die Person war.

Colonel Cameron Connor war erstaunt, als ein Lieutenant Chow sie persönlich sprechen wollte. Natürlich kannte sie seine Akte und war ihm sicherlich schon begegnet, hatte aber nie ein Wort mit ihm gewechselt.

Natürlich wusste Steven Chow, was Cameron Connor war. Umso erstaunter war er, dass die sonst den Soldaten gegenüber so gefühllos erscheinende Maschine nun ein absolut herzliches und ehrliches Lächeln im Gesicht hatte.

Cameron blickte dem Mann entgegen. Sie kam um den Schreibtisch herum und streckte dem Soldaten die Hand entgegen. „Guten Tag Lieutenant, sie wollten mich privat sprechen?"

Steven Chow zögerte und wollte salutieren, als ihm Cameron erstaunlicherweise die Hand entgegenstreckte. Er nahm die Hand, die sich sehr menschlich anfühlte und schüttelte sie. „Colonel..."

„Bitte nennen sie mich Cameron, wenn wir privat sprechen", unterbrach ihn Cameron. „Darf ich sie Steven nennen? Nur privat natürlich", sagte sie weiter und zeigte auf den Besucherstuhl. Dann ging sie wieder zurück auf ihren eigenen Platz und setzte sich.

Steven zögerte, setzte sich dann aber leicht verwirrt hin. Er sah seinen vorgesetzten Offizier an, die ihre schlanken Hände flach vor sich auf den Schreibtisch gelegt hatte. „Nun Colonel..." Als er ihren erstaunten Blick sah begann er von Vorne. „Nun...Cameron, wie sie vielleicht wissen habe ich mehrere Meistergrade in verschiedenen Kampfsportarten." Als Cameron nickte fuhr er fort. „Kendo, Aikido und Karate", zählte er auf. „Morgens früh vor dem Dienst mache ich in der Sporthalle alleine meine Taijiquan Übungen." Nach diesen Worten schwieg er einige Sekunden.

Cameron war sich nicht darüber im Klaren, was der Lieutenant von ihr wollte. „Und?" Fragte sie verwirrt.

„Nun", begann der Mann von Camerons Persönlichkeit leicht eingeschüchtert. „Seit einigen Wochen werde ich dabei beobachtet. Eine Person steht in der Tür der Sporthalle und seit heute versucht die Person die Übungen mitzumachen.

„Tja Steven, ich weiß ehrlich nicht, was ich da machen soll, wenn sie sich belästigt fühlen...", entgegnete Cameron.

„Nein, nein, nein", Unterbrach er hastig, zuckte dann aber zusammen. „Entschuldigung, ich wollte sie nicht unterbrechen. Es ist nur so..." Er kratzte sich am Hinterkopf. „Ich... würde diese.. Person gerne unterrichten".

Cameron hatte die Augen aufgerissen und hob jetzt in einer hilflosen Geste die Hände. „Was habe ich damit zu tun, dass kann ich ja schlecht befehlen", sagte sie verwirrt.

„Nein das nicht aber ich bräuchte ihre Erlaubnis", versicherte er.

„Meine Erlaubnis..., wer ist denn die Person, dass sie meine Erlaubnis brauchen?" Fragte Cameron verwirrter als jemals zuvor.

„Nun", entgegnete er verlegen. „Es geht um ihre Tochter Riley-Sarah".


Cameron saß sprachlos auf ihrem Stuhl und starrte den Mann an. Dann rief sie die Informationen aus ihrem Speicher ab, die sie über Taijiquan hatte. Schließlich schüttelte sie langsam den Kopf.

Steven Chow, der ihr Kopfschütteln als Ablehnung deutete sah verlegen zu Boden bevor er sich erhob. „Dann entschuldigen sie bitte die Störung Cameron ich..."

Cameron hatte die Hand erhoben und Steven verstummte und sah sie abwartend an. Cameron zeigte erneut auf den Stuhl. „Entschuldigung, das war keine Ablehnung, ich habe nur den Kopf geschüttelt bei dem Gedanken, dass meine überaktive Tochter sich in einer Meditationsübung versuchen soll", Cameron lächelte bei dem Gedanken. „Nun, ich werde mal meinen Mann fragen aber ich denke das dürfte keine Frage sein. Außerdem dürfte das äußerst interessant werden", sagte Cameron offensichtlich amüsiert. Cameron ging zur zweiten Tür, die zur Zentrale führte. Sie streckte nur den Kopf durch den Türspalt der nicht verschlossenen Tür. „John!" Hörte Steven sie in den Raum rufen. „Hast du bitte ein paar Minuten Zeit?" Kurz nach diesen Worten ging Cameron zurück zu ihrem Platz und setzte sich.

Steven Chow wurde nervös bei dem Gedanken, John Connor gleich in einer persönlichen Angelegenheit gegenüberzustehen. Als John den Raum betrat sprang Steven vom Stuhl auf und nahm Haltung an.

„Rühren" , sagte John Connor im Vorbeigehen. „Was gibt es Cam?" Fragte er seine Frau.

Cameron lächelte ihren Mann an. „Steven hier, möchte unserer Tochter Taijiquan lehren", sagte Cameron grinsend.

John drehte sich herum und starrte Steven einen Augenblick in die Augen. Steven erwiderte den Blick offen. Langsam nickte John. Er lächelte Cameron kurz an und wollte wieder zurück in die Zentrale. Neben Steven Chow blieb er noch mal kurz stehen. Er beugte sich zu Stevens Ohr herab. „Sie haben keine Ahnung, was sie sich damit aufhalsen", sagte John und verlies mit einem leisen Lachen den Raum.

Steven sah seinem Kommandeur verwirrt nach und dann auf Cameron, die natürlich gehört hatte, was John sagte und Steven jetzt angrinste.

„Dann werde ich nachher mal mit Riley-Sarah..." sagte Cameron.

„Bitte", unterbrach Steven und auf Camerons fragenden Blick hin: „sagen sie bitte nichts. Das sie sich selbst entscheidet ist der erste Schritt", führte er weiter aus. Das Taijiquan ist natürlich nur der erste Schritt. Automatisch könnte das Ganze in ein Kampfsporttraining übergehen, wenn sie das erlauben.

Cameron nickte ihn offen an. „Natürlich, das ist natürlich wünschenswert. Es gibt da nur eine Bedingung", sagte Cameron.

„Welche?" Fragte Steven neugierig.

„Meine Tochter darf nicht bevorzugt werden. Wenn sich also noch andere Kinder oder Erwachsene interessieren, müssten diese auch eine Chance bekommen", sagte Cameron mit Nachdruck.

Steven dachte einen Augenblick nach und nickte dann. „Das ließe sich machen, ich habe die Befähigung auszubilden, warum also nicht."

„Das ist schön, ich muss sie nur noch eindringlich vor meiner Tochter warnen." Als er erstaunt die Augenbrauen nach Oben zog sprach sie weiter. „Riley-Sarah ist sehr stark für ihr Alter und schneller als ein normales Kind. Das ist etwas, was sie auf genetischer Ebene von mir geerbt hat", sagte sie mit einem entschuldigenden Lächeln.

„Keine Sorge", entgegnete er, „Die Geschichten über die Kleine habe ich gehört, ich komm schon mit ihr klar", entgegnete er mit Überzeugung.

Cameron lachte leise, was Steven über alles hinweg erstaunte. Nie hätte er geglaubt, einer Maschine gegenüberzusitzen, wenn er das nicht vorher gewusst hätte.

„Darf ich etwas persönliches anmerken?" Fragte er erstaunt.

„Sprechen sie Steven, persönliche Bemerkungen nach Gesprächen bin ich gewohnt", entgegnete sie lächelnd.

Er musste jetzt ebenfalls lächeln. „Sie sind anders, als ich gedacht hatte".

„Sie sind nicht der Erste, der das sagt", versicherte sie. „Eine lange Zeit waren Gespräche mit Menschen für mich unangenehm, weil es meistens zu Anfeindungen kam aber ich lerne immer noch mich menschlich zu verhalten. Meine Tochter ist mir da ein Vorbild."


Steven hatte sich diesmal näher zur Tür platziert. Und wieder stand das kleine Mädchen im Rahmen. Diesmal führte Steven seine Übungen extra etwas langsamer aus und wiederholte die Bilder in kürzeren Abständen. Aus den Augenwinkeln erkannte Steven, dass Riley-Sarah seinen Vorgaben exakt folgte, es aber an der Kraft fehlen lies, die die Übungen eigentlich erforderten. Er war sich darüber im Klaren, dass das Mädchen nichts über Taijiquan wusste und ersteinmal die Bewegungen nachahmte.

Cameron und John saßen vor einem Monitor, der die Sporthalle zeigte. Cameron lächelte verwirrt und John schüttelte nur den Kopf als sie sahen, wie ihre Tochter den Bewegungen folgte, die für das Mädchen eigentlich keinen Sinn ergeben durften. Steven Chow hatte gesagt, dass sie ihn bereits seit Wochen beobachtete, das war völlig ungewöhnlich für Riley-Sarah. Normalerweise war ihre bevorzugte Bewegungsform das Rennen oder Springen, niemals aber das gänzlich Stillstehen.

Cameron und John sahen sich ein letztes Mal verwirrt an, bevor sie den Monitor wieder auf automatische Weiterschaltung stellten und den Sitzplatz für den Sicherheitsmann räumten.

Als Steven Chow nach 20 Minuten endete war er mit seiner Schülerin sehr zufrieden. Sie hatte schnell die Kombination begriffen und führte zum Schluss das Bild aus, ohne dass Steven den Bewegungsablauf vorgeben musste. Steven drehte sich in Riley-Sarahs Richtung und verbeugte sich, erntete zunächst aber nur ein Grinsen von ihr. Dann war sie schnell verschwunden, so schnell das Steven gar nicht bemerkt hatte, dass sie sich entfernte.

Cameron und John betraten die Zentrale, um ihren Dienst aufzunehmen , während Sarah Connor, die vor Müdigkeit die Augen halb geschlossen hatte endlich schlafen gehen durfte.

Als John und Cameron die Zentrale betraten drehte sie den Kopf. Was sie sah lies sie verwundert die Augen aufreißen. Während John immer wieder den Kopf schüttelte zuckte Cameron nur lächelnd die Schultern. ‚Die Beiden sind sich einmal uneinig, dass ich das noch erleben darf', dachte Sarah ironisch. „Was ist los?" Fragte sie und gähnte herzhaft. Dann streckte sie sich ausgiebig und wollte gehen.

„Lieutenant Chow lehrt Riley-Sarah Taijiquan", sagte John mit nachdenklichem Gesicht.

„Aha", sagte Sarah nur und ging an den Beiden vorbei zur Tür. Nach zwei Schritten blieb ihr vorgestrecktes Bein in der Luft hängen. Der Soldat an der Tür konnte förmlich sehen, wie es in Sarahs Gesicht arbeitete. ‚Taijiquan...Riley-Sarah', dachte Sarah. ‚Tai... ji... quan...Riley-Sarah', ging der Gedankengang weiter. ‚Tai Chi!' Sarahs Körper straffte sich und sie riss verstört die Augen auf. Dann wirbelte sie mit einem fragenden Gesichtsausdruck herum. „Was...? Wer...? Wie...?" Brachte Sarah verstört hervor.

Während John sich am Hinterkopf kratzte lächelte Cameron. „Taijiquan, Lieutenant Steven Chow, weil sie es anscheinend möchte", sagte sie lakonisch.

Sarah brauchte ein paar Sekunden um zu begreifen, dass Cameron nur ihre Fragen beantwortet hatte. „Ihr verscheißert mich?" Brachte Sarah hervor.

Während Cameron den Kopf auf die Seite legte grinste John seine Mutter kurz an. „Keineswegs Mom, offenbar macht er Morgens immer seine Übungen. Riley Sarah hat ihn seit Wochen beobachtet und angefangen ihn nachzuahmen. Daraufhin ist er zu uns gekommen und hat gefragt, ob er sie lehren darf", führte John aus.

Sarah starrte John verstört an. „Das kleine Monster soll etwas gefunden haben, mit dem sie sich gefahrlos beschäftigen kann ?" Fragte Sarah. Dann blickte sie nach oben und breitete die Arme aus. „Danke Gott!" Rief sie voller inbrunst gegen die Decke des Raumes. „Jetzt müssen wir nur noch den Köter zur Ruhe bringen und können endlich glücklich leben", sagte sie vor sich hin, während sie den Raum verlies.

Sprachlos starrten alle Anwesenden einschließlich John und Cameron hinter ihr her.

„John, was...?" Fragte Cameron

„Ich habe keine Ahnung, nicht die Geringste", unterbrach John sie und schüttelte den Kopf.


Als John und Cameron am Abend ihr Quartier betraten war es seltsam still.Für gewöhnlich machten Riley-Sarah und Toto jede Menge Krach. Riley-Sarahs Tür stand offen. Als Cameron leise bis zur Tür ging und hineinsah, sah sie ihre Tochter, die mit dem Rücken zur Tür die Taijiquan Übungen wiederholte, die sie am Morgen gelernt hatte. Toto lag vor Riley-Sarahs Bett und sah dieser aufmerksam zu. Cameron winkte John zu sich heran und zeigte dann ins Zimmer.

John blieb gebannt stehen mit einem Blick, den er sonst nur hatte, wenn er Cameron beim Ballett beobachtete. Dieser Blick war eine Mischung aus Stolz und Liebe. Wiedereinmal bewies ein Mitglied seiner Familie einen Sinn für Schönheit denn obwohl seiner Tochter noch die Technik fehlte bewegte sie sich mit einer unglaublichen Anmut.

Cameron beobachtete genau Johns Gesicht. Auch ihr waren die Ähnlichkeiten zwischen Taijiquan und Ballett nicht entgangen. Ähnlich flüssige Bewegungsabläufe, ähnliche Posen. Sie sah genau, mit welchem Blick John seine Tochter bedachte. Sie kannte diesen Blick. Er hatte ihn jedes Mal, wenn sie Ballett tanzte.

Riley-Sarah liebte diese Art Tanz. Es war aber nicht der Tanz, der sie wirklich fasziniert hatte. Sie hatte einmal gesehen wie der Mann in der Sporthalle einen anderen Tanz aufgeführt hatte. Schneller mit einer Stange die er herumwirbelte, das wollte sie auch lernen. Vielleicht half ihr der Mann das zu lernen, wenn sie erst den langsamen Tanz lernte. Bei einer Drehung bemerkte sie, dass sie beobachtet wurde. „Mom, Dad!" Rief sie, unterbrach ihren Tanz und stürmte zu ihrer Mom, der sie aus vollem Lauf um den Hals sprang. Sie drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Dann klopfte sie ihrem Dad auf die Schulter. „Hey Dad", sagte sie nur und grinste ihn an.

John verdrehte die Augen, wie immer wenn Riley-Sarah so herablassend gönnerhaft zu ihm war.

„Ich lerne tanzen", sagte Riley-Sarah plötzlich.

Cameron lächelte ihre Tochter an. „Das haben wir gesehen".

„Ihr habt nichts dagegen?"

„Nein, Kleines. Weißt Du, Eigentlich ist das kein Tanzen. Das ist eine Art Kampf aber du kannst es durchaus mit einem Tanz vergleichen", versuchte Cameron zu erklären. Am Gesicht ihrer Tochter erkannte sie, dass sie mit dem Versuch einer Erklärung nicht viel Erfolg hatte. Cameron warf John einen hilflosen Blick zu, als sie erkannte, dass sie hier mit der Wahrheit wieder mal nicht weiter kam, Steven Chow hatte Recht, das war sein Problem.

Am nächsten Morgen kam Riley-Sarah in die Sporthalle. Der Mann tanzte heute aber nicht, was Riley-Sarah zu verwirren schien. Er saß nur auf einer Matte, die Beine über Kreuz und hatte die Augen geschlossen. Leise ging Riley-Sarah näher. „Kein Tanzen heute?" Fragte sie enttäuscht.

Steven Chow öffnete die Augen. Er sah einem Mädchen ins Gesicht, dass einerseits noch Kind war, dass aber andererseits eine Persöhnlichkeit zu haben schien, die beeindrucken konnte. Ohne etwas zu sagen zeigte Steven auf die Matte vor sich.

Zögernd setzte Riley-Sarah sich hin. Sie wusste nicht genau, was der Mann von ihr wollte aber das gehörte vielleicht zum Tanzen lernen dazu.

Eine Zeit lang sah Steven dem Mädchen in die Augen, die seinem Blick aber ohne weiteres stand hielt. „Ich bin Steven", sagte er unvermittelt.

„Riley-Sarah Connor", stellte sie sich vor.

„Warum bist Du hier?" Fragte er das Mädchen.

Riley-Sarah überlegte einen Augenblick, entschied sich dann bei der Wahrheit zu bleiben. „Ich möchte den Tanz mit der Stange lernen", sagte sie daher ehrlich.

Steven Chow hatte sie beim Kampftraining mit der Kurzstange gar nicht bemerkt. „Nun, das kommt später, erst mal musst Du die Grundform lernen.", sagte er. Wenn du es wirklich möchtest, bring ich es Dir bei. Du musst aber tun was ich Dir sage und musst immer zum Training kommen", sagte er und sein Blick fixierte den des Mädchens.

Riley-Sarah begann übergangslos zu grinsen. „Deal", sagte sie nur und hielt Steven die Hand zum Handschlag hin.

Steven war verwundert über ihre Art, nahm aber vorsichtig die Hand der Achtjährigen. Den Händedruck hatte er allerdings nicht erwartet. Wären die Hände des Mädchens größer gewesen, hätte ihr Druck sicherlich dem eines Mannes geähnelt. Aber auch so war ihr Händedruck überraschend kräftig. Ohne die Hände zu benutzen drückte sich Steven Chow nun aus dem Schneidersitz hoch.

Riley-Sarah hingegen rollte sich nach Hinten ab und drückte sich aus der Rückwärtsrolle hoch.

Steven Chow hatte Riley-Sarah beobachtet und fragte sich, was wirklich in dem Mädchen steckte. Nun Zeigte er dem Mädchen die Grundstellung. Dann wiederholte er die Übung von Gestern, erklärte ihr auch , welche Muskeln dabei angespannt sein mussten, um den gewünschten Erfolg zu erziehlen. Dann passierte etwas für ihn erstaunliches. Bei einer Vorwärtsbewegung mit vorgestreckten Armen benutzte er seinen Körper als Gegendruck zu Riley-Sarahs Händen. Zuerst geschah nichts, da Riley-Sarah aus dem Gleichgewicht geriet. Nachdem er ihre Beinstellung korrigiert hatte, gelang es ihr aber ohne Weiteres Steven wegzuschieben. ‚Sie ist für ihr Alter unglaublich stark. Wenn sie mal erwachsen ist, wird es kaum Jemanden geben, der es mit ihr aufnehmen kann', dachte Steven verwundert. Bei weiteren Übungen kam er in Kontakt mit Muskeln, deren Härte es mit denen eines Bodybuilders aufnehmen konnten.


5

Sarah lies diese ganze Riley-Sarah Taijiquan-Geschichte keine Ruhe. Am nächsten Morgen schlich sie zur Sporthalle. Was sie erblickte lies sie an ihrem Verstand zweifeln. 'Das kleine Monster macht das wirklich', dachte sie verwundert.

Natürlich hatte Riley-Sarah Grandma Sarah bemerkt. Im richtigen Moment streifte sie ihren Schuh ab und schleuderte ihn mit Schwung in Grandma Sarahs Richtung.

Der Schuh traf mit unglaublicher Präzision die Tür neben Sarahs Kopf. Nach einem lauten Knall fiel er zu Boden.

Steven war bei dem Knall erschrocken zusammengefahren. Jetzt sah er zuerst auf Colonel Sarah Connor, dann auf Riley-Sarahs Schuh und schließlich auf Riley-Sarah. Die in Richtung der Harpyie sah. Er überlegte kurz, was er tun sollte, entschloss sich dann, einfach weiterzumachen, als hätte er nichts bemerkt. Mit Sarah Connor wollte er sich lieber auf keine Diskussion einlassen.

Sarah Connor war zusammengezuckt als der Schuh lautstark neben ihrem Kopf einschlug. Grollend wollte sie sich Riley-Sarah schnappen gerade, als sie zugriff entschwand das Kind vor ihren zugreifenden Händen. Dann entbrannte ein Wettlauf um die Sporthalle. Riley-Sarah lief lachend voraus und Sarah Connor folgte ihr.

Steven Chow beobachtete die beiden. Allmählich wurde im klar, was John und Cameron Connor gemeint hatten. Er sah, dass Sarah Connor nicht gerade langsam war aber Riley-Sarah konnte locker ihren Vorsprung halten. Als Sarah Connor schließlich stehenblieb war sie völlig außer puste. Der Schweiß lief in Strömen ihr Gesicht herunter während Riley-Sarah kaum Anzeichen für Anstrengung zeigte.

Dann stürmte Sarah Connor plötzlich vor. Diesmal jedoch lies sich Riley-Sarah fangen. Was dann kam verschlug Steven Chow die Sprache. Riley-Sarah und die beinharte Sarah Connor balgten sich herum. Während Sarah ihre Enkelin kitzelte rollte sich Riley-Sarah mit ihrer Grandma über den Boden und beide lachten dabei. Die stahlharte Sarah Connor, die Soldaten alleine durch ihren Blick zur Schnecke machen konnte war ein Mensch, so hatte sie noch niemand erlebt.

Schließlich endete die Balgerei. Sarah Connor schob ihre Enkelin von sich und sprang auf, aus Riley-Sarahs Reichweite. Dann wandte sie sich zu Steven Chow, der augenblicklich Haltung annahm. Einen Augenblick starrte die Harpyie ihm in die Augen, dann war plötzlich wieder die Großmutter da, die ihn unverholen angrinste. Sarah Connor klopfte ihm auf die Schulter. „Weitermachen", sagte sie und ging grinsend und kopfschüttelnd Richtung Tür.

An der Tür bückte sie sich und hob den Schuh auf. Dann Drehte sich Sarah Connor herum und warf den Schuh in hohem Bogen. Steven Chow sah sofort, dass die Achtjährige den Schuh niemals erreichen konnte. Schon wollte er den Schuh für sie fangen, als das Mädchen mit zwei Schritten Anlauf auf seine Schultern sprang und von da aus den fliegenden Schuh aus der Luft pflückte und mit einem Vorwärtssalto wieder heruntersprang.

Steven stand mit aufgerissenen Augen auf der Stelle und sah jetzt von Riley-Sarah zu Sarah Connor, die ihm jetzt grinsend zuzwinkerte. Da begann er richtig zu begreifen, was er sich aufgehalst hatte.


Einige Tage später hatte sich herumgesprochen, was jeden Morgen in der Sporthalle vor sich ging. Immer wieder kamen Neugierige, um sich selbst vom Wahrheitsgehalt der Gerüchte zu überzeugen. Immer wieder gingen diese Neugierigen nach ein paar Minuten kopfschüttelnd weg. Die meisten hielten das was sie sahen für Blödsinn, irgend so ein asiatisches Zeitlupengedöns. So kam es dann auch, dass Niemand mitbekam, als ein paar Wochen später das Taijiquan in die nächste Phase trat.

Steven Chow war fast nahtlos mit Riley-Sarah zu Partnerübungen übergegangen. Sie Standen sich gegenüber und versuchten gegenseitig ihre Arme hin und her zu schieben, um sich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Riley-Sarah konnte es mit Steven fast aufnehmen, Alles was ihr fehlte war Gewicht und etwas mehr Körpergröße. Allerdings hatte sie einen Vorteil gegenüber Steven. Sie war sehr ausdauernd. Steven konnte gar nicht glauben, dass Riley-Sarah ihm Widerstand leisten konnte, ohne dabei auch nur ins Schwitzen zu geraten. Dann begann Steven Chow dem Mädchen das Kämpfen beizubringen. Zuerst nur langsame Bewegungsabläufe, schließlich mit mehr Tempo, wobei Steven schnell feststellte, dass Riley-Sarah ihm an Geschwindigkeit überlegen war.

Schmerzhaft musste er das feststellen, nachdem sie ihn bereits zwei mal getroffen hatte, bevor er auch nur den ersten Stoß ausführen konnte. Nach dieser für ihn schmerzvollen Erfahrung trug er zum Training immer ein Brustpolster, damit die Achtjährige ihm nicht irgendwann die Rippen brach. In der Tat war das Mädchen so schnell, dass Steven ihren Bewegungen längst nicht mehr folgen konnte.

„Eine ganz wichtige Lektion des Kampfsportes ist es, dass ein Kämpfer niemals mit der Absicht kämpfen darf, seinen Gegner ernsthaft zu verletzen oder gar zu töten. Also niemals auf die Augen oder andere empfindliche Stellen zielen." Erklärte Steven Riley-Sarah, nachdem sie ihn fast zu Hackfleisch verarbeitet hatte. ‚Das Mädchen ist ein Fleischwolf', dachte Steven. ‚Wehe dem Mann, der die später mal heiratet'. Dieser Gedanke erheiterte Steven. ‚Die Mutter ein fast unbesiegbarer Cyborg und die Tochter stark genug, um mit jedem Mann fertig zu werden. Was für eine Familie'.

Tage später betrat Riley-Sarah die Halle und blieb wie angewurzelt stehen. Ehrfürchtig betrachtete sie Steven der elegant eine Holzstange herumwirbelte. Er lies die Stange in irrsinnigem Tempo um seine Hände und seinen Körper wirbeln. Dabei bewegte er sich elegant wie ein Tänzer. Als er zum Schluss wieder in der Grundstellung stand applaudierte Riley-Sarah und hüpfte extatisch auf und ab. Ihre Augen wurden groß, als Steven zur Wand ging, an der eine kürzere Stange stand, die Steven kurz über seine Handfläche wirbelte, um sie ihr dann waagerecht zuzuwerfen.

Riley-Sarah starrte grinsend auf die Stange. Dann versuchte sie sie um ihre Hände zu wirbeln, was am Ende dazu führte, dass sie sich die Stange auf den Kopf schlug. Steven war erstaunt, dass das Mädchen keine Schmerzäußerung machte sondern die Stange wieder aufhob und es erneut versuchte. Und erneut. Und erneut. Und erneut. Jedesmal schlug sie sich die Stange gegen ein anderes Körperteil. Verbissen versuchte sie es, bis Steven sie unterbrach.

Steven hatte ihr zugesehen. Er bemerkte, dass sie immer verbissener wurde. Schließlich beschloss er sie zu unterbrechen. „Warte", sagte er und ergriff die Stange. Riley-Sarah hatte einen wütenden Gesichtsausdruck. „Du darfst es nicht erzwingen. Fang genauso langsam an, wie wir am Anfang angefangen haben. Wenn Du es beherrscht , dann steigerst du das Tempo langsam. Fang einfach mit einer langsamen Übung an, um Dir die nötige Ruhe zu verschaffen. Nimm erst dann die Stange, wenn Du ganz ruhig bist".

So funktionierte es dann auch. Erst nach einer Langsamen Grundübung wurde die Stange genommen. Riley-Sarah lernte auch den Umgang mit der Kurzstange in rasendem Tempo. Ein halbes Jahr nach dem sie überhaupt mit Taijiquan begonnen hatte, konnte sie Steven schon ein annehmbares Sparring mit der Stange bieten. Normalerweise benötigte ein Schüler dafür die dreifache Zeit aber Riley-Sarah kompensierte das mit ihrer Stärke und der unglaublichen Geschwindigkeit ihrer Bewegungen. Mit der Stange freilich war Steven ihr immer noch überlegen aber er wusste genau, noch ein paar Wochen und er würde sie nicht mehr besiegen können.

Riley-Sarah wusste, sie beherrschte den Tanz, nein den Kampfstil …...Teiginqwan oder so immer besser. Sie kam zur Sporthalle und wunderte sich sofort, dass Steven nirgendwo zu sehen war. Wenn er mal Dienst hatte, hatte er ihr das immer am Tag vorher gesagt und sie hatten das Training auf Nachmittag oder Abend verschoben. Heute war nichts dergleichen. Nach 10 Minuten warten wurde es ihr zu bunt. Sie ging zu Stevens Quartier. Sie klopfte aber niemand öffnete. Schließlich schlug sie den Weg zur Zentrale ein. Als sie ankam fiel ihr sofort die hektische Betriebssamkeit auf.

Die beiden Wachen am Eingang der Zentrale sahen nur kurz zu Riley-Sarah und dann stur geradeaus. Einmal hatte eine Wache versucht eine eilige Riley-Sarah aufzuhalten, was er sogleich bereut hatte. Das Mädchen hatte den Mann einfach zur Seite geschleudert. Kopfschmerzen hatte er noch Stunden danach. Natürlich musste sich Riley-Sarah offiziell bei ihm entschuldigen aber das tat sie mit einem Grinsen. Seit dem versuchte Niemand mehr sie aufzuhalten.

„Dad?" Fragte Riley-Sarah in den Raum hinein.

John hatte sie noch gar nicht bemerkt und drehte sich jetzt herum. Dann ging er zu ihr und kniete sich hin. „Was gibt es Kleines?"

Riley-Sarah sah ihren Dad einen Augenblick lang in die Augen. „Steven ist nicht zum Training gekommen. In seinem Quartier ist er offenbar auch nicht". Riley-Sarah wand sich in den Schultern.

„Ich weiß, er wurde auf Patrouille vermisst gemeldet", sagte John.

„Metall?" Fragte Riley-Sarah traurig.

„Es sieht nicht danach aus", sagte John. „Ihre letzte Meldung kam von einem kleinen Wohnbunker. Es wurden alle Frauen und Kinder mitgenommen. Die Männer blieben tot zurück, alle bis auf die 4 Soldaten."

„Wer könnte so etwas tun? Und warum die Soldaten am Leben lassen?" Fragte Riley-Sarah zweifelnd.

„Die einzige Gruppen die so Etwas tun sind die Verbrecherbanden, die mit Skynet zusammenarbeiten. Die Soldaten haben sie wegen Informationen mitgenommen, die Frauen und Kinder... „, John unterbrach sich und blickte zu Boden.

„Ich verstehe schon", Sagte Riley-Sarah und legte eine Hand auf Johns Schulter.


Riley-Sarah hatte die Karten und Daten genau studiert. Sie hatte sich das Wichtigste eingeprägt.

Cameron hatte ihre Tochter unauffällig beobachtet. Als Riley-Sarah schließlich den Raum verlies Wandte sie sich an John. „Du weißt, was sie jetzt tun wird?"

John sah Cameron kurz an, dann auf den Eingang, durch den seine Tochter eben verschwunden war. Dann nickte er langsam. „Sie wird tun, was sie immer tut, was sie tun muss, was ihr entspricht", sagte John leise. Dann blickte er seiner Frau in die Augen. „Dieses mal werden wir aber da sein, um sie zu beschützen. Ich möchte, dass Du dir 20 Männer als Rückendeckung nimmst und ihr unauffällig folgst. Wenn es soweit ist, schlagt gnadenlos zu, diese Bastarde verdienen keine Rücksichtnahme. Wenn ihr einen oder zwei zum Verhör mitbringt gut, wenn nicht auch egal", sagte John.

Cameron nickte und traf ihre Vorbereitungen. Sie verlies den Wohnbunker noch vor Riley Sarah und erwartete diese.

Riley-Sarah hatte einen kleinen Rucksack mit Proviant gepackt. Etwas wehmütig sah sie auf ihren Kampfanzug mit den bequemen Stiefeln. Stattdessen zog sie unauffällige Kleidung an und ein paar alte Turnschuhe. Schließlich ging sie an der Sporthalle vorbei, um ihre Stange zu holen. Die inzwischen bevölkerte Sporthalle wurde ganz ruhig, als Riley-Sarah Mit ernstem Gesichtsausdruck hereinkam, sich ihre Stange griff und sofort wieder ging. Die Leute sahen hinter dem Mädchen her, sahen sich an und zuckten mit den Schultern, bevor sie ihr eigenes Training wieder aufnahmen.

Riley-Sarah schaffte es erneut mit dem alten Hunde-losbinde-Trick, die Wachen für eine Minute wegzulocken, damit sie die Bunkerstadt verlassen konnte. Schnell schlüpfte sie durch die Tür und verschloss diese wieder sorgfältig. Sie bemerkte nicht das Augenpaar, dass sie aus einer erheblichen Entfernung beobachtete.

Riley-Sarah wusste genau wo sie hin wollte. Sie hatte die Karte studiert, auf denen die Orte der Überfälle dieser Bande verzeichnet waren. Diese Orte lagen alle mehr oder weniger rund um einen ehemaligen Industriekomplex. Zu diesem Komplex wollte sie, da hatte sie die größten Chancen aufgegriffen zu werden.

Nach einigen Stunden Fußmarsch erreichte sie den Industriekomplex am frühen Nachmittag. Sie machte eine Pause, aß etwas und versteckte dann den Rucksack.

Nachdem sie die Bunkerstadt verlassen hatte, hatte sie ihre Kleidung mit Dreck beschmiert und teilweise zerrissen. Dann hatte sie einen Stein genommen und damit ihr Knie verletzt. Schließlich hatte sie den Stein auch noch einmal mit Kraft über ihre Stirn gezogen, so dass auch dort etwas Blut hervortrat. Insgesamt sah sie aus, als würde sie schon seit Tagen wenn nicht Wochen durch die Gegend laufen.

Mehr als eine Stunde musste sie auf ihre Stange gestützt durch den Komplex humpeln, bevor sie bemerkte, dass man sie beobachtete. Schließlich humpelte sie in zwei Männer mit verdreckten Bärten und einem ekligen, mit verfaulten Zähnen besetzten Mund. „Bitte", sagte sie. „Ich habe Durst, hätten sie etwas Wasser und vielleicht auch was zu Essen für mich", sagten sie flehentlich.

Die beiden Männer grinsten sich an. „Klar Mädchen, für so ein hübsches Kind wie Dich haben wir alles was das Herz begehrt", sagte einer der Beiden grinsend. Dann griff der Andere plötzlich zu und warf sich das offenbar hilflose Kind über die Schulter.

Riley-Sarah war es übel von dem Geruch, die die Beiden verströmten. Offenbar willenlos lies sie sich wegtragen. Ihren Stab benutze nun der Bärtige, der gesprochen hatte als Spazierstock.

Cameron hatte von weiter weg beobachtet, wie ihre Tochter in den Industriekomplex eindrang. Bisher war es niemals gelungen, die Bande dort aufzutreiben, weil es anscheinend Späher gab, die die Ankunft von Fremden weitermeldeten. Als Riley-Sarah nun in den Komplex eindrang bemerkte Cameron drei Männer auf verschiedenen Positionen, von denen nach kurzen Handzeichen einer offenbar seinen Posten verlies, um die Ankunft des Mädchens zu melden. Cameron schickte drei der Männer die sie begleiteten los, die Beiden verbliebenen Späher auszuschalten und den Dritten bei seiner Rückkehr.

Riley-Sarah wurde in eine Lagerhalle gebracht. Was sie dort sah war erschütternd. Sie sah etwa ein Dutzend der bärtigen Kerle, die sich mit mehr oder weniger jungen Frauen vergnügten beziehungsweise sich bedienen ließen. Bei einem Mann sah sie sogar zwei Mädchen, kaum älter als sie selbst, die auf dem Schoß des Mannes saßen und seine Haare und den Bart bürsteten, während seine Hände...

Riley-Sarah sah weg und unterdrückte die aufkommenden Gefühle, die sie zu übermannen drohten. Sie konzentrierte sich wieder auf ihre Aufgabe. Als ihre beiden Begleiter einen weiteren Mann erreichten, blieben sie stehen und ihr Träger stellte sie vor sich ab, damit der Dritte sie begutachten konnte.

„Nettes Kind, wenn der Perverse sie nicht in die Finger bekommt, wird sie in drei bis vier Jahren zu gebrauchen sein", sagte der dritte Mann mit einem lüsternden Grinsen. Dann begannen die drei Männer, sich Riley-Sarah gegenseitig zuzuwerfen, wobei sie so viel Spaß zu haben schienen, dass sie gar nicht bemerkten, dass das Mädchen sich ungewöhnlich verhielt. Statt zu betteln, zu flehen und zu weinen beobachtete dieses Mädchen, genau was um sie herum vor sich ging.

Riley-Sarah bemerkte genau, dass man sie während des fangen Spielens weiter in eine andere Halle brachte, in der sie schließlich nicht nur die neuesten Gefangenen sondern auch den gefesselten Steven Chow mit zwei seiner drei Gefährten erblickte.

Steven hatte bereits zwei Verhöre über sich ergehen lassen. Sein Gesicht war blutig geschlagen aber das war erträglich. Von den drei Soldaten, die mit ihm auf Patrouille gewesen waren lebten nur noch zwei. Der Anführer der Bande hatte einen direkt nach ihrer Ankunft demonstrativ hingerichtet. Jetzt aber wurde Steven hellwach, als er die drei Männer bemerkte, die ein etwa 8 Jähriges Mädchen hereinbrachten. Er bemerkte sofort, dass ihn das Mädchen musterte. Als er ihr zunickte, löste er etwas aus.

Die Männer waren weiter damit beschäftigt, sich das Kind zuzuwerfen, was ihnen Spaß zu machen schien. Sie redeten dabei über verwerfliche Dinge, die sie mit den neu eingetroffenen Frauen anstellen wollten, so waren sie dann absolut überrascht, als das kleine Mädchen anfing sich zu wehren. Als einer der Männer Riley-Sarah mal wieder fangen wollte, bekam er stattdessen Riley-Sarahs Füße vor die Brust, was ihn rückwärts taumeln lies. Die anderen Beiden sahen sich dann einem Mädchen gegenüber, dass sie immer wieder mit Schlägen traf, die aber nicht gefährlich genug waren, sie auszuschalten. Schließlich umkreisten die drei Männer das Mädchen grinsend.

Steven Chow sah, worauf das hinauslief. Er sah, dass die Männer nur mit Riley-Sarah spielten. Wenn sie sich gleichzeitig auf sie stürzten hätte sie keine Chance gegen drei starke Männer.

Immer wieder warf Riley-Sarah ihm fragende Blicke zu, bis er die Frage endlich begriff. „In manchen Situationen darf man die Regeln brechen!" Rief er ihr zu.

Riley-Sarah hatte gehört was er gerufen hatte und nickte nur kurz. Sie hechtete dann zu ihrer Stange, die ein paar Meter weiter auf dem Boden lag. Dann ging Alles sehr schnell. Die drei Männer wussten gar nicht wie ihnen geschah als das 8 Jährige Mädchen wie der Teufel persönlich über sie hereinbrach.


Es dauerte keine 15 Sekunden, bis die drei Männer am Boden lagen. Einer von ihnen lag regungslos oder tot , der Zweite hielt sich die Kehle und röchelte, während der Dritte sich den Bauch hielt und stöhnte. Riley-Sarah nahm einem der Männer das Messer ab und befreite Steven und die beiden anderen Soldaten.

Die beiden Soldaten nahmen den Männern die Waffen ab wovon sie eine Steven reichten, der Riley-Sarah in die Arme genommen hatte. Dann blickten die Soldaten kurz auf die stöhnenden Männer, bevor sie ihnen die Kolben der Gewehre an den Kopf schmetterten. Die anderen Geiseln hatten nur mit großen Augen zugesehen.

„Was machst Du hier?" Fragte Steven aufgeregt Riley-Sarah.

„Wir hatten heute Morgen Training", sagte sie ernsthaft. „Du warst nicht da, also bin ich gekommen, dich zu holen".

Steven Chow war sprachlos. Das Mädchen war ihm gefolgt, weil er nicht zum Training erschienen war. Er schüttelte nur den Kopf. So war sie also. Sie wollte etwas also tat sie Alles was nötig war.

Deshalb hatte sie soetwas wie Narrenfreiheit. Selbst Sarah, John und Cameron Connor ließen sie gewähren, da es offenbar nichts gab, was sie von einem einmal gefassten Entschluss abbringen konnte.

Steven war nur froh, dass das Mädchen ein gutes Kind war, nicht auszudenken, welchen Schaden sie anrichten konnte, wenn sie es wirklich wollte.

„Was machen wir jetzt?" Fragte einer der Beiden Soldaten.

Steven sah sich um. „Wir bringen die Geiseln hier raus", sagte Steven.

Sie Brachten die Geiseln zu einer Tür an der Rückseite der kleinen Halle. Dann fiel Steven auf, dass Riley-Sarah nicht bei ihnen war. Als er sich umdrehte wurden seine Augen groß. Sie stand an der Tür zu der Halle, in der die restlichen Kerle waren. Sie hatte die Tür bereits geöffnet und spähte hinein. „Los, sie bringen die Geiseln in Sicherheit", befahl er dem einen Mann. Dem Zweiten bedeutete er ihm zu folgen. Als sie die Tür erreichten war Riley-Sarah bereits hindurchgehuscht. Als Steven durch den Türspalt sah, sah er Riley-Sarah, die hinter einer Kiste hockte und die Leute beobachtete. Er sah auch die Männer, die mit ihren Opfern beschäftigt waren. Keiner von denen hatte Augen für seine Umgebung, so registrierten sie das Eintreten der beiden Männer nicht, die mit angeschlagenen Waffen an der Tür standen und die Männer ins Visier nahmen. Dann ging Alles sehr schnell.

Riley-Sarah hatte gesehen, dass Steven und der andere Soldat hereinkamen und bereit waren zu schießen. Riley-Sarah sprang unvermittelt auf und begann mit wirbelndem Stab von Mann zu Mann zu stürmen. Sie hatte bereits zwei Männer ausgeschaltet und drosch gerade auf den Dritten ein, als die restlichen aufmerksam wurden und zu den Waffen griffen.

Mit gezielten Schüssen gelang es Steven und dem Soldaten 4 weitere Männer auszuschalten, bevor der erste Schuss auf der Gegenseite fiel. Die Bärtigen schossen zurück und töteten den Soldaten, als plötzlich die Entscheidung fiel. Krachend brach eine junge Frau durch den Vordereingang, gefolgt von einigen Soldaten. Von dieser Übermacht überrascht kamen die Männer nicht mehr dazu sich dem neuen Gegner zu stellen. Die Meisten waren tot, noch bevor sie ihre Waffen herumgeschwenkt hatten. Nur die Drei, die Riley-Sarah bewusstlos geschlagen hatte und die drei in der anderen Halle lebten noch.

„Riley-Sarah!" Rief Cameron. „Alles in Ordnung?"

„Alles okay Mom, alles unter Kontrolle!" Rief Riley-Sarah zurück. Sie hatte noch nicht bemerkt, dass einer der Männer den sie bewusstlos geschlagen hatte sich wieder hochrappelte. Als sie es bemerkte wirbelte sie herum. Als sie schließlich sah, wer der Mann war verzerrte sich ihr Gesicht. Der Perverse, wie ihn seine Kumpane genannt hatten. Sie fing an ihre Stange herumzuwirbeln.

Steven sah sofort die grenzenlose Wut im Gesicht des Mädchens und er befürchtete sie könnte etwas tun, was sie später bereuen würde. „Riley-Sarah, NICHT!" Schrie Steven. Er atmete auf, als Riley-Sarahs Stab vor dem Gesicht des Bärtigen zur Ruhe kam und sich das Mädchen schließlich entspannte.

„Colonel Connor, bitte bringen sie Riley-Sarah hier raus",Rief Steven Cameron zu.

Als der Bärtige den Namen Connor hörte wurde er aufmerksam. Unvermittelt stürmte er vor und griff sich eine Waffe, die auf dem Boden lag, dann eröffnete er das Feuer auf Cameron.

Kapitel 9

Riley-Sarah sah die Geschosse bei ihrer Mom einschlagen und wirbelte herum.

Alle Anwesenden einschließlich Steven und auch Cameron sahen Riley-Sarah herumwirbeln. Sie drehte sich einmal um 540 Grad und führte ihre Stange dann mit aller Gewalt.

Cameron sah über die Treffer, die in ihren Korper einschlugen hinweg ihre Tochter herumwirbeln. Sie riss die Augen auf, als Riley-Sarahs Stange den Verbrecher traf.

Riley-Sarah führte die Stange mit aller Gewalt und Geschwindigkeit zu der ihr Körper fähig war gegen den Mann. Sie führte die Stange in Halshöhe und traf exakt. Der Mann war tot, noch bevor er auf dem Boden aufschlug.

Cameron, Steven und die anderen Anwesenden standen wie vom Donner gerührt und starrten auf das Mädchen, das gerade ohne mit der Wimper zu zucken und mit voller Absicht einen Mann getötet hatte. Die einzigen Beiden, denen das nichts auszumachen schienen waren zwei Mädchen etwa in Riley-Sarahs Alter, die jetzt hinter einem alten Sofa hervorkamen, kurz auf den Mann starrten und dann Riley-Sarah gemeinschaftlich um den Hals fielen.


6 Wochen später füllte sich die Sporthalle mit Leuten. Im Hintergrund Hatte man einen Teil freigelassen. Anwesend waren hauptsächlich Eltern mit Kindern und Offiziere mit ihren Frauen. Weiterhin wurden die Bilder pèr Kamera auf jeden Monitor in der Bunkerstadt übertragen.

Sarah Connor wusste als einzige, was vor sich ging und so war es auch sie, die sich erhob und zum Mikrofon ging. „Guten Abend. Ich habe diese Veranstaltung auf Wunsch meiner Enkelin ins Leben gerufen. Sie sagte, dass es eine Art kulturelle Veranstaltung werden soll, mehr weiß ich leider auch nicht", sagte sie und ging wieder zu ihrem Platz neben John und Cameron, wobei John sie entgeistert anstarrte.

Dann aber widmete er wieder seine Aufmerksamkeit der Bühne, die soeben von Riley-Sarah und Steven Chow betreten wurde.

Beide grüßten einander mit einer Verbeugung, bevor sie in Grundstellung gingen. Sie begannen mit einer Partnerübung, die sich Die schiebenden Hände nennt nur um davon ausgehend in einen rasenden Schlagabtausch zu verfallen. Die Zuschauer inclusive John, Cameron und Sarah sahen gebannt zu, wie sich die Beiden gegenseitig mit Hieben und Tritten eindeckten. Dann wechselten sie plötzlich zu den Stäben. Der folgende Schlagabtausch der Beiden wurde immer wieder von Applaus unterbrochen. Schließlich erhöhte Riley-Sarah das Tempo plötzlich und holte Steven Chow mühelos von den Beinen. Tosender Applaus brandete auf. Riley-Sarah half ihrem Meister auf die Beine. Dann verbeugten sich Beide voreinander und dann vor dem Publikum.

Nachdem der Applaus abgeklungen war ging Riley-Sarah zu Aller Verwunderung ans Mikrofon. Sie grinste so offen, dass die Anwesenden unwillkürlich lächeln mussten. „Das war noch nicht Alles", sagte sie ernsthaft. „Die eigentliche Attraktion kommt jetzt".

Als Die Tür aufging hielten die Anwesenden für zwei Sekunden den Atem an. John blickte verwundert neben sich. Weder er noch Sarah hatten bemerkt, dass Cameron den Raum verlassen hatte. Nun betrat sie den Raum, Barfuß, die Haare zu einem Knoten straff nach hinten gebunden, gekleidet in Leggins, darüber Shorts und ein vor dem Bauch verknotetes T-Shirt. Sie ging in die Mitte der Bühne und nahm eine Position ein. Dann erklangen die ersten Töne von Chopins Nocturno und Cameron Connor führte einen elfengleichen Tanz auf, der die Zuschauer in ihren Bann zog. Nach etwa 5 Minuten endete die Darbietung. Sekundenlang war es absolut still im Raum. Dann brandete tosender Applaus auf. Die Leute sprangen von ihren Stühlen. Minutenlang applaudierten die Menschen einer Maschine zu.

Die Einzige, die nicht in den Applaus mit eingestimmt hatte war Sarah Connor. Sarah hatte sich ebenfalls erhoben und sah gebannt auf Cameron. Schließlich trat sie vor zum Mikrofon. „Es ist eine Maschine, der Ihr hier zujubelt", sagte sie laut, den Applaus übertönend. Schlagartig wurde es still im Raum. Die meisten Anwesenden sahen schockiert auf Sarah Connor.

John wollte zu seiner Mom, wurde aber von Riley-Sarah am Arm festgehalten. Als er sie ansah schüttelte sie nur lächelnd mit dem Kopf.

Sarah Connor stand am Mikrofon, sie war sich der Blicke bewusst, die man ihr zuwarf. Alle wussten, dass Cameron Connor, die seitlich hinter Sarah stand eine Maschine war. Niemand verstand, warum es gerade hier in der Öffentlichkeit zu solch einem Eklat kam. Camerons Gesicht war absolut emotionslos aber John konnte sich vorstellen, wie es jetzt in ihr aussah.

„Als Cameron 1999 in unser Leben trat, war sie für mich nicht mehr als ein Werkzeug", begann Sarah. „Ich dachte, sie wäre gut, um meinen Sohn zu beschützen und nichts weiter. Dann sah ich die Blicke, die mein Sohn ihr zuwarf und fragte mich, was sich zukunfts-John nur dabei gedacht hatte. Bei mehreren Gelegenheiten habe ich mit dem Gedanken gespielt sie zu zerstören und einzuäschern. Zuletzt, als mir klar wurde, dass die Beiden eventuell Kinder haben könnten." Bei diesen Worten sah Sarah John in die Augen. „Wie dem auch sei, ich habe es nicht getan." Jetzt schwieg Sarah Connor einen Augenblick und sah zu Boden. „Ich habe einmal gesagt, dass wenn Maschinen Kunst, Musik und Tanz verstehen könnten, wäre es nicht mehr nötig, dass sie uns Menschen töten. Nun weiß ich, dass ich mich geirrt habe. Nun glaube ich, dass Maschinen die dieses Verständnis aufbringen, unsere Freunde ja unsere Familie sein können. Mir ist klar geworden, dass nicht mein Sohn der Schlüssel zum Sieg über die Maschinen ist sondern seine Frau, eine Maschine und nicht zuletzt seine Tochter. Heute verneige ich, Sarah Connor, mich vor einer Maschine." Nach diesen Worten drehte Sarah sich zu Cameron herum, die Tränen in den Augen hatte und verbeugte sich leicht.

Als Sarah den Kopf wieder hob sah Cameron darin Tränen schimmern. Ohne nachzudenken machte Cameron drei schnelle Schritte und schlang die Arme um Sarah.

„Ich liebe dich", sagte Sarah so leise, dass nur Cameron es hören konnte.

„Ich liebe Dich auch Mom", sagte Cameron ebenso leise.

Riley-Sarah hatte nicht verstehen können, was ihre Mom und ihre Grandma sich zugeflüstert hatten aber sie konnte es sich denken. Sie wusste, heute hatte auch ihre Grandma eine Lektion gelernt.