Melde mich zurück aus dem Krankenlager. War ziemlich flach gelegen, aber jetzt bin ich wieder halbwegs fit, hab nur noch ne Birne aus Watte, fürchte aber, das hat gar nix mit der Erkältung zu tun. Wenn man krank ist, hört man Blues, und so hab ich mich mal an Tom Waits rangehört. Glatt ein prima Lied für unseren Auktionsfreak Lucius gefunden „Blackmarket baby", grins.

Es gibt ja Leute, die haben die Gabe, Aktienkurse vorherzusagen und die machen jede Menge Kohle damit. Ich kenn zu jeder (wirklich JEDER! Testet mich!!!!) Situation den passenden Song, aber das hilft mir im Leben so gar nicht weiter. Life is unfair!

Und außerdem: Alan steht nächsten Mittwoch in London auf der Bühne und alle außer mir sind dort. Life is…. Ach, das hatten wir schon.

Seufz….

Gut, dass es einen Lichtblick gibt! Ich hab es mit reichlich Überzeugungsarbeit, Androhung von Süßigkeiten-Entzug und letztendlich einem nächtlichen Langfinger-Ausflug zu Nevilles Aktentasche geschafft, an das Befragungs-Protokoll aus dem Aurorenbüro ranzukommen.

Also mich persönlich hätte diese Hauselfe ja spätestens nach den ersten fünf Fragen wahnsinnig gemacht! Aber als Auror lernt man natürlich, auch in den brenzligsten Situationen Ruhe zu bewahren….

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Nebenbei:

Wisst Ihr eigentlich, warum es kaum Krimis im Potter-fandom gibt?

Genau! Wegen Veritaserum! Damit fallen ja normalerweise Verdächtigungen weg. Wie gut, dass Triflorifer Bescheid wusste über die voldemortsche Entwicklung einer Impfung dagegen! Sonst hätten wir Lucius und Narzissa schon lange mit dieser Wahrheitsdroge befragen können und die Story wär vielleicht schon aus.

Viel Spaß und wie immer ein Riesen-Dankeschön für Eure tollen reviews!

Legi

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03.11.2005 11.00 Uhr

Schriftliches Protokoll zur Zeugenbefragung unter Veritaserum

Aurorenzentrale, 03.10.2005, 11.00 bis 11.25 Uhr

Befragte Person:............................ Fidelity, Hauselfe

Wohnort: ........................................Malfoy Manor, Obergeschoß, Begehbarer Kleiderschrank von Mrs. Narzissa Malfoy

Interrogator: ...................................N. Longbottom (Auror)

Protokollführer:............................... D. Rikk, ()

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Longbottom (im Folgenden als LB abgekürzt): „Fürs Protokoll: Ihr Name ist Fidelity und Sie sind die persönliche Hauselfe von Narzissa Malfoy?"

Fidelity (F): „Ja, Master Longbottom, Sir. Was muss Fidelity jetzt tun? Fidelity ist noch nie befragt worden, aber die Herrin hat gesagt, Fidelity soll alles tun, was Master Longbottom sagt, Sir."

LB:"Es sind nur ein paar Fragen, Sie müssen nicht aufgeregt sein."

F: „Wenn Master Longbottom das sagt!"

LB (zu ): „Wann haben Sie das Veritaserum verabreicht?"

F: „Vor 15 Minuten, standardmäßige Hauselfen-Dosierung."

LB: „Gut. Fidelity, seit wann stehen Sie im Dienst von Mrs. Malfoy?"

F: „Seit Fidelitys Geburt, Sir. Fidelity war erst im Black-Haus und ist dann nach der Heirat mit der Herrin umgezogen. Erst in den Vorratsraum. Zu Dobby. Damals war Dobby noch da, aber er ist ja (unverständliches Schluchzen)."

LB: „Hier, nehmen Sie ein Taschentuch aus der Schachtel."

F: „Danke, Master Longbottom, Sir, sehr freundlich, Sir." (lautes Schneuzen)

LB: „Fidelity, sind Sie immer dabei, wenn Mrs. Malfoy auf Reisen geht?"

F: „Immer, Master Longbottom, Sir. Ich verwalte die Kleider der Herrin. Oh sie ist so eine gute Herrin. Niemals böse, niemals wütend, immer freundlich!"

LB: „Fidelity, bitte! Bleiben Sie bei der Sache! Welche Aufgaben haben Sie außerdem?"

F: „Oh entschuldigen Sie, Master Longbottom, Sir, Fidelity ist nur so glücklich, dass ihre Herrin so gut zu ihr ist. Niemals schlägt sie Fidelity, niemals!

LB: „Das ist wirklich schön! Würden Sie jetzt bitte meine Frage beantworten?"

F: „Oh, aber ja! Wie kann Fidelity nur so nachlässig sein, Fidelity wird sich zur Strafe selbst an den Ohrläppchen ziehen!"

LB: „Nein! Tun Sie das doch nicht! Sprechen Sie einfach nur weiter. So eine Unterbrechung ist gar nicht schlimm!"

F: „Danke, Master Longbottom, Sir! Fidelity ist auch für die Kosmetik zuständig, Fidelity packt und bügelt!"

LB: „Würden Sie es bemerken, wenn Mrs. Malfoy für ein paar Stunden an einen anderen Ort apparieren würde?"

F: „Natürlich, Sir. Sie ist Fidelitys Herrin und so nachsichtig und freundlich wie keine andere! Selbst wenn Fidelity schläft, kann sie ihre Abwesenheit fühlen."

LB: „Tatsächlich?"

F: „Ja Sir, Hauselfen, die gut behandelt werden, sind auf besondere Art mit ihrem Herrn verbunden. Fidelity hat wirklich so ein Glück mit ihrer-"

LB: „Wie oft war Mrs. Malfoy in den letzten zwei Monaten in England?"

F: „Gar nicht, Sir. Die Herrin hat Fidelity mitgenommen nach Frankreich, Malta, Andorra, nach Indien, das ist übrigens sehr schlecht für die Kleider, diese Luftfeuchtigkeit und -"

LB: „Hat Mr. Malfoy seine Frau besucht?"

F: „Nein, der Master war nicht bei der Herrin. Und Fidelity war sehr froh darüber – Oh – Was hat Fidelity da gesagt? Sie muss sich bestrafen!"

LB: „Nein, ich verbiete Ihnen das! Beantworten Sie nur die Fragen und unterlassen Sie die Selbstzüchigung."

F: „Master Longbottom ist sehr nachsichtig, genau wie die Herrin. Fidelity wird sich jetzt besonders anstrengen!"

LB: „Gab es andere regelmäßige Besucher?"

F: „Nur die offiziellen Pflichttermine in den jeweiligen Ländern, die Botschafter, Projektleiter, Pressevertreter."

LB: „Fidelity?"

F: „Ja, Sir, Master. Longbottom?"

LB: „Was wissen Sie über die außerehelichen Beziehungen von Mr. Malfoy?"

F: „Tinky, die Hauselfe von Master Malfoy – oh, er hat es so viel schlechter als Fidelity getroffen! - freut sich immer darüber, denn dann ist der Master gut gelaunt und schlägt ihn nicht."

LB: „Wie oft ist er denn gut gelaunt?"

F: „Immer wieder für ein paar Monate. Tinky muss ihm dann immer Parfüm mischen, die Haare genau hundert Mal bürsten und auch färben – Oh! – der Master wird mich bestrafen müssen, weil ich das erzählt habe!"

LB: „Keine Angst, Fidelity, er wird nichts davon erfahren. Wissen Sie oder Tinky denn, mit wem er sich trifft?"

F: „Master Longbottom ist zu gut zu Fidelity, die den Herrn verrät!"

LB: „Also, weiß es einer von Ihnen beiden nun?"

F: „Master Longbottom muss Fidelity entschuldigen! Sie wird sich ein paar Haare ausreißen – ach nein, das darf sie ja nicht – also wie konnte Fidelity auch das vergessen! Es ist wirklich schlimm mit Fidelity!" (befragte Person setzt sich fest auf ihre beiden Hände)

LB: Ganz ruhig. Konzentrieren Sie sich einfach auf die Frage. Haben Sie eine Idee, mit wem er sich trifft?"

F: „Nein, Sir, er geht ja allein."

LB: „Die Frauen kommen nie ins Haus?"

F: „Nein, Sir, Master Longbottom."

LB: „Wie reagiert die Herrin denn auf ihren einparfümierten und gebürsteten Mann? Gab es deswegen schon mal Streit?"

F: „Nein, Master Longbottom, die beiden sehen sich kaum. Und die Herrin geht oft zu ihren Blumen. Manchmal meint Fidelity sogar, sie spricht mit ihnen. Aber da hat Fidelity sich sicher getäuscht."

LB: „Viele Leute sprechen mit ihren Pflanzen."

F: „Wirklich? Das hat Fidelity nicht gewusst. Hat Master Longbottom denn auch Blumen, mit denen er redet?"

LB: „Zurück zum Thema, bitte: Hat Mrs. Malfoy jemals davon gesprochen, sich an ihrem Mann zu rächen?"

F: „Rächen? Fidelitys Herrin ist eine ehrbare Frau! Sie tut so viel Gutes und ist immer-"

LB: „Oder ihn zu verlassen?"

F: „Der Master würde sich darüber sicher furchtbar aufregen."

LB: „Das glaube ich auch. Aber hat Mrs. Malfoy trotzdem mal etwas in dieser Richtung erwähnt? Dass sie es sich nicht länger gefallen lässt? Dass sie etwas tun muss?"

F: „So hat die Herrin noch nie gesprochen! Sie sagt eher `Kannst du mir bitte diesen Mantel aufbügeln?` oder `Rühr mir doch bitte die Q19-Hautmaske an. Sie hat eine sehr schöne Haut, ganz jugendlich, finden Sie nicht?"

LB: „Allerdings! Äh, ich meine, ich habe noch nicht so darauf geachtet."

F: „Darf Fidelity noch mehr Fragen für Master Longbottom beantworten?"

LB: „Noch eine: Haben Sie Mrs. Malfoy oder ihren Mann jemals mit einer Schachtel Rattengift aus dem Gewächshaus kommen sehen?"

F: „Ratten? Es gibt Ratten auf Malfoy Manor? Bei Thargumel, Fidelity wird keine Nacht mehr schlafen, das ist ja fürchterlich! Ekelhafte Biester mit langen Schwänzen, die unter Möbel kriechen. Fidelity wird sofort eine Hängematte besorgen müssen. Da kommen die doch nicht hinauf, oder?" (springt vom Stuhl auf)

LB: „Keine Panik, Malfoy Manor ist gegen Ungeziefer bestens ausgerüstet, Sie brauchen sich nicht zu ängstigen."

F: „Wirklich, Master Longbottom, Sir?"

LB: „Ganz sicher. Wir sind fertig, Fidelity, vielen Dank. Sie können nun nach Hause apparieren und machen Sie sich keine Sorgen."

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(legilimens mit großer Hilfe von Feuerbohne, die die Elfe erst richtig elfenhaft-nervighaft gezaubert hat)

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P.S.

Schade, dass der Chefauror in der Szene nicht dabei ist. Sonst könnte der Assistent sagen „Harry, hol doch schon mal den Wagen – äh – Besen!"

(weiß jetzt gar nicht, ob die jüngeren Leserinnen den Gag verstehen……)

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