Hallo liebe Leser,

heute Vormittag hab ich noch überlegt, welche Ansprache ich hier rein schreibe. Hatte keine zündende Idee.

Hab dann noch einmal in Eure wunderbaren reviews reingeschaut. Ein großer Dank mal wieder auch von mir, es ist sooooo toll, Eure Reaktionen zu sehen.

Jedenfalls bin ich da über Hedrils music-tipp gestolpert.

Und hab überlegt, was denn eigentlich zu diesem Kapitel passen würde. Schupps, kam mir ein song in den Sinn, den ich schon ewig nicht mehr gehört hab. Und der auch zu Lu und Hermine und zu allen anderen Menschen auf dieser Welt passt.

Ist von Depeche Mode, kling aber nicht danach.

Ich hab dieses Album damals bis zum umfallen gehört. Bin ganz schön erschrocken, als ich gerade las, dass das 1984 war. Ich bin soooo ne alte Schachtel!

Hier der link: (leerzeichen bitte entfernen) www. youtube.com/watch?v=Ue3SPjsXgdI

Macht bitte den Pfeil drunter auf, da steht der Text.

Ganz simpel und doch so wirkungsvoll. Auch wenn die Stimme nicht so ganz mein Geschmack ist. Dave ist mir dann doch lieber…..

Legi

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5.11.2005 18 Uhr

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Nachdenklich stieg Neville die Treppe von Hermines Wohnung nach unten. Seine Gedanken kreisten allerdings nicht wirklich um den Zustand seiner Kollegin. Stattdessen hörte er immer wieder die mahnende Stimme seiner Großmutter zum Thema Narzissa.

Harry gegenüber hatte er nur knapp erwähnt: „Ich hol jetzt Hermine ab aus . Malfoy wird dann morgen nach Askaban überführt. Danach komm ich nicht wieder zurück ins Büro, weil ich noch was wegen Malfoys Ehevertrag abklären muss."

Sein Chef hatte nur kurz genickt und weiter konzentriert in dem Bericht gelesen, den Neville ihm eine halbe Stunde vorher vorgelegt hatte.

Wahrscheinlich meint er, ich bin in diesem Moment auf dem Weg zu Moraless.

Doch Neville hatte andere Pläne.

Nach einem kurzen Zwischenstop in seiner Wohnung apparierte er zum Anwesen der Malfoys. Tinky öffnete ihm die Türe und strahlte ihn an: „Master Longbottom, Sir, schön Sie wiederzusehen! Tinky holt sofort ihre Herrin!"

Als Narzissa kurz darauf die Eingangshalle betrat, wurde Neville schlagartig bewusst, dass er gar nicht sicher war, wie er sie anreden sollte. Hatte er sie mit seiner aufdringlichen Art am Abend zuvor verärgert? Sie hatte ihm zwar erlaubt, sie beim Vornamen zu nennen, aber das war eine andere Situation gewesen. Hier vor ihrem Personal würde sie sicher nicht gerne eine vertrauliche Anrede hören.

Er entschloss sich also zu einem unverbindlichen: „Guten Tag, Mrs. Malfoy. Ich hätte noch ein paar dienstliche Fragen."

Ihre Stimme klang vollkommen normal, als sie ihn mit einem höflichen „gerne. Gehen wir doch in den Salon", ins nächste Zimmer bat. Doch er meinte, ein kleines Zucken um ihre Augen bemerkt zu haben.

„Wie kann ich Ihnen behilflich sein, Mister Longbottom?" War das eine Täuschung, oder hatte sie seinen Namen etwas überdeutlich betont?

„Es geht um Ihren Ehevertrag."

„Was ist damit?" Sie klang leicht pikiert.

Wie zum Teufel sollte er das jetzt formulieren? Warum hatte er sich nicht vorher darüber Gedanken gemacht?

Unsicher begann er: „Ähäm, wenn ich richtig informiert bin, würde im Falle einer Trennung kein Vermögen auf Sie übergehen."

Er fing einen eisigen Blick aus ihren blauen Augen auf. „Genügt es jetzt nicht mehr, dass ich verdächtig bin, die Geliebte meines Mannes aus Eifersucht umgebracht zu haben?", fragte sie in kaltem Ton. „Unterstellen Sie mir jetzt auch noch einen Mord aus reiner Geldgier, Mister Longbottom?"

Sie funkelte ihn an.

Er konnte nur unbeholfen nuscheln: „Das ist eine – äh – Standardprozedur. Überprüfung der finanziellen Hintergründe. Und da gibt es doch diese Klausel in vielen Verträgen..."

„Natürlich. Das ist bei uns nicht anders. STANDARD-Vertrag, wie Sie wohl sagen würden. Es ist kein Geheimnis, dass mir bei einer Verurteilung von Lucius ein Teil des Malfoy-Geldes zustehen würde. Das wussten Sie doch sicher schon von Anfang an, wieso kommen Sie erst heute mit diesen Fragen zu mir, Mister Longbottom?"

Sie sah ihm direkt in die Augen.

Neville senkte den Blick zum Fußboden und atmete einmal tief durch.

Warum musste er sich nur immer so blöd anstellen?

Er nahm den Blickkontakt wieder auf.

„Es tut mir leid. Ich bin ein Idiot. Ich mache immer alles falsch."

Der winzige Anflug eines Lächelns in ihrem Gesicht ermunterte ihn zum weitersprechen: „Können wir einfach noch einmal von vorne beginnen? Guten Tag, Narzissa, wie geht es Ihnen?"

Ihr Gesichtsausdruck wurde weich. „Das klingt doch schon viel besser." Nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: „Neville."

In seinem Inneren breitete sich eine angenehme Wärme aus – so als hätte man eine Pflanze aus dem Schatten zurück ins Licht geschoben.

Er hatte einen spontanen Einfall.

„Was halten Sie davon, wenn wir ein wenig spazieren gehen?"

„Hier im Garten?" Sie sah ziemlich überrascht drein.

Er lachte. „Ich dachte eher an den St. James`s Park im Muggel-London."

Nach einem kurzen Zögern war sie einverstanden. „Also gut. Ich habe davon gehört, war aber noch nie da."

Neville fühlte sich wieder etwas sicherer. „Er wird Ihnen gefallen! Ich zeige Ihnen meinen Lieblingsplatz."

Zwanzig Minuten später führte er Narzissa durch den schmalen Eingang am Birdcage Walk. Sie waren zusammen in einer versteckten Ecke beim Churchill-Museum appariert und mischten sich nun unter die wenigen Besucher, die den Park zu dieser Uhrzeit betraten.

Narzissa blieb nach ein paar Schritten stehen und sah sich mit einem faszinierten Gesichtsausdruck um. „Ich wusste gar nicht, dass es hier im Zentrum von London, gleich neben diesem Muggel-Palast, eine so wunderbare grüne Oase gibt!"

Neville lächelte. Er kannte diesen Ort gut, versuchte nun aber, ihn mit den Augen eines Neuankömmlings zu betrachten. Sie hatte Recht, es war ein sehenswerter Anblick.

Elegante Laternen verbreiteten warmes Licht, welches die Herbstfarben der Laubbäume auch im Dunkeln noch schön zur Geltung brachte. Sanfter Wind raschelte in den Blättern, dazu erklang das vereinzelte Schnattern der Enten, die sich am Seeufer schon zur Nachtruhe niedergelassen hatten. Seine Schritte knirschten im Kies, als er näher an Narzissa herantrat und ihr seinen Arm anbot. „Kommen Sie, wir gehen über die Brücke zur anderen Seite."

Sie konnte den Blick offenbar nur schwer von den vielen unterschiedlichen Pflanzen und Bäumen lösen, hakte sich aber schließlich doch bei ihm unter und ließ sich auf den schmalen Steg führen.

Zwei Schwäne zogen langsam unter der Brücke ihre Bahnen. Am Ufer streckten Bäume, die in der ganzen herbstlichen Farbpalette zu leuchten schienen, ihre Äste ins Wasser. Im Hintergrund waren die hell angestrahlten Fassaden rund um die Horse Guards Parade und dahinter die futuristisch anmutenden, blauen Umrisse des Riesenrades am anderen Ufer der Themse zu erkennen.

Schweigend spazierte Neville neben seiner Begleiterin zur anderen Seite des Parks. Es war ein seltsames Gefühl, ihren warmen Arm an seinem zu spüren, den Takt ihrer Schritte einzuhalten und gemeinsam mit ihr immer wieder an einem besonders schönen Baum kurz stehen zu bleiben. Irgendwie kam es ihm unwirklich vor, mit Narzissa Malfoy durch den St. James`s Park zu schlendern. Gleichzeitig war da eine Verständigung zwischen ihnen, die keiner Worte bedurfte.

Ihr Kopf wanderte von einer Seite zur anderen, als könne sie sich nicht satt sehen an der bunten Flora und den glänzenden Spiegelbildern in der Wasseroberfläche des kleinen Sees.

„Ich komme mir vor wie in einer anderen Welt! Nie wäre ich auf die Idee gekommen, im Muggel-London einen Park aufzusuchen!"

Er nickte zustimmend. „Ja, manchmal lohnt es sich, auch mal etwas Ungewöhnliches auszuprobieren.

In der geraden Verlängerung des hellen Kieswegs tauchte langsam die Silhouette des Buckingham Palastes auf, als Neville nun nach rechts auf die blätterbedeckte Wiese abbog und auf eine kleine Anhöhe zusteuerte. Eine mächtige Trauerweide thronte majestätisch auf diesem kleinen Hügel. Er zog Narzissa sanft unter die herabhängenden Zweige und zeigte auf eine einfache Holzbank, die sich dort versteckte. Als sie ihn überrascht ansah, erklärte er: „Die Äste sind inzwischen so lang, dass die Bank von unten nicht zu sehen ist. Kommen sie, wir setzen uns, man hat von hier aus einen wunderschönen Ausblick über den Park!"

Narzissa nahm auf der Bank Platz und ließ ihren Blick über die grüne Oase schweifen. „Das ist in der Tat ein phantastischer Ort."

Neville setzte sich neben sie. „Hier kann ich am besten nachdenken. Manchmal komm ich auch her, wenn ich traurig bin. Oder durcheinander. Der Ort strahlt eine so große Ruhe aus."

Sie schwieg.

Lange Zeit saßen sie stumm nebeneinander, wobei Neville sich in keiner Art und Weise unwohl fühlte.

Es raschelte im bunten Laub, das den Rasen bedeckte. Neville lächelte und steckte seine rechte Hand suchend in die Manteltasche, während ihn Narzissa fragend anblickte.

Schließlich holte er zwei Haselnüsse heraus, legte eine davon auf seine flache Hand und senkte diese zur Wiese neben der Bank. Nur ein paar Sekunden vergingen, dann flitze ein rötliches Fellbündel heran, schnappte sich die Nuss und setzte sich ein paar Meter entfernt mit seiner Beute ins Gras.

„Eichhörnchen?" Narzissa sah ihn überrascht an. Er lachte. „Ja, die sind hier überall. Wenn ich daran denke, pack ich immer ein paar Nüsse ein." Ohne weitere Worte reichte er Narzissa die zweite Haselnuss. Etwas zögerlich streckte sie ihre schmale Hand dem Rasen entgegen. Als ein kleineres dunkles Tier den Leckerbissen erbeutet und sich damit davon gemacht hatte, erschien ein zauberhaftes Lächeln auf ihrem Gesicht.

Sie lehnte sich an der Bank an und ließ ihren Blick wieder über das beruhigende Panorama des Parks schweifen.

Eine Zeit lang saßen die beiden schweigend da und hingen ihren Gedanken nach, dann durchbrach Narzissa die Stille. „Es tut mir leid, dass ich vorher so abweisend reagiert habe. Ich hatte mich wirklich gefreut, Sie wiederzusehen, Neville."

„Und dann komm ich daher und frage Sie nach dem Absentia-Passus."

Sie nickte. „Außerdem sprachen Sie mich mit Mrs. Malfoy an, das hat mich sehr irritiert."

Er bemühte sich um eine schnelle Erklärung: „Ich dachte, weil die Hauselfe da...."

„Ist schon gut." Sie legte beschwichtigend ihre Hand auf seinen Unterarm.

Diese Berührung löste bei ihm ein angenehmes Kribbeln aus. Neville konnte förmlich spüren, wie sich seine Haare dort unter dem Stoff des Ärmels aufstellten.

Er überlegte gerade, ob er es wagen sollte, einfach ihre Hand in seine zu nehmen, da sprach sie weiter: „Ich weiß nicht, ob Sie mir das glauben, aber ich bin an Lucius` Vermögen nicht interessiert. Eigentlich ödet mich dieses ganze Geldgetue schrecklich an. Die Tischgespräche, der Small Talk, die Suche nach dem ausgefallensten Menü, dieses ständige Übertrumpfen-Müssen – das ist alles so oberflächlich. Und furchtbar langweilig. Da ziehe ich tatsächlich die Gesellschaft meiner Pflanzen vor." Sie schenkte ihm ein kurzes Lächeln. „Oder die eines Menschen, der sich ebenfalls nicht nur für monotone Geschäftsgespräche interessiert."

Wenn sie ihn noch lange so ansah, konnte er bald für nichts mehr garantieren! Zumal die Wärme ihrer Hand allmählich den Mantelstoff durchdrang, was auch nicht gerade half, einen klaren Kopf zu behalten!

Neville legte kurzentschlossen seine Hand auf ihre.

„Wissen Sie was, Narzissa? Es ist Zeit für ein wenig Action!"

„Action?" Ihre Augenbrauen waren nach oben gewandert.

„Kommen Sie!" Er zog sie an der Hand von der Bank hoch. „Wir apparieren an einen Ort, der alles andere als langweilig ist!"

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legilimens, die auf Eure Ideen gespannt ist, wohin die beiden nun apparieren!

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