Dies ist Hermine-Feuerbohne-Kapitel, deren Letztere auf Reisen ist – ich, Runa, bin nur die Ansprachenschreib- und Post-Vertretung!
Was mir sehr gelegen kommt, denn ich MAG dies Kapitel. Überhaupt Kapitel wie dieses, in denen die Protagonistin nichts anderes tut, als die ganze Zeit auf dem Boden herumzuliegen. (Daß der Mann in der Geschichte indessen im BETT liegen darf, ist natürlich hochgradig ungerecht!) Während es IN ihr zu bahnbrechenden neuen Entwicklungsschritten kommt. Vor allem, wenn es um erste Schritte in die Richtung geht, die…
Nun ja…
Feuerbohne sagt dazu: „Sie beginnt, ihn sich schön zu reden."
Runa nennt das: „Die bereits ihr ganzes Leben unbewußt in ihr – NUR FÜR IHN ALLEIN BESTIMMTE! – schlummernde Liebe beginnt, ihr gemeinsames, ewiges Glück in die Wege zu leiten!"
Entscheidet selbst!
Runa
P.S. Diejenigen unter Euch, die ich mit dem Sex letztes Mal vertrieben hatte, können wieder hervorkommen. Ihr habt bis Kapitel 64 Schonfrist! (Und dann bekommt Ihr an dieser Stelle auch nur die gezähmte Variante) Bis auf gaaanz kleine Aussetzer, wenn dann und wann Lucius' Hormonzustand mit mir durchgeht. Aber heute ist wie gesagt Feuerbohne dran – und die ist… naja, HERMINE ist noch nicht so weit! ;)
P.P.S. Dann kann ich ja die Gelegenheit noch einmal nutzen und meinen tapferen Sex-Reviewern noch einmal danken! Und guckt Euch doch einmal Dark Fays Kunstwerk an! Da weiß man doch wieder, wozu man Sex schreibt! :P
03. 11. 2005, 23:30 Uhr
NATÜRLICH lag Malfoy bereits im Bett, als Hermine aus dem Bad kam. Lag da und grinste hintergründig.
Wenn sie auch nur eine Minute in Erwägung gezogen hatte, heute als Erste dort zu sein, es sozusagen zu besetzen – diesen Gedanken konnte sie getrost aufgeben. Naja, Malfoy hätte wohl ohnedies keine Probleme damit gehabt, sich zu ihr zu legen
Nun, der Fall war klar! Sie fackelte nicht lange herum, beförderte Kissen und Decke auf den Fussboden, wickelte sich ein.
Sie würde ja lieber im Bad schlafen! Doch der Platz dort würde bei weiten nicht ausreichen.
Zu IHM ins Bett aber würde sie bestimmt nicht gehen!
Hermine seufzte. Es verstand sich von selbst, dass sie wieder nicht einschlafen konnte! Aber das war weder überraschend noch außergewöhnlich. Noch nie hatte sie auf harten Unterlagen gut schlafen können.
Hermine schien es schon Stunden zu währen, die sie sich auf dem unglaublich harten Klinikfußboden herumwälzte. Die Hüfte tat ihr bereits weh, die Schultern und die Knie. Na, das konnte ja ein heiterer Tag werden, morgen!
Malfoy dagegen! Der hatte es gut. Lag warm und weich im Bett und schlief seelenruhig!
Hermine drehte sich auf den Rücken und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Wenn sie nicht schlafen konnte, würde sie halt nachdenken!
Diese ganze Quarantäne gestaltete sich ziemlich anders, als sie sich das vorgestellt hatte. Nicht, dass sie sich große Gedanken darüber gemacht hätte, ehe sie mit der Idee herausgeplatzt war. Aber so niederschmetternd hätte sie sich das alles doch nicht gedacht. Und sie hätte nie damit gerechnet, dass die Angst, von der Seuche womöglich erwischt worden zu sein, sie derart packen könnte. Dieser ganze Tag war ein richtiger Fehlschlag gewesen. Von Anfang an!
Obwohl, Malfoys Kampf mit der Muggelkosmetik! Das war ein echter Lichtblick gewesen! Hermine musste sofort wieder grinsen.
Natürlich war ihre Heiterkeit gepaart gewesen mit Hysterie! Viel zu übertrieben. Die allerdings hervorgerufen durch das Absurde dieser ganzen Situation hier!
Im Grunde war Malfoy ein armes Schwein!
Wenn sie sich ein klein wenig bemühte, konnte sie seinen Standpunkt durchaus nachvollziehen: Vom Leben stets verwöhnt, wahrscheinlich von Kindsbeinen an darauf gedrillt stolz zu sein auf seine reinblütigen Vorfahren, war er hier mit einem Schlag auf das Niveau eines 'dummen' Squibs gesunken. Der sich nicht einmal selbst zu helfen wusste! Das WAR demütigend! Und für einen eingebildeten Menschen wie ihn sowieso!
Worüber denkst DU denn nach? Verständnis für Malfoy? Für diesen Idioten? Gings noch?
Er hat doch auch nur Angst. Zu sterben. Wie sie!
UND? Kümmerte ihn das? Mitnichten! Lucius Malfoy kreist nur um Lucius Malfoy.
Weg mit diesen Gedanken! Hermine machte eine entsprechende Handbewegung und drehte sich wieder zur Seite. Sie sollte jetzt wirklich schlafen!
Heilerin Medeor war eine wirklich Nette! Wie sehr sie sich bemüht hatte, sie zu beruhigen. Es schien sie auch kein bisschen zu nerven, ständig mit so nervösen und ängstlichen Menschen wie Malfoy und ihr zusammen zu sein.
Wobei, wenn sie so darüber nachdachte, die angehende Heilerin machte keineswegs den Eindruck, KEIN Interesse an dem blonden Lackaffen zu haben! Ganz im Gegenteil!
Dabei ist der doch schon so alt! Hermine konnte sich das nicht vorstellen. Wo war denn der Reiz, mit einem Mann liiert zu sein, der leicht ihr Vater sein könnte?
Andere Frauen sehen das anders! Selbst sie kannte Paare, die mehr als eine Generation trennten. Die schien das kein bisschen zu beeinträchtigen.
Aber mich, befand sie, mich würde das gewaltig stören!
Dabei war Malfoy, mal ganz objektiv betrachtet, ein durchaus attraktiver Mann!
Himmel, Hermine, schalt sie sich, du denkst an Malfoy! Lucius Malfoy! Mister Arrogant himself!
Ja, es war absolut überflüssig, auch nur einen Gedanken in seine Richtung zu verschwenden. Lucius Malfoy war und blieb ein hochmütiger Kotzbrocken!
„NEIN!"
Hermine fuhr aus dem Schlaf hoch. Oh, es war nur wieder Malfoy. Der sich, wild mit den Armen herumfuchtelnd, im Bett umherwälzte.
„Mister Malfoy!" flüsterte sie.
Er schien sie nicht zu hören, wahrscheinlich träumte er wieder.
„ICH KANN – NEIN!" Er schien etwas von sich weghalten zu wollen. „LASST MICH!"
Oder jemanden, überlegte Hermine. Sie hatte sich aufgesetzt und betrachtete den schwitzenden Mann. Warum der immer Albträume hatte?
„NICHT DIE DEMENTOREN!", schrie er panisch.
Oh von Askaban!
„NICHT KOMMEN!"
„Scht", raunte sie, „ist ja alles gut!"
Vielleicht nutzt es was und ich kann wieder schlafen!
Malfoy schien sich tatsächlich durch den Klang ihrer Stimme zu beruhigen. Jedenfalls fuchtelte er nicht mehr herum, lag still.
Nachdenklich sank Hermine auf ihr Kissen zurück. Der hochmütige Malfoy hatte eine Riesenangst vor Askaban!
Na, immerhin weiß er ja bereits, wie es dort ist! Aber warum fürchtete er das Gefängnis? Hat wohl berechtigte Sorge, wieder dorthin gebracht zu werden! Als überführter Mörder würde ihm das tatsächlich geschehen.
Hermine drehte sich wieder zur Seite. Sollte er Angst haben! Sie hatte kein Mitleid mit ihm!
„Ich will nicht sterben!"
Hermine riss die Augen wieder auf. Diesmal hatte er nicht geschrieen. Dennoch, der Satz jagte ihr mehr Angst ein, als sein Geschrei zuvor. Denn er hatte ja recht! Es WAR möglich, dass sie hier sterben würden, Malfoy und sie. Sie konnten sich bei Ginny infiziert haben!
Das wäre – entsetzlich! Und würde alle Bemühungen überflüssig machen, Malfoy ein Geständnis zu entlocken!
Ich habe mich NICHT angesteckt! Ich habe mich nicht angesteckt! Die Selbstsuggestion wirkte. Ihr Herzschlag beruhigte sich zusehends.
Was tat sie hier eigentlich? Sollte sie nicht besser zusehen, wie sie die letzten, ihr womöglich noch verbleibenden Tage noch irgendwie – für etwas Sinnvolles nutzte?
Sie legte die Stirn in Falten, sinnvoll, was wäre – in ihrem Fall natürlich – jetzt sinnvoll?
Vernunft? Nein, vernünftig war sie immer gewesen. Die hatte sie hierher gebracht. Vernunft konnte sie abhaken.
Mensch Hermine, jetzt sei doch mal spontan! Sie überlegte angestrengt. Was machte denn Anderen Spaß?
Spaß! Sie schlug sich mit der Hand an die Stirn. DAS war es! Sie wollte Spaß haben!
Hier in Quarantäne? Oh, das war natürlich eine enorme Einschränkung. Wie sollte sie Spaß haben – hier und mit IHM? UNMÖGLICH!
Dann also, wenn sie überleben würde. Das war ja auch nicht ausgeschlossen! Sie musste sich ja nicht angesteckt haben. Es konnte also sein, dass sie weiterleben würde!
„Ich schwöre feierlich", murmelte sie, schon halb im Schlaf, „wenn ich hier heil rauskomme, will ich nicht mehr nur arbeiten. Und schon gleich gar nicht mehr nur dabei zusehen, wie andere LEBEN! Ich will lebendig sein, Spaß haben – und lieben!"
(Feuerbohne)
