Huhu!
Wie versprochen noch einmal Neville.
Sein Arbeitstag ist noch nicht ganz vorbei. Der Vaterschaftstest wird ja erst morgen im Labor abgegeben, Ihr müsst Euch also leider noch ein klein wenig mit der Auswertung gedulden.
Ansonsten macht Neville jetzt erst mal eine wohlverdiente Pause. Dafür werden wir in den nächsten vier Kapiteln den frisch rasierten Lucius und die amüsierte Hermine beobachten können.
Bis bald!
Legi
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04.11. 2005 18.30 Uhr
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„Mr. Longbottom!" Neville fuhr herum.
DEN kann ich jetzt wirklich gut gebrauchen!
Menacio Moraless streckte ihm mit einem aufgesetzt wirkenden Lächeln die Hand entgegen.
„Mein Mandant hat mich beauftragt, mit Ihnen über das Thema `Diskretion` zu sprechen. Wollen wir weiter hier im Gang stehen? Oder können wir die Unterhaltung eventuell in Ihrem Büro fortsetzen?"
„Selbstverständlich. Hier lang!"
Was will er denn? Es wurden keinerlei Details zum Fall an die Presse gegeben. Offiziell befindet sich Malfoy freiwillig in Quarantäne und von dem Mordverdacht KANN außerhalb nichts bekannt geworden sein!
Der Anwalt folgte ihm ins Büro und schloss die Türe hinter sich.
Jetzt bin ich aber neugierig!
Neville war angespannt. Er fühlte, wie sich seine Schultern verkrampften. Moraless` freundlicher Gesichtsausdruck machte ihn nervös.
Aber er würde sich das nicht anmerken lassen, sondern gleich Klartext reden: „Ihr Mandant hat also den Eindruck, dass Interna zu dem Fall nach außen gedrungen wären?"
„Ganz im Gegenteil!"
Was soll denn das jetzt heißen?
Er runzelte die Stirn und sah sein Gegenüber fragend an: „Ich verstehe nicht …"
„Mr. Longbottom, gerade angesichts der Unterbringungs-Umstände ist es eine Zumutung für meinen Mandanten, wie Ihre Behörde mit Informationen umgeht. Wohlgemerkt: Informationen, die unter dem Siegel der Verschwiegenheit weitergegeben wurden."
Verdammt, was meint er denn? Welche Information wurde denn von WEM weitergegeben?
In provozierend ruhigem Ton fuhr der Anwalt fort.
„Dies ist ein Verstoß gegen die Schweigepflicht und wir behalten uns gerichtliche Schritte gegen Sie vor."
„GEGEN MICH?"
Neville fühlte, wie sich sein Puls beschleunigte. „Ich bin mir keiner Indiskretion bewusst!"
Zum Teufel, worum geht es hier eigentlich?
„Mr. Longbottom, machen Sie sich nicht lächerlich! Mein Mandant hat ausdrücklich nach einem Mann verlangt, um über die Umstände seiner Unfruchtbarkeit zu sprechen. Sie können sich sein Entsetzen vorstellen, als Miss Granger ihn völlig überflüssigerweise damit konfrontierte!"
Hermine! Ich bring dich um!
Wieso konnte Miss Neunmalklug nicht den Mund halten!
Hatte sie Malfoy tatsächlich auf die Nase gebunden, dass sie über seine Sterilisation Bescheid wußte? Das war in der Tat vollkommen unprofessionell und angreifbar!
Kein Wunder, dass Malfoy ihm Moraless an den Hals gehetzt hatte!
Der Auror kramte verzweifelt in seinem Gehirn nach einem Ausweg aus dieser misslichen Lage.
Moment mal – Es gibt kein Gesetz, das den Informationsaustausch innerhalb der Abteilung untersagt. Der Typ will mich nur unter Druck setzen!
Er versuchte, möglichst sachlich-kühl zu klingen. „In meiner Eigenschaft als leitender Auror in diesem Fall habe ich es für unerlässlich erachtet, Mr. Malfoy davon in Kenntnis zu setzen, dass er weiterhin zu den Verdächtigen zählt. Miss Granger hat in meinem Auftrag gehandelt, als sie ihn davon unterrichtet hat."
„Aber der persönliche Wunsche meines Mandanten nach Diskretion.."
Neville unterbrach den Anwalt:
„..muss bei Kapitalverbrechen nicht berücksichtigt werden. Das ist Ihnen sicher bekannt."
Einen Moment lang sah Moraless ihn an, als hätte er ein Gespenst gesehen. Dann schien er sich wieder zu fangen. Er zog die Mundwinkel zu einem süßlichen Lächeln nach oben und begann, seinen Mantel zuzuknöpfen. „Sie haben gewonnen, Mr. Longbottom. Dieses Mal! Wiedersehen!" Dann verließ er mit energischen Schritten das Büro.
Neville fiel erledigt in seinen Stuhl. Doch er konnte sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen. Diese Runde ging an mich, Herr Advokat!
Trotzdem – der ganze Besuch war überflüssig gewesen! Nur weil Hermine nicht den Mund halten konnte, hatte er auch noch diesen Anwalt am Hals gehabt. Als ob er nicht genügend andere Arbeit hätte!
Er war immer noch wütend, als er Hermine später an der Schleuse gegenüberstand, und fiel gleich über sie her: „Was hast du dir dabei gedacht? War doch klar, dass diese Information über seine Unfruchtbarkeit unter uns bleiben musste!"
„JA! Malfoy reibt es mir auch schon die ganze Zeit unter die Nase. Hab ich eben auch mal einen Fehler gemacht!"
Sie sah verändert aus. Irgendwie – frischer, strahlender. Als hätte sie sich zurechtgemacht. Während er schon seit Tagen meist unrasiert herumlief. Ärgerlich brachte er seine Gedanken auf den Punkt: „Du scheinst dich ja gut zu erholen, während ich kaum zum schlafen komme!"
Hermine fuhr ihn an „Meinst du wirklich, ich hab es hier leicht? Ich würde sofort mit dir tauschen, wenn ich könnte!"
Er bellte zurück: „Du glaubst wohl, es macht mir Spaß, mich mit Moraless herumzuschlagen? Und vorzuweisen hab ich auch noch nichts!"
Beide seufzten gleichzeitig.
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(legilimens)
Wieder eine Frage zum Nachdenken: Welche Rolle spielt der Anwalt in dieser Story? Hat er in irgendeiner Weise etwas mit dem Mord zu tun oder ist er einfach nur eine interessante Nebenfigur, die die Geschichte etwas bunter macht?
Ehrlich gesagt, bin ich heilfroh, dass ich das Rätsel um Ginnys Tod nicht lösen muss, grins
