Hallo liebe Leser,
heute machen wir mal weiter mit einer Nebenfigur. Und weil ich ein netter Mensch bin, verrat ich Euch was: Oma Longbottom ist NICHT Ginnys Mörderin!
WOW, welch genialer Tipp!
Aber: Für Reviewer gibt es diesmal wieder einen echten Extra-Tipp. Also, nix wie her mit Euren Kommentaren!
Ein Extra-Gruß an „Shadow", die neu zu uns gestoßen ist. Viel Spaß weiterhin beim Raten!
Legi
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73. Kapitel 5.11.2005 12.30 Uhr
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„Dein Minzbraten war wieder viel zu gut, Oma!" Neville legte die Serviette neben den restlos geleerten Teller und lehnte sich im Stuhl zurück.
Seine Großmutter sah ihn streng an: „Wenn du nicht regelmäßig zu mir kommen würdest, hättest du ja nie was Richtiges zu essen! Wird wirklich Zeit, dass du endlich mal kochen lernst!"
Neville seufzte. Er ahnte schon, was jetzt wieder kommen würde. Und er schien recht zu behalten.
„Zumindest bis du endlich eine Frau findest, die das für dich übernimmt"
„Oma, ich hab weder Lust noch Zeit für eine Partner-Suche!" Schnell ablenken! „Immerhin hab ich gerade meinen ersten eigenen Fall übernommen!"
Mrs. Longbottom ließ per Zauberstab die Teller in die Küche verschwinden und anschließend ein kleines Glas samt Flasche vor ihrem Platz erscheinen. „Wie läuft es denn so?" fragte sie mit unschuldigem Blick.
Eher mittelprächtig!
Laut antwortete er: „Ich darf dir nicht sagen, worum es geht, das weißt du doch."
Sie schüttelte energisch den Kopf: „Papperlapapp! Das pfeifen doch die Blaukehlchen von den Dächern, dass du den Weasley-Fall hast. Und Malfoy sitzt sicher auch nicht freiwilllig in Quarantäne!"
Überrascht sah er seine Großmutter an. „Ach! Du und deine alten Freundinnen, Ihr seid aber wirklich immer über alles informiert!"
Die alte Lady schickte ihm ein geschmeicheltes Lächeln und schenkte sich ein Glas Kumquatlikör ein.
Neville fuhr sich nachdenklich durch die Haare. „Sag mal, was weißt du eigentlich über Lucius Malfoy?"
„Nur das, was in den Zeitungen steht: Geld wie Heu, hat seine Finger bei jedem lukrativen Projekt mit im Spiel, trägt nur Designer-Gewänder, sammelt Antiquitäten und junge Geliebte."
„DAS steht alles im Tagespropheten?"
Mrs. Longbottom wirkte nun etwas verlegen. „Naja, ich schau auch manchmal in `Hexe im Spiegel` oder in den `Goldenen Kessel`. Natürlich nur, wenn ich beim Friseur bin!"
„Aha."
Er schaffte es nicht ganz, sich das Lächeln zu verkneifen.
Dann wurde er wieder ernst. „Und seine Frau?"
„Narzissa?" Seine Großmutter trank einen Schluck Likör. „Sie gehört zum Black-Clan, das weißt du selbst. Altehrwürdige Reinblüterfamilie, die zwar einen tadellosen Stammbaum vorweisen kann, aber kein größeres Vermögen mehr besitzt. Und dass in dieser Familie was nicht stimmt, siehst du ja an Narzissas Schwester Bellatrix! Mehr muss ich dir dazu sicher nicht erklären, oder?"
Neville setzte sich aufrechter hin. „Aber Narzissa war nicht bei den Todessern. Sie war auf Snapes Seite und hat Harry im entscheidenden Moment geholfen!"
Die Stimme seiner Großmutter wurde schärfer: „Weil sie ihren einzigen Sohn retten wollte, nur deshalb! Die ganze Familie ist verkorkst, soviel steht fest!" Sie sah ihn mit einem durchdringenden Blick fragend an. „Was hast du mit ihr zu schaffen?"
„Nur Dienstliches."
Mrs. Longbottom trank aus. „Ist sie verdächtig?"
„Oma, das kann ich dir jetzt wirklich nicht sagen!"
Das Glas wurde klirrend auf dem Tisch abgesetzt.
„Unfug! Natürlich ist sie das! Sie wollte Lucius den Mord in die Tasche schieben, das ist doch klar!"
Nun wurde Neville ärgerlich. „ Welches Motiv sollte sie bitteschön haben? Und komm mir jetzt nicht mit Eifersucht! Die beiden gehen schon lange getrennte Wege und Ginny war nicht seine erste Affäre."
Mit einer theatralischen Geste streckte die alte Lady die Hände in die Luft. „Bei Merlin! Haben die euch in der Auroren-Akademie denn gar nichts beigebracht? Hast du dir den Ehevertrag der Malfoys schon mal angesehen, Sherlock?"
Neville musste wohl oder übel ein zerknirschtes „Nein" hervorpressen.
Mit einem triumphierenden Gesichtsausdruck erklärte sie: „Ich bin mir sicher, dass die gute Narzissa im Falle einer Scheidung leer ausgeht. Aber wenn ihr untreuer Ehemann in Askaban sitzt oder wegen eines Kapitalverbrechens verurteilt wird, tritt irgend so eine Regel in Kraft und sie kann weiter in Saus und Braus leben."
Gedankenverloren zitierte Neville: „Der Absentia-Passus. Hat sich ein Ehepartner ein Verbrechen zu schulden kommen lassen, ist der zivilrechtliche Ehevertrag hinfällig und der andere Partner erhält die Hälfte des Vermögens."
„Genau. Hast du also doch nicht die ganze Zeit geträumt im Unterricht!" stellte sie trocken fest. „Damit wäre sie fein raus. Vielleicht solltest du mal den Anwalt der Familie befragen?"
„Du liebe Zeit, Moraless! Der dreht mir ja jedes Wort im Mund herum! Aber ich werde der Sache auf den Grund gehen,...."
Er zupfte nachdenklich an dem halbverwelkten Blumenstrauß herum, der auf dem Esstisch stand. „...obwohl ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass Narzissa nur des Geldes wegen zu so etwas fähig wäre."
Mrs. Longbottom sah ihren Enkel entsetzt an. „Junge, wie kann man so naiv sein! Sie wäre nicht die Erste!"
„Aber sie ist nicht die typische Society-Hexe, der ihre Statussymbole wichtig sind!", erwiderte er aufgebracht. „Immerhin setzt sie sich doch auch in der Stiftung für andere -"
Er wurde jäh von seiner Großmutter unterbrochen: „Also, wenn man dir so zuhört, könnte man glatt meinen, du willst sie verteidigen!" Die blauen Augen der alten Lady fixierten ihn mit bohrendem Blick. „Neville, du hast dich doch wohl nicht in sie..."
Sie lachte kurz auf. Sprach dann in gelösterem Ton weiter: „Entschuldige bitte. Ich werde wirklich alt und fasle dummes Zeug. Was für ein abwegiger Gedanke!"
Neville nickte langsam.
In der Tat. Abwegig.
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(legilimens)
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