Liebe Rattenmord-Leser!

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Die Meinungen, wie sinnvoll es ist, dass Hermine auf dem Fußboden schläft, sind ja durchaus geteilt! Eine andere Person hätte sich NATÜRLICH Decken und Polster besorgt, um es auch auf dem Fußboden bequem zu haben. Meine Hermine hat das nicht. Vordergründig deswegen, weil sie ja ins Bett hineinwollen soll! Sehr! So sehr, dass sie dafür einiges zur Seite schiebt, was sich bisher als störend erweist.

„Ja aber ...", hat dann jemand gesagt, „... Lucius ist doch Ginnys Mörder. Zumindest für Hermine. Und das KANN sie einfach nicht beiseite schieben!"

Richtig! Und genau deswegen ist sie (noch) nicht bei Lucius im Bett! Wartet doch mal diesen Tag ab, der genau JETZT beginnt!

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Mein allerherzlichster Dank geht an die Reviewer Miss Perenelle, Teddy Engel, m-roxan, lufa, Seraphin, Dark Fay und Hedril!

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Feuerbohne

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Für alle Krimifans: Am Donerstag geht es endlich mit Legis Neville weiter!

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04. 11. 2005 08:45 Uhr

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„Ich bins", flötete Hermine in den Rufspiegel, „ich habe ein Problem!"

„Du hast ständig Probleme." Neville klang – genervt. „Was willst du DIESMAL wissen?"

„Ich brauche etwas", sie stockte: Wie sollte sie DAS erklären?

Neville schwieg, also weiter: „Aus meinem Bad die kleine grüne Tasche."

Fein, das Schminkzeug konnte sie damit abhaken. Schwieriger würde es jetzt mit der Kleidung werden.

„In meinem Schrank, ganz oben, die ... Wäsche", ja das war gut! Sollte er das ganze Fach leerräumen! Das was sie brauchte würde dabei sein. „Und die Pullis aus der linken Schublade!"

Uff! Sie atmete auf. Damit war alles Kompromittierende elegant umschifft!

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„Lieferung für Miss Granger", tönte die gelangweilte Stimme durch den Raum.

Aha! Hermine sprang auf und ging zur Glastüre, die in die Schleuse führte. Dorthin wurde alles gebracht, was hier ins Zimmer hinein – oder herauskommen sollte. Dort holten sie das Essen ab und dort, durch die Glasscheibe, fanden die Gespräche statt, wenn jemand zu Besuch kam.

Jetzt aber bekam Hermine die Munition, um ihre weiblichen Reize zur 'Verhöroptimierung' ins rechte Licht zu rücken. Eilig nahm sie die alte Reisetasche an sich und ging damit ins Bad, das ausnahmsweise mal frei war! Sie war bereit für Stufe 1! Und die hieß: Schminken!

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Sie war sich fremd, als sie in den Spiegel sah. Viel zu stark, zu auffällig! Eilig wischte sie alles wieder weg und begann erneut: Puder, Lidschatten, Eyeliner, Wimperntusche!

Ein kritischer Blick! Ja, jetzt war es gut. Nicht zu viel. Sie sah damit – strahlend aus. Optimiert, verbesserte sie sich. Welchen Grund zu strahlen sollte sie auch haben?

Jetzt noch Lippenstift! Sie kramte in ihrem Täschchen. Oh nein, da war nur der dunkelrote, sehr auffällige Lippenstift, der schon durch seine Farbe rief: Küss mich! Nein! DEN konnte sie wirklich nicht brauchen.

Also, dann nur schnell über die Lippen gerubbelt. Auf zum Versuchsobjekt!

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(Feuerbohne)

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Hmmmm. Miss Granger! Sie sind ja DOCH eine Frau!

Lucius hatte nur kurz von seinen Kontoauszügen aufgeblickt, als er die Badtür gehört hatte, und hob nun anerkennend seine Augenbrauen.

Die liebe Granger, die letzte Nacht seine Arme verweigert und vorgeblich frigide auf dem harten Boden geschlafen hatte, schien doch noch zur Vernunft gekommen zu sein!

Gut, heute Morgen beim Frühstück hatte sie ihn bereits in neutralem Ton nach der Marmelade gefragt.

Hatte ihn sein Gefühl eines Umschwenkens also doch nicht getrogen!

Es ist noch nicht zu spät, meine Liebe! Unter diesen Umständen bin ich durchaus bereit, Dir heute Nacht eine zweite Chance zu geben!

Denn warum sonst hätte sie das tun sollen? Wenn nicht deswegen, ihn um Verzeihung zu bitten und darum, sie doch noch zu empfangen?

ER war der einzige Mann weit und breit – und selbst Konkurrenz hätte ihm kaum gefährlich werden können.

Hermine Granger hatte sich entschlossen, ihre keineswegs zu verachtenden Reize zur Schau zu stellen. Für IHN.

Nun gut, das Ergebnis war… ein Anfang.

Ein VIELVERSPRECHENDER Anfang. Und entscheidend ja das SIGNAL!

Mit einem seine angefeuchteten Lippen umspielenden Lächeln lehnte Lucius sich in seinem Sessel zurück und verschränkte entspannt die Hände im Nacken. Ließ seine Augen genüßlich auf ihrem Gesicht ruhen und genoß ihre Verlegenheit.

Deinem Mund fehlt noch die Röte. Dem Make-Up insgesamt das Selbstbewußtsein. Bei Deinem Po, mein Mädchen, kannst Du Dir ALLES leisten!

Sie war nicht gewohnt, sich für einen Mann zurechtzumachen, was ihre Bereitschaft umso erregender machte.

ER sozusagen der Erste. Sie hierin eine Jungfrau…

Na, dann zeig mal, was Du noch zu bieten hast, meine Liebe! Ich warte!

Denn wenn er jetzt zu sehr auf sie einginge, würde das ihren Mühen ein zu frühes Ende setzen. Was eindeutig Verschwendung wäre!

Scheinbar seine Bilanz ihr vorziehend, wandte er sich wieder seiner Arbeit zu.

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(Astrid-Runa)