Ihr Lieben! Kurz und schmerzvoll, so geht es heute weiter. Und so sollte zur Abwechselung auch die Ansprache geraten, äh, die –lose Variante natürlich! Triflorifer dankt ganz herzlich Meriva, dem Betaleser, lufa, lufa, Miss Perenelle, Zuckerdrache, 11th Espada, electric angel, Seraphin, Hedril und Dark Fay – und im nu ist hier nichts mehr kurz. Also gleich nach unten schwenken!
Feuerbohne und Runa
Lucius
Was habe ich gesagt?
WAS HABE ICH GESAGT?!
Eine unendlich lange Sekunde verging, ehe seine eigene Stimme an sein Ohr drang. Eine weitere, bis es seinem wuttrunkenen Hirn gelungen war, einen Sinn aus seinen Lauten herauszufiltern. Dann schließlich auch bedeutungstragende WORTE.
GINNY WEASLEY HAT BEKOMMEN, WAS SIE VERDIENT HAT!
Worte, die den rasenden, ihn mit allem, was er war, ertränkenden Zorn, welcher eben noch jede kleinste Ader seines Ichs durchsprudelt hatte, mit einem Schlag zum Gerinnen brachten. Die ihn mit Haut und Haar überspülenden Wellen der Wut plötzlich ein Bad aus schneidend scharfer Scherben. Er mitten drin.
Beweg Dich nicht!
Reglos stand er. Ohne Zeit. Die erste Bewegung das Ende. Horror und Blut. Seine Augen gebunden. Festgezurrt in denen der Aurorin, die ihn diese Ewigkeit hindurch entgeistert anstarrte.
Das ist alles, was sie gewollt hat, stellte der Teil von ihm fest, der einst zum Denken befähigt gewesen war. Ein solches Geständnis.
„Danke", sagte Hermine Granger im selben Moment, und Lucius' eigene Fassungslosigkeit verwandelte sich in ihrem Gesicht in eine surreale Ruhe, sich wie eine Glasscheibe vor das Chaos schiebend. Vor SEIN Chaos, das zuvor noch um sie beide getobt hatte: Angst, Wut, Verlangen, Hilflosigkeit, Enttäuschung…
SIE nun unbeteiligt. Ungerührt. UnBErührt von allem.
Unberührt von MIR. SIE ist außen vor. Hat mit mir nichts mehr zu schaffen. SIE bleibt. Frei.
Lucius atmete. Auf der anderen Seite der Scheibe, jedoch selbst auch seltsam kalt. Lediglich ein äußerliches Kribbeln spürend, wo all die Empfindungen in ihn stachen. Äußerlich. Innen nichts. Er fühlte nichts.
Dachte nur. Bloße Gedanken. Von allem Bildhaften losgelöst. Aneinandergereihte Wörter.
Azkaban. So wird es sein. In Azkaban. Alles Menschliche außen. Das Leben. Die Seele. Außerhalb.
Hermine Granger nickte einmal, in einer grotesken Weise zu gleicher Zeit gedankenverloren und resolut, holte ihren Rufspiegel vom Nachtkästchen, drückte sich an ihm vorbei ins Bad.
Sie hatte ihn.
Hermine
„NEVILLE! WIR HABEN IHN!"
Diesmal hatte sich Hermine vergewissert, dass die Mufliato-Taste gedrückt war.
„Wir haben wen?" Nevilles Stimme klang – abweisend?
„MALFOY!" Hermine kreischte fast, „wir haben gestritten und da ..."
„Nachher! Ich wollte ohnedies vorbeikommen!" Neville hatte sie nicht aussprechen lassen, „es gibt nämlich Neuigkeiten!"
„Aber hör doch zu!" Hermine stutzte. So sah seine Begeisterung aus? Das hatte sie sich aber anders vorgestellt! „Wann kommst du?"
„In - ein paar Stunden, denke ich!"
„WAS?" Hermine schnalzte entgeistert zurück. „Hast du nicht gehört? Er hat quasi zugegeben, dass er Ginny ermordet hat!"
„Später!" Klack, er hatte ausgeschaltet.
Ratlos blieb Hermine zurück.
