Liebe Leser!
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Heute statt einer langen Ansprache nur der Hinweis, dass sich in diesem Kapitel der letzte 'Unter Quarantäne'-Abschnitt befindet. Extra gekennzeichnet für die Jugendlichen!
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Vielen Dank unseren treuen Reviewern: NellasCookie, Legilimens, Talea, Zuckerdrache, Hedril, Dark Fay (in ihrem Review befindet sich ein Rätsel. Wer findet es raus?) und Miss Perenelle.
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Viel Spaß nun
Runa und Feuerbohne
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.05. 11. 2005 23:30 Uhr
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Hermine
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Oh nein! Das hatte sie nicht gewollt! Er sollte sich nicht mit Snape vergleichen.
Obwohl – auf eine bestimmte Weise war Lucius genauso extrem wie der. Nur halt in eine ganz andere Richtung.
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Severus Snape – ihr ehemaliger Lehrer. Unnahbar, kalt, geheimnisvoll, faszinierend! Umso faszinierender, je älter sie selber geworden war. Bis sie fast erwachsen gewesen war, bis hin zu heimlicher Schwärmerei. Dabei war sie bei ihm immer und stets auf eine Wand aus Eis gestoßen. Selbstverständlich!
So, wie sie ihn damals erlebt hatte, so, wie sie ihn damals verehrt hatte – niemals wäre dieser Mann familientauglich gewesen!
Jetzt allerdings WAR er verheiratet - offensichtlich glücklich - hatte Kinder. Er MUSSTE sich also verändert haben.
Die LIEBE hat das geschafft! Die Liebe zur RICHTIGEN Frau!
Stark musste so eine sein! Diesem extremen Menschen standhalten zu können.
Und Lucius war auf seine Weise genauso extrem!
Hermine nickte. Mit einem Mal wusste sie, was los war. Mit einem Mal war ihr ALLES klar. Sie WAR stark!
Sie musste ihn berühren, halten. Ihm ihre Stärke zeigen, zur Verfügung stellen. Jetzt, sofort!
Ein schneller Schritt und sie hatte ihn erreicht, der da mit dem Rücken zu ihr vor dem Fenster stand und ganz und gar unglücklich wirkte. Verunsichert. Sie umarmte ihn von hinten, schmiegte sich an ihn, fasste ihn fester, als er sie steif wegschieben wollte.
Nein, mein Lieber! Ich bleibe!
„Irgendwo dazwischen… liegt der richtige Weg."
Er würde sich bemühen müssen, um sie jetzt zu verstehen! Sie wollte keinen zweiten Snape! Aber auch keine Skrupellosigkeit! Sie wollte ...
Er wurde weicher. Als wäre der Druck weniger geworden. Wehrte sich nicht mehr gegen sie.
„Wenn ich dir jetzt sage, dass ich das tun werde: Einen RICHTIGEREN Weg suchen?"
Ihr Herz machte einen wilden Salto. Vor Freude! Er hatte verstanden! Er hatte tatsächlich verstanden!!!
Sie nahm nur am Rande wahr, dass ihr Herz einen weiteren Satz machte. Diesmal vor Schreck: „Ach was! Warum solltest Du mir das glauben? Ich bin Todesser gewesen! Ich bin Lucius Malfoy!"
Oh nein! Du sollst nicht zweifeln müssen!
Sie musste ihn ansehen können! Sofort! Seine Augen erreichen. Ohne ihn loszulassen.
Sie hangelte sich an ihm entlang, um ihn herum, schob seinen Arm über ihren Kopf – bis sie vor ihm stand: „Aber ich glaube Dir doch!" Ich glaube dir! Ich GLAUBE dir!! Ich glaube DIR!!!
Wie konnte sie ihm das nur beweisen?
Deutlicher werden!
Sie sah ihm tief in die Augen: „Ich FÜHLE, daß Du Ginny nicht umgebracht hast! Daß Du… Dich verändern willst…"
Nimm mich! Ich bin das Pfand! Ich glaube dir!
Sie reckte sich ihm entgegen. Bereit! Schloss die Augen, fühlte, dass er seinen Kopf senkte, fühlte seine Lippen. Auf den ihren. Endlich!
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„Komm mit!"
Die Erotik in seiner Stimme ließ sie selbst IN ihrem Ohr eine Gänsehaut fühlen.
Seine Hände auf ihrem Rücken, den Schultern, den Brüsten, verursachten ihr diese überall!
Sie öffnete die Augen und sah direkt in die seinen.
„Ich möchte dir etwas zeigen!"
Seine Hände lösten sich aus ihrem Pullover, griffen stattdessen nach den ihren, zogen sie hoch, auf die Beine.
„Wohin?"
Die Fensterbank hätte ihr jetzt vollends ausgereicht. Das kühle Glas in ihrem Rücken – bei der Hitze, die sie momentan in ihrem Körper fühlte, durchaus nicht unangenehm! Aber Lucius strebte mit ihr aus dem Zimmer. Hermine brauchte zwei Schritte gen Türe, um zu realisieren, wohin er sie führte.
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„Mister Malfoy!"
Beide fuhren erschrocken herum. Der Wirt!
„Soll ich jetzt ..."
Er hatte sich augenscheinlich noch immer im Flur herumgetrieben. Jetzt fuchtelte er mit seinem Zauberstab vor ihnen herum und sah Lucius an. Wohl in Erwartung neuer Befehle.
Hermine schüttelte den Kopf. Oh, bitte nicht!
„Nein! Es reicht!"
Hatte Lucius ihre Reaktion bemerkt oder wollte er ebenfalls jetzt einfach nicht mehr gestört werden? Egal! Seine Reaktion zumindest kam Hermine sehr entgegen.
„Gehen Sie!"
Lucius Ton war barsch, dafür aber ausgesprochen erfolgreich.
Binnen eines Momentes war der schmierige Wirt verschwunden.
Er selber strebte, Hermine an der Hand, auf die unscheinbare, völlig unveränderte Türe des Badezimmers zu.
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Das Badezimmer! Das war der größere Schock gewesen - nach dem über das Zimmer hier! Ein dunkler Raum, dabei winzig und stinkend, mit einer dem Bad in St. Mugos ähnlichen Ausstattung.
Wobei die Ähnlichkeiten damit bereits erschöpft gewesen waren. War das Bad in der Quarantäne schlicht, aber immerhin sauber gewesen, so hatte sich das hier in dieser Hinsicht schlicht als Katastrophe präsentiert!
Hermine war bereits nach dem ersten Atemzug entsetzt zurückgefahren. Dieser Raum hatte DRINGENDST gereinigt werden müssen, ehe sie in der Lage gewesen wäre, einen Fuß hineinzusetzen!
Sie hatte bereits den Hausmeister-Stab gezückt, als Lucius herrischste Stimme durchs Haus gedröhnt war: „WIRT!"
In dieser Sekunde war Hermine nur froh gewesen, dass er sich, befehlsgewohnt und anspruchsvoll, offensichtlich nicht auf sie und die Künste eines geklauten Zauberstabes fragwürdiger Qualität hatte verlassen wollen.
Er hatte sie umgehend ins Zimmer zurückgebracht. „Lass mal sehen, was ich machen kann."
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In diesem Moment stieß er die Türe auf. Gespannt folgte sie ihm in den Raum, der sie vor einer Stunde noch so tief abgestoßen hatte.
Im ersten Moment wirkte er noch immer düster.
Aber nur Sekunden später war Hermine in einer völlig anderen Welt gelandet!
„Aah!"
Sie standen in einer Grotte. Am Rande eines kleinen Sees, der mit zart-rosa leuchtenden Seerosenblüten bedeckt war. Im Hintergrund Felsen, auf denen überall Kerzen standen, die die Höhle in ein sanftes Licht tauchten. Von dort plätscherte es auch und Hermine sah schmale Wasser-Rinnsale über den Stein fließen, von Vorsprüngen fallen, sich in Mulden sammeln, bis diese überliefen und in den See tropften.
Kleine Wesen – Hermine brauchte einen Moment, um zu erkennen, dass es sich um winzige Feen handelte – schwirrten herum. Hingerissen beobachtete sie, wie diese sacht schwebten, plötzlich und unvermutet vorwärts schossen – um nur Sekunden später wieder völlig reglos in der Luft zu stehen.
Sie summen, oh nein – sie singen!
Hingerissen lauschte sie dem feinen Gesang.
Die Luft roch – sie hob den Kopf, wonach den bloß?
Oh ja! Orangenblüten!
Hermine stand mit offenem Mund, hingerissen schauend, genießend.
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„Möchtest du mit mir baden?" Lucius Mund nah an ihrem Ohr.
Mit strahlendem Gesicht wandte sie sich ihm zu: „Oh Lucius! Hier ist es wundervoll!" Sie stürzte sich in seine Arme. „Mit dir hier baden? Nichts lieber als das!"
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Lucius
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„Aah!"
Sie war so süß! Lucius sog den Anblick der hingerissenen Hermine in sich auf, die stumm vor Staunen seine Überraschung bewunderte. Die mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund schaute, lauschte, still für sich schwärmte.
Es vergingen einige Augenblicke, ehe er seiner selbst gewahr wurde: Der ER nämlich genauso dreinblickte wie sie. Auch er staunte. Bewunderte. Schwärmte. Für diese Frau, die an seiner Seite stand und sich FREUTE. Sich freute auf eine leise, aber unglaublich intensive, auf eine NATÜRLICHE, ungekünstelte Weise, wie er sie noch bei keiner Frau beobachtet hatte.
Dabei war er absolut nicht unerfahren in Sachen Frauen Beglücken! Im Gegenteil! Darin war er Experte! Darin, Frauen etwas zu BIETEN! Um sie zu zufriedenen Gespielinnen zu machen! Hier kannte er sich aus! Wußte genau, welcher Typ für welche Extravaganzen empfänglich wäre.
Da waren die Protz-Luxus-Liebhaberinnen, die Marmor, Gold und Satin schätzten, nachdem man sie mit Houte Cuisine abgespeist hatte – was ihm wirklich zum Hals heraus hing, so daß er seit Jahren keine armen Frauen mehr anrührte.
Da waren die Ausgefallene-Geschenke-Empfängerinnen, die eine Zeitlang seinen Ehrgeiz geweckt hatten – allmählich war jedoch seine Lust versiegt, und er hatte es nur noch als anstrengend empfunden. Ginny war eine dieser Frauen gewesen; hatte jedoch anderweitige Vorteile besessen, so daß er diese Anstrengung für sie in Kauf genommen hatte.
Nach Kreativ-Originellen hatte er eine Weile gezielt gesucht. Die Sex an unmöglichen Orten liebten. In einem Boot auf einem See, auf einem Dach, in einer Lore in Gringott's… oder – sehr beliebt – in der Öffentlichkeit. Vorzugsweise die Muggelöffentlichkeit. Es hatte auch wirklich etwas, sich – mit einem Tarnzauber ausgestattet – mitten auf einem belebten Marktplatz zu vereinigen.
Mit der Zeit war jedoch auch das immer weiter Hergeholte eintönig geworden.
Zum Schluß hatte er sich dann auf einen anderen Typ Geliebte verlegt: auf die Gelangweilt-Übersättigte nämlich. Die – wie er selbst – die Nase voll hatte von goldenen Wasserhähnen und opulenten Festmahlen oder einfallsreichen Eskapaden. Die den puren Sex wollte. Auf dem Fußboden oder im Gebüsch irgendwo draußen…
Tja.
Und Hermine…?
Sie gehört nicht dazu! Zu keinem Typ Frau! Hermine ist… HERMINE eben.
Mit Hermine wollte er…
Hermine WOLLTE er. Wie, das war ihm eigentlich egal…
Was das genau bedeutete, schob Lucius schon eine Zeitlang lieber zur Seite. Und es war doch auch nicht nötig, oder? Sie in eine seiner Schubladen einzusortieren.
Es widerstrebte ihm einfach, sie einzusortieren, sie abzulegen, sie loszulassen.
Nein, er wollte sie absolut nicht loslassen! Losgelassen HABEN! Rasch beugte er sich zu ihr hinunter:
„Möchtest du mit mir baden?" Sein Mund an ihrem Ohr, seine Nase in ihrem Haar.
Mit strahlendem Gesicht wandte sie sich ihm zu: „Oh Lucius! Hier ist es wundervoll!" Sie stürzte sich in seine Arme. Er schloß seine endlich wieder um sie. „Mit dir hier baden? Nichts lieber als das!"
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Lucius
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Er hatte sich tatsächlich an seine mangelnde Magie!!! gewöhnt – und so bequem der Deshabilus auch sein mochte: Es hatte einfach seinen eigenen Reiz, die eigenen Hände unter Hermines Pullover zu schieben, sie Wärme ihrer Haut zu spüren, ihren erwartungsfrohen Seufzern zu lauschen, während er ihr das Kleidungsstück über den Kopf zog und sich sofort ihrem BH widmete... und in alledem seine eigene Erregung unausweichlich, unentwegt, unaufhaltsam wachsen zu fühlen…
Daß dieses wunderbare Weib im Gegensatz zu ihm in diesem Augenblick mit einem Zauberstab aufwartete und besagten Spruch murmelte, durchlief seinen Körper mit einem Schauer, den er bisher nur ein einziges Mal…
Lucius schluckte und saugte neue Atemluft ein. Faßte nach Hermine, um ja nicht wieder in einen solch gemeinen Hunger nach ihr zu geraten. Daß sie sich willigst an seinen nunmehr nackten Körper ziehen ließ, bewirkte beides gleichzeitig: Es beruhigte ihn zutiefst – um ihn ebenso immens zu erregen. Diese Ambivalenz ließ sein Glied zucken und der Frau an ihm hastig ihre Hosenbarriere hinunterzerren.
Nein, sie dachte nicht daran, sich ihm zu entziehen, nein, ganz und gar nicht. Sie drängte sich an ihn, umklammerte ihn regelrecht, so daß er sie ganz leicht hochheben konnte, mit seinen Händen um ihren Po dafür sorgen, daß sie ihre Beine an ihm spreizte und auf seinen hoch aufgerichteten Penis rutschen. Der Laut, der ihr dabei entfuhr, ging ihm durch Mark und Bein. Er wollte sie, er wollte sie mehr, als er je eine Frau gewollt hatte, und daß er sie doch HATTE, daß er sie in diesem Moment bereits BESAß, half überhaupt nicht!
Er brauchte ihren Mund, ihre Haut unter seinen Lippen, seinen Händen, ihr mächtig schlagendes Herz an seinem, ihr Stöhnen. Er mußte sie an die nächste Wand tragen, mußte ihren Rücken dagegen, sich gegen sie pressen, mußte sein Glied tiefer in sie hineinstoßen, wieder, fester, wieder und wieder…
Und noch immer war es nicht genug, nicht tief genug, nicht GANZ genug, noch immer war er von seinem unbändigen Hunger nach dieser Frau durchdrungen, der nicht zu stillen war, der nicht weniger wurde, der sich unterhalb seines Zwerchfells zu einem riesigen Mangel vereinte, der sie einsaugen wollte, diese Frau in sich hineinnehmen, um dieses Loch in ihm endlich auszufüllen…
Vielleicht war es das Naturwidrige in dieser Empfindung, die ihn so haltlos machte, sie so sehr wollen und brauchen und nehmen und stoßen, denn SIE war es ja, die IHN in sich aufnahm, sie war es ja, die seinen Penis ihre Scheide ausfüllen ließ, sie war es doch, die SEIN Stöhnen bekam, SEINE Stöße, SEINEN Samen, seinen Samen in endlosen Kontraktionen, die ihn noch leerer machten, noch hungriger, noch bedürftiger nach ihr zurückließen.
Seine Arme hielten sie so fest wie möglich, ihre Haare bargen sein Gesicht, und Lucius mußte seinen Mund mit aller Kraft daran hindern, unkontrolliert vor sich hinzumurmeln.
Ich will, daß Du mir gehörst, Hermine, ich gebe Dir alles, ich mache Dich zu meiner Königin, aber Du mußt bei mir bleiben, ich will Dich für den Rest meines Lebens!
„Du wolltest baden, meine Königin", hustete er direkt an Hermines Brust. „Das werden wir jetzt!"
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Hermine
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Luxus! Ja, das war es, was sie mit dem verband, was sie hier erlebte: Luxus pur!
Nicht nur die Grotte!
Nun ja, so einen Raum hatte sie noch nie gesehen. Bisher hatten alle Bäder immer wie – Badezimmer ausgesehen. So mehr oder weniger. Dieses dagegen ganz und gar nicht.
Hier gab es keine Dusche und kein Waschbecken! Wobei sich natürlich die Frage aufwarf: Wozu sollte man das HIER auch brauchen? Hier konnte man in einen kleinen See steigen. Und nach der Lufttemperatur zu schließen, war das Wasser dieses Sees sehr warm!
Es war Luxus, einen Raum zu haben, der ausschließlich dem Wohlgefühl gewidmet war. Dem Genuss!
Bäder hatten durchaus mit Entspannung und Genuss zu tun, aber doch vor allem mit der Erledigung notwendiger, nun ja – Reinigungsarbeiten!
Hermine lächelte verzückt: In diesem Raum gab es nichts, das an Pflicht oder Notwendigkeiten erinnerte. Hier gab es nichts als pure Lust!
Lust, sich umzusehen, Lust zu genießen – und Lust auf den Mann da neben ihr, der sie einfach nur lächelnd gewähren ließ. Der ihr erlaubte, alles Neue erst einmal zu entdecken, in sich aufzusaugen. Der wartete, bis sie damit fertig war.
So wie jetzt!
Und der dann seine Hände unter ihren Pullover schob.
Hermine schloss die Augen.
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Meine Königin! Er hatte sie tatsächlich „meine Königin" genannt!
Königin! Hermine stutzte. Nur einen Moment. Prinzessin – so mochte Lucius alle Frauen genannt haben, mit denen er je ins Bett gestiegen war. Doch Königin? Und noch dazu „seine"?
Er meint es ernst!
Dies war nur Gefühl in ihr. Ein Gefühl, das passte. Hierher passte.
Seine Königin! Etwas ganz Besonderes!
Hermines Herz raste – nicht nur, weil sie gerade wilden Sex mit diesem Mann gehabt hatte.
Der jetzt bei ihr stand und sie erwartungsvoll ansah. Ernst. Nackt. Schlank. Ein Körper zum träumen. Ein Mann zum träumen! Und er sah SIE an! Nur sie!
Tiger! Schoss es ihr durch den Kopf. Er ist ein Tiger! Ein unberechenbarer, wunderschöner, königlicher Tiger. Mein Königstiger!
Aber DAS würde sie ihm nicht sagen! Sie schluckte. Nein, lieber nicht!
„Ja, lass uns baden", sagte sie stattdessen und machte einen Schritt auf das Wasser zu. +
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Das Wasser war kühl – und warm zugleich. Kühl, weil sie die Hitze der Erregung noch wie eine mächtige Welle in sich spürte und sich nach Abkühlung sehnte. Warm, weil es sie zärtlich umspülte, so wie seine Arme, die sie umfasst hielten und durchs Wasser trugen.
Sie lachte und deutete auf die Felswand: „Lass uns da hinter gehen. Zu dem kleinen Wasserfall!"
Er hielt sie lächelnd unter das herabplätschernde Wasser.
Hermine schrie verzückt auf und reckte ihren Kopf direkt in den Wasserstrahl.
„Das ist himmlisch!"
Immer noch in seinen Armen liegend, legte sie ihren linken Arm um seinen Nacken und zog seinen Kopf zu sich. Hier wollte sie ihn küssen, genau hier! Auch, wenn das bedeutete ...
Er prustete und lachte, als er sich von ihr löste: „Willst du mich ersäufen?"
Seine Haare waren nass entschieden dunkler.
Ernst sah Hermine ihn an: „Du bist anders!"
„Anders – als was?" Sein Lächeln war plötzlich wie weggewischt. So schnell, als hätte er es abgeschaltet.
Was war das in seinen sich verdunkelnden Augen? Doch keine Angst?
„Anders als ich dachte'", beeilte sie sich zu sagen. „ Anders als alle Anderen!" Sie musste ihn wieder küssen. „Anders als Alles!"
„Du auch", seine Stimme nur leises murmeln an ihrem Mund, ehe sie seine Lippen wieder auf den ihren fühlte, „du auch!"
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Sie fanden im Wasser einen Absatz, auf den sie sich setzten. Hermine seitlich zwischen Lucius Beine, bequem in seine Arme gelehnt.
„Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass wir bald schon wieder von hier wegmüssen", flüsterte sie an seinem Hals.
„Wir werden wieder kommen, nachdem – ." Er ließ seinen Satz unvollendet in der Luft hängen.
Hermine lächelte. Ja, das wäre schön! Und alleine schon der Gedanke daran war tröstlich!
„Ich habe mir die Reise einfacher vorgestellt!" Sie hob den Kopf und sah ihn an. „Wir können weder apparieren, noch uns irgendwie magisch behelfen. Und auf Muggelart reisen, geht auch nur bis zur nächsten Grenze. Die leider ganz nah ist!"
Sein Mund zuckte. Zurück in die altbekannten, überheblichen Züge: „Meine Liebe, du reist mit Lucius Malfoy! Da gibt es IMMER eine Lösung!"
„Ach!" Sie hob den Kopf und sah ihn erstaunt an: „Lucius Malfoy hat keine Magie und keinen Zauberstab. Wie zaubert der jetzt eine Reise nach Bulgarien aus seinem Zylinder?"
Er schloss seine Arme fester um sie: „Vertrau mir einfach, ja?"
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Lucius
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Lucius zog sie wieder so eng wie möglich an sich heran. Brachte sein Gesicht an ihres. Umflüsterte sie. Machte sie lächeln.
„Meine Königin!"
Das MOCHTE sie hören; es war wunderbar, ihre Augen mit diesem Namen zum Leuchten zu bekommen.
Prinzessin! Dieser gängige Titel war wirklich zu gewöhnlich, zu abgedroschen für sie! Hermine Granger war keine kleine, süße Prinzessin! Hermine Granger mußte man ernst nehmen! Verehren!
Ich verehre Dich, meine Königin!
Sein Kuß enthielt all das, und ihr Mund schien ihn zu verstehen. Das zu erwidern. ALLES zu erwidern. Hermine küssen WAR Alles! Und dieses Alles zog seine Hand an ihre nasse Schläfe. Seine andere nach. Er hielt ihren Kopf in seinen Händen. Mußte seinen Mund von ihrem lösen, weil er sie ansehen mußte. Ihre ganz und gar konzentrierten Züge. Ihre geschlossenen Augen. Die sie nicht geöffnet hatte, als Lucius, sie zu küssen, aufgehört hatte. Ihr Mund sah seltsamerweise nicht verlassen aus. Sondern war ein Lächeln, ein leises, versonnenes. Lucius' Hände umrahmten ihr Gesicht. Und Hermine gab sich seinen Händen hin. Spürte ihnen nach. IHM. Wie ER SIE spürte. Sie. Er spürte nur noch sie.
Hatte er jemals zuvor eine Frau VEREHRT?
GE-ehrt hatte er Narcissa damals. Bevor er sie als Mensch kennengelernt hatte. Als sie noch die den Malfoys von frühester Jugend an versprochene, ehrbare Tochter der Blacks gewesen war, deren Herz Lucius erst nach und nach hatte gewinnen müssen.
Als er sie irgendwann dann gekannt hatte, hatte sich das EHREN in unüberwindbare Distanz verwandelt. Er hatte sie nie wirklich erreichten können. Sich folglich desinteressiert abgewandt.
Mit Hermine war es genau anders herum gewesen. Er hatte sie kennengelernt – und nun konnte er nicht anders, als sie immerzu festzuhalten, weil er ihr nah sein mußte und immer noch näher kommen.
ICH WERDE DICH NIE WIEDER LOSLASSEN! Fühlte er in seinen sie wieder ganz eng an sich drückenden Armen.
„Darf ich Sie auf mein Lager einladen, verehrte Königin?"
Vorsichtshalber hatte er seine Stimme ironisch gemacht, und so lachte sie auch hell auf, als sie die Augen aufschlug.
„Muß ich Dich jetzt „mein König" nennen?"
„Alles, was Du mußt, ist, mir zu folgen!" raunte er in ihr Ohr und frohlockte beim Anblick der sie prompt überziehenden Gänsehaut. Ihr mit einem sachten Pusten in den Nacken eine Mischung aus Kichern und Stöhnen entlockend, nahm er sie bei der Hand, um sie aus dem Wasser zu führen.
