Verehrte Reviewer des Rattenmords!

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Ich wollte Euch schon lange ein großes Kompliment aussprechen! Nach jedem weiteren Kapitel stehen wir Triflorifers ungläubig den Kopf schüttelnd da und staunen, womit wir verdient haben, daß uns die kreativsten, witzigsten, originellsten, klügsten, TOLLSTEN Reviews geschenkt werden, die man im Fanfiktion-Universum bekommen kann!

An Miss Perenelle, Felina, Dark Fay, Seraphin, Hedril, Talea und Shaunee geht diesmal UNSER ALLERERGEBENDSTER DANK!!!!

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Feuerbohne hat schon angekündigt, daß der 3. November ein überaus komischer Tag werden wird; daher hier die Grundsteinlegung für den Höhepunkt am Nachmittag!

Grüße auch an Euch übrige Leser!

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Runa

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03. 11. 2005, 08:00 Uhr

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Lucius

Es fühlte sich schlichtweg GUT an: Das GENÜßLICHE Lächeln, welches seine doch allen Ernstes ausgeschlafenen Züge eingenommen hatte!

Sein ganzes Leben war eine einzige Katastrophe! Seine Freiheit bedroht von gefährlichen Verdachtsmomenten, sein Körper von unberechenbaren magischen Erregern, seine Seele…

Heiliger Merlin, die Erwartung der schrecklichen quarantänebedingten Mangelzustände und ENTBEHRUNGEN, denen er am nun folgenden Tag ausgesetzt sein würde, kam ihm beinahe am bedrohlichsten vor!

Trotz all dessen war DIES zweifellos etwas, das eine VERHEIßUNGSVOLLE Wendung der Dinge versprach! Ein WAHRER Lichtblick in der Düsternis des Malfoy'schen Geschickes!

Die gnadenlose, rachedürstende Staraurorin Granger mit ihrem messerscharfen Verstand hatte eine BEDÜRFTIGE Seite!

Lucius genoß, mit seinen Mund diese gehässige Schadenfreude zu erspüren und schürzte zusätzlich die Lippen, während seine Augen IHR folgten.

Selbst dieser unsägliche SACK, mit dem die liebe MISS Granger ihre Weiblichkeit hatte verschleiern wollen, würde sie nicht schützen! Im Gegenteil!

Gerade ihre Tarnung machte die Sache umso spannender!

Und das BESTE: Lucius brauchte nur zu warten!

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Hermine

Sie hatte sich im Schlaf tatsächlich an ihn geschmiegt!

Hermine schloss die Augen. Das durfte doch nicht wahr sein. Malfoy war ein Mörder! Und ein arroganter Mistkerl noch dazu!

Ihr Verstand sagte ihr, dass er sie keineswegs an sich gezogen oder irgendwie anders zu sich gezwungen hatte, wenngleich alles in ihr um eine derartige Erklärung flehte. Sie war zu ihm gerückt, hatte sich an ihn gedrückt – und es auch noch genossen!

Oder wie sollte sie sich erklären, dass sie gut geschlafen hatte wie selten?

Hastig spritzte sie sich kaltes Wasser in ihr heißes Gesicht.

Als sie danach in den Spiegel sah, stellte sie fest, dass sie weitgehend normal wirkte. Von den geröteten Wangen einmal abgesehen, die ihr aber ein eher frisches Aussehen verliehen, als einen Hinweis darauf zu geben, dass sie soeben den peinlichsten Moment ihres Lebens gehabt hatte!

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Ihr fiel auf, dass auf der Spiegelablage nur die von der Klinik zur Verfügung gestellten Zahnbürsten samt Billig-Zahnpasta herumlagen. Sonst rein gar nichts.

Keine Pflegeprodukte, keine Düftchen und Wässerchen für die verwöhnte Männerhaut eines Lucius Malfoy. Das war seltsam. Nein, das war mehr als seltsam. Das war sogar außerordentlich eigenartig! Wo hatte er seine Tiegel und Tuben, wo Fläschchen und Flakons?

War Malfoy so überstürzt hierher gebracht worden, dass er keinerlei Kosmetika hatte einpacken können? Hermine schüttelte den Kopf. Nein! Absolut unvorstellbar!

Aber wo waren seine Sachen?

Sie sah auf die rechte Schranktüre. In die linke hatte sie einsortiert, was sie an Kleidung mitgebracht hatte. Das war mager genug – und ihr Schrank dementsprechend spärlich bestückt. In Malfoys Hälfte würde es anders aussehen! Vorsichtig zog sie die Türe auf – und schnappte überrascht nach Luft.

Der Schrank klemmte voller Koffer und Taschen! Voller GEFÜLLTER Koffer und Taschen, zumindest war ansonsten hier rein gar nichts zu sehen. Weder auf den Bügeln, die verlassen an einer Kleiderstange baumelten, noch in den Fächern für Wäsche.

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Hermines Gesicht verzog sich schlagartig zu einem ungemein wohltuenden Grinsen. Sie hatte einen bitterbösen Verdacht:

Malfoy war ohne seinen Zauberstab aufgeschmissen! Er kam nicht einmal an den Inhalt seines Reisegepäcks heran!

Hochwertige magische Koffer und Taschen waren deswegen in der Zaubererwelt so beliebt, weil man sie auf seinen persönlichen Zauberstab eichen konnte. Nur der öffnete und verschloss sie und machte sie damit absolut diebstahlsicher.

Genau das schien Malfoys Problem zu sein: Er musste seine Sachen noch persönlich versiegelt haben, ehe er seinen Zauberstab hatte abgeben müssen

DAS ließ den Tag doch in einem völlig veränderten Licht erscheinen!

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Lucius

Lucius seufzte ein tiefes, bedauerndes Seufzen und entließ zusammen mit diesen verheißungsvollen Gedanken das Lächeln aus seinem Gesicht. Den kommenden Tag zu überstehen, würde ihm fürs Erste ALLES abverlangen! Seine Hände fuhren durch sein Haar. Ohne sie zuvor entfettet zu haben. Doch heute Morgen war das ohnehin egal!

Das dazugehörige Gefühl, welches prompt von ihm Besitz ergriff, war alles andere als verheißungsvoll! Entsetzlich vielmehr! Wenn er es sich recht überlegte, fühlte er sich entsetzlich!

Wie ein Fisch auf dem Trockenen! Eine Sonnenrose ohne Sonne! Ein Zauberspruch ohne Zauberer!

Wie ein magisch Reisender angesichts seiner perfekt automatisch gepackten und mit ausgestatteten Koffer OHNE SEINEN ZAUBERSTAB!

Nun raufte er sich die Haare wahrhaftig!

ER FÜHLTE SICH WIE EIN MALFOY OHNE ZUGANG ZU SEINEN UNVERZICHTBAREN MORGENDLICHEN HYGIENEARTIKELN!

Hätte er ahnen können, daß es in diesem GEFÄNGNIS unmöglich sein würde, sogar an etwas so SELBSTVERSTÄNDLICHES wie einen BELIEBIGEN Hauselfen heranzukommen?! Daß man ihm unüberwindbare Steine in den Weg legen würde, selbst wenn es lediglich darum ging, IRGENDJEMANDEM für ein paar Sekunden seinen Zauberstab in die Hand zu drücken, um einen SIMPLEN Öffnungszauber zu wirken?

Und daß dieser widerliche DRACHE von Krankenschwester IHN dermaßen in ihrer Gewalt hatte mit ihrer willkürlichen SCHIKANE!

Wie auch immer: Es half nichts. NICHTS half ihm heute Morgen!

HIER SAß SIR LUCIUS MALFOY.

Unrasiert. Ungekämmt. Sein edles Antlitz vollkommen ÜBERWUCHERT! In seiner bereits gestern getragenen und keineswegs mehr frischen Kleidung. VERWAHRLOST!

DIESE FOLTER stellte ALLES in den Schatten. Den Mordverdacht. Die Angst vor der Krankheit. Die Gefangenschaft. Der direkte Kontakt mit einem Schlammblut.

AZKABAN! Wisperte sein Körper aus allen Poren. SO FÜHLT SICH DAS AN! GENAU SO!

Und das auch noch VOR DEN AUGEN EINER FRAU – welche trotz aller Vorbehalte eine WAR, wie seine Hände und gewisse andere Körperteile heute Nacht auf überaus plastische Weise hatten feststellen können.

Lucius hustete und verlagerte notdürftig sein Gewicht.

Tief durchatmend, konzentrierte er sich auf seinen KOPF. Auf das INNERE seines Kopfes. Atmete weiter. Ruhig und regelmäßig.

Es gab hier keine Dementoren, er hatte selten eine so geruhsame und wohltuende Nacht verbracht. (ERFRISCHEND hätte sie sein können, wenn er sie mit einer hautschonenden magischen Dusche hätte ausklingen lassen können! Und in frisch gereinigte Kleidung steigen! Und seine Haare stylen!)

Und anders als in Azkaban hatte man ihnen ein Frühstück serviert. (Wobei ihm in seinem gegenwärtigen Zustand nichts darüber hinwegtäuschen konnte, daß selbiges seinen Ansprüchen nicht annähernd gerecht wurde. Zumal er ja nicht einmal seinen Zauberstab zur Verfügung hatte, um geschmackliche oder wenigstens dekorative Korrekturen an den Lebensmitteln vornehmen zu können, noch das Ambiente herauszuputzen.

ABER ER SAß HIER AM FRÜHSTÜCKSTISCH UND HATTE HUNGER! Mit vorsorglich gerümpfter Nase griff er nach einer Scheibe Toast und ärgerte sich darüber, daß (was ihm gestern gar nicht aufgefallen war) er ein Messer in die Hand zu nehmen gezwungen war und schlimmer noch: Die Butter! Daß er den Marmeladenlöffel berühren und auch noch in das klebrige Zeug tunken mußte! Dieses Brot dessen unterziehen, was er dank Hauselfen und Zauberstab NOCH NIE selbst hatte tun müssen! ER HAßTE DAS!

UND ER HAßTE SIE, die da in diesem Moment mit irgendwie befriedigter Miene aus dem Bad zurückkam. Wieso war sie jetzt so… gut drauf? Nachdem sie eben noch vor Scham im Boden versinkend, dort drinnen verschwunden war? Und wie war es möglich, daß sie so ERFRISCHT aussah? Sauber und gepflegt und…

Verdammt, in DIESER Situation hatte es doch Vorteile, wenn man Beziehungen zur Muggelwelt hatte, so primitiv diese auch sein mochte!

Da war kaum ein Trost, daß er in seiner Verbissenheit soeben die Marmeldadenschale gänzlich geleert hatte.

ER HAßTE DIESEN TAG!

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Hermine

Das Frühstück stand bereits auf dem Tisch, als Hermine das Bad, halbwegs ordnungsgemäß gewaschen und gekleidet, wieder verließ.

Malfoy saß natürlich auf dem bequemeren der beiden Stühle und hatte bereits die ganze Marmelade vertilgt, wie sie an dem fein säuberlich ausgekratzten Glasschälchen unschwer erkennen konnte.

Sie seufzte, jetzt nur nicht wieder aufregen!

Während sie sich setzte und nach einer Scheibe Toast griff, überlegte sie, wie sie die Ratgeberempfehlungen umsetzen konnte: Frauliche Reize! Hm, hieß das jetzt Dekolleté und Minirock? Nein, viel zu – naja aufreizend. Das würde ihn womöglich auf gefährliche Ideen bringen. Immerhin konnten sie sich hier kaum ausweichen. Sie brauchte also Schminkzeug. Lidschatten, Wimperntusche und – Lippenstift? Oder war das schon wieder zuviel?

So ein Mist aber auch, dass sie diesbezüglich kaum Erfahrungen hatte! Ginny hatte das viel besser gekonnt als sie! Frauliche Reize betonen. Ja, ihre schöne rothaarige Freundin hatte sehr fraulich wirken können. Natürlich nur, wenn sie das auch so gewollt hatte. Im Alltag war sie, genau wie Hermine, ebenfalls am liebsten in Jeans herumgelaufen.

Gut also, sie würde Neville bitten, ihr die Sachen zu bringen, die sie nur zu Dates trug. Den Push-up BH und den enganliegenden Pulli. Zur Jeans sah der immer sehr – nun ja, sehr attraktiv aus! Und den kleinen Kosmetikbeutel mit den Schminksachen. Ja, ein Puder sollte da auch dabei sein.

Das sollte reichen. Lucius Malfoy war zwar wohl eher ein verwöhnter Mann, einer, der an Frauen gewisse Ansprüche stellte. Aber erstens wollte sie die ja keineswegs erfüllen, sie wollte ihn nur ein wenig zugänglicher. Und zweitens: Verwöhnt hin, arrogant her. Er war ein Mann. Ihm würde also gar nichts anderes übrig bleiben, als sie als das wahrzunehmen, was sie war. Eine attraktive Frau.

Eine unerreichbare, attraktive Frau, verbesserte sie sich eilig.

Während sie in den Toast biss, warf sie einen Blick auf ihr schweigendes Gegenüber. Na, der hatte aber auch schon mal besser ausgesehen! Er trug die Kleidung vom Vortag; was hatte er eigentlich in der Nacht getragen? Das war ihr entgangen. Ein Krümel in der Luftröhre ließ sie aufhusten. War ja auch egal! Jedenfalls wirkte er – ungepflegt! Ja, ein klein wenig zerzaust. Ungekämmt, verbesserte sie sich. Das war es, er war ungekämmt und unrasiert!

Sie musste grinsen. Ja, die Rache des reinen Blutes! Alles, was er jetzt bräuchte, war magisch versiegelt und unerreichbar, weil diestahlsicher verstaut.

Malfoy war noch nicht im Bad gewesen! Was hätte er dort auch gesollt?

Es ist so schön, ein Schlammblut zu sein, sang sie, hämisch grinsend, in sich hinein. Immerhin war sie gerüstet. Hatte Haarbürste und Deo stets griffbereit und völlig unmagisch im Kulturbeutel.

„Was haben Sie heute vor?" Sie konnte es sich einfach nicht verkneifen. Was würde er tun? Er war ein Malfoy. Er würde sich doch nicht so sang- und klanglos in sein bartstoppeliges Schicksal ergeben!

„Ich habe heute eine wichtige Konferenz", kam prompt seine Antwort.

Überrascht sah Hermine auf. Konferenz? Die konnte er sich wohl abschminken.

Sie wollte ihn gerade darüber aufklären, dass er hier mit ihr zusammen in Quarantäne saß. Nur mit ihr. Und dass sie keineswegs die Absicht hatte, mit ihm eine Konferenz abzuhalten.

Da zückte er einen Aktenkoffer, den sie bislang noch nicht bemerkt hatte.

Gebannt beobachtete sie, wie er mit voller Konzentration die Zahlenkombination an den Schlössern einstellte. Er hatte tatsächlich einen Muggel-Aktenkoffer! Ihr fiel die Kinnlade herunter.

Er zog etwas heraus, das er sorgfältig vor sich auf den Tisch stellte. Ein graues Etwas, sie konnte es nicht genauer benennen.

Kaum berührte er die Oberfläche, da begann es zu piepsen und zu leuchten. Eine kleine Figur, schattenhaft und grau, wuchs direkt aus diesem Etwas heraus.

„Mister Malfoy, ich begrüße Sie zu unserer heutigen Auktion", sagte diese Figur mit seltsam gepresster Stimme. „Wir können sofort beginnen, wenn Sie bereit sind!"

„Gleich", knurrte Malfoy und wandte sich zu Hermine: „Wenn Sie mich entschuldigen würden", er wies mit der Hand auf das graue Männchen, „aber ich habe jetzt zu tun!"

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Lucius

Und wie, zur Hölle, sollte er ungestört seinen nicht allzu legalen Geschäften nachgehen, solange diese FRAU AURORIN ihm gegenübersaß und ihn genüßlich kauend nicht aus ihren irritierend scharfen haselnußbraunen Augen ließ?

Und wie sollte das erst werden, wenn er mit Miller Kontakt aufnehmen würde? Er MUßTE. Spätestens heute Nachmittag.

Gereizt erhob er sich und blickte mit möglichst überheblichen Augenbrauen auf die betörend frisch duftende Lockenpracht herab.

„Darf ich annehmen, daß SIE im Bad FERTIG sind?"

Warum tat er es eigentlich nicht einfach? Sich an ihren Sachen bedienen?

Weil sie weiß, daß Du keine eigenen hast und Du sie BITTEN müßtest.

Und DAS kam NICHT in Frage! Unter ÜBERHAUPT GAR KEINEN Umständen würde er diese Frau um etwas BITTEN.

Lieber sterbe ich an meinem eigenen DRECK, als mir DIESE Blöße zu geben!

„Danke der Nachfrage, das dürfen Sie!" gab sie gut gelaunt zurück. Dieses… frischgeduschte… GEPFLEGTE… SCHLAMMBUT!

Sein Schnauben ausschließlich nach innen richtend, ließ er Frühstückstisch samt dessen STÖRENDEM Beiwerk links liegen und begab sich hoch erhobenen Hauptes nach nebenan in seine ebenso abschreckend weiß gekachelte wie zweifelhafte Privatsphäre.

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(Lucius von Astrid-Runa, Hermine von Feuerbohne)