Hallihallo,

Legi meldet sich aus der Versenkung. Ihr als Leser habt das nicht mitgekriegt, aber bei mir herrscht seit über zwei Wochen Ausnahmezustand. Erst gab mein Laptop den Geist auf, was an sich schon eine Katastrophe ist. Dann alle Kids plus ich krank.

Und das Beste: kurzfristig einen bzw. gleich mehrere Träume erfüllt, wobei der eine mit dem anderen zusammenhängt.

Hilfe, ich schreib schon wieder wirres Zeug, noch mal langsam:

Legi war in London.
Legi war im Theater.
Legi hat dort jemand getroffen, den ihr eher mit halblanger schwarzer Perücke und schwarzen Linsen kennt.
Legi ist jetzt vollkommen durch den Wind, weil dieser jemand einfach super nett und freundlich war.

Wieso sprech ich von mir eigentlich in der dritten Perso wie eine Hauselfe?

Egal, Ihr habt sicher sowieso mehr Interesse am nächsten Kapitel als an meinen merkwürdigen real-life-Geschichten. Auch wenn es seeeehr irreal ist, wenn man in echt diese Stimme hört, seufz….

Viel Spaß beim Lesen!

13. Kapitel

01.11.2005 20.00 Uhr

Neville betrat die Schleuse und blickte durch die Glasscheibe auf die zierliche Frau, die dahinter Platz genommen hatte. Er setzte sich auf den unbequemen grünen Plastikstuhl.

„Mrs. Malfoy, mein Name ist Neville Longbottom, ich bin Auror."

Blaue Augen sahen ihn durchdringend an. „Ich weiß, wer Sie sind." Sie schien ihn weiterhin zu fixieren. „Es geht um Lucius?"

Neville schluckte. Er fühlte sich etwas unwohl in dieser Rolle. Nach einem kurzen Räuspern begann er zu sprechen:

„Eine junge Frau wurde heute tot aufgefunden. Wir gehen im Moment von Selbstmord aus. Sie war mit der Rattenpest infiziert. Deshalb musste wir Ihren Mann in Quarantäne nehmen, er hatte Kontakt mit ihr – beruflich oder privat, das müssen wir noch abklären."

Narzissa lächelte bitter. „Es ist zwar sehr nett von Ihnen, dass Sie mich schonen wollen, aber ich bin mir der Eskapaden meines Gatten durchaus bewusst. Wir können also ernsthaft reden. Wer war sie?"

Neville musste die abgeklärte Sachlichkeit der eleganten Frau bewundern.

„Ihr Name ist – war - Ginevra Weasley, sie war Wissenschaftlerin."

„Und offensichtlich die Mätresse meines Mannes."

Der junge Auror musterte eingehend.

Hinter ihrem sorgfältigen Make-up sieht sie irgendwie traurig aus. Oder eher einsam? Kein Wunder jedenfalls bei diesem widerwärtigen Ehemann!

Aber sie scheint sich trotzdem gut im Griff zu haben.

Er strich mit der Hand über seine Kinnstoppeln und fragte weiter: „Sie leben zur Zeit nicht in Malfoy Mansion?"

Ihre Antwort bestand aus einem knappen Nicken. „Das ist richtig."

„Seit wann?"

Narzissa ließ ihren Blick über die verblassten Aquarelle an der Wand wandern.

„Ich habe Lucius seit zwei Monaten nicht mehr gesehen."

Wer weiß, ob das Lügen in Sachen „letzter Kontakt" nicht doch in dieser Familie sehr verbreitet ist. Schließlich ist es kein Problem, kurz mal hierher zu apparieren, so wie sie es gerade getan hat.

„Mrs. Malfoy, es tut mir leid, aber wir müssen Sie trotzdem sicherheitshalber in Quarantäne nehmen."

Nun funkelten ihre blauen Augen ihn verärgert an.

„Sie glauben also, ich lüge Sie an und riskiere eine Verbreitung der Seuche? Auch auf Draco, der mich letzte Woche besucht hat? Halten Sie mich für so unverantwortlich?"

Sie strich sich eine lange Strähne zurück, die ihr ins Gesicht gefallen war.

„Ich würde keinen Moment zögern, mich in Quarantäne zu begeben, wenn ich Kontakt mit meinem Mann gehabt hätte. Aber ich versichere Ihnen, ich war seit mehreren Wochen nicht in seiner Nähe."

Neville zögerte. Einerseits klang sie sehr überzeugend. Andererseits wollte er seinen ersten Fall nicht gleich mit einem Fehler beginnen.

Doch er musste sich jetzt entscheiden, das war ein Teil des Jobs.

Der junge Auror zog langsam seinen Zauberstab hervor und murmelte einen Spruch.

Die Glaswand verschwand.

„Sie können gehen. Ich muss Sie jedoch bitten, sich noch zu unserer Verfügung zu halten."

Narzissa schenkte ihm ein kleines Lächeln. „Selbstverständlich. Spricht etwas dagegen, dass ich mich in Malfoy Manor aufhalte?"

„Nein, das ist völlig ungefährlich."

Sie stand auf und strich ihren langen Rock glatt. „Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Mr. Longbottom."

Dann nickt sie ihm zum Abschied kurz zu und verließ sie die Schleuse.

Neville sah ihr nachdenklich hinterher, während das Echo ihrer Schritte immer leiser wurde.

Falls Hermine recht haben sollte und Ginny tatsächlich ermordet wurde, werde ich Mrs. Malfoy im Auge behalten müssen. Morgen weiß ich mehr, da habe ich den Autopsiebericht.

Inzwischen war die Nacht hereingebrochen.

.

legilimens, die seit ihrer Rückkehr aus London furchtbar traurig ist und sich über ein paar kleine reviews - wahlweise in deutsch oder englisch (gerne mit britischem Akzent) sehr freuen würde!