Fröhliche Weihnachten, allerseits!
UND HERMINE GRANGER TRITT AUF! (Auch wenn dieser Malfoy sich schon wieder vordrängelt.)
Doch damit nicht genug. Auch heute folgt zuerst noch mehr von Runas Privatgequatsche, für das ich extra diese Ansprache beantragt habe! Wer ist davon genervt? Keine Chance, es muß raus! Alle Nicht-Interessenten bitte beim übernächsten Fettgedruckten weiterlesen! :P
Liebe Feuerbohne!
DIES ist es. Das Kapitel, bei dem ich es bemerkt habe:
In Rattenmord sind wir beide anders.
Damals hatte ich bereits einige Male Lucius geschrieben, Du sogar noch mehr Hermine. Doch im heutigen Kapitel, in dem wir zwei Sichten einer Begebenheit beschreiben, ist es mir ganz deutlich geworden: Wir haben uns aneinander angenähert, spontan, automatisch, ohne daß wir uns das bewußt vorgenommen hätten.
In dieser Geschichte bin ich plötzlich unterhaltsam! Leicht, locker, komisch, AUßEN.
Und Du ganz nah INNEN!
Ich erinnere mich, daß ich beim Lesen Deiner heutigen Hermine dachte: Das könnte ICH geschrieben haben! Da gibt es kaum einen Unterschied!
Und höre Dich noch: Bleib genau so, Runa, SO mag ich Dich lesen!
Das hat mich etwas verstehen lassen, worunter ich mir zuvor nie etwas vorstellen konnte, nämlich was es heißt: etwas zu produzieren mit den Fähigkeiten des Anderen.
Für diese Erfahrung danke ich Dir!
Auch meiner lieben inuverse sei für ihre Beta-Arbeit herzlich gedankt!
Nicht zu vergessen, Felina und Hedril für ihre tollen Reviews!
EUCH ÜBRIGEN VIEL SPAß UND NACHHER GESEGNETE WEIHNACHTEN!
Runa
2.11. 17 Uhr
Lucius
"Äh..."
Der satinbemantelte Arm des Lucius Malfoy hing steif ausgestreckt in der Luft zwischen ihm und … dieser nervtötendsten aller Schlammblüterinnen, als sei es möglich, sie sich auf diese Weise vom Leibe zu halten.
Hermine Granger, Godric-Tochter von Zahn-Muggeln und Verbündete von POTTER, dem Helden! Und Beste Freundin von…
Lucius schüttelte sich.
WAS TAT DIE HIER?!
In SEINEM Quarantänequartier!
UND WARUM KONNTE SIE NOCH ZAUBERN?!
Sonderrechte für AUROREN, ist ja klar! Von wegen MEDIZINISCHE Gründe! Schikane ist das! Organisierte Demütigung!
Daran ließ SIE keinen Zweifel! Die Art und Weise, wie sie in diesem Moment mit übertrieben konzentrierter Miene und zwei beidhändig gezückten Zauberstäben drei offenstehende Schrankkoffer vor sich herschweben ließ, in denen Lucius eine beträchtliche Menge – eine ÄUßERST beträchtliche Menge! – magisch verkleinerter Bücher ausmachen konnte. In eher nicht sehr friedlichen Koexistenz mit, sage und schreibe, ZWEI zerknitterten Blusen und EINER dieser Muggelbluejeans sowie einem Knäuel Unterwäsche und Socken. Die Besitzerin dieser Habseligkeiten steckte in ebensolchen stillosen Hosen – naja, ihr Po darin war nicht zu verachten… Auch nicht, wie selbiger sich bewegte, während sie mit dem linken Zauberstab ein Drittel ihrer Fracht zu Boden sinken ließ, mit den übrigen beiden Koffern gemessenen Schrittes den Raum durchquerte, zielstrebig das große Doppelbett umrundete und an der ehemals freien Wand, die er mit seinem derzeitigen Lieblingsgemälde verziert hatte, stehenblieb. Entgeistert schnappte Lucius nach Luft, als sie sich völlig unbefangen bückte, um die Koffer auseinanderzuschieben – ihm dasjenige Körperteil entgegenstreckend, welches er gerade begutachtet hatte.
Doch diese Art von Frauen taten diese Dinge nicht, um ihre Reize bei den Männern zur Geltung zu bringen. Daß sie über Reize verfügte, war ihr höchstwahrscheinlich noch nicht einmal BEWUßT! Ganz zu schweigen von der Tatsache, daß sich ein MANN in Reichweite befand! Beides war ihr schlicht gleichgültig! Nicht einmal geschminkt war sie! Lucius rümpfte die Nase. Da diese Person mit als durchaus hübsch zu bezeichnenden Zügen und einem jungen, schlanken Körper gesegnet war, bedeutete das eine pauschale Absage an die Existent der Männlichkeit! Eine Gedankenlosigkeit! Eine Mißachtung! Eine Form der Blasphemie geradezu!
Die Erinnerung an ihre beste Freundin überkam ihn… welche selbst im Alltag die Kunst der Weiblichkeit in Vollendung beherrscht hatte! Fast hätte er gelächelt angesichts ihrer gar nicht einmal perfekt wohlproportionierten Gestalt in einem – in Schnitt und Farbton genau auf ihre Figur und ihren Hauttyp abgestimmten – Hosenanzug… ihr weiches, perfekt frisiertes rotes Haar ihre wohlgeformten, mit einem Hauch goldenen Glitzerns bestäubten Schultern umschmeichelnd… ihr ausgesuchtes, sich magisch auf ihren Zyklus sowie den emotionalen Zustand des von ihr umworbenen Mannes einstellende Parfum… der Schwung ihrer Hüften, genau bemessen, dafür sorgend, daß er jede ihrer Bewegungen direkt in seinen Lenden gespürt hatte…
STOP VERDAMMT! Hastig schüttelte Lucius den Kopf, jedoch nicht nachdrücklich genug, um dem sich davor schiebenden Bild zu entkommen: Blicklose, gebrochene Augen, die nie mehr verlockend glitzern würden... Starre, verrenkte Glieder, nicht mehr fähig, sich um einen Mann zu schlingen... Stumpfe, bläuliche, Haut, die kein Mann mehr berühren mochte... TOD. Ein Jammer! Unsagbare Verschwendung! Ein Verbrechen am Leben!
UND AUCH IHN WÜRDE ES DAS LEBEN KOSTEN!
Lucius sog scharf Luft ein. Vorbei an dieser Verkrampfung in seiner Kehle, die sich wie die pure Angst anfühlte. Atmete aus. Atmete sie weg. Ruhig.
Sein körperlich desolater Zustand wirkte sich bereits auf seine seelische Befindlichkeit aus! Wie sollte er die kommende Nacht überstehen, wenn die Albträume schon jetzt im wachen Zustand über ihn hereinbrachen?! Es war einfach fürchterlich!
Warum mußte sie auch an ihrem irrsinnigen Vorhaben festhalten? Ich habe sie gewarnt! Ich habe ihr gesagt, daß sie es aufgeben solle! Ich habe es ihr gesagt, aber sie wollte nicht hören…
Ich hätte es sofort machen sollen! Dann wäre es gar nicht erst so weit gekommen! Aber sie hatte ja keine Ruhe geben können! Die Vorteile genießen, ohne die Konsequenzen tragen zu wollen!
Mitgefangen, mitgehangen!
Er mußte sich zusammenreißen. Durfte sich nicht gehen lassen. Nicht hineinfallen in diesen Sumpf aus Ängsten und … anderem, worüber er keine Kontrolle mehr hatte. Es war noch nicht zu spät. Es bestand noch immer die Chance, daß er trotz allem heil aus dieser Sache herauskommen würde. Sein angenehmes Leben weiterführen, als ob nichts gewesen wäre...
Mit aller Konzentration beruhigte er seinen angestrengten Atem.
Ginny Weasley war eine begehrenswerte Frau gewesen. Und ER HATTE sie begehrt. Ja, das hatte er. Aber NICHT mehr als das. Und SIE war schuld daran, daß es vor der Zeit geendet hatte. SIE ALLEIN!
Das Leben war, wie es war. Und wenn sie noch am Leben gewesen wäre, hätte er jetzt keinen Gedanken mehr an sie verschwendet. Es war dämlich, sich von ihrem TOD berühren zu lassen. Wieder eine Sentimentalität, über die er früher, vor Azkaban, gelacht hätte! Ein weiteres Beispiel dieser Schwäche, die sich in ihm eingenistet hatte, seit…
Seit DIESE Person HIER maßgeblich dazu beigetragen hat, mich genau dorthin zu bringen!
Lucius blinzelte und nahm wieder wahr, was HIER JETZT geschah. Verfolgte verständnislos, wie die lebendige Granger nun, nachdem sie IHRE drei Koffer gewissenhaft und ordentlich nebeneinander an der zuvor von SEINEM Lieblingsgemälde befreiten Wand SEINES Zimmers fixiert hatte (das Bild lehnte nun vernachlässigt auf dem Fußboden darunter und wirkte nicht mehr im mindesten so erhaben, wie der darauf verewigten Göttin gebührte), selbige nun mit einem Zauberstabschwenk in Bücherregale verwandelte und die Bücher kollektiv in deren Originalgröße zurückhexte.
Äh… Sie… wird sich doch nicht hier…?
"Was tun Sie hier?" Seine Stimme ordnungsgemäß kalt, sämtliche Irritation sowie sein sich permanent weiter beschleunigenden Herzschlags einwandfrei unterdrückend. Sie würde ihm NICHTS anmerken! ÜBERHAUPT NICHTS! Sie wandte sich ihm nicht einmal zu. Fuhr in aller Seelenruhe fort, ihre Bücher einzuräumen!
"Ich bin in Quarantäne!"
Mit dieser dreist-naiven, um den eigenen Bauchnabel kreisenden Selbstverständlichkeit hatte sie bereits gestandene Männer wie Severus Snape zur Weißglut gebracht! Draco den letzten Nerv gekostet! Und dafür gesorgt, daß ER, Lucius Malfoy, damals dem Ministerium anheim und so beim Dunklen Lord in Ungnade gefallen war – mit allen Konsequenzen, an denen er noch heute litt! Niederträchtiges Weibstück!
"Aber doch nicht HIER!" startete er einen Versuch, sie in ihre Schranken zu weisen. Ihre Antwort wunderte ihn nicht im geringsten!
"Allerdings. HIER."
DAS war Hermine Granger! Ohne Manieren! Unfaßbar stillos. Dabei penetrant von sich eingenommen. Von ihren BÜCHERN eingenommen! IHN ignorierend! Eine WIDERWÄRTIGE Mischung!
„Ich verstehe nicht", versetzte er demonstrativ pikiert und machte eindeutig bedrohliche Schritte auf sie zu. „Es wird sich in diesem Gebäude doch wohl ausreichend Platz finden, daß ich in diesem bescheidenen Zimmer in RUHE meine ZEIT ABSITZEN kann!" Alle Taktik an sie verschwendet. Natürlich.
„Ich werde bei Ihnen wohnen, Mr. Malfoy." Die zickige Art, wie sie das verkündete, ließ seinen Zorn heftig auflodern. Er baute sich vor ihr auf, und nun hatte sie den Anstand, ihre Hände von ihren Büchern zu nehmen und sich zu ihm umzuwenden.
"WAS WOLLEN SIE VON MIR?!" fuhr er sie an. Ihr Blick flackerte.
"Das wird sich noch herausstellen."
(Astrid-Runa)
Hermine
Wie hatte sie nur so eine Idee haben können? Eindeutig die blödeste Idee ihres Lebens!
Hermine befand sich in einem Zimmer mit einem Mörder. Dem Mörder ihrer besten Freundin.
Nun ja, er war nur wahrscheinlich ihr Mörder! Oder eher ... womöglich!
„Er ist bis jetzt NUR verdächtig, wir haben lediglich die Blüte", hatte sie Harrys Worte noch in den Ohren, „und du weißt, im Zweifel für den Angeklagten!"
Er hatte ja recht. Auf Veritaserum zurückgreifen konnte er bei Malfoy nicht.
Hermine war fast dankbar dafür, dass Voldemort im Krieg alle seine Todesser und deren Familien mit einem raffinierten Zauber immun gegen den Wahrheitstrank gemacht hatte.
Da bot es sich doch geradezu an, in der für sie völlig überflüssigen Zeit der Quarantäne auf diese Weise ganz unauffällig ermitteln zu können.
Andernfalls würde das nämlich heißen, dass Neville oder Harry stundenlange Verhöre auf Muggelart mit dem ehemaligen Todesser bevorstehen würden.
Harry hatte ihrem Drängen schließlich nachgegeben, wenn auch sichtlich ungern: „Vielleicht ist es tatsächlich nicht schlecht, wenn du Malfoy ein wenig auf die Pelle rückst. Selbst wenn wir ihm in dieser Sache nichts nachweisen können, selbst wenn er sich als unschuldig erweisen sollte, er hat mit Sicherheit noch genug Dreck am Stecken!"
Pah, als ob sie an Malfoys sonstigen 'Geschäftchen' interessiert wäre! Sollte er doch illegal kaufen und verkaufen, schmuggeln, hehlen oder verschieben! Sie wollte ihn in Askaban, weil er Ginny auf dem Gewissen hatte.
Ginny! Sie hatte noch gar keine Zeit gehabt, sich an das Gefühl heranzuwagen, ihre Freundin niemals mehr wiederzusehen! Niemals mehr ihr Lachen zu hören, ihre fröhliche Stimme.
Aber – sie schob diesen Gedanken energisch zur Seite - dieser Zeitpunkt war auch jetzt noch nicht gekommen!
Dafür hatte sie diesen alten Bock an der Backe, der ihr unentwegt auf den Hintern starrte. Mensch, konnte der nicht woanders hinsehen?
Naja, wenigstens hatte SIE ihren Zauberstab – und den Ersatzstab, der es ihr ermöglicht hatte, ihre drei riesigen Koffer, gerade eben von Nevilles Leuten gebracht, gleichzeitig zu transportieren.
Böse sah sie ihn an: Alter Sack, nur einen Abend und eine Nacht ohne Frau eingesperrt, schon bist du notgeil! DAFÜR stehe ich dir sicher nicht zur Verfügung! Selbst wenn ich dich attraktiv fände, du wärst mir viel zu alt!
Lucius war in der Tat fast doppelt so alt wie Hermine!
Ginny ist er nicht zu alt. Sie warf ihm einen kurzen Blick zu. ... gewesen!, durchzuckte sie die Erkenntnis. Sofort fühlte sie sich wieder elend.
Eigentlich sah er gar nicht mal so schlecht aus. Für sein Alter. Aber sie stand nun mal auf Jüngere! In dieser Hinsicht hatte sie Ginny niemals verstehen können. Was fand die nur an Falten und grauen Haaren attraktiv?
Hastig riss sie ihre Augen von ihm. Sie musste sich dringend auf etwas anderes konzentrieren.
Die Nackte an der Wand - eine Göttinnendarstellung, natürlich. Typisch für diese Sorte Mann! Sie verdrehte die Augen, riss das Bild buchstäblich herab und stellte es unsanft auf dem Boden ab. Sollte er es aufhängen wo er wollte, aber nicht in ihrer Zimmerhälfte!
Jetzt war genug Platz. Sie bückte sich, um die Koffer auszurichten – und merkte zu spät, dass er nun Frontalsicht auf ihre Rückseite hatte. Den zu dicken Po. Die etwas zu kurzen Oberschenkel, die Haut, die nicht so straff war wie gewünscht.
Hermine! Bist du noch ganz gesund? Du bist Aurorin – und gaffende Blödmänner doch durchaus gewöhnt! Jetzt benimm dich nicht wie ein pubertierendes Girlie!
Hastig richtete sie sich wieder auf. Die Haut auf deinen Oberschenkeln? So ein Quatsch! Du trägst doch eine Jeans! Sie zuckte unwillkürlich mit den Schultern. Wenn auch eine enge!
Ärgerlich schüttelte sie den Kopf, um derart unwillkommene Gedanken daraus zu vertreiben. Mit einiger Mühe konzentrierte sie sich.
Einen Schwenk ihres Zauberstabes später standen statt der Koffer perfekte Bücherregale an der Wand, die sie eilends mit ihren Büchern befüllte.
Bücher! Sie liebte Bücher! Die beruhigende Ausstrahlung bedruckten Papiers. Informationen, die ihr jederzeit zur Verfügung stehen würden. Wann immer sie wollte.
Sie wollte fast immerzu. Öfter als sie sollte, öfter als sie Zeit hatte. Das war ihre Leidenschaft. Neben ihrem Beruf, neben ihren Freunden.
Freunden – Ginny! Sie plumpste in die Realität zurück. Sie war hier, um Ginnys Tod zu klären. Sie war mit Ginnys Mörder hier. In einem Raum. Eingesperrt.
Auf ihren Wunsch hin, ihre Idee.
Merlin! Wie hatte sie sich darauf nur einlassen können?
Ihr Plan sah vor, ihm hier auf den Zahn zu fühlen, weil er ihr nicht mehr auskommen konnte. Immerhin war er ihr jetzt ausgeliefert. Ohne Zauberstab, ohne Magie.
Ja, gut gedacht, du Superhirn, überlegte sie, dabei ist dir nur entgangen, dass du ihm genauso wenig auskommen kannst.
Ihm, der jetzt hinter ihr stand! Ihm, der sie immer noch anstarrte!
„Was tun Sie hier?"
Was für eine Frage! Eine Sekunde war sie versucht, herumzufahren und ihm die ganze Wahrheit ins Gesicht zu schleudern. Doch sie besann sich rechtzeitig und tat, als sei sie, von ihm gänzlich unberührt, am Büchersortieren. Allerdings in der verzweifelten Hoffnung, er möge nicht bemerken, dass ihre Hände zitterten.
Jetzt nur nicht den Schneid abkaufen lassen. Malfoy war mit Sicherheit ein harter Brocken. Und sie völlig anders als – sonst.
Warum nur? Warum war sie so verändert? So - unsicher?
Verdammt, das sollte sie nun wirklich nicht sein. Sie war hier, weil sie AURORIN war. Sie war nicht hier, weil sie eine Frau war.
Aber genau so fühlte sie sich. Wie eine Frau, die ungeniert begafft wurde. Gemustert, beurteilt, bewertet.
Na und? Das sollte mir doch gar nichts ausmachen!
Warum tat es das doch? Warum störte sie allein der Gedanke, mit Lucius Malfoy ALLEIN in einem Raum zu sein? Fünf geschlagene Tage lang!
Sie holte tief Luft. Auch er würde jetzt irgendwann kapieren, dass er sie in dieser Zeit der Quarantäne an der Backe haben würde.
Der für sie völlig untypische Gedanke durchzuckte sie urplötzlich, machte sie einen Moment starr vor Schreck: Bestand deshalb Gefahr?
Nun ja, er hatte zwar keinen Zauberstab, seine Hände jedoch – wäre er in der Lage, sie zu erwürgen? Bestimmt!
Sie überwachen hier auf magische Art unsere Energieströme, machte sie sich bewusst, und kommen bei der kleinsten Veränderung angerannt. So schnell geht Erwürgen auch nicht. Außerdem habe ich meine Stäbe.
Sorgsam steckte sie die beiden in ihren BH. Ein besserer Platz wollte ihr auf die Schnelle nicht einfallen.
Sie konnte sich also wieder beruhigen!
Soweit man beruhigt sein konnte mit einem – solchen - Mann im Rücken. Der sie als Frau wahrnahm und beurteilte.
Hermine drückte den Rücken durch, wollte sich stärken, ihre berufsmäßige Überlegenheit bewusst herbeiführen.
Es gelang – geringfügig. Nicht ausreichend! Bei weitem nicht!
Sie atmete tief durch. Okay – jetzt half nur noch die Flucht nach vorn – Angriff!
„Ich werde bei Ihnen wohnen, Mr. Malfoy."
So schnippisch wie möglich. Fernhalten, weit wegweisen. Der Mann sollte gleich wissen, woran er bei ihr war. Sie würde für ihn auf keinen Fall eine zweite Ginny werden.
Ginny? Ach, Ginny! Tränen stiegen ihr hoch. Ginny war tot. Fort, für immer.
Sie blinzelte den Druck in den Augen weg, während er fragte: „Was wollen Sie von mir?"
Sie wollte hier weg. Sofort. Flüchten, egal wohin.
„Das wird sich herausstellen!", schmetterte sie ihm mit allem Selbstbewusstsein entgegen, das sie noch aufbringen konnte.
Doch nun war es endgültig um ihre Fassung geschehen. Jetzt half nur noch eines! Eilig quetschte sie sich an Malfoy vorbei und flüchtete ins Bad.
(Feuerbohne)
