Liebe Rattenmord-Leser!

*

Uff, es ist geschafft, der 3. November ist mit dem letzten Kapitel von Runa endlich angebrochen! Ab jetzt bekommt die Situation zwischen Hermine und Lucius in der Quarantäne eine neue Dimension! Klar - wie sollte es auch anders sein - Hermine hasst den Blondschopf weiterhin. Aber es gibt immer mehr 'aber' – die letztendlich den Hass ein wenig relativieren.

Schon heute geht es damit los – und wisst ihr warum?

Weil das ... hihi! Nein, DAS müsst ihr schon selber lesen!

*

Ich danke unseren treuen – und diese Woche unverdrossen fleißigen Reviewern Miss Perenelle, Lufa, Kriki, littledragonfly, Felina, Dark Fay, Seraphin und Hedril.

Euch und allen anderen Lesern viel Spaß!

*

Ach ja: Wer mag, soll mal Hedrils genialen Review-Nachsatz lesen und rätseln, wer sich da zu Wort gemeldet hat! Ich muss sagen: Selber hab ich's gar nicht rausgekriegt. Legi war's! Aber jetzt weiß ich's – und es ist sooo genial! Also auf, lesen!

*

Liebe Grüße in die virtuelle Welt von Feuerbohne

*

*

*

03. 11. 2005, nach Mitternacht

*

*

„Ent-zük-kend!" Malfoys Gesäusel war von beißender Häme.

Seit dem Fauxpas im Bad hielt er sich in keiner Weise mehr zurück.

Klar, deutlicher hätte sie ihm nicht demonstrieren können, wie Spitzenauroren Diskretion handhabten.

Dies war einfach nicht ihr Tag! Hermine seufzte.

Trotzdem! Musste er sie mustern wie eine Zuchtstute?

Ja, sie hatte ihr schlabbrigstes Shirt an. Und ja, ihre 'sogenannte' Fraulichkeit ließ sich darunter nicht mehr ausmachen.

Ratgeber hin, Ratgeber her, es war Nacht und sie musste jetzt zu IHM ins Bett. Da war es für sie mit Sicherheit besser, für ihn eventuell vorhandene Reize gründlich zu verstecken!

*

„Haben Sie ein Glück, dass ich Gentleman bin", sagte er arrogant und klopfte mit seiner linken Hand gönnerhaft auf ihre Bettseite, „sonst müssten Sie auf dem Fußboden campieren!"

„Ein Gentleman würde selber auf dem Fußboden schlafen", zickte sie zurück, nahm Kissen und Decke und schleuderte beides genau dorthin.

Nur Sekunden später war sie abgetaucht.

*

Der Boden war kalt. Sie drehte sich auf die Seite, klemmte die Bettdecke seitlich unter sich. So ging es schon besser. Müde schloss sie ihre Augen.

Dieser Tag war schlimm gewesen und sie ihrem Ziel keineswegs näher gekommen!

Natürlich konnte Malfoy Ginny aus Eifersucht umgebracht haben. Aber warum hatte er dann vorher mit ihr Schluss gemacht? Irgendwie passte das nicht zusammen.

Wenn er also nicht der Vater von Ginnys Kindern war – ja, WENN! Das musste er schließlich noch beweisen. Da konnte ja jeder kommen und behaupten, er habe sich sterilisieren lassen. Überhaupt, konnte man sowas nicht wieder rückgängig machen? Darüber hatte sie doch erst kürzlich einen Bericht gelesen, oder?

*

Ach, der Fußboden war so hart. Sie musste sich umdrehen. Das würde eine ungemütliche Nacht werden.

Malfoy war unzweifelhaft am Mordtag bei Ginny gewesen. Er hatte ein Motiv. Wenn nicht das eine, dann das andere. Er musste schlicht der Mörder sein. Weil es logisch war.

Nun ja, im Leben ging es nicht immer logisch zu!

*

Das Bett neben ihr knarzte. Ja, ER würde es jetzt behaglich haben, dieser selbsternannte Gentleman! Während sie auf dem harten ..., ach Mensch, auf dieser Seite lag es sich noch schlechter.

Sie probierte es auf dem Bauch.

'Schlaf jetzt', diktierte sie sich. Sie hörte eine Turmuhr schlagen. Schon ein Uhr – und sie hatte noch immer kein Auge zugetan!

Ginny war mit der Rattenpest infiziert gewesen. Das war eigentlich nicht sonderlich verwunderlich! Ginny hatte ständig nach Ratten gesucht, war in der Kanalisation herumgeklettert. Hatte dieses Antiserum entwickeln wollen, um die Seuche einzudämmen. Dazu brauchte sie infizierte, lebende Tiere. Die kamen nämlich immer nur aus ihren Löchern, kurz bevor sie starben.

Offensichtlich hatte sie zumindest eines gefunden – und war selber angesteckt worden. So ein Hohn!

Die Seuche hatte Ginny schlussendlich nicht umgebracht, sondern Malfoy. Der, der da oben bequem im Bett lag!

*

Was? Wie? Hatte sie geschlafen? Hermine riss die Augen auf. Was war das für ein Geräusch? Malfoy?

Schnarchte er? Das hätte ihr noch gefehlt. Eingesperrt mit einem Schnarcher!

Ach nein, er atmete nur heftig. Stöhnte sogar!

Sie richtete sich auf und sah aufs Bett. Er bewegte die Lippen.

„NEIN!"

Sein Schrei ließ sie zusammenfahren.

Malfoy hatte seine Hände abwehrend und wild um sich schlagend von sich gestreckt: „LASST MICH!"

Er hatte einen Alptraum.

Hermine musste grinsen. Oh, das war schön. Malfoy wurde von seiner dreckigen Vergangenheit heimgesucht.

Mehr!, dachte sie, als sie ihre Arme auf das Bett legte, den Kopf darauf und Malfoy musterte, der sich noch immer stöhnend herumwarf.

Ach, hier war es wunderbar weich – und warm. Zart und sehnsüchtig strich sie über das Laken.

Für sie gab es nur harten Fußboden. Wütend legte sie sich zurück auf ihr Kissen.

*

„NEIN! KEINEN KUSS!" schrie Malfoy.

Da besteht keine Gefahr, dachte Hermine, lieber fünf Jahre nichts zu Weihnachten, als dir einen Kuss zu geben!

„NICHT NÄHERKOMMEN"

Sein Schrei brachte sie auf die Idee: Er schlief doch! Da könnte sie also vorsichtig ins Bett klettern. Das würde er gar nicht merken! Morgen früh würde sie sich wieder davonstehlen, ehe er erwachte. Unauffällig und leise.

„Schlaf du mal schön weiter", wisperte sie, als sie sich behutsam auf ihre Bettseite schob. Nur schön vorsichtig. Sie wollte ihn doch nicht aus seinem Albtraum reißen!

„Ich kann nicht atmen!", wimmerte Malfoy.

Dann lass es bleiben, dachte Hermine kalt und deckte sich vorsichtig zu. Das wäre sogar gut, denn damit wäre ein sehr unangenehmes Problem gelöst!

Sie stellte sich vor, wie sie morgen früh neben einer Leiche – neben Malfoys Leiche aufwachen würde. Keine schöne Vorstellung! Aber neben einem Mörder zu liegen, war auch nicht sehr reizvoll!

„LUFT!"

Na, das konnte ja heiter werden, wenn der Kerl die ganze Nacht herumschreien würde.

Sie wandte ihm den Rücken zu und schloss die Augen. Jetzt hatte sie es warm und gemütlich, aber laut.

„BITTE NICHT!"

Oh, er kannte das Zauberwort mit den fünf Buchstaben?

Hermine lächelte – und entspannte sich. Malfoy wurde mit einem netten, kleinen Albtraum bestraft! Das war wunderbar!

*

Mit noch geschlossenen Augen konnte sie bereits spüren, dass die Sonne schien. Ganz warm auf ihren Hinterkopf. Herrlich!

Mmh! Sie hatte gut geschlafen. So ruhig, wie schon lange nicht mehr. Eigentlich war sie nämlich eine unruhige Schläferin, wachte ständig auf.

Nicht heute Nacht! Es ging doch nichts über ein neues Bett.

Und über eine herrlich warme Bettdecke.

Sie kuschelte sich noch einmal zurecht – und öffnete die Augen.

MOMENT! Sie war nicht Zuhause?

In dieser Sekunde spürte sie SEINEN Atem auf ihrem Haar, SEINE Hand an ihrem Po!

„Iiieeh!" Mit einem Aufschrei schoss sie davon. Weg von Malfoy! Aus dem Bett.

„SIE! SIE!" sie musste Luft holen und sich besinnen. Was wollte sie sagen? In ihr war alles noch auf warm und weich gestellt.

„LASSEN SIE IHRE DRECKSFINGER VON MIR!"

Er blinzelte, offensichtlich auch soeben erwacht.

„Was wollen Sie?" fragte er und richtete sich halb auf. Dann sah er sich um.

Hermine deutete auf ihn. Weg!, dachte sie, verschwinde aus meinem Leben!

Er fing sich offensichtlich schneller als sie:

„Wenn ich SIE nicht berühren soll, dann sollten SIE auch nicht in mein Bett kommen!"

Hermine blinzelte und wollte schon zu einer bösen Erwiderung ansetzen, da sah sie es: Malfoy lag völlig vorschriftsmäßig auf seiner Seite! Sie musste also im Schlaf an ihn herangerückt sein, sich an ihn geschmiegt haben.

Ihr wurde schlecht. Würgend rannte sie ins Bad!

*

(Feuerbohne)