Liebe Rattenmord-Leser!

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Unser Real-Life-Jahr neigt sich entschieden dem Ende zu. Überall wird heute gefeiert!

In Rattenmord nicht! Dort begegnen wir Hermine in einer schweren und schwachen Stunde.

Nein, zu lachen hat die Arme heute wirklich nichts. Sie bräuchte dringend jemanden, der ihr tröstend die Hand hält.

Dafür käme im Moment nur einer in Frage. Aber ob der das machen würde?

Na, freiwillig bestimmt nicht.

Und – was würde Hermine wohl dazu sagen?

Ich stell mir das jetzt mal vor: Lucius ergreift die Hand der untröstlichen Hermine.

Nee, geht nicht! Geht ganz und gar nicht!

Also Hermine, es hilft alles nichts, da musst du heute alleine durch!

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Vielen lieben Dank an unsere Reviewstütze Lufa! Was würden wir ohne dich hier nur machen!

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Dir und allen anderen Lesern einen guten Rutsch! Wir treffen uns wieder, nächstes Jahr, wenn es heißt: Rattenmord geht weiter!

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Liebe Silvestergrüße von

Feuerbohne und den anderen Triflorifers

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02. 11. 18:00 Uhr

„Miss Granger, kommen Sie bitte zur Schleuse!"

Die Stimme kam aus einem Lautsprecher direkt über ihr. Völlig magielos.

Hermines Blick streifte beim Hochsehen den Spiegel. Merlin! Wie sah sie denn aus? Völlig daneben.

Was war nur mit ihr los? Warum nahm sie das alles so mit? Sie hatte doch gewusst, worauf sie sich hier eingelassen hatte!

Hastig fuhr sie sich durch die Haare, dreht den Wasserhahn auf und wusch sich das Gesicht. Ein weiterer prüfender Blick in den Spiegel: Naja, das ging gerade mal so!

Leise öffnete sie die Badezimmertüre.

Malfoy stand am Fenster und sah hinaus - mit dem Rücken zu ihr. Gut!

Hastig sprang sie auf die Schleusentüre zu, riss sie auf und stürmte hinein.

Dort, hinter der Klappe stand eine junge Heilerin, die ihr freundlich entgegenlächelte.

„Was ist?" Oh, sie hatte auch schon mal freundlicher geklungen! Entschuldigend blinzelte sie durch die Scheibe.

Doch die Heilerin schien das nicht im mindesten zu stören: „Legen Sie Ihren Zauberstab bitte in die Klappe!"

Nein! Das nicht! Entsetzt fuhr sie einen Schritt zurück. Fasste sich jedoch gleich wieder:

„Wieso? Ich bin Aurorin und ..." sie wandte sich kurz um und sah durch die Glasscheibe ins Zimmer. Konnte jedoch durch den Ausschnitt Malfoy nicht entdecken. Er musste seinen Fensterplatz verlassen haben. Sie senkte die Stimme: „Ich bin hier im Dienst!"

„Sie sind in Quarantäne!", wurde sie ruhig belehrt. „Sie kennen doch die Vorschriften."

„Aber ich dachte ..." Sie hatte wirklich geglaubt, dass sie in dieser speziellen Situation eine Ausnahme darstellen würde.

„Es muss sein, zu Ihrem Schutz!"

„Aber warum erst jetzt? Ich meine, warum habe ich bis zur Stunde meinen Stab behalten dürfen? Warum habe ich ihn nicht direkt bei meiner Ankunft abgeben müssen?"

Sie war noch immer nicht willens, sich kampflos zu fügen.

„Eine bedauerliche Panne! In der Eile Ihrer Aufnahme ist das schlicht vergessen worden. Erst jetzt, nachdem das Ministerium Ihren Stab angefordert hat." Die Heilerin zögerte kurz und blickte auf einen Zettel in ihrer Hand. „Oh, ich sehe, Sie haben zwei Stäbe? Bitte!" Sie deutete abermals auf die Klappe.

Hermine seufzte resigniert. Regel war Regel. Sie fasste in ihren BH.

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Es zischte und blitzte grün, als sich der Deckel der Klappe schloss. Ihre Zauberstäbe verschwanden.

Hermine schüttelte verzweifelt den Kopf: Dies war bestimmt das Schlimmste, was ihr je passiert war! Schlimmer konnte es kaum noch werden! Da drin im Zimmer saß Malfoy, dem sie ab sofort völlig magielos entgegen treten musste. Das hatte sie nicht bedacht.

Au verdammt, es war einfach alles so schnell gegangen, heute Nachmittag.

Aber das war jetzt nicht mehr zu ändern! Jetzt war sie hier und hatte die Pflicht, das Beste aus der Situation zu machen.

„Stellen Sie sich bitte gerade vor das Fenster."

Was sollte das jetzt? Hermine sah auf – und der jungen Frau, die hinter dem Schleusenfenster stand, direkt in die nachsichtig und entschuldigend lächelnden Augen. Und sie sah den Zauberstab in deren Hand, direkt auf sie gerichtet.

Nein! Sie wich unwillkürlich einen Schritt zurück.

„Es muss sein! Zu Ihrem Schutz!"

Es war albern! Sie war albern. Dieses Procedere war ihr doch bekannt!

Dennoch, sie fühlte sich tief gedemütigt. Angst überrollte sie. Gleich würde sie ein Muggel sein.

Verzweifelt schloss sie die Augen.

Sekunden später hörte sie es bereits: „Non-Incantare!"

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Fertig! Sie war fertig. Jetzt konnte sie ins Zimmer zurückgehen und sich der Herausforderung stellen, die sie sich selber ausgesucht hatte.

Sie atmete ein paar Mal tief durch. Ja, sie war immer noch Aurorin. Wenn auch eine unbewaffnete.

Das fühlte sich zwar im Moment gar nicht gut an, aber – sie holte erneut tief Luft – DAS würde sie auch noch packen.

Denk an Ginny! Denk einfach immer nur an Ginny!

Genau, das war der richtige Ansatz. Was sie tat, würde sie nicht für sich tun. Sie hob den Kopf, drehte sich zur Schleusentüre und drückte sie langsam auf.

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(Feuerbohne)