Alle Charaktere und sämtliche Rechte an ‚NCIS: Los Angeles' gehören CBS und Shane Brennan Productions. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.
Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.
Kapitel 4 - Erste Taten
Joann saß auf ihrem Surfbrett und beobachtete, wie die Sonne über der Stadt aufging. Eigentlich hatte sie nicht surfen wollen, solange Deeks nicht zurück war. Er war ein guter Lehrer, aber sie hatte nicht genügend Zeit gehabt, um das Surfen richtig zu lernen. Sam hatte Joann jedoch zum Nachdenken gebracht. Sie musste ihm zustimmen: Deeks würde es nicht verstehen, dass sie nicht mehr aufs Surfbrett gestiegen war. Joann wagte sich zwar noch nicht alleine auf die großen Wellen, aber heute hatten sie die richtige Größe für eine Anfängerin. Schließlich fing sie an, zu paddeln.
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Sam lief. Wieder einmal. Während sein Körper automatisch tat, was er tun sollte, machte Sams Verstand Überstunden. Er ging noch mal alles durch, verarbeitete sämtliche Informationen, die sie bisher gesammelt hatten. Gleichgültig, wie oft er alles durchging, irgendetwas fehlte noch. Aber er kam nicht drauf.
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Kensi lag im Clinch mit dem Sandsack. Immer wieder schlug und trat sie auf ihn ein. Trotzdem wurde ihr Frust nicht weniger. Wenn Deeks das Angebot von Hetty angenommen hätte, wäre er jetzt Agent beim NCIS und müsste nicht in einem lebensgefährlichen Fall ohne Schutz und Rückendeckung arbeiten. Verdammter Idiot! Wütend trommelten ihre Fäuste auf den Sandsack ein.
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Renko trainierte im Kraftraum. Eigentlich war er ja nur als zeitweilige Unterstützung im Team, aber er machte sich nicht weniger Gedanken um Callen und Deeks als seine Kollegen. Jedes Mal, wenn er in dieses Team kam, war er kein Außenseiter oder gelegentlicher Gast, sondern ein vollwertiges Mitglied. Das war nicht selbstverständlich. Er war sich auch sicher, dass jeder aus diesem Team ihm zu Hilfe eilen würde, wenn es notwendig wäre. Sie waren ein ziemlich verrückter Haufen, aber auch extrem loyal. Das konnte sowohl gut als auch schlecht sein. Renko runzelte leicht die Stirn.
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Nate saß grübelnd vor seinem Schreibtisch. Hetty hatte ihn nicht nur hergeholt, um das Team personell zu unterstützen. Die ganze Situation belastete jeden einzelnen Agenten auch emotional. Aber bisher hatten nur Kensi und Joann einmal mit ihm gesprochen. So lange er ein aktives Mitglied dieser Einheit gewesen war, hatte er ihr Vertrauen genossen. Möglicherweise war das jetzt nicht mehr der Fall. Das bereitete ihm Sorge.
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Eric missbrauchte mal wieder die teure technische Ausrüstung des OSP, indem er sein Computerspiel auf den großen Monitoren der Ops laufen ließ. Eigentlich sollte er weiter nach der Person suchen, welche die Befehle für Callen und Ray veranlasst hatte. Aber er brauchte eine Ablenkung, um seinen Kopf wieder klar zu kriegen. Irgendwie hatte er sich bei seinen Nachforschungen verrannt und kam nicht weiter. Eric seufzte leicht und widmete sich seinem nächsten Gegner.
…
Nell schreckte hoch. Sie saß in der Technikerecke und war anscheinend über ihrem Laptop eingeschlafen. Nell hatte begonnen, in wirklich heiklen Dateien zu recherchieren. Sie war so intensiv damit beschäftigt gewesen, dass sie komplett die Zeit vergessen hatte. Irgendwann war Nell dann von der Müdigkeit überwältigt worden. Sie holte ihren Laptop aus dem Ruhemodus und starrte mit großen Augen die Anzeige auf dem Bildschirm an.
…
Hetty goss sich nachdenklich eine Tasse Tee ein. Nichts lief so, wie es sollte. Es geschah nur selten, dass ihr die Kontrolle über eine Situation komplett entglitt. Nur der Einsatz ihrer Leute hatte verhindert, dass es zum Schlimmsten gekommen war. Nun, zumindest bisher. Hetty seufzte tief und nahm einen Schluck Tee. Doch der hatte nicht die gewohnte beruhigende Wirkung auf sie. Nochmals seufzte Hetty.
…
Joann war auf dem Weg ins Hauptquartier, als ihr Handy klingelte.
„MacKenzie."
„Gibbs. Haben Sie etwas zu schreiben, Agent MacKenzie?"
Mit quietschenden Reifen hielt Joann am Straßenrand und griff im Handschuhfach nach Block und Stift.
„Legen Sie los, Agent Gibbs."
Er rasselte ein paar Daten hinunter, die Joann flink aufschrieb. Sie erkannte sofort, dass es Koordinaten waren.
„Danke, Agent Gibbs."
„Das habe ich nicht für Sie getan, Agent MacKenzie. Sagen Sie Callen, er soll mich anrufen, wenn er zurück ist."
„Das werde ich."
Joann war sich nicht sicher, ob Gibbs sie noch gehört hatte. Sie schüttelte den Kopf. Der Mann war wirklich seltsam. Er hatte einen sehr guten Ruf als NCIS-Ermittler. Aber die Art und Weise, wie er mit ihr umging, nur weil sie und G gegen eine seiner merkwürdigen Regeln verstießen, konnte sie nicht nachvollziehen. Tatsache war schließlich, dass ihr Team extrem erfolgreich war. Bisher hatten sie sich nicht durch ihre persönlichen Beziehungen davon abhalten lassen, gute Arbeit zu leisten. Das Gegenteil war der Fall.
Nachdem sie endlich eine Spur zu Callen hatte, musste Joann sich beherrschen, um nicht zu schnell zu fahren. Im Hauptquartier angekommen, ging sie schnurstracks zu Eric.
„Zeig mir, wo dass ist."
Joann knallte dem verblüfften Eric den Block auf seinen Schreibtisch.
„Wie, Joann, kein ‚Guten Morgen, Eric.' oder ‚Wie geht es Dir, Eric?' oder vielleicht einfach nur ein ‚Bitte'?"
Eric machte keine Anstalten, die Daten in seinen Computer einzugeben. Erbarmungslos schob Joann ihn in seinem Stuhl an die Seite und gab die Daten selber ein. Wenige Augenblicke später erschien am großen Monitor eine Karte.
„Da ist G."
Eric verstand nicht, was Joann meinte, und sah sie verwirrt an.
„Woher hast Du diese Koordinaten?"
Sam trat an Joann heran. Sie hatte nicht mal bemerkt, dass das Team ihr gefolgt war.
„Gibbs hat angerufen und sie mir durchgegeben."
„Das ist eine ziemlich üble Gegend." Sam runzelte die Stirn. „Hat Gibbs gesagt, ob G in Schwierigkeiten steckt?"
„Nein, Sam, er hat mir nur die Koordinaten gegeben und dann das Gespräch beendet." Joann runzelte ebenfalls die Stirn. Im Gegensatz zu Sam wusste sie nicht sofort beim Anblick von Koordinaten oder eines Kartenausschnittes, wo der Ort lag.
Sam sah zu Joann hinüber, die immer noch an Erics Platz stand. „Du weißt nicht, wo das ist, oder?" Joann schüttelte den Kopf. „Das ist im Grenzgebiet zwischen Afghanistan, Pakistan und Iran."
„Verdammter Mist!"
Sam grinste schwach. „Ich hätte es nicht besser sagen könnten, Jo."
„Und was nun?"
Sam zuckte mit den Schultern. „Trotz der Informationen von Gibbs ist das immer noch ein großes Gebiet. Ein ziemlich unübersichtliches noch dazu. Wir könnten dort Monate suchen, ohne G zu finden. Außerdem wissen wir nicht, ob er wirklich in Schwierigkeiten steckt. Dazu müsste er sich bei uns melden."
„Und wenn er das nicht kann?"
Die beiden sahen sich schweigend an. Ein leichtes Räuspern brachte die beiden dazu, den Blickkontakt zu unterbrechen und sich umzudrehen. Hetty hatte die Ops betreten.
„Agent Gibbs hat sich gemeldet." Hetty stellte keine Frage.
Joann nickte. „Ja. Aber was jetzt?"
Hetty trat näher an die Karte und sah sie intensiv an. „Ich kümmere mich darum." Entschlossenen Schrittes verließ Hetty die Ops wieder.
…
Den Rest des Tages widmeten sich alle ihrer normalen Arbeit. Die Verbrechen hörten nicht auf, nur weil drei von Ihnen nicht da waren. Joann riss sich zusammen. G wäre zurecht sauer auf sie, wenn sie vor lauter Sorge um ihn ihre Arbeit nicht ordentlich machen würde. Heute war Klinken putzen angesagt, eine notwendige, aber lästige Arbeit.
„Ich habe das Gefühl, es gibt nur drei Sorten Zeugen: taubstumme, geschwätzige und blinde. Passen die Leute denn gar nicht auf, was um sie herum geschieht?" Genervt schüttelte Joann den Kopf.
Mike lachte. „Das solltest Du doch langsam wissen. Da draußen rennt jeder mit Scheuklappen herum. Wie die drei Affen: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen."
„Ja, ja, ich weiß. Keine Ahnung, es nervt mich heute einfach mehr als üblich." Joann ließ sich in ihren Stuhl fallen, schloss die Augen und murmelte ein paar unverständliche Worte vor sich hin.
„Was?" Mike sah Joann fragend an.
„Hm?" Joann öffnete ihre Augen und erwiderte Mikes fragenden Blick.
„Ich wollte wissen, was Du gesagt hast, weil ich Dich nicht verstanden habe."
„Ach so. Ich habe mir nur eine Massage gewünscht. Jemand, der sich um meine verspannten Schultern und meine Kopfschmerzen kümmert." Verlegen zuckte Joann mit den Schultern.
Mike lächelte verstehend. „Du vermisst Callen, schon klar."
„Hey, Mike, nicht falsch verstehen, ja? Ich arbeite gerne mit Dir."
Diesmal lachte der Agent. „Aber ich bin nicht Deine erste Wahl für eine Massage." Renko zwinkerte ihr zu. „Da kann ich so gerade noch mit leben."
Joann lacht und machte sich dann, leicht seufzend, an ihre Schreibarbeit. Bundesagentin zu sein, war kein wirklich glamouröser Beruf, auch wenn sie öfter mal Designeroutfits tragen durfte.
…
Während Joann ihre Sachen zusammenpackte, klingelte ihr Familienhandy. Scott schickte ihr eine Nachricht, die sie mir gerunzelter Stirn las.
„Alles okay, Jo?" Neugierig blickte Kensi zu ihrer Freundin hinüber.
„Pops ist bei Jason und ich soll dahin kommen." Stöhnend ließ Joann das Telefon in ihre Tasche fallen. „Echt, ich liebe die Zwillinge, aber heute kann ich das nicht."
„Und was wirst Du tun?"
„Hinfahren natürlich, Kensi. Was soll ich denn sonst machen?"
Schmunzelnd sah Kensi ihrer Freundin hinterher, die genervt die Zentrale verließ.
„Ist wohl heute nicht so ihr Tag, was, Kens?" Sam war dazu getreten.
„Nein, nicht wirklich." Kensi sah ihren derzeitigen Partner nachdenklich an, stellte aber keine Frage. „Sie kriegt das schon hin."
„Ja, ich weiß. Werden wir alle."
…
Stürmisch begrüßten die Zwillinge ihre Tante und überboten sich darin, Joann ihre Neuigkeiten zu erzählen. Gleichzeitig berichteten sie von der Schule und ihren sportlichen Erfolgen. Joann hatte Mühe, beiden gerecht zu werden. Schließlich wurde sie von ihrem Vater erlöst, der die Kinder zurück an ihre Hausaufgaben scheuchte und Joann einen Becher Tee in die Hand drückte.
„Kleine, Du sieht total erledigt aus."
„Danke, Pops. Es war ein harter Tag." Joann zögerte, sah ihrem Vater über die Schulter. Aber die Kinder waren gehorsam in ihren Zimmern verschwunden. „Wir wissen, wo G ist." Kurz gab Joann die Informationen wider.
„Hetty wird schon rausfinden, was Ihr wissen müsst. Dann könnt Ihr G da rausholen."
„Was ist, wenn ich mich irre, Pops, wenn G gar nicht in Schwierigkeiten steckt?"
Scott schwieg einen Augenblick, bevor er seiner Tochter antwortete. „Wenn ich in den Jahren als Soldat etwas gelernt habe, dann, meinem Instinkt zu vertrauen. Ich bin sicher, dass Du das in Deinem Beruf ebenfalls gelernt hast. Also verlass Dich darauf. Wenn Du denkst, dass G in Schwierigkeiten steckt, dann ist das so."
„Und was ist, wenn ich mir nur Sorgen mache, weil ich ihn liebe?"
„Natürlich machst Du Dir auch deswegen Sorgen. Aber unser Instinkt für die Menschen, die uns wichtig sind, ist viel zuverlässiger. Aber genau deswegen zweifeln wir auch gerne daran. Tu es nicht, Kleine." Scott sah seine Tochter nachdenklich an. „Was ist mit Deeks? Ihr zwei seid sehr eng befreundet."
Joann nickte. „Ich bin sicher, dass man ihn loswerden will. Wer auch immer ‚man' ist. Aber ich glaube, dass er im Moment nicht in akuter Gefahr schwebt. Nicht so wie G. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sich diese Situation ändert. Ich weiß bloß nicht, was ich da tun soll. In beiden Fällen."
„Wie ich schon sagte, Kleine, vertrau Hetty. Sie mag angeschlagen sein, aber sie ist noch lange nicht am Boden. Außerdem musst Du nicht alleine eine Lösung finden. Ihr seid schließlich ein Team."
Joanns Lächeln war nur ein schwacher Abklatsch von ihrem üblichen Strahlen, aber es beruhigte Scott.
„Danke, Pops. Aber jetzt sag mir, warum wir hier sind und nicht bei Dir. Und wo sind Jason und Carol?"
Scott seufzte. „Heute morgen hat man Jason für einen Fall auf ein Schiff geflogen. Es wird wohl ein paar Tage dauern. Und heute Mittag rief mich dann Carol an. Ihre Kanzlei schickt sie nach Miami. Einer ihrer Mandanten ist dort in rechtliche Schwierigkeiten geraten und sie hat als einzige in der Kanzlei eine Zulassung in Florida. Also bin ich eingesprungen und werde mich um die Zwillinge kümmern, bis sie zurück sind. Du kannst ebenfalls hier bleiben. Carol sagt, für die kurze Zeit können die Zwillinge sich ein Zimmer teilen. Sie schlägt vor, dass Du in Chloes Zimmer schläfst, während ich das Gästezimmer nehme." Joanns ziemlich entsetzter Blick unterbrach Scott. „Was ist los, Kleine? Ist das ein Problem?"
„Pops, ich liebe Chloe und Jesse, aber das funktioniert nicht. Nicht jetzt. Ich kann nicht die aufmerksame Tante sein, bei den Sorgen und Problemen, die ich gerade habe. Tut mir leid, Pops, aber dann bin ich lieber alleine in G's Haus." Joann seufzte angesichts des Gesichtsausdrucks ihres Vaters. „Pops, es ist besser so. Du hast Dich super um mich gekümmert. Ohne Dich hätte ich die vergangenen Wochen nicht durchgestanden. Aber die Kinder und ich, das funktioniert zur Zeit wirklich nicht."
Scott musterte seine Tochter aufmerksam, dann nickte er langsam. „Ich sag es nicht gerne, ab Du hast wahrscheinlich Recht. Die Zwillinge sind nicht dumm. Sie würden bald merken, dass etwas mit Dir nicht stimmt. Und wir könnten ihnen nicht sagen, was los ist." Er seufzte. „In Ordnung, Jo." Mit einem spitzbübischen Grinsen fügte er dann hinzu: „Und wer sorgt jetzt für Deine gesunde Ernährung?"
Lachend nahm Joann ihren Vater in die Arme. „Ich kümmere mich selber darum, versprochen."
…
Das Haus war noch genauso unnatürlich leer wie vorher. Aber Joann fühlte sich zum ersten Mal, seit G weg war, nicht mehr innerlich erstarrt. Die Anhaltspunkte waren zwar gering, aber Joann hatte endlich Hoffnung, dass G zurückkommen würde. Lebend. Und Deeks auch.
…
Callen schlich vorsichtig durch den Canyon. Immer wieder fanden seine Verfolger ihn. Keine Methode, die er versuchte, war von Erfolg gekrönt. Callen verstand die Welt nicht mehr. Er war seine komplette Kleidung losgeworden und hatte sich einheimische ‚besorgt'. Daher konnte er keinen Sender bei sich tragen, der seine Position verriet. Er hatte keinen Funkspruch abgesetzt, kein Notsignal gesendet und, abgesehen von dem Kleiderdiebstahl, auch keinen Kontakt zu Einheimischen gehabt. Er ernährte sich von dem, was die Natur hergab. Er wusste, wie man Spuren vermied oder versteckte. Trotzdem fanden sie ihn immer wieder. Langsam wurde Callen klar, dass er hier alleine nicht herauskommen würde. Er musste Hilfe anfordern, ob er wollte oder nicht.
Kurzentschlossen änderte er seine Richtung. Indem er einen großen Bogen schlug, näherte er sich einem der Camps seiner Verfolger. Es war eine wolkenlose Nacht. Der viertelvolle Mond spendete nur wenig Licht. Da Callen seine komplette Ausrüstung hatte aufgeben müssen, besaß er auch keinen Feldstecher mehr, um das Camp zu beobachten. Dementsprechend vorsichtig näherte er sich. Seine Gegner waren jedoch leichtsinnig und hatten nur wenige Wachen aufgestellt. Ein einzelner Mann stellte für sie keine Gefahr da. Callen schaffte es, ungesehen und ungehört in das Camp zu schleichen. An einem der Zelte standen große Funkantennen. Das war sein Ziel. Auch hier gab es keine Wachen. Nach einem vorsichtigen Blick ins Zelt, trat Callen ein. Es war leer. Schnell verschaffte er sich einen Überblick. Ein Notsignal zu senden, war ein großes Risiko, da Callen nicht wusste, wen es erreichen würde. Schließlich entschied er sich für eine Frequenz und legte los. Er wiederholte die Nachricht ein paar mal, bevor er die Frequenz wechselte und wieder von vorne begann. Irgendwann war er fertig, verließ das Zelt wieder und verschwand, immer noch unbemerkt, in der Dunkelheit.
…
Nachdem alle gegangen waren, setzte sich Sam vor seine Laptop und rief die Koordinaten auf, die Gibbs durchgegeben hatte. Einen Moment sah er sich die Karte nachdenklich an, bevor er weitere Informationen aufrief. Eine Weile arbeitete Sam intensiv, machte sich nebenbei Notizen auf einem Block. Schließlich ging er alles noch einmal durch. Das Ergebnis war nicht wirklich zufriedenstellend, aber Sam sah keine andere Möglichkeit. Müde speicherte er alles ab. Eigentlich wollte Sam seine Daten Hetty zeigen und mit ihr darüber sprechen, aber seine Chefin war nicht an ihrem Platz. Er beschloss, dass das Gespräch bis zum nächsten Tag Zeit hatte und fuhr nach Hause.
…
Erleichtert legte Hetty den Hörer auf. Nicht alle ihre Informanten gaben vor, sie nicht mehr zu kennen. Und ein paar ihrer Kontakte waren immer noch bereit, ihr zu helfen. Das waren gute Zeichen.
…
Es war merkwürdig, nach der letzten Zeit wieder alleine zu frühstücken. Aber da Joann ihrem Vater versprochen hatte, sich ordentlich um sich selbst zu kümmern, nahm sie sich die Zeit dazu. Eigentlich wollte Joann beim Frühstück lesen, konnte sich aber nicht auf ihr Buch konzentrieren. Die Sorge um G ging ihr nicht aus dem Kopf. Und dann war da noch dieses unbestimmte Gefühl, was Marty betraf. Sie brauchten dringend mehr Informationen. Noch besser wäre ein Anruf von Deeks. Seufzend schüttelte Joann den Kopf, schluckte den letzten Bissen hinunter und machte sich auf den Weg ins Hauptquartier.
…
Renko musterte Kensi ziemlich kritisch. Sie hatte eindeutig nicht viel geschlafen. Wahrscheinlich machte sich Kensi zu viel Sorgen um Deeks. Für einen Moment war Renko versucht, seine Kollegin mit einer spitzen Bemerkung aufzuziehen. Nach einem weiteren Blick ließ er es aber bleiben. Das war nicht der richtige Zeitpunkt.
Sam ging schnurstracks zu Hettys Büro. Er wollte unbedingt mit ihr über seinen Plan sprechen. Aber wie am Abend zuvor, war es leer. Kopfschüttelnd ging er zu seinem Schreibtisch.
Direkt hinter Sam fegte Joann um die Ecke zu ihrem Platz, heftig schimpfend über die Autofahrer in Los Angeles.
Sam lachte. „Du bist lange genug hier, um Dich daran gewöhnt zu haben. Trotzdem schimpfst Du jedes Mal, wenn Du in einen Stau gerätst."
„Weil ich mich nie an diese idiotischen Sonntagsfahrer gewöhnen werden! Die meisten von denen verdienen nicht mal ihren Führerschein! Die sollten zu Fuß laufen! Die fahren kein Auto, sondern parken ihre Fahrzeuge auf den Highways!"
Kensi und Renko fielen in Sams Gelächter ein. Über nichts konnte sich Joann so herrlich aufregen wie über Autofahrer. Ihr Geschimpfe brachte immer alle zum Lachen. Unterbrochen wurde der Spaß durch Erics Pfiff. Er sagte kein Wort, sondern winkte sie nur alle nach oben.
Die Ops wirkte regelrecht verwaist, da außer Nell, Eric und Hetty niemand dort war. Erstaunt sahen sich die vier Agenten an.
„Ladies und Gentlemen, gestern Nacht wurde eine Nachricht von Mr. Callen empfangen. Er wurde enttarnt und ist auf der Flucht. Aus einem unerklärlichen Grund kann Mr. Callen seine Verfolger nicht abschütteln und muss dringend dort herausgeholt werden." Hetty sah eine Mischung aus Erleichterung und Besorgnis in den Gesichtern ihrer Agenten. „Das war die gute Nachricht." Joann wurde kreidebleich, da Hetty nicht sofort weitersprach. „Die schlechte Nachricht ist, dass ihm von offizieller Seite nicht geholfen wird. Mr. Callen wurde vom NCIS an die CIA ‚ausgeliehen'. Da er enttarnt wurde, ist er jetzt auf sich alleine gestellt."
„G wollte nie wieder für die CIA arbeiten. Wieso ist er jetzt in deren Auftrag unterwegs?" Joann hatte wieder Farbe im Gesicht.
„Ich habe leider nicht genug Informationen, um Ihre Frage beantworten zu können, Miss MacKenzie. Aber ich vermute, dass man Mr. Callen erst vor Ort vor vollendete Tatsachen gestellt hat."
„Ich fliege rüber und hole G dort raus, Hetty. Gestern Abend habe ich einen entsprechenden Plan ausgearbeitet, damit ich für den Fall der Fälle vorbereitet bin." Sam schob Hetty einen USB-Stick zu. „Ich bin in einer halben Stunde abflugbereit."
Aber Hetty schüttelte den Kopf. „Ich lasse Sie dort nicht alleine hin, Mr. Hanna. Wir wissen nicht, warum man Mr. Callen immer wieder findet. Zu zweit haben Sie keine größeren Chancen als Mr. Callen alleine."
„Er ist nicht alleine, ich komme mit." Der entschlossene Gesichtsausdruck von Joann sprach Bände.
Kensi und Renko nickten, nicht weniger entschlossen. „Wir auch."
Bevor Hetty sich dazu äußern konnte, schüttelte Sam den Kopf. „Jo, das ist ein militärischer Einsatz. Du bist eine hervorragende Agentin, aber Du warst nie Soldat. Dir fehlt die notwendige Ausbildung für diese Art von Einsatz. Denk nur an Deinen ‚Ausflug' in die mexikanische Wüste." Sam wandte sich dann an Kensi und Renko. „Das gilt, zumindest in Teilen, auch für Euch. Ihr seid ebenfalls nicht entsprechend ausgebildet.
„Ich schon."
Verblüfft drehten sich alle zur Tür um. Niemand wagte es die Ops zu betreten, wenn Hetty sie als ‚Sperrgebiet' erklärt hatte. Trotzdem stand jetzt jemand im Eingang und sah alle an.
„Ray!"
Bevor er auch nur eine Chance zur Flucht hatte, wurde er heftig von Joann umarmt. Ray konnte gerade einmal tief Luft holen, als Kensi ihn nicht weniger fest in ihre Arme schloss. Zum Glück für Ray begnügten sich Sam und Renko mit einem kräftigen Händedruck.
Neugierig sah Joann ihren Partner an. „Du solltest doch in Quantico sein. Was machst Du hier?"
Ray zuckte nur mit den Schultern. „Ich fand, dass man mich lange genug ausspioniert und beobachtet hat. Sollen sich die Idioten doch ein anderes Ziel suchen." Er sah seiner Partnerin feste in die Augen. „Ich lasse mich nicht benutzen, um an Euch ran zu kommen. Also habe ich meinen Kram gepackt, denen meine Meinung gesagt und bin mit dem letzten Flug hergekommen." Jetzt wandte sich Ray an Sam. „Gerade rechtzeitig, wie mir scheint. Wann fliegen wir, Sam? Unterwegs kannst Du mich dann informieren."
Hetty schmunzelte über den jungen Mann. Er konnte eindeutig nicht verleugnen, wer ihn ausgebildet hatte. Schließlich wurde sie wieder ernst.
„Ich muss Mr. Hannas Einschätzung zustimmen. Sie drei sind für diese Art Einsatz nicht ausgebildet. Seals allerdings schon." Hetty sah Sam an. „Ich habe ein paar Gefallen eingefordert, nachdem ich die Nachricht über Mr. Callen bekommen habe. Sie werden durch ein Seal-Team unterstützt. Miss Jones wird Ihnen alle relevanten Informationen auf Ihr Handy schicken. Ihr Flug geht in einer Stunde, die notwendige Ausrüstung erhalten Sie vor Ort, Mr. Hanna. Ach, und nehmen Sie Mr. Wingate mit." Ein schwaches Lächeln lag auf Hettys Gesicht. „Navy Seals arbeiten niemals alleine, Mr. Hanna."
Sam und Ray nickten knapp und waren dann verschwunden.
…
Callen hatte ein, so hoffte er, sicheres Versteck für den Tag gefunden. In der Nacht hatte er sich so weit wie möglich von dem Camp entfernt. Niemand sollte mitbekommen, dass er eine Nachricht gesendet hatte. Da war aber immer noch das Problem, warum seine Gegner ihn so schnell orten konnten. Inzwischen hatte Callen festgestellt, dass sie länger brauchten, wenn er sich in niedrig gelegeneren Gebieten aufhielt. Das deutete auf einen Sender hin, auch wenn Callen keine Ahnung hatte, wie das möglich war. Erschöpft schlief er schließlich ein.
…
Müde schlug Deeks die Tür hinter sich zu. Ihm würde nicht viel Zeit bleiben, vielleicht nur noch ein paar Stunden, aber wohl eher weniger. Sein Verdacht hatte sich bestätigt. Die Bosse des Sklavenhändlerrings wussten, dass er ein Cop war. Allerdings hatte Deeks keine Erklärung dafür, warum er noch lebte. Es war, als würden die Bosse auf die Erlaubnis warten, den Undercoverpolizisten zu töten. Heute hatte sich das Blatt gewendet. Durch Zufall hatte Deeks ein Gespräch mitbekommen, dass nicht für seine Ohren bestimmt war. Sein Tod wurde vorbereitet. Sobald die Bestätigung kam, würde man ihn auf ein Schiff bringen und draußen vor der Küste tot über Bord werfen. Seine Leiche würde nie gefunden werden. Es wurde Zeit, Hilfe anzufordern.
Deeks wusste, dass seine Tarnwohnung mehrmals durchsucht worden war, aber niemand hatte das Notfallversteck gefunden. Jetzt holte er die darin verborgenen Sachen hervor: seine Waffe mit Munition, ein Handy und eine kleine Schachtel. Diese öffnete er zuerst. Darin befanden sich ein Ohrmikro und eine Knopfkamera. Er setzte das Ohrmikro ein und nähte die Knopfkamera sorgfältig an. Dann aktivierte er das „Agent braucht Unterstützung"-Signal am Handy. Im Stillen dankte Deeks Eric für diese elektronischen Spielzeuge. Nur ein paar Stunden, nachdem er das Hauptquartier verlassen hatte, war ein ‚Geschenkpaket' bei ihm eingetroffen. Deeks hatte es geschafft, die Sachen an seinen Vorgesetzten vorbei in diesen Einsatz zu schmuggeln. Jetzt hoffte er, dass man im Hauptquartier des OSP das Notsignal empfangen würde.
…
Schweigend saßen Ray und Sam in der Maschine, die sie nach Afghanistan brachte.
Sam hatte Ray schon auf dem Weg zum Flughafen informiert. Jetzt gab es nicht mehr viel zu besprechen. Eigentlich sollte Ray schlafen, es würde ein anstrengender Einsatz werden. Aber stattdessen machte er sich Sorgen darüber, ob er mit den Seals mithalten konnte. Er war Marine, gut ausgebildet und körperlich in Topform. Die Zeit in Quantico hatte ihn zwar genervt, aber das Training war hervorragend gewesen. Trotzdem war er kein Seal. Nachdenklich sah Ray zu Sam hinüber.
„Du wirst schon klarkommen, Ray, sonst hätte ich Dich nicht mitgenommen." Sam wusste genau, welche Gedanken seinem Kollegen durch den Kopf gingen. Ernst sah er den jungen Mann an „G braucht jede Hilfe, die er bekommen kann, sonst hätte er keinen Notruf gesendet. Wir beide kennen ihn gut genug, um ihn finden zu können, auch wenn er keinen Kontakt mehr aufnehmen kann." Plötzlich grinste Sam. „Und wenn Du wieder überlegst, ob es die richtige Entscheidung war, als meine Rückendeckung mitzukommen, denk an Joann. Wenn wir G nicht finden, brauchen wir gar nicht mehr nach Los Angeles zurückkehren."
Ray erwiderte das Grinsen. „Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Ort auf dieser Welt gibt, wo wir uns vor Jo verstecken können, wenn wir G nicht finden."
Sam schmunzelte. „Ja, manchmal kann sie sehr beängstigend sein." Dann wurde er wieder ernst. „Versuch zu schlafen, Ray. Sobald wir gelandet sind, bekommen wir nicht mehr viel Ruhe."
…
Nell rannte so schnell die Treppe herunter, dass sie unten kaum bremsen konnte. Schlitternd kam sie im Bürobereich zum Stehen. Erstaunt sahen Kensi und Joann die kleine Analystin an.
„Er hat das Notsignal gesendet!"
Verwirrt sahen sich die beiden Frauen an.
„Wer hat welches Notsignal gesendet, Nell?"
„Deeks natürlich! Das ‚Agent braucht Unterstützung'-Signal! Wir wissen, wo er ist, Kensi!" Dann drehte sich Nell um und stürzte die Treppe wieder hoch.
Irritiert sahen die Frauen auf Ihre Handys und tauschten einen kurzen Blick aus. Anschließend folgten sie Nell in die Ops.
„Nell, wo sind Nate und Mike? Und warum hatten wir das Signal nicht auf den Handys?"
„Keine Ahnung, wo die Männer sind." Nell ließ eine Karte auf dem großen Monitor erscheinen. „Eric hat Deeks' Handy so präpariert, dass sein Notsignal direkt in die Ops geleitet wird. Zur Sicherheit, damit es ganz bestimmt bemerkt wird."
Joann nickte kurz und trat anschließend wieder auf die Balustrade hinaus. Zuerst stieß sie einen schrillen Pfiff aus. Als niemand erschien, holte Joann tief Luft und brüllte einmal quer durchs Hauptquartier.
„Nate! Mike! Wir haben eine Spur von Deeks!"
Eine Menge Mitarbeiter wandten sich ihr erstaunt zu, aber Nate und Renko ließen sich nicht blicken. Kopfschüttelnd verschwand Joann wieder in der Ops. Dort hatte Kensi das Problem etwas leiser angepackt und den beiden Männern eine Nachricht auf ihre Handys geschickt.
„Wir warten nicht auf die zwei, Nell. Fang an." Joann war ziemlich resolut. Sie konnte zur Zeit nichts für G tun, aber vielleicht konnte sie ja Marty helfen.
„Vor ein paar Minuten ist das Signal hereingekommen. Ich konnte es ziemlich schnell orten. Inzwischen bewegt es sich."
„Du meinst, Deeks bewegt sich." Kensi sah kurz zu Nell hinüber.
„Ja, und zwar ziemlich schnell." Eric trat hinzu. „Wahrscheinlich sitzt er in einem Auto. Außerdem ist sein Ohrmikro aktiviert worden, aber ich höre nur Rauschen. Er hat auch eine Knopfkamera, aber die sendet nur Schwarz." Eric war ziemlich irritiert. „Ich versuche, den Fehler zu finden."
Kensi starrte die Karte an. „Wo will er hin? Und warum hat er das Signal gesendet und kontaktiert uns nicht direkt?"
„Ich will das ‚Rauschen' hören und zeig mir auch das Fehlerbild der Kamera, Eric."
Gedankenverloren sah Joann sich die Übertragung von Deeks' Knopfkamera an. Eric hatte Recht, es war schwarz, aber nicht nur.
„Ich habe so etwas schon gesehen…aber wann und wo…was macht so ein Bild…" Joann runzelte die Stirn. „Eric, was sendet das Ohrmikro?"
Der Computertechniker rief die Tonspur des Signals auf. Joann schloss ihre Augen und lauschte dem Geräusch.
„Was habt Ihr da? Klingt ja, als läge das Mikro unter einem Kissen." Renko betrat die Ops.
„Aber natürlich! Ich weiß, was los ist!" Joann klang etwas triumphierend. „Jemand hat Marty einen Sack oder etwas ähnliches über den Kopf gezogen. Der dämpft die Geräusche. Außerdem scheuert er an Ohr und Haaren. Das ergibt dieses Geräusch. Der Sack verdeckt auch die Knopfkamera. Das Bild ist nicht ständig gleich ‚schwarz'. Manchmal erscheint ein Lichtblitz. Sobald der Sack entfernt wird, können wir sehen und hören." Dann wandte sich Joann an Kensi und Nell. „Habt Ihr eine Ahnung, wohin Marty gebracht werden soll?"
Nell schüttelte den Kopf. „Auf Grund der Informationen von Detective Peterson habe ich einiges über den Sklavenhändlerring rausfinden können. Er umgibt sich mit einer Menge Scheinfirmen. Ich habe angefangen, für all diese Firmen eine Immobilienliste zu erstellen, weil ich dachte, dass könnte uns zu Deeks führen. Aber in der Richtung gibt es keine entsprechenden Liegenschaften. Oder zumindest habe ich noch keine gefunden." Nell ließ das Signal von Deeks auf der Karte mit den Immobilien erscheinen.
Renko warf einen Blick zu Joann, bevor er auf einen Bereich der Karte zeigt. „Ich sag's ja nicht gerne, aber fahren sie vielleicht ans Meer? Hier gibt es mehrere kleine Anleger. Da nicht mehr genug Fischer da sind, vermieten die Besitzer auch Liegeplätze an Privatboote. Der Ring verfügt mit Sicherheit über mehrere Boote unterschiedlicher Größe. Übers Meer kann man gut Illegale einschleusen."
„Miss Jones, Mr. Beal, stellen Sie fest, welche Boote dort gemeldet sind. Und beeilen Sie sich." In Begleitung von Nate, hatte Hetty die Ops betreten. „Sie drei fahren sofort los. Wir halten Sie auf dem laufenden. Und nehmen Sie Mr. Getz mit."
Sofort stürzten die Agenten Richtung Ausgang.
„Miss MacKenzie, einen Moment bitte."
Verblüfft bremse Joann ab und drehte sich zu ihrer Chefin um. „Ja?"
„Wenn Sie das nächste Mal jemanden suchen, machen Sie das bitte etwas leiser. Sie müssen nicht jeden aufschrecken, der hier arbeitet."
Joann konnte nicht verhindern, dass sie feuerrot wurde. „Natürlich, Hetty, verstanden." Eilig verließ sie die Ops und lief ihren Kollegen hinterher.
