Liebe Leser!

Heute mal ein Blick ins Nähkästchen unseres gemeinsamen Forums!

Viel Spaß dabei!

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Runa und Feuer

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PS: Legi! Wenn du damals schon gewusst hättest ...

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runa
(126 Posts bisher)


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JIPPIIIIEH!!!!
Tausend und EIN Wort! 1001! Und das mir! Nachdem es eben noch 1039 waren! Und ich - trotzig, wie ich bin - NICHTS weggenommen habe, was meinen Text häßlicher gemacht hätte. Das verweigere ich nämlich! *mit dem Fuß aufstampf*

Aber ein Happy End, ich werde es Euch gleich schicken (ihm würde bestimmt eine weitere Überarbeitung nicht schaden, aber zum einen wären es dann wieder mehr Wörter, zum anderen will ich, daß Feuer sich die Hermine ansieht, damit ich weiß, ob ich sie so lassen kann. Auch ob Ihr beide damit einverstanden seid, in welche Richtung die Beziehungsentwicklung der beiden gehen würde.
Also guckt mal, ob Ihr Euch mit meinen Entscheidungen anfreunden könnt, ansonsten meckert ich verändere es dann!

So, und nun geht es an Eure Texte!
Ich melde mich dann gleich wieder!
Liebste Morgengrüße von Runa

feuer
(134 Posts bisher)


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Oh Runa, klasse!
Und bei mir sind es nur 933 Wörter!
Zählen die Computer wirklich so unterschiedlich?

Oh, ich muss aufpassen, dass ich mich nicht in deinen Lu verliebe! Er ist göttlich arrogant! Ob ich Hermine wenigstens ansatzweise so hinkriege?
Also, natürlich nicht arrogant, eher besserwisserisch.
Jetzt muss ich ernsthaft in mich gehen. Naja, ich hab die Fahrradfahrt ja noch vor mir!
Jetzt aber los, sonst wird der Hund doppelt inkontinent!
Bis später
Feuer

runa
(126 Posts bisher)


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Oh echt, Du findest es gut so, wie es ist???

runa
(126 Posts bisher)


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Ich habe noch mal nachgezählt: Mit der Überschrift "Lu II" sind es 1003 Wörter. Aber dann brauche ich mir ja echt keinen Streß zu machen in Zukunft! Dann ist ein Deka-Drabble 1000 plus / minus 100. Können wir das so machen?

legi
(90 Posts bisher)


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Hallihallo,

bei mir sind es ohne Überschrift auch 1001 Wörter. Vielleicht kannst Du irgendwo noch einen Bindestrich einbauen? Oder ein Komma statt "und"?
Aber im Prinzip ist es egal, wer soll denn nachzählen, ob es 1000 oder 10005 Wörter sind? Wenn ein Leser so kleinlich ist, reden wir uns auf die falsche Zählung des Computers raus.

Runa, wo kann ich dieses magische Parfum kaufen? Ich brauch das unbedingt, wenn ich irgendwann mal zu Alan nach London fahr. Muss ihn ja so betören, dass er freiwillig die schwarze Perücke aufsetzt und die dunklen Linsen rein fummelt. Da ich großzügig bin, darf er die Falten behalten und dafür lassen wir den lästigen Umhang und Gehrock weg ...

Ob er wohl von seinem italienischen Ferienhaus mal mit der Fähre nach Korfu rüber fährt????

Ciao, muss schnell noch Schminksachen einpacken ...
Legi

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Vielen Dank an die Reviewer: Miss Perenelle, Gipsy, Hedril, NellasCookie, Dark Fay, Wolpertinger, Seraphin und Zuckerdrache.

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ÜBRIGENS: Wer reviewt, bekommt Tipp Nummer 5!

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05. 11. 2005 23:00 Uhr

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Hermine

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„Herzlich Willkommen zu Mirabell Löffelsteins: „Vor Mitternacht – das Beste kracht!"

Das Radio war zu leise eingestellt und Hermines Hand schnellte vor, um es ein wenig lauter zu drehen.

Allerdings schepperte nun lediglich die schmissige Eröffnungsmusik aus dem kleinen, jetzt viel zu laut aufgedrehten Lautsprecher.

Hermine wusste, das Stück dauerte etwa drei Minuten. Danach erst würde es richtig losgehen!

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Sie kuschelte sich in einen der beiden Sessel, die ein aufgebrachter Malfoy vor einigen Minuten von dem sehr missmutig dreinschauenden Wirt ins Zimmer hatte bringen lassen. Unter anderem!

Sie lachte leise. Lucius hatte sie auf der Suche nach einem Radio begleitet. Dabei waren sie in die Privaträume des Wirtes vorgedrungen. Während sie mit Selbigem über den Preis für ein dort herumstehendes, uraltes tragbares Radio verhandelt hatte, hatte Lucius sich wohl umgesehen.

Dann hatte er einen Austausch angeordnet: Die Schlafraummöbel des Wirts - keine rasante Einrichtung zwar, - dennoch sichtlich besser als die Ausstattung in ihrem Zimmer, samt einer längst überfälligen Generalrenovierung der Wände, Fenster und der Türe!

Der Wirt, zuerst überrascht, dann ungläubig, schließlich widerwillig gehorchend, war im Verlaufe der sich immer höher schraubenden Ansprüche Malfoys sichtlich gereizter geworden: „Und das alles für ZWANZIG Galleonen?"

Es hatte ihm nichts genutzt!

Während Hermine sich nach dem 'Umzug' mit dem gestohlenen Hausmeister-Zauberstab über die völlig verschmuddelten Möbel hergemacht und sie flugs gesäubert hatte (die Reinigungszauber funktionierten damit tatsächlich einwandfrei!), war Lucius mit dem mittlerweile wutschnaubenden Wirt ins nahe Badezimmer verschwunden.

„Dieses Loch wird ebenfalls unverzüglich renoviert und besser eingerichtet. UND mit allem ausgestattet, was wir benötigen! Außerdem magisch vergrößert! Es ist ENTSCHIEDEN zu klein!"

Danach war er darin geblieben. Bis jetzt!

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Sie zog die Beine auf den Sessel, es würde gleich losgehen! Schade, dass Lucius es vorzog, sich im Badezimmer aufzuhalten! Er war doch persönlich bekannt mit Snape! Sollte ihn nicht ebenfalls interessieren, was der ehemalige Professor für Zaubertränke über seine aktuellen Forschungen zu sagen hatte?

Aber nun, sie würde sich jedenfalls nicht abhalten lassen! Zu lange schon hatte sie sich auf diesenMoment gefreut!

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Lucius herrische Stimme drang durch die geschlossene Türe: „WIRT! Sie werden dieses – dieses, ... was auch immer - Sie mögen es Zimmer nennen, UNVERZÜGLICH genauso aufbessern, wie das Bad!"

Ach, er war dort schon fertig? Das durfte sie sich nicht entgehen lassen: Ein magisch aufpoliertes Badezimmer, eingerichtet nach malfoyschen Wünschen. Eine durchaus spannende Sache. Aber nicht jetzt!

Und nun wollte er das Zimmer hier noch einmal – NEIN! Das kam überhaupt nicht in Frage!

„NICHT jetzt!" schrie sie laut in Richtung Türe. Hier würde erst einmal nichts mehr verändert werden. Sie wollte ungestört Radio hören. Der Wirt konnte nachher seinen Zauberstab schwingen, wenn es wirklich sein musste!

Sie warf einen Blick durch den Raum: Ihr würde die erste 'Renovierung' völlig ausreichen.

Lucius offensichtlich nicht! Er riss die Türe auf. „Was ist?"

„Pst!" zischte sie und legte den Finger auf den Mund. „Das Interview beginnt gleich!"

Hermine warf Lucius einen warnenden Blick zu. Er sollte jetzt Ruhe geben oder noch besser – zuhören! Sie wies stumm mit der Hand auf den zweiten Sessel.

Lucius nickte ihr zu und wandte sich zur Türe, in der der Wirt stand: „Wir geben Ihnen Bescheid, wenn Sie die ...", er räusperte sich angelegentlich, „ ... Veränderungen vornehmen können!"

„Warten? JETZT? Es ist bald Mitternacht!" Der Wirt brummte unwirsch, entfernte sich zum Glück aber. „Der will ein neues Hotel! Pfh!"

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Lucius trat neben sie: „Ist dir das so wichtig?" Er hatte seine Hand bereits wieder in ihren Haaren.

Sie entzog ihm ihren Kopf und schüttelte ihn: „Sei still, ich will das hören!"

Es war eher ein Zischen und sie wies mit den Augen dabei energisch auf das schmuddelige Radio, das wie ein Fremdkörper in dem inzwischen sehr sauberen Zimmer wirkte. Das hatte sie in der Eile tatsächlich zu reinigen vergessen! Aber egal! Sie wollte jetzt einfach nur lauschen!

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Lucius

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„Liebe Hörer! – Es folgt ein Live-Interview mit Severus Snape, Meister der Zaubertränke und Inhaber des Lehrstuhls an der Zaubereruniversität London, Träger des Merlinordens erster Klasse, Gewinner des diesjährigen Flamel-Preises für seine Forschungen bezüglich der Modifikation des klassischen Veritarerums", erfüllte eine beschwingt intonierte Frauenstimme das dämmrige Hotelzimmer und schien alle anderen möglichen Geräusche zu schlucken.

Lucius ermahnte sich, in normaler Lautstärke weiterzuatmen.

„Ich habe ihn am vergangenen Freitag aufgesucht und zu seinen Forschungen befragt…"

In denen Erkenntnisse als neu verkauft werden, die die Zaubererwelt schon seit Monaten wissen könnte! Nur daß die Medien mit anderem beschäftigt waren!

Nun ja: Selbst Hermine Granger schienen diese Forschungsergebnisse neu zu sein, wie sein kurzer Kontrollblick ihm zeigte.

Wie war das möglich? Es hatte doch noch nicht einmal richtig angefangen! Innerlich kopfschüttelnd nahm Lucius den sich – nach ihrer doch eigentlich so kurzen gemeinsamen Zeit – schon so vertraut anfühlenden Anblick der jungen Frau in sich auf, die ihm gegenüber mit angezogenen Beinen in dem altmodischen Hotelsessel saß und unbewußt mit einer Schreibfeder auf ihrem Hosenbein malte. Absolut versunken. Kein Härchen ihrer Lockenpracht regte sich. Sie war ganz Ohr, wie man so sagte. Ausschließlich auf diese körperlose Stimme konzentriert, die aus dem magischen Weltempfänger zwischen ihnen auf dem abgewetzten Tischchen drang.

„Professor Snape, Sie sind für Ihre Forschungen mit dem diesjährigen Flamel-Preis ausgezeichnet worden ..."

„Nicht ICH als Person, sondern die Forschungsgruppe, deren Leiter ich bin!"

Ach, tu nicht so bescheiden, Snape!

Hatte Hermine sich bewegt?

„Ja, natürlich. Könnten Sie unseren Lesern bitte erklären, woran sie forschen?"

„Veritaserum kennt jeder. Ein sehr kompliziert herzustellender und teurer, aber im Auroren- und Gerichtswesen unverzichtbarer Trank, wie man sich leicht denken kann. Seit dem letzten Krieg gegen Voldemort jedoch ist ein schwerwiegendes Problem aufgetaucht: Die gesamte Todesserschaft ist immun gegen den Trank – und folglich steht die Zaubererwelt erstmalig vor dem Problem der Muggeljustiz, wo vor der Verurteilung erst einmal zweifelsfrei bewiesen werden muß…"

Lucius wurde sich der Verkrampfung seiner Lippen bewußt, während Hermines ein versonnenes Lächeln umspielte.

Wie selbstvergessen sie dort hockte! Indem sie sich einen anderen Mann anhörte – wenn auch nur fachlich, wie sie behauptet hatte. So offensichtlich GLÜCKLICH, mit sich selbst im Einklang, hatte er sie bisher nur unmittelbar nach dem Sex erlebt!

Und nun erlebte sie das, indem sie sich in der Stimme dieses… dieses unnahbaren Kauzes von Snape badete?!

Sollte er selbst doch lieber seinerseits baden? Das verwandelte Bad einweihen? Seine Haare waschen? Doch der Gedanke an SIE ALLEIN MIT DEM ANDEREN brachte dies aufkeimende Bedürfnis zu einem jämmerlichen Ersterben.

„Das Problem besteht darin, die Immunität durch den bewußten Zauber Voldemorts in ihrem Wesen zu erfassen, was uns jedoch bisher leider nur sehr eingeschränkt gelungen ist…"

Du Schwätzer! Ihr tappt völlig im Dunkeln! Und WIR Betroffene müssen es ausbaden, wenn wir vor den Gamot gebracht werden!

Gereizt verscheuchte Lucius den Stich über den begeisterten Ruck, der seine junge Geliebte durchfahren hatte.

War es wirklich ein rein fachliches Interesse? War sie sich überhaupt dessen bewußt, daß dieses Thema ihn in seiner aktuellen Situation unmittelbar betraf? Offenbar nicht! Würde sie ihn, Lucius, nicht ansonsten wenigstens ein BIßCHEN einbeziehen in ihr aufregendes HÖRERLEBNIS? Hermine Granger hing an Severus Snapes unsichtbaren Lippen, ohne die ihres Liebhabers auch nur eines Blickes zu würdigen!

Ihr Mund war vor Erregung leicht geöffnet. Lucius spannte seinen Bauch an.

Wie kam es eigentlich, daß sie ihn noch immer nicht geküßt hatte? Ihr Mißtrauen in ihn gehörte doch der Vergangenheit an…, oder nicht?

„Stattdessen haben wir begonnen zu versuchen, das Pferd von hinten aufzuzäumen und durch eine neuartige Kombination der Ingredienzien des klassischen Veritaserums eine Variante zu entwickeln, die die Immunität der betreffenden Personen sozusagen umgeht", scholl die schöngelobte Stimme des Zaubertränkespezialisten durch den Raum. „Erste Versuchsreihen zur physiologischen Verträglichkeit – die Voraussetzung der Wirksamkeitsprüfung – mit Ratten waren äußerst ermutigend…"

Schade nur, daß die Viecher Euch unter den Händen wegsterben und Ihr nicht sagen könnt, ob sie nicht AUCH noch an Eurem Gebräu verreckt wären, stimmt's, alter Junge? dachte Lucius sarkastisch, Hermines leuchtende Augen einfangend, die tatsächlich zum ersten Mal seit Beginn der Sendung in seine Nähe geschweift waren. Sie lächelte, aber das tat sie doch schon die ganze Zeit!

„Geplant sind Testreihen mit Azkaban-inhaftierten Todessern. Was die angeht, so warten wir jedoch noch auf die Zustimmung der Menschenrechtsorganisationen, die es sich zur frommen Aufgabe gemacht haben, die Rechte dieser ARMEN stigmatisierten OPFER zu verteidigen!" schnarrte der EINZIGE UNBESCHOLTENE TODESSER-KRIEGSHELD unter der Sonne in seinem romantisch schonungslosen Zynismus. Lucius hörte Hermine verehrerisch seufzen.

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Doch ehe er sich darüber aufregen konnte, wurde er im nächsten Moment durch die todesmutige Frage der jungen Interviewerin für alles entschädigt! Sowohl Hermine als auch er waren aufgeschreckt und harrten atemlos dessen, was der Mann dort im Radio nun mit der unselig leichtsinnigen Hexe anstellen würde:

„Könnten Sie, Professor, als ehemaliger Spion, der Sie doch mit Sicherheit von Voldemort gegen das Veritaserum geimpft worden sind, sich nicht für diese Tests zur Verfügung stellen?"

Würde es bei einem klassisch snapisch scharfen Verbalschlag bleiben? Oder würde sich dieses schwarzbesträhnte Unschuldslamm zuguterletzt doch noch in den räudigen Wolf verwandeln, von dem Lucius wußte, daß er das WAR?

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„MEINE Person steht HIER überhaupt nicht zur Debatte, und die Tatsache, daß ich mich dieses Projektes angenommen habe, beweist wohl zweifelsfrei…"

„Entschuldigen Sie bitte, Professor, ich wollte Ihnen keinesfalls zu nahe…"

„Man merkt, dass Sie keine Ahnung von wissenschaftlicher Forschung haben! Hier geht es um ein hochsensibles Projekt, das nach neutralen Richtlinien funktionieren MUSS, um aussagekräftig zu bleiben. Jede Richtlinienverletzung würde sämtliche vorangegangenen Versuchsreihen und Testserien außer Kraft setzen. Aus diesem Grund ist eine strikte Einhaltung des Procederes UNERLÄSSLICH.

Im Übrigen: Hiermit dürfte nun alles Relevante zu Protokoll gegeben sein. Ich habe noch zu tun und werde Sie nun hinausbegleiten."

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Die über den magischen Äther ausgestrahlten Geräusche ließen viel Raum für spannende Phantasien. Die anschließend ertönende, gänzlich unbeschadete, lediglich eine Spur kleinlaute Stimme der Hexe war schließlich fast enttäuschend. „Äh ..., ich wollte Sie noch zu Ihrem neuesten Projekt befragen ..."

„Ich habe keine Zeit mehr, Sie werden jetzt gehen!"

„... zu Ihrer bahnbrechenden Erfindung, die zur Zeit in aller Munde ist …"

„Wir danken Ihnen für diese Gelegenheit zur Öffentlichkeitsarbeit."

„…den Personenortungskompaß, an dem Sie…"

„Ich gehe davon aus, daß sie das gesamte Gespräch in Ihrer Radiosendung bringen und es nicht in irgendeiner Weise verfremden oder Äußerungen aus ihrem Kontext reißen!"

„Äh… aber selbstverständlich bleibt alles so, wie es gemeint war…"

„ICH STEHE ZU MEINER VERGANGENHEIT, gedenke aber NICHT, meine Forschungen dadurch in den DRECK ziehen zu lassen!"

„Äh, ich…"

„Gut. Sie sagte, sie fänden den Weg? Auf Wiedersehen."

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Hermine

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Es war wunderbar, WAS er sagte! Und es war wunderbar, WIE er es sagte!

Hermine hatte es tunlichst vermieden zu erzählen, dass sie mit der Stimme Severus Snapes sehr viel mehr verband als deren Wohlklang. Und so, wie Lucius inzwischen schaute, würde sie ihm wohl so schnell nicht sagen können, dass sie einstmals für ihren Zaubertränkeprofessor nicht nur ein bisschen geschwärmt hatte.

Aber das war sehr lange her! Inzwischen schätzte sie, neben der Bewunderung, wie er sein damaliges - in ihren Augen völlig verpfuschtes Leben - wieder auf die Reihe gebracht hatte, sein Fachwissen weit höher.

Es war interessant, was er erzählte. Nun ja, zumindest der Anfang war ihr nicht neu gewesen: Veritaserum konnte bei ehemaligen Todessern nicht mehr eingesetzt werden, seitdem die von Voldemort sozusagen magisch desensibilisiert worden waren.

Dann jedoch wurde es sehr interessant: Snapes Forschungen gingen in die Richtung, dass er versuchte, ein neuartiges Veritaserum zu entwickeln. Eines, das wieder zu hundert Prozent zuverlässig wirken würde.

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Ein Geräusch riss sie in die Realität zurück. Sie warf einen kurzen, etwas irritierten Blick zu Lucius. War etwas?

Doch der schien ebenfalls hochaufmerksam zu lauschen.

Sie lächelte leicht und konzentrierte sich wieder auf die angenehme Stimme aus dem Radio, die jetzt davon sprach, wie der neuentwickelte Trank erprobt werden könnte.

Klar, sie seufzte verehrerisch, Snape musste auch mit so unangenehmen Dingen kämpfen wie diesen Organisationen, die darüber wachten, dass Askaban-Gefangenen kein Unrecht geschah!

Die natürlich sofort eine Beeinträchtigung witterten, wenn eine Versuchsreihe zu Forschungszwecken mit den ehemaligen Todessern gestartet werden sollte. Dabei bekamen die dadurch doch die Chance, ihre Unschuld beweisen zu können!

Natürlich nur, wenn sie unschuldig waren. Was sie zumindest alle behaupteten!

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„Könnten Sie, Professor, als ehemaliger Spion, der Sie doch mit Sicherheit von Voldemort gegen das Veritaserum geimpft worden sind, sich nicht für diese Tests zur Verfügung stellen?"

Hermine hielt die Luft an. Hätte sie als Schülerin ihrem Professor für Zaubertränke eine SOLCHE Frage gestellt – ihr Leben wäre keinen Pfifferling mehr wert gewesen! Diese Interviewerin musste entweder sehr unerfahren, dumm oder in Kampftechnik außerordentlich erprobt sein!

Atemlos lauschte sie der snap'schen Verbalattacke, die die unglückliche Moderatorin über sich ergehen lassen musste. Aber gleichzeitig überlegte sie, dass ja auch Lucius ..., als ehemaliger Todesser ... - würde er das machen? Würde er sich eines solchen Tests unterziehen?

Mal abgesehen davon, dass er das ganz gewiss nicht ohne einen gewissen – nun ja, Zwang tun würde, schließlich war er ein Malfoy - nein, sie musste das jetzt wissen!

„Würdest du diesen Trank ausprobieren?"

Diese Frage hatte sie nicht ernsthaft stellen wollen. Sie war ihr nur herausgerutscht.

Entsetzt übers sich selber verharrte sie. Nahm nur wahr, wie er reagierte!

„Ich wurde freigesprochen", er deutete steif auf das Radio. „Genau wie er!"

„Das ..., das meinte ich auch nicht!"

Nein, sie meinte jetzt! JETZT! Mit einem wirkungsvollen Wahrheits-Serum hätte er seine Unschuld längst beweisen können.

Aber wenn er nicht unschuldig IST? Dann würde er natürlich nicht wollen, dass man ihn unter eine Wahrheits-Droge setzte. Dann würde er vom jetzigen Zustand profitieren!

Hermine verkrampfte sich. Sie musste ihn das fragen. Musste wissen, woran sie war!

„Hast du sie umgebracht? Ginny!" Sie hob den Kopf und sah ihn frontal an. „Sag es mir!"

Sei nicht ihr Mörder! Bitte sag, dass du es nicht bist! Bitte!

„NEIN!"

Die Antwort war schnell gekommen. Schnell und unüberlegt. Ungelogen! Ehrlich!

Oh bitte, bitte, lass es wahr sein! Sie fühlte sich völlig unbestimmt. War sie jetzt schlauer? Es ging darum zu glauben. Nicht gerade ihr Spezialgebiet!

Sein Gesicht verzog sich. Wurde resigniert, unwirsch, wütend. "Was soll das?"

Er deutete wieder auf das Radio, aus dem gerade noch Snapes Stimme zu hören gewesen war.

„Dieser unfreundliche, arrogante Idiot da im Radio, der dreimal so viele Menschen auf dem Gewissen hat wie ich, ist rehabilitiert, bis es ihm hinten rauskommt, wird gefeie rt und interviewt und lebt mit seinen Lieben in Wohlstand bis an sein verdammtes Ende! UND ICH???"

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Er hatte recht! Snape WAR vollständig rehabilitiert! Aber das hatte er auch verdient! Hatte als Spion gearbeitet, seinen Hals riskiert. Und Malfoy? Was hatte der anderes getan, als sich auf sein Geld und seinen Einfluss zu verlassen?

Der Knoten, der sich wütend in ihrem Bauch bemerkbar machte, platzte mit einem Mal auf:

"Tja, könnte es sein, daß dieser unfreundliche, arrogante Idiot ein über die Maßen verantwortungsbewußter Mann ist, der schon lange die Verantwortung für seine Fehler und sein Leben und seine Familie übernommen hat? Und KÖNNTE ES SEIN, daß DU ein SKRUPELLOSER, EGOISTISCHER IDIOT bist, der immer nur an sich selber denkt?!"

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Lucius

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„ICH STEHE ZU MEINER VERGANGENHEIT, gedenke aber NICHT, meine Forschungen dadurch in den DRECK ziehen zu lassen!"

„Äh, ich…"

„Gut. Sie sagten, Sie fänden den Weg? Auf Wiedersehen."

Mit genüßlich schadenfrohem Grinsen lauschte Lucius Severus' Stimme im Radio nach. Suchte Hermines Blick in der Hoffnung auf ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, nun, da offenkundig die Schlußmusik erklang. Wollte die Arme öffnen, um sie auf seinen Schoß einzuladen, als ihm die Kinnlade herunter fiel:

„Würdest du diesen Trank ausprobieren?"

Er starrte sie an. Was sollte denn DAS jetzt? Hatte sie ihn nicht aus eigenem Antrieb gerettet? Davor, als Mörder nach Azkaban zu kommen?

Sie konnte doch jetzt nicht allen Ernstes… umfallen? Ihn wieder verdächtigen! Ihn… IMMER NOCH…?

Hermine sah keineswegs glücklich aus. Dennoch. Sie mißtraute ihm. Sie hielt es nach wie vor für möglich, daß er… ihre beste Freundin! Eine Frau! Eine Frau, mit der er geschlafen hatte! Während Hermine selbst…

Wie konnte sie mit ihm schlafen, wenn sie ihn weiterhin als Mörder sah?!

Wie konnte sie… mit ihm schlafen und zu gleicher Zeit…?

Sie hat SEX mit mir.

NUR SEX.

Sex and Crime, was? Inklusive des morbiden Grusels der einer leidenschaftlichen Vereinigung innewohnenden Lebensgefahr! Mit dem besonderen Kick, ihre Wollust mit ihm auszukosten, ehe sie ihn ihren Aurorenkollegen zu übergeben gedachte, wenn sie seiner müde geworden wäre…?

„Was soll das, Hermine? Warum hältst Du mich für einen Verbrecher? Weil ich Todesser gewesen bin? Ich wurde freigesprochen."

Er bemerkte selbst, wie hölzern sein Zeigefinger sich bewegte, als er auf ihren verehrten Snape im Radio deutete.

„Genau wie er!"

„Das ...", ihre Stimme klang spröde, „…das meinte ich auch nicht!"

Was willst Du denn sonst damit meinen? Was denn wohl sonst?!

Völlig verkrampft saß sie da, ihm gegenüber, unendlich weit weg. Gleich würde sie aufspringen und weglaufen. Den Longbottom rufen mit ihrem affigen Spieglein! Und Lucius den Dementoren anheimgeben. Und dann so tun, als ob es diese Episode nie gegeben hätte? Oder sie bewahren als ihre Lieblingsphantasie, wenn sie einsam in ihrem Bett liegen würde und sich selbst…?

„Hast du sie umgebracht? Ginny!"

Sie hob den Kopf und sah ihn frontal an.

Was soll diese Frage, Hermine?! Als ob die Dir irgendetwas bringen würde!

Die WAHRHEIT etwa? Du willst DIE WAHRHEIT?!

Gib mir EINEN Grund, weswegen Du mir glauben solltest!

„Sag es mir!"

„NEIN!"

Sein Nein machte ihre Züge weich. Sehnsuchtsvoll. Sag mir, daß ich Dir glauben kann! baten ihre Augen.

Lucius fühlte selbst, wie sein Gesicht sich im Gegenzug verschloß.

Was willst Du von mir? Was bedeutet Dir… das hier? ICH? Bin ich wirklich nur der Mörder, den Du überführen willst oder…?

„Was soll das?"

Er deutete wieder auf das Radio, das seinen Todesserkollegen so ehrerbietig hofiert hatte. Die Bitterkeit quoll aus Jahrzehnte alten Regionen seiner Erinnerung.

„Dieser unfreundliche, arrogante Idiot da im Radio, der dreimal so viele Menschen auf dem Gewissen hat wie ich, ist rehabilitiert, bis es ihm hinten rauskommt, wird gefeiert und interviewt und lebt mit seinen Lieben in Wohlstand bis an sein verdammtes Ende! UND ICH???"

Warum hatte sie sich nicht DEN geangelt? Warum war nicht SIE die Frau, die dieser ach so attraktive wie ungepflegte Bastard seit Jahren an seiner Seite versteckte? Wenn seine über seine geliebten Tränke referierende Stimme allein ausreichte, um sie beide hier vor dem Radio zu entzweien?!

„Tja, könnte es sein, daß dieser unfreundliche, arrogante Idiot ein über die Maßen verantwortungsbewußter Mann ist, der schon lange die Verantwortung für seine Fehler und sein Leben und seine Familie übernommen hat? Und KÖNNTE ES SEIN, daß DU ein SKRUPELLOSER, EGOISTISCHER IDIOT bist, der immer nur an sich selber denkt?!"

Lucius starrte sie an. Hieß das jetzt…? Sie gab ihm doch recht, oder? Sie gab doch zu, daß sie Snape höher schätzte als ihn! Daß sie lieber…

Er bekam keine Luft. Sprang auf. Reckte die Brustwirbelsäule. Füllte seine Lungen. Ging vorwärts. Schritte zum Fenster. Landete in seinem Spiegelbild, das ihm aus der dunklen Scheibe entgegengaffte.

Lucius Malfoy.

Blond.

Reinblütig.

Reich.

Gutaussehend.

Wohlerzogen.

Weltgewandt.

Mächtig.

PERFEKT.

Du kannst nicht machen, was Du willst, mein Sohn! Du bist ein Malfoy, also benimm Dich auch wie einer! Mach uns keine Schande, Junge!

Ein Malfoy lebt nicht für sich allein, ein Malfoy lebt für die Familie!

Du trägst die Verantwortung für die Ehre der Familie! Zeig der Welt, was ein Malfoy ist, Junge!

Lucius Malfoy.

Voller Zorn und Enttäuschung ob der leeren, funktionierenden Hülle, die man von ihm von klein auf erwartet hatte. Die Bekleidung einer Funktion, nicht mehr. Ohne Rücksicht darauf, wie er eigentlich war. Ohne Rücksicht auf seine eigenen Bedürfnisse. Seine eigenen Interessen.

Einem Malfoy wurde keine Chance gelassen. Weder seinem Großvater, seinem Vater noch seinem Sohn. Ein Malfoy mußte sich fügen. All den tausend Ansprüchen, die man von allen Seiten an ihn richtete, gerecht werden. Nach außen hin.

Andererseits hatte Lucius früh erkannt, auf welche Weise er sich mit diesen feindlichen Gegebenheiten hatte arrangieren können.

Die Ehre der Familie stand über ALLEM – doch alles andere ließ sich mit Geld und Einfluß richten. Die FAMILIEN-EHRE – ein schöner Schein, eine prunkvolle Fassade! Wie es dahinter aussah, brauchte niemanden zu kümmern!

Diesem Umstand verdankte Lucius seine dann doch beträchtliche Freiheit. Von frühester Jugend an perfektioniert: Jedes Schlupfloch zu nutzen, das sich ihm bot – aber den perfekten Schein aufrechtzuerhalten. Allein dafür trug er die Verantwortung. Für nicht mehr und nicht weniger.

Nach außen hin war er Lucius Malfoy.

Ein ehrenhaft erscheinender, verantwortungsbewußter, sich für seine Familie aufopfernder Sohn, später Ehemann (jetzt noch immer, niemanden kümmerte, daß seine Ehefrau als Person in seinem Leben definitiv nicht mehr vorkam) und Vater.

Innen Lucius.

Der das tat, was ER wollte. Der sich nahm, was er brauchte. Der aus jeder Widrigkeit des Schicksals einen Vorteil für sich zu ziehen in der Lage war. ER SELBST zu bleiben, unabhängig von jedem Gebot, jedem Gesetz, jeder Moral.

Dafür könnte man ihn natürlich verurteilen! Wie Hermine jetzt. Die ihm Snape als leuchtendes Beispiel hinstellen wollte!

Ausgerechnet Severus Snape, den er immer verachtet hatte! Diesen verkniffenen, leidenden Idioten! Der sich das Leben zur Hölle gemacht hatte, indem er beinahe erstickt war an all den abstrakten Konstrukten wie Moral und Schuld und Verantwortung und Selbstlosigkeit, die er zu schlucken sich abgemüht hatte!

Das konnte Hermine doch unmöglich meinen! Daß er ein ebenso entsagungsvolles Leben führen solle wie ihr alter Lehrer!

Er drehte sich nicht zu ihr um, sah seine Frage die Fensterscheibe vor seiner Nase beschlagen:

„Willst Du mich als zweiten Snape?"

Wie hörte sich denn das an? Er wußte es doch nicht einmal! Ob sie ihn überhaupt wollte! Rasch formulierte er um:

„Soll ich jemand werden, der allem entsagt, was irgendwie SCHLECHT scheint?"

„NEIN!" Fast erstaunt!

Hermine kam, er hörte sie. Trat von hinten an ihn heran, ihre Arme um seine Mitte schlingend. Unwillkürlich griff er nach ihren Händen, wollte sie von sich abschütteln, doch sie schmiegte sich umso enger an ihn, ließ sich nicht abhalten.

„Irgendwo dazwischen… liegt der richtige Weg."

Der RICHTIGE Weg. Für Euch Godrics ist die Welt so einfach!

Richtig das bedeutete für einen wie ihn: Förderlich. Um ein Ziel zu erreichen.

Und Hermine WAR das. Er fühlte sie. Ihre Umschlingung. Unnachgiebig. Aber warm. Willkommen. Sie WAR das Ziel. Das einzige, an das er seit Tagen denken konnte. Seit Tagen, die er wie Monate empfand. Er wollte sie erreichen.

Sie war doch da! Hatte ihn gerettet! Hatte ihn NICHT aufgegeben, weil er ihren moralischen Ansprüchen nicht genügte. Sie stand hier und hielt ihn fest. Sie mußte ihn wollen, oder?

„Wenn ich dir jetzt sage, dass ich das tun werde: Einen RICHTIGEREN Weg suchen?"

Nein, das klang nicht wie Malfoy. Das klang hohl. Und lächerlich. Er wollte sich losmachen. Und doch wohl nicht zum Hampelmann einer Aurorin, die ihn des Mordes überführen wollte!

„Ach was! Warum solltest Du mir das glauben? Ich bin Todesser gewesen! Ich bin Lucius Malfoy!"

Die Frau an ihm ließ sich nicht abschütteln. Schob sich regelrecht um ihn herum. Wühlte sich unter seinem Arm hindurch, bis sie vor ihm hing. Ihren Bauch an seinen preßte, ihre Brüste… Ihr Gesicht reckte sich zu ihm hoch.

„Aber ich glaube Dir doch!" Leise sprach sie, sie flüsterte fast, und dennoch nahm ihre Stimme seinen Kopf vollständig ein. „Ich FÜHLE, daß Du Ginny nicht umgebracht hast! Daß Du… Dich verändern willst…"

DICH will ich… Hermine…

Und ihre Lippen. Endlich. Ihre Lippen zum ersten Mal. Denn sie glaubte ihm. Sie wußte, daß er kein skrupelloser Mörder war. Sie rettete ihn. Sie wollte ihn. Jetzt. Endlich. Küssen.