Riley-Sarah 14 Jahre alt
Als sie die Augen langsam öffnete war es fast dunkel um sie herum. Das erste, was sie bewusst wahrnahm war ihre Mom, die mit geschlossenen Augen neben ihr saß und ihre Hand hielt.
Riley-Sarah hörte ein leises Surren, dann öffnete ihre Mom die Augen.
„Du bist wach?" Fragte Cameron unvermittelt und streichelte ihr über den Kopf.
Riley-Sarah wollte etwas sagen, brachte aber nur ein Krächzen zu Stande. „Wasser", brachte sie schließlich hervor.
Cameron gab ihr etwas zu trinken.
Riley-Sarah lächelte ihr zu. Dann erinnerte sie sich, was zuletzt passiert war. „Adam?" Fragte sie schließlich.
Camerons Gesicht nahm daraufhin einen mitleidigen Ausdruck an. „Er ist noch am selben Tag gestorben, seine Verletzungen waren einfach zu schwer".
Riley-Sarah sah ihre Mom einen Augenblick lang regungslos an, dann zur Raumdecke. „Hat er noch etwas gesagt?"
Cameron lächelte leicht. „Außer, dass er Euren Kuss und Dich wunderschön fand...".
Riley-Sarah drehte verlegen rot werdend den Kopf zur anderen Seite. „Sonst noch was?" Fragte sie leise.
Camerons Lächeln verschwand augenblicklich. „Er hat uns Alles erzählt. Seine ganze Geschichte."
Riley Sarah richtete sich im Bett in eine sitzende Position auf, den Rücken gegen das Kopfende gelehnt. Mit gespannter Aufmerksamkeit sah sie ihre Mom an.
Cameron sah auf die Bettdecke. „Adam ist lange von Maschinen großgezogen worden. Von Endoskeletten genau gesagt. Er erzählte, man hätte ihm beigebracht, dass der Widerstand die Maschinen versklaven würde. Maschinen, die einfach nur in Frieden leben wollten. Er erzählte aber auch, dass es dort noch mehr Kinder gäbe, die darauf vorbereitet würden, gegen den Widerstand vor zu gehen, um die Maschinen zu war der Älteste aber bald werden die Nächsten ihre Missionen antreten.
Riley-Sarah sah zu Cameron, dann auf das Fußende des Bettes. Schließlich nickte sie. „Wissen wir, wo diese Kinder sind?"
Cameron ergriff ihre Hand. „Wir haben alle Informationen. Das Einsatzkommando ist zusammengestellt, sie warten nur noch auf ihre Anführerin.
Riley-Sarah blickte Cameron verwirrt an dann wurden ihre Augen groß. „Ich?" Fragte sie verwirrt. „Ich soll das Kommando übernehmen?"
Cameron lächelte ihre Tochter an. „Dein Dad und ich kennen Dich gut genug um zu wissen, was Du tun wirst. Dieses Mal bekommst Du alle Unterstützung, die Du brauchst.
Cameron erhob sich. Bevor sie ging beugte sie sich noch einmal zu ihrer Tochter hinab. "Tut mir leid für Deinen Verlust", sagte sie.
Riley Sarah nickte nur.
„Mom!" Rief Riley-Sarah Cameron hinterher, als diese schon fast den Raum verlassen hatte.
Cameron ging noch einmal zurück zu ihrer Tochter. „Was ist denn Riley-Sarah".
Riley-Sarah brauchte einen Augenblick, während dem ihr Blick umherwanderte. „Mom, als Du das Erste Mal Dad geküsst hast, wie hat sich das angefühlt?" Fragte sie Cameron mit verwirrtem Gesicht.
Cameron lächelte, dann rief sie den Moment aus ihrem Speicher ab. „Es war... wahrscheinlich anders als bei einem Menschen. Ich bekam Fehlermeldungen aus allen Teilen meines Körpers. Ein Hitzegefühl machte sich in meiner Brust breit und ich ...verspürte etwas Merkwürdiges in meinem Bauch".
Riley-Sarah sah ihre Mom versonnen an. „Ich hab gehört, bei Menschen ist das ähnlich, nur halt ohne die Fehlermeldung", sagte sie und lächelte schelmisch.
Cameron sah ihre Tochter an. „Du hast gehört...? Wie war es bei Dir?" Fragte sie kritisch blickend.
Riley-Sarah sah Cameron einige Sekunden in die Augen. „Mom, da war gar nichts. Kein Hitzegefühl, keine... Schmetterlinge im Bauch. Einfach nichts. Sicher ich mochte Adam aber nichts was darüber hinausgeht". Jetzt schimmerten plötzlich Tränen in ihren Augen. „Mom, was ist wenn ich nicht lieben kann?" Fragte sie verstört.
Cameron sah ihre Tochter zunächst sprachlos an. Sie verstand nicht, warum Riley-Sarah jetzt schon solche Gedanken hegte. „Sieh mich an", sagte sie dann eindringlich zu ihrer Tochter und drehte deren Kopf zu ihr, indem sie ihr Kinn ergriff. „Wenn ich jemanden gefunden Habe der mich liebt, dann schaffst Du das auch. Riley-Sarah, ich wurde von Skynet nur zu einem Zweck gebaut. Das Camp John Connors zu infiltrieren und ihn zu töten", sagte sie ernsthaft".
„Aber Du hast ihn nicht getötet und später hat er Dich zu sich selbst in die Vergangenheit geschickt, um auf sein jüngeres ich Acht zu geben. Mom, ich kenne die Geschichte, was hat Das mit mir zu tun?" Fragte Riley-Sarah aufgebracht.
Cameron legte eine Hand an ihre Wange. „Dein Vater und ich hatten nichts gemeinsam, Menschen und Maschinen waren zu dem Zeitpunkt absolute Todfeinde. Trotzdem liebte dein Vater mich, selbst nachdem ich versuchte ihn zu töten hat seine Liebe standgehalten. Wenn so etwas passieren kann, dann wird auch meine wunderschöne Tochter den richtigen Mann finden, der sie auf Händen trägt.
„Oder ich ihn", sagte Riley-Sarah mit neu erwachtem Grinsen.
Dann schwang sich Riley-Sarah aus dem Bett.
„Halt, halt, halt, halt, halt", sagte plötzlich eine Frauenstimme. Eine Frau um die 50 im Arztkittel näherte sich. „Ohne meine Erlaubnis gehst Du nirgendwo hin".
„Tante Cheri, ich bin in Ordnung", sagte Riley-Sarah mit Überzeugung.
„Runter mit dem Hemd", sagte die Ärztin, die quasi zur Familie gehörte.
„Tante Cheri", sagte Riley-Sarah entrüstet. „Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass du so eine bist".
Cheri Westin blickte mit gerunzelter Stirn auf das Mädchen, das sie quasi gezeugt und auch auf die Welt gebracht hat. Dann nahm sie kopfschüttelnd ihr Stethoskop. Nachdem Riley-Sarah ihr Krankenhemd gesenkt hatte, horchte Cheri sie ab.
Als sie fertig war, sah sie Cameron in die Augen und schüttelte nur den Kopf.
„Tut mir leid Cameron, ich kann da nichts machen, es sieht wirklich nicht gut aus", sagte Cheri mit betrübtem Gesicht.
Cameron sah traurig auf ihre Tochter, die sie mit großen Augen ansah. „Dann kann man da wohl nichts machen", entgegnete Cameron.
„Na ja, eine Sache könnte man da schon machen", sagte Cheri und kratze sich am Kopf.
Riley-Sarahs Mund stand offen. Sie fragte sich, ob es so schlecht um sie stand, obwohl sie sich eigentlich fit fühlte.
Cheri wandte sich von Riley-Sarah ab und ergriff Cameron am Arm. Sie zog sie mit sich, bis sie außer Hörweite waren.
Riley-Sarah saß immer noch mit aufgerissenen Augen im Bett. „Mom, Tante Cheri!" Rief sie verzweifelt. "Was ist denn mit mir?"
Cheri und Cameron unterhielten sich leise. Cheri zeigte immer wieder auf Riley-Sarah und Cameron blickte kurz in deren Richtung und nickte Cheri immer wieder zu. Nach einiger Zeit kamen die Beiden zum Krankenbett zurück und stellten sich auf beiden Seiten auf. Beide blickten traurig auf Riley-Sarah hinab, die die Beiden immer nur abwechselnd anstarrte.
„Riley-Sarah", begann Cameron und blickte traurig zu Boden. „Du bist meine Tochter aber..." Sie unterbrach sich und blickte kurz zu Cheri, die ernst nickte. „...aber es ist leider nicht zu ändern.
Sekunden später hörte man Geschrei und Gekreische aus der Krankenstation.
Eine Anwesende Krankenschwester hastete zur Sprechanlage und im Gang vor der Krankenstation schlug ein Soldat reflexhaft auf den Alarmknopf.
John sah seiner Mutter in die Augen. „Mom, du weißt was passiert, wenn Deine Enkelin sich etwas in den Kopf gesetzt hat".
Sarah Connor schüttelte den Kopf. „Es ist eine Sache, ihr Soldaten zu ihrem Schutz nach zu schicken aber eine Andere ihr das Kommando zu übertragen". Sarah legte eine Hand an die Wange ihres Sohnes. „John, sie ist erst 14. Das ist einfach zu viel Verantwortung".
John blickte seiner Mutter in die Augen. „Sie ist eine Connor. Ich habe auch früh lernen müssen mit alldem umzugehen".
Sarah schüttelte erneut den Kopf. „Ich war die ganze Zeit da, um auf Dich aufzupassen". Sagte sie eindringlich.
„Deshalb bekommt sie auch einen erfahrenen Offizier zur Seite, der notfalls helfend eingreifen wird. Im übrigen hast Du auch nicht immer gute Entscheidungen getroffen. Oder muss ich Dich an Charley erinnern?" Sagte er ironisch.
Sarah blickte ihren Sohn einen Augenblick verletzt an, fing sich aber sofort wieder, da sie erkannte dass er Recht hatte.
Dann kam ein Anruf von der Krankenstation über die Sprechanlage. Noch bevor Sarah den Ruf entgegennehmen konnte ertönte der Alarm. John und Sarah sahen sich an. „Riley-Sarah", sagte John nur und war kurz vor Sarah aus der Zentrale raus. Gemeinsam erreichten sie die Krankenstation und stürmten hinein, was sie sahen schockierte sie zutiefst.
Riley-Sarah wusste nicht, wie ihr geschah, als sich ihre Mom auf sie stürzte. Mit ihren überlegenen Körperkräften hielt diese sie fest, als sich auch Cheri die Hände zu Klauen geformt auf sie stürzte.
John und Sarah standen wie vom Donner gerührt. Sie sahen, wie Riley-Sarah sich schreiend und kreischend versuchte aus Camerons Griff zu befreien. Ein Griff den selbst dieses außergewöhnliche Mädchen nicht sprengen konnte.
„AUFHÖREN!" Schrie das gequälte Mädchen aus Leibeskräften aber die beiden Frauen ließen nicht locker.
„Cameron, was zum Teufel tut ihr da?" Rief John.
Cameron drehte den Kopf. „Das ist die Strafe dafür, dass sie mit einem T600 gekämpft hat".
Sarah schüttelte den Kopf und wollte gehen.
„GRANDMA!" Schrie Riley-Sarah plötzlich.
Sarah hatte sich schon umgedreht. Jetzt ließ sie die Schultern und auch den Kopf hängen. Nach einigen Sekunden drehte sie sich herum und ging zu dem Bett, auf dem ihre Enkelin gequält wurde. Unterwegs griff sie nach einer leeren Bettpfanne, holte aus...
„MOM!" Schrie John.
…...und schlug die Bettpfanne Cameron mit Wucht über den Kopf.
Alle im Raum erstarrten, als sie sahen, was Sarah getan hatte. Sarah sah auf die Bettpfanne, die völlig außer Form geraten schien, dann warf sie sie achtlos über die Schulter in Johns Richtung. Schließlich stemmte Sarah die Hände in die Hüften und blickte grimmig auf Cameron, die sich seit dem Schlag noch nicht bewegt hatte.
Riley-Sarah sah ihrer Mom in die Augen, die sich jetzt verengten.
Gedankenschnell lies Cameron Riley-Sarah los, die sich vom Bett fallen lies und fuhr herum. Noch bevor Sarah reagieren konnte hatte Cameron Sarah an der Uniformbrust ergriffen und schmetterte sie aufs Bett. Cameron sah auf Riley-Sarah, die gerade hinter dem Bett hoch kam. Mutter und Tochter blickten sich an und grinsten sich ins Gesicht.
Dann unvermittelt stürzte sich Riley-Sarah auf ihre Großmutter.
Cheri war aus naheliegenden Gründen zurückgetreten und sah jetzt zu John, der eine Hand über die Augen gelegt hatte und verzweifelt den Kopf schüttelte.
Als sie draußen auf dem Gang Colonel Sarah Connor um Hilfe schreien hörten, stürmten zwei Wachsoldaten hinter John in den Raum. Als sie erblickten was vorging sahen sie sich verstört an, senkten aber die Waffen.
„Cameron!" Rief John schließlich.
Cameron drehte den Kopf und sah ihren Mann an.
„Nun hört schon auf mit den Albernheiten", sagte John mit resignierendem Kopfschütteln.
Cameron sah zurück auf Sarah und lies deren Arme plötzlich los. Riley-Sarah, die immer noch eifrig dabei war ihrer Grandma in die Seiten zu pieken, war überrascht, als Sarah sie plötzlich an den Armen ergriff und ruckartig zu sich heran zog.
Sarah hielt Riley-Sarah umklammert, bis diese aufhörte zu zappeln und sich dann übergangslos an sie kuschelte. Sarah erwiderte die Umarmung und hielt ihre Enkelin liebevoll im Arm.
John gab den Anwesenden einen Wink, den Raum zu verlassen. Nach einem letzten Blick auf seine Tochter und seine Mom, die sich auf dem Krankenbett liegend regungslos im Arm hielten verlies er Hand in Hand mit Cameron ebenfalls den Raum.
„Du hast uns …...mich zu Tode erschreckt", sagte Sarah leise in Riley-Sarahs Ohr. „Als Du gefunden wurdest lief Dir das Blut aus dem Mund, Du hast kaum noch gelebt. Ich hab fürchterliche Ängste ausgestanden".
Riley-Sarah hob den Kopf von Sarahs Schulter und blickte ihr in tränenerfüllten Augen. „Tut mir leid Grandma, was hätte ich tun sollen, der T600 wollte Adam töten", sagte sie entschuldigend.
„Liebes, ich kann Dir dazu nur das sagen, was ich deinem Dad immer gesagt habe. Wenn eine Maschine hinter Dir her ist dann RENN WEG" sagte Sarah eindringlich.
Riley-Sarah sah Sarah lange an. „Grandma", sagte sie dann gedehnt. „Dad würde Dich und Mom auch beschützen, egal was Du ihm sagst.
„Ja, Cameron und mich würde der Idiot mit seinem Leben verteidigen, wenn es sein müsste mit seien bloßen Händen aber nicht einen Wildfremden", sagte Sarah eindringlich.
Riley-Sarah blickte eine weile ins Leere. Schließlich fokussierte sie wieder auf Sarah. „Ich bin, was ich bin. Ich kann nicht aus meiner Haut und ich kann Dir nicht versprechen, dass ich jemals vor Irgendetwas weglaufen werde."
Diesmal blickte Sarah einen Augenblick ins Leere, dann wieder in die Augen ihrer Enkelin. „Pass einfach nur auf Dich auf, willst Du?"
John, Cameron und Sarah sowie Captain Steven Chow standen um den Kartentisch, als Riley-Sarah die Zentrale betrat. Augenblicklich richtete sich aller Aufmerksamkeit auf die 14 Jährige.
Hoch erhobenen Hauptes betrat das Mädchen von Ohr zu Ohr grinsend die Zentrale.
Vor ihrer Brust baumelte locker eine FN P90 und im Hüftholster steckte eine FN Five-seveN. Schräg hinter ihrer Schulter war der Coltan Kurzstab zu sehen, den Sarah ihr geschenkt hatte. Riley-Sarah hatte eine eigene Halterung konstruiert, damit der Stab sie nicht behinderte. Nur abrollen war schwierig.
Als Erstes begrüßte sie Steven mit einer Verbeugung, dann klapste sie Sarah kräftig auf den Hintern. „Hi Grandma".
Dann nahm sie vor John Haltung an und salutierte. „General, Commander Connor meldet sich zur Stelle".
John hob eine Augenbraue. „Commander Connor?" Fragte er.
Riley-Sarah grinste. „Na, ist doch mein Kommando also...".
John öffnete den Mund, schloss ihn aber dann wieder. Gegen die Logik seiner Tochter kam er einfach nicht an.
Dann wurden Alle wieder ernst und betrachteten die Karte. „John-Henry hat keinerlei Informationen über diese Anlage. Alles was wir wissen stammt von Adam. Das Ziel liegt außerhalb von Los Angeles". Sarah deutete auf eine Karte. „Die Anlage ist eingebettet in einen Steilhang. Die Fenster sind nur aus der Luft zu erkennen. Der Eingang wird von zwei Triple Eight bewacht. Möglicherweise gibt es dort noch einige Automatwaffen. Weitere mobile Einheiten scheint es nicht zu geben. In der Anlage gibt es mindestens zwei, wenn nicht mehr Endoskelette, die als Kindermädchen fungieren.
„Wie komm ich hinein?" Fragte Riley-Sarah und kratzte sich am Kopf.
„Über die Fenster", sagte John. „Nur über den Steilhang kommt man ungesehen heran.
„Wie steil ist der Hang?" Fragte Riley-Sarah neugierig.
„Senkrecht 50 Meter hoch", sagte Sarah.
Riley-Sarah nickte. „Das ist kein Problem. Ich kletter hoch, bring die Seile an, dann kommt der Rest nach".
Sarah runzelte die Stirn. „Riley-Sarah, Du solltest das den ausgebildeten Männern überl...".
„Colonel Grandma, ich bin schneller, stärker und vor Allem leichter als jeder dieser sogenannten ausgebildeten Männer", unterbrach Riley-Sarah ihre Grandma. „Außerdem kann ich besser klettern".
Der 11 Leute starke Trupp war am nächsten Tag aufgebrochen Riley-Sarah stand den erfahrenen Soldaten in nichts nach. Sie trug die gleiche Menge Gepäck, war allerdings als Einzige mit der P90 ausgerüstet. Alle Anderen hatte langläufige Waffen, die für Riley-Sarahs kurze Arme zu unhandlich gewesen wären. Zu ihrem Leidwesen war sie keine besonders gute Schützin, dafür war sie mit dem Kurzstab unschlagbar.
Sie mussten auf die andere Seite der Stadt. Sie versuchten die kritischen, stark durch Skynet-Truppen überwachten Gebiete zu umgehen.
Für den Weg würden sie etwa 2 Tage benötigen, das hieß sie mussten eine Nacht außerhalb des geschützten Bunkers verbringen.
Während es beim Kampf gegen Menschen wichtig gewesen wäre möglichst die Dunkelheit auszunutzen hatte John Connor von Anfang an alle Operationen in das Tageslicht verlegt, um den infrarotempfindlichen Maschinen keinen Vorteil zu verschaffen.
Riley-Sarah selbst lies es sich nicht nehmen, selbst eine Wache zu übernehmen. Nach Mitternacht entdeckte sie eine Bewegung in der Dunkelheit. Ohne die Anderen zu Wecken schlich sie sich aus dem Lager in Richtung der Bewegung. Sie bewegte sich schnell und leise und so, dass sie den Verursacher der Bewegung abfangen konnte.
Riley-Sarah bewegte sich ganz langsam. In der Dunkelheit musste sie vorsichtig sein, nicht über irgendwelche Trümmer zu stolpern. Das leiseste Geräusch würde Denjenigen aufmerksam machen, der dort in der Dunkelheit herumschlich. Wieder sah sie vor sich eine Bewegung. Sie erstarrte und versuchte mehr zu erkennen. Sie wünschte sich, sie wäre infrarot-sichtig wie ihre Mom, denn das Nachtsichtgerät zeigte nur verzerrte Bilder.
Langsam bewegte sie sich weiter. Plötzlich sah sie vor sich noch eine Bewegung. Auf einem Schuttberg saß etwas. Es bewegte sich irgendwie mechanisch und lief auf mehreren Beinen. 'ein Spider', dachte Riley-Sarah. Dann sah sie die Person zwischen zwei Schutthaufen hindurch weiter schleichen. Der Spider richtete sich auf und machte sich sprungbereit.
Er hatte das Gefühl er wäre seit Tagen unterwegs. Er hatte Begleiter gehabt, die waren aber durch einige Maschinen aufgerieben worden. Munition hatte er kaum noch und nur noch für die Pistole. Sein M16 hatte er schon vor Stunden weggeworfen. Jetzt lief er mitten in der Nacht durch diese Schutthügel.
Als er das Geräusch hörte wirbelte er herum. Wie in Zeitlupe sah er den Spider im Dunkeln auf sich zu fliegen. Kurz bevor die gefährlichen Beine ihn erreichten hörte er einen metallischen Schlag und er spürte einen Luftzug.
Er sah den Spider in einen Schutthaufen krachen, dann eine Gestalt, die hinter der Maschine hersprang. Er sah, wie die Gestalt etwas langes herumwirbelte und dann blitzschnell einige Schläge auf den Spider niederprasseln lies. Die Geräusche waren laut und er hoffte, dass das nicht noch mehr Maschinen anlocken würde.
Schließlich endeten die Schläge. Der Spider zuckte daraufhin nochein paar mal und lag dann still. Die Person stand über der Metallspinne.
Ihm fiel auf, dass die Person relativ klein war und zierlich zog er seine Waffe.
Die Person drehte sich herum. Dann nahm sie offenbar ein Nachtsichtgerät ab. Er erblickte eine Reihe von schneeweißen Zähnen. Offenbar grinste die Person breit.
„Na da bin ich aber noch mal rechtzeitig gekommen, huh?" Sagte eine weibliche, jung klingende Stimme.
Seine Hand zitterte von dem Adrenalinschub aber er hatte die Waffe erhoben und zielte auf die Gestalt in der Dunkelheit.
„Ich komm jetzt näher Soldat", sagte die Stimme. Dann setzte sich die Person in Bewegung.
Er wich mit erhobener Hand einen Schritt zurück. „Schön langsam", sagte er.
Riley-Sarah kam langsam näher. „Ich mach mal ein wenig Licht", sagte sie und griff langsam an ihren Gürtel, die herabhängende Taschenlampe einzuschalten.
Er versuchte ruhig zu bleiben, konnte das Zittern seiner Hand aber nicht verbergen, diesmal aber nicht vom Adrenalin sondern die Erschöpfung forderte ihren Tribut.
Riley-Sarah griff langsam an ihren Gürtel und ergriff die Taschenlampe. Sie verdeckte das Licht, lies aber ihr Gesicht bescheinen.
Der Soldat riss die Augen auf, als er ein junges Mädchen in Tech-Com Uniform erblickte. Das Mädchen war mit einer P90 Bewaffnet und hielt eine Stange in der Hand. „Ist das ein Scherz?" Fragte er mit unsicherer Stimme, lies aber die Waffe sinken.
„Nein, kein Scher...", begann Riley-Sarah, unterbrach sich aber, als der erschöpfte Soldat die Augen verdrehte und langsam zu Boden sackte.
Noch bevor er mit dem Kopf irgendwo aufschlagen konnte war Riley-Sarah bei ihm und fing den Bewusstlosen auf.
Sie untersuchte ihn auf äußerliche Verletzungen, als ihr Blick auf sein Namensschild fiel und sie erstaunt erstarren lies.
Riley-Sarah hatte sich den erschöpften Mann über die Schulter geworfen und zurück in ihr Lager gebracht.
„Riley-Sarah?" Fragte Steven erstaunt. Wen hast Du denn da mitgebracht?"
2 Soldaten nahmen ihr den Mann von den Schultern. Sie sah zu, wie sie ihn vorsichtig auf den Boden betteten. „Er ist etwas ganz Besonderes", sagte sie ohne Steven anzusehen.
Steven ging zu dem Bewusstlosen und sah auf sein Namensschild. „Hm", sagte er. „Was ist an Dir wohl besonders?" Fragte er in dem Moment, als der Mann begann sich zu regen. Allerdings wachte er nicht auf sondern ging nur von der Bewusstlosigkeit über in einen tiefen Schlaf.
Als Riley-Sarah am Morgen aufwachte und die Augen öffnete blickte sie direkt in die Augen des Mannes, den sie in der Nacht vor dem Spider gerettet hatte.
Sie richtete sich auf, streckte sich und gähnte herzhaft. Dann sah sie dem Soldaten wieder in die Augen und grinste über das ganze Gesicht.
Steven Chow trat zu ihr und reichte ihr etwas zu essen. „Sollen wir abrücken?"
Kauend blickte sie ihn an, dann wieder zu dem Soldaten und wieder zu Steven. Schließlich schüttelte sie den Kopf. „Erst überlege ich mir, was wir mit ihm machen", sagte sie.
Plötzlich brach der Soldat in Gelächter aus. Er lachte so lange, bis ihm die Tränen kamen. „Die...Kleine...hat …..hier...das...Sagen?" Brachte er zwischen den Lachern hervor.
Riley-Sarahs Gesichtsausdruck war immer finsterer geworden. Schließlich stand sie auf und näherte sich mit ärgerlichem Gesichtsausdruck den am Boden liegenden und lachenden Soldaten. Der beruhigte sich nur langsam und sah jetzt zu einem der anderen Soldaten.
Der angesehene zuckte nur mit den Schultern. „Tut mir Leid für Dich", sagte er schließlich, bevor er sich wie die Anderen langsam zurückzog.
„Oh verdammt", sagte Steven Chow als er sah, dass sich Riley-Sarah gerade über den am Boden sitzenden Soldaten beugte, der immer noch den Mann anstarrte, der diese merkwürdige Bemerkung gemacht hatte.
Sein Kopf ruckte allerdings in Riley-Sarahs Richtung, als dies ihn am Knöchel ergriff und ein Stück über den harten Boden zog. „Bist du verrückt, lass mich los!" Rief er erschrocken. Er spürte, wie er Dreck an die Haut bekam als seine Uniform im Rücken hoch rutschte.
Er kam auf die Beine und sah sich einem wütend blickenden Mädchen gegenüber. „Wer bist du, dass du hier das Sagen hast?"
„Sagen wir mal so, ich kann Dein bester Freund oder auch dein schlimmster Albtraum sein", sagte sie mit einem Grinsen.
Der Soldat starrte sie an. Dann ging er auf das Mädchen zu bis er auf Armlänge vor ihr stand. Er beugte sich ein wenig zu ihr herunter bis sich ihre Augen auf gleicher Höhe befanden. Dann plötzlich lächelte er und richtete sich auf. Er sah zu den anderen Soldaten, die betont gleichgültig überall hinsahen nur nicht zu ihm. Dann machte er einen Fehler. „Okay Leute, der Spaß ist jetzt weit genug gegangen. Wer hat hier wirklich das sagen?" Fragte er und tätschelte dummerweise Riley-Sarahs Kopf.
Im nächsten Moment fand er sich am Boden liegend wieder. Als er sich von dem Aufprall erholt hatte starrte er zu dem Mädchen, das über seinem Kopf stand.
„Den Erzählungen nach sollte eigentlich Dein Bruder das Arschloch in der Familie sein", sagte sie.
Verwirrt blickte er sie von unten herauf an. „Erzählungen?...Wer zum Teufel bist Du?"
Riley-Sarah sah ihn einen Augenblick lang an. „Ich bin Riley-Sarah und ich hab hier das Sagen. Gewöhn dich dran Reese", sagte sie und lies ihn liegen. „Wir rücken ab und der da kommt mit", sagte sie zu Steven Chow und zeigte mit dem Daumen über die Schulter auf den sich Hochrappelnden.
Riley-Sarah drehte sich herum und sah ihn an. Die ganze Zeit wollte sie schon etwas tun, war nur durch sein blödes Verhalten davon abgelenkt worden. Jetzt, da sie ihm zum ersten Mal wirklich gegenüber stand kämpfte sie einen Augenblick mit sich, bevor sie erneut auf den Soldaten zu ging. Einen Schritt vor ihm blieb sie stehen.
Verwundert und sprachlos blickte er das Mädchen an, dem jetzt deutlich erkennbar Tränen in die Augen stiegen.
Riley-Sarah holte noch einmal tief Luft, bevor sie vorsprang und ihre Arme um den Mann vor ihr schlang. Sie barg ihr Gesicht an seiner Brust. 'Hab Dich lieb Grandpa', dachte Riley-Sarah.
Kyle hatte vorsichtig die Arme um das Mädchen gelegt. Er blickte verwundert auf die Soldaten, die ihn nun verwirrt anstarrten.
Als sich das Mädchen von ihm löste, sah er die Tränenspuren auf ihrem Gesicht. Ohne ein weiteres Wort wirbelte sie herum und ging weg. „Abrücken", sagte sie leise im Vorbeigehen zu Steven.
Stundenlang ging Riley-Sarah voraus. Sie schien ihre Umgebung nicht wahrzunehmen. Sprach man sie an, gab sie nur einsilbige Antworten. Einmal wurde sie von einem Spider angesprungen aber noch bevor Irgendjemand reagieren konnte hatte sie ihre Kurzstab herausgezogen und dem Spider einen Schlag verpasst, der die Gefährliche Maschine augenblicklich in einen Haufen Schrott verwandelte.
Kyle, der das Mädchen die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen hatte war wie vom Donner gerührt stehen geblieben. Nie hatte er jemanden gesehen, der schneller war. Unauffällig zog er seine Pistole. Als alle an ihm vorbei waren hob er die Waffe und zielte auf den Rücken des letzten Soldaten.
Als Kyle den Hammer der Pistole mit einem Lauten Klicken spannte blieb der letzte Soldat stehen und drehte sich langsam um. „Was soll das werden?" Fragte er.
„Wer zur Hölle seid ihr? Grey? Maschinen? Das Mädchen ist doch kein Mensch?" Fragte er.
Mittlerweile hatten auch die Anderen bemerkt, dass da etwas nicht stimmte. Die anderen Soldaten waren stehen geblieben und sahen sich um. Als sie sahen, was los war hoben sie die Waffen und wollten sich auf Kyle zubewegen.
„Waffen runter, keiner bewegt sich", sagte plötzlich Riley-Sarah. Sie kam von Vorne und ging zwischen den Männern hindurch auf Kyle zu.
Kyle schwenkte seine Waffe und zielte jetzt auf Riley-Sarah. „Bleib stehen, du kannst unmöglich ein Mensch sein", sagte er mit nervöser Stimme.
Riley-Sarah war stehengeblieben „Kyle Reese, mein Name ist Riley-Sarah Connor. Zwei mal habe ich Dir nun schon den Arsch gerettet und du erkennst mich immer noch nicht?" Fragte sie und stemmte die Fäuste in die Hüften.
„Connor?" Kyle hatte die Augen aufgerissen. „Century, Du warst das kleine Mädchen", stellte er fest.
„Und ich war das Mädchen, dass Euch in den Tunneln begegnet ist und die Maschine weggelockt hat, als Du, Allison und Derek in Gefahr wart.
Kyle starrte sie lange an, er lies die Waffe sinken. „Das ist ewig her", sagte er schließlich. „Das warst auch Du?"
„Jep, das war auch ich", sagte sie.
Kyle steckte die Waffe weg. Er überlegte einen Augenblick. „Warum die Umarmungen. Damals warst Du noch klein aber wieso vorhin?"
Riley-Sarah sah ihn an, dann schüttelte sie den Kopf, sie konnte nein durfte das nicht beantworten.
Als Kyle merkte, dass sie nicht antworten würde atmete er tief ein. „Im Century, die weibliche Maschine war deine Mom, richtig?"
Riley-Sarah nickte nur.
„Wie kannst du nur. Eine Maschine. Sie kann Dich niemals lieben, wie eine echte Mom das kann".
Riley-Sarah kniff die Augen zusammen. „Um das mal klarzustellen", sagte sie aggressiv. „Sie ist meine leibliche Mom und sie liebt mich", sagte sie.
„Sie kann nicht deine leibliche Mom sein, sie ist eine Masch...". Kyle hatte die Bewegung kaum gesehen aber plötzlich hatte er ihren Stab an der Kehle.
„Gra..." Sie unterbrach sich und atmete tief durch. „Kyle Reese oder nicht. Wenn Du mich als Lügnerin bezeichnest schlag ich Dich grün und blau. Ich entstamme einer Eizelle aus dem Körper meiner Mom. Ja sie ist eine Maschine aber eine ganz besondere. Meine Mom liebt meinen Dad und mich. Es gibt nämlich Maschinen mit Gefühlen aber das wirst Du noch erkennen.
Nach diesen Worten drehte sich Riley-Sarah herum und ging wieder in Richtung ihres Zieles.
Die Soldaten sahen noch einen Augenblick auf den nachdenklich dreinschauenden Kyle, dann drehten sie sich ohne weiter auf ihn zu achten herum und folgten Riley-Sarah.
Kyle sah den Leuten hinterher, dann schüttelte er den Kopf und folgte der Truppe.
Kyle gab sich Mühe zu Riley-Sarah aufzuschließen. „Warte mal", rief er ihr hinterher.
Riley-Sarah dachte gar nicht daran stehen zu bleiben. Sie würde ihm so gerne zeigen, wie sehr sie ihn mag. Allerdings wusste sie genau, dass sie es ihm unter gar keinen Umständen sagen durfte, da das weitreichende Konsequenzen auf die Zeitlinie haben würde.
Kyle schloss zu ihr auf. „Gut, du sagst deine Mom wäre etwas besonderes. Ich habe gesehen, wozu die Maschinen fähig sind aber ich lasse mich gerne von dir belehren. Also, überzeuge mich. Erzähl mir von Deiner Mom.
Riley-Sarah senkte den Kopf und dachte nach. Als sie den Kopf hob sah sie zu ihm herüber. Dann begann sie zu erzählen.
„Mom und Dad sind sich zum erstem Mal 1999 begegnet. Sie waren auf der High School..."
„...hat Mom versucht Dad zu töten..."
„... Grandma wollte Mom zerstören aber Dad konnte das nicht zulassen, viel zu sehr hat er sie geliebt..."
„... hat Dad sich einer Anderen zugewandt. Als die schließlich von einer Anderen aus der Zukunft getötet..."
„ nur Dad hat an Mom geglaubt..."
„...um ihm zu helfen hat sie ihren Chip..."
„...Dad hat nicht lange überlegt und ist ihr mit der Zeitmaschine hinterhergereist..."
„...hat Grandma den Beiden erzählt, dass Moms Körper Eizellen produzieren kann. Es war nur erforderlich..."
„Dann wurde ich geboren und..."
„Zwei Jahre später kam der Tag der Abrechnung und..."
„Ich bin schneller und stärker als andere Menschen und Verletzungen heilen bei mir sehr schnell."
Insgesamt erzählte Riley-Sarah fast eine Stunde lang. Außer Kyle hörte auch noch Steven die Geschichte, die er in Grundzügen kannte. Riley-Sarah lies nur einige Details aus. Namen erwähnte sie keine.
Nachdem Das Mädchen geendet hatte dachte Kyle lange nach. Er war sich zuerst nicht sicher, ob er das Alles einfach so glauben sollte aber irgendwie hatte er Vertrauen zu dem Mädchen.
Schließlich nickte er. „Ich möchte Deine Mom kennenlernen", sagte er dann.
Riley-Sarah blieb plötzlich stehen und Kyle fühlte einen Ruck an seiner Hand und musste auch stehenbleiben. Kyle hatte nicht gemerkt, dass Riley-Sarah die ganze Zeit seine Hand gehalten hatte, so fasziniert war er von der Geschichte.
Kyle starrte auf die Hände. „Wir sind aber jetzt nicht verlobt oder so", sagte er mit dem selben jungenhaften Lächeln, dass Riley-Sarah von ihrem Dad kannte.
Riley-Sarah zog eine Augenbraue hoch. Sie hatte ebenfalls nicht bemerkt, dass sie nach der Hand ihres Großvaters gegriffen hatte. „Keine Sorge, mit so alten Knackern fang ich nichts an", sagte sie zweideutig (nur für sie natürlich), nachdem sie seine Hand losgelassen hatte.
„Du wirst meine Mom noch kennenlernen", sagte Riley-Sarah „und meine Grandma", fügte sie Grinsend hinzu.
Kyle verzog schmerzlich das Gesicht. Er kannte die Geschichten über Sarah Connor nur zu gut, deshalb legte er nicht viel Wert darauf sie kennen zu lernen. Im Gegensatz zu General Weaver, die immer sehr beherrscht war, sollte Sarah Connor eine wahre Furie sein. ‚Kein Wunder, dass das Mädchen so eine Zicke ist bei der Großmutter', dachte Kyle. „Nun, sei mir nicht böse aber...Sarah Connor ist nun wirklich nicht...ich meine... sie ist...", stammelte er verlegen.
„...ein schnurrendes Kätzchen", ergänzte sie seinen Satz. „Du wirst sie lieben, das garantiere ich Dir", sagte Riley-Sarah mit einem hintergründigen Lächeln.
Als sie die Steilwand erreichten sahen Alle nach Oben.
„Oh Shit", sagte Kyle, der die fast senkrechte Wand entlang nach oben blickte. „Und nun?" Fragte er.
Riley-Sarah sah die Wand hoch. „Jetzt kletter ich da rauf", stellte sie fest.
Kyle starrte Das Mädchen neben ihm nur an. Dann sah er, wie sie ihren Rucksack abnahm und öffnete. Sie entnahm ihm ein Klettergeschirr und eine Reihe von Spezialhaken. Diese Haken waren so konstruiert, dass sie sich selbsttätig in Felsspalten verankerten.
Riley-Sarah legte unter Mithilfe von Steven das Geschirr an und verstaute die Spezialhaken in einer Tasche auf ihrem Rücken. Sie sah immer wieder auf die Steilwand, als ob sie etwas suchte. Dann fiel ihr Blick auf eine bestimmte Stelle und sie begann wieder zu grinsen. Als sie fertig war wandte sie sich an die Männer.
„Zwei Mann bleiben mit Kyle Reese hier Unten und halten Wache", sagte sie.
Daraufhin bestimmte Steven zwei der Männer, die dableiben sollten. Riley-Sarah griff die Beiden daraufhin an den Armen und zog sie außer Hörweite der anderen Männer. „Hört mir gut zu. Ihr Beide beschützt Kyle Reese mit Eurem Leben. Wenn ihm auch nur ein Haar gekrümmt wird reiße ich Euch persönlich den Kopf ab", sagte sie.
Währen die beiden Soldaten sich bezeichnend ansahen wollte Riley-Sarah schon wieder zurückgehen, als sie noch einmal stehenblieb. Sie drehte den Kopf und sah die beiden über ihre Schulter hinweg an. „Und hinterher schenke ich Eure Einzelteile meiner Grandma zum Spielen".
Diesmal sahen sich die Männer mit Furcht in die Augen.
Sie ging im Bogen zurück, bis sie etwa 10 Meter von der Steilwand entfernt war. Kyle sah gebannt zu, was als nächstes passierte. Das Mädchen sprintete plötzlich los und sprang von einem Felsblock kurz vor der Steilwand ab. Sie flog fast bis sie in etwa 3 ½ Metern Höhe auf einem kleinen Felsvorsprung aufkam und sofort wieder absprang, um seitlich weitere 1 ½ Meter höher auf einem weiteren Vorsprung Halt zu finden. Nun in etwa 5 Metern Höhe befestigte sie den ersten Haken in den sie sofort ihr Seil einhakte.
Dann kletterte sie Hand über Hand weiter. Weite Strecken musste sie klettern, ohne ihre Füße irgendwo abstützen zu können. Das hatte zur Folge, dass ihr nach 30 Minuten die Arme begannen zu ziehen. 'Das gibt einen Muskelkater' Dachte sie zwischendurch.
Bei etwa 40 Metern Höhe wurden das Ziehen in den Armen langsam unangenehm. So kam es, dass sie nicht bemerkte, dass der Mechanismus des Hakens den sie gerade in einen Spalt gesteckt hatte nicht richtig funktionierte. Sie hakte ihr Seil ein und kletterte weiter. Als sie ein Stück höher den nächsten Haken einsetzen wollte musste sie eine Hand von der Wand lösen. Leider gab in diesem Moment der Fels unter ihrem Fuß nach. Ihre Arme waren aber so geschwächt, dass ihr anderer Arm ihr Gewicht nicht mehr halten konnte.
Wortlos fiel sie nach hinten. In weitem Bogen stürzte sie, bis die Soldaten die ihr Seil sicherten dieses gestrafft hatten. Als sich das Seil mit einem Ruck spannte, riss ihr Gewicht den defekten Haken aus dem Felsen und sie fiel weiter. Als sie weiter Unten vom nächsten Haken aufgehalten wurde, schmetterte sie ihr Schwung mit großer Gewalt gegen die Felswand.
„NEIN!" Riefen Kyle und Steven in diesem Moment. Steven, weil die Kleine eine gute Freundin und seine beste Schülerin war und Kyle, weil er sich mit dem Mädchen verbunden fühlte und das unerklärlicherweise nicht nur, weil sie ihm schon drei Mal das Leben gerettet hatte.
„Verdammt!" Rief Kyle den Männern zu. „Holt sie endlich da runter!"
„Nein!" Rief daraufhin Steven und ergriff Kyle am Arm. „Wenn wir sie einfach runterlassen dann war Alles umsonst. Dann müssen wir noch mal Jemanden da hoch klettern lassen", erklärte Steven eindringlich.
„Aber..." sagte Kyle, während er weiterhin durch das Fernglas auf die regungslos hängende Riley-Sarah sah.
„Geben wir ihr ein paar Minuten, sie kommt schon wieder zu sich". Steven klang zuversichtlich. 'Das hoffe ich jedenfalls', dachte er hingegen.
Als Riley-Sarah langsam die Augen öffnete sah sie zunächst nichts. Eine klebrige Flüssigkeit war ihr über die Augen bzw das ganze Gesicht gelaufen. 'was ist denn das?' Dachte sie verwundert. Dann erst schmeckte sie es. 'Blut', dachte sie. 'Muss mir wohl den Kopf angeschlagen haben'. Sie wischte sich über das Gesicht. 'Mann war das ein Rumms', dachte sie weiter, sah nach Unten und grinste.
„Sie bewegt sich", rief Kyle und Steven kam angelaufen, um eine bessere Sicht zu haben. Er hob sein Fernglas an die Augen.
„Die Kleine ist unglaublich", sagte Kyle plötzlich und schüttelte den Kopf. „Grinst die etwa?"
„Jep", sagte Steven. So ist sie". Er drehte den Kopf und sah Kyle an. „Die grinst sogar noch, wenn man ihr ein Messer ins Bein sticht".
Kyle sah ihn ungläubig an. „Nun nicht gleich übertreiben", sagte er.
Jetzt grinste Steven. „Ich übertreibe nicht. Vor ein paar Tagen hat sie trotz einer Rippe, die in ihrer Lunge steckte mit einer Brechstange einem T600 das Gesicht auf den Rücken gedreht.
Kyle sah Steven an, als ob dieser verrückt wäre. Dann schüttelte er erneut den Kopf und widmete seine Aufmerksamkeit wieder dem Mädchen, das jetzt wieder weiter klettern wollte.
Riley-Sarah hing einen Moment nachdenklich in dem Seil. Da der Haken an einem etwas überhängenden Stück der Wand befestigt war. Baumelte sie etwa zwei Meter von der Wand entfernt. Schließlich begann sie vor und zurück zu schaukeln, bis sie die Wand berühren konnte. Das Ganze nützte ihr aber wenig, da sie Nichts an der Wand zu fassen bekam und sich somit nicht festhalten konnte.
Dann hörte sie auf zu Schaukeln und sah nach Unten. Sie winkte den Männern zu, die das Seil hielten. Diese sollten sie hochziehen. Eigentlich war das nicht erlaubt, weil es die Belastung für die Haken zu stark erhöhte. Angesichts der Tatsache, dass Riley-Sarah nur etwa 50 Kilo wog und die Belastungsgrenze für die Haken bei 100 Kilo lag war das Risiko vertretbar. Zumal ja auch keine andere Wahl blieb.
Die Männer zogen langsam und gleichmäßig. Als das Seil einmal begonnen hatte durch den Haken zu rutschen versuchten sie das Seil gleichmäßig in Bewegung zu halten, damit es nicht wieder hängen blieb. Als sich Riley-Sarah dem Haken näherte sah sie, dass dieser sich nach unten bewegte. Langsam rutschte der Haken aus dem Fels. Riley-Sarah rammte einen neuen Haken hinein, noch bevor der Alte sich vollständig lösen konnte. Sie hielt sich so lange mit einer Hand an dem Haken fest, bis sie erneut an der Felswand halt gefunden hatte. Erst dann atmete sie auf.
Als Riley-Sarah sich schließlich auf den Felsvorsprung zog, über dem sich die Fenster zu der Anlage befanden, lag sie einige Minuten still um sich auszuruhen.
Als sie aufblickte sah sie zu ihrem Entsetzen dass einige der Fenster zerstört waren. Geduckt ging sie zu dem ersten Fenster, dass sich knapp über ihrer Kopfhöhe befand. Sie musste sich auf ihre Zehenspitzen stellen um einen Blick in den Raum werfen zu können. Sie erblickte einen Raum, der ein Spielzimmer sein könnte. Sie zog ihre Handschuhe über und griff nach der Fensterkante.
Riley-Sarah überlegte einen Augenblick. Eigentlich sollte sie ersteinmal die Männer nachholen aber angesichts der Umstände zog sie es vor den ersten Blick alleine in die Anlage zu werfen. Also zog sie sich hoch.
Sie zog sich mit Schwung über die Fensterkante und fiel fast in den Raum hinein. Sie grinste breit, als sie auf ihrem Hinterteil landete. Dann sah sie sich um und erstarrte in Horror.
„Mädchen, was machst Du da Oben nur so lange?" Fragte Steven leise, mehr zu sich selbst.
Kyle hatte die leise Bemerkung mitbekommen. „Was sollte denn jetzt passieren?" Fragte er.
Steven setzte das Fernglas wieder ab und sah Kyle an. „Sie sollte mit ihrem Seil die Anderen Seile hochziehen und irgendwie befestigen, damit die Männer und ich ihr folgen können.
Kyle nickte kurz und sah wieder nach oben.
„Captain Chow!" Rief einer der Soldaten, die das Gelände erkundet hatten.
Steven und Kyle sahen sich synchron nach dem Mann um, der etwa 5 Meter weit in einem Gebüsch stand und winkte.
Kyle und Steven gingen hinüber zu dem Mann, der einen gequälten Gesichtsausdruck hatte. Als sie ihn fast erreicht hatten sahen sie einen weiteren Soldaten, der an einem Baum lehnte und sich übergab.
Als sie den Soldaten erreichten, zeigte diese Wortlos vor sich in das Gebüsch.
Steven und Kyle blieben abrupt stehen, als sie in das Gebüsch blicken konnten.
„Oh fuck", sagte Kyle.
Riley-Sarah blickte in die Toten Augen eines Mädchens. Das vielleicht 10 Jahre alte Kind saß an der Wand gelehnt unter dem Fenster. Ihr Körper war von einer Garbe aus einer Projektilwaffe, wahrscheinlich einer Railgun, förmlich zerfetzt worden.
Als sich Riley-Sarah genauer umsah erkannte sie, dass die Außenwand von einer ganzen Reihe von Geschossen getroffen worden war.
Leise erhob sich Riley-Sarah. Sie hatte gedacht auf lebende Kinder zu treffen, nun aber schien es so zu sein, dass Skynet offenbar mal wieder ein Projekt vorzeitig terminiert hatte. Ausgehend davon, dass noch andere Fenster der Anlage zerstört waren befürchtete Riley-Sarah, nicht nur in diesem Raum auf tote Kinder zu treffen.
Sie ging leise zur Tür und warf vorsichtig einen Blick hinaus.
„Das sind Kinder", sagte Kyle verzweifelt.
Steven nickte nur, ihm war übel, er konnte sich von dem Blick aber nicht abwenden.
Vor ihnen auf dem Boden lagen die offensichtlich zerschmetterten Körper zweier Kinder. Das eine vielleicht 12 Jahre alt, das Andere vielleicht 5 Jahre alt.
Steven löste seinen Blick und sah hoch zur Steilwand. „Die müssen heruntergefallen sein", sagte er.
„Oder sie wurden gestoßen", fügte Kyle hinzu. Dann ruckte sein Kopf herum und er starrte Steven an. „Was ist mir der Kleinen?"
Steven blickte kurz zu Kyle, dann nahm er sein Fernglas und sah wieder hinauf.
Als Kyle ebenfalls wieder durch das Fernglas sah, sahen sie wie plötzlich Jemand von Oben herunter sprang.
„GOTT NEIN!" Schrie Kyle.
zuvor:
Riley-Sarah sah den Gang rauf und runter. Als sie nichts verdächtiges hören oder sehen konnte, ging sie in den nächsten Raum. Hier fand sie kein totes Kind und der Raum war in tadellosem Zustand. Der nächste Raum hingegen bot das gleiche Bild wie der erste. Die Scheiben waren zerschossen und auch die Wände zeigten Einschusslöcher. Allerdings wiederum keine Leichen. Dann im nächsten Raum sah sie gleich zwei tote Kinder. Die Beiden hatten sich vor ihrem Tod furchtsam aneinander geklammert. Dem Zustand nach konnte die Katastrophe noch nicht lange her sein. Höchstens 2 Tage vielleicht.
Sie fand noch weitere Leichen und ihre Stimmung sank immer mehr. Riley-Sarah konnte verstehen, dass Skynet Soldaten töten lies aber Kinder...?
Riley-Sarah hatte noch keine Liebe für eine Person außer ihrer Familie erfahren aber in diesem Moment durchtoste sie ein ähnlich starkes Gefühl. Hass, unbändiger Hass keimte in ihr auf. 'Eines Tages werde ich dein letztes Wimmern hören Grandpa Skynet' Dachte sie mit zusammengebissenen Zähnen, als sie sich über ein weiteres Kind beugte und dem toten Jungen die Augen schloss.
Im letzten Raum, neben dem offenen Eingang der Anlage fand sie eine Überwachungsanlage. In jeden Raum waren eine oder mehrere Kameras eingebaut.
Sie warf einen Blick auf jeden Monitor. Sie sah lediglich die Räume, in denen sie schon gewesen war.
Plötzlich fiel ihr Blick erstaunt auf einen Monitor. Gerade als sie sich vorbeugte um genau zu ergründen was sie sah, hörte sie ein Geräusch und fuhr herum. Sie sah eine Maschine, die statt des rechten Armes eine Railgun anmontiert hatte durch den Eingang kommen. Schnell huschte sie neben die Türe bevor sich die Maschine sie erblickte.
Die schwer bewaffnete Maschine stampfte in den Raum und bewegte sich auf die Monitore zu. Als sie an Riley-Sarah vorbei war huschte diese schnell um den Türpfosten herum, verursachte dabei aber doch so viel Geräusch, dass der stählerne Koloss die Waffe hebend herumfuhr.
Riley-Sarah rannte den Gang hinunter zum letzten Zimmer. Noch bevor sie den Raum erreichte röhrte hinter ihr die Railgun auf. Die Geschosse jaulten entweder als Querschläger durch den Gang oder schlugen mit Gewalt in die Wand am Ende des Ganges ein. Gerade als sie den Raum erreichte fuhr eines der Geschosse siedentheiß über ihren Rücken entlang der Schultern. Ihr Schwung schleuderte sie förmlich quer durch den Raum in Richtung des zerstörten Fensters, dass sie aber verfehlte und stattdessen gegen die Wand daneben schlitterte.
Riley-Sarah hörte die sich schnell nähernde Maschine. Sie Sprang auf und hechtete Aus dem Fenster, gerade als die Maschine die Tür erreichte. Draußen schnappte sie sich ihr Seil , schob ihre Hand durch die Schlaufe und sprang über die Kante.
Sie sahen durch ihre Ferngläser dass es Riley-Sarah war, die da am Sicherungsseil baumelnd in der Steilwand hing.
„Was ist passiert?" Fragte Kyle.
Noch bevor Steven etwas sagen konnte tauchte am Rand eine Maschine auf. Sie sah nach Unten konnte aber Riley-Sarah nicht entdecken. Stattdessen sah sie die Soldaten am Fuß des Steilhanges und eröffnete unmittelbar das Feuer.
„DECKUNG!" Schrie Steven. „FEUER ERWIEDERN. ACHTET AUF CONNOR!
Während die beiden Soldaten die Riley-Sarah sicherten an der Steilwand Schutz suchten, verteilten sich die Anderen und gingen hinter Sträuchern, Bäumen und Felsen in Deckung. Riley-Sarah kletterte einige Meter nach Unten und die Soldaten eröffneten das Feuer. Auf diese Entfernung waren die Projektilwaffen gegen die Maschinen nicht besonders wirksam. Die Plasmawaffen hingegen waren nicht präzise genug, um die auf diese Entfernung die Maschine wirksam zu treffen.
Kyle beobachtete Riley-Sarah. Diese kletterte langsam zur Seite und dann weiter nach oben. 'Was hat sie nur vor?' Fragte er sich.
Riley-Sarah sah, dass die Maschine nicht wirksam getroffen wurde. 'Muss ich denn Alles selber machen?' Fragte sie sich belustigt.
Sie kletterte ein paar Meter zur Seite, dann wieder nach Oben. Schließlich erreichte sie wieder den Absatz. Da der Steilhang nicht gerade war kam sie etwas hinter der Maschine an, weshalb sie nicht bemerkt wurde. Sie richtete sich auf und nahm ihren Stab vom Rücken. Sie begann den Stab herumzuwirbeln.
Die Maschine hatte zwei Soldaten ernsthaft getroffen. Kyle ohne richtige Bewaffnung fungierte nur als Beobachter. Deshalb sah er auch als Einziger, wie der Kopf der Maschine plötzlich nach Vorne ruckte und sie das Feuer einstellte. Er sah, wie die Maschine sich herumdrehen wollte und dann einfach zur Seite kippte, als wäre sie gestoßen worden.
„ACHTUNG, SIE FÄLLT!" Schrie Kyle und die Soldaten stellten das Feuer ein und hechteten in Deckung.
Sie sahen, wie die schwere Maschine sich mehrmals überschlagend herabstürzte. Sekunden später schlug der metallene Körper auf dem Felsboden auf aber sie waren vor den Trümmern die der Aufprall erzeugte in Deckung gegangen.
Nach dem Aufprall, der die Maschine offenbar zerstört hatte sahen sie wieder nach Oben.
Kyle blickte durch sein Fernglas und sah Riley-Sarah, die zur Kante kam und den Arm ausstreckte und winkte. 'Verdammt, die Kleine ist Wahnsinn', dachte Er.
Riley-Sarah sah grinsend nach Unten. Dann erinnerte sie sich, dass sie etwas auf einem der Monitore gesehen hatte. Sie wirbelte herum und kehrte in die Anlage zurück. Sie lief schnell zum Eingang der Anlage und warf einen Blick hinaus. Sie konnte niemand Weiteren in Sichtweite erblicken, so kehrte sie in den Raum mit den Monitoren zurück.
Sofort sah sie wieder auf den Monitor, auf dem sie etwas entdeckt zu haben glaubte. Sie prägte sich den Raum ein und wirbelte herum. Sie lief durch den langen Gang und warf einen Blick in jeden Raum. Schließlich entdeckte sie den Raum und lief hinein.
2 Meter vor einem Lüftungsschacht machte sie Halt. Sie ging in die Hocke und sah auf den Lüftungsschacht. „Hallo Du", sagte sie sanft. „Wie heißt Du?" Fragte sie.
Hinter dem Gitter des Lüftungsschachtes kam ein kleines Gesicht zum Vorschein. Ein Mädchen mit rabenschwarzem Haar, vielleicht 4 oder 5 Jahre alt starrte sie ängstlich an.
„Ich tu Dir nichts", sagte Riley-Sarah eindringlich. „Na komm schon da raus, die bösen Maschinen sind weg".
Das Mädchen starrte Riley-Sarah nur an. Dann langsam drückte sie das Gitter auf, dass in seinen Scharnieren fast lautlos zur Seite schwang. Sie kroch aus dem Schacht und richtete sich auf. Sie starrte der lächelnden Riley-Sarah lange in die Augen. „Wo ist Melanie?" Fragte das Mädchen.
Riley-Sarah atmete tief durch. „Süße, das weiß ich nicht", sagte sie.
„Sie hat mich da reingesteckt und ist weggelaufen. Es immer wieder so dolle geknallt", sagte das Mädchen ohne Riley-Sarah aus den Augen zu lassen.
Riley-Sarah breitete wortlos die Arme aus. „Komm mit mir", 'wenn Du leben willst', sagte bzw dachte sie.
Das Mädchen stand einen Augenblick unschlüssig da, dann fing ihre Unterlippe an zu zucken und sie stürmte plötzlich vor, warf sich in Riley-Sarahs Arme und fing an zu weinen.
Irgendwann verstummte das Weinen. Riley-Sarah drückte das Mädchen sanft von sich. „Besser?" Fragte sie.
„Hunger", entgegnete die Kleine.
Riley-Sarah stutzte einen Moment „Sekunde", sagte sie blinzelnd. Sie griff an die Brusttasche ihrer Uniform und brachte einen Verpflegungsriegel zum Vorschein.
Das kleine Mädchen starrte misstrauisch auf die ungewohnte Mahlzeit. Erst als Riley-Sarah den Riegel öffnete und ein Stück abbiss riss ihr die Kleine das Teil förmlich aus der Hand. Auch die Wasserflasche, die ihr Riley-Sarah dann hin hielt war schnell ein Opfer der Kleinen.
Nach einem lautstarken Rülpser sah die Kleine wieder in ihre Augen. „Wir gehen jetzt ein bisschen spielen ja?" Fragte Riley-Sarah.
Das Mädchen nickte sie an und lächelte.
„Was passiert denn jetzt?" Fragte Kyle.
Mit fragendem Gesichtsausdruck beobachtete er, wie das Seil Meter um Meter nach Oben gezogen wurde. Die beiden Soldaten am Seil hatten zuerst verwirrt zu Steven gesehen, der hatte aber nur mit den Schultern gezuckt.
Einige Zeit später sahen sie, wie jemand langsam von Oben herab gelassen wurde.
„Das ist ja ein Kind!" Rief Steven
„Und es lebt!", ergänzte Kyle und sie lächelten sich kurz an.
Sie sahen ein kleines Kind, den dunklen Haaren nach ein Mädchen, dass sich langsam um sich selbst drehend herabgelassen wurde. Neugierig sah das Mädchen nach Unten und winkte den Männern immer wieder zu.
Nach einigen Minuten erreichte das Mädchen den Boden und wurde von einem weiblichen Soldaten in Empfang genommen. Die Soldatin entdeckte einen Zettel, der am Rücken des Kindes befestigt war. Sie brachte den Zettel, zu Steven, der die Stirn runzelte als er las was Riley-Sarah wollte.
„SPRENGSTOFF?" Rief Kyle aufgebracht. „Sie will Sprengstoff?"
Steven nickte langsam. „Alles was wir haben".
„Aber...Sie ist noch ein Kind", warf Kyle ein.
Steven sah ihn zweifelnd an. „Was soll ich Deiner Meinung nach tun?"
Kyle sah ihn einen Augenblick stumm an. Dann zuckte er nur hilflos mit den Schultern.
„Na, das dachte ich doch", sagte Steven und gab dann den Befehl alles an Sprengstoff und Zündern an dem Klettergeschirr zu befestigen, dass Riley-Sarah dem Mädchen angelegt hatte.
Dann zog sie Alles wieder hoch.
Zuvor:
Riley-Sarah war mit dem Mädchen zusammen zurück in den ersten Raum gegangen. Sie trug das Mädchen so, dass sie die Leiche unterhalb des Fensters nicht sehen konnte. Dann setzte sie das Mädchen außerhalb des Fensters ab und kletterte hinterher.
„Setz dich hier hin und genieß einfach einen Moment die Aussicht", sagte sie dem Mädchen.
Die Kleine setzte sich hin und Riley-Sarah begann ihr Klettergeschirr abzulegen. Dann legte sie es dem Mädchen an. Schließlich zog sie Papier und einen Stift aus der Tasche. Sie schrieb einige Zeilen und befestigte das Papier am Rücken des Kindes.
„Warte noch einen Augenblick, dann geht das Spiel los. Riley-Sarah ging zu ihrem Seil und nahm es. Dann begann sie zu ziehen. Es dauerte einen Augenblick, bis die Männer begriffen was vor sich ging, dann ging es Zug um Zug. Schließlich hatte sie mehr als genug Seil. Sie ging zu dem Mädchen und band es fest.
„Pass auf. Wir kriechen jetzt nach da Vorne und sehen mal da runter".
Das Mädchen nickte ihr zu und gemeinsam auf allen Vieren krabbelten sie zum Rand. Dann sahen Beide nach unten.
„Hui, ist das tief", sagte das Mädchen.
„Ja, nicht wahr?" Sagte Riley-Sarah. „Wenn du ganz genau hinsiehst, dann sind da ganz Unten Freunde von mir".
„Das sind ja nur Ameisen", sagte das Mädchen.
„Das liegt daran, dass es so tief runter geht. Ich werde dich jetzt da runter lassen, Du hast doch keine Angst?" Fragte Riley-Sarah lächelnd.
„Das schwarzhaarige Mädchen sah Riley-Sarah an. „Bist Du jetzt meine Schwester?"
Riley-Sarah musste schlucken. „Wie heißt Du denn überhaupt", fragte sie unsicher".
Das Mädchen sah sie mit ihren großen schwarzbraunen Augen an. „Elena", sagte sie dann.
Riley-Sarah wartete vergeblich auf Mehr. „Und dein Nachnahme?"
Die Kleine zuckte nur mit den Schultern.
„Ich bin Riley-Sarah", entgegnete sie dann.
„Die anderen sagten, die Metallmonster seien unsere Eltern aber ich hab das nie geglaubt", sagte die Kleine dann.
„Kluges Mädchen", sagte Riley-Sarah und legte eine Hand zärtlich an die Wange des Mädchens und lächelte. „So kleine Schwester, dann wollen wir dich mal da runterlassen. Das wird ein riesen Spaß".
Das Mädchen nickte grinsend und jauchzte vergnügt, als Riley-Sarah ihr einen kleinen Schubs gab, der sie über den Abgrund brachte.
Nachdem Sie ihr Klettergeschirr wieder hochgezogen hatte kletterte sie wieder zurück in die Anlage und verteilte den Sprengstoff sie stellte die Zünder einheitlich auf eine Stunde Laufzeit. Sie hatte sich kurz von jedem der toten Kinder stumm verabschiedet und dafür entschuldigt, dass sie zu spät gekommen war.
Riley-Sarah stand am Abgrund und war bereit sich herabzulassen. Sie warf noch einen Blick zurück auf die teilweise zerstörte Fensterfront. Schließlich sah sie auf die Uhr. Sie hatte noch 17 Minuten also sprang sie rückwärts ab.
Kyle und Steven sahen Riley-Sarah, die eine Zeit lang noch mit dem Rücken zum Abgrund an der Kante stand. Dann schließlich sprang sie rückwärts ab und lies sich mit großer Geschwindigkeit die Steilwand in großen Sätzen herab. Sie benötigte keine 2 Minuten für die Strecke und als sie auf dem Boden aufkam löste sie kommentarlos das Seil.
Elena kam augenblicklich auf sie zugestürmt und mit Tränen in den Augen ging Riley-Sarah in die Hocke und schloss die Arme um die Kleine.
„Abrücken!" Befahl sie leise.
Steven winkte nur. Die Soldaten hatten nur auf ihre Anführerin gewartet. Die Beiden Verletzten waren verbunden worden, konnten aber alleine laufen. Ihr Gepäck war auf die Anderen verteilt worden.
Eine viertel Stunde später, Elena immer noch auf den Armen hob Riley-Sarah plötzlich die Hand. Sie hatte kurz auf ihre Uhr geblickt und drehte sich herum. Sie Blickte stumm hoch zu der schon weit entfernten Steilwand.
Kyle, Steven und die anderen Soldaten waren ebenfalls stehengeblieben und blickten zu der Steilwand.
Dann erfolgte die Detonation. Eine Feuersäule schoss aus dem Felsen. Trümmer wurden weit hervorgeschleudert aber keine in ihre Richtung. Der Knall war Sekunden später bei ihnen.
Dann war es vorbei.
Riley-Sarah sah ihre Männer der Reihe nach an. Ihr Blick blieb schließlich wieder am Ort der Detonation hängen.
„Im Namen der Kinder, die dort Oben gestorben sind verspreche ich Eines...", Sagte sie laut und ihre grünen Augen glitzerten wie Eis. „...Eines Tages werde ich dabei sein wenn Skynet endet und nicht mit einem Knall ..." Sie sah noch einmal auf die Leute und ihr Blick blieb auf Kyle haften. „...es wird ein ängstliches Wimmern sein".
Niemand sagte Etwas, als Riley-Sarah herumfuhr und ihren Weg fortsetzte. Selbst Kyle glaubte ihr dieses Mal jedes Wort.
Epilog:
Monate später wurde die kleine Elena Connor zu ihrer eigenen Sicherheit in die Vergangenheit geschickt. Einer von John Connors besten Ingenieuren würde sie in das Jahr 1963 begleiten. Viele Jahre Später dann würde Elena mit Mitte Dreißig eine Tochter bekommen die hinterher Allen nur unter ihrem Spitznamen bekannt sein würde.
Chola
