Liebe Rattenmord-Begleiterinnen!

Liebe Miss Perenelle, lufa, Seraphin, Darf Fay, Hedril und Shaunee!

Es macht uns großen Spaß mit Euch! Herzlichen Dank für Euer erfreuliches Echo!

Wißt Ihr, was ich immer total genieße?

Von Feuerbohne zu hören: „Rattenmord! Du, ich habe mir vorm Einschlafen überlegt, daß wir vielleicht…"

Das passiert ziemlich oft, und jedesmal wartet sie mit einer neuen ihrer wunderbar in den Plot einzuflechtenden, all ihre Geschichten (und somit auch diese) unglaublich bunt färbenden Ideen auf.

Bunt.

Das heutige Kapitel kommt mir von allen Hermine und Lucius-Kapiteln am buntesten vor.

Und auch wenn wir uns gestern letztlich nicht festlegen konnten, ob dies wirklich unser absolutes Lieblingskapitel (von unseren, Legis sind konkurrenzlos! ;) ) ist…

„Aber was ist mit dem …?"

„Oder mit dem…?"

Also es folgen noch zwei, die ihm diesen Platz streitig machen könnten. (Wenn man die pure Quarantäne außenvor läßt zumindest, wobei man diese nicht wirklich als bunt bezeichnen kann, sondern eher… heiß. ;) )

KAMPF MIT MUGGELARTEFAKTEN

war jedenfalls der Arbeitstitel des heutigen Kapitels, und diesmal kann ich Titelfanatikerin mir nicht verkneifen, ihn Euch mitzuliefern! Er und es sind einfach ZU komisch!

Viel Spaß und Gruß von Runa

3.11. 15 Uhr

Lucius

„Lucius!" Irritiert vernahm er von hinter seinem Rücken einen verstohlen schnaubenden Laut. Granger? DIE nannte ihn doch noch gar nicht so! „Ihre Sachen sind da!" Er schreckte hoch.

Rosalie! ENDLICH!

Und Granger? Genußvoll grinste er in sich hinein, während er behende von seinem dem Fenster zugewandten Sessel aufsprang und leichtfüßig – gefolgt von den überaus aufmerksamen Augen seiner Zimmergenossin – durch den Raum in Richtung Schleuse eilte. IHR noch einen provozierenden Seitenblick zuwerfend.

Na, verehrte HERMINE? Sie fürchten doch nicht etwa um meine nächtliche Bereitschaft, mich mit IHNEN zu beschäftigen?

Hach! Gab es etwas SCHÖNERES für einen Mann?! Als inmitten nach IHM hungernder und IHN umwerbender weiblicher Wesen zwischen ihnen wählen zu können? Blond oder braun, lockig oder glatt, schmalbrüstig oder üppig, gemütsvoll oder intellektuell, sanft oder temperamentvoll…

Äußerst wohlgestimmt erreichte er die Schleuse, und sein verbärtetes Antlitz fühlte sich gleich schon nicht mehr ganz so furchteinflößend an.

Daß ihn die üppige Blonde in diesem desolaten Zustand zu Gesicht bekam, war eigentlich nicht zu ertragen! Da konnte Lucius direkt glücklich sein, daß die Glasscheibe sein Aussehen ein wenig kaschierte! Froh, daß sie ihn zumindest nicht RIECHEN konnte, setzte er sein verführerischstes Lächeln auf, um die ihn von hinter der durchsichtigen Mauer seines Verlieses anstrahlenden jungen Krankenschwester nach Möglichkeit von seinem sonstigen Anblick abzulenken.

UND SCHLIEßLICH WAR DIESES WUNDERBARE WESEN DORT HINTER DER SCHEIBE GEKOMMEN, UM DIESEM UNWÜRDIGEN ZUSTAND EIN ENDE ZU SETZEN!

„Rosalie, Sie sind ein SCHATZ! Des einen Freud – des anderen Fluch! Welch unsagbares GLÜCK für unsereinen, daß Sie heute hier einspringen mußten – sonst hätte ich noch weitere vierundzwanzig Stunden darben müssen!"

Ihr Lächeln war weiterhin echt. SO schlimm konnte es demnach nicht sein mit ihm.

„Ich freue mich doch, wenn ich etwas für Sie tun kann, Lucius!"

Sie hievte zwei prallgefüllte Muggelplastiktüten mit schreiend grellem Aufdruck in die Schleuse. Gut, daß sich die durch die in den Augen stechenden Farben schon flimmernden Buchstaben nicht auch noch auf magische Weise bewegten! Desungeachtet strebten Lucius' Hände dorthin, noch während selbige sich auf der Seite der Freiheit schloß und sich schon eine Sekunde später auf seiner wieder öffnete – diesmal ohne den beunruhigend grünen magischen Blitz, der vor drei Stunden sein womöglich verseuchtes Portemonnaie auf seinem umgekehrten Weg gereinigt hatte.

„Ich habe meine Schwester in das beste aller Muggelgeschäfte geschickt. Sie war schon mal dort, müssen Sie wissen. Und hat mir versichert, daß sie alles Wichtige eingekauft hat, was ein MANN so braucht! Und sie hat sich wie vereinbart die Muggeljeans und zwei T-Shirts gekauft. Das Restgeld ist zusammen mit den Belegen mit in der Tüte."

Lucius griff nach den beiden Tüten und ließ der Krankenschwester ein abschließendes Lächeln zukommen. Jetzt hatte er keine Zeit mehr!

„Sie hätte sich MEHR kaufen sollen!" Die Tüten waren herrlich schwer! „Jedenfalls DANKE Ihnen, daß sie SO LIEB waren, in ihrer Dienstzeit…"

„Ach, es war mir doch ein Vergnügen, Lucius! Und meine Schwester läßt Ihnen nochmals IHREN Dank ausrichten…"

Er machte eine wegwerfende, langsam ungeduldige Geste.

„Ich werde mich mit großem Vergnügen bei IHNEN revanchieren, wenn ich…"

Diesen möglicherweise sein Seelenheil gefährdenden Gedanken verfolgte er auch selbst nicht mehr weiter; erst einmal trieb es ihn ins Bad. INS BAD! ENDLICH!

Auch wenn die liebe Miss Granger nun wieder ausschließlich amüsiert aus der Wäsche blickte, als er mit vor Verzückung eifriger Miene – er merkte das selbst – an ihr vorbei in Richtung Badezimmer stürmte: In diesen kostbaren Momenten der reinen Vorfreude auf sinnliche Genüsse interessierten ihn nicht einmal die Frauen!

Hermine

Hermine beobachtete amüsiert, wie er mit beglücktem Gesicht durch das Zimmer eilte. Rechts und links war er mit je einer großen Plastiktüte bepackt.

Lucius Malfoy hatte seine Lieferung an Muggel-Kosmetik und -Kleidung bekommen.

Auf den edel wirkenden Tüten prangte groß und breit 'Harrods'.

Nicht die schlechteste Adresse, überlegte Hermine. Aber nun, ein Malfoy würde wohl nicht in einem Billig-Discounter einkaufen. Einkaufen lassen, verbesserte sie sich, ER saß ja schließlich hier!

Sie überlegte, ob eine Hauselfe – aber nein, die konnten schließlich nicht einfach in ein Muggel-Kaufhaus gehen.Wahrscheinlich war die kleine Helferin, die er immer so umgarnte, persönlich losgestiefelt, um den noblen Herrn mit Kleidung und Gebrauchsgütern einzudecken!

Er steuerte sofort auf das Bad zu.

Er wird sich erst einmal hingebungsvoll der Pflege seines Luxuskörpers widmen.

Das bedeutete - sie legte sich bequem auf die Seite und nahm eines der kleinen Kissen zwischen die Knie - sie würde das Zimmer hier eine Weile für sich alleine haben.Auch nicht schlecht.

Die Pflegerin, wie hieß sie gleich noch? Ah, Rosalie Medeor. Die war wirklich sehr nett. Freundlich. Malfoy gegenüber war sie sogar überaus zuvorkommend.

Medeor sah noch ganz jung aus. Blutjung. Sie war höchstens Anfang Zwanzig! Jünger als Hermine. Die konnte noch nicht lange hier arbeiten. Ob sie noch in der Ausbildung war?

Ob es ihr wohl gefällt, von Malfoy derart angemacht zu werden?

Na, sollte er anmachen, wen er wollte, Hauptsache, er würde sie in Ruhe lassen.

Das wäre das Letzte, was ich jetzt noch brauchen könnte, überlegte sie, dass ich mich auch noch mit einem aufdringlichen Kerl herumschlagen müsste.

Das Rauschen der Dusche im Bad hatte schon vor einer Weile aufgehört. Danach war es still darin geworden.

Er wird sich im Spiegel bewundern, dachte Hermine und nahm das Buch wieder hoch.

Sollte er sich pflegen, sie würde jetzt hier gepflegt lesen.

„Verdammt!"

Sein unwilliger Schrei, dicht gefolgt von einem Klappern drang aus dem Bad. Irgend etwas war heruntergefallen!

Hermine sah kurz auf. War was? Sie sah zur Badezimmertüre.

Die blieb jedoch geschlossen.

Auch gut. Sie senkte den Blick, wollte weiterlesen, den Frieden im Zimmer noch genießen.

„Miss Granger?" Seine Stimme klang gedämpft durch die Türe.

Er sprach sie an? Das war neu.

„Ja?"

„Was ist das für eine seltsame Flasche? Hat einen blauen Deckel!"

Sie starrte wieder auf die Türe, die ihn zum Glück von ihr trennte.

„Was steht denn auf der Flasche?" Der stellte sich vielleicht an! „Muggel haben die Eigenart, alles zu beschriften!"

Stille.

Hermine seufzte und hob abermals ihr Buch. Malfoy'sches Beschäftigungsprogramm? Nicht mit ihr!

„Ich – habe meine Brille nicht bei mir!"

JETZT war ihre Neugierde geweckt! Malfoy war mit Muggelsachen im Bad verschwunden, von denen er offenbar keine Ahnung hatte. Und er konnte nicht lesen, was auf den Packungen stand? Das konnte lustig werden. Hermine klappte ihr Buch zu, setzte sich so auf, dass sie die Badtür im Blick hatte: „Wie sieht diese 'Flasche' denn aus?"

„Sie ist blau, rund und hoch, hat einen ..."

„Blauen Deckel, sie sagten es bereits", ergänzte Hermine knapp.

„Ja und unter dem Deckel befindet sich eine Art Knopf!"

Oh, er hatte eine Spraydose in der Hand! Hermine lächelte. Er würde sich bestimmt noch nie ohne Magie deodoriert haben.

„Das ist ein Deodorant", rief sie grinsend. „Richten sie den Knopf auf die Achselhöhlen und drücken Sie drauf!"

Stille. Kein Dank! Wofür auch?

Vorstellung beendet, dachte Hermine und wollte sich wieder hinlegen.

„Wie lange dauert es, bis der Schaum verschwunden ist?"

Hermines Augenbrauen schossen in die Höhe. Schaum? Welcher Schaum? Was hatte sich Malfoy da unter die Arme gesprüht? Was gab es noch für Sprays? Er hatte doch nicht etwa Schaumfestiger ...? Ihr Kichern konnte sie gerade noch unterdrücken. „Oh", war alles, was sie herausbrachte.

„Also! Wie lange?"

JETZT prustete sie los! Die Vorstellung, dass da ein langmähniger Blonder mit erhobenen Armen vor dem Spiegel stand und seine eingeschäumten Achselhöhlen beobachtete, war einfach zu köstlich.

„Wischen Sie es wieder weg!" Sie bekam ihre Stimme nur mühsam wieder in den Griff, „es war wohl doch nicht das Deo, sondern Schaumfestiger!"

„Schaumfestiger?"

DAS Wort wirst du noch nie gehört haben, dachte Hermine und rief. „Etwas für die Haare, dass die besser sitzen."

Das hier machte entschieden mehr Spaß als Lesen. Sehr aufmerksam, eher noch begierig, beobachtete sie die Badezimmertüre.

„Dann ist Deodorant eine andere blaue Flasche?"

„Was weiß denn ich!" Ihr Grinsen saß jetzt ziemlich fest im Gesicht, „Muggel verwenden alle möglichen Farben für ihre Sachen."

„Kommen Sie mal!"

Schlagartig wurde sie wieder ernst. Er rief sie - zu sich ins Bad? Niemals! Da hinein würde sie mit Sicherheit nicht gehen! Auf keinen Fall!

Sie rutschte ein Stück zur Seite, lehnte sich fest in die Kissen.

Aus dem Bad war nun nichts mehr zu hören, doch Hermine konnte sehen, wie sich die Türklinke bewegte. Schließlich öffnete sich die Türe einen Spalt und ein ziemlich nasshaariger Malfoy lugte heraus. Sah sie an, wie sie eingefroren auf dem Bett saß und zurückstarrte.

Sein aufgesetztes, wohl freundlich-aufforderndes Lächeln wischte sich in sekundenschnelle von seinem Gesicht. Er seufzte: „Nur vorlesen."

Sie reagierte nicht darauf! Im Gegenteil, ihr Druck nach hinten vergrößerte sich, als wollte sie sich dadurch daran hindern, zu ihm zu gehen. Als müsste sie sich hindern! Pah!

„BITTE!"

Er brauchte Hilfe! Weil er sich mit den Muggelsachen nicht auskannte – und die kleinen Schriften nicht lesen konnte. Er war halt doch schon ein älterer Mann.

Na gut, sie rutschte an die Bettkante, sie würde ihm also helfen. Aber nur zu IHREN Bedingungen! Und die waren:

„Reichen Sie mir die Sachen heraus, ich sage Ihnen dann, wofür sie gut sind!" Sie erhob sich zögernd und stellte sich neben die Türe. So, dass sie ihn nicht sehen musste.

Er hielt ihr die 'blaue Flasche' hin.

Ein Blick und Hermine prustete los: „Haben Sie das Zeug schon ins Haar gesprüht?"

„NEIN!" Seine Stimme klang empört.

„Das ist Rasierschaum!"

„Ah, gut", sagte er, „ich hatte mich schon gefragt, wie Muggel das machen!"

Die Türe schloss sich wieder.

„Nichts zu danken, hab ich gerne getan", murmelte Hermine verdrossen und ging zum Aussichtsplatz auf dem Bett zurück.

„Und jetzt?"

Schon wieder Er!

„Was und jetzt?", fragte Hermine neugierig zurück.

„Ich hab den Rasierschaum aufgetragen. Wann verschwindet der Bart?"

DAS war besser als ein Dankeschön! Meinte er tatsächlich, der Bart würde sich auflösen? Wie bei Enthaarungscreme! Hermine konnte sich nicht mehr beherrschen und prustete los.

„Wenn..., wenn Sie sich rasieren", keuchte sie schließlich.

Sie setzte sich in Positur. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so wunderbar amüsiert!

Das einsetzende Schweigen klang beleidigt. Er scheint irgendwie zurechtzukommen, dachte Hermine, aber ein Rasiermesser erkennt wohl auch ein Zauberer.

„Ich blute!"

DAS klang jetzt wütend. Als könnte sie etwas dafür! Sie lehnte sich entspannt zurück. Es ging also weiter!

„Wie hört das wieder auf?"

Gar nicht, dachte sie, antwortete aber brav: „Nehmen Sie ein Stück Toilettenpapier, feuchten es mit Speichel an und kleben es auf die Wunde!"

„So machen das Muggel?"

Was weiß denn ich, dachte sie, so macht das mein Vater! „Ja!"

Lucius

MOMENT!

Die linke Hand schützend über seinen notdürftig versorgten Gesichtswunden haltend und darauf bedacht, seine tropfnassen Haare an der Seite zu halten, beugte Lucius sich über den Inhalt der zweiten Tüte, die er vorsichtshalber auf dem Fliesenboden des noch feucht beschlagenen Bades ausgeschüttet hatte.

Doch da stimmte etwas nicht! Wo waren denn die eigentlichen Sachen? Wie hatte Rosalie angekündigt?

Ich werde meiner Schwester beauftragen, Ihnen etwas Passendes zu besorgen, Lucius!

Aber da war nichts! Nur dieses seltsam plüschige Knäuel von…

Ratlos zog er an einem Zipfel des dunkelblauen Stoffes. Schüttelte ihn aus, um ihn aus dem Geknüll am Boden zu befreien. Richtete sich auf, ohne sich um den hinuntersegelnden Fetzen Zellstoffes zu kümmern, der seinen nackten Fuß streifte und sich daneben auf den Kacheln festklebte. Erst das Ausschlagen des ziemlich große Stoffstückes offenbarte sich dessen zweifelsohne passende Form. Lucius hielt es ein Stück von sich ab. Dann direkt an seine Taille. Sogar die Länge stimmte. Aber ansonsten…

Mit angewidert gerümpfter Nase stieg er vorsichtig mit dem ersten Fuß in die dafür vorgesehene Öffnung.

Hermine

Als Malfoy mit finsterer Miene endlich erschien, sah er deutlich gezeichnet aus. An vier Stellen klebte ihm Toilettenpapier im Gesicht, seine Haare waren nass und er trug – Jogginghose und Sweatshirt! Genauer gesagt eine dunkelblaue Hose mit breiten Bündchen um die Knöchel und dazu eine graues Shirt mit Rundhalsausschnitt. Quer über der Brust prangte in geschwungenen Lettern und passender Farbe die Aufschrift „THINK PINK"

Hermine schluckte tapfer gegen den Krampf im Kehlkopf an. Drei Sekunden lang etwa, dann hatte sie den Kampf verloren und platzte vor Lachen.

(Lucius von Astrid-Runa, Hermine von Feuerbohne)