A/N: Eigentlich wäre dieses das letzte Kapitel der Story. Die Kapitel 9, 10 und 11 stammen eigentlich aus dem Nachfolgezyklus und sind vor den ersten 8 Kapiteln entstanden. Ich habe mich aber entschlossen diese hier noch anzufügen, da sie zur Story passen. Es werden also noch drei Sonntage lang Updates erfolgen. Danach stelle ich die Veröffentlichung mangels Interesse ersteinmal ein.

Riley-Sarah 8 – Kyle

Als sich die Bunkertür vor Riley-Sarah öffnete, sah sie sich sofort ihrer Mom, ihrem Dad und Grandma Sarah gegenüber.

Riley-Sarah trat vor ihren Dad. Sie nahm Haltung an. „Commander Connor mit Einsatzgruppe von S&R Mission zurück. Keine Verluste."

„Rühren, Commander", sagte John. Dann nahm er seine Tochter in die Arme.

Riley-Sarah drückte ihren Vater von sich. „Moment noch Dad", sagte sie und sah zu ihrer Grandma. „Grandma, ich habe Dir ein Geschenk mitgebracht".

Sarah runzelte die Stirn. Ein Geschenk von ihrer Enkelin konnte nur Ärger bedeuten.

Riley-Sarah drehte sich um. „Wo ist dieser Streuner, den wir unterwegs aufgelesen haben!" Rief sie. „Na los! Komm schon, wir warten!"

Kyle war der Letzte der Gruppe. Zögerlich trat er aus dem Schatten der Männer. Er ging langsam auf General Connor zu, als er aus Richtung einer Schwarzhaarigen älteren Frau in der Uniform eines Colonels ein gehauchtes „Kyle" vernahm. Irritiert blickte er dem Colonel ins Gesicht. 'Das muss Sarah Connor sein', dachte er. 'Die Beschreibungen werden ihr nicht gerecht. Sie ist eine schöne Frau, trotz des Alters aber woher zum Teufel kennt sie meinen Namen?' Fragte er sich.

Als sich Kyle schließlich wieder seinem General zuwandte bemerkte er auf dessen anderer Seite einen weiteren weiblichen Colonel. Ruckartig blieb er stehen."Allie?" Fragte er laut.

Cameron hatte Kyle Reese natürlich sofort erkannt und schüttelte jetzt den Kopf. Dann Zeigte sie mit dem Kopf auf John.

Nur widerwillig löste Kyle den Blick von der Frau, die er für Allison hielt. Seine Verwirrung war ihm deutlich anzusehen.

Vor John blieb Kyle stehen und salutierte. „Lieutenant Kyle Reese, einziger Überlebender der Gruppe sieben des 132 TC meldet sich zurück".

John musterte seinen Dad eingehend. „Rühren Lieutenant. Ich erwarte einen ausführlichen Bericht.

„Jawohl, Sir", erwiederte Kyle. Dann blickte er verwundert hinter John her als dieser zur Seite stolperte.

Alle Anderen hingegen sahen auf Sarah Connor, als diese ihren Sohn einfach zur Seite schob.

Sarah Connor stand vor der Liebe ihres Lebens. „Kyle", hauchte sie abermals.

Verwirrt beobachtete Kyle, wie Sarah langsam die Hand hob. Die Hand näherte sich seinem Gesicht.

„Sarah!" Rief in diesem Moment Cameron.

Sarah Connor erstarrte. Dann blinzelte sie einige Male. Schließlich schüttelte sie langsam den Kopf, Fuhr auf dem Absatz herum und floh geradezu aus dem Raum.

Kyle starrte hinter ihr her und dann auf John Connor. „Sir?" Fragte er verwirrt.

Statt John trat Cameron vor, um ihm zu antworten. „Kyle Reese, Du hast viele Fragen, die wir Dir beantworten werden aber Alles zu seiner Zeit". Dann wandte sie sich an ihre Tochter. „Riley-Sarah?"

Riley-Sarah hatte Allem mit unverholenem Grinsen zugesehen. Jetzt blickte sie ihrer Mutter ins Gesicht, dann wandte sie sich zu ihren feixenden Männern um. „Einsatzgruppe...Weggetreten!"

Geordnet zogen sich die Soldaten zurück. Cameron riss verwundert die Augen auf, als ein kleines Schwarzhaariges Mädchen einsam zurückblieb.

Lächelnd ging Riley-Sarah zu dem Mädchen und nahm sie an die Hand. Langsam führte sie das Kind zu ihrer Mom. Vor ihr blieb sie stehen und legte der Kleinen die Hände auf die Schulter. „Mom, wir haben eine einzige Überlebende mitgebracht".

Cameron sah auf Riley-Sarah, dann hinunter auf das Mädchen.

„Mom, das ist Elena meine kleine...Schwester", sagte sie zögerlich.

Cameron sah auf das Mädchen, dann kniete sie sich auf ein Knie. „Hallo Elena", sagte sie und lächelte.

Das Mädchen sah misstrauisch in Camerons Gesicht. Dann blickte sie nach Oben und sah zu Riley-Sarah, die von Oben auf sie herabsah.

„Das ist meine Mommy", sagte Riley-Sarah leise.

Elena sah wieder auf Cameron. „Bist Du auch meine Mommy?" Fragte sie schüchtern.

Tränen sammelten sich in Camerons Augen. „Vielleicht", sagte sie lächelnd. „Zumindest für eine Weile". Tränen liefen über Camerons Wangen als sie die Arme ausbreitete und das Mädchen umfing, das sich ihr entgegenwarf.

Kyle hatte das Ganze staunend beobachtet. Er verstand nicht, was er sah. Was machte Allison da und wieso war sie die Mutter von Riley-Sarah? Er schüttelte nur immer wieder den Kopf.

„Das ist meine Mom", sagte Riley Sarah. „In einer anderen Zeitlinie wurde sie nach Allison geformt, um meinen Dad zu töten.

Kyle starrte einige weitere Sekunden stumm auf die Szene vor ihm. „Aber...aber", stotterte er.

Riley-Sarah lächelte ihn von der Seite her an. „Es sind die Tränen, die einen verwirren, nicht wahr?"

Kyle nickte langsam, sagte aber kein Wort.

„Es sind nicht einfach nur Tränen", sagte Riley-Sarah.

Kyle wandte sich ihr mit fragendem Gesichtsausdruck zu. „Was...?"

Riley-Sarah legte eine Hand auf seine Schulter. „Es sind echte Gefühle hinter diesen Tränen", sagte sie ernsthaft.

„Kyle Reese", sprach ihn in diesem Moment Cameron an. „Es ist mir eine Ehre Dich endlich kennen zu lernen."

Kyles Kopf war in ihre Richtung herumgeruckt. Er sah in das lächelnde Gesicht von Allison Young, dass er schon so lange kannte, nur wusste er, dass es sich hierbei nur um die Fassade einer tödlichen Maschine handelte. Langsam schüttelte er den Kopf und Camerons Lächeln verschwand.

Kyle sah Cameron in die Augen. „Das ist jetzt nicht persönlich gemeint, Colonel Connor aber ich weiß noch nicht genug um das einfach so zu akz...". Ein Ellenbogenstoß von Riley-Sarah in die Rippen lies ihn verstummen.

Riley-Sarah sah mit hochgezogener Augenbraue auf Kyle, der sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die wahrscheinlich geprellten Rippen hielt.

Kyle sah auf das Mädchen, dass ihm einen Stoß versetzt hatte der sich wie der Tritt eines Pferdes anfühlte. „Du solltest mich ausreden lassen bevor Du mir die Rippen zertrümmerst", sagte er ärgerlich.

Kyle wandte sich wieder an Cameron. „Wo war ich...ach ja... ich kann das nicht einfach so akzeptieren allerdings bin ich offen für Alles. Nichts würde mir mehr Freude bereiten mehr zu lernen über die Möglichkeit einer Koexistenz von Mensch und Maschine. Dann streckte er Cameron die Hand entgegen.

Cameron sah auf die Hand, die sich ihr entgegenstreckte. Sie ergriff die Hand und lächelte wieder.

„Aber eine Bedingung habe ich", sagte Kyle ernsthaft.

Cameron runzelte die Stirn. „Welche?" Fragte sie misstrauisch.

„Keiner erzählt meinem Bruder Derek was davon", sagte er grinsend.

Riley-Sarah klopfte ihm auf die Schulter. „Keine Sorge, den nehme ich mir auch irgendwann mal zur Brust", sagte sie mit ihrem Typischen Grinsen.

Kyle sah sie einige Sekunden an. Schließlich grinste er offen. „Darauf freue ich mich schon".

Die 4 gingen langsam in Richtung der Schlafquartiere.

„So sind die Gerüchte also wahr. Cameron Connor ist tatsächlich eine Maschine?" Fragte Kyle.

Cameron sah auf Riley-Sarah, die sie anlächelte, dann wieder auf Kyle. Schließlich lies sie ihre Augen aufleuchten.

Kyle starrte verwundert auf Cameron. „Wow, Blau, das ist...anders", sagte er zögerlich.

„Sie IST anders", warf in diesem Moment Riley-Sarah ein.

Kyle sah zu der lächelnden Riley-Sarah, dann nickte er. „Das merke ich".

Elena war noch immer auf Camerons Arm und schlief tief und fest als sie das Connor Quartier erreichten.

„Das ist dann wohl der Moment, wo ich mich verabschieden muss", sagte Kyle und wollte weitergehen.

„Nix da Alter", sagte Riley-Sarah und gab Kyle einen Stoß, der ihn in den Wohnraum des Familienquartiers stolpern lies. Er strauchelte und fiel, wobei er ausgerechnet zu Sarahs Füßen landete.

Als Kyle, der auf der Nase lag hochkam, tastete er blind um sich, um etwas zu finden, woran er sich abstützen konnte. Seine Hand fand auch etwas, etwas weiches. Während er sich hochstemmte rutschte seine Hand etwas an dem Gegenstand nach oben. Als er schließlich den Kopf hob sah er in das entsetzte Gesicht von Sarah Connor, die ihn regungslos anstarrte.

„Kyle, also wirklich", sagte hinter ihm Riley-Sarah.

Kyle drehte den Kopf. Und sah auf das Mädchen, dass die Hände in die Hüften gestemmt da stand.

Erst als er wieder zu Sarah sah, bemerkte er, dass er sich an ihrem Schenkel hochgestemmt hatte. Er zog seine Hand zurück, als hätte er sie sich verbrannt.

„I...ich...ich bitte um Entschuldigung, stammelte Kyle, sprang auf und taumelte rückwärts gegen Riley-Sarah. Die gab ihm einen Stoß und er landete prompt wieder bei Sarah Connor. Die war aufgesprungen und Kyle riss sie nun mit zu Boden. Er hatte instinktiv zugegriffen und Sarah landete auf ihm.

Beide starrten sich an. Riley-Sarah stieg mit einem großen Schritt über die beiden hinweg. „Ich bin zu jung, um mir das anzusehen, sagte sie und ging ins Gästezimmer.

Cameron hatte alles mit angesehen. „Tststs", war ihr Kommentar, bevor sie mit Elena im Gästezimmer verschwand.

Sarah sah hinab auf die Liebe ihres Lebens. „Kyle", hauchte sie, unfähig sich zu bewegen.

„Colonel?", sagte Kyle.

Langsam schüttelte sie den Kopf. „Sarah, sag einfach Sarah", flüsterte sie.

Als Cameron das Zimmer betrat, war Riley-Sarah gerade dabei für Elena das Bett zu beziehen. „Du weißt schon, was du da Draußen gerade getan hast?"

Riley-Sarah bezog einfach weiter das Bett. „Was meinst Du Mom?" Fragte sie ganz unschuldig.

„Du hast deine Grandma in eine unmögliche Situation manövriert", sagte Cameron.

Riley-Sarah hielt inne. „Sie hat ein bisschen Glück verdient, wie kurz es auch sein mag", sagte sie ohne ihre Mom anzusehen. Riley-Sarah drehte den Kopf und sah Cameron an. „Jedes Bisschen Glück ist wichtig. Wenn man Glück findet muss man es ergreifen und festhalten solange es geht, so schmerzhaft es hinterher auch scheinen mag", sagte sie mit Überzeugung und einer zugreifenden Geste.

Cameron sah ihrer Tochter in die Augen. Sie erkannte in aller Klarheit, dass ihr Mädchen Recht hatte. 'Nein', dachte sie. 'Junge Frau. Sie ist kein Mädchen mehr. Nicht mehr lange und man wird uns für Schwestern halten und schließlich wird sie älter aussehen als ich', dachte Cameron mit Wehmut.

Währenddessen:

Kyle hatte eine Hand erhoben und strich Sarah eine Haarlocke aus der Stirn. „Sarah?" Fragte er leise.

„Kyle", entgegnete sie.

„Ich verstehe nicht...", sagte Kyle unsicher.

„Ich...", begann Sarah, unterbrach sich aber sofort. Plötzlich verzog sie das Gesicht und Tränen bildeten sich in ihren Augen. Sie drückte sich von Kyle weg, sprang förmlich auf die Füße und drehte sich zum Tisch, auf den sie sich aufstützte.

Kyle sah vom Boden aus auf ihren Rücken und kam dann auch auf die Beine. Er näherte sich Sarah und legte ihr seine Hände an die Oberarme. „Sarah? Was ist denn?" Fragte er verwirrt. Als sie nicht reagierte lies er die Arme sinken. „Colonel Connor ich möcht...".

Sarah war herum gewirbelt und hatte mit tränennassem Gesicht seinen Satz mit einem Kuss erstickt.

Sekundenlang standen die beiden aneinander gepresst da und küssten sich. Dann zu Kyles grenzenloser Verwunderung stieß Sarah ihn weg und lief wortlos aus dem Raum.

„Was hast Du denn nun schon wieder angestellt?"

Kyle hörte die Stimme hinter sich und fuhr auf dem Absatz herum. „Wa...was?"

Riley-Sarah grinste ihn an. „Warum hast Du sie weglaufen lassen?"

Kyle kratzte sich am Kopf. „Ich...ich verstehe das nicht", sagte Kyle. „Sie scheint mich zu kennen aber...aber wie ist das möglich?"

„Zeitreisen mein Lieber", sagte Riley-Sarah. „Ihr seid Euch schon einmal begegnet. Das war vor langer, langer Zeit.

„Zeitreisen?" Fragte Kyle mit gerunzelter Stirn.

„Jep", entgegnete Riley-Sarah. „Skynet wird Einen T800 in die Vergangenheit schicken, um Grandma Sarah als junge Frau zu töten. Dad wird einen Soldaten hinschicken, der sie beschützt.

Kyle dachte einen Augenblick nach. „Und das soll ich sein?", fragte er und kratzte sich am Kopf.

Riley-Sarah Grinste unverhohlen. „Sie gefällt Dir doch oder?"

Jetzt hatte Kyle plötzlich ein verlegenes Lächeln im Gesicht, das Riley-Sarah von ihrem Dad nur zu gut kannte. Ähnlich John fuhr er sich auch mit den gespreizten Fingern durch die Haare und kratzte sich im Nacken.

„Schon gut, Du brauchst nicht zu antworten", sagte Riley-Sarah kopfschüttelnd. „Jetzt stell sie dir mal jünger vor".

Kyle starrte Riley-Sarah an wie einen Geist. Mann konnte förmlich sehen, wie es in seinem Kopf arbeitete. Langsam begann er zu grinsen. „Du meinst, ich kann sie kennenlernen, wenn sie jünger ist?"

„Lüstling", sagte sie grinsend. „Na los, lauf ihr nach, sie hat Dich viele Jahre nicht gesehen".

Nachdem sie ihm gesagt hatte, wo er Sarah wahrscheinlich finden konnte, war er aus dem Raum gelaufen.

„Du weißt, dass Du ihm nicht sagen darfst, dass er Dein Großvater ist?" Fragte Cameron, die leise die Tür zum Gästezimmer geschlossen hatte. Natürlich hatte sie von Drinnen Alles gehört.

Riley-Sarah atmete tief durch. „Ich weiß das Mom, ich weiß das".

Sarah war unter verwunderten Blicken zu ihrem Quartier gerannt. Nun schüttete sie sich mit zitternden Händen ein Glas ein. Sie stürzte den Alkohol herunter und schüttelte sich dann noch einen ein. Gerade als sie das Glas an die Lippen setzte klopfte es an der Tür. Vor Schreck lies sie das Glas fallen. Sie griff nach den Scherben als es erneut klopfte. Sie zuckte zusammen und schnitt sich an einer besonders scharfen Scherbe.

Sie sprang auf und hastete mit dem Finger im Mund zur Tür. Als sie die Tür aufzog erstarrten ihre Bewegungen.

Kyle musste 2 mal klopfen, bis Sarah öffnete. Er sah sich einer Frau gegenüber, die in einer lasziven Geste einen Finger im Mund hatte und ihn regungslos mit aufgerissenen Augen anstarrte.

„Darf ich reinkommen...Sarah?" Fragte Kyle und sein Lächeln formte sich.

Sarah stand nur da und nuckelte gedankenverloren an ihrem Zeigefinger während Kyle sie mit seinem schelmischen Lächeln anblickte. Schließlich wurde sie sich der Situation bewusst und sie lies den Finger langsam sinken. Sogleich fing dieser wieder an zu Bluten, was nicht unbemerkt blieb.

Kyle sah, wie Sarah ihren Finger mit einem vernehmlichen Schmatzer aus dem Mund zog. Er bemerkte auch, dass sogleich Blut aus einer Verletzung austrat. Ohne auf die eigentlich obligatorische Einladung zu warten trat er vor und griff nach Sarahs Hand. Gleichzeitig fasste er in Seine Beintasche und zog ein Verbandtuch hervor, dass er dazu nutzte, die Verletzung an Sarahs Finger abzutupfen.

Während Kyle fast auf Körperkontakt an ihr dran war und versuchte die Blutung an ihrem Finger zu stillen stand Sarah einfach nur da. Wenn Kyle in diesem Moment versucht hätte, sie auszuziehen, sie hätte es willenlos geschehen lassen. Stattdessen stand dieser Mann nur da und kümmerte sich voll konzentriert um eine kleine Verletzung, die Sarah normalerweise ignoriert hätte.

„Die Kleine hat mir so einiges erzählt", sagte Kyle und blickte kurz in Sarahs Gesicht, die nur nickte. „Sie sagte Du hättest mich vor vielen Jahren kennengelernt?"

Sarah nahm kaum wahr was er sagte und nickte nur.

„Ich denke dieses ungeheuerliche Mädchen will uns verkuppeln", sagte er, während er ein Pflaster über die Verletzung klebte.

„Ungeheuer", sagte Sarah leise und nickte bestätigend.

Ein schiefes Grinsen stahl sich auf Kyles Gesicht, als ihm klar wurde, dass sie ihm nicht richtig zuhörte.

'Wenn ich das jetzt tue, kann mir das viel Ärger einbringen', dachte Kyle, schüttelte den Gedanken aber wieder ab. Er beugte sich zu Sarah herunter und küsste sie zärtlich.

Sarah hatte die Augen geschlossen. Sie war jetzt wieder das Mädchen, dass in den Armen dieses starken Soldaten lag. Genau wie damals vergaß sie alles um sich herum. Nichts anderes spielte mehr eine Rolle, nicht der Krieg und auch nicht Skynet. Wärme und Geborgenheit waren die einzigen Gefühle, die jetzt noch zählten.

Nur am Rande nahm Kyle wahr, dass sie sich in Richtung des Schlafraumes von Sarah bewegt hatten. Wie von selbst hatte Sarah angefangen, die Knöpfe seiner Uniform zu öffnen, während er nur kurz zögerte und es ihr dann gleich tat.

Kurze Zeit später erforschten die Beiden gegenseitig ihre Körper und Kyle war nicht nur ein Bisschen erstaunt über die stahlharten Muskeln dieser nicht mehr ganz jungen Frau, die auf ihn wie eine 20 Jährige wirkte.

Sehr viel später erwachte Sarah nach einem kurzen Schlaf. ‚Na warte du Monster', dachte sie nur kurz, bevor sie seit Jahren zum ersten mal wirklich glücklich wieder einschlief.

John hatte mit Lieutenant Chow den Eingangsbereich verlassen, um sich einen ersten Bericht geben zu lassen.

„Steven, wie beurteilst Du Riley-Sarah?" Fragte John den Offizier an seiner Seite.

„Steven Chow atmete tief durch. Er überlegte lange, bevor er beschloss die Frage zu beantworten. „Sie ist impulsiv, neigt zu Alleingängen, Hat vor niemandem Respekt und keine Angst vor Irgendwas. Wenn man ihr quer kommt, kann sie einem buchstäblich die Hölle bereiten".

John nickte verstehend. Was Steven Chow hier beschrieb war das, was er befürchtet hatte.

„Aber...", fügte Steven noch hinzu, zögerte aber dann.

John sah ihn an und runzelte die Stirn. „Ehrlich Steven, nichts zurückhalten", sagte John und nickte ihm zu fortzufahren.

„Wir haben gesehen, mit wieviel Leidenschaft sie an ihre Aufgabe herangegangen ist. Sie hat in jedem Moment instinktiv das Richtige getan. Und wir haben gehört, wie sie Skynet Rache geschworen hat. Rache für einige Kinder, die sie noch nichteinmal kannte. John...". Steven hatte unbewusst seinen Vorgesetzten am Arm ergriffen und war stehen geblieben. „Wir...ich würde der Kleinen bis in die Hölle und zurück folgen", sagte er ernsthaft. „Jeder aber buchstäblich Jeder der Männer würde das tun. Alle lieben dieses Mädchen als wäre sie die eigene Tochter."

John nickte. Er freute sich auf den schriftlichen Bericht.

„Da ist noch etwas", sagte Steven plötzlich.

„Nur zu", sagte John knapp.

„Abgesehen von ihren fast schon ungenügenden sozialen Verhaltensweisen hat sie sich unseren Respekt verdient", sagte Steven ohne John anzublicken. „Ich wette, wenn wir Skynet besiegen, wird Riley-Sarah direkt daran beteiligt sein und Skynet wird vor Angst zittern".

John hatte die letzten Worte vernommen. Schon vorher hatte sich ein Klumpen in seinem Magen gebildet. Er konnte kaum noch atmen, so stolz war er auf seine Tochter. Eine Tochter, die es fast nicht gegeben hätte. Eine Tochter, die wie er selbst ihre Entstehung nur einer Laune des Schicksals verdankt.

Als John wenig später ihr Quartier betrat saßen Riley-Sarah und Cameron am Tisch und seine Tochter beschrieb seiner Frau ihre Abenteuer. Er holte sich ein Glas Wasser und setzte sich aufmerksam lauschend dazu. Als Riley-Sarah zu der Stelle mit den toten Kindern kam verfinsterten sich ihre Gesichter. Dann erzählte Riley-Sarah noch von der Maschine die sie angegriffen hatte. Erst in diesem Moment fiel ihr wieder die Verletzung ein, die sie am Rücken hatte aber das ignorierte sie ersteinmal wieder.

„Mommy?" Ertönte in diesem Moment eine Stimme von der Tür des Gästezimmers her.

„Was ist Kleines?" Fragte Cameron, ohne auf Johns erstaunten Blick zu achten. Er hatte die Episode mit Elena nicht mitbekommen, da er Steven Chow gefolgt war.

„Ich muss mal", sagte das Mädchen und Cameron stand auf, nahm sie an die Hand und ging mit ihr ins Bad.

John sah seine Tochter mit hochgezogenen Augenbrauen fragend an.

„Sie ist die einzige Überlebende, was sollte ich ihr denn sagen? Sie hat mich gefragt ob ich jetzt ihre Schwester bin." Sagte Riley-Sarah und zuckte mit den Schultern.

John sah seine Tochter an und begann zu lächeln. 'Auch diese Situation hat sie meisterhaft bewältigt', dachte er mit erneut anschwellendem Stolz.

Als Sarah erwachte war sie sich bewusst, dass sie in dieser Nacht keinen einzigen Albtraum gehabt hatte. Sie lag auf der Brust des einzigen Mannes, in dessen Nähe sie alles vergessen konnte. Das war damals in der einen Nacht so und das war auch letzte Nacht so gewesen Selbst bei Charley war sie sich nie so behütet vorgekommen und ihn hatte sie auch geliebt.

Traurig wurde sie sich der Tatsache bewusst, dass ihre Zeit mit Kyle begrenzt war und dass sie nicht Alles preisgeben durfte. Riley-Sarah war ohnehin schon fast zu weit gegangen aber Sarah war ihrer Enkelin trotzdem sehr dankbar. Sie wusste, sie selbst hätte Kyle niemals so schonungslos die Wahrheit sagen können.

„Grandma?" Hörte Sarah eine leise Stimme flüstern.

Riley-Sarah stand an Sarahs Bett und beobachte ihre Großeltern, die aneinandergekuschelt da lagen. Sie hatte ihre Grandma nie lächelnd schlafen sehen und ihr wurde bewusst, dass sie das richtige getan hatte. Minuten später merkte sie, dass Sarah erwacht war.

Sarah hob den Kopf und sah ihre Enkelin im halbdunkel am Fußende des Bettes stehen. Innerlich schüttelte sie den Kopf über die Unverblühmtheit des Mädchens. Sie nickte Riley-Sarah zu, die sich herumdrehte und den Raum verlies.

Sarah schob sich vorsichtig aus dem Bett um Kyle möglichst nicht zu stören. Er murmelte etwas im Schlaf, erwachte aber nicht.

Sarah streifte sich schnell ihre Unterwäsche über den nackten Körper und folgte ihrer Enkelin in den kleinen Wohnraum.

Riley-Sarah hatte vorher schon Kaffee gemacht und hielt Sarah den Becher hin noch bevor diese etwas sagen konnte.

Sarah nickte ihr nur zu und ergriff den dampfenden Becher und nahm vorsichtig einen Schluck. Während sie den ersten Schluck Morgenkaffee genoss überlegte sie, ob sie Riley-Sarah nun böse sein sollte oder nicht. Schließlich hatte das Mädchen über ihren Kopf hinweg gehandelt. Dann, als sie schon fast bereit war ihr eine Standpauke zu halten sah sie in das Gesicht ihrer Enkelin.

Da war es. Dieses schiefe Lächeln, dass sie von Kyle und John her kannte und die gütigen Augen, die die Drei ebenfalls gemeinsam hatten. Sie sah aber noch mehr. Riley-Sarahs Gesichtszüge ähnelten sehr denen von Cameron. Nie zuvor war ihr das so sehr aufgefallen, wie gerade in diesem Moment.

'Sie wird erwachsen', dachte Sarah. Noch Etwas fiel Sarah auf. Ihre Enkelin hatte eine unheimliche Ausstrahlung von Energie. Sarah wusste, Niemand würde sich ihr noch entziehen können, wenn Riley-Sarah ersteinmal begriff, wie sie diese Ausstrahlung einsetzen konnte. Man würde ihren Befehlen ohne zu fragen Folge leisten.

Sarah begriff unumstößlich, dass Riley-Sarah die geborene Anführerin war. Im Gegensatz zu John, dem die Führungsfähigkeit aufgeprägt worden war, hatte sich diese Fähigkeit bei Riley-Sarah von selbst entwickelt.

Sarah wusste aber auch, dass Riley-Sarahs Selbstbewusstsein dann gefährlich wurde, wenn es in Hochmut ausartete. Sie würde ein Auge auf ihre Enkelin haben müssen.

Sarah verwarf den Gedanken wieder der jungen Frau eine Standpauke halten zu wollen da ihr klar geworden war, dass Diese das nur mit einem Grinsen quittieren würde.

„Danke", sagte Sarah stattdessen und empfand etwas Schadenfreude, als Riley-Sarahs Lächeln einem ungläubigen Ausdruck platz machte.

„Gern geschehen", sagte Riley-Sarah.

„Ich meine nicht den Kaffee", entgegnete Sarah und hielt den Becher hoch.

„Ich weiß Grandma", sagte Riley-Sarah. „Nebenbei... Ich hab dich noch nie so glücklich Schlafen sehen. War schön oder?" Fragte sie mit einem Grinsen.

Trotz ihres Alters lief Sarah rot an. „Scheiße", sagte sie voller Inbrunst und barg das Gesicht in den Händen.

Kyle saß neben John Connor und fragte sich, was er hier sollte. Unter dem besagten bunten Abend konnte er sich nun wirklich nichts vorstellen. Er sah Offiziere mit ihren Familien in den Raum strömen.

Eine kleine Bühne begrenzte den Platz für die Zuschauer aber Kyle war sich sicher, dass fast 100 Menschen im Raum Platz genommen hatten. Auf der Bühne war ein Boxring aufgebaut worden.

‚Was wird das bloß?' Fragte sich Kyle immer wieder. Ein Boxkampf dürfte ja kaum als bunter Abend umschrieben werden. Auf diesbezügliche Fragen hatte keiner der Connors geantwortet.

Als schließlich Alle Platz genommen hatten betrat Riley-Sarah die Bühne. Ihr Grinsen zeigte, dass ihr das Ganze einen heiden Spaß zu machen schien. „Nabend zusammen", war die ganze Begrüßung.

„Heute Abend stehen mal wieder die Meisterschaften an. Unser Champion im Federgewicht wird sich mit dem von General Catherine Weaver messen", kündigte das Mädchen an und wollte die Bühne verlassen, als sie zögerte und nochmal ans Mikrofon trat. „Ach ja, die eigentliche Attraktion des Abends kommt hinterher erst, aber noch vor der Siegerehrung also schön sitzenbleiben. Wehe ich sehe irgendwelche leeren Stühle. Dann gibbet wat mit der groben Kelle".

Gelächter über die letzte Bemerkung war zu hören. Kyle war sich allerdings nicht sicher, ob Riley-Sarah das nicht vielleicht doch Ernst gemeint hatte.

Steven Chow, Ringrichter an diesem Abend betrat den Ring. „Guten Abend meine Damen und Herren!" Begann er. „Ich präsentiere den Herausforderer im Federgewicht... In der roten Ecke: Jack Daniels aus Catherine Weavers Kader!"

Ein drahtiger Mann Mitte 20 mit schlanker Figur kam in den Ring, präsentierte sich den Zuschauern und ging dann in seine Ecke.

„Und in der blauen Ecke, unsere Titelverteidigerin...Sarah Connor!"

Kyle blieb der Mund offenstehen, als Sarah den Ring betrat.

Applaus brandete auf. Beide Kämpfer hatten Kopfschützer angelegt und trugen Boxhandschuhe.

Kyle wandte sich an John. „Das kann doch nicht Ernst gemeint sein?" Fragte er verwirrt.

„Was denn?" Fragte John schmunzelnd, ahnend worauf Kyle hinauswollte.

„Na, Sarah ist doch viel zu alt und dazu noch eine Frau. Der Typ schlägt sie doch zu Klump.

John legte eine Hand auf Kyles Schulter. „Das solltest Du sie aber besser nicht hören lassen", sagte er und verdrehte die Augen. „Was glaubst Du wohl, wie sie sich Respekt verschafft hat".

Kyle zuckte mit den Schultern.

John lachte leise. „Immer wenn ein Quertreiber versucht hat ihre Befehle anzuzweifeln hat sie ihn zu einem Sparring aufgefordert. Das Ganze nicht immer in Boxhandschuhen", erzählte John leise. „Ich hab 2 Meter große Männer zu Boden gehen sehen, wie einen nassen Sack".

Kyle hob erstaunt die Augenbrauen und sah zu, wie die erste Runde begann.

Das Ganze begann mit einem Abtasten. Immer wieder kamen Schläge, von denen keiner geeignet war, dem Gegner Schaden zuzufügen. Die erste Runde war vorbei, ohne dass auch nur einer der Beiden einen richtigen Treffer anbringen konnte.

'Die Beiden spielen doch nur miteinander. Hoffentlich wird die nächste Runde interessanter', dachte Kyle gelangweilt. Er sah erstaunt, dass sich in Sarahs Ecke Riley-Sarah um die Belange ihrer Großmutter kümmerte. Die Beiden flüsterten miteinander, worauf Sarah abschließend nickte. 'Gibt die Kleine ihr etwa Ratschläge?' Fragte er sich verwundert.

Kyle fasste John, der sich mit Catherine Weaver unterhielt an den Arm. „John?"

John entschuldigte sich bei Catherine und wandte sich Kyle zu. „Was gibt's?"

Kyle wies mit dem Kopf auf den Ring. „Gibt die Kleine ihr Tipps?" Fragte er ohne Riley-Sarah aus den Augen zu lassen.

John sah hinüber und zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung", antwortete er wahrheitsgemäß.

Als beide Kämpfer die nächste Runde begannen passierte Etwas, was Kyle erstaunte.

Sarah kam aus ihrer Ecke. Dieses Mal begann sie aber nicht wie ihr Gegner zu Tänzeln. Nein, sie ging geradewegs auf ihn zu, fing einen Halbherzigen Schlag seinerseits mit ihrem Unterarm ab und Schmetterte ihm in der Vorwärtsbewegung eine Gerade mitten aufs Gesicht.

Sarahs Gegner strauchelte rückwärts, fing sich aber an den Seilen schnell wieder. Er schüttelte nur den Kopf und signalisierte dem Ringrichter, dass er in Ordnung ist.

Nach dieser Attacke Sarahs hatte das Abtasten ein Ende. Beide gingen nun aufeinander zu. Es folgte ein Schlagabtausch, bei dem mal der Eine, mal der Andere einen Treffer anbringen konnte. Schließlich war auch die zweite Runde zu Ende.

Wieder sah Kyle Sarah mit Riley-Sarah reden. Das Mädchen deutete in seine Richtung und Sarah folgte dem Blick. Dann sah sie ihre Enkelin an und verdrehte die Augen. Riley-Sarah gab ihr daraufhin einen Kuss auf die Backe und grinste unverholen.

Dann erfolgte der Gong zur Runde drei. 5 Sekunden später schrien im Publikum etliche Leute auf.

Kyle sah, wie Sarah aus ihrer Ecke kam. Sie ging auf ihren Gegner zu blockte eine Rechts-Links Kombination ab, ging leicht in die Knie, und riss ihre Faust dann blitzschnell nach Oben. Schreie klangen auf, als ihr Gegner kurz auf die Zehenspitzen ging. Er stolperte rückwärts in die Seile und wurde zurück geschleudert, wobei er geradewegs in eine mächtige Rechte Sarahs stolperte. Seine Beine hingen kurz in der Luft, bevor er auf dem Boden aufschlug.

Dann war der Kampf vorbei. Sarahs Gegner blinzelte nur verwirrt als er ausgezählt wurde. Applaus brandete auf und selbst Catherine Weaver lächelte anerkennend.

Sarahs Blick allerdings war starr auf Kyle gerichtet, der sie mit offenem Mund sprachlos anstarrte.

Hinter dem Ring stand Riley-Sarah und sah ebenfalls zu Kyle. Sie hatte ihrer Grandma suggeriert Kyle zu beeindrucken. Also hat Sarah mit der Spielerei aufgehört und ihn einfach K.O. geschlagen. Riley-Sarah lächelte wissend als sie die glänzenden Augen Kyles sah.

Dann verlies Sarah den Ring, nachdem sie ihrem Gegner auf die Beine geholfen hatte. Schließlich wurde der Ring abgebaut.

Nachdem Dies geschehen war betrat Riley-Sarah erneut die Bühne. „So, nach dem Vorprogramm kommen wir jetzt zur Hauptattraktion und wie ich sehe...", sagte sie nach einem Rundblick, „...sind auch alle Plätze noch besetzt". Nach diesen Worten verlies sie unter Gelächter die Bühne.

Sarah betrat geduscht den Raum und setzte sich neben Kyle.

„Was kommt jetzt?" Fragte Kyle Sarah leise.

Sarah deutete mit dem Kopf auf den Hintereingang der Sporthalle.

Applaus ertönte, als in diesem Moment Cameron Connor die Halle betrat. Kyle sah sich verwirrt um und dann wieder auf Cameron. Der Anblick verwirrte ihn und er sah mit hochgezogenen Augenbrauen auf Sarah, die ihn nur lächelnd ansah.

Cameron ging langsam und graziös in die Mitte der Bühne. Sie trug einen goldenen Leotard mit eingearbeitetem Rock und goldene Ballettschuhe.

Dann klangen die ersten Töne von Christina Aguileras The Voice Within auf und es wurde schlagartig still im Saal.

Als Kyle sich kurz umsah, erkannte er nur lächelnde Gesichter. Johns und Sarahs Augen glänzten und waren gebannt auf die Bühne gerichtet. Dann widmete Kyle seine ganze Aufmerksamkeit der Bühne auf der Cameron Tanzte. Er sah geschmeidige, elfengleiche Bewegungen, die er von einer Maschine niemals erwartet hätte.

Als sich das Tempo steigerte applaudierten die Leute. Niemals zuvor hatte Cameron artistischere Figuren getanzt.

Als die Darbietung schließlich endete war tosender Applaus zu hören. Die Leute einschließlich Kyle waren aufgesprungen. Viele hatten Tränen in den Augen während Andere einfach nur sprachlos auf die Bühne starrten.

Kyle applaudierte ebenfalls stehend. Er war aufgesprungen ohne es zu merken und von dem Begeisterungssturm mitgerissen worden.

Minutenlang war keine Beruhigung in den Leuten zu bemerken, bis schließlich John, Sarah und einige Andere zur Bühne gingen und Cameron gratulierten. Diverse Leute umarmten Cameron, die sich ehrlich über die Begeisterung zu freuen schien.

Ohne etwas dagegen unternehmen zu können war Kyle wie in Trance ebenfalls nach Vorne gegangen. Schließlich stand er sprachlos vor Cameron und starrte sie an.

Cameron legte den Kopf schräg und sah Kyle an. Dann, nach Sekunden als er nicht reagierte streckte sie ihm lächelnd die Hand hin.

Kyle sah auf das Gesicht der Maschine. Er war noch immer wie gebannt. Dann als sie ihn anlächelte löste er seinen Blick von ihren Augen. Er sah einen feinen Schweißfilm auf ihrer Stirn, Wangen und Dekolettee. Dann sah er auf die Hand, die sich ihm entgegenstreckte. Schließlich wanderte sein Blick auf die Umstehenden. Kyle blickte in erwartungsvolle Gesichter.

Sarah sah Kyle an, der sie fragend anblickte. Sie glaubte zu wissen, was er sie fragen wollte und so nickte sie einfach.

Was dann passierte schockte nicht nur Cameron. Auch John glaubte seinen Augen nicht zu trauen.

Cameron hatte Tränen in den Augen, während sie Kyle Reese in den Armen hielt. Wortlos hatte er die ausgestreckte Hand ignoriert und hatte sie in die Arme gezogen.

„Danke", war alles was er leise sagte aber das war genug.

Sarah legte einen Arm um Kyle, mit der anderen Hand streichelte sie Cameron über den Kopf.

John hatte Riley-Sarah zu sich herangezogen und umarmte sie. Die anderen Leute hatte gemerkt, das dort etwas sehr privates im Gange war und wollten nicht weiter stören und so ließen sie die Connors und Kyle Reese alleine auf der Bühne. Sarah lies die Beiden los als sie merkte das Kyle die Umarmung lösen wollte.

Er löste sich langsam und vorsichtig von Cameron. Er war ein wenig erschrocken über sich selbst. Nicht nur, dass er eine Maschine umarmt hatte, nein sie war auch noch ein vorgesetzter Offizier und die Frau seines Oberkommandierenden. Und am wohl irritierensten war, er hatte sich in der Umarmung wohl gefühlt, wohl und geborgen. „Tut mir leid", sagte er während er zu Boden blickte.

Cameron schüttelte den Kopf und legte eine Hand an Kyles Wange. „Kein Grund für eine Entschuldigung", sagte sie.

Kyle hob den Blick und sah in ihre Augen. Und auch wenn er nicht wusste, dass er in die Augen seiner Schwiegertochter blickte, so konnte er es dennoch im Kreis dieser Menschen irgendwie fühlen. Es war ein unbewusstes Gefühl von Nähe, ein Gefühl von Familie.

Nach einer kurzen Siegerehrung, nach der wiederum einige Leute zur Bühne gingen, diesmal um Sarah zu gratulieren beendete Riley-Sarah die Veranstaltung. „So, das wars. Ihr könnt jetzt gehen", sagte sie einfach.

Zunächst starrte man sie nur an, dann schüttelten viele den Kopf, lächelten aber und schließlich verließen die Leute den Saal.

Am nächsten Mittag

Kyle kratzte sich am Kopf. „Okay, ich bin bekehrt. Aber könnt ihr noch ein paar Lücken für mich füllen?", fragte er.

Die Connors saßen mit Weaver, Savannah und John-Henry um den Tisch im Wohnraum herum. Sie hatten zu Mittag gegessen. Kyle hatte auch die letzte Nacht bei Sarah verbracht. Er blickte immer wieder zu Cameron, die ihn am Vortag schwer beeindruckt hatte.

Cameron war sich Kyles Interesse bewusst. Immer wieder blickte sie zu ihm, errötete leicht und blickte dann wieder zu Boden.

Riley-Sarah sah was vorging und grinste unverholen.

„Na was ist nun?" Fragte Kyle schließlich nach minutenlangem Schweigen.

John hatte lange auf den Tisch gestarrt. „Skynet hatte einen T800 Modell 101 zurückgeschickt in die Vergangenheit. Die Maschine sollte meine Mom töten als sie noch eine junge Kellnerin war. Der John aus meiner Zukunft hat einen Soldaten zurückgeschickt, um Mom zu schützen. Der Soldat hieß Kyle Reese". Nach diesen Worten sah John Sarah an.

Sarah hatte den Worten regungslos zugehört. Ohne aufzublicken nahm sie den Faden auf. „Wir hatten eine schöne Zeit, Kyle und ich. Es gelang uns Die Maschine zu zerstören", sagte sie und schwieg dann, tränen in den Augen.

Kyle bemerkte Sarahs Stimmung und zog sie in seine Arme. „Dieser Kyle Reese hat das nicht überlebt oder?" Fragte er.

John blickte betrübt auf und schüttelte langsam den Kopf.

Kyle atmete tief durch. „Wenn das mein Schicksal ist...", sagte er während er die weinende Sarah hin und her wog.

„Ich werde das nicht befehlen", sagte John.

Kyle sah ihm in die Augen. „Das musst Du nicht, und das weißt Du".

Cameron drehte sich herum. „Elena liebes komm ruhig her. Du musst keine Angst haben".

Elena schaute mit einem Auge hinter dem Türrahmen hervor und starrte ängstlich auf Catherine Weaver.

Rückblende am selben Tag (Frühstück)

John hatte eine Hand über die Augen gelegt. Während Elena auf ihrem Pancake kaute, beobachtete das Mädchen ihre Schwester Riley-Sarah und Savannah Weaver, die sich über den Tisch hinweg in die Augen starrten. Beide hatten gleichzeitig ihre Gabeln in den letzten Pancake gesteckt, der auf dem Servierteller in der Mitte des Tisches lag. Erst hatten sich beide mit Worten versucht zu überzeugen wem der Pancake zustand aber nun starrten sich beide einfach nur an.

Catherine Weaver verstand nicht, worum es bei dem Streit ging. Schließlich nach einigen Minuten wurde es ihr zu bunt. Sie streckte einen Finger aus. Sie bildete ohne nachzudenken eine Lanze mit einer Schneide und zerteilte den Pancake einfach in zwei 100 %tig gleiche Hälften.

Simultan ruckten die Köpfe der beiden jungen Frauen entsetzt zu ihr herum.

„Mom!", Rief Savannah.

„Tante Catherine!" Rief Riley-Sarah hinterher.

Catherine hingegen setzte sich in ihrem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.

Was niemand bemerkt hatte war, dass Elena unmittelbar das Essen eingestellt hatte und mit schreckgeweiteten Augen auf Catherine Weaver starrte. Ihr Herzschlag und ihr Atem hatte sich beschleunigt. Schweiß hatte sich auf ihrer Stirn gebildet.

Catherine wurde als Erste aufmerksam, sie entfaltete die Arme und beugte sich vor. „Mädchen, was ist mit Dir?", Fragte sie über den Tisch hinweg.

In diesem Moment wurden auch die Anderen aufmerksam. „Was ist denn Süße?" Fragte Cameron und hatte eine Hand auf die Schulter des Mädchens gelegt. Die aber starrte nur langsam hyperventilierend auf Catherine.

Cameron sah hilflos auf Riley-Sarah. Die lies ihre Gabel fallen und drehte sich schnell zu Elena. „Was ist los", Fragte Riley-Sarah ihre kleine Schwester und griff ihr an die Schultern. Als das Mädchen nicht reagierte begann Riley-Sarah sie leicht zu schütteln. Erst jetzt löste Elena ihren Blick von Catherine und richtete die Augen auf Riley-Sarah. Unmittelbar bildeten sich Tränen in den Augen des Mädchens und schließlich warf sie sich weinend in die Arme ihrer großen Schwester.

Riley-Sarah blickte sich verwirrt um. Dann erst fiel ihr ein was vorhin passiert war und dass Catherine wohl erschreckend auf Elena gewirkt haben musste. „Hey", sagte sie zu dem Mädchen. „Das ist nur Tante Catherine. Die ist ganz lieb und man kann ganz toll mit ihr spielen.

Elena beruhigte sich langsam wieder. Sie löste ihre Umarmung und sah Riley-Sarah tränenüberströmt an. „Wirklich? Fragte sie neugierig und sah schüchtern zu Catherine hinüber.

Riley-Sarah nickte ihr zu. „Wirklich", bestätigte sie. Dann beugte sich das ältere Mädchen vor und flüsterte dem jungen Mädchen ins Ohr. Während sie das tat sah Elena immer wieder schüchtern zu Catherine Weaver hinüber. Schließlich nickte sie der nun grinsenden Riley-Sarah zu.

Unter dem wachsamen Blick der Anderen ging das Mädchen langsam um den Tisch herum und blieb einen Meter vor Catherine Weaver, die sich ihr zugewandt hatte, stehen. „Bist Du wirklich lieb?" Fragte sie, was alle Anderen zum Schmunzeln veranlasste.

„Natürlich", sagte Catherine und lächelte.

Elena machte einen Schritt nach vorne, dass sie vor Catherines Beinen stand. Dann sah sie kurz zu Riley-Sarah, die ihr grinsend zunickte. Schließlich blickte sie auf die lächelnde Catherine Weaver und griff dann blitzschnell zu der Gabel, die neben ihr auf dem Tisch lag. Sie riss den Arm mit der Gabel hoch über ihren Kopf und gleich darauf wieder runter.

Mehr als eine Minute lang war es absolut still im Raum. Alle starrten auf das kleine Mädchen, das vor Catherine stand, in deren Oberschenkel eine Gabel steckte.

Schließlich fing Riley-Sarah an zu kichern.

Vor Elenas Augen erhob sich Catherine und starrte zu Riley-Sarah hinüber. Innerhalb von drei Sekunden begann Catherine silbern zu schimmern und verwandelte sich in eine silberne Schlange die unter dem Tisch verschwand.

Riley-Sarah wusste nicht wie ihr geschah, als der T1001 zu ihren Füßen auftauchte, sich streckte und an ihrem Körper hochschnellte. In wenigen Augenblicken hatte Catherine Riley-Sarah komplett imobilisiert. Als letztes verschloss Catherine noch Riley Sarahs Mund.

Elena hatte dem Ganzen stumm zu gesehen. Als sich aber jetzt aus dem nur noch faustgroßen Ende der silbernen Schlange der rothaarige Kopf des T1001 formte lief sie kreischend in ihr Zimmer.

Cameron lief hinter Elena her, nachdem sie kopfschüttelnd einen Blick auf ihre ältere Tochter Riley-Sarah geworfen hatte.

Gegenwart (Mittagessen)

Cameron drehte sich herum. „Elena liebes komm ruhig her. Du musst keine Angst haben".

Elena schaute mit einem Auge hinter dem Türrahmen hervor und starrte ängstlich auf Catherine Weaver.

„Was ist denn mit der Kleinen?" Fragte Kyle unvermittelt.

Cameron drehte den Kopf und sah Kyle an. Dann sah sie zu Riley-Sarah, die mit gesenktem Kopf neben ihrer Großmutter saß. „Riley-Sarah? Würdest du Kyle bitte erklären, was vorgefallen ist?"

Verlegen hob Riley-Sarah den Kopf, sah zuerst zu ihrer Mom, dann zu Kyle. „Na ja", begann sie leise. „Ich hab mir heute Morgen einen kleinen Spaß mit Elena und Tante Catherine erlaubt, das hat die Kleine wohl ziemlich erschreckt".

„Kleinen Spaß?" Fragte John leicht verärgert. „Du hast das arme Kind dazu gebracht Catherine eine Gabel ins Bein zu rammen".

„Aber das hat doch niemandem geschadet?" Riley-Sarah schrumpfte noch mehr auf ihrem Stuhl zusammen.

„Ach?" Fragte John. „Genauso wie es damals Niemandem geschadet hat, als du den umprogrammierten T600 mit einer ungeladenen Waffe in die Schulklasse hast marschieren lassen. Einige Deiner Klassenkameraden waren noch Wochen danach in psychologischer ...".

„Stop! Jetzt mal ganz langsam", Rief Kyle. „Die kleine hat General Weaver eine Gabel in ihr Bein gerammt?"

John nickte ihm bestätigend zu.

„Und Riley-Sarah hat ihr das eingetrichtert?"Sein Gesichtsausdruck wurde immer ungläubiger. „Ist hier sonstnoch wer, der das für ziemlich verrückt hält?"

Währenddessen hatte Cameron versucht, Elena dazu zu bewegen an den Tisch zu kommen. Diese wehrte sich aber standhaft, immer der Blick auf Catherine gerichtet.

Sarah legte eine Hand auf Kyles. „So sind wir nunmal. Die Connor und die Weaver Familien sind so ziemlich das verückteste auf dieser Welt". Sagte Sarah lächelnd.

Währenddessen war Savannah zu ihrer Mutter gegangen und sprach leise mit ihr. Schließlich nickte Catherine nur, schimmerte silbern und verwandelte sich.

Kyle sprang fast aus dem Stuhl als ein riesiger Schäferhund mit Sattel an ihm vorbei getrottet kam. „W... wa... was zum Teufel" Stammelte er und verfolgte das Tier mit den Augen.

Der Hund näherte sich ganz langsam und mit gesenktem Kopf der Tür, hinter deren Rahmen immer noch das Mädchen stand und jetzt dem Tier furchtsam entgegenblickte.

„Möchtest Du reiten?" Fragte der Hund leise.

„Keine Angst, Riley-Sarah hat Dir doch gesagt, dass man ganz toll mit Tante Catherine spielen kann. Das hat Riley-Sarah als sie klein war auch gerne getan", sagte Cameron lächelnd zu dem Mädchen, dass immer noch auf den Hund starrte.

Der T1001 drehte sich zur Seite und legte sich hin. „Komm schon steig auf", sagte der Hund mit sanfter Stimme.

Langsam näherte sich Elena dem riesigen Tier. Sie sah zu Riley-Sarah und den Anderen, die ihr aufmunternd zunickten. Schließlich streckte sie die Hand aus und streichelte dem Tier über das Nackenfell. Schließlich begann sie zu lächeln und kletterte in den Sattel. Ein Gurt bildete sich und sicherte sie gegen Herunterfallen.

Der Hund drehte den Kopf und sah zu ihr nach Hinten. „Halt dich gut fest". Dann erhob sich der T1001.

Unter Kyles verwirrtem Blick und dem Lächeln der restlichen Anwesenden trottete der Hund langsam um den Tisch herum. Schnell erschien ein breites Grinsen auf dem Gesicht des Mädchens, das einen heiden Spaß zu haben schien.

Savannah, die an der Tür stand lächelte und öffnete dann die Türe um ihre Mom mit der Last die sie trug hinauszulassen.

Als die Beiden 5 Minuten später zurückkehrten hatte das Mädchen vor Aufregung einen hochroten Kopf. Ihre Augen glitzerten und ein Grinsen saß wie festgefroren in ihrem Gesicht.

„Hattest Du Spaß?" fragte Cameron und hob sie aus dem Sattel.

Elena nickte mit verklärtem Blick.

„Keine Angst mehr vor Tante Catherine?"

Diesmal schüttelte Elena energisch den Kopf.

„Dann sieh hin", forderte Cameron sie auf und drehte das Mädchen so, dass sie zu Dem Hund hinübersah.

Das Tier begann silbern zu schimmern und dann richtete sich die Gestalt auf.

Schließlich erschien wieder Catherine Weaver und lächelte das Mädchen an.

Elena sah verträumt zu der Rothaarigen hinauf, bevor sie plötzlich vorstürmte und die Arme um Savannahs Mutter schlang. „Danke! Vielen Dank!" Rief sie überschwenglich.

5 Minuten zuvor:

Kyle saß erschüttert auf seinem Stuhl. Nachdem das Tier mit dem Mädchen den Raum verlassen hatte. Er sah Sarah nur fragend an und trommelte mit den Fingern auf den Tisch.

Sarah sah auf seine Finger und dann in sein fragendes Gesicht. „Was?" Fragte sie verwirrt.

Kyle zeigte auf die nun geschlossene Tür. „Catherine Weaver?"

„Sie ist ein T1001", warf Riley-Sarah ein.

„Aber….", begann Kyle verwirrt. „Den Gerüchten nach sind die T1001 doch gerade erst zu uns gestoßen. Ich kenne General Weaver aber seit Jahren. Wie ist das möglich.

„Zeitreisen mein lieber, Zeitreisen". Antwortete John. „Ebenso wie Cameron zu mir geschickt wurde, hatte sich Weaver in der ursprünglichen Zukunft dazu entschlossen, in die Vergangenheit zurückzukehren um eine KI zu schaffen, die es mit Skynet aufnehmen kann. 2009 sind wir dann übereinander gestolpert".

Kyle blickte ihn nur dumm an. „Hat jemand ein Aspirin?"

Kyle hatte die Frage noch nicht ganz ausgesprochen, als Riley-Sarah ihm auch schon eine Tablette unter die Nase hielt.

Kyle blickte sie nur erstaunt an.

Epilog

In den folgenden Monaten wurde Kyle ohne Es richtig zu merken ein fester Bestandteil der Connor Familie. Er wurde einfach wie selbstverständlich in den Tagesablauf integriert Er schlief bei Sarah, speiste mit der Familie und erlebte einige interessante Momente mit der Enkelin, von der er nichts wusste.

Am großen Tag der Abreise verabschiedete sich Kyle von den Menschen und Maschinen, die seine Familie geworden waren in der Gewissheit, dass er wahrscheinlich bald sterben würde aber er hatte keine Angst vor dem Tod.

Er wusste, er würde die gesamte Menschheit retten, Das aber war für ihn fast bedeutungslos. Diese Menschen, die ihn in ihrer Familie willkommen geheißen hatten und deren Liebe zueinander waren jedes Opfer wert, dass er erbringen konnte.

Kyle Reese erfuhr niemals, dass er John Connors Vater ist. Das war aber auch nicht notwendig. Er fühlte es.