Guten Tag, liebe Freunde des Rattenmordes!

Es ist wieder einmal Zeit für ein kleines Zwischenspiel unseres lieben Lucius, der noch immer am Rande der Geschichte herumwurschtelt, sich jedoch mit den WESENTLICHEN Dingen des Lebens abplagen muß!

Als kleinen Trost für die verschiedentlich Hermine Vermissenden: Die muß warten, bis Lucius mit eben diesen Dingen fertig ist, aber DANN! Pünktlich zu Weihnachten werdet Ihr sie wieder haben!

Vielen Dank an unsere lieben Reviewerinnen – und an JamesBlackson für seine Einladung! Triflorifer fühlt sich sehr geehrt!

Im Namen der anderen grüßt heute

Runa

2.11. 15.45 Uhr

„15.45 Uhr! Du hast es geschafft! Ich danke Dir, alter Junge!"

Lucius bedachte die ironische Siegespose seines langjährigen Wegbegleiters durch die Glasscheibe der Schleuse hindurch mit einem begeistert in die Höhe gereckten Daumen. Es war allerhöchste Zeit. Die noch unsichtbaren, doch bereits unüberspürbar durch die gereizte Gesichtshaut tretenden Barthaarspitzen fühlten sich schon an wie schmerzhafte Stoppeln. Lucius hatte schon wie auf Kohlen gesessen! Aber nun war ja alles noch einmal gut gegangen!

„Auf Dich kann ich mich in jeder Lebenslage verlassen, das wußte ich ja auch!"

„Eine Selbstverständlichkeit, mein Freund." Der andere lächelte. „Dich ganz hier herauszuholen, gestaltet sich leider etwas schwierig; das Ministerium ist arg unter Druck. Da können die sich nicht leisten, gerade DICH nach Hause zu schicken."

Bitter winkte Lucius ab.

„Na, das hatte ich auch nicht wirklich erwartet. Unter DIESER Regierung!" Sein bitteres Lachen wurde am Leben gehalten, als Menacio mit ehrlichem Bedauern fortfuhr:

„Deine Magie konnte ich leider Merlins auch nicht wieder freischalten lassen – denn die Sperrung hat angeblich AUCH medizinische Gründe. ANGEBLICH würde es einen Ausbruch der Pest bei Dir wahrscheinlicher machen, wenn Du zaubertest."

Muß ich immer wieder DARAN erinnert werden?!

Dabei wollte Lucius doch nur endlich in Ruhe und Luxus duschen! Hatte dieser Staradvokat heute denn keine anderen Termine mehr?

„Insofern wirst Du Dich wohl für die Dauer der Inkubationszeit ohne Zauberstab behelfen müssen."

„Das ist dann, wie es scheint, nicht zu ändern." Lucius sah auf die Uhr und fuhr sich über die unangenehm spannende Haut seines Kinns. „Hauptsache, ich kann mich ENDLICH frisch machen!" Er schenkte seinem Freund ein abschließendes Lächeln. „Weiter als bis zu der erlösenden Dusche denke ich im Moment gar nicht!"

Menacio grinste zurück und stellte eine beruhigend große Kulturtasche in das Speisefach der Schleuse. Wo war eigentlich die dazugehörige Hauselfe? Lucius wurde abgelenkt, indem sein Advokat ein kleines silbernes Kästchen aus der Brusttasche zog und es mit einem Schwenk in einen großen, schimmernden Koffer verwandelte.

„Deine Arbeitsmaterialien", erklärte er. „Ich habe Dir Kopien all Deiner aktuellen Unterlagen angefertigt – Du siehst, die Sicherheitskopien bei mir haben sich voll ausgezahlt! Ein neuer Fernsprecher ist drin – ich habe Dir die Verbindung zu Miller eingestellt und zu MIR natürlich – außerdem noch eine Liste beigelegt mit den Nummern sämtlicher Auktionshäuser. Außerdem Schreibzeug. Eine Eule paßte leider nicht mehr hinein und hätte auch zu viel Schweinkram verursacht…", er lachte herzhaft über seinen Scherz, „…aber Du hast ja sogar in DIESMAL geschafft, Verbindung mit mir aufzunehmen, insofern sehe ich da kein Problem!"

Das Amüsement des Anderen verstärkte sich noch, und Lucius mußte zornig die Lippen aufeinanderpressen bei der Erinnerung daran, wie viele Viertelstunden er hatte rufen und fordern und warten und schließlich flehen müssen, ehe sein ach so vielbeschäftigter Freund endlich reagiert hatte, um nicht bis in sämtliche Haarspitzen zu erröten – die Haut im Wangen-Kinn-Bereich WAR auch schon lange juckend gerötet, er mußte endlich zu SICH kommen!

„Ich danke Dir nochmals herzlich!" Seine Ungeduld war aus seinem Tonfall nicht mehr hundertprozentig herauszuhalten gewesen.

„Ich habe einen Muggelkoffer besorgt – was mich einen Einkauf in einem DERER Kaufhäuser gekostet hat, dafür habe ich was gut bei Dir!"

„Ja, klar!" Lucius trat von einem Bein aufs andere.

„Ich habe eine einfache Zahlenkombination eingestellt, Du bist ja allein im Zimmer…"

„JA!"

„12345, ganz leicht zu merken!"

„Wo ist die Hauselfe? Ich kann doch ohne meine Magie die Badutensilien nicht benutzen!" Es war gleich vier! Sein Körper verlangte sein Recht. „Und mein Schlaftrank, der ist fast noch wichtiger!"

„Oh, da gibt es ein Problem!"

Nein…

„Ich bin weder an den Trank noch an das Rezept herangekommen…"

„Aber ich habe Dir doch Snapes Flohnummer…"

„Der ist aber mit seiner Familie im Urlaub!"

„WAS?! SNAPE MACHT NIEMALS…!"

„Bis Sonnabend ist er unauffindbar. Da war nichts zu machen."

VERDAMMTE SCHEIßE! Lucius spürte sich doppelt schlucken. Noch einmal. Unerträglich trocken. Wie sollte er dann die kommenden Nächte überstehen…? Irgendwo schlug eine Uhr. Eins, zwei, drei…"

VERFLUCHT! Er konnte nur hoffen, daß es da noch eine gewisse Toleranz gab…

„Die Hauselfe…?" fragte er matt.

„Das ist das zweite Problem!"

NEIN! NEEEIIIIIN!

„Ich hatte keine Chance, eine hereinzuschleusen."

Lucius schwankte rückwärts.

„Da muß ich den Gamot bemühen! Habe aber erst am Montag einen Termin für eine Anhörung bekommen. Wirst Dich also mit hiesigen Elfen begnügen müssen. Man hat mir versichert, daß das Personal hier alles ins seinen Kräften stehende tut, um den Patienten den Aufenthalt hier so angenehm wie möglich zu gestalten!"