Der sechste Tag bricht an!
Mensch! Sind wir schon weit! Kaum posten wir ein halbes Jahr Rattenmord, schon sind ganze fünf Tage vergangen! *lach* Fünf ereignisreiche Tage allerdings!
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Liebe Rattenmord-Leser!
Ich, Feuer, verrate euch jetzt ein Geheimnis. Rattenmord endet. Jawohl! Irgendwann ist auch die schöne Rattenmord-Zeit mal vorbei. Aber nicht am 06. 11. Nein, nein! Erst am 07.
Das heißt: Es wird noch so einiges passieren, bis der Mordfall Ginny Weasley endlich, endlich gelöst wird. Aber es bedeutet auch: Her mit euren Vermutungen! Irgendjemand von euch muss doch mal die richtigen Schlüsse ziehen! Einige Leser, die gerne ganze Fluten von Vermutungen äußern, waren schon mal ganz gut dabei!
Also hier mein öffentlicher Tipp: Denkt doch mal hinten links um die Ecke!
Etwa so:
Eine Frau, die in der zwölften Etage eines Hochhauses arbeitet, fährt stets mit dem Lift bis zur siebten Etage und geht den Rest zu Fuß.
Heute allerdings nicht (ignoriert dabei doch bitte, dass heute Sonntag ist! [Feuerböhnliche Anmerkung])!
Heute will sie am Abend mit ihrem Freund ins Theater. Heute fährt sie bis zur zehnten Etage und läuft nur die restlichen beiden Stockwerke zu Fuß.
Warum wohl?
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Also, wenn ihr das lösen könnt, schafft ihr auch Rattenmord!
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In diesem Sinne viel Spaß!
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Feuerbohne,
die sich noch bei den Reviewern: Hedril, Zuckerdrache, Dark Fay (keiner hat ihres Rätsels Lösung gefunden! Ts, ts!), Inuverse, die Rattenmord für den Fan Fiction General Award nominieren möchte *knicks* und Miss Perenelle auf Fan !
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06. 11. 2005 04:15 Uhr
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Alarm!
Hermine erwachte, weil es in ihrer Nähe krachte. Als hätte jemand eine Türe plötzlich aufgerissen.
Sofort langte sie neben sich, um ihren Zauberstab zu greifen – und fasste in etwas Weiches.
Erst in diesem Moment registrierte sie, wo sie war: Noch immer in der Grotte. Zusammengekuschelt auf einem molligen Lager. Mit Lucius, der jetzt gleichfalls zusammengezuckt und hochgeschreckt war - ihre Hand in seinem Haar!
„WAS? Was machen SIE hier?" Lucius saß – und rieb sich den Kopf. „Au, verdammt! Du hast mir Haare ausgerissen!"
Er sah Hermine eine Sekunde lang anklagend an, dann wandte er sich erneut zur Quelle ihrer Störung.
Hermine folgte seinem Blick – und sah den Wirt vor dem kleinen See stehen.
„Ich – ich sollte Sie doch um vier wecken!"
Der Wirt sah unglücklich aus, und als Lucius den Mund öffnete, wurde Hermine schlagartig klar, warum.
„Hatte ich Sie nicht AUSDRÜCKLICH angewiesen, lediglich zu klopfen?"
Lucius Kinn wies einmal mehr gen Grottenhimmel, seine Augen blitzten eisig.
„Sie ..., ich ..., das habe ich getan!" Der Wirt wies mit der Hand zur Türe und bemühte sich über seine unübersehbare Angst vor Lucius hinweg um einen entschlossenen Ton: „Drüben! Mindestens eine Viertelstunde lang! Und weil Sie überhaupt nicht reagiert haben, bin ich schließlich in das Zimmer reingegangen. Aber es war unberührt. Da hab ich gedacht - Sie haben mir nicht gesagt, dass Sie hier schlafen würden."
„Scheren Sie sich raus! Wir kommen gleich!"
Lucius hatte sich halb aufgerichtet und die Decke mit sich gezogen.
„IEH!" Plötzlich entblößt, quietschte Hermine entsetzt auf, schnalzte ebenfalls hoch und riss die Zudecke an sich.
Der Blick des Wirtes, soeben noch devot, wurde sofort hämisch.
„RAUS!", brüllte Lucius, wandte sich dann aber sofort Hermine zu und half ihr, sich zu bedecken. „Tut mir leid!"
Die Türe klappte – und als Hermine wieder hinsah, war der Platz am Seeufer leer.
„Das wird der nicht nochmal wagen!"
„Müssen wir schon los?" Sie wollte nicht aufstehen! Viel lieber wollte sie sich zurückfallen lassen, an Lucius schmiegen und warm eingekuschelt weiterschlafen.
„Leider! Komm!" Er nahm sie einen Moment in den Arm: „Aber wir können ja noch einmal hierher kommen, später!"
Oh! Nochmal hierher? Das wäre so schön! Hermine legte ihre Arme um ihn und schmiegte sich an ihn.
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Nur Sekunden später stand sie am Rande des Wassers.
Sie seufzte: „Ich bin zu müde zum Schwimmen oder Waten!" So genau wusste sie nicht mehr, wie tief der See war. Unterschiedlich, wenn sie sich in ihrem müden Kopf nicht irrte.
„Das musst du auch nicht, meine Königin!" Galant hob Lucius sie auf seine Arme und stieg ins Wasser.
Hermine legte ihren Kopf an seine Schultern, ihre Lippen an seinen Hals. „Mein Po! Du musst mich höher heben! Iieh! Der wird nass!"
Sie fühlte sein Lachen, er bebte leise. Zu hören war er nicht.
„Wenn ich jetzt stolpere, wird nicht nur dein Po nass!"
Grinsend hob Hermine den Kopf. „Du bist ein Kavalier! Kavaliere stolpern nicht", erklärte sie hintergründig lächelnd.
Lucius, ebenfalls grinsend, drehte seinen Kopf zu ihr: „Du bist unwiderstehlich!"
Er blieb stehen, als ihre Lippen sich trafen.
„Du bist mein starker – Königstiger!"
Er packte sie noch fester und drückte sie an sich. „ROAR!"
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Im fahlen Licht der Sturmlampe sah der Wirt am Steuer des Bootes in seinem Ölzeug graugesichtig und bartstoppelig aus. Und mindestens so müde wie Hermine!
Der Fahrtwind, zwar nicht stark, dennoch – es war November - hatte sie binnen Minuten bis auf die Knochen ausgekühlt. Hermine begann zu zittern und drückte sich enger an Lucius.
„Es ist kalt hier."
Er hatte den Arm schützend um sie gelegt. „Haben Sie eine Decke?"
Der Wirt zuckte mit den Schultern und wies mit dem Kinn ins Heck des Bootes. „Da hinten sollte eine liegen!"
Hermine drehte sich um, stieg über die Bank, auf der sie saßen, und begann mit steifen Fingern in dem schmuddelig aussehenden Haufen herum zuwühlen. Doch dann entschied sie sich anders. Sie kletterte zurück. „Ich probiere einen Wärmezauber! Die Sachen hier sind feucht und riechen nach Fisch."
„Dies ist ein Fischkutter!" Der Wirt hatte mitgehört und verteidigte sich. „Für Fahrten zum Kontinent ist der nicht gedacht!"
„Ist ja schon gut", Hermine hatte beschwichtigend die Hände hochgehoben. „Ich beschwere mich ja gar nicht!"
„Man sollte meinen, dass so jemand Reiches wie die Malfoys sich was Besseres leisten können wie so nen ollen Kutter", brabbelte der Wirt unwillig und durchaus hörbar vor sich hin.
Hermine verdrehte die Augen. Sollte der doch denken, was er wollte! Sie schwang den Zauberstab:
„Concalefacio!"
Nichts! Ihr war noch immer sehr kalt.
„Hausmeister – was erwartest du?"
Sie musste Lucius nicht ansehen, um zu wissen, WIE sehr er jetzt grinste.
Okay, das hatte nicht geklappt. Eigentlich erwartungsgemäß. Der Hausmeister-Zauberstab verfügte eben nur über eine äußerst begrenzte Auswahl an Zaubersprüchen. Hermine wunderte sich nur darüber, dass Fesseln und Schocken offensichtlich dazugehörten.
Ob man diese einfachen Dinger irgendwie „frisieren" konnte?
Vom Ministerium genehmigte Squib-Stäbe hatten so was mit Sicherheit nicht im Repertoire.
Genervt hielt sie Lucius die Zauberstab-Krücke hin: „Nimm du ihn, ich schmeiß ihn sonst ins Wasser!" Dann wandte sie sich an den Wirt: „Könnten Sie uns nicht diesen Wärmezauber ...?"
„Das kostet aber extra!"
„Sind Sie noch ganz gesund?" Lucius war aufgesprungen, hatte damit das Boot zum Schwanken gebracht. Breitbeinig und bedrohlich baute er sich nichts destotrotz vor dem Mann am Ruder auf.
„Sie haben bereits mehr als GENUG Geld bekommen!"
„Fünfzig Galleonen oder frieren!"
Die Antwort klang ganz so, als wäre dem Mann klar, dass ihnen im Moment gar nichts anderes übrig blieb, als darauf einzugehen!
„Lass ihn doch", Hermine kramte schon in ihrer Jackentasche.
„Nein!" Lucius schüttelte vehement den Kopf, „Ich hab ihm bereits unser ganzes Geld für die Überfahrt geboten!"
„Du hast WAS?"
Mit einem Schlag war Hermine klar, dass der Wirt sie niemals ohne Bezahlung transportiert haben würde. Klar musste Lucius ihm dafür Geld anbieten – und ebenso klar war, dass er selber im Moment über keines verfügte.
Also gut, sie hatten KEINE Galleonen mehr.
„Ich kann Ihnen zwanzig Pfund anbieten!"
Schweren Herzens machte sie sich innerlich bereit, ihr letztes Geld auszugeben und damit eine Reise ins völlig Ungewisse zu starten.
„Fünfzig!"
Hermine nickte. Jetzt war sie völlig blank!
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Dafür war es dann wirklich schön warm, auf ihrer eigentlich zugig-kalten Bank mitten auf dem Kanal.
Der Wirt starrte unbewegt nach vorne in die undurchdringliche Dunkelheit. Der Motor des Bootes brummte monoton.
Sie waren jetzt alles Geld los, das Hermine in der Eile gestern hatte auftreiben können. Das war eigentlich bitter – schien Lucius jedoch nicht weiter zu berühren. Unverdrossen hielt er sie fest an sich gedrückt.
Nach kürzester Zeit hatte Hermine Mühe, ihre Augen offen zu halten. Hier war es – gut!
Sie seufzte tief. Eingelullt in die einschläfernde Wärme und Lucius Nähe, verlor alles andere seine Bedeutung. Und solange er sich keine Sorgen zu machen schien, brauchte sie das auch nicht zu tun!
