Liebe Rattenmord-Leser!

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Schön, dass euch Runas Lucius-Innensicht so gut gefallen hat!

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Dann lasst mich doch gleich mal gucken, wie es heute weitergeht.

Eigentlich - nun ja, ihr kennt uns inzwischen schließlich ein bisschen - sollte es heute mit Neville weitergehen!

Aber der ist im Moment mit anderen Dingen beschäftigt und leider unabkömmlich.

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Wir bleiben also im Quarantäne-Zimmer, bzw. -Bad.

Dorthin hat sich ja Hermine zurückgezogen.

Und - was tut sie da? Duschen? Föhnen? Gesichtspackung auflegen?

Nee!

Sich selbst weichkochen, wie ich gerne sage.

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Immerhin nähern wir uns Kapitel 64 – und bis dahin muss ja noch so einiges geschehen, damit ES geschehen kann! Denn sonst glaubt ihr uns doch kein Wort!

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Nun also, ihr dürft heute Hermine begleiten. Dabei - wie sie gar nichts tut. Nur auf dem Klodeckel herumsitzen.

LAAAANGWEILIG! Oder?

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Vielen herzlichen Dank an die Reviewer Seraphin, Zuckerdrache, Dark Fay, Hedril, electric angel, legilimens (MENSCH Legi!) und Miss Perenelle.

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Ich hoffe, ihr konntet mit dem ZWEITEN HINWEIS etwas anfangen. Wenn nicht: sammeln! Irgendwann fügt es sich schon!

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So, genug geredet! Hermine – du kannst anfangen!

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Viel Spaß

Feuerbohne

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12:30 Uhr

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Hermine

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Fünfundvierzig Minuten! Eine lange Dreiviertelstunde saß Hermine nun schon auf dem Klodeckel herum – und wagte es nicht, wieder ins Zimmer zurück zu gehen!

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Wie hatte Neville sich das vorgestellt? Sie brachte Malfoy zu einem Geständnis und plauderte dann noch vergnügt ein paar Stunden mit ihm, ehe von Aurorenseite irgendetwas geschah?

Das war – unmöglich!

Neville war unmöglich!

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Sie hatte sich Gesicht und Hände gewaschen – weg mit der Schminke! Dann hatte sie die Spange gelöst und die Haare ausgekämmt. Schließlich war sie wieder in ihr altes Sweatshirt geschlüpft, das sie am Morgen angezogen hatte. Schluss mit all der Verstellerei, Reizerei, Optimierung!

Pfh! Optimiert eskaliert war nun alles!

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Schließlich hatte sie sich wieder auf den Klodeckel gesetzt und die Wand angeschaut. Und gewartet!

Wenigstens ihre Knie hatten inzwischen aufgehört zu zittern – und ihr Herzschlag hatte sich auch wieder beruhigt. Dennoch, sie war immer noch weit mehr aufgebracht, als sie vor sich zugeben wollte!

Der Mörder hatte seine Tat gestanden! Und jetzt war er da draußen, im Zimmer, nur durch eine dünne Türe von ihr getrennt.

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Er hatte vorhin, nach ihrer Frage, schlagartig zu toben aufgehört.

Nach DER Frage, dachte sie erschöpft. Immerhin hatte sie den Durchbruch gebracht. Sein Geständnis!

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Warum hatte sich Neville nach dieser Nachricht nicht umgehend auf den Weg hierher gemacht? Das war ihr völlig schleierhaft! Sie hatte hier Erfolg gehabt, endlich – und ihn schien das nicht zu interessieren!

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Ihr Job hier war nun erledigt. Sie war wieder frei! Konnte gehen, wohin sie wollte, tun und lassen, was sie wollte, zaubern, soviel sie wollte. Und endlich wieder in ihrem Bett schlafen!

Sie lächelte! Ah, war das wohltuend, endlich wieder einmal entspannt zu lächeln!

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ER lächelte nicht. Jetzt nicht und wahrscheinlich nie mehr! Askaban! Das war es, was ihn erwartete. Askaban und die Dementoren.

Sie schauderte! Dementoren ausgeliefert zu sein! Das war das entsetzlichste, was sie sich vorstellen konnte!

Er hat gemordet!

Ja, Malfoy war ein Mörder und Mörder verdienten Dementoren!

Vielleicht war er bei Ginny ebenso aufgebracht gewesen, wie gerade eben jetzt bei dir!

Aber damit war er trotzdem ein Mörder!

Im Affekt!, wisperte die Stimme in ihr. Nicht eiskalt geplant. Das ist ein großer Unterschied!

Das mochte zwar ein Unterschied sein, aber einer, der sie nicht zu interessieren hatte! Unwillig wischte sie den Gedanken weg. Denk an was anderes, Hermine!

Zwei ganze Tage hatte sie immerhin gebraucht, um ihn soweit zu bekommen! Aber sie hatte es geschafft!

Es ist eine gute Idee von mir gewesen, mich mit Malfoy zusammen legen zu lassen, solange die Quaran .... !

Es durchzuckte sie eiskalt! Die Pest! Sie war ebenso wie Malfoy in Quarantäne! Würde womöglich erkranken und – STERBEN!

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Nichts war zu Ende! Gar nichts! Auf sie wartete weiterhin Quarantäne! Und vielleicht die Pest!

Entsetzt horchte sie in sich hinein: So abscheulich sie sich jetzt auch wieder fühlte, KRANK fühlte sie sich nicht! Nein, wirklich nicht!

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Aber auch, wenn sie nicht selbst infiziert war! Es reichte, wenn Malfoy erkranken würde! Dann würde sie weiterhin in Gefahr bleiben! Denn er könnte sie ja jederzeit anstecken!

Es war furchtbar! Alles hier war furchtbar! Wie hatte sie nur diese absurde Idee haben können, sich mit Malfoy zusammen legen zu lassen? Ihr Leben zu riskieren, nur um einen Mörder dingfest zu machen?

Ginnys Mörder!

Den Mörder ihrer besten Freundin zu überführen lohnte schließlich alles, oder?

Schlagartig waren der rasende Herzschlag und die zitternden Knie zurückgekehrt! Ich werde eventuell sterben! Hier! In Quarantäne!

Dieser Preis war eindeutig zu hoch, denn was hatte sie bewirkt?

Einen womöglich ohnehin Sterbenden des Mordes überführt?

Sie, wahrscheinlich selber zum Tode verurteilt, hatte ... Es war unsäglich! Sie fühlte sich unsäglich!

Überflüssig schoss es ihr durch den Kopf, du hast völlig überflüssigerweise dein Leben aufs Spiel gesetzt. Nichts lohnte diesen Einsatz! Ginny wird nicht wieder lebendig! Aber ich werde sterben!

Und ob ein Mörder durch die Pest oder die Dementoren starb, was spielte das für eine Rolle?

Wenn er überhaupt ein Mörder ist!

Denn das war klar: Sie hatte ihn gereizt! Aufgebracht!

Weil ich ihn versöhnlich stimmen wollte, wisperte die Stimme in ihr, ich wollte ihn doch nicht... aber ja! Sie hatte versucht, ihn mit ihrer Fraulichkeit einzulullen, aufzulockern. Wollte auf diese Art ein Geständnis von ihm bekommen!

Aber er HAT gestanden!

HATTE er?

Naja, er hatte doch gesagt…

WAS hat er denn gesagt? - „Sie hat bekommen, was sie verdient hat!"

Das HEIßT es doch! Oder?

Auch Du wirst bekommen, was Du verdienst!"

Was hatte Hermine verdient?

Sie hatte ihn mit falsch ausgesandten Signalen verwirrt. Sie hatte ihn abblitzen lassen, als er endlich angefangen hatte, auf ihre 'Optimierungsversuche' zu reagieren!

Sie hatte zu verantworten, wie er reagiert hatte! Dies war mitnichten ein Geständnis gewesen!

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Hermine hob den Kopf.

Seit sie hier ins Bad gestürzt war, hatte sie von Malfoy da draußen im Zimmer nichts mehr gehört.

Was tat er jetzt? War er noch immer erstarrt, so, wie sie ihn gesehen hatte, als sie hierher geeilt war, um Neville zu rufen?

Ob sie mal nachsehen sollte? Die Türe öffnen?

Und wenn er mir auflauert?

Quatsch! Hermine stand auf und legte ihre Hand leise auf den Türriegel, drehte ihn, drückte die Klinke, zog die Türe einen Spalt auf. Vorsichtig, ganz leise!

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Er lag auf dem Bett. Mit geschlossenen Augen, wirkte völlig abwesend.

Einige Sekunden starrte sie ihn nur an.

Plötzlich drehte er seinen Kopf und sah sie an. Stumm, wie sie.

Hatte er sie gehört?

Nein, das ging nicht, sie stand ja völlig regungs- und geräuschlos. Er musste ihren Blick auf sich gefühlt haben.

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Hermine erschrak, als sie seine Augen sah. Sie waren leer.

Gebrochen!

Er wirkte völlig gebrochen! Sah SO ein Mörder aus?

Oder eher jemand, der in die Falle getappt ist und weiß, dass er nicht mehr auskommt?

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Fünf lange Sekunden starrte sie Malfoy an, dann ging sie ins Bad zurück. Ließ die Türe unverriegelt. Setzte sich wieder auf den Klodeckel und zog die Beine hoch.

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Sie war hier genauso gefangen wie er. Sah dem gleichen Schicksal entgegen.

Hermine legte ihren Kopf auf die Knie. Sie wartete. Worauf, das wusste sie nicht. Auf Neville? Die Auroren? Den Tod?

Oder womöglich auf ...?

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(Feuerbohne)