Hallöchen liebe Leser!
Nach einer kleinen Weihnachtspause geht es jetzt weiter mit einem Doppelpack.
Wobei Lu, der größenwahnsinnige Finanzmogul, sich wieder mal wunderbar um seinen eigenen Bauchnabel dreht. Ist es nicht herrlich, so in ihn hineinsehen zu können? Da hat Rowling echt einen Fehler gemacht, dass sie den Lesern das unterschlagen hat!
Neville, der bescheidene Staatsdiener, ist es da eher gewohnt, seine Berichte kurz und knapp zu formulieren. Dementsprechend folgt hier nur ein Drabble. Aber keine Angst, er kommt schon noch zu seinen Auftritten!
Übrigens: Da Feuerbohne in einer review-Antwort meinen Trip nach London ja offiziell als Rattenmord-Forschungsreise tituliert hat, kann ich jetzt endlich meine Reisekosten dem Triflorifer-Spesenkonto belasten. Prima Sache!
Legi
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2.11.2005 17.15 Uhr
Lucius stand, ziemlich verkrampft auf der dafür eigentlich zu hohen Fensterbank aufgestützt, am Fenster und starrte in die trübe Herbstdämmerung hinaus. Hinter seinem Rücken rumorte die Granger mit ihren Sachen. Ihre Anwesenheit schien seine Poren zu verstopfen, fühlte sich an, als schneide sie ihm die Luftzufuhr ab.
Ich kann nicht weg. Bin ihr ausgeliefert. Dieser unerträglichen Situation ausgeliefert.
Er mußte seine Atemmuskulatur bewußt einsetzen. Das Gefühl der Atemnot ließ nicht nach. Sich abzulenken versuchend, folgte er einem kleinen Krähenschwarm mit den Augen. Atmete erneut ein. Hielt sein Zwerchfell angespannt. Ich HABE genug Luft. Ich KANN atmen.
Es hatte keinen Sinn, der Panik anheimzufallen. Etwas zu ändern, stand nicht in seiner Macht. Alles, was er tun konnte, war, sich zu beherrschen.
Beherrschung. Die war absolut notwendig, wenn er sich nicht gleich mit erhobenen Händen abführen lassen wollte.
Und das werde ich nicht, niemals!.
Sie hatte seine Frage nach dem Grund ihres Überfalls nicht beantwortet. Doch es konnte keine andere Erklärung geben. Potter hatte seine Star-Aurorin auf Lucius Malfoy angesetzt! Ginny hatte geplaudert, entgegen all ihren Versprechungen. Und wunderte ihn das etwa? Hatte er nicht die ganze Zeit gewußt, wie unsäglich DUMM es gewesen war, sich mit der besten Freundin einer Aurorin einzulassen? Und der auch noch…
Dafür mußt Du jetzt bezahlen!
Beidhändig umklammerte Lucius die Kante der Fensterbank, um seine Hände davon abzuhalten, seinen emotionalen Zustand für die Frau hinter ihm sichtbar auszudrücken. Immerhin reichte ihm die Luft wieder. Lucius bemühte sich darum, sich auf das Wohlgefühl effektiven Atmens zu konzentrieren.
Wie dumm er auch gewesen war: Es half ja nichts mehr! Er mußte sich darauf besinnen, was er JETZT noch beeinflussen konnte. Welche Informationen auch immer Ginny weitergegeben hatte: Es genügte offenbar nicht, um ihn vom Fleck weg zu verhaften.
Was natürlich keine Garantie dafür war, daß sie das nicht noch gründlich nachgeholt hätte! Nein, er konnte von Glück sagen, daß… sie unwiderruflich aus dem Weg war.
Auf diese Weise war die Sache doch wirklich unter Kontrolle! Solange niemand auf die Idee kommen würde… Aber Ginny hatte ihm VERSPROCHEN, daß sie das absolut vertraulich behandeln würde. Und – im Gegensatz zu dem anderen – war dies in ihrem EIGENEN Interesse gewesen…
Seinen Rücken streckend, richtete Lucius sich zu seiner vollen Größe auf und lockerte die Schultern. Füllte erneut bewußt seine Lungen. ER würde sich nicht unterkriegen lassen! Und noch war nichts verloren!
Miss Hermine Granger war vergebens hier. NICHTS würde sie erreichen, was auch immer sie bezweckte! DENN LUCIUS WAR AUF SIE GEFAßT! Auf ihren brillanten Geist! Ihre hervorragende magische Begabung! Ihre konsequente Beharrlichkeit! Ihren rücksichtslosen Ehrgeiz. Ihren unverbesserlichen Gerechtigkeitssinn. Er war auf ALLES gefaßt. Auch auf sie, den Inbegriff einer erfolgreichen AURORIN!
Eine wie SIE HIER, mit ihm auf so engem Raum, barg bei aller Vorsicht eine nicht hundertprozentig einschätzbare Gefahr! Und war zweifelsohne mit großen Unannehmlichkeiten verbunden. Es brauchte Lucius' gesamtes Augenmerk, er durfte sich nicht den geringsten Fehler erlauben!
Über die Vergangenheit würde sie von hier aus nicht das Geringste herausfinden! Da bestand tatsächlich kein Risiko.
Was die Gegenwart anbelangte, wurde es jedoch schon komplizierter. Denn diese Gegenwart mußte am Laufen gehalten werden! Schon allein, damit er sich ablenken konnte. Sich erinnern, wofür er lebte! DAFÜR am Leben zu bleiben!
Wie sollte er in Grangers Anwesenheit seine Aufträge heimlich an den Mann bringen? Wie den Weiterverkauf koordinieren? Und – vor allem anderen – WIE zum Teufel sollte er Miller gefahrlos kontaktieren? Der seine Anweisungen BENÖTIGTE, um seine Aufgabe erfüllen zu können!
Verdammt, verdammt, verdammt! Wie er das haßte, seiner Privatsphäre beraubt zu sein! Das war Psychoterror! Gefangenschaft! Folter! Kein Wunder, daß er sich schon wieder so schwach und schwindelig fühlte! Das MUßTE nicht die Seuche sein! Dieser Streß genügte vollends!
Lucius straffte erneut die Schultern und breitete seine Arme aus, um sich zu dehnen. Es war nicht zu ändern, und er würde es schon irgendwie bewerkstelligen!
Immerhin war er auf alles gefaßt! Er durchschaute sie! Er würde sie irreführen! An ihm, Lucius Malfoy, würde dieses Frauenzimmer sich die Zähne ausbeißen!
"Das wird sich noch herausstellen."
DAS HATTE sie gesagt.
Aber für SIE würde sich früher oder später herausstellen, daß sie ganz genauso hier eingesperrt war wie er. Und DAS war Lucius Chance!
(Runa)
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02.11.2005 17.30 Uhr
Neville stand im Büro seines Chefs und regte sich auf. „Wie konntest du zulassen, dass Hermine in Malfoys Quarantäne-Zelle zieht? Die beiden sitzen ja Tag und Nacht aufeinander!"
Das wird Mord und Totschlag geben!
Harry schien diese Ansicht nicht zu teilen.
„Sie war sehr überzeugend, du kennst sie! Und es ist wirklich der beste Weg, um sein Geständnis zu erzwingen."
„Falls er schuldig ist."
Nach ein paar Tagen mit Hermine auf engstem Raum wird er sogar seinen eigenen Selbstmord gestehen!
Harry sah Neville kritisch an. „Wäre es dir lieber, DU müsstest in einem Verhör alles aus Malfoy herausquetschen?
Wirklich nicht!
(legilimens)
