Liebe Lufa!
Ich danke Dir noch einmal für Dein Ehren-Review UND Dein Lob! *verneig*
Und Dir, unserer lieben Beta und inuverse, ebenfalls herzlichsten Dank für Deine kompetente und wohlwollende Arbeit!
Hatte ich das im letzten Kapitel allen Ernstes nicht erwähnt??? *gequält das Gesicht verzieh* Das kommt daher, daß es hier immer so trubelig zugeht! Verzeih bitte!
1.11. 18.30 Uhr
Ihn empfing eine schleifende magische Stimme, die dringend eines Auffrischungszaubers bedurft hätte:
„Willkom...men im……go's. Sie…sind sich…er in…der Qua…rantä…ne-Schleu…se an…gekom…men. Von…nun an…werden… wir für… Sie sor…gen. Ent…spannen… Sie sich… und füh…len Sie… sich wie… Zuhau…se!"
Beklommen ließ Lucius Korb und Kissen sinken. Er hatte seinen Gehstab vergessen. Ohne den er NIEMALS sein Haus verließ. Das konnte nur DAS SCHLIMMSTE bedeuten!
„Sie kommen allein?" Das war ein menschliches Wesen! Eine Hexe! Eine JUNGE Hexe. Eine… Etwas desorientiert suchte er die Quelle dieser in seinen leidenden Ohren unendlich wohlklingenden Stimme.
Da saß sie. Ja, sie WAR jung. Jung, üppig, hübsch – und GESUND. Ihn sanft anlächelnd. Unerreichbar hinter der Glasscheibe, aber ebenso tröstlich anwesend im Raum wie ihre Stimme. Lucius entspannte sich etwas. Wenn SIE es wäre, die sich um ihn kümmern würde… wenn er hilflos daläge… schwitzend und sterbend in seinem einsamen, kalten Bett…
Er schluckte.
„SIE werden mir helfen, nicht wahr?" vergewisserte er sich eindringlich, den Abstand zu der einnehmenden Krankenschwester verkleinernd. Ihre warmen Augen gaben ihm die Kraft, mit fester Stimme zu sprechen. „Ich weiß, es gibt kein Mittel gegen die Pest. Aber SIE werden doch alles in Ihrer Macht stehende tun, mir ein zaubererwürdiges Ende…"
Er konnte nicht mehr weiter. Die junge Frau war ehrlich bestürzt. Auch wenn sie sich gleich wieder um Optimismus bemühte.
„Es ist überhaupt nicht gesagt, daß Sie infiziert sind", behauptete sie in einfühlsamem Tonfall. „Erst einmal sind Sie jetzt hier und werden optimal versorgt. Wir haben alle Vorkehrungen getroffen. Machen Sie sich keine Sorgen!" Lucius badete in ihrer vertrauenserweckenden Stimme. „Vertrauen Sie uns, Mr. Malfoy!"
„Lucius!" verbesserte er sie. Ihr Lächeln war wirklich hübsch.
„Ich bin Schwester Rosalie! Zuerst müssen wir jedoch die Formalitäten erfüllen", erklärte sie liebenswürdig. „Alle menschlichen Mitglieder Ihres Haushaltes sind potentielle Seuchenträger und müssen unter Quarantäne."
„Es arbeiten nur Hauselfen in meinem Haus", antwortete er kooperativ.
„Dann benötigen wir die Namen und Adressen aller Personen, zu denen Sie in den letzten sechs Tagen persönlichen Kontakt hatten!" forderte die junge Frau ihn freundlich auf und erläuterte: „Kontakt in diesem Falle bedeutet, daß Sie sich mit ihnen zusammen in einem geschlossenen Raum befunden und in ihrer Gegenwart gezaubert haben."
Er mochte ihre Stimme. Und sie sah wirklich sehr gut aus. Blond. Nicht übertrieben, aber sorgfältig geschminkt. Ihr Busen wohlproportioniert, zumindest was er unter ihrer Schwesterntracht ausmachen konnte.
„Äh…" Er räusperte sich verstohlen. Sechs Tage! In den letzten sechs Tagen? Draco hatte er seit Mutters Geburtstag nicht mehr gesehen. Der verdiente jetzt selbst genug. Ginny dafür fast täglich, bis sie… bis DIE SACHE ZU ENDE GEGANGEN war. Und Miller natürlich, vor dessen Abreise. Der natürlich unter gar keinen Umständen ministeriell gefunden werden durfte. Folglich jetzt nicht genannt. Menacio war seit dem vorletzten Wochenende in Kolumbien… Aber ansonsten…? NIEMAND?
Konnte das angehen?
War das glaubwürdig?
Vor allem: Würde dieses nette Mädchen ihn für einen langweiligen alten Einsiedler halten?
Hatte er denn wirklich niemanden…?
Aber ja! Wenigstens der, genau! Wenn dieser ihm auch nicht gerade den weltmännischen Flair verlieh, so doch zumindest den des Reichtums!
„Unser Gärtner!" gab er rasch an. Den selbstredend nur von weitem – aber das sollte ihn jetzt nicht stören. „Der war Ende letzter Woche da! Wie er heißt, weiß ich allerdings nicht, da müssen Sie sich an meine Frau, also an meine EHEMALIGE Frau wenden."
Schade, die Kleine zeigte keine wahrnehmbare Reaktion. Naja, das konnte ja noch kommen.
„Und ich war selbstverständlich unterwegs. Bin meinen Geschäften nachgegangen… war mit Geschäftspartnern essen…" Die Auktionen würde er natürlich nicht angeben!
„Ich werde später eine Liste der betreffenden Orte aufnehmen, damit die Besucher sich verstärkt selbst beobachten können. Mehr können wir in dem Falle leider nicht tun. Das übersteigt unsere Möglichkeiten. Aber ihre Frau, sagten Sie…"
„Meine EHEMALIGE!" Er hatte mahnend seine Augenbrauen erhoben, doch sie schaute nicht hin.
„…werden wir wegen des Gärtners konsultieren." Füllte eifrig ein Formular zu ende aus, sah dann aber auf. Er schenkte ihr seinen speziellen Blick und brachte sie tatsächlich zum Erröten – was ihn jedoch nicht davor bewahrte, im folgenden Moment hart auf dem Boden der Realität aufzuschlagen. Indem er durch SIE die schlimmste Demütigung überhaupt für einen magischen MANN erfahren mußte!
„Gut. Dann möchte ich Sie bitten, Ihre Angaben mit der Abgabe Ihres Zauberstabs zu besiegeln."
Bis ins Mark war er erstarrt.
Gütiger Merlin! Wie soll ich DAS überleben?!
Dann wurde ihm bewußt, daß es EGAL war! Denn er WÜRDE auch nicht überleben! Egal wie anziehend diese Frau dort war, egal, ob sie ihn entwaffnet und zauberunfähig erlebte und egal, ob er dennoch imstande wäre, sie zu erobern.
Er würde nicht überleben!
„Aber… ich habe doch ohnehin keine Magie!" protestierte er schwach. Wie herzlos, einem sterbenden Zauberer auch noch seinen Stab und damit seine Ehre zu nehmen! Die Hexe jedoch schüttelte nur verständnisvoll den Kopf.
„Im Zusammenhang mit der magischen Pest handelt es sich bei Ihrem Zauberstab um hochinfektiöses Material!" Fügte dann tröstend hinzu: „Wir werden ihn sicher verwahren, Mr. …Lucius. Vertrauen Sie mir! Legen Sie ihn bitte dort ab." Sie wies mit ihrer niedlichen Himmelfahrtsnase auf einen kleinen Tisch, der Lucius eben offenbar entgangen war. Resignierend folgte er ihrer Anweisung. „Ich danke Ihnen HERZLICH, M…Lucius. Ich werde Sie nun in ihr Zimmer geleiten lassen!"
Plötzlich fühlte er, daß er sich keinen Moment länger auf den Beinen halten konnte! Ehe er hier ohnmächtig umfiele, ergab sich stolpernd in sein Schicksal und überließ seinen Gepäckkorb der apparierenden Hauselfe, die unterwürfig auf eine offenbar zu seinem Hospiz führenden Glastür deutete.
„Um sieben wird das Essen serviert", erreichte ihn die liebgewonnene Stimme der jungen Hexe. „Wie das vonstatten geht, wird Ihnen die Hauselfe erklären. Und ich selbst werde später im Rahmen der Visite zu Ihnen kommen und Sie testen." Sie machte eine vielversprechende Pause. Sprach es dann aus. „Lucius."
Zum ersten Mal hatte sie auf Anhieb geschafft, ihn bei seinem Namen zu nennen! Es würde sich gut anhören, sie selbigen in sein Ohr raunen zu hören… Noch während Lucius sich noch einmal zu ihr umdrehen wollte, um ihr sein verführerischstes Werbungslächeln zukommen zu lassen, erstarb dieser reflexgewordene Impuls. Denn NIE MEHR würde er in den Genuß kommen, eine Frau ihrer Art gebührend zu genießen!
ER WÜRDE NIE WIEDER SEX HABEN!
Lucius Malfoy benötigte all seine Kraft, um nicht auf der Stelle tot umzufallen.
Erschöpft sank er auf das breite Bett. Lag da, unfähig, sich zu rühren, und wartete. Spürte, wie ausgeliefert er war. Dieser todbringenden Seuche, die in diesem Augenblick durch sämtliche seiner Adern kroch. Wie sein eigenes Herz sie überall in seinem Körper verbreitete. OHNE DAß ER IHR EINHALT GEBIETEN KONNTE!
Er lag hier, hilflos, wehrlos, fast tot, UND KONNTE NICHTS TUN, nichts, als seines sinnlosen, frühen Todes zu harren.
ES WAR FURCHTBAR! EIN JAMMER! EIN ALBTRAUM!
Schlafen. Das war es, was den jämmerlichen Rest seines einst so erhabenen und ausgefüllten Lebens ausmachen würde. Schlafen und schließlich schlafend in den Tod hinüberzugleiten…
